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Dokumentenidentifikation DE4440440A1 15.05.1996
Titel Jacquard-Ripp-Strickmaschine zum Stricken von Ösen- und Aufstoßkonstruktionen
Anmelder Pai Lung Machinery Mill. Co., Ltd., Taipeh/T'ai-pei, TW
Vertreter PAe Reinhard, Skuhra, Weise & Partner, 80801 München
DE-Anmeldedatum 11.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440440
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse D04B 15/84
Zusammenfassung Eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine umfaßt Plattennadeln, die auf einem Nadelbett angeordnet sind, Zylindernadeln, die an dem Zylinder angeordnet sind, um mit den Plattennadeln Schlingen zu stricken, wobei die Aufstoßnadeln und Pelerinenheber jeweils an dem Nadelzylinder angeordnet sind, um Aufstoß- und Ösenkonstruktionen herzustellen, und einen Strickwähler, der wahlweise gesteuert wird, um die Pelerinenheber und Aufstoßnadeln in Aktivstellungen zu überführen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Jacquard-Strickmaschine zum Herstellen von Ripp-Gestricke oder Rippware, und insbesondere eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine zum Stricken von Ösen- und Aufstoßkonstruktionen.

Eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine verwendet zwei Sätze von Nadeln zum Stricken von Jacquard-Rippware oder Rechts-Rechts- Gestricken. Der Jacquard-Strickvorgang wird mittels des Betriebs einer Nadelauswahleinheit durchgeführt, die in der Nähe der Füße der Nadeln oder der Enden der Kulierplatinen angeordnet und durch wahlweises Anheben der Nadeln oder Stoßen der Kulierplatinen gesteuert sind, um ein farbiges, plissiertes, mit Ösen versehenes Musterarbeitsstück herzustellen. Ein gemäß diesem Verfahren hergestelltes Gestricke wird als Jacquard-Rippware oder -Gestricke bezeichnet. Herkömmlicherweise wird eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine durch Anbringen einer Nadelauswahleinheit an einer Ripp-Strickmaschine ausgebildet.

Ein Jacquard-Gestricke mit einer Ösen- oder Aufstoßkonstruktion wird durch die Einwirkung von Pelerinenhebern (pelerine jacks) oder Aufstoß- oder Decknadeln (transfer needles) hergestellt. Gemäß herkömmlichen Verfahren können Pelerinenheber und Aufstoßnadeln nicht an ein und derselben Jacquard-Ripp- Strickmaschine angeordnet werden; d. h., daß Pelerinenheber und Aufstoßnadeln auf verschiedenen Jacquard-Ripp-Strickmaschinen für verschiedene Strickmuster angeordnet werden müssen. Eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine zum Stricken einer Aufstoßkonstruktion kann deshalb keine Ösenkonstruktion herstellen. Andererseits kann eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine zum Stricken einer Ösenkonstruktion nicht eine Aufstoßkonstruktion herstellen.

Außerdem hat eine Aufstoßnadel einen anderen Aufbau als ein Pelerinenheber. Wenn eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine, die mit Aufstoßnadeln ausgestattet ist, in einen Aufbau mit Pelerinenhebern umgeändert werden soll, müssen die Aufstoßnadeln vollständig aus der Maschine entfernt werden, damit Pelerinenheber installiert werden können, und der ursprüngliche Gleitblock zum Antreiben der Aufstoßnadeln muß ebenfalls durch einen Gleitblock zum Antreiben von Pelerinenhebern ersetzt werden. Es ist deshalb nicht wirtschaftlich, den Aufbau einer Jacquard-Strickmaschine zum Stricken einer Aufstoßkonstruktion (Ösenkonstruktion) in den Aufbau zum Stricken einer Ösenkonstruktion (Aufstoßkonstruktion) zu ändern.

