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Dokumentenidentifikation DE4440367A1 15.05.1996
Titel Vorrichtung zum Stapeln von Bogen auf Paletten
Anmelder Jagenberg Papiertechnik GmbH, 41468 Neuss, DE
Erfinder Schmid, Frank Matthias, 47799 Krefeld, DE;
Claaßen, Ernst, 47574 Goch, DE
DE-Anmeldedatum 11.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440367
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B65H 31/30
IPC-Nebenklasse B65H 31/10   B65G 57/16   B65G 15/60   
Zusammenfassung Zum Stapeln von Papier- oder Kartonbogen (1) auf Paletten (3) sind Vorrichtungen bekannt, die ein heb- und senkbares Ablagegerüst (6), auf dem die Paletten (3) während der Stapelbildung liegen, und einen Flurförderer (14) aufweisen, dessen Förderstrecke durch den Stapelbereich hindurchführt.
Nach der Erfindung wird die Tragfläche des Ablagegerüsts (6) von zumindest zwei mit Abstand zueinander quer zur Förderrichtung des Flurförderers (14) verlaufenden Trägern (9, 10) gebildet. Der Flurförderer (14) besteht aus zumindest zwei parallel mit Abstand voneinander angeordneten, umlaufenden und angetriebenen Zahnriemen (15), deren die Förderstrecke bildende Obertrume (16) an ihrer Rückseite abgestützt sind. Jeweils im Bereich eines Trägers (9, 10) sind die Zahnriemen in einer Schleife nach unten geführt, in die ein Träger (9, 10) versenkbar ist. Die Tragfläche des Ablagegerüsts (6) ist so bis auf die Höhe der Obertrume (16) absenkbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Stapeln von Bogen, insbesondere geschuppt zugeförderten Papier- oder Kartonbogen, auf Paletten gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Bei der Herstellung von Bogen durch Querschneiden von Papier- oder Kartonbahnen werden die Bogen üblicherweise geschuppt einer Vorrichtung zugeführt, die auf Paletten Stapel bildet. Die Paletten liegen auf einem heb- und senkbaren Ablagegerüst, das während des Stapelns entsprechend der wachsenden Stapelhöhe kontinuierlich abgesenkt wird, um die Fallhöhe der Bogen auf den Stapel konstant zu halten. Bei jedem Stapelwechsel müssen die Paletten mit vollen Stapeln aus dem Stapelbereich entfernt und neue Paletten antransportiert und auf dem Ablagegerüst in Abhängigkeit von dem Format der zu stapelnden Bogen ausgerichtet werden.

Aus der DE 41 01 038-C2 ist eine gattungsgemäße Stapelvorrichtung bekannt, bei der zur Automatisierung des Palettenab- und -antransports im Stapelbereich und in Bogenlaufrichtung davor und dahinter ein in Bogenlaufrichtung fördernder Flurförderer angeordnet ist. Der Flurförderer besteht aus einer Vielzahl von antreibbaren Transportwalzen, die in einer Grube gelagert sind, so daß ihre Oberseite mit dem Boden fluchtet.

Aus einzelnen Transportwalzen bestehende Flurförderer sind konstruktiv sehr aufwendig. Die Konstruktion ist auch sehr stark von der gewünschten Länge der Förderstrecke abhängig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer gattungsgemäßen Stapelvorrichtung den Palettenförderer konstruktiv zu vereinfachen.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Der Förderer nach der Erfindung ist konstruktiv einfach aufzubauen, da die Zahnriemen zugleich Trag- und Zugmittel sind. Als weitere Vorteile treten hinzu:

  • - Der Förderer ist unempfindlich gegen Verschmutzung und Störungen durch herabfallende Gegenstände, z. B. Papierbogen,
  • - er ist wartungsfrei,
  • - die Verletzungsgefahr für das Bedienungspersonal ist wesentlich geringer,
  • - die Förderstrecke ist frei wählbar,
  • - es sind nur einfache Fundamentarbeiten erforderlich, und
  • - er kann für verschiedene Arbeitsbreiten aus einheitlichen Bauelementen aufgebaut werden.


