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Dokumentenidentifikation DE4440505A1 15.05.1996
Titel Heizungssystem für eine Heißprägemaschine, insbesondere zum Einfärben von Kraftfahrzeug-Kennzeichenschildern
Anmelder Dziersk, Wilfried, 30900 Wedemark, DE
Erfinder Dziersk, Wilfried, 30900 Bissendorf, DE;
Dziersk, John, 31319 Sehnde, DE
Vertreter Brümmerstedt, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 30159 Hannover
DE-Anmeldedatum 12.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440505
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B29C 59/04
IPC additional class // B29L 31:30  
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Heizungssystem für eine Heißprägemaschine, insbesondere zum Einfärben von Kraftfahrzeug-Kennzeichenschildern, wobei innerhalb einer hohlzylindrischen Prägewalze ein Infrarot-Halogenstrahler angeordnet ist, und diese Prägewalze aus einem Tragkörper und einer diesen umhüllenden Silikonschicht besteht. Bei diesem Heizungssystem können sich unter Umständen Wärmesenken auf der Prägewalzen-Oberfläche ausbilden, die nachteilig für die Prägequalität sind. Aufgabe der Erfindung ist es daher, das Heizungssystem dahingehend zu verbessern, daß eventuelle Wärmesenken schnell wieder ausgeglichen werden, so daß an der Prägestelle im wesentlichen konstante Temperaturen vorliegen. Zur Lösung dieser Aufgabe wird zusätzlich zur Innenheizung eine Außenheizung vorgeschlagen. Diese besteht entweder aus:
- einem Infrarot-Halogenstrahler, der mit einem zur berührungslosen Erfassung der Oberflächentemperatur der Prägewalze vorgesehenen Thermophile als Regelkreis geschaltet ist, wobei im Strahlengang zwischen dem Strahler und der Prägewalzen-Oberfläche ein IR-Filter angeordnet ist,
- aus einem Quarzrohrstrahler, der in analoger Weise mit einem Thermophile zusammengeschaltet ist, oder
- aus einer an der Prägewalze anliegenden, innenbeheizten Wärmeausgleichswalze, deren aus einem Material sehr guter Wärmeleitfähigkeit bestehender Tragkörper außen mit einer diamantähnlichen Keramik beschichtet ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Heizungssystem für eine Heißprägemaschine, insbesondere zum Einfärben von Kraftfahrzeug-Kennzeichenschildern, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1, 2 bzw. 3.

Ein derartiges Heizungssystem ist aus der DE-A1 42 40 938 bekannt. Gegenüber dem bis dahin bekannten Stand der Technik wird mit diesem System bei wesentlich geringerer Leistungsaufnahme innerhalb kürzester Zeit die erforderliche Prägetemperatur erreicht. Ein weiterer Vorteil dieser bekannten Vorrichtung besteht darin, daß die Prägewalze einen wesentlich geringeren Durchmesser aufweist, wodurch eine kompaktere Bauweise der Maschine möglich wird. Auch kann der Tragkörper der Prägewalze im Vergleich mit dem Stand der Technik relativ dünnwandig ausgeführt werden, da es aufgrund des Wärmeübertragungsmechanismus nicht mehr entscheidend auf seine Wärmespeicherfähigkeit ankommt. Der für den Prägevorgang erforderliche Wärmestrom wird bei diesem System gewissermaßen nach dem Prinzip "just in time" "geliefert". Da die Heizung unabhängig davon, ob viel oder wenig Prägearbeit pro Zeiteinheit geleistet wird, arbeitet, kann es z. B. bei einer großen Zeichendichte auf Kraftfahrzeug-Kennzeichenschildern dazu kommen, daß mehr Wärme abgezogen als zugeführt wird, mit der Folge, daß die Qualität der Beschriftung wegen auf der Prägewalzen-Oberfläche entstehender Wärmesenken, die durch die Innenheizung nicht schnell genug ausgeglichen werden können, leidet.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Heizungssystem für Heißprägemaschinen, insbesondere zum Einfärben von Kraftfahrzeug-Kennzeichenschildern, zur Verfügung zu stellen, mit dem sich auf der Prägewalzen-Oberfläche ausbildende Wärmesenken schnell wieder ausgeglichen werden können, so daß an der Prägestelle im wesentlichen konstante Temperaturen vorliegen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mittels eines gattungsgemäßen Heizungssystems gelöst, in dem zusätzlich zur Innenheizung eine aus einem Infrarot-Halogenstrahler bestehende Außenheizung vorgesehen ist, wobei zwischen dem Infrarot-Halogenstrahler und der Prägewalzen-Oberfläche ein im Strahlengang liegender IR-Filter angeordnet ist, und daß ein Thermopile zur berührungslosen Erfassung der Oberflächentemperatur der Prägewalze vorgesehen und mit dem Infrarot-Halogenstrahler als Regelkreis geschaltet ist.

