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Dokumentenidentifikation DE68924384T2 15.05.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0353629
Titel Photographisches Element mit einer Dispersion von festen Teilchen eines Abfängers für oxidierten Entwickler.
Anmelder Eastman Kodak Co., Rochester, N.Y., US
Erfinder Henzel, Richard Paul c/o EASTMAN KODAK COMPANY, Rochester New York 14650, US;
Zengerle, Paul Leo c/o EASTMAN KODAK COMPANY, Rochester New York 14650, US
Vertreter Brandes, J., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 81541 München
DE-Aktenzeichen 68924384
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 27.07.1989
EP-Aktenzeichen 891138455
EP-Offenlegungsdatum 07.02.1990
EP date of grant 27.09.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse G03C 7/388
IPC-Nebenklasse G03C 7/392   

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft die Photographie und insbesondere die Verwendung von Abfangverbindungen für oxidierten Entwickler in photographischen Elementen.

Photographische Elemente erzeugen im allgemeinen Bilder durch eine Reaktion, bei der ein Entwickler exponiertes Silberhalogenid zu metallischem Silber reduziert. Der oxidierte Entwickler reagiert dann oftmals mit einem Kuppler, der einen bilderzeugenden Farbstoff oder andere photographisch nützliche Gruppen bildet oder freisetzt; wobei jedoch unerwünschte Reaktionen zwischen oxidiertem Entwickler und Komponenten des photographischen Elementes zu nachteiligen Effekten führen können, wie z. B. einer Farbstoffverfarbung. Beispielsweise wird in einem mehrschichtigen farbphotographischen Element ein unterschiedliches Farbstoffbild in jeder Schicht durch Umsetzung von oxidiertem Entwickler in der Schicht mit einem einen Farbstoffliefernden Kuppler erzeugt. Eine Luftoxidation des Entwicklers kann zu einer Reaktion mit einen Farbstofflieferndem Kuppler führen, wo keine Silberentwicklung stattgefunden hat, was zu einer unerwünschten Farbstoffverfärbung führt. Auch kann die Wanderung von oxidiertem Entwickler von einer Schicht in eine andere Schicht zu einer Farbverschmutzung von einer Schicht mit Bildinformationen von einer anderen Schicht führen, wodurch die Bildwiedergabe nachteilig beeinflußt wird.

Um unerwünschte Reaktionen zwischen oxidiertem Entwickler und Komponenten des photographischen Elementes auf ein Minimum zu beschränken, werden Abfangverbindungen oder Abfänger für oxidierten Entwickler eingesetzt. Diese Abfangverbindungen werden in photographischen Elementen in Positionen angeordnet, wie Zwischenschichten, um die Umsetzung von oxidiertem Entwickler mit Komponenten in dem Element zu verhindern oder zu vermindern.

Als Abfangverbindungen für oxidierten Entwickler sind weit verbreitet Hydrochinonderivate verwendet worden. Derartige Verbindungen werden beispielsweise beschrieben in den U.S.- Patentschriften 2 728 659, 3 700 453, 3 982 944 und 4 366 236. Im allgemeinen wandern sie nicht in dem photographischen Element und fangen osidierten Entwickler wirksam ab. Der Stand der Technik lehrt, daß diese Abfangverbindungen in photographische Elemente als "Öl-in-Wasser-Dispersionen" eingeführt werden können. Hiermit ist gemeint, daß die Abfangverbindungen in einem Lösungsmittel gelöst werden, das in Form feiner Tröpfchen in einer wäßrigen Gelatinelösung dispergiert wird, worauf die Dispersion in Form einer Schicht eines photographischen Elementes zur Beschichtung verwendet wird. Alternativ können die Abfangverbindungen in einen Polymerlatex eingeführt werden, wie es in den U.S.-Patentschriften 4 447 523 und 4 575 481 beschrieben wird.

Obgleich Hydrochinonderivate im allgemeinen als Abfangverbindungen für oxidierten Entwickler effektiv sind, neigen sie dazu, durch Sauerstoff der Atmosphäre selbst oxidiert zu werden. Werden photographische Elemente, die Hydrochinon- Abfangverbindungen enthalten, über längere Zeiträume hinweg aufbewahrt, so kann die Wirksamkeit der Abfangverbindungen durch Luftoxidation reduziert werden.