Die vorliegende Erfindung ist im Hinblick auf die vorstehend genannten Gegebenheiten gemacht worden. Die Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, eine vielseitige oder wandlungsfähige Jacquard-Ripp-Strickmaschine zu schaffen, die mit Aufstoßnadeln ebenso wie mit Pelerinenhebern zum Stricken verschiedener Jacquard-Ripp-Gestricke ausgestattet ist.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine vielseitige Jacquard-Ripp-Strickmaschine zu schaffen, die mit Aufstoßnadeln, Pelerinenhebern, Zungennadeln und einem Strickwähler ausgestattet ist, wobei der Strickwähler die Aufstoßnadeln oder Pelerinenheber selektiv anhebt, um mit dem Betrieb der Zungennadeln eine Anpassung derart zu schaffen, daß Jacquard-Ripp-Gestricke verschiedener Muster hergestellt werden können.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine vielseitige Jacquard-Ripp-Strickmaschine zu schaffen, die es dem Strickwähler erlaubt, derart geändert oder umgeschaltet zu werden, daß er mit der Auswahl der vorstehend genannten Aufstoßnadeln und Pelerinenhebern zum Herstellen von Ripp-Gestricken, Jacquard-Ripp-Gestricken, Ösen- und Aufstoß-Jacquard-Ripp-Konstruktionsgestricken, mit Rippen versehene Jacquard-Ösen- und Aufstoßkonstruktionsgestricken ebenso wie einseitige und doppelseitige Jacquard-Ösenkonstruktionsgestricken unterschiedlicher Spezifikationen abgestimmt ist.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnungen beispielhaft näher erläutert; es zeigen

Fig. 11A bis 11E den kontinuierlichen Vorgang beim Herstellen von Maschen durch Zungennadeln gemäß dem Stand der Technik;

Fig. 12A bis 12E verschiedene Vorwärtshübe der Zungennadeln gemäß dem Stand der Technik sowie dadurch hergestellte Gestrickkonstruktionen,

Fig. 1 eine Ösenkonstruktion gemäß der vorliegenden Erfindung,

Fig. 2A bis 5 den kontinuierlichen Vorgang zum Herstellen einer Ösenkonstruktion gemäß der vorliegenden Erfindung,

Fig. 6 eine Aufstoß- oder Deckkonstruktion gemäß der vorliegenden Erfindung,

Fig. 7A bis 7B den Aufbau eines Pelerinenhebers gemäß der vorliegenden Erfindung,

Fig. 8A und 8B den Aufbau einer Aufstoß- oder Decknadel gemäß der vorliegenden Erfindung,

Fig. 9A bis 9C Darstellungen des Aufbaus einer Jacquard-Ripp- Strickmaschine gemäß der vorliegenden Erfindung unter Darstellung der Anordnung des Nadelzylinders und des Strickwählers und

Fig. 10 den Aufbau des Nadelbetts gemäß der vorliegenden Erfindung.

Vor der Erläuterung des erfindungsgemäßen Aufbaus ist es erforderlich, daß der Strickprozeß eines Strickmechanismus und der Gewebeaufbau des dadurch hergestellten Erzeugnisses verstanden wird.

Die in den Fig. 11A bis 11E gezeigten Zungennadeln sind die Hauptelemente einer Rundstrickmaschine. Durch Hin- und Herbewegen der Zungennadeln der Rundstrickmaschine werden Fäden oder Garne in ein Gewebe gestrickt, das aus durchgehenden Maschen gebildet ist. Dieser Vorgang wird Maschenerzeugungseffekt genannt und nachfolgend erläutert. Wenn die Nadel, wie in Fig. 11A gezeigt, angehoben wird, wird die Zunge der Nadel durch die letzte Masche niedergedrückt und geöffnet, wenn die letzte Masche zur Spitze der Zunge nach unten rutscht. Wenn die Nadel, wie in Fig. 11B gezeigt, die obere Grenze erreicht, fällt die letzte Masche auf den Schaft der Nadel. Wenn sich die Nadel, wie in Fig. 11C gezeigt, nach unten bewegt, bewegt sich die letzte Masche entlang dem Schaft der Nadel nach oben, und der Fadenträger führt das Garn gleichzeitig zum Haken der Nadel. Wenn die Nadeln, wie in Fig. 11D gezeigt, kontinuierlich nach unten bewegt werden, wird die Zunge der Nadel geschlossen, wodurch das Garn durch den Haken oder Mitnehmer der Nadel nach unten gekettelt wird. Wenn die Nadel, wie in Fig. 11E gezeigt, die untere Grenze erreicht, kommt die letzte Masche von der Nadel frei und bildet einen Teil des Gestrickes, und gleichzeitig wird eine neue Masche gebildet. Das Gestricke wird durch Wiederholen des Maschenerzeugungsvorgangs hergestellt.

