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Dokumentenidentifikation DE4439970A1 15.05.1996
Titel Vorrichtung zum staubfreien Transport von Tabletten oder dergleichen in tiefe Behälter
Anmelder Buck Werke GmbH & Co, 73337 Bad Überkingen, DE
Erfinder Grau, Gerhard, Dipl.-Ing., 79379 Müllheim, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 09.11.1994
DE-Aktenzeichen 4439970
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B65G 17/12
IPC-Nebenklasse B65G 69/16   B65G 69/18   B65G 21/10   B65G 23/44   B65G 17/04   
Zusammenfassung Vorrichtung zum staubfreien Transport von Tabletten o. dgl. in tiefe Behälter, bestehend aus einem Gurtförderer mit einem Antriebsrad und mindestens drei Umlenkrollen, dadurch gekennzeichnet, daß der Gurtförderer einen Gurt mit taschenförmigen Gebilden aufweist, das Antriebsrad horizontal verschiebbar, eine der Umlenkrollen im wesentlichen horizontal versetzt zum Antriebsrad angeordnet, eine weitere zu unterst als lose Flasche und eine weitere als auf einer Begrenzungskontur abrollende Umlenkrolle gestaltet ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum staubfreien Transport von Tabletten od. dgl. in tiefe Behälter, bestehend aus einem Gurtförderer mit einem Antriebsrad und mindestens drei Umlenkrollen.

Als herkömmliche Vorrichtungen zum Einbringen von Tabletten in tiefe Behälter sind in die Behälter fest eingebaute Wendelrutschen bekannt. Bei derartigen Wendelrutschen wird ein Fall der Tabletten aus einer großen Höhe und damit eine Beschädigung in Form von Zerbrechen eines Großteils der Tabletten durch spiralförmiges Hinabrutschen vermieden. Das Hinabrutschen ist jedoch mit einem Abrieb der Tabletten und einer Staubbildung verbunden. Folglich tritt zum einen bei den Tabletten eine Beschädigung und ein Materialverlust auf, zum anderen wird die Wendelrutsche verunreinigt. Letzteres ist sehr zeit- und damit kostenintensiv und erhöht die ohnehin schon hohen Ausrüstkosten (eine Wendelrutsche pro Behälter) erheblich.

Bewegliche Wendelrutschen, die in den Behälter eingeführt und in ein Abhängigkeit von der Schütthöhe nach oben bewegt werden, ermöglichen zwar ein leichteres Reinigen der Rutsche, sind jedoch mit hohen Kosten für die Hubsäule verbunden und weisen genau wie die fest eingebauten Wendelrutschen einen starren Rutschwinkel auf, wodurch unterschiedliche Tabletten unterschiedlich rutschen. Auch wenn sich die mit dem Abrieb verbundenen Verschmutzungen leichter entfernen las sen, wird auch durch eine bewegliche Wendelrutsche die Staubbildung durch das Rutschen der Tabletten nicht verhindert.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung zu liefern, mit der Tabletten in tiefe Behälter ohne Beschädigungen und ohne Staubbildung eingebracht werden können.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Gurtförderer einen Gurt mit taschenförmigen Gebilden aufweist, das Antriebsrad horizontal versetzt, eine der Umlenkrollen im wesentlichen horizontal versetzt zum Antriebsrad angeordnet, eine weitere zu unterst als lose Flasche und eine weitere als auf einer Begrenzungskontur abrollende Umlenkrolle gestaltet ist.

Dabei kann vorgesehen sein, daß der Gurt aus einem Wellkantengurt besteht.

Weiterhin kann vorgesehen sein, daß die taschenförmigen Gebilde sich durch L-förmige oder schräg angestellte Stege auf dem Gurt ergeben.

Vorzugsweise deckt eine aufgelegte Folie die taschenförmigen Gebilde des Gurts ab.

Günstigerweise wird das Antriebsrad von einem Motor angetrieben.

In einer besonderen Ausführungsform besteht der Motor aus einem Elektromotor.

In einer bevorzugten Ausführungsform besteht die auf der Begrenzungskontur abrollende Umlenkrolle aus einem Kanalrad.

Weiterhin kann vorgesehen sein, daß die unterste Umlenkrolle im wesentlichen vertikal unterhalb der Umlenkrolle angeordnet ist.

Darüber hinaus kann vorgesehen sein, daß die unterste Umlenkrolle mit einem zusätzlichen Gewichtsteil versehen ist.