Mittels des Thermopiles ist eine praktisch trägheitslose Messung der IR-Strahlung von der Prägewalzen-Oberfläche möglich, weil das Meßergebnis dabei ausschließlich durch die Zeitkonstante dieses IR-Sensors bestimmt wird, die im Bereich einiger Millisekunden liegt. Dieses Thermopile ist auf einen Infrarot-Halogenstrahler geschaltet, der beim Einschalten der Heißprägemaschine auf eine Temperatur hochgefahren und auf dieser als Grundlast gehalten wird, bei der gerade noch kein oder nur ein geringfügiger Wärmeeintrag in die Prägewalzen-Oberfläche erfolgt. Der Infrarot- Halogenstrahler strahlt dann mit gedimmter Leistung, wobei er aus dieser Grundlast durch Anlegen einer höheren Spannung im Millisekundenbereich auf höhere Strahlungstemperaturen hochfahrbar ist.

Wird nun mittels des Thermopiles eine Wärmesenke auf der Prägewalzen-Oberfläche festgestellt, erhält der Infrarot-Halogenstrahler ein entsprechendes Signal zur Erhöhung seiner Strahlungstemperatur, um die detektierte Wärmesenke durch eine Erhöhung des in die Prägewalzen-Oberfläche je Zeiteinheit eingetragenen Wärmestroms auszugleichen. Dabei muß die Leistung des Infrarot-Halogenstrahlers nicht nur generell, sondern auch zum richtigen Zeitpunkt erhöht werden, nämlich dann, wenn die Wärmesenke in den Einflußbereich des Strahlers kommt. Der ideale Zeitpunkt ist der, wenn die Wärmesenke dem Strahler auf kürzester Entfernung gegenüberliegt. Dieser Zeitpunkt läßt sich aber ohne weiteres aus der Umdrehungsgeschwindigkeit der Prägewalze und den Zeitkonstanten des Thermopiles und des Infrarot-Halogenstrahlers ermitteln.

Weiterhin ist zu berücksichtigen, daß für den Eintrag des erforderlichen Wärmestroms aufgrund der Umdrehung der Prägewalze immer nur ein stets gleicher, aber relativ kurzer Zeitabschnitt zur Verfügung steht. Unterschiedlich tiefe Wärmesenken können daher im wesentlichen nicht durch eine Variation der Strahlungsdauer, sondern nur durch eine mehr oder weniger große Erhöhung der Abstrahlungstemperatur, d. h. der Strahldichte, des Infrarot- Halogenstrahlers ausgeglichen werden. Je tiefer also die Wärmesenke ist, umso höher muß die Abstrahlungstemperatur des Infrarot-Halogenstrahlers sein, um in der gleichen Zeiteinheit einen größeren Wärmestrom in die Wärmesenke eintragen zu können. Mit der Erhöhung der Abstrahlungstemperatur wächst aber auch der Anteil der in Relation zum Anwendungsfall sehr heißen Wellenlängen von 2 bis 1,5 Mikrometer und kürzer. Diese Wellenlängen haben die unangenehme Eigenschaft, daß sie den Weichmacher aus der die Prägeoberfläche bildenden Silikonschicht herauslösen, so daß diese nach einer kurzen Betriebsdauer verspröden würde. Von Hause aus sind Infratot-Halogenstrahler damit als Außenheizung nicht geeignet. Dem wird abgeholfen, indem zwischen dem Strahler und der Prägewalzen-Oberfläche ein IR-Filter vorgesehen ist, der für die unerwünschten Wellenlängen undurchlässig ist.

