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Dokumentenidentifikation DE4440036A1 15.05.1996
Titel Anordnung zum Wärmeaustausch
Anmelder Triesch, Frank, Dr.-Ing., 04357 Leipzig, DE
Erfinder Triesch, Frank, Dr.-Ing., 04357 Leipzig, DE
Vertreter Oidtmann und Kollegen, 44791 Bochum
DE-Anmeldedatum 10.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440036
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse F28B 9/06
IPC-Nebenklasse F24D 3/12   

Beschreibung[de]

Ungenügend gelöst blieben in dem Hauptpatent 43 15 864 (Patentanmeldung P 43 15 864.1-16) die Fragen der Löslichkeit des gasförmigen Ausgleichsmediums im Wärmeträger, der unterschiedlichen Anforderungen an die Umwälzpumpe bei Betrieb sowie Wiederbefüllung und des geringen Wärmeübergangs bei ein- bis zweiwegigen Wärmeübertragern.

Luft bzw. Stickstoff als ihr Hauptbestandteil lösen sich in Abhängigkeit vom anstehenden Druck und der herrschenden Temperatur nach dem Gesetz von Henry unterschiedlich stark in Wasser. Die Löslichkeit nimmt mit steigender Temperatur und sinkendem Druck ab. Bei der Nutzung der Erfindung ist deshalb darauf zu achten, daß im Aufnahmebehälter (Ausgleichsbehälter) eine möglichst hohe Temperatur und/oder ein möglichst niedriger Druck im Vergleich zur übrigen Anlage herrschen, so daß im Aufnahmebehälter eine Entlösung und Abtrennung bzw. zumindest keine zusätzliche Lösung von Gas im Wärmeträger erfolgt.

Für eine Kühlanlage ist es deshalb ungünstig, den Aufnahmebehälter in Strömungsrichtung des Wärmeträgers nach der Kühlung anzuordnen, da durch die Kühlung wieder Gas in Lösung geht und nach der Erwärmung im Wärmeaustauschbereich erneut entlöst wird. Dieser Kreislauf führt unter Umständen zu Erosionsprozessen in und hinter dem Wärmeaustauschbereich, d. h. zu Abtrag von Teilchen aus der Rohrwand und so zu unerwünschten Schäden.

Zur Lösung dieses Problems wird nunmehr (s. Fig. 1) der Aufnahmebehälter (1) in Strömungsrichtung des Wärmeträgers möglichst unmittelbar nach dem Wärmeaustauschbereich (2) vor der Umwälzpumpe (3) angeordnet und befindet sich damit im Bereich der höchsten Temperatur und des niedrigsten Drucks in der Kühlanlage. Freie Gase werden im Aufnahmebehälter (1) oder einem Gasabscheider (4) abgeschieden und verbleiben dort. Der Wärmeträger ist nach der anschließenden Kühlung untersättigt und kann von neuem Gas in der Kühlanlage aufnehmen usw.

Zur Wiederbefüllung und Entleerung erfolgt der Gasaustausch zwischen den oberen Teilen des Wärmeübertragers (Kühlers) (5) und des Aufnahmebehälters (1) über eine gesonderte Gaspendelleitung (6), die auf dem Kühler (5) an ein Befüll- und Entleerungsventil, einen thermischen Entlüfter oder ein Absperrventil (Armatur 7) angeschlossen ist. Die Entleerung des Wärmeträgers in den Aufnahmebehälter (1) erfolgt rückwärts durch die Umwälzpumpe (3), die deshalb keine Rückschlagklappe aufweist, durch ein Umgangsventil zur Umwälzpumpe (3) oder mit einer getrennten Entleerungspumpe. Zur Inbetriebnahme wird der Wärmeträger über einen Umgang (8) zum Kühler (5) mit Umschaltarmatur (9) erwärmt, bis die Befülltemperatur erreicht ist. Anschließend wird der Kühler (5) wieder befüllt und das Gas über die Armatur (7) und die Gaspendelleitung (6) in den Aufnahmebehälter (1) verdrängt. Beim Betrieb wirkt der Gasdruck durch die geschlossene Armatur (7) nicht mehr als Gegendruck zum Pumpendruck. Dies spart wesentliche Betriebskosten gegenüber einer offenen Anlage ohne Armatur (7), da die Umwälzpumpe (3) nur noch die Zirkulationsverluste, nicht aber die hydraulische Säule zu überwinden hat.

