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Dokumentenidentifikation DE4440150A1 15.05.1996
Titel Aufklärungsfahrzeug für Uboote
Anmelder Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Verteidigung, dieses vertreten durch den Präsidenten des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung, 56068 Koblenz, DE
Erfinder Traxl, Josef, Dipl.-Ing., 24340 Eckernförde, DE
DE-Anmeldedatum 10.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440150
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B63G 8/38
Zusammenfassung Bekannte fernlenkbare Aufklärungsfahrzeuge (1) für U-Boote (90) weisen ein Kopfteil mit Sensoreinrichtungen auf. In der Erkundungsstellung zeigt das Kopfteil nach oben und ragt aus dem Wasser. Bei dem neuen Aufklärungsfahrzeug (1) soll die Aufnahmefähigkeit der Sensoreinrichtungen verbessert sein.
Hierzu ist das Kopfteil ausgehend von dem übrigen Teil des Aufklärungsfahrzeuges (1) ausfahrbar, um in der Erkundungsstellung eine erhöhte Position einzunehmen.
Für U-Boote sind Aufklärungsfahrzeuge wichtig, um verdeckte Beobachtungen durchzuführen und um Zieldaten zu ermitteln.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein fernlenkbares Aufklärungsfahrzeug nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Für U-Boote sind Aufklärungsfahrzeuge wichtig, um verdeckte Beobachtungen durchzuführen und um Zieldaten zu ermitteln.

Ein Aufklärungsfahrzeug der eingangs genannten Art ist aus der DE 26 34 462 C1 bekannt. In der Erkundungsstellung ragt das Kopfteil nur geringfügig aus dem Wasser. Dadurch sind beispielsweise optische Sensoreinrichtungen hinsichtlich der Rundumsicht eingeschränkt. Ferner ist das Kopfteil bereits bei mäßigem Seegang Wellen und Spritzwasser ausgesetzt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Aufklärungsfahrzeug derart auszubilden, daß sich die Aufnahmefähigkeit der Sensoreinrichtungen verbessert.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Der Vorteil der Erfindung beruht darauf, daß die Sensoreinrichtungen in der Erkundungsstellung eine erhöhte Position einnehmen. Dadurch ermöglicht man es, beispielsweise auch weit entfernte Bilder optisch auf zunehmen. Ferner bleibt das Kopfteil auch bei starkem Seegang weitestgehend von Wellen und Spritzwasser verschont.

Die Unteransprüche 2 bis 5 geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung an.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.

Dabei zeigen

Fig. 1 ein U-Boot mit einem zugehörigen Aufklärungsfahrzeug;

Fig. 2 das in Fig. 1 gezeigte Aufklärungsfahrzeug in Erkundungsstellung.

Die Fig. 1 zeigt ein U-Boot 90 mit einem zugehörigen, fernlenkbaren Aufklärungsfahrzeug 1. Aufklärungsfahrzeuge 1 haben die Aufgabe, einem getauchten U-Boot 90 akustische und bildhafte Informationen zu übermitteln, die für die Phasen Aufklärung und Angriff benötigt werden. Das Aufklärungsfahrzeug 1 hat einen torpedoähnlichen Aufbau mit allen für die Unterwasserfahrt nötigen Elementen. Jedoch fällt das Aufklärungsfahrzeug 1 so klein aus, daß in einem U-Boot-Torpedorohr oder einem Überdecksstarter mindestens vier solcher Fahrzeuge untergebracht werden können.

Das Aufklärungsfahrzeug 1 sendet die Sensordaten über einen Lichtwellenleiter 10 an das U-Boot 90. Befindet sich das Aufklärungsfahrzeug 1 wie dargestellt in Marschstellung, wird aus einem Vorratsbehälter 11 der Lichtwellenleiter 10 abgespult.

Auf der Außenfläche des Aufklärungsfahrzeuges 1 ist zum einen eine Seitenlinienantenne 20 für tiefe Frequenzen angeordnet. Ferner befindet sich auf dem Kopfteil 2 eine Bugantenne 21 für hohe Frequenzen.

Die Fig. 2 zeigt das Aufklärungsfahrzeug 1 in der Erkundungsstellung. Dabei zeigt das Kopfteil 2, welches verschiedene Sensoreinrichtungen haltert, nach oben und ragt aus dem Wasser. Um in der Erkundungsstellung eine erhöhte Position einzunehmen, ist das Kopfteil 2 ausgehend von dem übrigen Teil des Aufklärungsfahrzeuges 1 ausgefahren. Damit verbessert sich zum einen die Rundumsicht der abbildenden Sensoren im Kopfteil 2. Zum anderen ist das empfindliche Kopfteil 2 besser gegen Spritzwasser und Wellengang geschützt.