Durch Steuern der Abfolge der Nadeln der Strickmaschine kann die Konstruktion des Gestricks geändert werden, und es kann deshalb eine konvex-konkave oder gemusterte Ware (Arbeitsstück) erzielt werden. Der Vorwärtshub der Nadel kann auf drei Arten gesteuert werden. Gemäß der ersten in Fig. 12A gezeigten Art erreicht die Nadel die obere Grenze während ihres Vorwärtshubs derart, daß die Masche weitergekettelt wird und die letzte Masche während ihres Rückwärtshubs freikommen kann, wodurch, wie in Fig. 12D gezeigt, miteinander verschlungene Maschen gebildet werden können. Gemäß der zweiten in Fig. 12B gezeigten Art erreicht die Nadel lediglich den halben Weg der Strecke zu der oberen Grenze während ihres Vorwärtshubs derart, daß das Garn ohne Freigeben der letzten Schlinge während ihres Rückwärtshubs gekettelt wird, und dadurch können, wie in Fig. 12D gezeigt, hängende Maschen gebildet werden. Gemäß der in Fig. 12 gezeigten dritten Art (nämlich dem Leerlauf) arbeitet die Nadel nicht oder führt einen Leerlauf durch, weshalb die Nadel das Garn nicht kettelt, und es wird, wie in Fig. 12E gezeigt, eine leere Nadel (Masche) gebildet. Durch das Steuern der Nadel der Strickmaschine zur Erzielung verschiedener Vorwärtshübe können deshalb verschiedene Gestrickestrukturen erzeugt werden. Ferner umfassen die in Fig. 12D gezeigten Maschen Nadelmaschen, die nach oben gekrümmt sind und Platinen- oder Kuliermaschen (sinker loops), die nach unten gekrümmt sind.

Fig. 1 zeigt eine Ösenkonstruktion, die durch eine Jacquard- Ripp-Strickmaschine gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt ist. Fig. 6 zeigt eine Deck- oder Aufstoßkonstruktion, die durch die Jacquard-Ripp-Strickmaschine gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt ist. Der Hauptunterschied zwischen der in Fig. 1 gezeigten Ösenkonstruktion und der in Fig. 6 gezeigten Deck- oder Aufstoßkonstruktion besteht in der Größe der Maschen. Die Maschen der Aufstoßkonstruktion sind relativ kleiner als diejenigen der Ösenkonstruktion. Die Aufstoßkonstruktion und die Ösenkonstruktion bilden deshalb verschiedene Muster.

Die vorstehend genannte Ösenkonstruktion wird durch die Betätigung eines Pelerinenhebers (siehe Fig. 7A und 7B) dadurch ausgebildet, daß eine oder zwei Kuliermaschen der Gestrickekonstruktion auf die nächste oder übernächste Garnmasche gehängt wird, um an dem Gestricke eine Öse zu bilden. Wie in Fig. 1 gezeigt, sind die beiden Kuliermaschen zwischen den Maschenstäbchen (Wale) 2 und 3 und der Maschenquerreihe (Urse) 3 und 4 an die beiden Garnschlingen zwischen die Maschenstäbchen 2 und 3 und die Maschenquerreihe 5 gehängt worden. Deshalb wird zwischen den Maschenstäbchen 2 und 3 und der Maschenquerreihe 3 und 4 ein offener Raum gebildet, wenn die Konstruktion beidseitig nach außen gezogen wird.

Wie in den Fig. 7A und 7B gezeigt, besteht ein Pelerinenheber, dem die Bezugsziffer 3 zugeordnet ist, aus zwei symmetrischen Metallplatten, die aneinander angebracht sind und eine Öse 30 bilden (siehe ebenfalls Fig. 2), wobei jede Metallplatte eine Nase 31 oder 31&min; und eine Schulter 32 oder 32&min; hinter der Nase 31 oder 31&min; hat (siehe ebenso Fig. 5). Die Nasen 31 und 31&min; dienen zum Aufnehmen der Kuliermasche 23 (siehe Fig. 1). Die Schultern 32 und 32&min; dienen zum Aufhängen der Garnmasche 24 (siehe Fig. 1). Die Öse 30 dient zum Aufziehen der Garnmasche 24, damit die Zungennadel die Kuliermasche 25 aufnehmen oder ketteln (hook up) kann (siehe Fig. 1).

Die Einwirkung des Pelerinenhebers 3 zur Ausbildung einer Ösenkonstruktion wird nachfolgend in Bezug auf die Fig. 2A bis Fig. 5 beschrieben.