Die Unteransprüche enthalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung, die darauf ausgelegt sind, bis zu 5 Tonnen Stapelgewicht über eine Strecke von etwa 10 Metern zu transportieren.

Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht dargestellten Ausführungsbeispiels.

Fig. 1 zeigt die Seitenansicht einer Stapelvorrichtung nach der Erfindung.

Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf den Flurförderer.

Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung dient zum Ablegen von geschuppt zugeförderten Papier- oder Kartonbögen 1 auf einen Stapel 2, der auf einer Palette 3 gebildet wird.

Die Palette liegt während des Stapelns auf einer Transportplatte 4, die auf ein heb- und senkbar im Gestell 5 der Stapelvorrichtung gelagertes Ablagegerüst 6 gelegt ist. Das Ablagegerüst 6 wird während des Stapelns kontinuierlich so abgesenkt, daß die Oberseite des Stapels in einem geringen Abstand zu der Zuförderebene 7 der Bogen gehalten wird. Es besteht aus einem Rahmen 8, an dem im Stapelbereich zumindest zwei die Transportplatte 4 tragende Träger 9, 10 befestigt sind, die mit Abstand voneinander angeordnet sich quer über die Arbeitsbreite erstrecken, i. e. die maximale Breite der ggf. durch Längsschnitt unterteilten Bahn, aus der die Bogen 1 hergestellt werden. Die längsseitigen Teile des Rahmens 8 befinden sich außerhalb der maximalen Arbeitsbreite, so daß die Transportplatte 4 ausschließlich von den Trägern 9, 10 gehalten wird. Deren Oberfläche bildet somit die Tragfläche des Ablagegerüsts 6. Die Träger 9, 10 sind bis in den Unterflurbereich absenkbar.

Im Bereich des Stapels 2 sind die bekannten Stapelbildungselemente (Seitenschüttelbleche 11, Anschlagbretter 12) angeordnet. Um einen Stapelwechsel ohne Bogenverlust und ohne Verminderung der Ablegegeschwindigkeit durchführen zu können, ist an der Einlaufseite eine in den Stapelbereich einfahrbare Hilfstapelplattform 13 angeordnet, auf die gestapelt wird, während ein fertiger Stapel 2 abtransportiert wird.

Im Stapelbereich und in Bogenlaufrichtung davor und dahinter ist ein Flurförderer 14 angeordnet, mit dem die vollen Paletten 3 abtransportiert und neue Paletten 3 in den Stapelbereich antransportiert werden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel fördert der Flurförderer 14 in und gegen Bogenlaufrichtung. Die Träger 9, 10 verlaufen somit quer zur Förderrichtung des Flurförderers 14. Die vor und hinter dem Ablagegerüst 6 befindliche Förderstrecke entspricht in ihrer Länge jeweils zumindest der in Bogenlaufrichtung gemessenen Länge des Stapelbereichs.

Nach einer anderen, nicht in den Figuren dargestellten Ausführungsform werden die Paletten 3 quer zur Bogenlaufrichtung ab- und antransportiert. Dann erstreckt sich der Flurförderer im Stapelbereich in seiner Länge quer über dessen Breite und reicht an jeder Seite zumindest um die gleiche Strecke hinaus. Auch bei dieser Ausführungsform verlaufen die Träger des Ablagegerüsts quer zur Förderrichtung, somit in Bogenlaufrichtung.

Der Flurförderer 14 besteht aus zumindest zwei - im Ausführungsbeispiel aus drei - parallel mit Abstand voneinander angeordneten, umlaufenden Zahnriemen 15, deren Obertrume 16 die Förderstrecke bilden. Bevorzugt sind die Zahnriemen 15 unterflur in einem Abstand von 500 mm bis 1000 mm voneinander angeordnet und weisen jeweils eine Breite von 50 mm bis 150 mm auf. Sie sind aus einem abriebfesten Kunststoff, insbesondere aus Polyurethan, gefertigt und mit eingelagerten Zugträgern, insbesondere Stahlcords, verstärkt.