Dabei kann vorgesehen sein, daß das Gewicht steil eine elastische Auflage aufweist.

Weiterhin kann vorgesehen sein, daß die elastische Auflage eine Silikonauflage ist.

Günstigerweise weist das Gewichtsteil elastische Abweiskontrollen auf.

Darüber kann vorgesehen sein, daß das Gewichtsteil eine Abstandmeßeinrichtung aufweist.

In einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, daß die Abstandmeßeinrichtung eine Lichtschranke mit einem Lichtleiter umfaßt.

Weiterhin kann vorgesehen sein, daß das Antriebsrad in Abhängigkeit von dem mittels der Abstandmeßeinrichtung ermittelten Abständen zwischen der unteren Umlenkrolle und einem Schüttkegel horizontal verschiebbar ist.

Darüber hinaus kann vorgesehen sein, daß die Lager des Antriebsrads und der Umlenkrollen als fliegende Lager ausgebildet sind.

Schließlich kann vorgesehen sein, daß die Vorrichtung ein Andocksystem umfaßt.

Der Erfindung liegt die überraschende Erkenntnis zugrunde, daß durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung und Anordnung der gattungsgemäßen Vorrichtung Tabletten in tiefe Behälter unter rutschfreier Beförderung, d. h. ohne Abrieb und Staubbildung, und mit sehr geringen Fallhöhen, d. h. ohne zu zerbrechen, eingebracht werden können.

Weitere Merkmale und Vorteil der Erfindung ergeben sich anhand der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung ein Ausführungsbeispiel näher erläutert wird. Dabei zeigt:

Fig. 1 eine schematische Querschnittsansicht einer Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung, die sowohl im Betrieb bei einem leeren Behälter als auch im Betrieb bei einem nahezu vollständig gefüllten Behälter gezeigt ist.

Fig. 1 zeigt im oberen Teil einen Gurtförderer 10, der sich oberhalb eines darunter befindlichen Behälters 40 befindet. Der Gurtförderer 10 besteht aus einem Wellkantengurt 12 mit L-förmigen oder schräg angestellten Stegen 24, wodurch sich taschenförmige Gebilde 14 ergeben. Auch wenn diese der Übersichtlichkeit halber nur teilweise entlang des Gurtes 12 eingezeichnet sind, erstrecken sie sich entlang des gesamten Gurts 12. Der Gurt 12 wird über eine Umlenkrolle 18, eine vertikal unterhalb befindliche Umlenkrolle 20, ein Kanalrad 22 und ein Antriebsrad 16 geführt. Die Umlenkrolle 18 und das Antriebsrad 16 sind zueinander horizontal versetzt angeordnet. Letzteres ist horizontal verschiebbar. Das Kanalrad 22 rollt entlang einer Begrenzungskontur 23 ab. Die unterste Umlenkrolle 20 weist ein Gewichtsteil 30 auf, das eine Silikonauflage als elastische Auflage 32 in Kombination mit elastischen Abweiskontrollen 34 umfaßt. Diese kombinierte Silikonauflage dient zum Abbremsen und Verteilen der herunterfallenden Tabletten. Zusätzlich weist das Gewichtsteil 30 eine Abstandmeßeinrichtung 36 auf (die der Übersichtlichkeit halber weggelassen ist), die zum Messen des Abstands zwischen der elastischen Auflage 32 und dem momentanen Schüttkegel 38dient.

Die seitliche Begrenzungskontur 23 dient zum Verhindern von Aufschwingen der gesamten Transportvorrichtung. Die Lager des Antriebsrads 16 und der Umlenkrollen 18, 22 sind als fliegende Lager ausgebildet, um den Gurt 12 leicht für Reinigungszwecke entfernen zu können.