Es wurde nunmehr gefunden, daß wenn Hydrochinonderivat- Abfangverbindungen für oxidierten Entwickler in ein photographisches Element in Form einer Festteilchen-Dispersion eingeführt werden, ihre Stabilität gegenüber einer Oxidation beträchtlich erhöht wird im Vergleich zu üblichen Dispersionen.

Die vorliegende Erfindung stellt ein photographisches Element bereit mit einem Träger, auf dem sich mindestens eine Silberhalogenidemulsionsschicht befindet sowie eine Schicht, die die gleiche ist oder verschieden von der Silberhalogenidschicht, mit einer aus einem Hydrochinonderivat bestehenden Abfangverbindung für oxidierten Entwickler, wobei das photographische Element dadurch gekennzeichnet ist, daß das Hydrochinonderivat in Form einer Dispersion von Festteilchen vorliegt, die im wesentlichen bestehen aus dem Hydrochinonderivat, das in einem Bindemittel dispergiert ist.

Gemäß einer anderen Ausführungsform stellt die Erfindung ein Verfahren zur Einführung einer aus einem Hydrochinonderivat bestehenden Abfangverbindung für oxidierten Entwickler in einer Schicht eines photographischen Elementes bereit, das die Stufen umfaßt (1) Dispergieren von festen Teilchen, bestehend im wesentlichen aus einem Hydrochinonderivat in einem wäßrigen Medium mit einem Bindemittel und (2) Auftragen der erhaltenen Dispersion in Form einer Schicht auf einen Träger.

Die aus einem Hydrochinonderivat bestehenden Abfangverbindungen für oxidierten Entwickler, die in der Praxis der Erfindung eingesetzt werden, sind aus dem Stande der Technik gut bekannt. Geeignete Hydrochinonderivate werden beschrieben in den U.S.-Patentschriften 2 336 327, 2 360 290, 2 403 721, 2 728 659, 3 700 453, 3 982 944 und 4 366 236. Die Abfangverbindungen sollten fest und praktisch unlöslich in Wasser unter Beschichtungsbedingungen sein, zu denen Temperaturen von 10 bis 50ºC und pH-Werte von 5,0 bis 7,0 gehören.

Diese und andere Hydrochinonderivate, die gemäß dieser Erfindung verwendet werden können, werden durch die Formeln (I) bis (VI) unten wiedergegeben:

worin X&sub1;, X&sub2; und X&sub3;, die gleich oder verschieden sein können, jeweils darstellen ein Halogenatom (z. B. Chloratom, Bromatom usw.); eine aliphatische Gruppe, wie z. B. eine Alkylgruppe mit 1 bis 22 Kohlenstoffatomen (z. B. geradkettige oder verzweigtkettige Alkylgruppen, wie z. B. eine Methylgruppe, Ethylgruppe, n-Propylgruppe, Isopropylgruppe, n-Butylgruppe, tert.-Butylgruppe, n-Pentylgruppe, n-Decylgruppe, tert.-Decylgruppe, n-Dodecylgruppe, sek.-Dodecylgruppe, tert.-Dodecylgruppe, n-Pentadecylgruppe, sek.-Pentadecylgruppe, tert.-Pentadecylgruppe, sek.-Octadecylgruppe, tert.-Octadecylgruppe usw.), eine substituierte Alkylgruppe mit insgesamt 1 bis 22 Kohlenstoffatomen, wobei der Substituent bestehen kann aus einem Halogenatom (Chloratom, Bromatom usw.), einer Hydroxygruppe, einer Alkoxygruppe, einer substituierten Aminogruppe (einschließlich einer Alkyl- oder Arylsulfamoylgruppe und einer Alkyl- oder Arylcarbamoylgruppe), eine Cyanogruppe usw. (z. B. 4-Chlorobutylgruppe, 2-Hydroxyethylgruppe, 3-Methoxypropylgruppe, 3-n-Butylsulfamoylpropylgruppe usw.), eine Alkenylgruppe mit 3 bis 22 Kohlenstoffatomen (z. B. Allylgruppe usw.), eine Cycloalkylgruppe mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen (z. B. Cyclohexylgruppe usw.) und eine Aralkylgruppe mit 7 bis 22 Kohlenstoffatomen (z. B. eine Benzylgruppe, Phenethylgruppe, 4-Methylphenylethylgruppe usw.); eine Arylgruppe mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen (insgesamt) (z. B. eine Phenylgruppe, eine Phenylgruppe, die substituiert ist durch eine Alkylsulfonylgruppe oder Arylsulfonylgruppe usw.); eine Alkoxygruppe, wie z. B. eine Alkoxygruppe mit l bis 22 Kohlenstoffatomen, die substituiert sein kann (z. B. durch eine Methoxygruppe, Ethoxygruppe, n-Butoxygruppe, n-Dodecyloxygruppe usw.); eine Aryloxygruppe, wie z. B. eine Aryloxygruppe mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, die substituiert sein kann (z. B. eine Phenoxygruppe, 4-n-Butoxyphenyloxygruppe usw.); eine Alkylthiogruppe, wie z. B. eine Alkylthiogruppe mit 1 bis 22 Kohlenstoffatomen, die substituiert sein kann (z. B. Methylthiogruppe, Ethylthiogruppe, n-Pentylthiogruppe, n-Dodecylthiogruppe, n-Pentadecylthiogruppe, 5-Chloropentylthiogruppe usw.); oder eine Arylthiogruppe, wie z. B. eine Arylthiogruppe mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, die substituiert sein kann (z. B. Phenylthiogruppe, 4-Nitrophenylthiogruppe usw.). X&sub1; und X&sub2; können ferner gemeinsam miteinander einen kondensierten Ring bilden, vorzugsweise einen 5- bis 7-gliedrigen Ring (z. B. einen Cyclopentanring, Cyclohexanring, Cyclohexadienring, Norbornenring usw.). R steht für eine aliphatische Gruppe, wie oben für X&sub1;, x&sub2; und X&sub3; angegeben.