Mit dieser Lösung steht ein Heizungssystem zur Verfügung, das die durch den Heißprägevorgang bedingten Wärmesenken auf der Prägewalzen-Oberfläche sehr schnell erfaßt und sehr schnell ausgleicht. Dabei wird im wesentlichen nur die benötigte Wärmemenge zur Verfügung gestellt, also nicht überheizt.

Es ist sehr zweckmäßig, wenn der Infrarot-Halogenstrahler der Außenheizung von einem sich bis dicht zur Prägewalzen-Oberfläche erstreckenden und zu diesem hin offenen Reflektor umgeben ist. Dadurch wird die Wärmestrahlung konzentriert auf die Prägewalzen- Oberfläche gerichtet und eine Erwärmung des Gehäuses der Prägemaschine sowie eine negative Beeinflussung der Arbeitsweise des Thermopiles vermieden.

Die eingangs gestellte Aufgabe kann auch durch alternative Ausführungen eines gattungsgemaßen Heizungssystems gelöst werden.

Eine Alternative besteht darin, daß zusätzlich zur Innenheizung eine aus einem Quarzrohrstrahler bestehende Außenheizung vorgesehen ist. Auf diesen Quarzrohrstrahler ist, wie schon bei der obenstehenden Lösung, ein Thermopile geschaltet, welches die Oberflächentemperatur der Prägewalze berührungslos erfaßt.

Bei dieser Lösung kann der IR-Filter der obenstehend beschriebenen Ausführung zum Wegfall kommen, da der Quarzrohrstrahler im Mittelwellenbereich strahlt, in dem der Anteil der für den vorliegenden Anwendungsfall störenden Wellenlängen von 2 bis 1,5 Mikrometer und kürzer sehr gering ist.

Quarzrohrstrahler haben aber den Nachteil, daß sie im Vergleich zum Infrarot-Halogenstrahler sehr langsam sind, und daher für den vorliegenden Fall also nicht brauchbar wären. Dieser Nachteil kann erfindungsgemäß dadurch beseitigt werden, daß kurzzeitig eine Überspannung an den Quarzrohrstrahler angelegt wird. Die Zeitspanne dafür ist so bemessen, daß die. Heizwendel nicht durchglüht, der von ihr ausgehende "Wärmemengenstoß" aber ausreicht, um das Hüllrohr des Strahlers innerhalb kürzester Zeit auf die erforderliche Abstrahltemperatur zu bringen.

Auch bei dieser Lösung wird die Außenheizung auf eine Temperatur hochgefahren und auf dieser als Grundlast gehalten, bei der gerade noch kein oder nur ein geringfügiger Wärmeeintrag in die Prägewalzen-Oberfläche erfolgt. Detektiert nun das Thermopile eine Wärmesenke, bewirkt sein Signal das Anlegen einer entsprechenden Überspannung an den Quarzrohrstrahler und damit den Ausgleich der Wärmesenke.

Eine weitere Alternative zur Lösung der vorliegenden Aufgabe besteht darin, daß eine aus einer an der Prägewalze anliegenden, innenbeheizten Wärmeausgleichswalze bestehende Außenheizung vorgesehen ist, wobei der Tragkörper dieser Wärmeausgleichswalze aus einem Material mit sehr guter Wärmeleitfähigkeit besteht und dieser außen mit einer diamantähnlichen Keramik beschichtet ist.

Hier findet im Gegensatz zu den beiden anderen Ausführungen die Wärmeübertragung nicht durch Strahlung, sondern durch Wärmeleitung statt. Dazu liegt die Wärmeausgleichswalze mit einem minimal höheren Druck als dem Prägedruck an der Prägewalze an und wird von dieser in Drehbewegung versetzt. Das Temperaturniveau der Wärmeausgleichswalze liegt etwas höher als die Prägetemperatur.

