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Dokumentenidentifikation DE19500189A1 11.07.1996
Titel Verfahren zur Anpreßung eines Tastorgans an einen Faserverband in einer Bandführung und Vorrichtung zu deren Erzeugung
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Strobel, Michael-Maria, 85072 Eichstätt, DE
DE-Anmeldedatum 05.01.1995
DE-Aktenzeichen 19500189
Offenlegungstag 11.07.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.07.1996
IPC-Hauptklasse D01G 23/06
IPC-Nebenklasse D01H 13/22   D01H 5/38   G01B 21/08   H02K 26/00   
IPC additional class // G01B 121:04  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft die Anpressung eines Tastorgans an einen Faserverband in einer Bandführung wie es zur Messung der Dicke von Faserverbänden an einer Textilmaschine genutzt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, für den gesamten Meßbereich einer Bandführung mit Tastorgan, welche an einer Textilmaschine zur Messung der Dicke eines Faserbandes angeordnet ist, eine Linearität des Meßsignals zu gewährleisten und deren Aufwand zur Umrüstung bei Partiewechsel zu reduzieren.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß mittels Stellorgan (30, 45, 60, 70, 90, 99) die Anpreßkraft des beweglichen Tastorgans (28', 40', 86) über den gesamten Meßbereich einer Bandführung mit Tastorgan auf einen im wesentlichen konstanten Wert gehalten wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Anpreßung eines Tastorgans an einen Faserverband in einer Bandführung wie es zur Messung der Dicke von Faserverbänden an einer Textilmaschine genutzt wird. Solch eine Textilmaschine kann eine Karde, eine Strecke, ein Flyer oder eine Spinnmaschine sein. Die Anpreßung des Tastorgans ist wichtig für die Bildung eines korrekten Meßsignals zur Dicke des Faserverbandes. Das Meßsignal zur Dicke ist wichtig zur Steuerung anderer Prozesse an der Textilmaschine.

Um die Dicke eines Faserverbandes zu ermitteln, wird der Faserverband über eine Bandführung geführt, die feststehend installiert ist. Eine solche Bandführung kann eine mit ihrer Drehachse feststehende Tastrolle sein, ein Stab, ein Bandführungskanal oder ein Bandtrichter. Der Faserverband hat Kontakt mit der Bandführung und wird durch diese geführt. Auf den in der Bandführung geführten Faserverband wird ein Tastorgan gepreßt. Die Anpressung erfolgt durch eine Feder, die gespannt ist und mit dem Tastorgan verbunden ist. Das Tastorgan ist beweglich gelagert, d. h. in Abhängigkeit der Dicke des geförderten Faserverbandes bewegt sich das Tastorgan im Abstand zur Bandführung. Das Tastorgan kann dabei eine Schwenkbewegung oder Hubbewegung ausführen.

Das Tastorgan ist zu einem Signalwandler angeordnet, der die Bewegung des Tastorgans erfalt und in ein elektrisches Meßsignal wandelt. Das Tastorgan kann beispielsweise eine bewegliche Tastrolle sein. Die bewegliche Tastrolle wird auf die feststehende Tastrolle gepreßt. Die bewegliche Tastrolle kann dabei in einem Schwenkarm oder Hubwagen angeordnet sein. Eine Feder greift am Schwankarm oder Hubwagen an und ermöglicht die Anpressung.

Unter einem Tastorgan ist auch ein Tastelement zu verstehen, welches schematisch die Form eines Fingers haben kann. Dieses Tastelement ragt in Förderrichtung auf die Bandführung. Der den Faserverband berührende Teil des Tastelements ist als Gleitfläche ausgebildet. Das Tastelement ist vertikal und rechtwinklig im Bezug auf die Laufrichtung des Faserverbandes beweglich. Da das Tastelement als Hebelarm ausgebildet ist, wird es mittels Feder in Richtung einer ortsfesten Gleitfläche eines Bandführungskanals oder eines Bandtrichters gepreßt. Bandführungskanal oder Bandtrichter entsprechen einer Bandführung. Durch die Bewegung des Tastelementes wird die Dicke des Faserverbandes ermittelt. Ein in Verbindung stehender Signalwandler wandelt die Bewegungsgröße in ein äquivalentes elektrisches Signal.

Unter dem Begriff des Faserverbandes werden verstanden ein Faservlies, ein aus mehreren Bändern dubliertes Faserband oder ein verzogenes Faserband.

Die bei der Anpressung eines Tastorgans an einen Faserverband in einer Bandführung bestehenden Mängel werden nachfolgend anhand eines Tastrollenpaares erläutert. Diese Mängel bei der Anpressung eines Tastrollenpaares sind verallgemeinerungsfähig für die Anpressung eines Tastorgans.

Der Aufbau, Einsatz und die Betriebsweise eines solchen Tastrollenpaares wird ausführlich beschrieben in Bedienungsanleitung, Strecke RSB 851 (4135), SB 851 (4131) der RIETER Spinning Systems vom August 1990. Unter Abschnitt 4.5.1. wird die Einstellung der Tastrollenbelastung für eine Tastrolle beschrieben, die vor dem Eingang eines Streckwerks angeordnet ist. Die feststehende Tastrolle ist drehbar gelagert und hat radial am Umfang eine Nut. In dieser Nut wird das zu messende Faserband geführt. Die bewegliche Tastrolle hat ihre Drehachse in einem Schwenkarm gelagert, wobei der Schwenkarm um seine Drehachse schwenkbar ist. Der Schwenkarm schwenkt entsprechend einem Kreisbogen. Die bewegliche Tastrolle hat radial am Umfang einen Ring. Da die bewegliche Tastrolle in einem Schwenkarm angeordnet ist, wird über eine am Schwenkarm angreifende Feder die bewegliche Tastrolle auf die feststehende Tastrolle gepreßt. Der Ring der beweglichen Tastrolle preßt in die Nut der feststehenden Tastrolle und preßt infolge der Federbelastung das zu messende Faserband. Das Tastrollenpaar wird durch Kraftübertragungsmittel von einem Antrieb angetrieben. Beide Tastrollen drehen synchron zueinander.

Das Faserband wird durch das Tastrollenpaar hindurchgefördert und dem Einzugswalzenpaar des Streckwerks übergeben.

