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Dokumentenidentifikation DE4440156A1 15.05.1996
Titel Verfahren zum Herstellen von Holzfaserdämmplatten sowie danach hergestellte Holzfaserdämmplatten
Anmelder H. Henselmann GmbH & Co., Gutex-Faserplattenfabrik, Elektrizitätswerk, Gutenburg KG, 79761 Waldshut-Tiengen, DE
Erfinder Szabo, Paul, Prof. Dr., Ebikon, CH
Vertreter Patent- und Rechtsanwaltssozietät Schmitt, Maucher & Börjes, 79102 Freiburg
DE-Anmeldedatum 10.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440156
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B27N 3/06
IPC-Nebenklasse B27N 3/08   
Zusammenfassung Eine Holzfaserdämmplatte aus zerfasertem und durch Pressung und Trocknung gebundenem Holz ist auf wenigstens einer Flachseite oder etwa parallel zu diesen verlaufend innerhalb der Platte zumindest mit einer Schicht aus Papier oder dergleichen zellulosem Material versehen. Diese Schicht wirkt konvektionshemmend, ist andererseits aber diffusionsdurchlässig. Damit kann die transversale Konvektion (Wärmeströmung) durch die Platte hindurch erheblich reduziert werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Holzfaserdämmplatten aus zerfasertem Holz, das anschließend mit Wasser vermischt und dann zu Platten gepreßt und getrocknet wird.

Holzfaserdämmplatten bestehen ausschließend aus natürlichem Material und werden nach einem gesundheitsverträglichen und umweltschonenden Verfahren hergestellt. Es ist deshalb wünschenswert, diese Holzfaserdämmplatten verstärkt auch in Bereichen einsetzen zu können, in denen bisher eine Verwendung nicht möglich oder mit Nachteilen verbunden ist. Holzfaserdämmplatten haben bislang eine höhere Wärmeleitfähigkeit als adäquat verwendete Mineralwollplatten.

Bei der Wärmeleitfähigkeit handelt es sich um einen sehr komplexen Übertragungsvorgang, bei dem die Wärmeleitung, die Konvektion (Wärmeströmung) und die Wärmestrahlung eine wesentliche Rolle spielen. Vor allem die Wärmeströmung beeinflußt stark die Wärmeleitfähigkeit insgesamt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Holzfaserdämmplatte zu schaffen, die hinsichtlich der Wärmeleitfähigkeit soweit verbessert ist, daß ein Einsatz dieser Holzfaserdämmplatte auch in Bereichen mit erhöhten Wärmeschutzanforderungen möglich ist. Insgesamt soll das Verwendungsspektrum der Holzfaserdämmplatten erweitert werden, ohne daß dabei der gesundheits- und umweltfreundliche Charakter der Platte verloren geht. Insbesondere darf sie auch weiterhin keine Schadstoffe enthalten, nicht aus Rohöl- oder Kohledestillaten stammen und sie darf keine Emissionen produzieren.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß insbesondere vorgeschlagen, daß die Platte mit wenigstens einer Außenschicht und/oder wenigstens einer Zwischenschicht aus Papier oder dergleichen zellulosem, weitgehend konvektionshemmendem, diffusionsdurchlässigem Material versehen wird.

Durch eine solche Schicht oder Beschichtung wird wirksam verhindert, daß in dem vergleichsweise lockeren Gefüge der Holzfaserplatte Luft von der Warmseite zu der Kaltseite sickert und so den Gesamtwärmestrom durch die Platte hindurch erheblich verstärkt. Vielmehr wird die Wärmeleitfähigkeit wesentlich gesenkt, da die transversale Konvektion vermindert oder unterbunden wird. Die Beschichtung bewirkt somit, daß die Luftdurchströmung weitgehend verhindert wird.

Um die Konvektion zu reduzieren, könnten zwar auf einfache Weise durch Einsatz von Kunstharzbindemitteln oder durch Zumischung von diversen chemischen Imprägnierstoffen die gewünschten Verbesserungseffekte erzielt werden. Allerdings würde man damit die wertvollste Eigenschaft des Materials, nämlich seine Gesundheits- und Umweltkonformität eliminieren.

Es kommt deshalb als konvektionshemmende Schicht nur ein natürliches, d. h. der Gesundheit verträgliches und die Umwelt schonendes Material in Frage. Durch die Verwendung von zellulosem Material kann dieses Ziel erreicht werden. Vorteilhaft ist dabei auch, daß zwar die Konvektion behindert wird, andererseits aber die Dampfdurchlässigkeit der Platte weitgehend erhalten bleibt. Die Dampfdiffusion ist mit der Konvektion nicht identisch, sie bedeutet die Wanderung von Wassermolekülen vom höheren zum niedrigeren partiellen Dampfdruck. Es muß deshalb eine Beschichtung verwendet werden, die praktisch die gleiche Diffusionsdurchlässigkeit aufweist, wie die Holzfaserplatte selbst.

Dies wird durch Verwendung einer oder mehreren Papierschichten erreicht. Als Beschichtung kommt insbesondere poröses, d. h. saugendes Papier in Frage, wie zum Beispiel WC-Papier, Handtuchpapier usw . . Vorzugsweise können hierbei relativ grobe, recycelte, sogenannte Umwelt- oder Biopapiere verwendet werden. Diese haben auch den Vorteil, daß sie durch ihre etwas rauhere Oberfläche an den Platten bereits mechanischen Halt finden können.