  • 1. Wenn der Pelerinenheber 3, wie in den Fig. 2A und 2B gezeigt, gestoppt wird, führt die erste Garnöse das Garn zu der Position zwischen der Plattennadel 4 und der Zylindernadel 5, um ein normales Stricksegment zu bilden.
  • 2. Wenn der Pelerinenheber 3 zu der effektiven Position (im Bereich der Maschenhängeposition) geführt wird, wie in den Fig. 3A und 3B gezeigt, tragen die zweiten und dritten Garnösen die Garne 26 und 27 (siehe auch Fig. 1) kontinuierlich zu der Position zwischen der Plattennadel 4 und der Zylindernadel 5 und um die Nasen 31 und 31&min; des Pelerinenhebers 3 gewickelt oder geschlungen. Wenn die Zylindernadeln 50 und 51 rückwärts bewegt werden, um die Maschen abzuschlagen, werden die Kuliermaschen 23 auf die Nasen 31 und 31&min; gehängt und durch den Pelerinenheber 3 eingefangen.
  • 3. Wenn der Pelerinenheber 3 die vordere Grenze seines Vorwärtshubs nach dem Einfangen der Kuliermaschen 23 erreicht, werden die Kuliermaschen 23 aufgezogen und auf die Schultern 32 und 32&min; gehängt.
  • 4. Wenn die Zylindernadeln 50 und 51, wie in Fig. 7 gezeigt, die obere Grenzposition erreichen, treten sie durch die Öse 30 und die Kuliermaschen 23 hindurch und veranlassen die vorausgehend gebildeten Maschen und die neu gebildeten Kuliermaschen 23 dazu, auf die Schäfte der Zylindernadeln 50 und 51 zu fallen.


Wenn die vierte Garnöse das Garn 28 zu den Haken 52 und 52&min; der Zylindernadeln 50 und 51 trägt, werden der Pelerinenheber 3 und die Zylindernadeln 50 und 51 jeweils in ihre früheren Positionen zurückbewegt. Während des Rückstellhubs des Pelerinenhebers 3 werden die Nasen 31 und 31&min; durch die Zylindernadeln 50 und 51 voneinander weggestoßen, wodurch die beiden Kuliermaschen 23 und 23&min; dazu veranlaßt werden, durch die Zylindernadeln 50 und 51 eingefangen zu werden. Wenn die Zylindernadeln 50 und 51 eine bestimmte Höhe während ihres Rückstellhubs erreichen, werden die Kuliermaschen 23 und 23&min; und die vorausgehend gebildeten Maschen 29 und 20&min; aus den Zylindernadeln 50 und 51 herausbewegt und bilden eine Ösenkonstruktion. Weil der Pelerinenheber 3 aus zwei symmetrischen Metallplatten gebildet ist, entspricht die Größe der dadurch gebildeten Öse dem Abstand zwischen den beiden Zylindernadeln 50 und 51. Wenn der Pelerinenheber 3 aus einer einzigen Metallplatte mit einer Nase 31 und einer Schulter 32 besteht und eine Öse 30 zum Durchlassen einer einzigen Zylindernadel 50 und 51 bestimmt, ist die Größe der dadurch gebildeten Ösenkonstruktion relativ kleiner. Da die Jacquard-Ripp- Strickmaschine dazu in der Lage ist, ein Doppelstricken auszuführen, können Ösenkonstruktionen unterschiedlicher Spezifikationen an einer Seite oder an beiden Seiten der Jacquard- Ripp-Gestricke erzeugt werden.

Die Aufstoßkonstruktionsstrickeinwirkung der Aufstoßnadel 6 (siehe Fig. 7A und 7B) ist ähnlich der Strickeinwirkung des Pelerinenhebers 3. Die Aufstoßnadel 6 umfaßt einen Schaft 62, eine Zunge 60 und einen Haken 61 an einem Ende des Schafts 62, eine Schulter 63 an einem gegenüberliegenden Ende des Schafts 62 zum Aufhängen der gestreckten oder gezogenen Garnmasche 64 (siehe Fig. 6) und einen Strecker oder Aufzieher 66, der benachbart zur Schulter 63 angeordnet ist und ein Loch 65 mit dem Schaft 62 bestimmt. Der Strecker 66 dient zum Strecken oder Aufziehen der Garnmasche 64. Im Unterschied zu dem vorstehend genannten Pelerinenheber 3, kann der Strecker 66 lediglich eine einzige Masche aufziehen und erlaubt es lediglich einer einzigen Zylindernadel, durch das Loch 65 hindurchzutreten. Die Größe der Aufstoßkonstruktion, die durch die Aufstoßnadel 6 hergestellt wird, ist deshalb relativ kleiner als diejenige einer Ösenkonstruktion, die durch den Pelerinenheber 3 hergestellt ist.