Es sind auch Tastrollenpaare bekannt, wo die bewegliche Tastrolle eine Hubbewegung gegenüber der feststehenden Tastrolle ausübt. Auch dort wird die bewegliche Tastrolle angepreßt. Auch für diese Form der Gestaltung sind die nachfolgenden Aussagen zu einem Tastrollenpaar zutreffend.

Der Achsabstand zwischen der Achse der feststehenden Tastrolle und der Achse der beweglichen Tastrolle verändert sich mit der Dicke des Faserbandes. Infolge der Dickenschwankung des Faserbandes werden die entsprechenden Schwenkbewegungen der beweglichen Tastrolle von einem Signalwandler in ein elektrisches Signal umgewandelt. Dieses elektrische Signal wird einer Elektronik zugeführt, die den Verzug des Faserbandes im Streckwerk steuert.

Die Höhe der erforderlichen Anpreßkraft für die bewegliche Tastrolle, der durch eine Zugfeder realisiert wird, ist abhängig vom verarbeiteten Faserbandmaterial und der Einzugsgeschwindigkeit. Zur Einstellung der gewünschten Anpreßkraft dienen Laschen unterschiedlichen Abstandes an der Feder, so daß jede Lasche in unterschiedlicher Stellung in den Schwenkarm gehängt werden kann. Die unterschiedlichen Laschen repräsentieren unterschiedlichen Anpreßdruck. Diese Umstellung erfordert Montageaufwand, wobei die Strecke stillgesetzt werden muß. Nachteilig ist auch, daß die Anpreßkraft nur stufenweise entsprechend den vorhandenen Laschen der Feder einstellbar ist. Die Feder ist ein Stellorgan, das nur manuell gestellt wird. Zwischenwerte sind nicht einstellbar.

Mit unterschiedlicher Auslenkung des beweglichen Tastorgans ändert sich auch die Zugkraft der Feder, so daß im gesamten Meßbereich eine unterschiedliche Anpreßkraft auf das Faserband eintritt. Es ist eine fehlende Linearität des Meßsignals über den Meßbereich des Tastorgans festzustellen, d. h. es existiert keine direkte Linearität zwischen Dicke des Faserbandes und Auslenkung des beweglichen Tastorgans. Das ist ein gewichtiger Mangel. Das führt zur Bildung fehlerbehafteter Meßsignale und letztlich zu einem fehlerhaften Verzug. Diese Feststellung trifft auch zu für einen Bandtrichter als Bandführung mit einem Tastelement als Tastorgan.

Eine Bandführung mit Tastorgan kann aber auch nach einem Streckwerk eingesetzt werden. Dann treffen die genannten Mängel ebenso zu. Nach der Eingangs genannten Bedienungsanleitung betrifft dies die Abzugswalzen (Abschnitt 4.4.3, Seite 28 und Abschnitt A4, Seite 86 ff). Diese Abzugswalzen werden zur Messung der Dicke des Faserbandes nach dem Streckwerk eingesetzt. Diese Abzugswalzen arbeiten analog zu dem beschriebenen Tastrollenpaar. Die Abzugswalzen liefern ein Meßsignal an einen Sliver-Monitor, der die Einhaltung der Bandnummer überwacht.

Aufgabe der Erfindung ist es, für den gesamten Meßbereich eines Tastorgans einer Bandführung, welches an einer Textilmaschine zur Messung der Dicke eines Faserverbandes angeordnet ist, eine Linearität des Meßsignals zu gewährleisten und deren Aufwand zur Umrüstung bei Partiewechsel zu reduzieren.

Die Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Tastorgan einer Bandführung gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale nach den Ansprüchen 1 und 9.

Bei der Anpreßung eines Tastorgans an den Faserverband in einer Bandführung wird erreicht, daß die Anpreßkraft des beweglichen Tastorgans mittels Stellorgan über den gesamten Meßbereich des Tastorgans im wesentlichen konstant gehalten wird.

Das Stellorgan kann gebildet werden durch einen Zylinderraum mit Kolben, der so dimensioniert ist, daß er als pneumatisch oder hydraulisch arbeitender Volumenspeicher wirkt. Im Volumenspeicher wird ein Druck eingestellt, der über die Verbindung von Kolben zu Tastorgan wirkt und der unter Abzug entsprechender Widerstandskräfte auf diesem Verbindungsweg der gewünschten Anpreßkraft am beweglichen Tastorgan entspricht. Der Volumenspeicher ist in seinem Volumen so dimensioniert, daß die vom Tastorgan auf den Kolben übertragenen Bewegungen lediglich zu unwesentlichen Druckänderungen im Volumenspeicher führen. Dadurch das unwesentliche Druckänderungen auftreten, wird es möglich, daß der Druck im Volumenspeicher und damit die Anpreßkraft am beweglichen Tastorgan auf einen im wesentlichen konstanten Wert im gesamten Meßbereich gehalten werden.

