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Dokumentenidentifikation DE4439772A1 15.05.1996
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen einer Sandsackpackung
Anmelder Doerpinghaus, Ernst H., 22587 Hamburg, DE
Erfinder Doerpinghaus, Ernst H., 22587 Hamburg, DE
Vertreter Delfs, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 20148 Hamburg
DE-Anmeldedatum 07.11.1994
DE-Aktenzeichen 4439772
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse E02B 3/04
IPC-Nebenklasse B65D 30/02   
IPC additional class // B65B 9/10,51/24,B63B 35/44  
Zusammenfassung Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen einer Sandsackpackung, insbesondere für den Küstenschutz. Um den Transport von gefüllten Sandsäcken zum Einsatzort zu vermeiden, wird dort ein Schlauch großer Länge gleichzeitig gefüllt und abgelegt. Zum Füllen des Schlauchs eignet sich insbesondere ein Spülverfahren.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen einer Sandsackpackung, insbesondere für den Küstenschutz, beispielsweise zum Erhöhen von Deichen oder deren Reparatur.

Für den Schutz eines Deiches bei Überflutungsgefahr oder für seine Reparatur nach einem Deichbruch ist äußerst schnelles Handeln erforderlich. Erschwert wird dies oftmals dadurch, daß das Reparaturmaterial nicht schnell genug herbeigeschafft werden kann. Oftmals ist es leichter, den am Ort und Stelle befindlichen Sand zu verwenden oder losen Sand herbeizuschaffen als fertig gefüllte Sandsäcke. Loser Sand läßt sich zur Füllung nicht verwenden, weil er weggeschwemmt wird. Sandsackumhüllung ist erforderlich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, die die Herstellung von Sandsackpackungen erleichtert, insbesondere auch an schwer zugänglichen Stellen. Die Erfindung erleichtert auch die Vorratshaltung des für Katastrophenfälle bereitzuhaltenden Reparaturmaterials.

Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß ein Schlauch großer Länge am Einsatzort gefüllt und sein gefüllter Teil vor dem Füllen des übrigen Teils des Schlauches abgelegt wird. Vorzugsweise wird der Schlauch kontinuierlich gefüllt und abgelegt. Jedoch ist abschnittsweise Füllung und Ablage möglich. Im Falle kontinuierlicher Füllung wird der Schlauch zweckmäßigerweise gleichmäßig gefüllt. Damit er trotzdem unter Bildung von Schleifen, Schlingen und Kurven verlegt werden kann, wird er zweckmäßigerweise unvollständig gefüllt. Stattdessen ist es auch möglich, Abschnitte verringerten Füllgrades zwischen Abschnitte vollständiger oder starker Füllung einzuschalten, damit an den Stellen geringeren Füllgrades die Umlenkung der Schlauchablagerichtung erfolgen kann.

Zweckmäßigerweise wird das Füllmaterial in den Schlauch eingespült, der zu diesem Zweck wasserdurchlässig ist. Wenn der Einsatzort sich an einer Sandküste befindet, kann das Füllmaterial von Ort und Stelle mittels eines Spülbaggers herbeigeführt werden, wobei es durchaus von weither durch eine Spülleitung herangeführt werden kann.

Eine besondere Ablageordnung, beispielsweise in parallelen Lagen, ist möglich, aber in vielen Fällen nicht notwendig; vielmehr kann der Schlauch chaotisch beispielsweise in einer Deichlücke abgelegt werden.

Dieses Verfahren kann auch dann angewendet werden, wenn die Reparaturstelle überspült oder sogar der Strömung ausgesetzt ist, da einerseits der sandgefüllte Schlauch hinreichend schwer ist und andererseits die verlegten Schläuche gewissermaßen miteinander verfilzen, wodurch die Packung insgesamt selbst gegen starke Strömung widerstandsfähig wird.

Wenn oben gesagt wurde, daß der Schlauch am Einsatzort gefüllt wird, so soll dies nicht ausschließen, daß noch eine gewisse Transportstrecke zwischen dem Füllort und dem Einsatzort liegt. Beispielsweise kann der gefüllte Schlauch als solcher auf einem Förderband oder dergleichen vom Füllort zum Einsatzort gefördert werden. Es kommt lediglich darauf an, daß Füllen und Ablegen in einem Zuge stattfinden.