Der Aufnahmebehälter (1) kann auch aus der Leitung (10) zwischen dem Wärmeaustauschbereich (2) und der Umwälzpumpe (3) gegliedert werden (s. Fig. 2). Die Verbindung zur Kühlanlage wird dann über mindestens eine Stichleitung (11) geschaffen, über die bei entsprechender Anordnung in 12-Uhr-Position insbesondere auch mitgeführte Gase in den Aufnahmebehälter (1) abgeleitet werden können. Damit wird nicht ständig der gesamte Behälterinhalt in die Zirkulation einbezogen und es entsteht nicht der dabei auftretende Druckverlust. Der Gasabscheider (4) kann auch direkt in die Leitung (10) vom Wärmeaustauschbereich (2) zur Umwälzpumpe (3) eingebunden werden.

Eine weitere Möglichkeit der Vermeidung der zyklischen Lösung und Entlösung von Gas in einer Kühlanlage besteht in der Nutzung von hydraulischen Druckhalte- und Ausgleichseinrichtungen der Heizungstechnik. Der Aufnahmebehälter (1) ist in diesem Fall von der Kühlanlage durch ein Druckhalteventil (12) getrennt (s. Fig. 3). Der Wärmeträger befindet sich in dem Aufnahmebehälter (1) unter einem niedrigeren Druck und damit auch bei einer niedrigeren Löslichkeit als in der übrigen Kühlanlage. Als Ausgleichsmedium kann ebenfalls ein inertes Gas aus entsprechenden Druckflaschen (13) oder direkt Luft dienen. Die Kühlanlage sollte jedoch zumindest teilgeschlossen sein.

Die Entleerung des Wärmeübertragers (Kühlers) (5) bei Frostgefahr erfolgt über eine gesonderte Entleerungsleitung (14) mit Entleerungsarmatur (15). Die Wiederbefüllung erfolgt mit der Umwälzpumpe (3) über eine Rückschlagarmatur (16) direkt aus dem Aufnahmebehälter (1). Der Gasdruck im Aufnahmebehälter (1) kann gleichzeitig als Vordruck für die Umwälzpumpe (3) dienen.

Zur Aufrechterhaltung eines konstanten Drucks in der Anlage können ferner Druckhaltepumpen (17) dienen, die druckgesteuert in Betrieb gehen und Zusatzmedium aus dem Aufnahmebehälter (1) in die Kühlanlage pumpen (s. Fig. 4). Mit der Druckhaltung gekoppelt werden kann eine Entgasung durch eine gezielte Entspannung des Wärmeträgers in den Aufnahmebehälter (1), bis der Gasgehalt in der Kühlanlage einen minimalen Grenzwert erreicht hat. Dies kann durch einen längeren Arbeitszyklus der Druckhaltepumpen (17) gegen das entsprechende Druckhalteventil (12) oder durch gezieltes Öffnen eines gesonderten Ventils zum Aufnahmebehälter (1) hin erfolgen.

In Erwärmungsprozessen, z. B. in einer Sonnenkollektoranlage, ist es anzustreben, daß sich der Aufnahmebehälter (1) unweit des Wärmeübertragers (Erwärmers), d. h. eines Sonnenkollektors (18), z. B. unmittelbar unter dem Dach (19) in einer Dachheizzentrale befindet (s. Fig. 5), damit nicht mit steigendem Druck das im Erwärmer (18) entlöste Gas wieder in Lösung geht, z. B. in der abwärts gerichteten Leitung (20) bis zu dem Aufstellungsort eines Aufnahmebehälters (1) im Keller. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, als Aufnahmebehälter (1) in diesen Erwärmungsanlagen den oberen Teil eines Wärmespeichers (21) oder einer hydraulischen/thermischen Weiche zu nutzen. Damit wird ebenfalls erreicht, daß sich das Gas im Betrieb im oberen Teil 1 (Aufnahmebehälter) des Wärmespeichers (21) oder der Weiche sammelt, wo die höchste Temperatur und der niedrigste Druck und damit die geringste Löslichkeit in der Erwärmungsanlage herrschen.