Zu Beispielen von geeigneten Abfangverbindungen für oxidierten Entwickler auf Basis von Hydrochinonderivaten gehören:

(Alle Alkylgruppen sind n-Alkylgruppen, sofern nichts anderes angegeben ist).

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hat das Hydrochinonderivat substituierte oder unsubstituierte Alkylsubstituenten mit jeweils 1 bis 22 Kohlenstoffatomen, die sich in meta- oder para-Stellung zueinander an dem Hydrochinonphenylring befinden. Zu Beispielen von unsubstituierten Alkylsubstituenten gehören geradkettige oder verzweigtkettige Alkylgruppen, wie z. B. die Methylgruppe, Ethylgruppe, n-Propylgruppe, Isopropylgruppe, n-Butylgruppe, tert.-Butylgruppe, n-Pentylgruppe, n-Decylgruppe, tert.-Decylgruppe, n-Dodecylgruppe, sek.-Dodecylgruppe, tert.-Dodecylgruppe, n-Pentadecylgruppe, sek.-Pentadecylgruppe, tert.-Pentadecylgruppe, sek.-Octadecylgruppe, tert.-Octadecylgruppe usw.). Die Alkylgruppen können substituiert sein mit beispielsweise einem Halogenatom (Chloratom, Bromatom usw.), einer Hydroxygruppe, einer Alkoxygruppe, einer substituierten Aminogruppe (einschließlich einer Alkyl- -oder Arylsulfamoylgruppe und Alkyl- oder Arylcarbamoylgruppe), einer Cyanogruppe usw. (z. B. 4-Chlorobutylgruppe, 2-Hydroxyethylgruppe, 3-Methoxypropylgruppe, 3-n-Butylsulfamoylpropylgruppe usw.), einer Alkenylgruppe mit 3 bis 22 Kohlenstoffatomen (z. B. einer Allylgruppe usw.), einer Cycloalkylgruppe mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen (z. B. einer Cyclohexylgruppe usw.) und einer Aralkylgruppe mit 7 bis 22 Kohlenstoffatomen (z. B. Benzylgruppe, Phenethylgruppe, 4-Methylphenylethylgruppe usw.).

Die Hydrochinonderivate, die für die vorliegende Erfindung geeignet sind, können hergestellt werden nach Synthese- Techniken, die aus dem Stande der Technik gut bekannt sind. Die Synthese von diesen Verbindungen wird beschrieben in den U.S.-Patentschriften 2 728 659, 3 700 453, 3 982 944 und 4 366 236.