Der Volumenspeicher kann vorteilhafterweise als Zylinderraum mit Druckausgleichszylinder gestaltet sein. Der Druckausgleichszylinder kann auch als definierte Länge eines Schlauches mit dehnbarer Wandung ausgeführt sein. Der Druckausgleichzylinder kann einen Anschluß zu einem Druckerzeuger haben. Der im Volumenspeicher eingestellte und gehaltene Druck wird am Kolben mittels Kraftübertragungsmittel (beispielsweise Stange) auf das Tastorgan übertragen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Kraft zu überwinden ist, mit der der Kolben einseitig vorgespannt ist. Der im Volumenspeicher eingestellte und gehaltene Druck ist ein äquivalent für die Anpreßkraft der beweglichen Tastrolle. In einer weiteren vorteilhaften Ausführung kann der Volumenspeicher, d. h. Zylinderraum und Druckausgleichszylinder mit einem Druckminderventil verbunden sein. Das Druckminderventil ermöglicht es, daß der gewünschte Sollwert des Druckes im Volumenspeicher und damit letztlich die Anpreßkraft der beweglichen Tastrolle stufenlos einstellbar ist. Mit Anschluß eines regelbaren Druckerzeugers an den Eingang des Druckminderventils wird Druck in den Volumenspeicher gegeben. Bei Überschreitung des vorgegebenen Sollwertes entlüftet das Druckminderventil den Überdruck selbständig bis der Sollwert wieder erreicht ist. Mit dem regelbaren Druckerzeuger ist es möglich, dessen eigene Arbeitsweise zu steuern. Mit Erreichen des Sollwertes am Druckminderventil kann der Druckerzeuger stillgesetzt werden, so daß der erreichte Eingangsdruck am Druckminderventil gehalten wird. Durch kontinuierliche Änderung des Sollwertes am Druckminderventil können Werte der Anpreßkraft kontinuierlich veränderbar und einstellbar gemacht werden. Das ist insbesondere von Vorteil, wenn bei Partiewechsel in Folge veränderter Liefergeschwindigkeiten oder veränderten Faserbandmaterials neue Werte der Anpreßkraft eingestellt werden müssen. Mit Unterbrechung des Eingangsdrucks zum Druckminderventil bzw. bei Entlüftung des Volumenspeichers über das Druckminderventil kann der Druck des Volumenspeichers so weit reduziert werden, daß der Kolben durch die einseitige Vorspannung einer Druckfeder von einer Druckbewegung auf eine Zugbewegung umgeschalten wird. Die durch die einseitige Vorspannung der Druckfeder am Kolben erzielte Zugkraft gegenüber dem beweglichen Tastorgan führt das Tastorgan von einer Arbeitsposition in eine Öffnungsposition. Dieses Führen des Tastorgans in eine Öffnungsposition erleichtert dem Bediener, insbesondere bei Partiewechsel, das Einlegen eines neuen Faserverbandes zwischen Tastorgan und Bandführung. Nach Einlegen des Faserverbandes zwischen Tastorgan und Bandführung wird automatisch durch Erhöhung des Druckes im Volumenspeicher auf Anpreßkraft umgestellt, so daß auch das Tastorgan aus der Öffnungsposition in die Arbeitsposition zurückgeführt wird.

Sollte ein mobiler, externer Druckerzeuger im Einsatz sein, müßte der Eingang des Druckminderventils mit einem Rückschlagventil verbunden sein.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführung ist das Stellorgan steuerbar. Zu diesem Zweck ist im Volumenspeicher des Stellorgans ein Drucksensor angeordnet, der den aktuellen Druck ermittelt und an eine Steuerung übermittelt. In Abhängigkeit eines Sollwertes für den Druck, der im Programm der Steuerung vorgegeben ist, wird ein Steuerventil gesteuert. Dieses Steuerventil ist mit einem Druckerzeuger verbunden. Bei ungewollter Druckerhöhung im Stellorgan wird dies über den Sensor erkannt und an die Steuerung gemeldet. Die Steuerung steuert das Steuerventil in Ausströmrichtung und schließt wieder, wenn der Sollwert erreicht ist. Bei Unterdruck im Stellorgan meldet dies der Sensor an die Steuerung, wobei die Steuerung das Steuerventil auf Durchlaß zum Druckerzeuger schaltet und zugleich den Druckerzeuger in Betrieb setzt. Mit Erreichen des Sollwerts vom Druck im Stellorgan schließt die Steuerung das Steuerventil, so daß der Druck im Stellorgan gehalten wird und die Druckerzeugung stillgesetzt wird.

Mit dem Programm für eine solche Steuerung ist es möglich, aus einer Vielzahl von Sollwerten auszuwählen, wobei die Auswahl im Zusammenhang mit einer Befehlseingabe von einer Bedieneroberfläche durch das Maschinenpersonal gemacht werden kann. Die Steuerung stellt dann wie bereits beschrieben automatisch im Wechselspiel zwischen Stellorgan, Steuerventil und Druckerzeuger den gewünschten Druck im Stellorgan ein. Wie bereits erläutert, entspricht dieser Druck unter Abzug der einseitigen Vorspannkraft des Kolbens der gewünschten Anpreßkraft am Tastorgan. Mit dieser Steuerung ist auf vorteilhafte Weise das Tastorgan automatisch von einer Arbeitsposition in eine Öffnungsposition führbar.

Nach einer anderen Ausführung wird das Stellorgan gebildet von einem elektrischen Drehfeldmagnet. An Drehfeldmagneten ist in der Regel ein Getriebe integriert. Der Ausgang des Getriebes ist direkt oder mittels Kraftübertragungsmittel mit dem Tastorgan verbunden. Der Drehfeldmagnet dient zur Abgabe eines konstanten Drehmoments bei sehr kleiner Drehzahl bzw. im Stillstand. Das entspricht seiner Arbeitskennlinie. Es ist somit möglich, für den gesamten Meßbereich des Tastorgans ein konstantes Drehmoment zu erzeugen, welches eine annähernd konstante Anpreßkraft des Tastorgans gewährleistet. Dieses Stellorgan wäre ebenfalls steuerbar. Durch Änderung der Phasenanschnittssteuerung bei der Spannungsversorgung des Drehfeldmagneten kann dessen Drehzahl und somit sein Drehmoment auf einen gewünschten Wert eingestellt werden. Das entspricht der Vorgehensweise bei Partiewechsel. Ebenso könnte die Drehrichtung geändert werden. Das ist dann zweckmäßig, wenn das bewegliche Tastorgan von der Bandführung weg in eine Öffnungsposition geführt werden müßte.

Nachfolgend werden die Erfindung und Merkmale anhand von Ausführungen beschrieben.

In diesem Zusammenhang zeigen

Fig. 1 Einsatzorte eines Tastrollenpaares an einer Strecke,

Fig. 2 Stand der Technik zur Erzeugung einer Anpreßkraft am Tastrollenpaar,

Fig. 2a Stand der Technik zur Erzeugung einer Anpreßkraft am Tastelement eines Bandtrichters,

Fig. 3 Stellorgan als Volumenspeicher in Ausführung mit einem Zylinderraum,

Fig. 4 Stellorgan als Volumenspeicher in Ausführung mit Zylinderraum und Druckausgleichszylinder,

Fig. 5 Stellorgan als Volumenspeicher nach Fig. 4 mit Druckminderventil,

Fig. 6 Stellorgan als Volumenspeicher mit Druckminderventil und Rückschlagventil,

Fig. 7 steuerbares Stellorgan,

Fig. 7a Steuerventil als 3-Wege-Ventil,

Fig. 8 Stellorgan als Drehfeldmagnet.