Als Trennglied zwischen dem oberen Teil (1) des Wärmespeichers (21) und der vom Erwärmer (18) abwärts gerichteten Leitung (20) kann auch in Erwärmungsprozessen anstelle der in dem Hauptpatent 43 15 864 (Patentanmeldung P 43 15 864.1-16) genannten Rückschlagklappe ein Befüll- und Entleerungsventil, ein thermischer Entlüfter oder ein Absperrventil (7) in die Gaspendelleitung (6) integriert werden. Bei der Ausführung der Erwärmungsanlage aus nicht korrosionsempfindlichen edlen Materialien, z. B. der Rohrleitungen (20 usw.) und Erwärmer (18) aus Kupfer, von Heizkörpern (22) aus Aluminium, der Umwälzpumpen (3) und der Wärmespeicher (21) aus Edelstahl, einer Fußbodenheizung (23) aus Kunststoffrohren o.a. ist als Ausgleichsmedium durchaus Luft einsetzbar. Das vereinfacht die Erwärmungsanlage in ihrem Aufbau wesentlich. Trotzdem sollte die Erwärmungsanlage teilgeschlossen ausgeführt sein, um keine ständige Kommunikation mit der Atmosphäre zuzulassen. Dies könnte zu Bio-Fouling führen, was vermieden werden muß.

Die Erwärmungsanlage wird bei ihrer Erstbefüllung vollständig mit dem Wärmeträger, z. B. Wasser, befüllt, bis an einem Überlauf- und Belüftungsventil (24) Wasser austritt. Der frostgefährdete Teil mit dem Erwärmer (18) und den angeschlossenen Leitungen (20) bleibt wegen seiner höheren Anordnung dabei unbefüllt. Bei der ersten Erwärmung dehnt sich der Wärmeträger thermisch aus und läuft über das Überlauf- und Belüftungsventil (24) bzw. ggf. über ein Sicherheitsabblasventil (25) ab. Bei einer erneuten Abkühlung des Wärmeträgers wird der obere Teil (1) - Aufnahmebehälter - des Wärmespeichers (21) über das Ventil (24) belüftet. Die eintretende Luft dient fortan zusammen mit der Luft im Erwärmer (18) in Form eines Luftpolsters als Ausgleichs- und Entleerungsmedium. Korrosionsprozesse sind wegen der verwendeten Materialien ausgeschlossen.

Eine hydraulische Trennung der Fußbodenheizung (23) von der übrigen Erwärmungsanlage ist aus gleichem Grund nicht erforderlich. Über die Kunststoffrohre der Fußbodenheizung (23) ggf. in den Wärmeträger (Heizmedium) diffundierender Sauerstoff wird ebenfalls im oberen Teil (1) des Wärmespeichers (21) abgeschieden. Ein evtl. Druckanstieg wird über das Sicherheitsabblasventil (25) abgebaut, ohne daß Wärmeträger verloren geht. Dafür ist das Sicherheitsabblasventil (25) ebenfalls an die Gaspendelleitung (6) angeschlossen, was zusätzlich dessen Arbeitsbedingungen verbessert.

Durch die direkte Anbindung der Fußbodenheizung (23) an die Erwärmungsanlage wird deren Reihenschaltung zu Heizkörperheizkreisen (22) möglich. Dies bewirkt eine wesentlich tiefere Auskühlung des Rücklaufs gegenüber einer Parallelschaltung bei hydraulischer Trennung. Die Fußbodenheizung (23) saugt dafür ihren Vorlauf (26) aus dem Rücklauf (27) des Heizkörperheizkreises (22), die in ihren Auslegungstemperaturen aufeinander abgestimmt sind. Damit bei einem abgesperrten Heizkörperheizkreis (22) die Fußbodenheizung (23) trotzdem funktionsfähig bleibt, ist im Rücklauf (27) des Heizkörperheizkreises (22) nach der Einbindung des Vorlaufs (26) der Fußbodenheizung (23) eine Rückschlagarmatur (28) integriert. Zusätzlich besteht ein Bypass (29) zwischen den Vorläufen der beiden Heizkreise (26, 30 entsprechend), der mit einem Druckbzw. Differenzdruckhalteventil (31) bestückt ist. Nur bei einem geschlossenen Heizkörperheizkreis (22) schließt die Rückschlagarmatur (28) und durch den Saugdruck der Umwälzpumpe (3) in der Fußbodenheizung (23) strömt über das Druckhalteventil (31) Vorlaufwasser nach. Der Rücklauf der Fußbodenheizung (23) fließt ungestört hinter der Rückschlagarmatur (28) des Rücklaufs (27) in den Wärmespeicher (21) zurück.

