PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69207716T2 20.06.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0540183
Titel Dichtleiste
Anmelder Standard Products Ltd., Huntingdon, Cambridgshire, GB
Erfinder Bickley, Alan Charles, Sawtry, Cambridgeshire PE17 5PQ, GB;
Harris, David Strachan, Peterborough, Cambridgeshire PE2 6YT, GB
Vertreter Keil und Kollegen, 60322 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 69207716
Vertragsstaaten DE, ES, FR, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 02.10.1992
EP-Aktenzeichen 923090112
EP-Offenlegungsdatum 05.05.1993
EP date of grant 17.01.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.06.1996
IPC-Hauptklasse B60R 13/06
IPC-Nebenklasse B60J 10/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen langgestreckten Dichtstreifen des Typs, welcher ein längsgerichtetes Verstärkungsträgerglied aufweist, an welchem ein Bereich eines relativ weichen Elastomermaterials festgelegt ist. Derartige langgestreckte Dichtstreifen werden üblicherweise in der Automobilindustrie zum Abdichten um den Außenumfang einer Fahrzeugkarosserieöffnung oder eines Verschlusses für eine Fahrzeugkarosserieöffnung verwendet; sie können auch als Zwischendichtung (d.h. längs der Gürtellinie eines Kraftfahrzeugs), Glasführungskanäle und Leichtdichtungen (z.B. in der Umgebung einer Windabschirmung) verwendet werden.

Dichtstreifen, welche in der Automobilindustrie verwendet werden, sind allgemein aus Elastomermaterial, bspw. einem Gummi- oder Kunststoffmaterial, hergestellt, welches nachgie big und relativ weich ist. Die Dichtstreifen weisen häufig Rippen oder Lippen auf, welche in der Lage sind, auszuweichen, um als Dichtlippen oder Greifelemente zu wirken. Im allgemeinen ergänzen die weichen Eigenschaften des Dichtstreifens die harten Kanten des Kraftfahrzeugs, um ein ästhetisch vollendetes Produkt zu schaffen, welches dem Eindringen von Wasser entgegenwirkt und nicht unter übermäßigern Windgeräusch bei hoher Geschwindigkeit leidet. Es sind viele verschiedene Konfigurationen von Automobildichtstreifen bekannt, einschließlich solcher, welche ein Trägerglied aus einem Metall (wie Aluminium oder Stahl) aufweisen und welcher massiv oder mit Öffnungen versehen sein können, um ein Maß an Bearbeitbarkeit für das Trägerglied vorzusehen. Es sind auch Trägerglieder bekannt, welche aus Metalldraht geflochten sind.

Dichtstreifen, einschließlich solcher mit einem Metallkern als Trägerglied, werden allgemein durch die bekannte Extrusionstechnik hergestellt, bei welcher eine kontinuierliche Menge des Streifens extrudiert und auf die gewünschten Längen geschnitten wird. Einige Dichtstreifen, welche ein gelochtes Metallträgerglied haben, können leicht in einer Gestalt gebogen werden, wenn sie an das Kraftfahrzeug angepaßt werden; andere, einschließlich solcher, welche ein massives Metallträgerglied aufweisen, werden normalerweise von dem Hersteller in ihrer Form an die gewünschte Fahrzeugkarosserieöffnung oder den gewünschten Verschluß angepaßt, obgleich Rollformen oder einfaches Biegen angewendet werden können, wenn die Änderung in der Gestalt nicht zu deutlich ist. Solche Streifen mit einem massiven Stahlkern als Trägerglied können nur in der gewünschten Konfiguration vorgeformt werden, wobei die Technik des Streckbiegens angewendet wird, bei welcher die Streifenlänge in eine Spezialmaschine eingelegt wird, welche das Teil gleichzeitig biegt als auch streckt. Dies ist ein teurer Vorgang.

Die DE-3 609 050 A1 und die entsprechende US-4 676 856 A offenbaren einen Wetterstreifen mit einem Gummibasisabschnitt, in welchen ein Kernglied aus einem thermoplastischen synthetischen Harz, wie Vinylchloridharz, ABS-Harz, Polypropylen oder Nylon gebildet ist. Um die Gestalt des Wetterstreifens zu verändern, wird er erhitzt (bspw. durch Eintauchen in ein Hitzebad), wodurch das Kernglied erweicht und dann wird der Wetterstreifen, während sich das Kernglied in dem erweichten Zustand befindet, in die gewünschte Gestalt gebogen, wonach der Wetterstreifen abgekühlt wird, so daß das Kernglied wieder erstarrt.