Fig. 1 zeigt schematisiert eine Strecke der Textilindustrie. Die aus Kannen abgezogenen Faserbänder 1 werden über einen Einlauftisch 4, einem Bandtrichter 2 zugeführt. Dieser Bandtrichter 2 dubliert die Faserbänder zu einem Faserband 5. Das an der Mündung des Bandtrichters 2 erscheinende Faserband 5 durchläuft ein Tastrollenpaar 3, 3&min;. Dieses Tastrollenpaar 3, 3&min; mit die Dicke des Faserbandes und bildet im Zusammenhang mit einem Signalwandler ein Meßsignal 6 zur Banddicke. Dieses Meßsignal 6 wird einer Reguliervorrichtung zur Verfügung gestellt, um den Verzug des Faserbandes 5 im Streckwerk 7 zu steuern. Dieses Meßsignal 6 kann darüberhinaus auch weiteren Vorrichtungen der Signalverarbeitung zugeführt werden, die beispielsweise der Verbesserung der Verzugssteuerung dienen. Das Faserband 5 wird vom Tastrollenpaar 3, 3&min; an das Einzugswalzenpaar 8, 8&min; eines Streckwerks 7 übergeben. Das Streckwerk 7 besitzt weiterhin ein Mittelwalzenpaar 9, 9&min; und ein Lieferwalzenpaar 10, 10&min;. Das Faserband 5 wird vom Lieferwalzenpaar 10, 10&min; an eine Ablegevorrichtung 11 gefördert. Diese Ablegevorrichtung 11 enthält bekannte Arbeitsorgane wie Vliestrichter, Bandkanal, Bandtrichter und Kalanderwalzenpaar 300, 300&min;. Diese, teilweise nicht dargestellten, Arbeitsorgane durchläuft das Faserband 5 in der Ablegevorrichtung 11 und wird letztlich mittels Drehteller 12 in einer Kanne 13 abgelegt.

Das Kalanderwalzenpaar 300, 300&min; hat die Aufgabe, die Dicke des Faserbandes am Ausgang des Streckwerkes zu messen. Die Meßfunktion des Kalanderwalzenpaares 300, 300&min; ist analog der des Tastwalzenpaares 3, 3&min;. Das Kalanderwalzenpaar 300, 300&min; liefert ein Meßsignal 600, daß beispielsweise an einen Sliver-Monitor geliefert wird. Der Sliver-Monitor überwacht beispielsweise die Einhaltung der Bandnummer.

Fig. 2 zeigt weitere Einzelheiten zum Tastrollenpaar wie sie im Stand der Technik bekannt sind. Das Tastrollenpaar hat eine Tastrolle 28, die drehbar in der Drehachse 14 gelagert ist. Die Drehachse 14 ist feststehend. Die feststehende Tastrolle entspricht einer Bandführung. Das Gegenstück ist die Tastrolle 28&min;. Die bewegliche Tastrolle 28&min; entspricht einem Tastorgan. Die Tastrolle 28&min; ist drehbar um die Drehachse 15 gelagert. Die Drehachse 15 ist in einem Schwenkarm 17 angeordnet. Der Schwenkarm erfüllt die Funktion einer Bewegungsvorrichtung. Der Schwenkarm 17 ist schwenkbar um die Drehachse 16. Diese mechanische Anordnung ist analog zutreffend für das Kalanderwalzenpaar 300, 300&min;. An der Schwenkachse 17 ist ein Winkelarm 18 angeordnet, der ein metallisches Target 19 trägt. Gegenüber dem Target 19 ist in einer fixierten Position ein Sensor 20 angeordnet, der berührungslos arbeitet. Der Sensor 20 besitzt eine Signalleitung, die zu einer Steuerung führt, das kann beispielsweise die Regulierung der Strecke oder eine andere Signalauswertung zur Verbesserung der Regulierung sein. Zwischen dem Tastrollenpaar 3, 3&min; ist das Faserband 5 geklemmt. Die Tastrolle 3 hat eine Nut N, in der das Faserband geführt wird und die Tastrolle 3&min; hat einen Ring R, der das Faserband 5 in der Nut N hält. Diese Geometrie ist für die Bandführung vorteilhaft, aber für die Funktion der Erfindung nicht notwendig. Beispielsweise kann beim Kalanderwalzenpaar 300, 300&min; auf Ring R und Nut N verzichtet werden. Am Ende des Schwenkarmes 17 befindet sich eine Bohrung 23, in die eine Feder 22 eingreift. Diese Feder 22 hängt mit ihrem Federende, als Lasche 26 ausgebildet, in einem feststehenden Haken 27. Die Feder 22 ist dadurch gespannt und preßt die Tastrolle 28&min; an die feststehende Tastrolle 28, d. h. der Ring R preßt das Faserband in die Nut N. Dickstellen oder Dünnstellen im Faserband 29 führen zu einer Schwenkbewegung des Schwenkarmes 17 und somit zu einer Schwenkbewegung der Tastrolle 28&min;. Dies ist auch zutreffend für das Kalanderwalzenpaar 300, 300&min;, wobei die Kalanderwalze 300&min; die bewegliche ist. Diese Schwenkbewegung wird durch das Target 19 gegenüber dem fixierten Sensor 20, der als Näherungssensor arbeitet, übertragen. Entsprechend der Schwenkbewegung der Tastrolle 28&min; bildet der Sensor 20 ein elektrisches Signal, welches der Faserbanddicke äquivalent ist. Bei dieser bekannten Vorrichtung besteht der Nachteil, daß bei größeren Störungen der Faserbanddicke eine stärkere Auslenkung der Tastrolle 28&min; erfolgt. Mit einer größeren Auslenkung der Tastrolle 28&min; ändert sich aber die Federbelastung und somit die Anpreßkraft in anderer Größenordnung als gegenüber einer kleineren Auslenkung. Diese Feststellung ist auch zutreffend für das Kalanderwalzenpaar 300, 300&min;. Es werden also Meßsignale über die Signalleitung 21 abgegeben, die bei unterschiedlichem Anpreßdruck erzeugt wurden. Das ist eine fehlerbehaftete Messung.