Als Material für den Tragkörper der Wärmeausgleichswalze (aber auch der Prägewalze) eignen sich je nach Anwendung besonders

Cu - wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit,

Al - wegen der hohen Wärmekapazität,

BeO - wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit und der absoluten thermischen Verschleißfestigkeit.

Beschichtet ist dieser Tragkörper nach dem PCVD-Verfahren mit einer Keramik mit diamantähnlichen Eigenschaften. Diese Beschichtung wird von der Firma Do-Ceram Ingenieurkeramik, Heßlingsweg 65, D-44309 Dortmund, unter dem geschützten Warenzeichen "Do- Ceram Diamorph" vorgenommen. Ein Charakteristikum dieser Schicht ist, daß ihre Wärmeleitfähigkeit um mehr als das Vierfache größer ist als die des besten metallischen Leiters.

Ideal wäre daher eine Wärmeausgleichswalze, die vollständig aus dieser Keramik besteht. Jedoch wäre dies eine sehr teure Lösung. Die Paarung eines sehr guten metallischen Leiters mit dieser Keramikbeschichtung bringt indes bei vertretbaren Kosten für den hier vorliegenden Zweck völlig ausreichende Ergebnisse, da die durch die Innenheizung der Wärmeausgleichswalze zur Verfügung gestellte Wärme schnell genug an den Ort des Verbrauchs gelangt.

Kommt nun eine Wärmesenke mit der Anlagestelle der Wärmeausgleichswalze in Berührung, so erfolgt von der Wärmemenge her ein schlagartiger, von der Temperaturdifferenz aber ein schonender Wärmeausgleich.

Aus obenstehenden Ausführungen geht hervor, daß bei dieser Lösung kein Thermopile benötigt wird, da die Wärmeausgleichswalze die Wärmesenken nicht nur ausgleicht, sondern auch gleichzeitig erfaßt. Dabei werden in nahezu idealer Form nur die durch den Heißprägevorgang auf der Prägewalzen-Oberfläche entstehenden Wärmesenken aufgefüllt, und dies umso schneller, je tiefer die Wärmesenke ist. Eine Aufheizung der übrigen Prägewalzen-Oberfläche erfolgt praktisch im wesentlichen nicht.

Diese selektive Wärmezufuhr ließe sich sonst nur beispielsweise mit einer Kombination aus einer flächig oder zeilenförmig arbeitenden IR-Kamera in Verbindung mit einem beweglichen IR- Laser als Regelkreis ausführen. Das ist im Vergleich mit der Wärmeausgleichswalze eine sehr aufwendige und damit teure Lösung.

In der Regel besteht der Tragkörper der Heißprägemaschine aus warmfestem Stahl. In diesem Fall ist es in Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Heizungssystems vorteilhaft, wenn der Tragkörper der Prägewalze innen und außen von einer Kupferschicht umhüllt ist.

Infrarot-Halogenstrahler weisen auf ihrem Glasmantel einen herstellungsbedingten Anschmelzpunkt auf. Im Bereich dieses Anschmelzpunktes ist die abgestrahlte Temperatur etwa um 30°C niedriger als im übrigen Bereich des Strahlers. Die Kupferschichten sorgen aufgrund ihrer mehr guten Wärmeleitfähigkeit für einen Ausgleich dieser Temperaturunterschiede, so daß an der Grenzfläche zur Silikonschicht eine im wesentlichen konstante Temperatur vorliegt. Ein Stahltragkörper ohne diese Kupferschichten würde als realtiv schlechter Wärmeleiter das abgestrahlte Temperaturprofil kaum verändert an die Silikonschicht weitergeben, was negative Auswirkungen auf die Prägequalität hätte.

Vorteilhafte Weiterbildungen des Heizungssystems sind in den weiteren Unteransprüchen angeführt.

Nachstehend werden die erfindungsgemäßen Heizungssysteme anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der dazugehörigen Zeichnung zeigt

Fig. 1 einen schematischen Teil-Längsschnitt durch eine Prägewalze und eine parallel zu dieser vorgesehene Gehäuse-Zwischenwand,

Fig. 2 einen Blick auf die Anordnung nach Fig. 1 von links in schematischer Darstellung, und

Fig. 3 eine prinzipielle Darstellung einer Ausführung mit Wärmeausgleichswalze in Seitenansicht.