Weniger aufwendig ist die Reihenschaltung der Heizkreise bei einer getrennten Anbindung der Vor- und Rückläufe (26, 30 und 27, 29 entsprechend) an den Wärmespeicher (21) (s. Fig. 6).

In der Fig. 6a ist ein externer Warmwasserbereiter (38), z. B. ein Plattenwärmeübertrager, vorgesehen.

Wenn eine Anordnung des Wärmespeichers (21) unmittelbar am Erwärmer (18) nicht möglich ist, so sollte der Aufnahmebehälter (1) trotzdem abgesetzt unter dem Dach (19) angeordnet sein (s. Fig. 7), um die geschilderten Lösungs- und Entlösungsprozesse des Ausgleichsmediums im Wärmeträger zu vermeiden.

Diese Probleme werden ebenfalls vermindert, wenn der Wärmeträger vor dem Eintritt in den Wärmespeicher (21) bzw. den Aufnahmebehälter (1) über ein ggf. erforderliches Mengen- oder Temperaturregelventil (32) entspannt wird (s. Fig. 5 und 7). Das dabei durch die Druckreduzierung freiwerdende, ggf. im Wärmeträger gelöste Ausgleichsmedium wird im Aufnahmebehälter (1) abgeschieden und verbleibt dort.

Eine Wärmedämmung (33) und ein Rücklauftemperaturbegrenzer (34) im Umgang (8) zwischen dem Vor- und Rücklauf (20, 35 entsprechend) verhindern ggf. ein Einfrieren des Wärmeträgers, wenn der Aufnahmebehälter (1) unter dem Dach (19) frostgefährdet angeordnet ist. Durch freie Zirkulation werden die Rohre und der Aufnahmebehälter (1) thermostatisch geregelt aus dem Wärmespeicher (21) temperiert, so daß nur geringe Wärmeverluste anfallen.

Bei der Befüllung zur Wiederinbetriebnahme einer Kühl- oder Erwärmungsanlage hat die Umwälzpumpe (3) im wesentlichen die hydraulische Säule zwischen dem Flüssigkeitsspiegel im Aufnahmebehälter (1) und dem höchsten Punkt im Wärmeübertrager - Kühler (5) bzw. Erwärmer (18) - zu überwinden. Diese kann u. U. bedeutend höher sein als die im Betrieb zu überwindenden Strömungsverluste. Zur Anpassung der Umwälzpumpe (3) an die unterschiedlichen Anforderungen sollte diese eine möglichst steile Kennlinie aufweisen. Dann kann mit ein und derselben Umwälzpumpe (3) die Wiederbefüllung mit geringer Menge bei ausreichender Förderhöhe und der Betrieb mit geringer Förderhöhe und größerer Menge erfolgen.

Es kann auch eine variable Parallel- oder Reihenschaltung von getrennten Befüll- und Zirkulationspumpen oder von zwei redundanten Umwälzpumpen erfolgen. Ferner kann die bei der Wiederbefüllung erforderliche Förderhöhe dadurch verringert werden, daß der Aufnahmebehälter (1), wie bereits beschrieben, mit geringem Niveauunterschied zum Wärmeübertrager - Kühler (5) oder Erwärmer (18) - angebracht wird. Dabei kann die Umwälzpumpe (3) selbst durchaus entfernter angeordnet sein (s. Fig. 7).

Ein- bis zweiwegige Kühler (5) bzw. Erwärmer (18) weisen ggf. geringe Strömungsgeschwindigkeiten auf der zu entleerenden Wärmeträgerseite auf. Damit kann ein ungenügender Wärmeübergang verbunden sein. Zur Intensivierung des Wärmeübergangs sind folgende Maßnahmen zur Erhöhung der Geschwindigkeit bzw. der Turbulenz der Strömung auf der Innenseite der Kanäle möglich:

  • - Einbau von Turbulatoren in die Rohre
  • - Ausführung der Rohre mit einer zumindest inneren Oberflächenstruktur, z. B. in Wendelform
  • - wechselweise Schaltung der Register in Parallelschaltung im Winter und Reihenschaltung im Sommer durch Umschaltarmaturen (36), z. B. mit Handantrieb (s. Fig. 8). Jeweils vor und nach der frostgefährdeten Jahreszeit werden die Umschaltarmaturen (36) einmal betätigt, um von der Reihen- zur Parallelschaltung und umgekehrt umzuschalten
  • - Anbringung von Be- und Entlüftungsventilen (7) und Entleerungsarmaturen (15) und -Leitungen (14) an jedem abgeschlossenen Abschnitt eines Kühlers (5) oder Erwärmers (18) (s. Fig. 9).

