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Dokumentenidentifikation DE4440259A1 15.05.1996
Titel Knoblauchgranulat
Anmelder Krüger GmbH & Co KG, 51469 Bergisch Gladbach, DE
Erfinder Schweren, Rolf H., Dipl.-Ing., 50171 Kerpen, DE;
Dani, Johann, 53757 Sankt Augustin, DE
Vertreter Eggert, H., Dipl.-Chem. Dr., Pat.-Anw., 50935 Köln
DE-Anmeldedatum 11.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440259
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse A23L 1/223
IPC additional class // C07H 3/04,C07C 69/30,57/12  
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Knoblauchgranulat sowie ein Verfahren zur Herstellung desselben.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Knoblauchgranulat sowie ein Verfahren zur Herstellung desselben.

Knoblauch wird nicht nur als Küchengewürz verwendet, sondern in letzter Zeit vermehrt in der Volksmedizin als Mittel gegen Alterserscheinungen, Arterienverkalkung, überhöhten Blutdruck, Durchfall, Eingeweidewürmer usw. Die pharmakologischen wirksamen Bestandteile des Knoblauchs sind vor allem Knoblauchöl, Alliin und Allicin.

Es ist bekannt, Knoblauchpulver oder -granulate durch Trocknen von geschältem Knoblauch bei einer Temperatur zwischen 35-60°C herzustellen. Ein wesentlicher Nachteil dieser so erzeugten Pulver bzw. Granulate ist der, daß sich die pharmakologisch wichtigen Bestandteile des Knoblauchs, bedingt durch die Hitzeeinwirkung, während des Herstellungsprozesses ganz oder teilweise zersetzen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Knoblauchgranulat sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen bereitzustellen, das nicht nur die geschmacklichen Komponenten, sondern ebenso die pharmakologisch wichtigen Bestandteile des Knoblauchs enthält.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß gefriergetrocknetes Knoblauchpulver für das erfindungsgemäße Knoblauchgranulat eingesetzt wird. Das erfindungsgemäße Knoblauchgranulat wird insbesondere zur Herstellung von Gewürzzubereitungen verwendet.

In einer weiteren Form des erfindungsgemäßen Verfahrens enthält das Knoblauchgranulat zusätzlich neutrale Trägerstoffe, pflanzliche Fette, aromawirksame Substanzen, Granulierhilfsmittel, Trennmittel, Hilfsmittel zur Fixierung der aromawirksamen Substanzen oder Mittel zur Erhaltung der Rieselfähigkeit.

Als neutrale Trägerstoffe werden Mono-, Di- und Polysaccharide sowie deren Alkohole, insbesondere Lactose eingesetzt.

Unter pflanzlichen Fetten, die für die erfindungsgemäße Zubereitung und für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet werden können, versteht man alle im Lebensmittelbereich einsetzbaren pflanzliche Fette, die gegebenenfalls teilweise oder vollständig gehärtet sein können, insbesondere Mono- und Diglyceride von Fettsäuren pflanzlichen Ursprungs.

Für das erfindungsgemäße Verfahren einsetzbare aromawirksame Substanz sind Paprikaschotenaroma, Tomatenaroma und weitere Gemüse- oder Gewürzaromen.

Das Granulierungshilfsmittel ist aus der Gruppe der Fließregulierungsmittel ausgewählt, insbesondere ist es kolloidale Kieselsäure.

Als Trennmittel können solche aus der Gruppe von Erdalkaliseifen der Speisefettsäuren, insbesondere Magnesiumstearat, eingesetzt werden.

Als Hilfsmittel zur Fixierung der aromawirksamen Substanzen werden insbesondere Lactose, Maltodextrine, Gummi Arabicum verwendet.

