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Dokumentenidentifikation DE4440550A1 15.05.1996
Titel Einrichtung und Verfahren zum Einbringen einer Erdsonde in ein Bohrloch
Anmelder Angerer, Xaver, 87730 Grönenbach, DE;
Angerer, Werner, 87730 Grönenbach, DE
Erfinder Angerer, Xaver, 87730 Grönenbach, DE;
Angerer, Werner, 87730 Grönenbach, DE
Vertreter Hübner, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 87435 Kempten
DE-Anmeldedatum 12.11.1994
DE-Aktenzeichen 4440550
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse E21B 23/00
IPC-Nebenklasse F24J 3/08   
Zusammenfassung Nachdem mittels eines Bohrwerkes (10) ein Erdbohrloch (14) gebohrt worden ist, wird am Mast (12) des Bohrwerkes (10) vorübergehend eine Haspel (28) befestigt, auf der Schlauchwickel nebeneinanderliegend angeordnet sind, deren Stränge (24) zu einer gemeinsamen Erdsonde (22) führen. Durch Drehen der Haspel (28) werden die Schlauchstränge (24) nahezu senkrecht in das Bohrloch (14) eingefahren. Am Drehkopf (16) wird ein Druckgestänge (34), bestehend aus nacheinander verschraubten Rohrstücken abgestützt, das seinerseits den Sondenkopf (22) abwärts drückt. Mit der Erfindung kann ein z. B. aus vier Schlauchsträngen (24) bestehendes Schlauchbündel auch in wassergefüllte Bohrlöcher problemlos und reibungsarm eingebracht werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Einbringen einer Erdsonde in ein vorher gebohrtes Bohrloch, dessen Durchmesser ein gerade notwendiges Übermaß zu einem Sondenkopf der Erdsonde aufweist, die mehrere Rohrstränge aufweist.

Erdsonden dienen zur Ausnutzung geothermischer Energie. In ein gebohrtes Erdloch von z. B. 50 m Tiefe werden mindestens zwei Rohrstränge eingebracht. In einem Rohrstrang wird Kaltwasser abwärts gepumpt. Im anderen Rohrstrang strömt das angewärmte Wasser nach oben. Der Temperaturunterschied der beiden Wasserströme wird für Heizzwecke ausgenutzt, beispielsweise zum Beaufschlagen eines Verdampfers einer Wärmepumpe.

Nach einem bekannten Verfahren werden vier eng aneinanderliegende Rohrstränge in Form relativ starrer Kunststoffrohre auf dem Gelände ausgelegt und dann per Hand im Nachbarbereich des Bohrloches angehoben, nach unten abgebogen und in das Bohrloch eingebracht. Zum weiteren Absenken der Rohrstränge müssen die auf dem Gelände liegenden Stranglängen nachgezogen werden. Dieses manuelle Verfahren erfordert mehrere Arbeitskräfte. Beim Biegen der Rohrstränge können insbesondere bei kalter Witterung Brüche auftreten, die häufig unerkannt bleiben. Obwohl die Bohrlochinnenfläche vorher verfestigt ist, können noch Gebirgsstücke im Wege sein, die das weitere Absenken der Rohrstränge verhindern. Dem manuell aufzuwendenden Abwärtsdruck der Rohrstränge steht deren Auftrieb gegenüber, denn das Bohrloch ist häufig mit Wasser gefüllt. In solchen Fällen müssen die Bohrstränge ebenfalls mit Wasser gefüllt werden, das später mit Druckluft herausgedrückt werden muß. Der aufzuwendende Abwärtsdruck auf die Erdsonde ist bei den bekannten Verfahren begrenzt, einmal, weil der Druck manuell aufgebacht werden muß und zum anderen, weil sich die Rohrstränge bei Druckbelastung ausbauchen und an der Bohrlochinnenfläche anlegen, wodurch die Reibung extrem ansteigt.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zu schaffen, mit der ein sicheres, schonendes Einbringen der Rohrstränge einer Erdsonde auch in tiefe Bohrlöcher gewährleistet ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Rohrstränge aus flexiblen Schläuchen bestehen, die je zu einem Schlauchwickel aufgewickelt sind, daß die Schlauchwickel nebeneinanderliegend auf einem Haspelkern aufgeschoben sind, der in einem Lagergestell drehbar gelagert ist und dessen wirksamer Außendurchmesser unter Beachtung eines für das Aufschieben des Schlauchwickels ausreichenden Übermaßes dem Innendurchmesser des Schlauchwickels entspricht und daß das Lagergestell den Haspelkern in einem Niveaubereich oberhalb der Bohrlochmündung abstützt, so daß die von dieser an den Innendurchmesser des Schlauchwickels gelegte Tangente mit der Bohrlochachse einen Winkel von höchstens etwa 45° bildet.