Das Einbringen von Tabletten 44 in den Behälter 40 läuft folgendermaßen ab:

Die unterste Umlenkrolle 20 wird als lose Flasche in den Behälter 40 eingeführt, wobei ein Andocksystem 42 oberhalb der Behälteröffnung behilflich ist. Durch Seitwärtsbewegen des Antriebsrads 16 in Richtung A nach rechts wird die unterste Umlenkrolle 20 mit der Silikonauflage 32 bei einem leeren Behälter 40 in die unterste Position (unterer Teil von Fig. 1) gefahren. Tabletten 44 aus einer Tablettenpresse werden in Richtung C den taschenförmigen Gebilden 14 im oberen horizontalen Bereich des Wellkantengurts 12 zugeführt. Eine aufgelegte Folie 26 deckt die taschenförmigen Gebilde 14 des Wellkantengurts ab, so daß insbesondere bei der Umlenkung keine Tabletten 44 heraus fallen können. Der Wellkantengurt 12 befördert die Tabletten über die Umlenkrolle 18 zur untersten Umlenkrolle 20, wo die Tabletten 44 aus den taschenförmigen Gebilden 14 des Wellkantengurts 12 fallen, über die elastische Silikonauflage 32 rollen und sich am Behälterboden mittels der elastischen Abweiskontrollen 34 verteilen. Die Abstandmeßeinrichtung 36 registriert im unteren Gewicht steil 30 ein Anwachsen des Schüttkegels 38 in Form eines sich verringernden Abstands zwischen der elastischen Silikonauflage 32 und dem Schüttkegel 38 und signalisiert ein Anheben der untersten Umlenkrolle 20, was dadurch bewerkstelligt wird, daß das Antriebsrad 16 um ca. 10 bis 20 cm nach links bewegt wird. Auf diese Weise wird ständig mit einer minimalen Fallhöhe der Tabletten 44 gearbeitet, so daß sich weder ein Abrieb und damit verbunden eine Staubbildung, noch ein Zerbrechen der Tabletten 44 ergibt.

Die in der vorstehenden Beschreibung, in der Zeichnung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.

Bezugszeichenliste

10 Gurtförderer

12 Gurt

14 taschenförmiges Gebilde

16 Antriebsrad

18 Umlenkrolle

20 Umlenkrolle

22 Umlenkrolle

23 Begrenzungskontur

24 Steg

26 Folie

28 Motor

30 Gewichtsteil

32 elastische Auflage

34 elastische Abweiskontrollen

36 Abstandmeßeinrichtung

38 Schüttkegel

40 Behälter

42 Andocksystem

44 Tabletten

A Verschiebungsrichtung des Antriebsrads (16)

B Verschiebungsrichtung der Umlenkrolle (20)

C Produkt-Zufuhrrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum staubfreien Transport von Tabletten od. dgl. in tiefe Behälter, bestehend aus einem Gurtförderer mit einem Antriebsrad und mindestens drei Umlenkrollen, dadurch gekennzeichnet, daß der Gurtförderer (10) einen Gurt (12) mit taschenförmigen Gebilden (14) aufweist, das Antriebsrad (16) horizontal verschiebbar, eine der Umlenkrollen (18) im wesentlichen horizontal versetzt zum Antriebsrad (16) angeordnet, eine weitere (20) zu unterst als lose Flasche und eine weitere (22) als auf einer Begrenzungskontur (23) abrollende Umlenkrolle gestaltet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gurt (12) aus einem Wellkantengurt besteht.
  3. 3. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die taschenförmigen Gebilde (14) sich durch L-förmige oder schräg angestellte Stege (24) auf dem Gurt (12) ergeben.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine aufgelegte Folie (26) die taschenförmigen Gebilde (14) des Gurts (12) abdeckt.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsrad (16) von einem Motor (28) angetrieben wird.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor (28) aus einem Elektromotor besteht.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Begrenzungskontur (23) abrollende Umlenkrolle (22) aus einem Kanalrad besteht.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die unterste Umlenkrolle (20) im wesentlichen vertikal unterhalb der Umlenkrolle (18) angeordnet ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die unterste Umlenkrolle (20) mit einem zusätzlichen Gewichtsteil (30) versehen ist.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsteil (30) eine elastische Auflage (32) aufweist.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Auflage (32) eine Silikonauflage ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsteil (30) elastische Abweiskontrollen (34) aufweist.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsteil (30) eine Abstandmeßeinrichtung (36) aufweist.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandmeßeinrichtung (36) eine Lichtschranke mit einem Lichtleiter umfaßt.
  15. 15. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsrad (16) in Abhängigkeit von den mittels der Abstandmeßeinrichtung (36) ermittelten Abständen zwischen der elastischen Auflage (32) und einem Schüttkegel (38) horizontal verschiebbar ist.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lager des Antriebsrads (16) und der Umlenkrollen (18, 20, 22) als fliegende Lager ausgebildet sind.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein Andocksystem (42) umfaßt.






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