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Dokumentenidentifikation DE69206391T2 23.05.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0546917
Titel Dekoratives oder Sicherheits-, Konfettis enthaltendes Papier.
Anmelder Arjo Wiggins S.A., Issy-les-Moulineaux, FR
Erfinder Camus, Michel, F-38140 Rives, FR
Vertreter Spott Weinmiller & Partner, 80336 München
DE-Aktenzeichen 69206391
Vertragsstaaten DE, ES, GB, IT, NL, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 08.12.1992
EP-Aktenzeichen 924033111
EP-Offenlegungsdatum 16.06.1993
EP date of grant 29.11.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.05.1996
IPC-Hauptklasse D21H 21/40
IPC-Nebenklasse C09D 5/02   D21H 27/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Bögen (Blätter), die Brettchen (Streifen, Schnitzel) enthalten und insbesondere für die Herstellung von Sicherheitsdokumenten oder als dekorative Bögen (Folien) verwendbar sind. Sie betrifft außerdem die Brettchen (Streifen, Schnitzel).

Die Authentifizierung eines Sicherheitsdokuments (Banknoten, Reisepässe, Kennkarten und dgl.) kann erfolgen durch Wiedererkennen eines oder mehrerer Sicherheitselemente, wie Wasserzeichen, Sicherheitsfäden, Brettchen (Streifen bzw. Schnitzel). Bestimmte dieser Elemente, insbesondere wenn sie optische Oberflächeneffekte aufweisen, sind auch beteiligt an dem Schutz des Dokuments gegen eine Reproduktion durch Photokopie oder mit einem Scanner.

Um dekorative Folien bzw. Bögen herzustellen, die auf verschiedenen Gebieten (beispielsweise zum Verpacken, für eine Wandverkleidung) verwendbar sind, verwendet man gelegentlich Brettchen (Streifen bzw. Schnitzel), die vorzugsweise optische Oberflächeneffekte aufweisen.

Bei den Brettchen (Streifen bzw. Schnitzeln) handelt es sich um Konfetti, die verschiedene Formen, beispielsweise kreisförmige oder hexagonale Formen, haben. Sie werden im allgemeinen hergestellt durch Zerschneiden eines Kunststoffilms oder eines Blattes Papier. Zur Herstellung von Sicherheitspapieren oder von Papieren für Banknoten, die Brettchen (Streifen, Schnitzel) enthalten, führt man diese in die wäßrige Dispersion ein, die Cellulosefasern, gegebenenfalls Kunstfasern und andere Zusätze, wie sie üblicherweise bei der Papierherstellung verwendet werden, enthält. Wenn man die wäßrige Suspension auf einem Tuch (Leinwand) einer Papierherstellungsvorrichtung mit einer runden Form oder einer Fourdrinier-Vorrichtung abtropfen läßt, kommt eine bestimmte Anzahl der Brettchen (Streifen, Schnitzel) an der Oberfläche des so gebildeten Blattes Papier zu liegen, dann trocknet man das Blatt.

Wie oben angegeben, ist es vorteilhaft, daß die Brettchen und damit das Material, aus dem man sie ausschneidet, optische Oberflächeneffekte wie ein Irisieren oder einen Dichroismus, eine Fluoreszenz, eine Reflexion oder eine Polarisation des Lichtes aufweisen. Beispielsweise ist es bekannt, irisierende Filme herzustellen durch gemeinsames Extrudieren mehrerer Polymer-Schichten, die geeignete relative Brechungsindices aufweisen.

Um den optischen Oberflächen-Effekt beobachten zu können, müssen diese Brettchen (Streifen, Schnitzel) die Oberfläche des Papiers gelangen.

Ein erstes Problem, das auftritt, wenn diese Brettchen aus Kunststoff, beispielsweise aus Polyester, sind, besteht darin, daß es sehr schwierig ist, sie in Wasser zu dispergieren (die Benetzbarkeit von Kunststoffilmen ist sehr gering) und somit bei der Herstellung des Blattes Papier zuzugeben.

Ein anderes Problem ist verbunden mit ihrer geringen Affinität gegenüber Cellulose und/oder den Bindemitteln, die für die Oberflächebehandlung des Papiers verwendet werden. Die Brettchen haben somit die Neigung, sich von der Oberfläche des Papiers abzulösen, wenn man es bedruckt und/oder wenn man das Papier handhabt.