Für den Fall eines Partiewechsels wird bei anderem Material des Faserbandes oder bei anderer Liefergeschwindigkeit ebenfalls ein veränderter Wert des Anpreßdruckes notwendig. Zu diesem Zweck hat die Feder 22 weitere Laschen 24, 25, so daß bei Partiewechsel entweder Lasche 24 oder 25 in den feststehenden Haken 27 eingehangen wird. Das entspricht einer stufenweisen, sprunghaften Änderung. Zwischenwerte sind nicht einstellbar. Es wird somit manuell eine neue, prozeßbedingte Anpreßkraft der Feder erzeugt. Das erfordert einen manuellen Aufwand zum Umrüsten. Die Strecke muß dazu stillgesetzt werden. Weiterhin bleibt der Mangel auch nach Partiewechsel bestehen, daß über den gesamten Meßbereiches des Tastrollenpaares keine Konstanz der Anpreßkraft besteht.

Im Stand der Technik ist die Messung der Faserbanddicke beispielsweise an einer Strecke nicht nur mit Tastrollenpaaren bekannt. Bekannt ist auch die Messung der Faserbanddicke mit Bandtrichter und einem Tastelement. In diesem Sinne könnte der Bandtrichter 2 ein Tastelement enthalten und das Tastrollenpaar 3, 3&min; als Meßorgan könnte entfallen. Weitere Einzelheiten werden in Fig. 2a erläutert.

Fig. 2a zeigt Einzelheiten zu einem Bandtrichter mit Tastelement, wie sie im Stand der Technik bekannt sind. Ebenso wie das Tastrollenpaar ist der Bandtrichter mit Tastelement eine spezielle Ausgestaltung einer Bandführung mit Tastorgan.

Der Bandtrichter 80 ist beispielsweise vor einem Streckwerk einer Strecke angeordnet. Mehrere Faserbänder 87 werden durch den Bandtrichter 80 dubliert und verdichtet zu einem Faserband 88. In einer Aussparung einer Trichterwandung ist ein Tastelement 86 angeordnet. Das Tastelement 86 ist in einer Achse 81 schwenkbar gelagert. Der Hebel des Tastelements 86, der außerhalb des Trichters 80 liegt, ist mit einer Feder 82 verbunden, die das Tastelement 86 spannt. Die Feder 82 preßt die Gleitfläche des Tastelements 86, die im Inneren des Trichters 80 liegt, gegen das einlaufende Faserband in Richtung ortsfeste Wandung des Bandtrichters. Das Tastelement 86 kann weiterhin mit einem Tauchkern 84 verbunden sein, der in ein elektrisches Meßelement 83 ragt. Das elektrische Meßelement 83 kann beispielsweise eine Tauchspule sein. Infolge unterschiedlicher Faserbanddicke wird das Tastelement 86 bewegt. Die Bewegung des Tastelements 86 führt zu einer Bewegung des Tauchkerns 84, so daß das elektrische Meßelement 83 ein elektrisches Meßsignal 85 erzeugt. Bei einer größeren Auslenkung des Tastelements 86 erreicht die Anpreßkraft durch die Feder 82 andere Werte als dies bei einer kleineren Auslenkung der Fall ist. Es besteht der Mangel, daß über den gesamten Meßbereich des Tastelements 86 keine Konstanz der Anpreßkraft besteht. Dies ist der analoge Fehler wie beim Tastrollenpaar 28, 28&min; bereits beschrieben.

Fig. 3 zeigt eine Ausführung zur Erfindung. Das Stellorgan 30 kann als ein hydraulisch oder pneumatisch arbeitender Volumenspeicher ausgeführt sein. Der Volumenspeicher besteht aus einem Zylinderraum 32, 34 mit Kolben 33. Im Zylinderraum 34 ist eine Druckfeder 35 mit bekannter Federkennlinie angeordnet. Die Kraftwirkung der Feder 35 ist so gerichtet, daß der Kolben 35 in Richtung Zylinderraum 32 bewegt werden kann. Der Kolben 33 ist mit Stange 36 verbunden. Das andere Ende der Stange 36 ist mit einem Schwenkarm 41 verbunden. Der Schwenkarm 41 trägt eine Achse 43 in der die Stange 36 beweglich gelagert ist. An ihrem Ende trägt die Stange 36 ein Target 39. Dem Target gegenüber ist ein Näherungssensor 44 berührungslos angeordnet. Der Schwenkarm 41 trägt eine bewegliche Tastrolle 40&min;. Der Schwenkarm 41 ist schwenkbar um die Drehachse 42.

Der Volumenspeicher ist mittels Anschluß 37 mit einem steuerbarem Druckerzeuger 38 über dessen Anschlußleitung verbunden. Der Volumenspeicher ist in seiner Ausdehnung so zu dimensionieren, daß alle über die Verbindung Tastrolle 40&min; - Kolben 33 erzeugten Druckänderungen im Zylinderraum 32 so gedämpft werden, daß der Druck im Zylinderraum 32 auf einen im wesentlichen konstanten Wert gehalten werden kann.

Um die Betriebsbereitschaft des Tastrollenpaares 40, 40&min; herzustellen, muß die gewünschte Anpreßkraft der beweglichen Tastrolle 40&min; eingestellt werden. Dabei ist zu beachten, daß die Federkraft der Feder 35 zu überwinden ist. Zu diesem Zweck wird am Anschluß 37 mittels Druckerzeuger 38 beispielsweise Druckgas eingeblasen. Der Anschuß 37 kann deshalb an einem zentralen Druckgaserzeuger einer Strecke direkt angeschlossen sein. Der Druckerzeuger 38 ist regelbar, so daß mit Erreichen des entsprechenden Gasdruckes im Zylinderraum 32 die Druckerzeugung eingestellt wird. Der im Zylinderraum 32 existierende Druck hat jenen Wert erreicht, der letztlich der geforderten Anpreßkraft der beweglichen Tastrolle 40&min; äquivalent ist. Der als Volumenspeicher dimensionierte Zylinderraum 32 ermöglicht es, daß Bewegungen des Kolbens 33 zu einer unwesentlichen Veränderung des Druckes im Zylinderraum 32 führen, so daß die Anpreßkraft der beweglichen Tastrolle 40&min; über ihren gesamten Meßbereich im wesentlichen konstant gehalten werden kann.