Um das Kopfteil 2 auszufahren, weist das Aufklärungsfahrzeug 1 einen aufblasbaren Balg 30 auf. In einfacher Weise wird der Balg 30 mit einer Druckgasflasche 31 aufgeblasen, wodurch das Kopfteil 3 auf Beobachtungshöhe ausfährt. Durch den Überdruck verhält sich der aufgeblasene Balg 30 wie ein Rohr mit den entsprechend guten Festigkeitswerten hinsichtlich Biegung und Knickung.

In vorteilhafter Weise ist ein aufblasbarer Antennenkörper 70 am Kopfteil 2 angeordnet, der zusammen mit dem Balg 30 ausfahrbar ist. Hierzu steht der Antennenkörper 70 pneumatisch mit dem Innenraum des Balges 30 in Verbindung. Der aufblasbare Antennenkörper 70 trägt eine Antenne zur Standortbestimmung nach dem "Global Positioning System".

Die Erkundungsstellung mit nach oben zeigendem Kopfteil 2 wird dadurch eingenommen, daß das Heckteil 3 des Aufklärungsfahrzeuges 1 mit Wasser geflutet wird. Die dadurch vorgenommene Verlagerung des Schwerpunktes auf den Heckbereich führt zu einer Aufrichtung des Aufklärungsfahrzeuges 1.

Im unteren Bereich des Kopfteiles 2 befindet sich ein optisches Fenster 50 für abbildende Sensoren. Eine Kamera 51 ist eingebaut, um über einen dreh- und kippbaren Spiegel 52 die Aufklärungsdaten zu generieren.

Zur Reinigung des optischen Fensters 50 dienen Druckluftdüsen 53, die an der Druckgasflasche 31 angeschlossen sind. Die Reinigung kann ferngesteuert vom U-Boot aus oder selbsttätig erfolgen.

Eine Lageplattform 60 liefert die Körperlagedaten für die Bildstabilisierung und die geographische Zielortsbestimmung an Bord des Ubootes.

Funktionsablauf

Aus dem Vorgenannten ergibt sich zusammenfassend nachfolgender Betriebsablauf:

  • - Starten des Aufklärungsfahrzeuges 1 aus dem U-Boot.
  • - Unterwasserfahrt bis zu einem Zielort.
  • - Hochschwimmen an die Wasseroberfläche.
  • - Flutung des Heckteils 3, damit das Kopfteil 2 sich nach oben bewegt.
  • - Öffnung der Druckgasflasche 31, wodurch sich der Balg 30 und der Antennenkörper 70 aufblasen.
  • - Signalerfassung und Weiterleitung der aufgenommenen Daten an das U-Boot 90 (Fig. 1).


Bezugszeichenliste

1 Aufklärungsfahrzeug

2 Kopfteil

3 Heckteil

10 Lichtwellenleiter

11 Vorratsbehälter

20 Seitenlinienantenne

21 Bugantennenkörper

30 Balg

31 Druckgasflasche

40 Ventil für Flutung des Heckteiles

50 optisches Fenster

51 Kamera

52 Spiegel

53 Druckluftdüse

60 Lageplattform

70 aufblasbarer Antennenkörper

90 U-Boot


Anspruch[de]
  1. 1. Fernlenkbares Aufklärungsfahrzeug (1) für U-Boote (90), mit einem Kopfteil (2) mit Sensoreinrichtungen, wobei in der Erkundungsstellung das Kopfteil (2) nach oben zeigt und aus dem Wasser ragt, dadurch gekennzeichnet, daß das Kopfteil (2) ausgehend von dem übrigen Teil des Aufklärungsfahrzeuges (1) ausfahrbar ist, um in der Erkundungsstellung eine erhöhte Position einzunehmen.
  2. 2. Aufklärungsfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufklärungsfahrzeug (1) zur Ausfahrbarkeit des Kopfteiles (2) einen aufblasbaren Balg (30) aufweist.
  3. 3. Aufklärungsfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein aufblasbarer Antennenkörper (70) am Kopfteil (2) angeordnet und zusammen mit dem Balg (30) ausfahrbar ist.
  4. 4. Aufklärungsfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Heckteil (3) des Aufklärungsfahrzeuges (1) mit Wasser flutbar ist, um die Erkundungsstellung mit nach oben zeigendem Kopfteil (2) einzunehmen.
  5. 5. Aufklärungsfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß am Kopfteil (2) Druckluftdüsen (53) angeordnet sind, um ein den Sensoreinrichtungen im Kopfteil (2) zugeordnetes optisches Fenster (50) zu reinigen.






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