Die vorliegende Erfindung macht sich die Tatsache zunutze, daß bestimmte thermoplastische Materialien bei Umgebungstemperatur sehr steif, bei erhöhten Temperaturen jedoch flexibel sind.

Wenn ein Trägerglied (Kern) eines üblichen Dichtstreifens aus einem solchen thermoplastischen Material gemacht würde, hätte er gestalterhaltende Eigenschaften eines Metallkerns, wäre aber auch in eine gewünschte Struktur hitzeverformbar.

Entsprechend einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein langgestreckter Streifen mit einem längsgerichteten Verstärkungsträgerglied vorgesehen, an welchem ein Bereich eines relativ weichen Elastomermaterials festgelegt ist, wobei das Trägerglied aus einem thermoplastischen Material hergestellt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist; dieser langgestreckte Streifen zeichnet sich dadurch aus, daß das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil enthält, um zu ermöglichen, daß das Trägerglied durch Induktionstechnik erhitzt wird.

Vorzugsweise sollte das thermoplastische Material bei einer Umgebungstemperatur unter etwa 50ºC eine Shore-Härte von wenigstens 90º, und insbesondere wenigstens 95º, auf der A- Skala haben. Bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, bspw. 200ºC, wird das thermoplastische Material flexibel, so daß das Trägerglied relativ einfach gebogen werden kann. Bei dieser erhöhten Temperatur sollte das Elastomermaterial, welches mit dem Trägerglied verbunden ist, im wesentlichen stabil sein, was bedeutet, daß die notwendigen Elastomerqualitäten des Materials in der kurzen Zeit, welche notwendig ist, um das Teil vor seiner Abkühlung zu biegen, nicht wesentlich verändert werden.

Nach der vorliegenden Erfindung wird der langgestreckte Streifen in einem Extrusionsprozeß hergestellt, bei welchem das Trägerglied mit einem gewünschten Querschnitt in den Extruder in üblicher Weise eingeführt und wenigstens teilweise mit dem relativ weichen Elastomermaterial beschichtet wird. Es hat sich gezeigt, daß ein weiter Bereich von Elastomermaterialien für die Verwendung im Rahmen der Erfindung geeignet ist. Von besonderer Eignung sind aliphatische Olefingummi, insbesondere Äthylen-Propylen-Dien-Ternär-Polymere, allgemein bekannt als EPDM-Elastomere, ferner die Styrol-Butadien-Gummi, allgemein als SBR bekannt. Das weiche Material kann auch ein thermoplastisches Elastomer sein, wie es bspw. unter der Marke SANTOPRENE und VYRAM (Hersteller Monsanto) bekannt ist. Das weiche Elastomermaterial kann aber auch thermoplastisches Material, wie bspw. ein Polypropylen, sein.

Vorzugsweise besteht das Elastomermaterial aus einer vollständigen oder teilweisen Beschichtung auf dem Träger. Darüber hinaus kann das Elastomermaterial, welches an dem Trägerglied festgelegt ist, zusätzlich die Form eines oder mehrerer Vorsprünge einnehmen, welche von dem Trägerglied wegragen, um Dicht- oder Griffelemente, wie Lippen oder Rippen zu bilden. Derartige Elemente sind im Stand der Technik bekannt, um das Angreifen eines Dichtelements an einem Teil einer Fahrzeugkarosserie zu unterstützen und für Abdichtung und Wetterbeständigkeit zu sorgen.

Das Trägerglied kann bspw. aus einem hochdichten Polyolefin, wie bspw. Polyäthylen oder einem Polypropylen bestehen.

Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein langgestreckter Dichtstreifen zum Abdichten um den Außenumfang einer Fahrzeugkarosserieöffnung oder eines Verschlusses für eine Fahrzeugkarosserieöffnung vorgesehen, welcher einen kanalählichen Abschnitt aufweist, mit einem längsgerichteten Verstärkungsträgerglied, an welchem ein Bereich von relativ weichem Elastomermaterial festgelegt ist, wobei das Glied aus einem thermoplastischen Material hergestellt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist. Ein solcher Dichtstreifen zeichnet sich dadurch aus, daß das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil enthält, welcher es ermöglicht, das Trägerglied durch Induktionstechnik zu erhitzen.