Auch beim Verbinden der Papierschicht(en) mit dem übrigen Plattenmaterial müssen die vorerwähnten Umwelt- und Gesundheitsaspekte berücksichtigt werden. Die Beschichtung muß daher mit Mitteln beziehungsweise mit Klebesystemen auf die Holzfaserplattenflächen aufgebracht werden, die gleichfalls als voll gesundheits- und umweltfreundlich eingestuft werden können. Diese Mittel oder Behandlungen dürfen weder die entsprechenden physikalischen Eigenschaften der Platten und der Beschichtung noch deren chemische Substanz verändern. Auch dürfen beim Aufziehen und Befestigen der Beschichtung keine Fabrikationsprozesse verwendet werden, die Schadstoffe produzieren oder deren spätere Entstehung verursachen.

Es wird dazu vorgeschlagen, daß die genäßte Plattenfläche(n) mit einem pulverförmigen, aus natürlichem Werkstoff bestehenden Kleber, vorzugsweise mit Mehl bestreut und dann die Papierschicht aufgebracht wird. Der bei der Benässung entstehende dünnflüssige Mehlkleister dringt auch in das saugende Papier gut ein und bewirkt so eine dauerhafte Verbindung mit dem Holzfasermaterial. In Versuchen hat sich gezeigt, daß ein gutes Ergebnis beim Verbinden von Papierschicht und Holzfasermaterial erreicht wird, wenn Mehl als Kleber in einer Menge von etwa 100 gr/m² Plattenfläche aufgebracht wird. Dabei wird die Papierschicht zweckmäßigerweise mit geringem Druck auf die Platte glatt aufgezogen.

Die Beschichtung kann ein- oder zweiseitig an den Außenflächen erfolgen oder aber auch in einer oder mehreren Zwischenschichten. Im letzteren Falle wird die Holzfaserdämmplatte aus mehreren Dämmplattenschichten und wenigstens einer dazwischen befindlichen Papierschicht hergestellt, wobei vorzugsweise die einzelnen Dämmplattenschichten und die Papierschicht(en) vor dem Pressen und Trocknen aufeinander gelegt werden.

Es kann auch eine Außenbeschichtung in Kombination mit einer oder mehreren Zwischenschichten vorgesehen sein.

Außer der verminderten Wärmeleitfähigkeit wird durch die Beschichtung mit Papier bei den Holzfaserdämmplatten auch eine langsamere Wasseraufnahme erreicht und die Platten sind auch leichter behandelbar. Darüber hinaus wird durch die Beschichtung eine Erhöhung der Biegefestigkeit erreicht. Die Zunahme der Biegefestigkeit ist abhängig davon, ob einseitig, beidseitig oder mehrschichtig beschichtet wurde. Die Beschichtung bringt somit eine deutliche Verbesserung der mechanischen Eigenschaften. Diese Vorteile werden insgesamt erreicht, ohne daß dazu Nachteile hinsichtlich der Umwelt- und Gesundheits-Verträglichkeit in Kauf genommen werden müßten.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen von Holzfaserdämmplatten aus zerfasertem Holz, das anschließend mit Wasser vermischt und dann zu Platten gepreßt und getrocknet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte mit wenigstens einer Außenschicht und/oder wenigstens einer Zwischenschicht aus Papier oder dergleichen cellulosem, weitgehend konvektionshemmenden, diffusionsdurchlässigem Material versehen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Papierschicht mit geringem Druck auf die Platte glatt aufgezogen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die genäßte Plattenfläche(n) mit einem pulverförmigen, aus natürlichem Werkstoff bestehenden Kleber, vorzugsweise mit Mehl bestreut und dann die Papierschicht aufgebracht wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Mehl als Kleber in einer Menge von etwa 100 Gramm pro Quadratmeter Plattenfläche aufgebracht wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Holzfaserdämmplatte aus mehreren Dämmplattenschichten und wenigstens einer dazwischen befindlichen Papierschicht hergestellt wird und daß dazu vorzugsweise die einzelnen Dämmplattenschichten und die Papierschicht(en) vor dem Pressen und Trocknen aufeinandergelegt werden.
  6. 6. Holzfaserdämmplatte aus zerfasertem und durch Pressung und Trocknung gebundenem Holz, hergestellt nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie auf wenigstens einer Flachseite oder etwa parallel zu diesen verlaufend in der Platte zumindest eine Schicht aus Papier oder dergleichen cellulosem, weitgehend konvektionshemmenden, diffusionsdurchlässigem Material aufweist.
  7. 7. Holzfaserdämmplatte nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere(n) Schicht(en) durch eine Klebeschicht als schadstofffreiem, natürlichem Material mit der Platte verbunden ist (sind).
  8. 8. Holzfaserdämmplatte nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Klebeschicht Mehlkleister vorgesehen ist, der vorzugsweise durch etwa 100 Gramm eingenäßtes Mehl auf einen Quadratmeter Plattenfläche gebildet ist.
  9. 9. Holzfaserdämmplatte nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Schichten im Verlauf der Dicke der Platte vorgesehen sind.
  10. 10. Holzfaserdämmplatte nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht aus saugfähigem Papier besteht.






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