Dank des in einem Lagergestell drehbar gelagerten Hapselkerns werden die Schlauchstränge möglichst lotrecht in das Bohrloch eingeführt. Unkontrollierte Biegungen der Rohrstränge treten nicht mehr auf. Die Schläuche sind ausreichend flexibel, um zum Beispiel mit einem Wickel-Innendurchmesser von 60 cm bis 100 cm aufgewickelt werden zu können. Die Schlauchwickel haben eine konfektionierte Länge gleich der Bohrlochtiefe. Durch Drehen des Haspelkerns wickeln alle vier Schlauchwickel gleichmäßig ab. Es ist ohne weiteres möglich, die aufgewickelten Schlauchstränge mit Wasser zu füllen, um den Auftrieb im Bohrloch zu kompensieren. Das Einbringen der Rohrstränge in das Bohrloch erfolgt wesentlich schneller und im wesentlichen ohne manuellen Kraftaufwand.

Gemäß einer Ausgestaltung laufen die Rohrstränge durch mindestens eine Führung oberhalb des Bohrloches und der Haspelkern kann gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung mit einem steuerbaren Drehantrieb ausgestattet sein, um die Rohrstränge durch die Linearführung hindurch in das Bohrloch abwärts zu drücken.

Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß das Lagergestell am Bohrmast eines verfahrbaren Bohrwerkes lösbar befestigt ist. Das Lagergestell benötigt dann kein eigenes Bodengestell, da der vorhandene Bohrmast des Bohrwerkes zur vorübergehenden Lagerung des Haspelkerns benutzt wird. Mit dem weiteren vorteilhaften Merkmal, daß das Lagergestell an dem auf- und abbeweglich geführten Drehkopf des Bohrwerkes befestigt ist, wird erreicht, daß ein abwärts gerichteter Druck auf den Sondenkopf der Erdsonde ausgeübt werden kann.

Die zusätzliche Abtriebskraft auf den Sondenkopf läßt sich in mehreren Varianten erreichen. Bei direkter Lagerung des Haspelkerns am Drehkopf kann der Haspelkern eine Rücklaufsperre haben, um eine Relativverschiebung der Rohrstränge bezüglich des Drehkopfes zu verhindern. Der Abwärtshub des Drehkopfes ist dann gleich der Einbringtiefe der Erdsonde. Beim Aufwärtshub des Drehkopfes wickeln sich die Schlauchwickel vom Haspelkern ab. Dabei wird vorzugsweise die eingebrachte Rohrstranglänge manuell oder mittels einer Rückhaltevorrichtung festgehalten, so daß sie an einer Aufwärtsbewegung gehindert ist. Gemäß einer Variante befindet sich das Lagergestell mit dem Haspelkern zwar vorzugsweise ebenfalls am Bohrmast, jedoch nicht am auf- und abgehenden Drehkopf. Dieser trägt vielmehr eine Klemmeinrichtung, die die Schlauchstränge während des Abwärtsganges klemmend umgreift. Beim Aufwärtsgang des Drehkopfes ist diese Klemmung gelöst.

Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß im Drehkopf des Bohrwerkes das oberste Rohrstück eines aus mehreren koaxial miteinander verbundenen Rohrstücken bestehenden Druckgestänges befestigt ist, dessen unterstes Rohrstück auf den im Bohrloch befindlichen Sondenkopf der Erdsonde drückt, wobei nach jedem Abwärtshub des Drehkopfes dieser vom obersten Rohrstück lösbar ist und nach erfolgtem Aufwärtshub mit einem neuen, mit dem Druckgestänge verbundenen Rohrstück kuppelbar ist. Mit dieser Variante wird der erhebliche Vorteil erreicht, daß die Abtriebskraft auf dem Sondenkopf allein von dem mechanischen Druckgestänge bewirkt wird, so daß die Schläuche von jeglichem Druck entlastet sind und sogar in gewissem Umfang auch zugbelastet werden können, was eine Streckung der Schläuche zur Folge hat. Der Haspelkern kann am Bohrmast, also unabhängig vom Drehkopf gelagert sein oder auch auf einem eigenen Bodengestell drehbar abgestützt sein. Bei jedem Abwärtsgang des Drehkopfes wird somit eine diesem Arbeitshub entsprechende Schlauchlänge abgewickelt. Alternativ kann der Haspelkern aber ebenfalls am Drehkopf gelagert sein. Das Abwickeln erfolgt dann beim Aufwärtshub des Drehkopfes. Das eingeführte Druckgestänge verhindert dabei ein Wiederanheben der Sonde.