Ziel der Erfindung

Insgesamt dienen alle vorgeschlagenen Maßnahmen der Eliminierung von Frostschutzmitteln aus Kühl- oder Erwärmungsanlagen, die thermisch-hydraulische und wirtschaftliche Nachteile gegenüber dem idealen Wärmeträger Wasser aufweisen und zudem nicht umweltneutral sind. In Kopplung mit weiteren Maßnahmen entstehen verblüffende Synergieeffekte.

Unter Nutzung und in Ergänzung üblicher Druckhaltetechnik kann die Kühl- oder Erwärmungsanlage auf einem konstanten Druck und gleichzeitig frostfrei gehalten werden, wobei kein wesentlicher Zusatzaufwand getrieben werden muß.

In Solaranlagen wird zusätzlich die Umstellung auf Einkreisanlagen möglich. Der Wärmeträger wird direkt in dem Erwärmer (18) zirkuliert. Temperaturspreizungen an Zwischenwärmeübertragern treten so nicht auf. Die Solarenergienutzung kann wesentlich ausgeweitet werden, da die gewünschte Temperatur zeitlich länger zur Verfügung steht. Der Erwärmer (Sonnenkollektor) (18) hat eine niedrigere Mitteltemperatur, was seine Wärmeverluste an die Umgebung herabsetzt und seinen Wirkungsgrad wesentlich erhöht.

Bei Verwendung edler oder auf ihrer medienzugewandten Seite veredelter nicht korrodierender Materialien kann als Ausgleichsmedium Luft verwendet werden, was zu wesentlichen Vereinfachungen im Aufbau einer Anlage führt. Durch die richtige Anordnung und Einbindung des Aufnahmebehälters (1) in die Anlage wird eine zyklische Lösung und Entlösung des Ausgleichsmediums im Heiz- oder Kühlmedium (Wärmeträger) vermieden. Eine Abgrenzung der beiden Medien voneinander durch z. B. eine schwimmende Trennschicht im Aufnahmebehälter (1) kann entfallen.

Damit stört auch die Sauerstoffdiffusion in Fußbodenheizungen (23) aus Kunststoffrohren nicht mehr. Auch diese Fußbodenheizungen (23) können direkt in die Erwärmungsanlage eingebunden werden. Temperaturspreizungen an Zwischenwärmeübertragern, wie sie derzeit an bekannten Anlagen auftreten, entstehen nicht. Die Solarenergienutzung kann so auf die Fußbodenheizung ausgedehnt werden. Aber auch der Wirkungsgrad jeder anderen Wärmequelle, wie z. B. eines Brennwertkessels (37) erhöht sich durch die tieferen Rücklauftemperaturen (s. Fig. 5).

Treten bei der Brauchwasserbereitung im Durchflußprinzip derzeit Temperaturgradienten an zwei Zwischenwärmeübertragern auf, so wird dies nunmehr nur noch am brauchwasserbereitenden im oder am Wärmespeicher (21) angebrachten Wärmeübertrager (38) nötig. Es genügt eine niedrigere solare Vorlauftemperatur zur qualitätsgerechten Brauchwasserzubereitung im Durchflußprinzip. Der Rücklauf gelangt mit tieferer Temperatur zu dem Erwärmer (18). Dadurch steigt dessen Wirkungsgrad.

Eine Entleerung des Erwärmers (18) ist auch bei einem Überangebot solarer Energie möglich. Damit kann es nicht zum Sieden des Wärmeträgers im Erwärmer (18) kommen. Besonders hohe Auslegungsdrücke bzw. große Ausdehnungsvolumina zur Unterdrückung bzw. Kompensation eines solchen Effekts sind nicht mehr erforderlich.

Der Aufnahmebehälter (1) dient bei der Einkreis-Ausführung einer Anlage gleichzeitig dem Volumenausgleich in der gesamten Erwärmungsanlage. Bisher übliche Membran- Ausdehnungsgefäße jeweils am Erwärmungs- und Solarsystem werden überflüssig.

