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Dokumentenidentifikation DE19503005C1 12.09.1996
Titel Zirkel
Anmelder Buschle, Richard Dieter, Rio de Janeiro, BR
Erfinder Buschle, Richard Dieter, Rio de Janeiro, BR
Vertreter Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Frohwitter, Geissler & Partner Patent- und Rechtsanwälte, 81679 München
DE-Anmeldedatum 31.01.1995
DE-Aktenzeichen 19503005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.09.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.09.1996
IPC-Hauptklasse B43L 9/02
IPC-Nebenklasse B43L 9/24   
Zusammenfassung Der erfindungsgemäße Zirkel besteht aus einem Zirkelkopf und zwei in dem Zirkelkopf drehbar gelagerten Zirkelschenkeln, wobei der Zirkelkopf aus zwei Kopfhälften besteht. In jeder Zirkelkopfhälfte ist eine Lagerachse für die Lagerung jeweils eines Zirkelschenkels vorgesehen, sowie ein Gegenkern, der im montierten Zustand in die Lagerachse der korrespondierenden Zirkelkopfhälfte eingreift. Dadurch wird eine dauerhafte und gleichmäßige radiale Reibklemmung erzeugt. Gleichzeitig bewirken die Gegenkerne durch entsprechende Öffnungen in den Zirkelschenkeln eine Öffnungsbegrenzung des Zirkels.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Zirkel nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 2.

Zirkel mit einem aus zwei Zirkelkopfhälften bestehenden Zirkelkopf sind zum Beispiel aus der DE-OS 14 11 830, der DE-PS 2 43 002 und der DD 2 80 072 A1 bekannt. Dabei sind die beiden Zirkelkopfhälften durch eine Schraube zusammengehalten, durch die auch die Reibklemmung zwischen den Zirkelkopfhälften und den Zirkelschenkeln einstellbar ist.

Die Verwendung von Schrauben zur Befestigung von Zirkelschenkeln und Zirkelkopf ist mit dem Nachteil der relativ hohen Kosten für die Schrauben verbunden. Darüber hinaus ist bei der Verwendung von Schrauben die durch sie bewirkte "axiale" Reibklemmung nur schwer ein- bzw. nachstellbar. Darüber hinaus besteht die Gefahr, daß Zirkel mit selbstschneidenden Schrauben ohne Gegenmutter überdreht werden, dadurch die erforderliche Reibklemmung verlieren und so unbrauchbar werden.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, einen einfach aufgebauten Zirkel zu schaffen, der sich in einfacher Weise sowohl herstellen als auch bedienen läßt.

Dieses technische Problem wird mit einem Zirkel gelöst, wie er in den Patentansprüchen 1 und 2 definiert ist.

Der erfindungsgemäße Zirkel läßt sich ohne die Verwendung von Schrauben und Gegenmuttern beziehungsweise Gegengewinden herstellen. Eine Nachregulierung der Reibklemmung beim Gebrauch des Zirkels ist aufgrund seines Aufbaus nicht erforderlich.

Die erforderliche Reibklemmung wird beim erfindungsgemäßen Zirkel im wesentlichen durch eine "radiale" Reibklemmung zwischen Zirkelschenkeln und Lagerachsen gebildet, während eine "axiale" Komponente der Reibklemmung zwischen den Zirkelkopfhälften und den anliegenden Zirkelschenkeln eine nur untergeordnete Bedeutung hat.

Insbesondere sind die Lagerachsen des Zirkelkopfes leicht konisch ausgebildet, so daß bei Montage der Zirkelschenkel auf den Zirkelkopf die Lagerachsen mit leichtem Preßsitz in die entsprechenden Bohrungen der Zirkelschenkel eingreifen. Die konische Ausgestaltung der Lagerachsen erleichtert zugleich die Herstellung des Zirkelkopfes in Spritzgußtechnik.