Mit dem neuartigen Verfahren wird erreicht, daß die Schlauchstränge schonend in das Bohrloch eingeführt und unter Anwendung eines maschinell erzeugten Abwärtsdruckes auch gegen den auf sie ausgeübten Auftrieb bei Wasserfüllung des Bohrloches sicher niedergebracht werden können. Etwaige kleinere Gebirgestücke im Bohrloch werden dabei von dem abwärts getriebenen Sondenkopf aus dem Weg geräumt. Dank der Verwendung eines separaten Druckgestänges, werden die Schläuche unter Zug in das Bohrloch eingebracht. Das Bohrloch braucht dann gerade nur den Durchmesser etwa gleich dem Sondenkopfdurchmesser aufzuweisen, weil die Schlauchstränge dank ihrer Streckung keine Wandberührung haben. Das Druckgestänge wird nach erfolgtem Einbringen der Erdsonde Stück für Stück wieder herausgezogen.

Anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel darstellt, wird die Erfindung näher beschrieben.

Es zeigt:

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht der Einrichtung zum Einbringen einer Erdsonde in ein Bohrloch,

Fig. 2 eine Heckansicht der Einrichtung nach Fig. 1 mit einem, an einem Bohrwerk befestigten Lagergestell für eine Haspel mit Schlauchwickeln,

Fig. 3 eine Ansicht ähnlich Fig. 2, jedoch ohne die Schlauchwickel,

Fig. 4 eine vergrößerte Ansicht von vier dicht nebeneinander koaxial angeordneten Schlauchwickeln,

Fig. 5 eine Querschnittansicht durch den Sondenkopf der Erdsonde gemäß der Linie 5-5 von Fig. 4,

Fig. 6 eine Ansicht der Haspel zur Aufnahme zur Aufnahme von Schlauchwickeln,

Fig. 7 eine vergrößerte Schnittansicht des Details 7 von Fig. 6,

Fig. 8 eine Stirnansicht der Haspel,

Fig. 9 eine vergrößerte Ansicht des Details 9 in Fig. 8,

Fig. 10 eine Seitenansicht des Lagergestells für die Haspel,

Fig. 11 eine Draufsicht auf das Lagergestell,

Fig. 12 die Ansicht eines Druckgestänges zum Abwärtsdrucken des Sondenkopfes der Erdsonde,

Fig. 13 die Draufsicht auf einen Sperrschieber gemäß der Linie 13-13 von Fig. 12,

Fig. 14 die Ansicht eines Zugkopfes zum Heben des Druckgestänges, und

Fig. 15 eine Schnittansicht durch den Sondenkopf längs der Linie 15-15 von Fig. 12.

Ein allgemein mit 10 bezeichnetes Bohrwerk ist so positioniert, daß ein Bohrmast 12 des Bohrwerks 10 lotrecht ausgerichtet über einem Bohrloch 14 orientiert ist. Ein schematisch veranschaulichter Drehkopf 16 der bei einem Bohrwerk 10 zum Einbringen des Bohrloches 14 dient, ist am Bohrmast 12 an einer Gleitführung geführt und wird mittels einer Endloskette 18 intermittierend auf- und abbewegt. Beim Einbringen einer Erdsonde 20 ist der Drehantrieb des Drehkopfes 16 funktionslos.

Die Erdsonde 20 besteht aus einem Sondenkopf 22, an dem vier eng aneinanderliegende Schlauchstränge 24 deckseitig befestigt sind. Wie sich aus Fig. 5 ergibt, bilden die Achsen der vier Schlauchstränge 24 im Bereich des Sondenkopfes 22 die Eckpunkte eines Quadrats mit einer Kantenlänge, die gleich oder geringfügig größer als der Durchmesser der Schlauchstränge 24 ist. Der Querschnitt des Sondenkopfes 22 ist hier quadratisch dargestellt, wobei die Ecken gerundet sind.