Die erfindungsgemäßen Knoblauchgranulate haben folgende allgemeine Zusammensetzung:

gefriergetrocknetes Knoblauchpulver: 40 bis 80 Gew.-% neutrale Trägerstoffe: 10 bis 50 Gew.-% pflanzliche Fette: 0 bis 10 Gew.-% aromawirksame Substanzen: 0 bis 5 Gew.-% Granulierhilfsmittel: 0 bis 5 Gew.-% Trennmittel: 0 bis 5 Gew.-% Hilfsmittel zur Fixierung der aromawirksamen Substanzen: 0 bis 5 Gew.-%


Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße Gewürzzubereitung mindestens 60 Gew.-% Knoblauchpulver in Form des erfindungsgemäßen Knoblauchgranulats.

Das erfindungsgemäße Knoblauchgranulat kann in Portionsbeutel, vorzugsweise in Portionsbeutel mit Aufreißkerbe, verpackt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des Knoblauchgranulats enthält folgende Schritte:

  • - Das neutrale Trägermaterial wird zuerst mit den pflanzlichen Fetten, aromawirksamen Substanzen, Granulierhilfsmitteln, Trennmitteln, Hilfsmitteln zur Fixierung der aromawirksamen Substanzen oder Fließregulierungsmitteln vorgemischt.
  • - Unter Mischen wird das gefriergetrocknete Knoblauchpulver zugegeben.
  • - Diese Mischung wird anschließend verpreßt.
  • - Die so erhaltenen Komprimate werden anschließend zu einem Granulat gebrochen und klassiert.
  • - Das entstandene Granulat wird abgepackt, vorzugsweise in Portionsbeutel.
  • - Alle Verfahrensschritte erfolgen unter Ausschluß von Feuchtigkeit.


Das erfindungsgemäße Knoblauchgranulat hat gegenüber den bisher bekannten Granulaten eine Reihe von Vorteilen: Durch die Verwendung gefriergetrockneten Knoblauchpulvers bleiben die pharmakologisch wirksamen Substanzen erhalten, da die Trocknung verfahrensbedingt ohne thermische Belastung erfolgt. Da der Produktionsprozeß unter Ausschluß von Feuchtigkeit durchgeführt wird, ist die olfaktorische Belastung der Umwelt und der Mitarbeiter äußerst gering.

Die erfindungsgemäße Verpackung des Granulats in Portionsbeutel mit Aufreißkerbe führt zu einer leichten Handhabung und Dosierbarkeit.

Der Inhalt eines Portionsbeutels (2,2 g Granulat) entspricht der vom Bundesgesundheitsamt empfohlenen Dosierung von 4 g frischem Knoblauch pro Tag, d. h., daß die empfohlene tägliche Zufuhr mit einem Beutel erfüllt werden kann.

Durch Einarbeitung entsprechender aromawirksamer Substanzen und des neutralen Trägerstoffes kann das Granulat problemlos mit etwas Flüssigkeit pur aufgenommen werden.

Ebensogut kann das erfindungsgemäße Knoblauchgranulat als Gewürzzubereitung zur geschmacklichen Optimierung von Speisen (mediterrane Gerichte, Tomatensuppen und -saucen) verwendet werden.

Desweiteren können durch das erfindungsgemäße Knoblauchgranulat, insbesondere alle Instant- und Trockensuppen, geschmacklich stark verbessert und abgerundet werden.

Beispiel

Ein erfindungsgemäßes Knoblauchgranulat mit einer beispielhaften Zusammensetzung von

gefriergetrocknetem Knoblauchpulver: 60,00 Gew.-% Lactose: 35,70 Gew.-% pflanzlichen Fetten, z. T. gehärtet: 3,00 Gew.-% Magnesiumstearat: 0,60 Gew.-% Aroma-Paprikaschote: 0,50 Gew.-% Aroma-Tomate: 0,20 Gew.-%


wird wie folgt hergestellt: Der Trägerstoff Lactose wird zusammen mit pflanzlichen Fetten, Magnesiumstearat, Aroma Paprikaschote und Aroma Tomate vorgemischt. Anschließend wird unter weiterem Mischen das gefriergetrocknete Knoblauchpulver zugegeben. In einem weiteren Verfahrensschritt wird diese Mischung direkt verpreßt. Die so erhaltenen Komprimate werden danach schonend gebrochen. Das entstandene Granulat wird klassiert, der Feinanteil in den Produktionsprozeß zurückgeführt. Die Grobfraktion wird in Portionsbeutel à 2,2 Gramm gefüllt.