In den Figuren sind alle für die vorliegende Erfindung unwesentlichen Details weggelassen worden. Weiterhin sind die Darstellungen weder einzeln noch in Relation zueinander maßstabsgetreu.

Die Prägewalze 1 besitzt einen dünnwandigen Tragkörper 2 aus warmfestem Stahl, der außen und innen von einer Kupferschicht 3 bzw. 4 umgeben ist. Auf die äußere Kupferschicht 4 ist eine Silikonschicht 5 als Arbeitsoberfläche der Prägewalze 1 aufgebracht.

Die Prägewalze 1 wird von innen beheizt. Dazu ist in ihrer Längsachse ein Infrarot-Halogenstrahler 6 angeordnet. Dieser besitzt einen fertigungstechnisch bedingten Anschmelzpunkt 8. Im Betrieb liegt die an diesem Punkt abgestrahlte Wärme um etwa 30°C niedriger als im übrigen Bereich des Strahlers 6. Die den Stahltragkörper 2 einhüllenden Kupferschichten 3 und 4 sorgen dafür, daß diese Temperaturdifferenz ausgeglichen wird. Somit liegt an der Grenzschicht zwischen der Kupferschicht 4 und der Silikonschicht 5 eine im wesentlichen einheitliche Temperatur vor. Die innere Kupferschicht 3 ist zur besseren Ausnutzung der Streustrahlung des Strahlers 6 mit einem Gewinde 7 versehen.

Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß unterhalb der Prägewalze 1 diametral zur Gegendruckwalze 9 ein Infrarot-Halogenstrahler 10 als Zusatzheizung angeordnet ist, der sich im Abstand zur Prägewalze 1 über deren gesamter Länge erstreckt. Er ist mit einem Reflektor 11 umgeben, um eine Wärmeabstrahlung in unerwünschte Richtungen zu verhindern, zumindest aber stark zu mindern. Die Wangen dieses Reflektors 11 sind mit geringem Abstand an der Prägewalze 1 vorbeigeführt, wobei sie mit ihren zur Prägewalzen- Oberfläche hin leicht abgewinkelten Endabschnitten den "Äquator" der Prägewalze 1 etwas überragen. In den Strahlengang zwischen dem Infrarot-Halogenstrahler 10 und der Prägewalzen-Oberfläche ist ein IR-Filter 12 aus Silizium angeordnet, mit dem die für die Silikonschicht 5 schädlichen Wellenlängen ausgefiltert werden.

In einer Gehäuse-Zwischenwand 13, die aus Stabilitätsgründen zwischen den Seitenwänden der Heißprägemaschine vorgesehen ist, sind Öffnungen für den Einbau von Thermopiles 14, 15 vorgesehen. Das Thermopile 14 ist auf die Oberfläche der Prägewalze 1 gerichtet. Seine Lage und sein Erfassungswinkel 18 sind so gewählt, daß ein für die Erfassung von Wärmesenken repräsentativer Bereich der Prägewalzen-Oberfläche überwacht wird. Im Reflektor 11 ist eine Öffnung 16 für den Durchtritt der von der Prägewalzen-Oberfläche emittierten IR-Strahlen vorgesehen.

Das Thermopile 15 überwacht die Oberflächentemperatur der unter der Silikonschicht 5 liegenden Kupferschicht 4, um zu hohe, für die Silikonschicht 5 schädliche Temperaturen zu vermeiden. Liegt die erfaßte Temperatur zu hoch, wird auf ein entsprechendes Signal des Thermopiles 15 die Heizleistung des Infrarot-Halogenstrahlers 6 gesenkt. Zur Schaffung einer zugänglichen Meßfläche ist die Kupferschicht 4 seitlich über die Silikonschicht 5 hinausgezogen. Ein innenverspiegeltes, metallisches Rohr 17 überbrückt dabei den Abstand zwischen dem Thermopile 15 und der Meßoberfläche auf der Kupferschicht 4, um nur die von dieser Schicht emittierten IR-Strahlen zu erfassen. Ein am Ende des Rohres 17 angeordnetes IR-durchlässiges Filterplättchen 19 verhindert eine Verschmutzung der Verspiegelung des Rohres 17 bzw. des Thermopiles 15.