Wie in den Fig. 9A, 9B, 9C und 12 gezeigt, sind die Pelerinennadeln 3 und die Aufstoßnadeln 6 an dem Nadelzylinder 7 der Jacquard-Rundstrickmaschine angeordnet. Ähnlich den Aufstoßnadeln 6 ist eine einzelne Pelerinennadel 3 vom entweder Einzelplatten- oder Doppelplattentyp in einem einzigen Nadelschlitz aufgenommen. Die Pelerinennadeln 3 und die Aufstoßnadeln 6 können innerhalb der Nadelschlitze in dem Nadelzylinder aufeinanderfolgend angeordnet sein, oder sie sind in einer beliebigen einer Vielzahl von Kombinationen in Abhängigkeit der entworfenen Muster angeordnet.

Die Pelerinenheber 3 und die Aufstoßnadeln 6 werden jeweils durch zwei parallele Gleitblöcke 70 und 70&min; hin- und herbewegt, die innerhalb des Nadelzylinders 7 am Boden angebracht sind.

Weil die Strickzyklen der Pelerinenheber 3 und der Aufstoßnadeln 6 unterschiedlich sind, sind die Spuren 71 und 71&min; auf den Gleitblöcken 70 und 70&min; verschieden. Die Spuren 71 und 71&min; umfassen obere Spuren 711 und 711&min; und untere Spuren 710und 710&min;. Die unteren Spuren 710 und 710&min; sind für das normale Stricken vorgesehen. Wenn die Pelerinenheber 3 und die Aufstoßnadeln 6 durch die unteren Spuren 710 und 710&min; angetrieben sind, führen sie nicht das Stricken einer Ösenkonstruktion oder einer Aufstoßkonstruktion durch. Wenn die Pelerinenheber 3 und die Aufstoßnadeln 6 andererseits durch die oberen Spuren 711 und 711&min; angetrieben sind, werden sie dazu gezwungen, eine Ösenkonstruktion oder eine Aufstoßkonstruktion zu stricken. Nach jedem Ösenkonstruktions- oder Aufstoßkonstruktionsstrickprozeß werden die Pelerinenheber 3 und die Aufstoßnadeln 6 von den Schnittpunkten zwischen den oberen Spuren 711 und 711&min; und den unteren Spuren 710 und 710&min; zu den unteren Spuren 710 und 710&min; mittels der Führung der vorspringenden Abschnitte 33 und 67 an den Pelerinenhebern 3 und den Aufstoßnadeln 6 bewegt.

Die Bewegung der Pelerinenheber 3 und der Aufstoßnadeln 6 von den unteren Spuren 710 und 710&min; in die oberen Spuren 711 und 711&min; wird durch einen Strickwähler gesteuert. Der Strickwähler umfaßt Kippräder 8 und 8&min; und Stoßstäbe 80 und 80&min;. Die Stoßstäbe 80 und 80&min; sind normalerweise in einer jeweiligen Bodenposition angeordnet. Wenn eine Ösenkonstruktion oder eine Aufstoßkonstruktion gestrickt werden soll, werden die Stoßstäbe 80 und 80&min; durch die Kippräder 8 und 8&min; jeweils angehoben, um die entsprechenden Pelerinenheber 3 oder Aufstoßnadeln 6 aus den jeweiligen unteren Spuren 710 und 710&min; zu den jeweiligen oberen Spuren 711 und 711&min; zu bewegen, wodurch die ausgewählten Pelerinenheber 3 oder Aufstoßnadeln 6 durch die Gleitblöcke 70 und 70&min; dazu gezwungen werden, eine Ösenkonstruktion oder eine Aufstoßkonstruktion während der Drehung des Nadelzylinders 7 zu stricken.

