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Dokumentenidentifikation DE19500399A1 11.07.1996
Titel Verfahren zum Herstellen von Borstenwaren und danach hergestellte Borstenware
Anmelder Singer, Stefan, 78244 Gottmadingen, DE
Erfinder Singer, Stefan, 78244 Gottmadingen, DE
DE-Anmeldedatum 09.01.1995
DE-Aktenzeichen 19500399
Offenlegungstag 11.07.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.07.1996
IPC-Hauptklasse A46D 3/02
IPC-Nebenklasse A46D 3/04   A46D 3/08   B29C 45/14   
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zum Herstellen von Borstenwaren, welche Borstenbüschel aufweisen, die zueinander nicht parallel sind, vorgeschlagen. Der Borstenwarenkörper weist nach seiner Herstellung Ausnehmungen zur Aufnahme von Borstenbüschel in den Borstenwarenkörper auf und wird anschließend umgeformt. Die Umformung erfolgt kalt oder warm. Die Borstenbüschel können vor oder nach dem Umformen angeordnet werden. Durch die Umformung wird die Herstellung wesentlich vereinfacht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Borstenwaren welche Borstenbüschel aufweisen, die zueinander nicht parallel sind. Außerdem betrifft die Erfindung nach dem obengenannten Verfahren hergestellte Borstenwaren.

Borstenwaren, beispielsweise Bürsten, Pinsel oder Besen weisen Borstenbüschel auf, die in einen Borstenwarenkörper eingesetzt und mit diesem fest verbunden werden. Dabei sind bei den meisten Borstenwaren die Borstenbüschel nicht parallel zueinander angeordnet. Zum Herstellen von Borstenwaren werden zunächst in den Borstenwarenkörper Löcher angebracht. Dazu werden an einer Bohrmaschine die Löcher in den Borstenwarenkörper gebohrt. Da die Löcher nicht parallel sind, muß der Borstenwarenkörper für jedes Bohrloch in eine solche Lage verschwenkt und verschoben werden, daß die Bohrlochachse mit der Bohrmaschinenspindel fluchten. Anschließend werden die Borstenbüschel in die vorgefertigten Löchern eingebracht. Bei einer so hergestellten Bürste beispielsweise stehen dann die am äußeren Rand angeordneten Borstenbüschel in einem Winkel von ca. 10° bis 40° von den restlichen Borstenbüschel ab.

In der DE 29 27 509 wird ein Verfahren zum Herstellen von Bürsten vorgeschlagen. In einen bereits hergestellten Bürstenkörper werden Borstenbüschel in die Löcher gestopft. Durch zu den Löchern schräg zugeführte Borstenbüschel werden Schwenkbewegungen der Herstellmaschine reduziert. Die Arbeitsgeschwindigkeit wird dadurch erhöht.

Nachteilig hierbei ist, daß die Borstenbüschel einzeln eingeführt werden. Auch die Bohrungen des Bürstenkörpers sind einzeln angebracht. Dies erfordert eine hohe Bearbeitungszeit.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren für Borstenwaren zu schaffen, mit dem Borstenwaren in kürzerer Zeit herstellbar sind.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Borstenwarenkörper nach seiner Herstellung Ausnehmungen zur Aufnahme von Borstenbüschel in den Borstenwarenkörper aufweist und anschließend umgeformt wird.

Der wesentliche Vorteil besteht darin, daß durch Umformen des Borstenwarenkörpers dieser nach dem Anordnen von Vertiefungen in seine Endlage umgeformt wird. Die Löcher können somit alle zunächst parallel angeordnet werden. Dies erleichtert die Bearbeitung mittels einer Bohrmaschine. Es besteht auch die Möglichkeit, beim Spritzen des Borstenwarenkörpers diesen mit Vertiefungen zu versehen, die die Aufgabe der Bohrlöcher übernehmen. Dadurch fallen auch keine Späne an, die aufwendig entsorgt werden müssen. Erfolgt der Knüpfvorgang vor dem Umformen, bleibt die Knüpfrichtung und die Richtung der Löcher parallel. Dies bedeutet kein zeitaufwendiges Verschwenken des Borstenwarenkörpers während des Knüpfvorganges.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 bis Fig. 7 einen schematisierten Herstellungsvorgang einer Bürste durch Bohren, Knüpfen und anschließendes Umformen des Bürstenkörpers,

Fig. 8 ein Spritzgießwerkzeug und

Fig. 9 bis Fig. 11 einen schematisierten Herstellungsvorgang eines Bürstenkörpers ohne Borstenbüschel.

Fig. 1 zeigt einen Borstenwarenkörper einer Bürste. Der Bürstenkörper 1 ist aus Kunststoff mittels einem Spritzwerkzeug hergestellt. Mit Hilfe eines Bohrwerkzeuges 2 werden die in Fig. 2 ersichtlichen Löcher 4 angeordnet. Die Löcher 4 weisen Lochlängsachsen 9 auf, die zueinander parallel sind. Dadurch ist es möglich, mit einer Art Reihenbohrmaschine, welche mit einer bestimmten Anzahl von Bohrern 3 ausgestattet ist, mit wenigen oder nur mit einem Bearbeitungsschritt sämtliche Löcher am Bürstenkörper 1 anzuordnen.

In einer nicht gezeigten Stopfstation werden die einzelnen Borstenbüschel 5 in die Löcher 4 des Bürstenkörpers 1 gestopft. Das Stopfen wird durch die parallele Stopfrichtung aller Borstenbüschel wesentlich vereinfacht. Mit geeigneten Werkzeugen ist es möglich, gleichzeitig mehrere oder sogar alle Borstenbüschel gleichzeitig in den Bürstenkörper einzusetzen.