Die Festteilchendispersion kann hergestellt werden durch Ausfällung oder durch Wiederausfällung des Farbstoffes in Form einer Dispersion in Gegenwart von einem oder mehreren Dispergiermitteln oder durch allgemein bekannte Mahltechniken. Zu Beispielen für solche Mahltechniken gehören das Vermahlen der festen Abfangverbindung in Gegenwart eines Dispergiermittels in einer Kugelmühle&sub1; Sandmühle oder Kolloidmühle. Wieder-Ausfälltechniken durch Auflösen der Abfangverbindung und Ausfällung durch Veränderung des Lösungsmittels und/oder des PH-Wertes in Gegenwart eines Dispergiermittels sind aus dem Stande der Technik gut bekannt. Mahltechniken sind aus dem Stande der Technik gut bekannt und werden beispielsweise beschrieben in der U.S.-Patentschrift 4 006 025. Die Teilchen der Abfangverbindung in der Dispersion sollten einen mittleren Durchmesser von 0,01 um bis 10,0 um und vorzugsweise von 0,05 um bis 5,0 um haben.

Die Abfangverbindungen können in der Weise und zu den Zwecken verwendet werden, wie Abfangverbindungen für oxidierte Entwicklerverbindung gemäß dem Stande der Technik verwendet werden. Sie können in eine Silberhalogenidemulsionsschicht des photographischen Elementes oder in eine separate Schicht des Elementes eingeführt werden. Werden sie in eine separate Schicht eingeführt, so ist diese Schicht vorzugsweise eine Zwischenschicht zwischen Silberhalogenidemulsionsschichten, obgleich sie auch eine Unterschicht sein kann, die unterhalb sämtlicher Silberhalogenidemulsionsschichten aufgetragen wurde oder eine Deckschicht, die auf sämtliche der Silberhalogenidemulsionsschichten aufgetragen wird. Befindet sich das Hydrochinonderivat in einer Schicht zwischen zwei Silberhalogenidschichten, so weisen die zwei Silberhalogenidschichten vorzugsweise einen Kuppler auf, der mit oxidiertem Entwickler zu reagieren vermag, wie beispielsweise einem Farbentwickler, unter Bildung oder Freisetzung einer photographisch nützlichen Gruppe. Derartige photographisch nützliche Gruppen sind aus dem Stande der Technik bekannt, und bei ihnen kann es sich um Gruppen handeln, wie z. B. Farbstoffe, Entwicklungsmodifizierungsmittel, wie z. B. Entwicklungsinhibitoren und dergleichen.

Die Menge an Abfangverbindung, die verwendet wird, hängt von dem speziellen Zweck ab, für den die Abfangverbindung verwendet wird und von dem Grad des gewünschten Abfangens. In typischer Weise werden geeignete Ergebnisse erhalten, wenn der Abfänger in einer Menge von zwischen 5 und 1000 mg/m² pro Schicht eingesetzt wird.

Das Bindemittel für die Festteilchendispersion kann im wesentlichen aus einem beliebigen der Bindcmittel bestehen, von denen bekannt ist, daß sie sich als Träger in den Schichten von photographischen Elementen eignen, wie z. B. Gelatine und andere hydrophile Kolloide oder verschiedene synthetische Polymere, wie z. B. Polyvinylalkohol oder Acrylamidpolymere, die üblicherweise in photographischen Silberhalogenidelementen verwendet werden. Diese Bindemittel werden beschrieben in Research Disclosure, Dezember 1978, Nr. 17643, Abschnitt Ix.

Die photographischen Elemente der vorliegenden Erfindung können einfache Schwarz-Weiß-Elemente sein oder monochrome Elemente mit einem Träger, auf dem sich eine Schicht aus einer Silberhalogenidemulsion befindet, oder es kann sich bei ihnen um mehrschichtige und/oder mehrfarbige Elemente handeln. Sie können bestimmt sein zur Entwicklung mit separaten Lösungen oder für eine Entwicklung in einer Kamera. Mehrfarbelemente enthalten Farbbilder liefernde Einheiten, die gegenüber jedem der drei primären Bereiche des Spektrums empfindlich sind. Jede Einheit kann aus einer einzelnen Emulsionsschicht aufgebaut sein oder aus mehreren Emulsionsschichten, die gegenüber einem gegebenen Bereich des Spektrums empfindlich sind. Die Schichten des Elementes, einschließlich der Schichten der bilderzeugenden Einheiten, können in verschiedener Reihenfolge angeordnet sein, wie es aus dem Stande der Technik bekannt ist. Im Falle eines alternativen Formates können die Emulsion oder Emulsionen in Form von einer oder mehreren segmentierten Schichten angeordnet sein, z. B. durch Verwendung von Mikrogefäßen oder Mikrozellen, wie es von Whitmore in der U.S.-Patentanmeldung 184 714, eingereicht am 9. September 1980, beschrieben wird.