In der Patentanmeldung EP-A-342 929 hat man versucht, diese Probleme zu lösen durch Kaschieren eines Cellulosefaserblattes mit einem Kunststoffilm mit Hilfe eines Klebstoffes und dieses vor dem Zuschneiden der Brettchen. Einer der Nachteile besteht jedoch darin, daß bei einem Teil der so hergestellten Brettchen die das Faserblatt aufbauende Fläche an die Oberfläche des Papiers gelangt und daß man nicht den optischen Oberflächeneffekt des Kunststoffilms beobachtet. Darüber hinaus haben diese falsch (schlecht) angeordneten Brettchen die Neigung, sich von der Oberfläche des Papiers abzulösen.

Mit der Erfindung wird vorgeschlagen, diese Probleme zu lösen durch Verwendung von Brettchen (Streifen, Schnitzeln), die aus einem Kunststoffilm hergestellt werden, den man auf mindestens einer seiner Oberflächen mit einer Zusammensetzung beschichtet hat, die mindestens ein Agens zur Verbesserung der Benetzbarkeit mit Wasser enthält und unter den Bedingungen der Trocknung des Blattes bei seiner Herstellung auf einer Papierherstellungsvorrichtung Wärmeversiegelungseigenschaften hat.

Die Erfindung betrifft einen Bogen (ein Blatt), der (das) Brettchen (Streifen, Schnitzel) enthält, die aus einem Kunststoffilm hergestellt wurden, die an die Oberfläche des Bogens (Blattes) gelangen, die sich jedoch beim Bedrucken desselben (oder bei jeder anderen Behandlung der Oberfläche des Bogens bzw. Blattes) oder bei der Handhabung des Bogens (Blattes) nicht ablösen.

Die Brettchen (Streifen, Schnitzel) können optische Oberflächeneffekte aufweisen.

Für die Erfindung kann man insbesondere Brettchen (Streifen, Schnitzel) verwenden, die auf beiden Oberflächen beschichtet sind.

Die Wärmeversiegelungseigenschaften entwickeln sich bei der Herstellung des Bogens (Blattes) in einer Papierherstellungsvorrichtung im Verlaufe der Trocknung des Bogens (Blattes). Sie begünstigt das Halten der Brettchen (Streifen, Schnitzel) an der Oberfläche des Bogens (Blattes).

Das Agens, das die Benetzbarkeit mit Wasser verbessert, ist vorzugsweise ein Vinyl-Copolymer und insbesondere ein Vinylacetat/Vinylchlorid/Ethylen-Copolymer.

Die Beschichtungszusammensetzung kann in einem wäßrigen Medium oder in einem Lösungsmittelmedium vorliegen. Im letzteren Falle wählt man ein Lösungsmittel, das den für die Herstellung der Brettchen (Streifen, Schnitzel) verwendeten Kunststoff nicht angreift und das den optischen Oberflächeneffekt, wenn ein solcher auftritt, nicht zerstört.

Wegen der allgemein bekannten Probleme, die mit der Hygiene und der Sicherheit im Zusammenhang stehen, verwendet man jedoch vorzugsweise eine wäßrige Zusammensetzung. Vorzugsweise ist die Zusammensetzung ein Firnis in einem wäßrigen Medium.

Man bringt die Zusammensetzung auf die Oberfläche des Films unter Anwendung irgendeines Beschichtungsverfahrens oder Druckverfahrens auf.

Die aufgebrachte Menge an Benetzungsmittel, bezogen auf das Trockengewicht, liegt vorzugsweise zwischen 0,5 und 3 g/m² Oberfläche.

Vorzugsweise verwendet man Brettchen (Streifen, Schnitzel), die einen optischen Oberflächeneffekt aufweisen, wobei dieser Effekt gegebenenfalls für jede Oberfläche verschieden sein kann.

Die Erfindung ergibt außerdem einen Bogen (Blatt), der (das) charakterisiert ist durch die Tatsache, daß die Brettchen (Streifen, Schnitzel) einen irisierenden Effekt oder einen Dichroismus-Effekt, einen Fluoreszenz-Effekt, einen Licht- Reflexions-Effekt, einen Licht-Polarisations- Effekt oder irgendeinen anderen optischen Oberflächen- Effekt aufweisen. Dieser optische Effekt kann dem Film, aus dem sie hergestellt werden, eigen sein, z.B. das Irisieren eines Mehrschichten-Films oder das Fluoreszieren eines Films, der mit fluoreszierenden Pigmenten gefüllt ist. Dieser Effekt kann auch aus einer Oberflächenbehandlung des Films stammen, wobei diese Behandlung gegebenenfalls gleichzeitig mit dem Aufbringen des Films aus der Zusammensetzung, die das Benetzungsmittel enthält, durchgeführt werden kann.

Zu dem Bogen (Blatt) gibt man bei der Herstellung auf einer Papier-Herstellungsvorrichtung die Brettchen (Streifen, Schnitzel) nach dem Fachmann allgemein bekannten Verfahren zu.