An beiden Enden der Förderstrecke werden die Zahnriemen 15 jeweils von Riemenscheiben 17 umgelenkt, die auf koaxial angeordneten Querwellen 18, 19 befestigt sind. Die Querwellen 18, 19 an einer Seite - bevorzugt die Querwellen 18 am Auslaufende der Förderstrecke - sind mit einem Förderantrieb verbunden, der als Drehantrieb 20 die Querwellen 18 in beide Drehrichtungen antreiben kann. An den Querwellen 19 der anderen Seite greifen Spannvorrichtungen 21 an, mittels der die Spannung der Zahnriemen 15 eingestellt werden kann.

Die gezahnte Rückseite jedes Zahnriemens 15 ist im Bereich des fördernden Obertrums 16 von einer Reihe von Abstützelementen 22 abgestützt. Die Abstützelemente 22 bestehen aus nach oben offenen U-Profilen aus Metall, z. B. aus Eisen, deren Schenkel die Obertrume 16 zugleich seitlich führen. Um eine möglichst große Abstützfläche zu bilden, sind die Zahnkopfflächen der Zahnriemen 15 ebenflächig. Bevorzugt sind die Zähne reibungsarm und verschleißfest beschichtet, insbesondere mit einem Polyamidgewebe. Der nichtfördernde Untertrum 23 jedes Zahnriemens 15 wird jeweils geradlinig durch ein unterhalb des U-Profils 22 angeordnetes Rechteckprofil 24 aus Metall, z. B. aus Eisen, geführt, auf dem die U-Profile 22 aufliegen.

Alle Elemente des Flurförderers 16 (Zahnriemen 15, Abstütz- und Führungsprofile 22, 24, Wellen 18, 19, Riemenscheiben 17, Antrieb 20) sind in einer angepaßten Absenkung des Bodens soweit unterflur angeordnet, daß eine auf den Obertrums 16 aufliegende Transportplatte 4 eine ebene Fläche mit der übrigen Bodenfläche bildet.

Damit eine auf dem Ablagegerüst 6 aufliegende Transportplatte 4 bis auf die Obertrume 16 abgesenkt werden kann, sind diese senkrecht unterhalb jeden Trägers 9, 10 in einer Schleife nach unten geführt. Es bilden sich so innerhalb der Förderstrecke Aussparungen 25, 26, in die die Träger 9, 10 versenkt werden können. Die Bildung der Schleifen erfolgt mittels Umlenkscheiben 27, von denen jeder Obertrum 16 zunächst nach unten, unterhalb der untersten Trägerposition horizontal und anschließend außerhalb des Bereichs einer Aussparung 25, 26 wieder nach oben und horizontal umgelenkt wird.

Bevorzugt wird der Flurförderer 14 nach Art eines Baukastens aus einzelnen standardisierten Elementen aufgebaut, die in die abgesenkte Bodenfläche eingesetzt werden. Standardisierte Antriebs-, Umlenk- und Abstützelemente für einen Zahnriemen 15 ermöglichen es, unterschiedliche Förderlängen und -breiten mit gleich aufgebauten Elementen zu realisieren.

Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung arbeitet mit zwei Transportplatten 4. Während eine Transportplatte 4 sich im Stapelbereich auf dem Ablagegerüst 6 befindet, wird die andere Transportplatte 4 - wie in Fig. 1 rechts dargestellt - außerhalb des Stapelbereichs von vollen Paletten 3 entladen und mit der erforderlichen Anzahl neuer Paletten 3 bestückt, die der Anzahl der gleichzeitig nebeneinander gebildeten Stapel 2 entspricht. Der An- und Abtransport von Paletten 3 wird wie folgt durchgeführt:

Die Paletten 3 mit vollen Stapeln 2 werden mittels des Ablagegerüsts 6 bei stillstehenden Zahnriemen 15 abgesenkt, bis die Transportplatte 4 auf den Obertrums 16 aufliegt. Dabei befindet sich die zweite Transportpalette 4 an der Einlaufseite vor dem Stapelbereich und ist mit neuen leeren Paletten 3 bestückt (in Fig. 1 links gestrichelt gezeichnet). Anschließend bewegt der Antrieb 20 die fördernden Obertrume 16 in Bogenlaufrichtung, in Fig. 1 nach rechts. Dabei wird die Transportplatte 4 mit den vollen Paletten 3 zwischen den auslaufseitigen Ständern des Gestells 5 hindurch in die Entladeposition gefördert. Die vollen Paletten 3 können in dieser Position von Transportfahrzeugen, z. B. Gabelstaplern, abtransportiert werden. Gleichzeitig wird die andere Transportplatte 4 mit den leeren Paletten 3 in den Stapelbereich und somit auf die Träger 9, 10 des Ablagegerüsts 6 bewegt. Das Ablagegerüst 6 wird anschließend mit den leeren Paletten 3 nach oben bewegt und übernimmt den Teilstapel, der inzwischen auf der Hilfsstapelplattform 13 gebildet wurde.

