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Dokumentenidentifikation DE19505869C1 11.07.1996
Titel Verfahren zur Abtrennung von grobstückigen Verunreinigungen aus Lackkoagulat
Anmelder GFR Gesellschaft für die Aufbereitung und Verwertung von Reststoffen mbH, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Demmich, Jörg, Dr.-Ing., 97084 Würzburg, DE;
Weißflog, Eckard, Dr.rer.nat., 97234 Reichenberg, DE;
Leininger, Gerhard, Dipl.-Ing., 97250 Erlabrunn, DE
Vertreter Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner et col., 50667 Köln
DE-Anmeldedatum 21.02.1995
DE-Aktenzeichen 19505869
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.07.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.07.1996
IPC-Hauptklasse B03B 9/00
IPC-Nebenklasse B29B 17/02   C08J 11/06   C08J 3/16   
Zusammenfassung Das Verfahren zur Abtrennung von grobstückigen Verunreinigungen aus Lackkoagulat besteht darin, daß die verunreinigten Lackkoagulate mit Wasser zu einer pumpfähigen Suspension vorzugsweise mit einem Trockensubstanzgehalt von kleiner/gleich 15 Gew.-% vermischt werden, die Suspension gesiebt und anschließend durch Einwirkung von Fliehkraft aufgetrennt wird in eine wäßrige Phase und eine Schlammphase mit mehr als 40 Gew.-% Trockensubstanz. Durch Grobsiebung einerseits und Zumischung von weiteren Zusätzen zur Suspension andererseits läßt sich das Verfahren zur Konditionierung der Lackkoagulate weiter optimieren.

Beschreibung[de]

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Abtrennung von grobstückigen Verunreinigungen aus Lackkoagulat.

Aus der EP-0 484 332 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verwertung von Reststoffen aus Lackierereien bekannt, welche sich ausgezeichnet bewährt haben. Insbesondere kommen diese zur Anwendung zur Verwertung von Lackschlämmen aus den unterschiedlichen Prozessen, insbesondere der Automobilindustrie.

Die DE-C-34 08 151 beschreibt ein Verfahren zur Behandlung von wasserhaltigem Lackschlamm, bei dem zunächst ein Teil des Wassers zugesetzt und zu einer Lackschlammsuspension gemischt wird, von der dann Wasser abgetrennt wird, indem nach dem Mischen die Lackschlammsuspension durch Zentrifugieren in Wasser und wasserarmes Lackkoagulat aufgetrennt wird.

Die DE-OS 15 17 904 beschreibt ein Verfahren zum Abtrennen von Feststoffen aus Schlamm und ähnlichen Suspensionen, insbesondere aus der Reinigung von industriellen und kommunalen Abfällen.

In der Automobilindustrie werden unterschiedliche Werkstoffe im sogenannten Naßverfahren beschichtet. Bei der Applikation des Lackes auf dem Werkstück werden jedoch auch größere Mengen an Lack daran vorbeigesprüht und mit einem Wasserfilm ausgewaschen. Der im Wasser enthaltene Lack wird oftmals mittels chemischer Zusätze zum sogenannten Lackkoagulat umformuliert und als Produktionsrückstand aus dem Produktionsprozeß ausgetragen. Dieser Rückstand wird meist in offenen Behältern gesammelt und für den Abtransport bereitgestellt. Diese unbeschränkte Zugänglichkeit zu den Schlamm-Sammelbehältern führt aber dazu, daß sich neben den bei der Lackierung eingetragenen Fremdkörpern auch andere grobstückige Abfälle in den gesammelten Rohkoagulaten wiederfinden.

Damit diese verunreinigten Lackkoagulate nicht als Sonderabfall in einer Deponie oder einer Sonderabfallverbrennung entsorgt werden müssen, sondern ebenfalls einer stofflichen oder energetischen Verwertung gemäß EP-0 484 332 zugeführt werden können, stellt sich die Aufgabe, diese Lackkoagulate von grobstückigen Verunreinigungen zu befreien und nach Möglichkeit darüber hinaus optimal für die weitere Verarbeitung zu konditionieren.

Die bei dem Verfahren gemäß EP-0 484 332 eingesetzten Anlagen sind so ausgelegt, daß sie flüssige und zähpastöse Stoffe trocknen können. Sie sind jedoch empfindlich gegen grobstückige Fremdkörper. Schließlich ist zu beachten, daß die Trocknung und Weiterverarbeitung von Lackkoagulaten in diesen Vorrichtungen rascher und mit geringerem Energieaufwand erfolgen kann, wenn die Lackkoagulate bereits einen hohen Trockensubstanzgehalt aufweisen. Es ist somit zusätzlich erstrebenswert, diesen Trockensubstanzgehalt des Lackkoagulats zu erhöhen.