Der Bogen (das Blatt) kann aus organischen Fasern natürlichen Ursprungs wie Cellulosefasern hergestellt sein, er (sie) kann aber auch synthetische Fasern und/oder Mineralfasern enthalten.

Der Bogen (das Blatt) kann gegebenenfalls ein Mehrfachstrahl-Bogen (-Blatt) sein.

Die Erfindung betrifft außerdem Sicherheitsdokumente (Banknoten, Reisepässe, Wertpapiere und dgl.), die aus den genannten Bögen, welche die Brettchen enthalten, hergestellt werden.

Die Erfindung ergibt außerdem dekorative Folien (für die Verpackung, für die Wandverkleidung und dgl...), die aus den genannten Bögen, welche die Brettchen enthalten, hergestellt werden.

Außerdem betrifft die Erfindung die Brettchen, die durch Zerschneiden eines Kunststoffilms, der auf mindestens einer seiner Oberflächen mit einer mindestens ein Benetzungsmittel enthaltenden Zusammensetzung beschichtet ist, erhalten werden.

Dieses Agens kann Wärmeversiegelungseigenschaften haben und vorzugsweise weisen die Brettchen einen optischen Oberflächeneffekt auf.

Die Erfindung wird in dem folgenden Beispiel näher erläutert, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein.

Beispiel

Ein im Handel von der Firma MEARL erhältlicher irisierender Mehrschichten-Kunststoffilm wird mit einem wäßrigen Firnis eines Vinylacetat/Ethylen/Vinylchlorid-Copolymers, das im Handel von der Firma VINAMUL erhältlich ist, beschichtet.

Die auf jede Oberfläche aufgebrachte Firnis-Menge beträgt 2 g/m², bezogen auf das Trockengewicht. Der so beschichtete Film wird zu Brettchen (Streifen, Schnitzeln) mit einer hexagonalen Form zerschnitten. Man prüft, ob die Benetzbarkeit der Brettchen (Streifen, Schnitzel) verbessert worden ist, durch Messung des Kontaktwinkels eines Wassertropfens auf dem Film.

Vor der Behandlung des Films beträgt der Winkel 85º; nach der Behandlung beträgt er 4º. Die Benetzbarkeit ist somit beträchtlich verbessert worden.

Diese Brettchen (Streifen, Schnitzel) werden der Oberfläche eines Blattes Papier nach einem dem Fachmann bekannten Verfahren einverleibt.

Man bedruckt das erhaltene Blatt durch Offset-Drucken. Man stellt fest, daß die Brettchen (Streifen, Schnitzel) beim Bedrucken von der Oberfläche des Papiers nicht abgerissen werden. Sie lösen sich auch nicht mehr ab bei der Handhabung des Blattes.

Das Verhalten der Brettchen (Streifen, Schnitzel) an der Oberfläche des Papiers ist ebenfalls verbessert aufgrund der Wärmeversiegelungseigenschaften des Firnis, eine Eigenschaft, die sich bei der Trocknung des Blattes entwikkelt.


Anspruch[de]

1. Papierbogen, der aus einem Kunststoffilm hergestellte Brettchen (Streifen, Schnitzel) enthält, dadurch gekennzeichnet, daß die Brettchen (Streifen, Schnitzel) auf mindestens einer ihrer Oberflächen mit einer Zusammensetzung bedeckt sind, die mindestens ein Mittel zur Verbesserung der Wasser-Benetzbarkeit enthält und unter den Trocknungsbedingungen des Bogens bei der Herstellung in einer Papiermaschine Heißsiegeleigenschaften aufweist.

2. Bogen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel ein Vinylcopolymer ist.

3. Bogen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Vinylcopolymer ein Vinylacetat/Vinylchlorid/Ethylencopolymer ist.

4. Bogen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung ein Firnis (Lack) auf Wasserbasis ist.

5. Bogen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Brettchen (Streifen, Schnitzel) einen Irisierungs- oder Dichroismus-Effekt, einen Fluoreszenz-, Lichtreflexions-, Lichtpolarisations-Effekt oder irgendeinen anderen optischen Oberflächeneffekt aufweisen.

6. Sicherheitsdodument, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Bogen nach einem der Ansprüche 1 bis 5 hergestellt worden ist.

7. Schmuck-Bogen, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem Bogen nach einem der Ansprüche 1 bis 5 hergestellt worden ist.

8. Brettchen (Streifen, Schnitzel) die durch Zerschneiden eines Kunststoffilms hergestellt wurden, dadurch gekennzeichnet, daß der Film auf mindestens einer seiner Oberflächen mit einer Überzugszusammensetzung bedeckt ist, wie sie in den Ansprüchen 1 bis 4 definiert ist.







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