Gemäß einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein kombinierter Flanschabschluß- und Glasführungskanal vorgesehen, welcher an einem Flansch um eine Fensteröffnung gesichert werden soll und - im Querschnitt gesehen - einen ersten kanalförmigen Abschnitt aufweist, welcher dazu geeignet ist, einen Flansch zu ergreifen und daran gehalten zu werden, und einen zweiten kanalförmigen Abschnitt, welcher geeignet ist, eine Scheibe aus Verglasungsmaterial aufzunehmen und zu führen, wobei die ersten und zweiten kanalförmigen Abschnitte einander entgegengesetzt gerichtet sind und ein selbsttragendes Verstärkungsträgerglied aufweisen, welches entweder vollständig oder teilweise mit einem Elastomerüberzug versehen ist, wobei das Trägerglied aus einem thermoplastischen Material hergestellt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist; dieser Kanal zeichnet sich dadurch aus, daß das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil enthält, um zu ermöglichen, daß der Träger durch Induktionstechnik erhitzt wird.

Erfindungsgemäß ist auch der langgestreckte Streifen nach dem ersten Aspekt der Erfindung vorgesehen, wenn er um den Außenumfang einer Kraftfahrzeugkarosserieöffnung oder eines Verschlusses einer Kraftfahrzeugkarosserieöffnung gesichert oder auf andere Weise befestigt ist.

Die Teile, welche nach der vorliegenden Erfindung geformt werden, können mit einem Überzug (z.B. einer Beflockung) mit geringer Reibung in Bereichen versehen sein, welche in Berührung mit einer Scheibe aus Verglasungsmaterial gleiten sollen.

Wie zuvor erwähnt, ist der langgestreckte Streifen nach der vorliegenden Erfindung durch Extrusionstechnik hergestellt, bei welchem das Trägerglied aus thermoplastichem Material in einen Extruder eingeführt und auf welchen dort das Elastomermaterial in einer an sich bekannten Weise als Schicht aufgetragen wird. Das Extrudat, welches die Extrusionsdüse verläßt, wird nachfolgend ausgehärtet bzw. vulkanisiert (im Fall eines Gummiüberzugs) oder abgekühlt (bei einem Kunststof füberzug) und dann wird das Extrudat auf die gewünschte Länge geschnitten. Die Extrudatabschnitte haben eine "Sekundär"-Struktur insoweit als der Querschnitt des Extrudats entsprechend den Anforderungen eine besondere Konfiguration hat. Dem Extrudatabschnitt kann jedoch ein Maß an "Tertiär" - Struktur mitgeteilt werden, indem bestimmte Bereiche des Extrudats örtlich erhitzt werden, um das Trägerglied aus thermoplastischem Material weich zu machen und zu erlauben, daß das Extrudatstück in den örtlich erhitzten Bereichen in die gewünschte Gestalt gebogen oder geformt werden. Das örtliche Erhitzen wird durch Induktionserhitzen erreicht; zu diesem Zweck hat das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil, vorzugsweise ausgewählt aus einem Metallkern, einem metallenen Überzug oder einem längsgerichteten Folienelement. Das Biegen kann mit einem gleichzeitigen Streckvorgang ausgeführt werden, um sicherzustellen, daß sich Bereiche an der Innenseite der Biegung nicht auswölben. Das gebogene Extrudatstück kann dann abkühlen und der thermoplastische Träger wird wieder steif. Dieser Vorgang ist wesentlich wirtschaftlicher und einfacher auszuführen als die Streck-Biege-Technik, welche derzeit zum Biegen von Exrudaten mit massiven Stahlträgergliedern angewendet wird.

Entsprechend einem Verfahrensaspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Behandeln eines langgestreckten Streifens mit folgenden Schritten vorgesehen:

(i) Vorsehen einer langgestreckten Struktur mit konstantem Querschnitt, welche ein gestalterhaltendes Verstärkungsträgerglied aufweist, an welchem ein Bereich aus relativ weichem Elastomermaterial festgelegt ist, wobei das Trägerglied aus thermoplastischem Material hergestellt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif ist und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist, wobei das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil enthält, um zu ermöglichen, daß der Träger durch Induktionstechnik erhitzt wird,

(ii) Anheben der Temperatur des Trägergliedes durch Induktionserhitzen des elektrisch leitenden Bestandteils auf wenigstens die angehobene Temperatur und, bei Aufrechterhltung dieser Temperatur, Formen der Struktur in die gewünschte Gestalt, und

(iii) Abkühlenlassen der Struktur.