Während weiter kontinuierlich auf die hochgefahrenen Paletten 3 gestapelt wird, wird die andere Transportplatte 4 entladen und anschließend durch den Stapelbereich hindurch auf die Einlaufseite vor den Stapelbereich bewegt. Dies erfolgt ebenfalls mit den Zahnriemen 15, deren fördernden Trums 16 dazu gegen Bogenlaufrichtung bewegt werden. Nachdem auf der Einlaufseite neue Paletten 3 aus einem nicht dargestellten Palettenmagazin auf die zweite Transportplatte 4 aufgelegt wurden, steht die Vorrichtung für den nächsten Stapelwechsel bereit.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Stapeln von Bogen (1), insbesondere geschuppt zugeförderten Papier- oder Kartonbogen, auf Paletten (3)
    1. - mit einem heb- und senkbaren Ablagegerüst (6), auf dem die Paletten (3) während der Stapelbildung liegen, und
    2. - mit einem Flurförderer (14), dessen Förderstrecke durch den Stapelbereich hindurch führt,
  2. dadurch gekennzeichnet, daß die Tragfläche des Ablagegerüsts (6) von zumindest zwei mit Abstand voneinander quer zur Förderrichtung des Flurförderers (14) verlaufenden Trägern (9, 10) gebildet wird und der Flurförderer (14) aus zumindest zwei parallel mit Abstand voneinander angeordneten, umlaufenden und angetriebenen Zahnriemen (15) besteht, deren die Förderstrecke bildende Obertrume (16) an ihrer Rückseite abgestützt sind und die jeweils im Bereich eines Trägers (9, 10) in einer Schleife nach unten geführt sind, in die ein Träger (9, 10) versenkbar ist, so daß die Tragfläche des Ablagegerüsts (6) auf die Höhe der Obertrume (16), bevorzugt bis in den Unterflurbereich, absenkbar ist.
  3. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnriemen (15) aus einem abriebfesten Kunststoff, insbesondere aus Polyurethan, mit eingelagerten Zugträgern, insbesondere Stahlcords, bestehen.
  4. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zähne der Zahnriemen (15) reibungsarm und verschleißfest, insbesondere mit einem Polyamidgewebe, beschichtet sind.
  5. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite der Zahnriemen (15) 50 mm bis 1 50 mm beträgt und sie in einem Abstand von 500 mm bis 1000 mm voneinander angeordnet sind.
  6. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnkopfflächen der Zahnriemen (15) ebenflächig sind.
  7. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Obertrume (16) der Zahnriemen (15) von einem nach oben offenen U-Profil (22), insbesondere aus Metall, abgestützt sind und die Untertrume (23) in einem unter dem U-Profil (22) angeordneten Rechteckprofil (24), insbesondere aus Metall, verlaufen.
  8. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnriemen (15) von Riemenscheiben (17) umgelenkt werden, die auf jeweils quer zur Förderrichtung verlaufenden Wellen (18, 19) befestigt sind.
  9. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Wellen (18, 19) an einem Ende der Förderstrecke mit einem Drehantrieb (20) verbunden ist.
  10. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnriemen (15) unterflur angeordnet sind.
  11. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zum Transportieren der Paletten (3) zumindest zwei Transportplatten (4) vorhanden sind, die von den Obertrums (16) der Zahnriemen (15) auf das Ablagegerüst (6) und in eine Entladeposition neben dem Stapelbereich bewegbar sind.
  12. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnriemen (15) so weit unterflur versenkt sind, daß eine aufliegende Transportplatte (4) mit der übrigen Bodenfläche eine ebene Fläche bildet.






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