Die vier Schlauchstränge 24 werden in Form von Schlauchwickeln 26 gleicher Länge entsprechend der Tiefe des Bohrloches 14 angeliefert. Die Schlauchwickel 26 werden auf einen Haspelkern 30 einer Haspel 28 aufgeschoben. Der Haspelkern hat einen nur geringfügig kleineren Durchmesser als der Innendurchmesser der Schlauchwickel 26. In einem Ausführungsbeispiel haben die Schlauchwickel einen Innendurchmesser von 65 cm und der Haspelkern 30 hat einen wirksamen Durchmesser von 60 cm.

Die Haspel 28 wird mit den vier Schlauchwickeln 26 in ein Lagergestell 32 eingehängt, das vorher am Drehkopf 16 befestigt worden ist. Die Haspel 28 ist im Lagergestell 32 frei drehbar und hat vom Bohrmast 12 einen möglichst geringen Horizontalabstand, so daß der Winkel, den die vier, von der Haspel 28 zur Bohrlochmündung 15 ablaufenden Schlauchstränge 24 mit der Bohrlochachse bilden, möglichst gering ist. Im Ausführungsbeispiel beträgt dieser Winkel bei vollem Wickel in der obersten Stellung des Drehkopfes 16 etwa 10° und in der untersten Stellung etwa 20°. Mit zunehmender Verkleinerung der Schlauchwickel vergrößert sich der jeweilige Winkel mit der Bohrlochachse. Der maximale Winkel sollte 30° betragen. In Sonderfällen kann dieser Winkel in der Tiefststellung der Ablaufhaspel 28 45° betragen.

Die insoweit beschriebene Einrichtung ist an sich betriebsbereit. Die Haspel kann von Hand gedreht werden, um die Schlauchstränge 24 abzuwickeln und die Erdsonde 20 in das Bohrloch 14 kontinuierlich einzufahren. Entsteht im Bohrloch ein zu starker Auftrieb, wird das weitere Einfahren durch intermittierende Ab- und Aufbewegungen des Drehkopfes 16 bewirkt. Dazu wird entweder die Haspel 28mit einer Rücklaufsperre selbsttätig gesperrt und beim Aufwärtsgang des Drehkopfes 16 die in das Bohrloch 14 abgesenkte Erdsonde 20 festgehalten.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird zusätzlich ein Druckgestänge 34 verwendet, das gemäß Fig. 12 aus einer Anzahl stirnseitig verschraubter Rohrstücke 36 besteht und dessen unterstes Rohrstück 36 eine sich nach unten verjüngende Spitze 38 trägt, die in einem Zapfen 40 endet, der in ein Sackloch 42 des Sondenkopfes 22 eingesteckt ist. Das oberste Rohrstück 36 ist jeweils im Drehkopf 16 abgestützt. Beim Abwärtsgang des Drehkopfes 16 bewegen sich dieser und der Sondenkopf 22 mit dem Druckgestänge 34 als starre Einheit. Die Schlauchstränge 24 sind dabei druckentlastet und werden bei entsprechendem Abrollwiderstand der Haspel 28 sogar auf Zug beansprucht, so daß eine erwünschte Streckung der Schlauchstränge 24 erfolgt.

Nach Beendigung eines Abwärtshubes des Drehkopfes 16 wird der Antrieb der Kette 18 umgesteuert, und der Drehkopf 16 fährt aus dem obersten Rohrstück 36 des Druckgestänges 34 aus, das seinerseits eine Aufwärtsbewegung der Erdsonde 20 verhindert. Bei fehlendem Auftrieb im Bohrloch 14 kann es nötig werden, das Druckgestänge 34 mittels eines Sperrgliedes 44 (Fig. 12, 13) in seiner Absenkposition zu sichern. Dazu weisen die Rohrstücke 36 dicht unter dem oberen Schraubende zwei längs beabstandete Abflachungspaare 46 auf. Das Sperrglied 44 ist gabelartig ausgebildet und kann über die beiden Abflachungen 46 eines Abflachungspaares horizontal eingeschoben werden. Beim Aufwärtsgang des Drehkopfes 16 spult die Haspel 28 ab. In der obersten Position des Drehkopfes 16 kann ein neues Rohrstück 36 mit dem Druckgestänge 34 verschraubt werden. Der Drehkopf 16 fährt dann wieder abwärts, wobei das obere Ende des neuen Rohrstückes relativ in den Drehkopf 16 bis auf Anschlag einfährt. Anschließend findet das weitere Absenken der Erdsonde 20 statt.