Diese Aufgaben können überraschend einfach dadurch gelöst werden, daß die verunreinigten Lackkoagulate mit Wasser zu einer pumpfähigen Suspension vermischt werden, diese Suspension gesiebt und anschließend durch Einwirkung von Fliehkraft aufgetrennt wird in eine wäßrige Phase und eine Schlammphase mit mehr als 40 Gew.-% Trockensubstanz. Gegebenenfalls werden die verunreinigten Lackkoagulate vor der Zugabe von Wasser grob gesiebt, um Stücke über 10 cm Durchmesser zu entfernen. Vorzugsweise wird die Viskosität der pumpfähigen Suspension so eingestellt, daß ihr Trockensubstanzgehalt Werte kleiner/gleich 15 Gew.-% aufweist. Die Siebung der Suspension erfolgt so, daß alle Stücke mit einem Durchmesser über 5 mm, vorzugsweise sogar über 3 mm entfernt werden.

Die Abtrennung der wäßrigen Phase durch Fliehkraft erfolgt entweder über eine Zentrifuge oder durch Dekantierung. Die dabei abgetrennte wäßrige Phase kann in das Verfahren zurückgeführt und erneut mit gegebenenfalls grob gesiebtem Lackkoagulat vermischt werden.

Es erschien zunächst widersinnig, den Trockensubstanzgehalt des Lackkoagulats durch Zugabe von Wasser zu senken, da davon auszugehen war, daß dieses Wasser anschließend durch Verdampfung wieder entfernt werden muß. Erfindungsgemäß ist es aber nicht nur möglich, dieses Wasser durch Einwirkung von Fliehkraft wieder zu entfernen, sondern es in das Verfahren zurückzuführen, wobei eine Schlammphase mit einem höheren Trockensubstanzgehalt als das Ausgangsprodukt entsteht. Weiterhin ist es möglich, dem Gemisch aus Lackkoagulat und Wasser mineralische Additive und/oder heizwertreiche Reststoffe zuzusetzen, die dann zusammen mit dem getrockneten Lackkoagulat der Verwertung zugeführt werden. Dies erfolgt vorzugsweise vor der Abtrennung der Flüssigphase durch Fliehkraft.

Durch den Zusatz von Wasser zum Lackkoagulat ist es möglich, eine niedrigviskose, pumpfähige Suspension vorzugsweise mit einem Trockensubstanzgehalt kleiner/gleich 15 Gew.-% zu erhalten. Diese Suspension läßt sich gut sieben und durch Fliehkraft wieder auftrennen.

Es ist erfindungsgemäß durchaus möglich, die Schlammphase auf ein Trockensubstanzgehalt bis zu 70 Gew.-% anzureichern und dadurch den Energieaufwand bei der anschließenden Trocknung deutlich zu reduzieren.

Die durch Siebung entfernten groben und feineren festen Verunreinigungen lassen sich leicht als Abfälle beseitigen. Gegebenenfalls können auch sie in vermahlenem Zustand einer Verwertung zugeführt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren wurde entwickelt, um das Verfahren gemäß EP-0 484 332 zu optimieren. Das Verfahren kann aber auch zur Anwendung kommen, um andere Aufbereitungsverfahren und Verwertungsverfahren von koagulierten Reststoffen aus Lackierereien vorgeschaltet zu werden, so daß auch diese unproblematischer durchgeführt werden können.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Abtrennung von grobstückigen Verunreinigungen aus Lackkoagulat, dadurch gekennzeichnet, daß das verunreinigte Lackkoagulat mit Wasser zu einer pumpfähigen Suspension vermischt wird, die Suspension gesiebt und anschließend durch Einwirkung von Fliehkraft aufgetrennt wird in eine wäßrige Phase und eine Schlammphase mit mehr als 40 Gew.-% Trockensubstanz.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das verunreinigte Lackkoagulat vor der Zugabe von Wasser grob gesiebt wird, um Stücke über 10 cm Durchmesser zu entfernen.
  3. 3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die pumpfähige Suspension auf einen Trockensubstanzgehalt kleiner/gleich 15 Gew.-% eingestellt wird.
  4. 4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Siebung der pumpfähigen Suspension grobstückige Bestandteile über 3 mm Durchmesser entfernt werden.
  5. 5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die abgetrennte wäßrige Phase zurückgeführt und erneut mit gegebenenfalls grob gesiebtem Lackkoagulat vermischt wird.
  6. 6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemisch aus Lackkoagulat und Wasser mineralische Additive und/oder heizwertreiche Reststoffe zugesetzt werden.






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