Ein bevorzugtes photographisches Element gemäß dieser Erfindung weist einen Träger auf, auf dem sich mindestens eine blau-empfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht befindet, der ein einen gelben Bildfarbstofflieferndes Material zugeordnet ist, auf dem sich ferner mindestens eine grün-empfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht befindet, der ein einen purpurroten Bildfarbstoff erzeugendes Material zugeordnet ist und auf dem sich mindestens eine rot-empfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht befindet, der ein einen blaugrünen Bildfarbstofflieferndes Material zugeordnet ist, wobei das Element eine Abfangverbindung enthält, die im Rahmen der Praxis der Erfindung geeignet ist. Vorzugsweise befindet sich die Abfangverbindung in einer Zwischenschicht zwischen Silberhalogenidemulsionsschichten, die gegenüber unterschiedlichen Bereichen des sichtbaren Spektrums empfindlich ist, obgleich sie auch in einer Silberhalogenidemulsionsschicht enthalten sein kann oder in einer Zwischenschicht zwischen Silberhalogenidemulsionsschichten, die gegenüber dem gleichen Bereich des sichtbaren Spektrums empfindlich sind.

Die Elemente der vorliegenden Erfindung können zusätzliche Schichten enthalten, die in photographischen Elementen üblich sind, wie z. B. Deckschichten, Abstandsschichten, Filterschichten, Lichthofschutzschichten, den pH-Wert senkende Schichten (gelegentlich auch bezeichnet als Säureschichten und neutralisierende Schichten), Zeitsteuerschichten, opake reflektierende Schichten, opake Licht absorbierende Schichten und dergleichen. Der Träger kann ein beliebiger geeigneter Träger sein, wie er für photographische Elemente verwendet wird. Zu typischen Trägern gehören Polymerfilme, Papier (einschließlich mit Polymer beschichtetes Papier), Glas und dergleichen. Details bezüglich verwendbarer Träger und anderer Schichten der photographischen Elemente dieser Erfindung finden sich in Research Disclosure, Dezember 1978, Nr. 17643, worauf oben hingewiesen wurde.

Die lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionen, die in den photographischen Elementen dieser Erfindung verwendet werden, können grobkörnige, reguläre oder feinkörnige Silberhalogenidkristalle oder Mischungen hiervon enthalten, und die Kristalle können solche Silberhalogenide aufweisen wie Silberchlorid, Silberbromid, Silberbromoiodid, Silberchlorobromid, Silberchloroiodid, Silberchlorobromoiodid und Mischungen hiervon. Die Emulsionen können negativ arbeitende oder direkt-positive Emulsionen sein. Sie können latente Bilder überwiegend auf der Oberfläche der Silberhalogenidkörner abbilden oder im Inneren der Silberhalogenidkörner. Sie können chemisch und spektral gemäß den üblichen Praktiken sensibilisiert sein. Die Emulsionen sind in typischer Weise Gelatineemulsionen, obgleich andere hydrophile Kolloide gemäß der üblichen Praxis verwendet werden können. Details bezüglich der Silberhalogenidemulsionen finden sich in Research Disclosure, Nr. 17643, Dezember 1978 und in den hier zitierten Literaturstellen.

Die photographischen Silberhalogenidemulsionen können andere Zusätze enthalten, die auf dem photographischen Gebiet üblich sind. Geeignete Zusätze werden beispielsweise beschrieben in Research Disclosure, Dezember 1978, Nr. 17643. Zu geeigneten Zusätzen gehören spektral sensibilisierende Farbstoffe und Desensibilisierungsmittel, Antischleiermittel, maskierende Kuppler, DIR-Kuppler, DIR-Verbindungen, Antiverfärbungsmittel, Bildfarbstoff-Stabilisatoren, absorbierende Materialien, wie z. B. Filterfarbstoffe und UV-Absorber, Licht streuende Materialien, Beschichtungshilfsmittel, Plastifizierungsmittel und Gleitmittel und dergleichen.