Aus Fig. 2 geht hervor, daß in Umdrehungsrichtung der Prägewalze 1 gesehen die Prägestelle zwischen der Prägewalze 1 und der Gegendruckwalze 9, das Thermopile 14 sowie der Infratrot-Halogenstrahler 10 jeweils etwa um 90° versetzt zueinander angeordnet sind. Geht man davon aus, daß die Prägewalze 1 in 2,4 Sekunden eine Umdrehung ausführt, so liegt eine vom Thermopile 14detektierte Wärmesenke dem Infrarot-Halogenstrahler 10 nach 0,6 Sekunden genau gegenüber. In dieser kurzen Zeitspanne muß das vom Thermopile 14 kommende Signal umgesetzt und der Infrarot-Halogenstrahler 10 auf die zum Ausgleich der Wärmesenke erforderliche Abstrahlungstemperatur gebracht werden. Die sehr kleinen Zeitkonstanten von Thermopile 14 und Infrarot-Halogenstrahler 10 machen dies möglich.

Der Infrarot-Halogenstrahler 10 kann alternativ durch einen Quarzrohrstrahler ersetzt werden. Die Anordnung bzw. Ausführung entspricht dann der in den Fig. 1 und 2 gezeigten. Lediglich der in Fig. 2 dargestellte IR-Filter 12 kommt zum Wegfall.

In Fig. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. Hier erfolgt das Auffüllen von Wärmesenken mittels einer Wärmeausgleichswalze 20. Diese liegt der Gegendruckwalze 9 diametral gegenüber an der Prägewalze 1 an und wird von dieser mitgenommen, d. h. in Drehung versetzt. Der Anpreßdruck liegt etwas über dem Prägedruck zwischen der Prägewalze 1 und der Gegendruckwalze 9. Innerhalb der Wärmeausgleichswalze 20 ist ein Infrarot-Halogenstrahler 23 angeordnet, der sich über die gesamte Länge der Wärmeausgleichswalze 20 erstreckt. Die Abstrahlungstemperatur des Strahlers 23 ist so eingestellt, daß die Oberflächentemperatur der Wärmeausgleichswalze 20 nur geringfügig über der Prägetemperatur der Prägewalze 1 liegt. Im Betrieb wird damit immer ein Wärmestrom von der Wärmeausgleichswalze 20 zur Prägewalze 1 fließen, der jedoch wegen dem geringen Temperaturgradienten nicht zur Aufheizung der Prägewalze 1 führt.

Der Tragkörper 21 der Wärmeausgleichswalze 20 besteht aus Kupfer, also einem sehr guten Wärmeleiter. Er ist außen mit einer dünnen Schicht einer diamantähnlichen Keramik nach dem PCVD-Verfahren beschichtet. Diese Beschichtung wird, wie eingangs schon erwähnt, von der Firma Do-Ceram Ingenieurkeramik unter dem geschützten Warenzeichen "Do-Ceram Diamorph" angeboten und ausgeführt. Die Wärmeleitfähigkeit dieser Keramik liegt über dem Vierfachen des besten metallischen Leiters.

Kommt nun im Betrieb eine Wärmesenke mit der Oberfläche der Wärmeausgleichswalze 20 in Berührung, wird diese sofort ausgeglichen, denn aufgrund der überragenden Wärmeleitfähigkeit der Keramikschicht 22 flieht schlagartig so lange Wärme nach, bis der Temperaturgradient zwischen den Berührungsstellen der beiden Walzen 20 und 1 im wesentlichen gleich Null ist. Diese Wärmeübertragung durch Leitung ist überdies sehr schonend, da, wie dargelegt, kein großer Temperaturgradient erforderlich ist. Der unter der Keramikschicht 22 liegende Kupfertragkörper 21 sorgt für einen schnellen Nachschub der der Keramikschicht 22 entzogenen Wärme.

