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Dokumentenidentifikation DE4440417A1 15.05.1996
Titel Meßvorrichtung zum Ermitteln eines Pulveranteils
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE;
Gema Volstatic AG, St. Gallen, CH
Erfinder Domnick, Joachim, Dr., 91093 Heßdorf, DE;
Wächter, Peter, 90427 Nürnberg, DE
Vertreter Bücken, H., Pat.-Ass., 8000 München
DE-Anmeldedatum 11.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440417
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse G01N 15/06
IPC-Nebenklasse G01N 21/85   
IPC additional class // B05B 7/14  
Zusammenfassung Es ist bekannt, bei einem Gas-Pulver-Strom den Pulveranteil mit Hilfe einer Strahlenmeßeinrichtung zu ermitteln. Um zu verhindern, daß sich im Bereich der Meßvorrichtung im Strahlengang Pulverpartikel ablagern, die das Meßergebnis verfälschen können, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, den Gas-Pulver-Strom in einem Einsatz zu führen, der von einem Reinluftstrom ummantelt wird und das Ganze wird durch ein Glasrohr gegenüber der Umgebung abgeschirmt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des ersten Anspruchs angegebenen Art.

Aus der EP-B 0 297 309 ist eine gattungsgemäße Meßvorrichtung bekannt. Sie dient in Pulverlackierungsanlagen dazu, den Pulveranteil in einem Gas-Pulver-Strom und damit den Lackmassenstrom zu bestimmen, der auf das beschichtende Objekt aufgetragen werden soll.

Bei der bekannten Vorrichtung hat sich jedoch herausgestellt, daß nicht ausgeschlossen werden kann, daß sich Ablagerungen während der Einsatz zeit auf der Gehäuseinnenwand bzw. auf dem Lichtleiter bilden, so daß die Meßergebnisse verfälscht werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, hier Abhilfe zu schaffen und die eingangs genannte Vorrichtung derart auszubilden, daß auch bei längerer Betriebszeit mit Sicherheit Ablagerungen im Strahlengang verhindert werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des 1. Anspruchs gelöst. Aufgrund des Einsatzes und des den Einsatz ummantelnden reinen Gasstromes werden Ablagerungen, die die Funktionsfähigkeit der Meßvorrichtung beeinträchtigen, an Gehäusewänden im Bereich des Strahlenganges sicher vermieden. Auch wird dadurch vermieden, daß Pulver aus dem Gas-Pulver-Strom durch die Durchtrittsöffnungen in den Spalt zwischen Gehäuse und Einsatz eintritt und so die Durchtrittsöffnungen verkleinert. Somit lassen sich auch nach längerer Einsatzzeit zuverlässige Meßergebnisse erzielen.

Die Ansprüche 2 bis 7 beschreiben vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung. Die Fixierung des Einsatzes zu dem Glasrohr über Stützstellen, die möglichst schmal und strömungsgünstig ausgebildet sind, beeinflussen zwar die Strömung im Ringspalt wesentlich. Jedoch ist diese Beeinflussung nur partiell. Deshalb wird der Strahlendurchtrittsbereich in einer größeren Entfernung von dem freien Ende des Einsatzes angeordnet.

Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 8 löst das Problem der verringerten Empfangsintensität aufgrund einer nicht ganz auszuschließenden schleichenden Verschmutzung der Meßvorrichtung im Bereich des Strahlenganges, die die Meßergebnisse verfälschen. Bei Verwendung von Laserstrahlen läßt sich dies leicht durch Ändern der Laserleistung erreichen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der einzigen Abbildung ist ein schematisierter Querschnitt durch die Meßvorrichtung dargestellt. Sie ist derart aufgebaut, daß sie sich in das Pulverlackfördersystem problemlos einbauen läßt.

Ganz allgemein besteht die Meßvorrichtung 1 aus dem Grundkörper 2 mit dem Einsatz 6, der Glasrohrfixierung 3, dem Glasrohr 4 sowie der Glasrohraufnahme 5.

Eine nicht näher dargestellte Förderleitung für den Gas- Pulver-Strom wird unterbrochen, damit die Meßvorrichtung 1 zwischengeschaltet werden kann. Hierzu wird das eine Leitungsende auf den Grundkörper 2 aufgesteckt und mittels einer Überwurfmutter oder Schlauchschelle gesichert.