Fig. 4 zeigt ein Stellorgan 45 in einer gegenüber Fig. 3 etwas veränderten Ausführung. Das Stellorgan 45 besitzt einen Zylinderraum 47, 49 mit Kolben 48. Der Kolben 48 ist ähnlich wie in Fig. 3 mit einer Stange 51 mit einer beweglichen Tastrolle (im weiteren nicht dargestellt) verbunden. Die Bewegung der Tastrolle wird über Stange 51 auf den Kolben 48 übertragen. Im Zylinderraum 49 ist eine Druckfeder 50 angeordnet, die auf den Kolben 48 eine Kraft ausübt. Im Zylinderraum 47 kann ein Drucksensor 5 angeordnet sein, der mit einem Anzeigegerät verbunden ist.

Der Zylinderraum 47 ist mit einem Druckausgleichszylinder 46 verbunden. Der Druckausgleichszylinder 46 ist verbunden mit einem regelbarem Druckerzeuger 52 und dessen Anschlußleitung.

Das Stellorgan 45 arbeitet nach dem Prinzip des Volumenspeichers. Der Zylinderraum 47 ist so dimensioniert, daß er alle Bewegungen des Kolbens 48 aufnehmen kann. Der Druckausgleichszylinder 46 stellt ein zusätzliches Volumen dar. Der Druckausgleichszylinder 46 ist so dimensioniert, daß die durch den Kolben 48 hervorgerufenen Druckänderungen so gering und unwesentlich werden, daß der im Zylinderraum 47 vorherrschende Druck im wesentlichen konstant bleibt. Dieser Druck wird durch den Sensor S gefühlt und mittels Anzeigegerät A angezeigt. Der Druckausgleichszylinder 46 kann beispielsweise eine definierte Länge eines Anschlußrohres sein. Der Druckausgleichszylinder 46 kann aber auch eine definierte Länge eines dehnbaren Schlauches sein. Der dehnbare Schlauch hat den Vorteil, daß er in seiner Länge kürzer gehalten werden kann, da seine Wandungen dehnbar sind. Mittels regelbarem Druckerzeuger 52 kann das Stellorgan 45 beispielsweise mit Druckgas gefüllt werden. Das Anzeigegerät A zeigt dem Maschinenpersonal den aktuellen Gasdruck im Stellorgan 45. Aufgrund von Berechnungen oder Messungen kann der Druck im Stellorgan ermittelt werden, der erforderlich ist, um an der beweglichen Tastrolle eine notwendige Anpreßkraft einzustellen. Ist dieser äquivalente Druck im Stellorgan 45 erreicht, wird der Druckerzeuger 52 stillgesetzt. Der gewünschte Druck bleibt im Stellorgan 45 erhalten.

Fig. 5 zeigt eine weiterhin veränderte Ausführung. Das Stellorgan 60 besteht aus einem Zylinderraum 55, 57 mit Kolben 56. Ähnlich wie in vorangegangenen Figuren ist der Kolben 56 mittels Stange 59 mit einem beweglichen Tastorgan (nicht dargestellt) verbunden. Es könnte beispielsweise auch die Verbindung zu einem Tastelement eines Bandtrichters sein. Im Zylinderraum 57 ist eine Druckfeder 58 angeordnet, die eine Kraft auf den Kolben 56ausübt. Der Zylinderraum 55 ist mit einem Druckausgleichzylinder 54 verbunden. Der Druckausgleichszylinder 54 ist mit einem Druckminderventil 53 verbunden. Zylinderraum 55 und Druckausgleichszylinder 54 arbeiten nach dem Prinzip des Volumenspeichers. Dieser Volumenspeicher ist letztlich mit einem Druckminderventil verbunden. Der Eingang des Druckminderventils 53 ist mit einem regelbarem Druckerzeuger 61 und dessen Anschlußleitung verbunden. Am Druckminderventil 53 kann ein Sollwert für den Gasdruck im Volumenspeicher eingestellt werden. Der Druckerzeuger 61 erzeugt den Gasdruck. Wird der Gasdruck im Stellorgan 60 zu groß, reduziert das Druckminderventil 53 den Gasdruck selbständig auf den eingestellten Sollwert. Für die Funktion des Druckminderventils 53 ist wichtig, daß durch den Druckerzeuger 61 ein notwendiger Eingangsdruck ständig bereitgestellt wird.

Fig. 6 zeigt eine mögliche Ausführung für ein Stellorgan 70, wobei ein Druckerzeuger 72 nicht nur ein stationärer Druckerzeuger sein kann, sondern auch ein mobiler Druckerzeuger Anwendung finden kann. Das Stellorgan 70 arbeitet ebenfalls nach dem Prinzip des Volumenspeichers, wobei ein Zylinderraum 65, 66 mit Kolben 67 und ein Druckausgleichszylinder 64 angeordnet sind. Der Kolben 67 ist mittels Stange 69 mit einem beweglichen Tastorgan (nicht dargestellt) verbunden. Im Zylinderraum 66 befindet sich eine Druckfeder 68, die eine Kraft auf den Kolben 67 ausübt. Der Druckausgleichszylinder 64 ist mit einem Druckminderventil 63 verbunden. Weiterhin ist der Eingang des Druckminderventils 63 mit einem Rückschlagventil 62 verbunden. Das Rückschlagventil 62 mit seinem Anschluß 71 bildet den Anschluß an das Stellorgan 70.