Je nach dem das Farbstoffbild liefernden Material, das in dem photographischen Element verwendet wird, kann es in die Silberhalogenidemulsionsschicht eingeführt werden oder in eine separate Schicht, die der Emulsionsschicht zugeordnet ist. Das ein Farbstoffbild liefernde Material kann aus irgendeinem aus einer Anzahl von aus dem Stande der Technik bekannten Materialien bestehen, wie z. B. aus Farbstoffe liefernden Kupplern, bleichbaren Farbstoffen, Farbstoffentwicklern sowie Farbstoffe abspaltenden oder freisetzenden Redox-Verbindungen, wobei das im Einzelfalle verwendete Material abhängt von der Natur des Elementes und dem Typ des gewünschten Bildes.

Farbbilder liefernde Materialien, die im Falle üblicher Farbmaterialien verwendet werden, die für die Entwicklung mit separaten Lösungen bestimmt sind, sind vorzugsweise Farbstoffe liefernde Kuppler, d. h. Verbindungen, die mit einer oxidierten Entwicklerverbindung unter Bildung eines Farbstoffes kuppeln. Bevorzugte Kuppler, die blaugrüne Farbstoffbilder liefern, sind Phenole und Naphthole. Bevorzugte Kupp-1er, die purpurrote Farbstoffbilder liefern, sind Pyrazolone und Pyrazolotriazole. Bevorzugte Kuppler, die gelbe Farbstoffbilder liefern, sind Benzoylacetanilide und Pivalylacetanilide.

Farbbilder liefernde Materialien, die im Falle von Filmeinheiten für die Diffusionsübertragung geeignet sind, enthalten einen Farbstoffrest und einen Steuerrest. Der Steuerrest ist in Gegenwart einer alkalischen Entwicklungslösung und als Folge der Silberhalogenidentwicklung verantwortlich für eine Mobilitätsveränderung des Farbstoffrestes. Diese Farbbilder liefernden Materialien können zunächst mobil sein und als Folge der Silberhalogenodentwicklung immobil gemacht werden, wie es in der U.S.-Patentschrift 2 983 606 beschrieben wird. Alternativ können sie zunächst immobil sein und in Gegenwart einer alkalischen Entwicklungslösung als Folge der Silberhalogenidentwicklung mobil gemacht werden Zu dieser zuletzt genannten Klasse von Materialien gehören Farbstoffe freisetzende Redox-Verbindungen. Im Falle solcher Verbindungen ist die Steuergruppe ein Träger, von dem der Farbstoff als direkte Folge der Silberhalogenidentwicklung oder als indirekte Folge der Silberhalogenidentwicklung freigesetzt wird. Verbindungen, die Farbstoff als direkte Folge der Silberhalogenidentwicklung freisetzen, werden als negativ arbeitende Freisetz- oder Abspalt-Verbindungen bezeichnet, wohingegen Verbindungen, die Farbstoff als umgekehrte Folge der Silberhalogenidentwicklung freisetzen, als positiv arbeitende Freisetz- oder Abspalt-Verbindungen bezeichnet werden.

Zu den Entwicklerverbindungen, die zur Entwicklung der photographischen Elemente dieser Erfindung verwendet werden können, deren oxidierte Form durch die Abfänger reduziert werden kann, die für die Durchführung der Erfindung geeignet sind, gehören Hydrochinone, Aminophenole, 3-Pyrazolidone und Phenylendiamine. Einige von diesen Entwicklerverbindungen werden, wenn sie im Falle bestimmter Anwendungen eingesetzt werden, auf dem Gebiete des Standes der Technik als Elektronenübertragungsmittel bezeichnet. Die speziell verwendete Entwicklerverbindung hängt von dem speziellen Typ des photographischen Elementes ab, das entwickelt werden soll. Beispielsweise sind Phenylendiamine die Entwickler der Wahl im Falle von farbphotographischen Elementen, die Farbstoffe liefernde Kuppler enthalten, während 3-Pyrazolidone vorzugsweise im Falle von Bildübertragungsmaterialien verwendet werden, die Farbstoffe abspaltende Redox-Verbindungen enthalten.