Der Grundkörper 2 weist eine sich in Strömungsrichtung verjüngende Bohrung 2.1 auf, die zur Führung des Gas- Pulver-Stromes dient. Er trägt an seinem anderen Ende die Glasrohrfixierung 3, die als Überwurfmutter ausgebildet ist und auf den Grundkörper 2 aufgeschraubt wird. In der Glasrohrfixierung 3 sind auf dem Umfang verteilt zwei radial angeordnete Bohrungen 3.1 vorgesehen, an die eine Gasleitung 7 angeschlossen ist, die von einer geeigneten Gasquelle 8 kommt. Die Bohrungen 3.1 münden in eine Druckausgleichskammer 3.2, in der eine Vergleichmäßigung der Strömung stattfindet.

Weiterhin weist die Glasrohrfixierung 3 eine Aufnahmebohrung 9 auf, die zur Aufnahme des Glasrohres 4 dient. Zur Abdichtung ist eine Dichtung 10 in Form eines O- Ringes vorgesehen. Gegen unbeabsichtigtes Lösen des Glasrohres 4 aus der Aufnahmebohrung 9 dient die Quetschverschraubung 21, die einen O-Ring gegen eine Abschrägung in der Glasrohrfixierung 3 drückt.

Das freie Ende des Glasrohres 4 ist in der Glasrohraufnahme 5 eingesteckt und wird auch hier wiederum über eine Dichtung 11 abgedichtet. An dem freien Ende der Glasrohraufnahme 5 schließt sich die aufgetrennte Förderleitung wieder an.

Der Einsatz 6 schließt sich als Verlängerung der Bohrung 2.1 an den Grundkörper an. Er ragt in das Glasrohr 4 hinein und ist auf der einen Seite an dem Grundkörper 2 befestigt bzw. einstückig mit ihm ausgebildet. Der Außendurchmesser des Einsatzes 6 ist kleiner gewählt als der Innendurchmesser des Glasrohres 4, so daß zwischen beiden ein Ringspalt 14 gebildet wird. Deshalb stützt sich das andere freie Ende des Einsatzes über drei auf dem Umfang verteilte Stützelemente 13 an der Innenseite des Glasrohres 4 ab. Die Stützelemente 13 sind strömungsgünstig und möglichst schmal ausgebildet. Der Ringspalt hat eine Weite von ca. 1/50 des Innendurchmessers des Glasrohres. Er verläuft auch innerhalb der Glasrohrfixierung und reicht bis zu der Druckausgleichskammer 3.2, so daß das aus der Druckluftquelle 8 gelieferte Gas über die Gasleitung 7, die Bohrungen 3.1 und die Druckausgleichskammer 3.2 in den Ringspalt 14 strömen kann.

Wichtig ist, daß der Strahlendurchtrittsbereich nicht an das freie Ende 12 des Einsatzes 6 verlegt wird, da aufgrund der Stützstellen eine Störung in der Ringspaltströmung eintritt. Andererseits kann auf die Stützelemente nicht verzichtet werden, da sonst keine gleichmäßige Strömung in dem Ringspalt aufgebaut werden kann. Der Ringspalt 14 darf auch nicht beliebig groß gewählt werden, da sonst ein zu großer Luftstrom durch den Ringspalt 14 dem Gas-Pulver-Strom zugemischt wird, wodurch dessen Geschwindigkeit sinken würde, was Pulverablagerungen im Fördersystem zur Folge hätte.

Am freien Ende des Glasrohres 4 erweitert sich der Strömungsquerschnitt für den Gas-Pulver-Strom auf den Wert innerhalb des Fördersystems vor der Meßeinrichtung 1. Gleichzeitig wird an dieser Stelle das Gas aus dem Ringspalt 14 dem Gas-Pulver-Strom beigemischt.

Als Strahlenmeßeinrichtung dient ein Strahlensender 15 und Strahlenempfänger 16, die über Lichtleiter 17 und 18 mit der Außenseite des Glasrohres 4 verbunden sind. An dieser Stelle ist der Einsatz 6 mit Durchtrittsöffnungen 19, 20 versehen, damit der Strahlengang vom Strahlensensor zum Strahlenempfänger nicht unterbrochen wird.