Nachdem die Schlauchwickel 26 abgespult sind, die Erdsonde 20 damit in das Bohrloch 14 eingebracht ist, wird das Druckgestänge 34 ausgehoben. Dazu wird ein Zugkopf 48 verwendet, der aus einem Schaft 50 und einem, an dessen oberem Ende schwenkbar gelagerten zweiarmigen Bügel 52 besteht. Der obere Arm 54 trägt einen Wirbel 56, an dem ein Zugseil 58 befestigt ist, das am Drehkopf 16 eingehängt werden kann, vorzugsweise aber zu einer nicht dargestellten separaten Seilwinde führt, mit der schneller gearbeitet werden kann. Der zweite Arm 60 des Schwenkbügels 52 hat an seinem unteren Ende eine rechtwinklig vorspringende Gabel 62 entsprechend derjenigen des Sperrgliedes 44. Der Schaft 50 endet unten in einem Steckzapfen 64 der einfach in das obere Gewindeloch 66 des obersten Rohrstückes 36 axial eingesteckt wird. Der Schwenkbügel 52 kann dann in die in Fig. 12 gezeigte Stellung verschwenkt werden, wobei die Gabel 62 mit dem obersten der beiden Abflachungspaare 46 des Rohrstückes 36 in Kupplungseingriff tritt. Durch Drehen der Seilwinde wird nun das Druckgestänge 34 um eine Rohrstücklänge 36 angehoben. Das Sperrglied 44 wird in die untere Abflachung des nächsten Rohrstückes eingeschoben, um das Druckgestänge 34 zu sichern. Dann wird der Zugkopf 48 vom obersten Rohrstück 36 abgenommen, dieses Rohrstück 36 vom Druckgestänge 34 abgeschraubt und der Zugkopf 48 am nächsten Rohrstück 36 wieder angebracht. Auf diese Weise wird das Druckgestänge 34 abschnittsweise ausgehoben.

Die Haspel 28 gemäß Fig. 6 bis 9 besteht aus einem Haspelkern 30, der sich aus sechs oder acht parallelen Stäben 68 zusammensetzt, die etwa auf einem Kreiszylinder liegen. Die Stäbe 68 sind jeweils endseitig durch Ringe 70 miteinander verbunden, die über Radialarme mit einer Welle 72 verschweißt sind. Auf der Welle 72 sind zwei Kugellager 75 befestigt. Die Haspel 28 wird durch zwei Endscheiben 74 vervollständigt, von denen eine stirnseitig abnehmbar ist.

Das Lagergestell 32 gemäß Fig. 10 und 11 weist einen U-Bügel 76 auf, auf dessen Schenkel endseitig nach oben offene Gabeln 78 befestigt sind, die zur Einlage der Außenringe der Kugellager 75 der Welle 72 der Haspel 28 dienen. Der U-Bügel 76 ist über Versteifungsstreben mit einem Tragrohr 80 mit lotrechter Achse verbunden, das in den Drehkopf 16 paßt, wodurch eine sehr einfache Befestigung des Lagergestells 32 am Drehkopf 16 möglich ist. Seitliche Flügel am zentralen Tragrohr 80 dienen zur Anlage am Bohrmast 12.