Die langgestreckte Struktur, welche nach dem Verfahrensschritt (i) vorgesehen wird, kann durch eine kontinuierliche Extrusionstechnik gebildet sein.

Das Trägerglied aus thermoplastischem Material kann selbst als ein flacher Streifen aus einer geeigneten Verbindungsmischung extrudiert werden; alternativ kann das Trägerglied aus einem flachen Blattmaterial geschnitten werden. Vor der Extrusion kann das flache Trägerglied (oder Rohstück) durch Rollformtechnik auf den gewünschten Querschnitt gebracht werden, wobei das flache Trägerglied erhitzt wird (so daß es flexibel ist) und dann durch eine Reihe von Walzen geführt wird, welche fortschreitend den Rohling zu dem gewünschten Querschnitt gestalten, worauf es abkühlen kann.

In der Zusammensetzung, aus welcher das Trägerglied geformt wird, ist ein Material enthalten, welches es erlaubt, den Träger selbst örtlich zu erhitzen und so jede Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung des elastomeren Überzuges zu verringern. Wenn somit ein elektrisch leitender Bestandteil in der Zusammensetzung enthalten is, aus welcher der Träger gebildet wird, oder wenn ein längsgerichtetes Folienelement in das Trägerglied eingeschlossen wird, kann Hitze in dem Trägerglied bei Anwendung der Induktionstechnik konzentriert werden. Dies ermöglicht es, Hitzeenergie in dem Trägerglied zu konzentrieren, während das Teil geformt oder gebogen wird, wonach das gesamte Teil schnell abgekühlt werden kann, bevor irgendeine Beschädigung des elastomeren Überzuges eintritt.

Nach der vorliegenden Erfindung kann der Elastomerüberzug über dem gesamten Trägerglied vorgesehen werden oder nur über Teilen desselben. Bei einer Ausführungsform eines Dichtstreifens in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung kann das Trägerglied freiliegen, um eine Oberfläche mit geringen Reibungseigenschaften zum Gleiten in Berührung mit einer Scheibe aus Verglasungsmaterial vorzusehen. Unter diesen Umständen kann das Trägerglied aus einem Material wie Polypropylen, welches von Hause aus niedrige Reibungseigenschaften hat, hergestellt werden; als Alternative zur Verwendung von Polypropylen kann ein thermoplastisches Material mit einem Additiv (z.B. PTFE) eingesetzt werden, welches dem thermoplastichen Material niedrige Reibungseigenschaften gibt. Dieser Aspekt der Erfindung kann für die inneren Flächen eines Glasführungskanals angewendet werden.

Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung und um zu zeigen, wie diese in die Praxis umgesetzt werden kann, wird nun auf die beiliegenden Zeichnungen Bezug genommen, bei welchen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch einen extrudierten Dichtstreifen veranschaulicht;

Fig. 2 schematisch einen Formvorgang in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung veranschaulicht, wie ein Dichtstreifen mit einer gewünschten Tertiär- Struktur geformt wird; und

Fig. 3 eine modifizierte Ausführungsform des in Fig. 1 dargestellten Dichtstreifens veranschaulicht.