Der Schlauchdurchmesser sollte so gewählt sein, daß der Schlauch im gefüllten Zustand noch hinreichend leicht gehandhabt werden kann und den Beanspruchungen durch das Füllgewicht standzuhalten vermag. Bevorzugt werden Schlauchdurchmesser (bezogen auf den Kreisquerschnitt) zwischen 10 und 70 cm, weiter vorzugsweise zwischen 20 und 50 cm, wobei insbesondere die Schläuche mit größerem Durchmesser verhältnismäßig geringer befüllt werden. Der Füllungsgrad (Verhältnis des Füllquerschnitts zum maximalen Schlauchquerschnitt) liegt zweckmäßigerweise zwischen 0,3 und 0,8, weiter zweckmäßigerweise zwischen 0,4 und 0,6, wenn der Schlauch etwa gleichmäßig befüllt wird und der Füllgrad Schleifenverlegungen gestatten soll. Wenn Abschnitte mit geringem Füllungsgrad oder ohne Füllung für die Schleifenbildung zwischen gefüllte Abschnitte eingeschaltet werden, sollte der Füllungsgrad an diesen Stellen zwischen 0 und 0,5 liegen. Es kann vorgesehen sein, daß der Schlauch an solchen ungefüllten Stellen quer verschlossen, beispielsweise abgebunden oder abgedreht (wie Wurstketten) wird, ohne daß der Zusammenhang zwischen aufeinanderfolgenden, gefüllten Abschnitten dadurch gelöst wird.

Für die Durchführung des Verfahrens können über den Umfang geschlossene Schlauchabschnitte verwendet werden, die in großer Länge balgartig zusammengeschoben auf einem Füllrohr bevorratet werden können. Da für viele Anwendungsfälle aber selbst lange Schlauchabschnitte, die man auf diese Weise bereithalten kann und deren Länge beispielsweise zwischen 20 und 200 m beträgt, für manche Anwendungsfälle zu kurz sein kann, kann es zweckmäßiger sein, von einem über den Umfang nicht geschlossenen Band auszugehen, dessen Kanten vor dem fortschreitenden Füllen gleichfalls fortschreitend miteinander schlauchbildend miteinander verbunden werden. Beispielsweise können die Bandkanten mit formschlüssig ineinander passenden Elementen eines Gleitverschlusses ausgestattet sein und vor dem Füllen zusammengefügt werden. Es kann stattdessen oder zusätzlich auch eine Verklebung oder Verschweißung vorgesehen sein. Vorzugsweise wird der Schlauch quasi endlos verlegt. Es soll jedoch nicht der Fall ausgeschlossen werden, daß Bandabschnitte abgetrennt und einzeln verlegt werden.

Weitere Einzelheiten sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung werden im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert. Die Zeichnung zeigt in:

Fig. 1 ein Schnitt durch die wesentlichen Teile einer Füllvorrichtung; und

Fig. 2 ein entsprechenden Schnitt in um 90° versetzter Blickrichtung.

Mit der dargestellten Vorrichtung kann kontinuierlich ein sehr langer Textilschlauch mit Sand gefüllt werden und danach zum Beispiel der Füllung einer Deichlücke oder allgemein zur Verengung des Strömungsquerschnitts in einem offenen Gewässer dienen, wobei die Vereinigung der Elemente: a) Sandschlauchmaterial, b) Wasser und c) Sand (oder sonstige verfügbare Festmaterialien) weitgehend in der unmittelbaren Nähe des Einsatzortes erfolgt.

Um dies zu ermöglichen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, das Hüllenmaterial für einen zweckmäßigerweise 20 bis 50 cm Durchmesser messenden Schlauch zunächst an seinen Längskanten mit je einer Hälfte 5 bzw. 6 eines Gleitverschlusses bekannter Art durch Schweißen, Nieten, Kleben oder ähnlich zu versehen und so flach an die Einsatzstelle anzuliefern. Dabei kann die Wickel- oder Zick-zack-Verpackung auch in doppelter Lage erfolgen, wenn die Kanten mit den Gleitverschluß-Hälften etwa in der Mitte des einen halben Umfangsbreite messenden Wickels oder sonstiger Anordnung zu liegen kommen.

Die gesamte Fülleinrichtung ist an einem nur angedeuteten, allseitig schwenkbaren und bekannten Anschluß (Kran) mit seinem ganzen Gewicht aufhängt und erhält auch durch diesen die Sand-Wasser-Mischung via relativ dünnem Schlauch, der auch ein einfaches Arbeiten erleichtert. Dieser Anschluß ist mit 1 bezeichnet und geht in das stabile Rohr 2 über, um in den Wirbelraum 7 überzuleiten, wo die erste Phase der Trennung des Sandes vom Wasser erfolgt, wenn das Gemisch den Filterraum 13 erreicht. In diesem Abschnitt 13 ist das Rohr gleichen Durchmessers wie im Wirbelraumende 7 und dem Durchmesser des Textilschlauches nach dessen Verschluß angepaßt, so daß das sich abtrennende Wasser in Richtung des Umfanges 14 unter dem Schutztrichter 15 in Richtung 16 abfließen kann. Der Trichter ist zweckmäßigerweise bei 12 durch eine elastische Manschette bekannter Art gegen den Textilschlauch 9 gedichtet und ist zweckmäßigerweise mit einer pneumatischen Bremse versehen, die wie ein aufgepumpter Schlauch zwischen zwei festen Durchmessern in bekannter Weise bremsend auf den Abstreifvorgang des Sandschlauches in Richtung 20 wirkt.