Anspruch[de]
  1. 1. Knoblauchgranulat, dadurch gekennzeichnet, daß es gefriergetrocknetes Knoblauchpulver enthält.
  2. 2. Knoblauchgranulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich neutrale Trägerstoffe, pflanzliche Fette, aromawirksame Substanzen, Granulierhilfsmittel, Trennmittel, Hilfsmittel zur Fixierung der aromawirksamen Substanzen und/oder Mittel zur Erhaltung der Rieselfähigkeit enthält.
  3. 3. Knoblauchpulver nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die neutralen Trägerstoffe Mono-, Di- und Polysaccharide sowie deren Alkohole, insbesondere Lactose, sind.
  4. 4. Knoblauchpulver nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die pflanzlichen Fette Mono- und Diglyceride pflanzlichen Ursprungs sind.
  5. 5. Knoblauchpulver nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die aromawirksame Substanz Paprikaschotenaroma, Tomatenaroma sowie weitere Gemüse- und Gewürzaromen sind.
  6. 6. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulierhilfsmittel aus der Gruppe von Fließregulierungsmitteln ausgewählt ist, insbesondere ist es kolloidale Kieselsäure.
  7. 7. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Trennmittel aus der Gruppe der Erdalkaliseifen von Speisefettsäuren ausgewählt ist, insbesondere ist es Magnesiumstearat.
  8. 8. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmittel zur Fixierung der aromawirksamen Substanzen aus der Gruppe von Lactose, Maltodextrine, Gummi Arabicum ist.
  9. 9. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es zwischen 40 und 80 Gew.% gefriergetrocknetes Knoblauchpulver enthält.
  10. 10. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es zwischen 10 und 50 Gew.% neutrale Trägerstoffe enthält.
  11. 11. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es bis zu 10 Gew.-% pflanzliche Fette enthält.
  12. 12. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es bis zu 5 Gew.-% aromawirksame Substanzen enthält.
  13. 13. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es bis zu 5 Gew.-% Granulierhilfsmittel enthält.
  14. 14. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es bis zu 5 Gew.-% Trennmittel enthält.
  15. 15. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es bis zu 5 Gew.-% Hilfsmittel zur Fixierung der aromawirksamen Substanzen enthält.
  16. 16. Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es in Portionsbeutel, vorzugsweise in Portionsbeutel mit Aufreißkerbe, verpackt wird.
  17. 17. Gewürzzubereitung, dadurch gekennzeichnet, daß es Knoblauchgranulat nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche enthält.
  18. 18. Gewürzzubereitung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge an Knoblauchgranulat mindestens 60 Gew.-% gefriergetrocknetem Knoblauchpulver entspricht.
  19. 19. Verfahren zur Herstellung von Knoblauchgranulat, dadurch gekennzeichnet, daß unter Ausschluß von Feuchtigkeit das neutrale Trägermaterial zuerst mit den pflanzlichen Fetten, aromawirksamen Substanzen, Granulierhilfsmitteln, Trennmitteln, Hilfsmitteln zur Fixierung der aromawirksamen Substanzen oder Fließregulierungsmitteln vorgemischt wird; anschließend wird unter Mischen das gefriergetrocknete Knoblauchpulver zugegeben; diese Mischung wird anschließend verpreßt; die so erhaltenen Komprimate werden anschließend zu einem Granulat gebrochen; das entstandene Granulat wird abgepackt, vorzugsweise in Portionsbeutel.






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