Das im oberen Bereich des Aufnahmebehälters (1) vorhandene Luftpolster verbessert die Wärmedämmung im Wärmespeicher (21) wesentlich.


Anspruch[de]
  1. 1. Anordnung zum Wärmeaustausch, die mindestens einen oberhalb des Erdbodens vorgesehenen, von einem frostgefährdeten flüssigen Wärmeträger durchströmten Wärmeübertrager (5, 18), einen durch Überführungsleitungen mit dem Wärmeübertrager (5, 18) verbundenen, durch eine Wärmequelle (2) oder durch eine Wärmesenke (22, 23) gebildeten Wärmeaustauschbereich eine den Wärmeträger im Kreislauf fördernde Umwälzpumpe (3) und mindestens einen Aufnahmebehälter (1) für den Wärmeträger aufweist, der geodätisch unterhalb des Wärmeübertragers (5, 18) angeordnet ist, gemäß Patentanmeldung P 43 15 864.1 dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgleichsbehälter (1) in Strömungsrichtung des Wärmeträgers unmittelbar nach dem Wärmeaustauschbereich (2, 22, 23) vor der Umwälzpumpe (3) im Bereich der höchsten Temperatur und des niedrigsten Drucks angeordnet ist (Seite 2, Absatz 3 - Fig. 1 bis 7).
  2. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem oberen Teil des als Kühler (5) ausgebildeten Wärmeübertragers und dem Ausgleichsbehälter (1) eine Gaspendelleitung (6) vorgesehen und über eine durch ein Befüll- und Entleerungsventil, einen thermischen Entlüfter oder ein Absperrventil gebildete Armatur (7) an den Kühler (5) angeschlossen ist (Seite 2, Absatz 4 - Fig. 1 bis 4, 8 und 9).
  3. 3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in die Leitung zwischen der Umwälzpumpe (3) und dem unteren Teil des Kühlers (5) eine Umschaltarmatur (9) eingegliedert und über einen Umgang (8) an die Leitung zwischen dem oberen Teil des Kühlers (5) und dem Wärmeaustauschbereich (2) angeschlossen ist (Seite 2, letzter Absatz und Seite 3, erster Absatz - Fig. 2).
  4. 4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasabscheider (4) in die Leitung (10) zwischen dem Wärmeaustauschbereich (2) und der Umwälzpumpe (3) eingegliedert ist (Seite 3, zweiter Absatz - Fig. 2).
  5. 5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgleichsbehälter (1) über mindestens eine Stichleitung (11) mit entsprechender Anordnung in 12-Uhr-Position an die Leitung (10) zwischen dem Wärmeaustauschbereich (2) und der Umwälzpumpe (3) angeschlossen ist (Seite 3, zweiter Absatz - Fig. 2).
  6. 6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgleichsbehälter (1) über ein Druckhalteventil (12) an die Leitung (10) zwischen dem Wärmeaustauschbereich (2) und der Umwälzpumpe (3) angeschlossen ist, wobei zwischen dem Ausgleichsbehälter (1) und der Leitung zwischen der Umschaltarmatur (9) und dem Kühler (5) eine Entleerungsleitung (14) mit darin eingegliederter Entleerungsarmatur (15) vorgesehen ist (Seite 3, letzter Absatz und Seite 4, erster Absatz - Fig. 3 und 4).
  7. 7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Ausgleichsbehälter (1) in der Stichleitung (11) und der Umwälzpumpe (3) eine Rückschlagarmatur (16) vorgesehen ist (Seite 4, erster Absatz - Fig. 3 und 4).
  8. 8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Ausgleichsbehälter (1) und der Rückschlagarmatur (16) eine Druckhaltepumpe (17) vorgesehen ist (Seite 4, zweiter Absatz - Fig. 4).
  9. 9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgleichsmedium ein inertes Gas ist (Seite 3, letzter Absatz).
  10. 10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgleichsmedium Luft ist (Seite 3, letzter Absatz).
  11. 11. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgleichsbehälter (1) unweit des als Erwärmer (18) ausgebildeten Wärmeübertragers angeordnet ist (Seite 4, 3. Absatz - Fig. 5 bis 7).
  12. 12. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Erwärmer (18) unmittelbar unter dem Dach (19) in einer Dachheizzentrale angeordnet ist (Seite 4, letzter Absatz - Fig. 5).