Der in Fig. 1 dargestellte Streifen 1 ist ein kombinierter Flanschabschluß-Glasführungskanal der in der EP-A-0 277 425 dargestellten Art, welchr es erlaubt, eine Glasscheibe bündig mit dem benachbarten Karosserieaufbau eines Kraftfahrzeuges zu führen. Der dargestellte Abschnitt weist einen ersten U- förmigen Kanal 3 und einen zweiten U-förmigen Glasführungskanal 5 auf, welcher umgekehrt wie der erste Kanal 3 angeordnet ist. Der Streifen ist jedoch in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung mit einem steifen Trägerglied 7 ausgestattet, welches mit einem relativ weichen Elastomermaterial 9 bedeckt ist. Das Elastomermaterial erstreckt sich ferner zur Bildung von Dichtvorsprüngen 11 in dem Glasführungskanal 5 und Greifelementen 13 und 14, welche in den ersten Kanal 3 hineinragen. Bei Benutzung des in Fig. 1 dargestellten Abschnitts wird der erste Kanal 3, welcher einen Flanschabschlußabschnitt darstellt, über einen Flansch oder eine Punktschweißung 15 eines Kraftfahrzeuges um eine Türfensteröffnung herum aufgenommen. Eine Scheibe aus Verglasungsmaterial 1 6 kann in dem Glasführungskanal aufgenommen werden, wo sie durch die Dichtlippen 11 und eine weitere Formation 17 am Grund des Glasführungskanals 5 in Stellung gehalten wird. Die Bereiche des Elastomerüberzugs 9 und der Lippen 11, mit welchen das Glas in Berührung kommen kann, sind mit einem reibungsreduzierenden Material in den Bereichen 18 versehen, z.B. einem Flockenmaterial. Ein Dichtstreifen mit einem Querschnitt, wie er in Fig. 1 gezeigt ist, kann unter Verwendung einer üblichen Extrusionsmaschine unter Einsatz von Gummi, z.B. EPDM-Gummi, als Beschichtungsmaterial extrudiert werden.

Wie in Fig. 3 gezeigt, kann die Beschichtung auf dem Träger 7 teiweise vorgesehen sein, so daß das Trägerglied 7 an der Basis des Glasführungskanals freiliegt. Sonst sind die in Fig. 3 gezeigten Elemente identisch mit denen des Dichtstreifens von Fig. 1.

Entsprechend der Erfindung ist das Trägerglied 7 des in den Fig. 1 und 3 dargestellten Streifens aus einem thermoplastischen Material geformt, welches bei Umgebungstemperaturen steif ist und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher der Elastomerübezug im wesentlichen stabil ist, flexibel ist. Ein Beispiel für ein geeignetes thermoplastisches Material ist ein Polypropylen mit den gewünschten Härteeigenschaften. Das thermoplastische Material sollte hinreichend steif sein, um die notwendigen gestalterhaltenden Eigenschaften für die Gesamtkonfiguration des Dichtstreifens vorzusehen; dennoch soll es in der Lage sein, bei Anwendung von Hitze durch Induktionserhitzung weich zu werden, so daß der Dichtteil in eine gewünschte Konfiguration geformt werden kann. Im Zusammenhang mit Fig. 2 erkennt man so, daß ein Stück des Dichtstreifens 1, welcher den Querschnitt von Fig. 1 hat, durch Induktionserhitzungstechnik an drei Stellen erhitzt werden kann, um die Temperatur des Dichtstreifens an solchen Punkten über die Temperatur anzuheben, bei welcher das thermoplastische Material des Trägergliedes flexibel wird. Die Anlage wird dann eingesetzt, um das Stück des Dichtstreifens 1 zu strecken und zu biegen, so daß ein Bestandteil mit einer gewünschten Konfiguration (Fig. 2b) geformt wird. Dieses läßt man abkühlen (Fig. 2c), um das endgültige Teil zu bilden, welches das notwendige Maß an Steifigkeit besitzt, um als ein verstärktes Dichtteil für ein Kraftfahrzeug zu dienen.

Wie in Fig. 3 gezeigt, liegt das aus thermoplastischem Material geformte Trägerglied 7 im Bereich 20 frei. Das Material, aus welchem der thermoplastische Träger gemacht ist, ist so ausgewählt, daß reibungsverringernde Eigenschaften vorliegen, welche entweder das thermoplastische Material von Hause aus hat (bspw. Polypropylen) oder sie werden durch reibungsverringernde Additive, wie PTFE, eingeführt. Auf diese Weise entfällt die Notwendigkeit des Flockens an der Basis des Glasführungskanals 5.


Anspruch[de]

1. Langgestreckter Streifen mit einem längsgerichteten Verstärkungsträgerglied, an welchem ein Bereich eines relativ weichen Elastomermaterials festgelegt ist, bei welchem das Trägerglied aus einem thermoplastischen Material geformt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil aufweist, um zu ermöglichen, daß das Trägerglied mittels Induktionstechnik erhitzt wird.

2. Langgestreckter Streifen nach Anspruch 1, bei welchem der elektrisch leitende Bestandteil einen Metallkern, einen metallenen Überzug oder ein längsgerichtetes Folienelement enthält.