Beispielsweise kann ein mobiler Druckerzeuger 72 am Anschluß 71 angeschlossen werden. Der Druckerzeuger 72 kann beispielsweise ein Druckgaserzeuger sein. Druckgas würde durch das Rückschlagventil 62, das Druckminderventil 63 in den Druckausgleichszylinder 64 und dem Zylinderraum 65 befördert werden. Dabei würde der Kolben 67 gegen die Feder 68 bewegt werden. Der Kolben 67 preßt dabei mittels Stange 69 das bewegliche Tastorgan. Der Druckerzeuger 72 wird vom Anschluß 71 dann abgesetzt, wenn im Druckausgleichszylinder 64 und Zylinderraum 65 der gewünschte Druck erreicht ist. Dies kann am Anzeigeinstrument des Druckerzeugers 72 ermittelt werden oder durch Installation eines Sensors im Zylinderraum 65 und dessen Verbindung zu einem Anzeigegerät. Der im Volumenspeicher eingestellte Druck entspricht dem eingestellten Sollwert am Druckminderventil 63. Dieser Druck auf den Kolben 67 ist ein Äquivalent für die am beweglichen Tastorgan meßbare Anpreßkraft. Diese Anpreßkraft am beweglichen Tastorgan muß über den gesamten Meßbereich des Tastorgans im wesentlichen konstant bleiben. Diese Anforderung wird dadurch erfüllt, daß im Stellorgan 70 Zylinderraum 65 und im Ausgleichszylinder 64 nach dem Prinzip des Volumenspeichers arbeiten. Das Rückschlagventil 62 ermöglichst, daß nach Unterbrechung der Verbindung zum Druckerzeuger 72 der Druck am Eingang des Druckminderventils 63 konstant bleibt. Im Gegensatz zu Fig. 5 kann der Druckerzeuger unterbrochen oder entfernt werden.

Fig. 7 zeigt in einer weiteren Ausführung ein Stellorgan 90, welches steuerbar ist. Das Stellorgan 90 beinhaltet einen Zylinderraum 75, 76 mit Kolben 77 und einen Druckausgleichszylinder 74. Wie bereits gezeigt, ist Kolben 77 mittels Stange 79 mit einem Tastorgan verbunden. Der Kolben 77 ist wiederum mit einer Feder 78, die im Zylinderraum 76 angeordnet ist, vorgespannt. Zylinderraum 75 ist verbunden mit Druckausgleichszylinder 74. Im Zylinderraum 75 befindet sich ein Sensor 73, der eine Verbindung zu einer Steuerung 93 hat. Der Druckausgleichszylinder 74 ist verbunden mit einem Steuerventil 91. Das Steuerventil 91 ist mit einem Druckerzeuger 92 mit Anschlußleitung verbunden. Der Druckerzeuger 92 ist beispielsweise ein Druckgaserzeuger und liefert Druckgas in das Stellorgan 90. Der Sensor 73 übermittelt den aktuellen Druck im Stellorgan 90 an die Steuerung 93. Wir ein in der Steuerung 93 programmierter Sollwert erreicht, schaltet die Steuerung 93 das Steuerventil 91. Der in der Steuerung 93 programmierte Sollwert für den Druck entspricht jenem Wert, der ebenfalls ein Äquivalent für die am beweglichen Tastorgan ein zustellende Anpreßkraft ist. Mit Schließen des Steuerventils 91 wird der Sollwert des Druckes im Stellorgan 90 erhalten. Der Druckerzeuger 92 erreicht bei geschlossenem Steuerventil einen oberen Grenzwert des Drucks, bei dem er sich selbst stillsetzt.

Die Ausführung nach Fig. 7 hat den Vorteil, daß beispielsweise bei Partiewechsel die Einstellung auf eine andere Anpreßkraft durch die Steuerung 93 vorgenommen werden kann. Erhält die Steuerung 93 durch manuelle Eingabe oder durch Befehl aus einem Steuerprogramm die Anweisung, auf einen anderen Sollwert des Druckes im Stellorgan 90 umzustellen, dann kann die Steuerung 93 dies mit Hilfe des Steuerventils 91 realisieren.

Sollte beispielsweise ein höherer Druck im Stellorgan 90 eingestellt werden, was einer höheren Anpreßkraft des beweglichen Tastorgans entspricht, dann würde mittels Steuerung 93 das Steuerventil 91 auf Durchlaßrichtung zwischen Druckerzeuger 92 und Stellorgan 90 geschaltet. Zugleich würde der Druckerzeuger 92 von der Steuerung über die Verbindungsleitung in Betrieb genommen. Der Druckerzeuger 92 kann den Druck im Stellorgan 90 erhöhen auf den gewünschten Sollwert. Wenn der Sensor 73 die aktuellen Druckwerte im Stellorgan 90 an die Steuerung 93 liefert, wird durch diese erkannt, wann der neue, gewünschte Sollwert erreicht wird. Mit Erreichen des neuen Sollwertes wird das Steuerventil 91 gesperrt. Der neue Sollwert des Druckes im Stellorgan 90 wird mit Schliefen des Steuerventil 91 gehalten. Der Druckerzeuger 92 schaltet, wie bereits beschrieben, selbständig ab.

Wird andererseits ein niedrigerer Sollwert des Druckes im Stellorgan 90 benötigt, d. h. eine entsprechend geringere Anpreßkraft, dann kann das Steuerventil mittels Programm der Steuerung 93 auf eine Ausströmstellung geschalten werden, d. h. Druckgas kann aus dem Stellorgan 90 über das Steuerventil 91 nach außen in die Atmosphäre entweichen. Wenn der Sensor 73 den entsprechenden niedrigeren Wert des Druckes fühlt, schließt die Steuerung 93 das Steuerventil 91 und hält den niedrigeren Sollwert des Druckes. Das Steuerventil 91 kann beispielsweise als 3-Wege-Ventil 100 ausgeführt sein.

Fig. 7a zeigt eine mögliche Ausführung eines 3-Wege-Ventils 100. 3 Ventilzustände sind einstellbar. Der Ventilzustand A betrifft die Herstellung einer Verbindung V zwischen Verbindungsleitung zum Druckerzeuger 92 und Rohrleitung zum Stellorgan 90, so daß Druckgas vom Druckerzeuger 92 in das Stellorgan 90 geliefert werden kann. Der Ventilzustand B betrifft die Unterbrechung U der genannten Verbindung, so daß kein Druckgas aus dem Stellorgan 90 entweichen kann. Der Ventilzustand C betrifft die Herstellung einer Verbindung V vom Stellorgan 90, d. h. vom Druckausgleichszylinder 74 zu einem Ausströmrohr AR. Die Mündung des Ausströmrohres AR führt in die umgebende Atmosphäre, so daß Druckgas aus dem Druckausgleichszylinder 74 mit Zylinderraum 75 in die Atmosphäre entweichen kann. In diesem Falle wird der Druck im Stellorgan 90 reduziert. Der entsprechende Ventilzustand A, B oder C an dem als 3-Wege-Ventil 100 ausgeführten Steuerventil 91 wird von der Steuerung 93 gesteuert.