Zu repräsentativen Entwicklerverbindungen gehören: Hydrochinon, N-Methylaminophenol, 1-Phenyl-3-pyrazolidon, 1-Phenyl-4, 4-dimethyl-3-pyrazolidon, 1-Phenyl-4-methyl-4- hydroxymethyl-3-pyrazolidon, N,N-Diethyl-p-phenylendiamin, 3-Methyl-N,N-di-ethyl-p-phenylendiamin, 3-Methoxy-N,N- diethyl-p-phenylendiamin, N,N,N',N'-Tetramethyl-p-phenylendiamin.

Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung weiter veranschaulichen.

Herstellung 1 - Herstellung einer Festteilchendispersion der Verbindung 1

150 g der Hydrochinonderivatverbindung wurden in eine 2500 ml fassende Flasche gebracht, die enthielt: 740 ml Wasser, 34,2 g Aerosol OT als oberflächenaktives Mittel sowie 4325 g Zirkondioxidteilchen einer Größe von 2 mm, worauf die Mischung 7 Tage lang bei 68 Umdrehungen pro Minute kugelvermahlen wurde. Die erhaltene Dispersion wurde mit einer Schrnelze aus Gelatine und Wasser vermischt, unter Gewinnung einer Lösung mit einer Dispersion von 6 % Verbindung und 6 % Gelatine.

BEISPIELE 1 - 4 - Photographische Untersuchung

Um die Festteilchendispersionen der Verbindungen 1 - 4 zu beurteilen, wurden Dispersionen von einer jeden der Verbindungen hergestellt, wie es im Falle der Herstellung 1 oben beschrieben wird, und die Dispersionen wurden als Zwischenschicht-Abfänger für oxidierte Farbentwicklerverbindungen in einem Farbnegativ-Testformat aufgetragen, das durch die folgende schematische Struktur wiedergegeben wird:

Deckschicht: Verursacherschicht: Zwischenschicht: Empfängerschicht: Gelatine Härtungsmittel Silberhalogenid Gelb-Kuppler Testverbindung Blaugrün-Kuppler Filmträger

Im Falle dieses Elementes bestand das Härtungsmittel aus Bis(vinylsulfonylmethyl)ether, und die Kuppler hatten die folgenden Strukturen: Gelb-Kuppler:

Blaugrün-Kuppler:

Die Kuppler wurden in Form von Dispersionen in Dibutylphthalat oder einem vergleichbaren Kupplerlösungsmittel aufgetragen. Zu Vergleichszwecken wurden die Verbindungen 1 - 4 ebenfalls in Form von Öl-in-Wasser-Dispersionen mit Dibutylphthalat zur Beschichtung verwendet. Im Falle dieses Systems kann oxidierter Farbentwickler, der in der Verursacherschicht erzeugt wird, wenn das exponierte Silberhalogenid entwickelt wird, mit dem Gelb-Kuppler unter Erzeugung eines gelben Farbstoffes reagieren. Er kann auch durch die Zwischenschicht in die Empfangsschicht wandern, um dort mit Kuppler unter Erzeugung eines blaugrünen Farbstoffes zu reagieren.

Die Abfang-Wirksamkeit einer jeden Testverbindung kann bestimmt werden durch Messung der entwickelten Dichte des blaugrünen Farbstoffes (bei 650 nm). In diesem System besteht der einzige Weg für oxidierten Farbentwickler, blaugrünen Farbstoff zu erzeugen darin, von der gelben Verursacherschicht durch die Zwischenschicht in die blaugrüne Empfangsschicht zu diffundieren, da sich kein Silberhalogenid in der blaugrünen Schicht befindet, um oxidierten Entwickler zu erzeugen. Die Menge an Farbverunreinigung, die durch die Zwischenschicht ermöglicht wird, wird angezeigt durch die Menge an gebildetem blaugrünen Farbstoff und wird gemessen durch die Status-M-Rot-Dichte bei D-max. Die Menge an roter Dichte steht in umgekehrter Beziehung zur Konzentration des Abfängers in der Beschichtung vor der Entwicklung. Die Stabilität von Abfängern für oxidierten Entwickler kann bestimmt werden durch Exponierung und Entwicklung identischer Elemente vor und nach einer Inkubierung.

Der Grad der Abfänger-Oxidation, der unter normalen Filmaufbewahrungsbedingungen beobachtet wird, kann beschleunigt werden, beispielsweise durch Erhöhung der Temperatur, Feuchtigkeit oder durch Erhöhung des Partialdruckes des Sauerstoffs im Testsystem. Ein solcher beschleunigter Aufbewahrungstest wird in Beispiel 3 der U.S.-Patentschrift 4 205 987 beschrieben.