In den Fig. 4 bis 7 wird schematisch das Umformen des Bürstenkörpers 1 mit den Borstenbüscheln 5 in seine endgültige Form gezeigt. Der Bürstenkörper 4 wird in ein Umformwerkzeug gelegt, welches ein Oberteil 6 und ein Unterteil 7 aufweist. Das Oberteil 6 weist dabei solche nicht gezeigten Ausnehmungen auf, daß die Borstenbüschel 5 durch diese hindurchführbar sind, wenn das Oberteil 6 am Bürstenkörper 1 anliegt. Es besteht auch die Möglichkeit, daß das Oberteil 6 lediglich den Rand des Bürstenkörpers 1 umgreift und diesen festhält. Das Oberteil 6 und das Unterteil 7 sind als Bauteile eines Umformwerkzeuges zu verstehen, welche durch Zusammenfahren den Bürstenkörper in seine gewünschte Endlage umformen. Das Umformen kann auf beliebige Art durchgeführt werden, beispielsweise durch Pressen, Biegen, Ziehformen, Ansaugen, Blasen oder Streckformen. Die Umformung muß also nicht unbedingt durch Zusammenfahren zweier Bauteile erfolgen.

Der Bürstenkörper 1 wird wie aus den Fig. 5 und 6 ersichtlich durch Zusammenfahren von Oberteil 6 und Unterteil 7 in seine endgültige Form umgeformt. Die Umformung kann dabei kalt oder warm erfolgen. Nachdem der Bürstenkörper 1 umgeformt worden ist, fährt das Oberteil 6 zurück. Durch die Beweglichkeit der einzelnen Borstenbüschel 5 sind diese durch die nicht gezeigten Ausnehmungen am Oberteil 6 problemlos ausformbar. Die äußeren Borstenbüschel ändern ihre parallele Lage gegenüber den mittleren Büschel. Die Lochlängsachsen 9 stehen nun nicht mehr parallel zueinander. In diesem Beispiel beträgt der Winkel zwischen einer mittleren Lochlängsachse 9 und der äußersten Lochlängsachse 9b ungefähr 35°. In Fig. 7 ist eine nach dem genannten Verfahren hergestellte Bürste gezeigt.

In Fig. 8 ist ein Spritzgießwerkzeug zum Herstellen eines Borstenwarenkörpers gezeigt. Das Spritzgießwerkzeug besteht aus zwei Bauteilen, einem Angußpressteil 11 und einem weitern Pressteil 10. Das Pressteil 10 weist Erhöhungen 12 auf, die in den Spritzraum hineinragen. Die Erhöhungen 12 können einen leichten Anzug zwischen 0,2° und 2° aufweisen, um das Spritzgußteil besser ausformen zu können.

In Fig. 9 ist ein Bürstenkörper mit Verteifungen gezeigt, der mit dem obengenannten Spritzgießwerkzeug erstellt wurde. Dieser wird vor dem Knüpfen der Borstenbüschel kalt oder warm umgeformt, wie aus Fig. 10 und Fig. 11 ersichtlich. Das Umformen entspricht dem obengenannten Umformen, wobei in diesem Fall die noch nicht vorhandenen Borstenbüschel das Umformen bzw. das Halten des Bürstenkörpers vereinfachen. In einer herkömmlichen Knüpfstation wird der Bürstenkörper nun mit Borstenbüschel bestückt.

Der in Fig. 1 beschriebene Bürstenkörper 1 ist mit einem Spritzgießwerkzeug hergestellt, welches den gleichen Aufbau wie das in Fig. 8 gezeigte Spritzgießwerkzeug mit dem Unterschied, daß das Spritzgießwerkzeug keine Erhöhungen 9 aufweist.

Danach wird der Bürstenkörper 4 in ein Umformwerkzeug wie aus Fig. 10 und Fig. 11 ersichtlich, gelegt. Der Bürstenkörper 3 wird durch zusammenfahren von Oberteil 6 und Unterteil 7 in seine endgültige Form kalt oder warm umgeformt.

Die beschriebenen Löcher 4 bzw. Vertiefungen 12 können sowohl als Sacklöcher oder als Durchbrüche bzw. Durchgangslöcher ausgebildet sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen von Borstenwaren, welche Borstenbüschel aufweisen, die zueinander nicht parallel sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Borstenwarenkörper (1) nach seiner Herstellung Ausnehmungen (4, 12) zur Aufnahme von Borstenbüschel (5) in den Borstenwarenkörper aufweist und anschließend umgeformt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsrichtungen der Ausnehmungen (9) vor dem Umformen parallel zueinander sind.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Borstenwarenkörper (1) nach dem Anbringen der Borstenbüschel (5) umgeformt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Borstenwarenkörper (1) vor dem Anbringen der Borstenbüschel (5) umgeformt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Borstenwarenkörper (1) kalt oder warm umgeformt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen im Borstenwarenkörper (1) mittels einer Bohrvorrichtung gebohrt werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß alle Bohrungen (4) parallel zueinander gebohrt werden.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (13) im Borstenwarenkörper beim Spritzgießen angeordnet werden.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Borstenwarenkörper (1) vor dem Anbringen der Borstenbüschel (5) umgeformt wird.
  10. 10. Eine nach dem Verfahren nach Anspruch 1 bis 8 hergestellte Borstenware, dadurch gekennzeichnet, daß der Borstenwarenkörper (1) Löcher zur Aufnahme von Borstenbüschel aufweist, die durch Spritzgießen des Borstenkörpers hergestellt sind.
  11. 11. Borstenware nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Borstenware eine Bürste, insbesondere Schuh-, Kleider-, Handwasch- oder Zahnbürste ist.
  12. 12. Borstenware nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Borstenware ein Besen ist.
  13. 13. Borstenware nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Borstenwarenkörper aus Kunststoff hergestellt ist.






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