Fig. 8 zeigt eine weitere Ausführung zur Erfindung. Das Stellorgan 99 wird durch einen elektrischen Drehfeldmagneten 94 gebildet, der mit Getriebe 95 integriert ist. Das Getriebe 95 ist mittels Kraftübertragungsmittel 96 mit einem Tastorgan verbunden. Der Drehfeldmagnet 94 ist mittels Übertragungsleitung 98 mit einer steuerbaren Spannungsquelle 97 verbunden. Der Drehfeldmagnet dient zur Abgabe eines Drehmoments bei sehr kleiner Drehzahl bzw. im Stillstand. Es ist somit möglich, für einen festgelegten Meßbereich des Tastorgans ein konstantes Drehmoment zu erzeugen, welches über das Kraftübertragungsmittel 96 eine annähernd konstante Anpreßkraft des Tastorgans gewährleitet.

Durch Änderung der Phasenanschnittsteuerung der Spannungsquelle 97 kann die Drehzahl des Drehfeldmagneten 94 und somit sein Drehmoment auf einen gewünschten Wert eingestellt werden. Ebenso kann die Drehrichtung geändert werden. Das ist dann zweckmäßig, wenn das bewegliche Tastorgan von der feststehenden Bandführung weg in eine Öffnungsposition geführt werden soll.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Anpreßung eines Tastorgans an einen Faserverband in einer Bandführung, welche an einer Textilmaschine zur Messung der Dicke eines bewegten Faserverbandes angeordnet ist, wobei das Tastorgan mit seiner Achse beweglich gelagert ist und ein mit dem beweglichen Tastorgan in Verbindung stehendes Stellorgan eine Anpreßkraft auf das bewegliche Tastorgan ausübt, dadurch gekennzeichnet, daß mittels Stellorgan (30, 45, 60, 70, 90, 99) die Anpreßkraft des beweglichen Tastorgans (28&min;, 40&min;, 86) auf einen Faserverband in einer Bandführung über den gesamten Meßbereich des beweglichen Tastorgans (28&min;, 40&min;, 86) auf einen im wesentlichen konstanten Wert gehalten wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (30, 45, 60, 70, 90) als pneumatischer oder hydraulischer Volumenspeicher arbeitet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (99) als Drehfeldmagnet arbeitet.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (90, 99) steuerbar ist.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (90) in Abhängigkeit seiner Druckänderung gegenüber einem eingestellten Sollwert von einer Steuerung (93) mit Steuerventil (91) gesteuert wird.
  6. 6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, wobei bei Partiewechsel die Anpreßkraft auf einen neuen Wert eingestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß mittels Stellorgan (30, 45, 60, 70, 90, 99) die Anpreßkraft auf einem neuen, prozeßbedingten Wert verändert und eingestellt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Veränderung der Anpreßkraft mittels Stellorgan (30, 45, 60, 70, 90 99) kontinuierlich erfolgt.
  8. 8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Bandführung mit Tastorgan stillgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Stellorgan (30, 45, 60, 70, 90, 99) die Anpreßkraft des beweglichen Tastorgans (28&min;, 40&min;, 86) gegen eine Zugkraft wechselbar ist, so daß das bewegliche Tastorgan (28&min;, 40&min;, 86) von der feststehenden Bandführung (28, 40, 80) weg in eine Öffnungsposition führbar ist.
  9. 9. Vorrichtung zur Erzeugung einer Anpreßung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, wobei ein Stellorgan mit einem beweglichen Tastorgan verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Tastorgan (28&min;, 40&min;, 86) mit einem Stellorgan (30, 45, 60, 70, 90, 99) verbunden ist, welches für den gesamten Meßbereich des Tastorgans eine im wesentlichen konstante Anpreßkraft des beweglichen Tastorgans (28&min;, 40&min;, 86) erzeugt.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (30) einen als Volumenspeicher ausgebildeten Zylinderraum (32, 34) mit Kolben (33) aufweist.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinderraum (32) eine Anschlußverbindung (37) zu einem Druckerzeuger (39) hat.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet daß das Stellorgan (45) einen als Volumenspeicher ausgebildeten Zylinderraum (47, 49) mit Kolben (48) und einen damit in Verbindung stehenden Druckausgleichszylinder (46) aufweist.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckausgleichszylinder (46) eine Verbindungsleitung zu einem Druckerzeuger (52) hat.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß im Zylinderraum (49) eine Druckfeder (50) angeordnet ist.
  15. 15. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (60, 70) einen als Volumenspeicher ausgebildeten Zylinderraum (55, 57; 65, 66) mit Kolben (56, 67) und einem Druckausgleichszylinder (54, 64) aufweist, wobei der Druckausgleichszylinder (54, 64) mit einem Druckminderventil (53, 63) verbunden ist.
  16. 16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (56, 67) mittels Stange (59, 69) mit einem Tastorgan (28&min;, 40&min;, 86) verbunden ist.
  17. 17. Vorrichtung nach Anspruch 15 dadurch gekennzeichnet, daß auf den Kolben (56, 67) eine Druckfeder (58, 68) wirkt, die im Zylinderraum (57, 66) angeordnet ist.
  18. 18. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß am Druckminderventil (53, 63) der Sollwert des Druckes eingestellt ist.
  19. 19. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Eingang des Druckminderventils (53) mit einem Druckerzeuger (61) verbunden ist.
  20. 20. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Eingang des Druckminderventils (63) mit einem Rückschlagventil (62) verbunden ist.
  21. 21. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüchen 9 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (30, 45, 90) mit einer Steuerung (93) verbunden ist.
  22. 22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß im Stellorgan (30, 45, 90) ein Drucksensor (73) angeordnet ist, der mit der Steuerung (93) verbunden ist und das Stellorgan (30, 45, 90) mit einem Steuerventil (91) in Verbindung steht und die Steuerung (93) eine Verbindung zum Steuerventil (91) hat.
  23. 23. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (99) einen Drehfeldmagnet aufweist.
  24. 24. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehfeldmagnet (94) ein Getriebe (95) hat, welches direkt oder mittels Kraftübertragungsmittel (96) mit einem Tastorgan (28&min;, 40&min;, 86) verbunden ist.






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