Eine Probe eines jeden photosensitiven Elementes, das wie oben beschrieben hergestellt wurde und eine verschiedene gewünschte Testverbindung enthielt, wurde durch ein Testobjekt mit einer graduierten Dichte exponiert und dann im Rahmen eines Kodak C-41 -Prozesses entwickelt, der näher beschrieben wird in der Literaturstelle British Journal of Photography, 12 Juli 1974, Seiten 597 - 8. Eine zweite Probe eines jeden Elements wurde in einem beschleunigten Aufbewahrungstest inkubiert und dann in gleicher Weise wie die frischen Proben exponiert und entwickelt. Die Verunreinigung durch blaugrünen Farbstoff (Rot-Dichte) wurde dann im Falle der Prüflinge gemessen, und zwar sowohl im Falle der frischen als auch der inkubierten Prüflinge. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.

TABELLE I
Abfänger-Verbindung Status-M-Rot-Dichte Frisch Inkubiert ohne (Vergleich) Vergl.-Dispersion Erfindung SPD - Festteilchen-Dispersion gemäß der Erfindung. Vergl.-Dispersion - Vergleichs-Dispersion in Dibutylphthalat.

Aus der vorstehenden Tabelle ist ersichtlich, daß die Festteilchen-Dispersionen der Abfänger für oxidierten Entwickler eine größere Abfang-Aktivität nach der Inkubierung aufwiesen und eine größere Stabilität bezüglich der Inkubierung als die entsprechenden Vergleichs-Lösungsmittel-Dispersionen.


Anspruch[de]

1. Photographisches Element mit einem Träger, auf dem sich mindestens eine Silberhalogenidemulsionsschicht befindet und eine Schicht, die die gleiche ist wie die Silberhalogenidschicht, oder eine hiervon verschiedene Schicht mit einem Hydrochinonderivat als Abfangverbindung für oxidierten Entwickler, dadurch gekennzeichnet, daß das Hydrochinonderivat in Form einer Dispersion von festen Teilchen, bestehend im wesentlichen aus dem in einem Bindemittel dispergierten Hydrochinonderivat vorliegt.

2. Photographisches Element nach Anspruch 1, in dem die festen Teilchen des Hydrochinonderivates einen mittleren Durchmesser von 0,01 bis 10,0 um aufweisen.

3. Photographisches Element nach Ansprüchen 1 - 2, in dem das Bindemittel ein hydrophiles Kolloid ist.

4. Photographisches Element nach Anspruch 3, in dem das hydrophile Kolloid Gelatine ist.

5. Photographisches Element nach Ansprüchen 1 - 4, das weiterhin eine zweite Silberhalogenidemulsionsschicht aufweist, und in dem die Abfangverbindung für den oxidierten Entwickler zwischen den zwei Silberhalogenidschichten angeordnet ist.

6. Photographisches Element nach Ansprüchen 1 - 5, in dem die Silberhalogenidschicht oder Silberhalogenidschichten jeweils einen Kuppler aufweisen, der mit oxidiertem Entwickler zu reagieren vermag, unter Bildung oder Freisetzung einer photographisch nützlichen Gruppe.

7. Photographisches Element nach Ansprüchen 1 - 6, in dem das Hydrochinonderivat zwei Alkylballastgruppen aufweist, die sich in para-Stellung zueinander befinden, mit jeweils 1 bis 22 Kohlenstoffatomen.

8. Photographisches Element nach Ansprüchen 1 - 7, in dem das Hydrochinonderivat zwei Alkylballastgruppen aufweist, die sich in meta-Stellung zueinander befinden, mit jeweils 1 bis 22 Kohlenstoffatomen.

9. Verfahren zur Einarbeitung eines Hydrochinonderivates als Abfangverbindung für oxidierten Entwickler in eine Schicht eines photographischen Elementes mit den Stufen:

Dispergieren fester Teilchen, bestehend im wesentlichen aus einem Hydrochinonderivat, in einem wäßrigem Medium mit einem Bindemittel, und

Auftragen der erhaltenen Dispersion in Form einer Schicht auf einen Träger.

10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem die festen Teilchen in dem Medium durch Vermahlen dispergiert werden.

11. Verfahren nach Ansprüchen 9 - 10, bei dem das Bindemittel ein hydrophiles Kolloid ist.







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