  13. 13. Anordnung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Teil eines Wärmespeichers (21) oder einer hydraulischen/thermischen Weiche als Ausgleichsbehälter (1) gestaltet ist (Seite 4, letzter Absatz - Fig. 5, 6, 6a).
  14. 14. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß als Trennglied zwischen dem Ausgleichsbehälter (1) im Wärmespeicher (21) und einer vom Erwärmer (18) abwärts gerichteten Leitung (20) eine als Befüll- und Entleerungsventil, thermischer Entlüfter oder Absperrventil gestaltete Armatur (7) in eine Gaspendelleitung (6) integriert ist (Seite 5, zweiter Absatz - Fig. 5 bis 7).
  15. 15. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrleitungen (20 usw.), der Erwärmer (18), der Heizkörperheizkreis (22), die Umwälzpumpe (3), der Wärmespeicher (21), der Ausgleichsbehälter (1) und die Fußbodenheizung (23) aus nicht korrosionsempfindlichen edlen Materialien bestehen (Seite 5, 2. Absatz).
  16. 16. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß ein Überlauf- und Belüftungsventil (24) und/oder ein Sicherheitsabblasventil (25) der Gaspendelleitung (6) zugeordnet ist (Seite 5, letzter Absatz und Seite 6, erster und zweiter Absatz - Fig. 5 bis 7).
  17. 17. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß durch Anbindung des Vorlaufs (26) der Fußbodenheizung (23) an den Rücklauf (27) des Heizkörperheizkreises (22) die Fußbodenheizung (23) und der Heizkörperheizkreis (22) in Reihe geschaltet sind, wobei eine Rückschlagarmatur (28) nach der Anbindung des Vorlaufs (26) integriert ist, daß zwischen den Vorläufen (26, 30) der Fußbodenheizung (23) und des Heizkörperheizkreises (22) ein mit einem Druck- bzw. Differenzdruckhalteventil (31) versehener Bypass (29) vorgesehen ist, und daß der Rücklauf der Fußbodenheizung (23) hinter der Rückschlagarmatur (28) an den Rücklauf (27) des Heizkörperheizkreises (22) angeschlossen ist (Seite 6, letzter Absatz und Seite 7, erster Absatz - Fig. 5).
  18. 18. Anordnung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorläufe (26, 30) der Fußbodenheizung (23) und des Heizkörperheizkreises (22) einerseits und deren Rücklauf (27) andererseits getrennt an den Wärmespeicher (21) angeschlossen sind (Seite 7, zweiter Absatz - Fig. 6).
  19. 19. Anordnung nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß ein Mengen- oder Temperaturregelventil (32) vor dem Eintritt der Leitung (20) in den Wärmespeicher (21) bzw. den Ausgleichsbehälter (1) vorgesehen ist (Seite 7, fünfter Absatz - Fig. 5 und 7).
  20. 20. Anordnung nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rücklauftemperaturbegrenzer (34) im Umgang (8) zwischen dem Vor- und Rücklauf (20, 35) des wärmegedämmten Ausgleichsbehälters (1) vorgesehen ist (Seite 7, sechster Absatz - Fig. 7).
  21. 21. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Umwälzpumpe (3) eine steile Kennlinie aufweist (Seite 8, erster Absatz).
  22. 22. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß getrennte Befüll- und Umwälzpumpen oder zwei redundante Umwälzpumpen variabel parallel oder in Reihe geschaltet sind (Seite 8, zweiter Absatz - Fig. 7).
  23. 23. Anordnung nach einem der Ansprüche 21 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Register des Wärmeübertragers (5, 18) durch Umschaltarmaturen (36) wechselweise parallel- oder reihenschaltbar sind (Seite 9, erster Absatz - Fig. 8).
  24. 24. Anordnung nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß an jeden abgeschlossenen Abschnitt des Kühlers (5) oder Erwärmers (18) Be- und Entlüftungsventile (7) und Entleerungsarmaturen (15) bzw. Entleerungsarmaturen (14) angeschlossen sind (Seite 9, zweiter Absatz - Fig. 9).
  25. 25. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß am Wärmespeicher (21) ein Wärmeübertrager (38) angebracht ist, wobei das Heizmedium mit einer durch ein Dreiwegeventil umschaltbaren Heizungspumpe zirkulierbar ist (Seite 10, letzter Absatz - Fig. 5, 6, 6a).






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