Die beschriebene Meßvorrichtung 1 ist bevorzugt in einem Gehäuse eingebaut. Auf jeden Fall ist dafür Sorge getragen, daß zwischen der Glasrohraufnahme und dem Grundkörper bzw. der Glasrohrfixierung eine kraftübertragende Verbindung vorgesehen ist, damit diese nicht über das Glasrohr 4 erfolgt, was im Betrieb der Meßvorrichtung zu seiner Zerstörung führen könnte.

Das Prinzip der Meßvorrichtung sowie der Strahlenmeßeinrichtung und der Erzeugung eines Gas-Pulver-Stromes sind in der EP-B 0 297 309 ausführlich beschrieben, worauf hier ausdrücklich Bezug genommen wird. Eine Wiederholung der Beschreibung erübrigt sich deshalb.

Im Unterschied zu der bekannten Meßvorrichtung wird bei der erfindungsgemäßen Meßvorrichtung 1 durch das Vorsehen des Ringspaltes 14 verhindert, daß im Bereich des Strahlenganges Festkörper aus dem Gas-Pulver-Strom, der in dem Einsatz 6 strömt, absetzen und so zu Verfälschungen des Meßergebnisses führen. Somit kann die Schwächung der Strahlen alleine durch das in dem Gas-Pulver-Strom enthaltene Pulver erfolgen und damit in Abhängigkeit von diesem Meßergebnis ein Signal entsprechend dem Pulveranteil und damit dem Dichtewert erzeugt werden.

Eine schleichende Verschmutzung im Strahlendurchtrittsbereich wird durch eine Erhöhung der Strahlenleitung ausgeglichen. Hierzu wird bei ausgeschaltetem Partikelstrom die Empfangsintensität gemessen und auf ein konstantes Niveau nachgeregelt. Beim Einsatz des Meßgerätes in Pulverbeschichtungsanlagen für Kraftfahrzeugkarossen kann dies immer zwischen zwei Karossen geschehen, da nach dem Lackieren einer Karosse eine Pause eintritt, bis die nächste Karosse in Lackierposition ist und lackiert werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Meßvorrichtung zum Ermitteln eines Pulveranteils in einem Gas-Pulver-Strom, bestehend aus einem zumindest auf Teilstrecken lichtdurchlässigem Gehäuse, in dem der Gas-Pulver-Strom strömt, einem Strahlensender und einem Strahlenempfänger, dessen Strahlen das lichtdurchlässige Gehäuse durchqueren und einer stromauf des Strahlenganges angeordneten Gaszufuhrleitung zum Zuführen eines reinen Gasstromes, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des lichtdurchlässigen Gehäuses ein Einsatz (6) zum Führen des Gas-Pulver-Stromes vorgesehen ist, daß der Einsatz (6) im Bereich des Strahlenganges Durchtrittsöffnungen (19, 20) aufweist und daß der reine Gasstrom zwischen dem Einsatz (2) und dem Gehäuse strömt.
  2. 2. Meßvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das lichtdurchlässige Gehäuse ein Glasrohr (4) ist.
  3. 3. Meßvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (6) als Rohr ausgebildet ist.
  4. 4. Meßvorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (6) fliegend gelagert ist und an seinem freien Ende auf seinem Umfang verteilte Stützelemente (13) aufweist.
  5. 5. Meßvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützelemente (13) als in Strömungsrichtung schmal ausgebildete Distanzstücke aufgebaut sind.
  6. 6. Meßvorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen dem Einsatz (6) und der Gehäuseinnenseite ca. 1/50 des Innenquerschnittes des Glasrohres (4) beträgt.
  7. 7. Meßvorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Glasrohr (4) mit Hilfe einer Steckverbindung auswechselbar gehalten ist.
  8. 8. Verfahren zum Erkennen der schleichenden Verschmutzung der Meßvorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei ausgeschaltetem Pulvermassenstrom die Empfangsintensität der Strahlen im Strahlenempfänger ermittelt wird und auf einen konstanten Wert eingestellt wird.






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