Wie vorstehend ausgeführt, umfaßt eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine zwei Sätze von Zungennadeln. Ein Zungennadelsatz ist an dem Nadelzylinder 7 vertikal angeordnet, und diese Nadeln werden als Zylindernadeln bezeichnet. Der andere Zungennadelsatz ist horizontal an dem Nadelbett angeordnet und diese Nadeln werden als Plattennadeln bezeichnet (siehe Fig. 12).

Mittels der normalen Strickeinwirkung der Zylindernadeln und der Plattennadeln wird ein Rechts-Links-Rippgestricke erzeugt. Zusätzlich zu den Gleitblöcken 70 und 71 zum Antreiben der Pelerinenheber 3 und der Aufstoßnadeln 6 umfaßt eine Jacquard-Ripp-Strickmaschine gemäß der vorliegenden Erfindung ferner einen Gleitblock 72 zum Antreiben der Zylindernadeln und der Plattennadeln. Der Nadelzylinder 7 der Jacquard-Ripp- Strickmaschine gemäß der vorliegenden Erfindung kann deshalb gleichzeitig mit Pelerinenhebern 3, Aufstoßnadeln 6, Zylindernadeln ebenso wie mit den entsprechenden Gleitblöcken 70, 70 und 72 ausgerüstet sein. Ein entsprechender Gleitblock 9 ist in dem Nadelbett installiert, um eine Paarung oder eine Abstimmung oder einen Abgleich vorzunehmen (siehe Fig. 10).

Während lediglich eine einzige Ausführungsform der vorliegenden Erfindung gezeigt und beschrieben worden ist, versteht es sich, daß verschiedene Modifikationen und Änderungen vorgenommen werden können, ohne vom Geist und Umfang der Erfindung abzuweichen. Beispielsweise können die Pelerinenheber 3 an dem Nadelzylinder 7 angeordnet werden, anstatt auf dem Nadelbett entsprechend der in den Fig. 2A bis 5 gezeigten Ausführungsform.


Anspruch[de]
  1. 1. Jacquard-Ripp-Strickmaschine mit

    einem Satz von Plattennadeln (4), die auf einem Nadelbett angeordnet und jeweils horizontal hin- und hergehend angetrieben sind;

    einem Satz von Zylindernadeln (5), die an einem Nadelzylinder angeordnet und jeweils vertikal hin- und hergehend angetrieben sind, um mit den Plattennadeln (4) Gestricke zu stricken;

    einem Satz von Aufstoßnadeln (6), die an dem Nadelzylinder angeordnet und hin- und hergehend angetrieben sind, um Aufstoßkonstruktionen herzustellen;

    einem Satz von Pelerinenhebern (3), die an dem Nadelzylinder angeordnet und hin- und hergehend angetrieben sind, um Ösenkonstruktionen herzustellen;

    zwei parallelen Sätzen von Gleitblöcken, die um den Nadelzylinder herum unter den Pelerinenhebern (3) und den Aufstoßnadeln (6) und den Zylindernadeln (5) angeordnet und gedreht werden, um die Pelerinenheber (3) und die Aufstoßnadeln (6) zu bewegen und sie dazu zu veranlassen, Ösenkonstruktionen und Aufstoßkonstruktionen zu stricken, wobei jeder Gleitblock (70) eine obere Spur (711) und eine untere Spur (710) umfaßt, die sich mit der oberen Spur (711) schneidet, wobei die obere Spur (711) zum Antreiben der Pelerinenheber (3) oder der Aufstoßnadeln (6) dient und sie dazu veranlaßt, Ösenkonstruktionen oder Aufstoßkonstruktionen herzustellen, wobei die untere Spur (710) zum in Leerlauf Versetzen der Pelerinenheber (3) oder der Aufstoßnadeln (6) dient; und

    einem Strickwähler, der an dem Nadelzylinder nahe an seinem Bodenende angeordnet und gesteuert wird, um die Aufstoßnadeln (6) und die Pelerinenheber (3) in die oberen Spuren (711) der Gleitblöcke (70) hineinzustoßen, wobei der Strickwähler eine Mehrzahl von Kipprädern (8) und eine Mehrzahl von Stoßstäben (80) umfaßt, welche durch die Kippräder (8) angehoben werden, um die Pelerinenheber (3) und die Aufstoßnadeln (6) in die oberen Spuren (711) der Gleitblöcke (70) hineinzustoßen.
  2. 2. Jacquard-Ripp-Strickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattennadeln (4), die Zylindernadeln (5) und die Aufstoßnadeln (6) Zungennadeln sind.






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