Diese Ausführung der Erfindung kommt somit ohne ein Thermopile zur Temperaturerfassung aus, da diese Funktion von der Wärmeausgleichswalze 20 übernommen wird.

Der Aufbau der Prägewalze 1 entspricht bei dieser Ausführungsform der Darstellung gemäß Fig. 1.


Anspruch[de]
  1. 1. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine, insbesondere zum Einfärben von Kraftfahrzeug-Kennzeichenschildern, wobei innerhalb einer hohlzylindrischen Prägewalze ein Infrarot-Halogenstrahler angeordnet ist, und diese Prägewalze aus einem Tragkörper und einer diesen umhüllenden Silikonschicht besteht, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zur Innenheizung (6) eine aus einem Infrarot-Halogenstrahler (10) bestehende Außenheizung vorgesehen ist, wobei zwischen dem Infrarot-Halogenstrahler (10) und der Prägewalzen-Oberfläche ein im Strahlengang liegender IR-Filter (12) angeordnet ist, und daß ein Thermopile (14) zur berührungslosen Erfassung der Oberflächentemperatur der Prägewalze (1) vorgesehen und mit dem Infrarot-Halogenstrahler (10) als Regelkreis geschaltet ist.
  2. 2. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine, insbesondere zum Einfärben von Kraftfahrzeug-Kennzeichenschildern, wobei innerhalb einer hohlzylindrischen Prägewalze ein Infrarot-Halogenstrahler angeordnet ist, und diese Prägewalze aus einem Tragkörper und einer diesen umhüllenden Silikonschicht besteht, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zur Innenheizung (6) eine aus einem Quarzrohrstrahler bestehende Außenheizung vorgesehen ist, und daß ein Thermopile (14) zur berührungslosen Erfassung der Oberflächentemperatur der Prägewalze (1) vorgesehen und mit dem Quarzrohrstrahler als Regelkreis geschaltet ist.
  3. 3. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine, insbesondere zum Einfärben von Kraftfahrzeug-Kennzeichenschildern, wobei innerhalb einer hohlzylindrischen Prägewalze ein Infrarot-Halogenstrahler angeordnet ist, und diese Prägewalze aus einem Tragkörper und einer diesen umhüllenden Silikonschicht besteht, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zur Innenheizung (6) eine aus einer an der Prägewalze (1) anliegenden, innenbeheizten Wärmeausgleichswalze (20) bestehende Außenheizung vorgesehen ist, wobei der Tragkörper (21) dieser Wärmeausgleichswalze (20) aus einem Material mit sehr guter Wärmeleitfähigkeit besteht und mit einer diamantähnlichen Keramik (22) beschichtet ist.
  4. 4. Verfahren zum Betrieb eines Quarzrohrstrahlers nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als schnelle Sprungantwort auf ein entsprechendes Signal des Thermopiles (14) kurzzeitig eine Überspannung an den Quarzrohrstrahler angelegt wird.
  5. 5. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei der Tragkörper der Prägewalze aus warmfestem Stahl besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragkörper (2) innen und außen von einer Kupferschicht (3, 4) umhüllt ist.
  6. 6. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Oberfläche der Kupferschicht (3) gewindeprofilartig (7) strukturiert ist.
  7. 7. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine nach einem der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Kupferschicht (5) in Achsrichtung der Prägewalze (1) über die Silikonschicht (5) hinausragt, um eine Meßfläche für ein zweites auf den Infrarot-Halogenstrahler (6) der Innenheizung geschaltetes Thermopile (15) zu bilden.
  8. 8. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Thermopile (15) über ein innenverspiegeltes Rohr (17) auf die Meßfläche gerichtet ist.
  9. 9. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragkörper (2) der Prägewalze (1) und/oder der Tragkörper (21) der Wärmeausgleichswalze (20) aus Berylliumoxid besteht.
  10. 10. Heizungssystem für eine Heißprägemaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Oberfläche des Tragkörpers (2) und/oder (21) gewindeprofilartig strukturiert ist.






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