3. Langgestreckter Streifen nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem der Bereich des Elastomermaterials einen vollständigen oder teilweisen Überzug auf dem Trägerglied darstellt.

4. Langgestreckter Streifen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem der Bereich des Elastomermaterials, welches an dem Trägerglied befestigt ist, die Form eines von mehreren Vorsprüngen darstellt, welche von dem Trägerglied vorspringen, um Dicht- oder Einspannelemente zu bilden.

5. Langgestreckter Streifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem wenigstens ein Abschnitt des Trägergliedes frei liegt, wobei das thermoplastische Material, aus welchem das Trägerglied hergestellt ist, reibungsreduzierende Eigenschaften hat.

6. Langgestreckter Dichtstreifen zum Abdichten um den Außenumfang einer Fahrzeugkarosserieöffnung oder eines Verschlusses für eine Fahrzeugkarosserieöffnung, mit einem kanalförmigen Abschnitt mit einem längsgerichteten Verstärkungsträgerglied, an welchem ein Bereich eines relativ weichen Elastomermaterials festgelegt ist, bei welchem das Trägerglied aus einem thermoplastischen Material geformt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil aufweist, um zu ermöglichen, daß das Trägerglied mittels Induktionstechnik erhitzt wird.

7. Kombination aus Flanschabschluß und Glasführungskanal zur Befestigung an einem Flansch um eine Fensteröffnung eines Kraftfahrzeugs mit - im Querschnitt gesehen - einem ersten kanalförmigen Abschnitt, welcher dazu geeignet ist, einen Flansch zu ergreifen und an ihm gehalten zu werden, und einem zweiten kanalförmigen Abschnmitt, welcher dazu geeignet ist, eine Scheibe aus Verglasungsmaterial aufzunehmen und zu führen, wobei die ersten und zweiten Kanalabschnitte einander entgegengesetzt sind und ein selbsttragendes Verstärkungsträgerglied haben, welches entweder vollständig oder teilweise mit einem Elastomerüberzug versehen ist, wobei das Trägerglied aus einem thermoplastischen Material hergestellt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist, dadurch gekennzeichnet, daß das aus thermoplastischem Material hergestellte Trägerglied einen elektrisch leitenden Bestandteil enthält, um zu ermöglichen, daß der Träger durch Induktionstechnik erhitzt wird.

8. Langgestreckter Streifen, welcher an oder um den Außenumfang einer Kraftfahrzeugkarosserieöffnung oder einem Verschluß für eine Kraftfahrzeugkarosserieöffnung festgelegt ist, mit einem längsgerichteten Verstärkungsträgerglied, an welchem ein Bereich eines relativ weichen Elastomermaterials festgelegt ist, wobei das Trägerglied aus einem thermoplastischen Material geformt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil enthält, um zu ermöglichen, daß der Träger durch Induktionstechnik zu erhitzt wird.

9. Streifen nach Anspruch 6, Kanal nach Anspruch 7 oder Streifen nach Anspruch 8, bei welchem der elektrisch leitende Bestandteil einen Metallkern, einen metallenen Überzug oder ein längsgerichtetes Folienelement aufweist.

10. Verfahren zum Behandeln eines langgestreckten Streifens mit folgenden Schritten:

(i) Vorsehen eines langgestreckten Gebildes von konstantem Querschnitt, welches ein gestalterhaltendes Verstärkungsträgerglied aufweist, an welchem ein Bereich eines relativ weichen Elastomermaterial festgelegt ist, wobei das Trägerglied aus einem thermoplastischen Material geformt ist, welches bei Umgebungstemperatur steif und bei einer erhöhten Temperatur, bei welcher das Elastomermaterial im wesentlichen stabil ist, flexibel ist, wobei das Trägerglied aus thermoplastischem Material einen elektrisch leitenden Bestandteil enthält, um zu ermöglichen, daß der Träger durch Induktionstechnik erhitzt wird,

(ii) Anheben der Temperatur des Trägergliedes durch Induktionsbeheizung des elektrisch leitenden Bestandteils auf wenigstens die genannte erhöhte Temperatur und, bei Aufrechterhaltung der Temperatur, Formen des Gebildes zu einer gewünschten Gestalt, und

(iii) Abkühlenlassen des Gebildes.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com