Der Trichter 15 ist - nicht gezeichnet - demontabel in der Weise eingerichtet, daß er von der Fixierung an dem Zuleitungsrohr 2 abgetrennt nach unten in Richtung 20 abgestreift werden kann. Bei 19 kann nach irgendeinem bekannten Verfahren eine gewünschte Sandschlauchlänge abgetrennt und verschlossen werden.

Das Hüllenmaterial des Textilschlauches wird von der Leitrolle 4 senkrecht zur Papierebene geteilt gemäß Kanten 5 und 6, um das Füllrohr 2 herum offen in die bekannte Schließvorrichtung 8 eingeführt und in Richtung 20 gezogen, wodurch der Schließvorgang kontinuierlich weitergeht, so daß bei 19 der fertig geschlossene Schlauch abgenommen werden kann.

Der aus seinen beiden Teilen vereinigte Gleitverschluß kann durch Wärmebehandlung oder geeignete Löse- oder Klebmittel bei 8 gleichzeitig gegen Öffnen versiegelt werden.

Zweckmäßigerweise ist das Hüllenmaterial so hergestellt, daß sein Umfang nicht größer werden kann als nötig, um eng anliegend über die gesamte Fülleinrichtung geführt zu werden.

Wird nun bei 1 der Weg für das Wasser-Sand-Gemisch freigegeben, so steigt im Wirbelraum 7 der Wasserdruck um den Gegendruck, der durch die Filterwirkung in 13 erzeugt wird. Vergrößert man den Durchsatz, respektive steigert man die Filterwirkung durch Bremsung des Textilschlauchfortschrittes unter der Bremse 11, so ergibt sich eine Sandfüllung des Schlauches mit geringerem Wasseranteil Sand. Eine nassere Füllung kann wünschenswert sein, wenn der Sandschlauch hohe Flexibilität haben soll, um sich für chaotische Verlegung besser zu eignen.

Daher kann die Förderleistung der Sandfüllvorrichtung bei angenommen konstanter Wasserzufuhr und konstanter Zusammensetzung und Körnung des Füllmaterials durch den automatisch sich einstellenden Gegendruck in der Zufuhr geregelt werden.

Die Füllvorrichtung gemäß der Erfindung kann einfach auf einem Floß, einem kleinen Schiff oder am Ausleger eines Krans untergebracht werden, um von diesen für die gewünschte Verlegung parallel, in Winkeln zueinander oder chaotisch geleitet zu werden. Das Hüllenmaterial kann vom Wickel oder Stapel geordnet über eine entsprechende Schlauchleitung, wie auch das Wasser-Sand-Gemisch, geleitet werden, wobei unter Umständen nur für eine zweckmäßige Wegleitung des abgefilterten Wassers gesorgt werden muß, insbesondere dann, wenn durch Endlosschläuche eine Deichkrone von einem Landfahrzeug aus erhöht werden soll.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen einer Sandsackpackung, insbesondere für den Küstenschutz, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schlauch großer Länge nahe dem Einsatzort gefüllt und sein gefüllter Teil vor dem Füllen seines übrigen Teils abgelegt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß kontinuierlich gefüllt und abgelegt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch abschnittsweise gefüllt und abgelegt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch gleichmäßig (mit im wesentlichen konstantem Füllungsgrad) gefüllt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch unvollständig gefüllt wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Stellen oder Abschnitte geringeren Füllgrades vorgesehen werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch an den Stellen verringerten Füllgrades quer verschlossen wird.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch abschnittsweise abgeschnitten wird.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung eingespült wird.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein Band zugeführt wird, dessen Kanten unmittelbar vor der Befüllung schlauchbildend verbunden werden.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandkanten formschlüssig miteinander verbunden werden.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandkanten miteinander verschweißt oder verklebt werden.
  13. 13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch eng anliegend über die Fülleinrichtung geführt wird.
  14. 14. Schlauch zur Verwendung im Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß er in Umfangsrichtung im wesentlichen undehnbar ist.
  15. 15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein Füllrohr (2,10) aufweist, das den zu füllenden Schlauch aufnimmt.
  16. 16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllrohr wasserdurchlässig zur Wasserabscheidung ausgebildet ist.
  17. 17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllrohr für die Wasserabscheidung eine Filterkammer (13) aufweist.
  18. 18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der wasserdurchlässige Teil (13) des Füllrohrs mit einem Wasserabführungsgehäuse (15) versehen ist.
  19. 19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Füllrohr und dem Gehäuse (15) eine Bremse (12) zum Bremsen der Schlauchbewegung vorgesehen ist.
  20. 20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß sie an einen Spülbagger angeschlossen ist.
  21. 21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß sie an einer über der Verlegestelle zum zielgerechten Ablegen bewegbaren Trageinrichtung angeordnet ist.






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