Die Rohrstücke 36 des Druckgestänges 34 passen ihrerseits in das Tragrohr 80, so daß dieses beim Abwärtsgang des Drehkopfes 16 die obere Führung des Druckgestänges 34 übernimmt.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Einbringen einer Erdsonde in ein vorher gebohrtes Bohrloch (14), dessen Durchmesser ein gerade notwendiges Übermaß zu einem Sondenkopf (22) der Erdsonde (20) aufweist, die mehrere Rohrstränge (24) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrstränge (24) aus flexiblen Schläuchen bestehen, die je zu einem Schlauchwickel (26) nebeneinander liegend axial auf einen Haspelkern (30) aufgeschoben sind, der in einem Lagergestell (32) drehbar gelagert ist und dessen wirksamer Außendurchmesser unter Beachtung eines für das Aufschieben des Schlauchwickels (26) ausreichenden Übermaßes dem Innendurchmesser des Schlauchwickels (26) entspricht und daß das Lagergestell (32) den Haspelkern (30) in einem Niveaubereich oberhalb der Bohrlochmündung (15) abstützt, so daß die von dieser an den Innendurchmesser des Schlauchwickels (26) gelegte Tangente mit der Bohrlochachse einen Winkel von höchstens etwa 45° bildet.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lagergestell (32) am Bohrmast (12) eines verfahrbaren Bohrwerkes (10) lösbar befestigt ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Lagergestell (32) am auf- und abbeweglich geführten Drehkopf (16) des Bohrwerkes (10) lösbar befestigt ist.
  4. 4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Lagergestell (32) dicht benachbart der Vertikalbewegungsbahn eines oberhalb des Bohrloches (14) befindlichen Drehkopfes (16) eines Bohrwerkes (10) angeordnet ist, und daß am Drehkopf (16) das oberste Rohrstück (36) eines aus mehreren koaxial miteinander verbundenen Rohrstücken (36) bestehenden Druckgestänges (34) abgestützt ist, dessen unterstes Rohrstück (36) auf den, im Bohrloch (14) befindlichen Sondenkopf (22) der Erdsonde (20) drückt, wobei nach jedem Abwärtshub des Drehkopfes (16) dieser vom obersten Rohrstück (36) lösbar ist und nach erfolgtem Aufwärtshub mit einem neuen, mit dem Druckgestänge (34) verbundenen Rohrstück (36) kuppelbar ist.
  5. 5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ausbau des Druckgestänges (34) ein Zugkopf (48) vorgesehen ist, der an einer Zugvorrichtung hängt und aus einem, mit dem jeweils obersten Rohrstück (36) stirnseitig verbindbaren Schaft (50) besteht, an dessen oberem Ende ein zweiarmiger Schwenkbügel (52) schwenkbar gelagert ist, der einen, sich über das Schwenklager nach oben erstreckenden ersten Arm (54) mit einem Lagermittel (56) für ein Zugseil (58) der Zugvorrichtung und einen nach unten ragenden zweiten Arm (60) aufweist, der ein abgewinkeltes Sperrglied (62) besitzt, das mit dem Rohrstück (36) formschlüssig in Sperreingriff tritt und die Zug kraft auf das Druckgestänge (34) überträgt.
  6. 6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrstücke (36) miteinander stirnseitig verschraubt sind und daß der Schaft (50) am unteren Ende einen Steckzapfen (64) aufweist, der in das Innengewinde (66) oder auf das Außengewinde des Rohrstückes (36) ein- bzw. aufsteckbar ist.
  7. 7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß am untersten Rohrstück (36) eine sich nach unten querschnittsmäßig verjüngende Spitze (38) angeschraubt ist, die in einem Zapfen (40) endet, der in ein zentrales Sackloch (42) des Sondenkopfes (22) paßt.
  8. 8. Verfahren zum Einbringen einer Erdsonde (20) bestehend aus mehreren Rohrsträngen (24) und einem Sondenkopf (22) in ein Bohrloch (14), nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Schlauchwickel (26) nebeneinander auf einem gemeinsamen Haspelkern (30) angeordnet werden und dieser in ein Lagergestell (32) drehbar eingelegt wird, daß das Lagergestell (32) benachbart einem Bohrmast (12) eines Bohrwerkes (10) angeordnet wird, daß ein undrehbar gehaltener Drehkopf (16) des Bohrwerkes (10) intermittierend auf- und abbewegt wird, und daß während der Abwärtsbewegung vom Drehkopf (16) auf den Sondenkopf (22) eine abwärts gerichtete Kraft ausgeübt wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Drehkopf eine Klemmvorrichtung lösbar vorgesehen ist, die die von den Schlauchwickeln (26) ablaufenden Schlauchstränge (24) während des Abwärtsganges des Drehkopfes (16) festgeklemmt hält.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Drehkopf (16) nacheinander, ein Druckgestänge (34) bildende Rohrstücke (36) abgestützt werden, wobei das unterste Rohrstück (36) auf den Sondenkopf (22) drückt.






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