Erfindungsgemäß sind (erste) Spreizkerne in Gegenkerne einführbar, die in die Lagerachsen eingreifen und diese zusätzlich noch in der Endposition in den Gegenkernen aufspreizen, so daß die Verbindung unlösbar wird.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß jeder Zirkelschenkel im Bereich der Zirkelkopfhälfte eine Breite aufweist, die im wesentlichen der Breite der Zirkelkopfhälfte entspricht. Durch diese relativ breite Ausgestaltung der Schenkel wird ein Durchbiegen der Zirkelschenkel vermieden beziehungsweise reduziert.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Zirkelschenkel im Bereich des jeweiligen Gegenkerns eine Öffnung auf, die so ausgeformt ist, daß sie die maximal mögliche Winkelverstellung des Zirkelschenkels definiert.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist jeder Zirkelschenkel im Bereich seiner die Lagerachse aufnehmenden Öffnung eine Verzahnung auf, wobei die Verzahnungen der beiden Zirkelschenkel ineinander greifen und auf diese Weise den Zirkelkopf geradführen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Spannzange, die eine Zirkelnadel oder ein Schreibelement aufnimmt, seitlich geöffnet, so daß sich Zirkelnadel beziehungsweise Schreibelement in einfacher Weise in die Spannzange ein- beziehungsweise aus der Spannzange ausführen lassen. Derartige Spannzangen sind aus der DE 29 22 999 A1 bekannt.

In diesem Zusammenhang kann auch ein Rohrstück vorgesehen sein, das von der Spannzange aufgenommen wird und das seinerseits ein Schreibelement oder eine Nadel aufnimmt. Damit wird der Anwendungsbereich des Zirkels erheblich erweitert; der Zirkel kann auch als Stech- oder Greifzirkel benutzt werden.

Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen gekennzeichnet.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun anhand der nachfolgenden Zeichnungen näher beschrieben. Hierbei zeigt

Fig. 1 die Vorderansicht eines Ausführungsbeispiels eines Zirkels in geschlossenem Zustand gemäß der vorliegenden Erfindung;

Fig. 2 die Seitenansicht des gleichen Zirkels;

Fig. 3 einen waagrechten Schnitt längs der Linie A-A in Fig. 1;

Fig. 4 eine Vorderansicht des gleichen Zirkels im maximal geöffneten Zustand;

Fig. 5 eine Ansicht der Außenseite eines Zirkelschenkels;

Fig. 6 eine Seitenansicht mit Teilschnitt längs der Linie A-A in Fig. 7;

Fig. 7 eine Ansicht der Innenseite des Zirkelschenkels nach Fig. 5;

Fig. 8 einen waagrechten Längsschnitt längs der Linie B-B in Fig. 5;

Fig. 9 einen Teilschnitt längs der Linie C-C in Fig. 5;

Fig. 10 eine Ansicht eines Einiegeteiles, welches Bestandteil eines Zirkelschenkels nach Fig. 5 sein kann;

Fig. 11 die Seitenansicht des Einlegeteiles nach Fig. 10;

Fig. 12 einen Querschnitt längs der Linie D-D in Fig. 10;

Fig. 13 einen Schnitt längs der Linie B-B der in Fig. 14 gezeigten Zirkelkopfhälften und dem oberen Bereich der Zirkelschenkel;

Fig. 14 einen Querschnitt längs der Linie A-A in Fig. 13;

Fig. 15 einen waagrechten Schnitt längs der Linie C-C in Fig. 13;

Fig. 16 einen waagrechten Schnitt nach der Linie D-D der Fig. 13;

Fig. 17 einen Schnitt ähnlich der Fig. 13, wobei der Zirkelschenkel im maximal geöffneten Zustand gezeigt ist;

Fig. 18 eine Ausschnittsvergrößerung eines Details der Fig. 14;

Fig. 19 eine perspektivische Ansicht, die die komplette Montage der beiden Zirkelkopfhälften mit den Zirkelschenkeln zeigt, wobei ein erster Schenkel bereits auf einer Zirkelkopfhälfte aufgesteckt ist und ein anderer Schenkel in einer Position vor seiner Montage auf die andere Zirkelkopfhälfte dargestellt ist;

Fig. 20 einen Teilschnitt einer Spannzange mit einer Graphitmine eines Zirkelschenkels gemäß der vorliegenden Erfindung;

Fig. 21 einen Schnitt längs der Linie A-A in Fig. 20;

Fig. 22 einen Teilschnitt der Spannzange mit einer Zirkelnadel eines Zirkelschenkels gemäß der vorliegenden Erfindung;

Fig. 23 einen Schnitt längs der Linie B-B in Fig. 22;

Fig. 24 einen Teilschnitt einer Spannzange eines Zirkelschenkels mit einer in einem Rohrstück gehaltenen Zirkelnadel gemäß der vorliegenden Erfindung; und

Fig. 25 einen Schnitt längs der Linie C-C in Fig. 24.

Wie aus Fig. 1 bis 4 ersichtlich ist, besteht der Zirkel aus folgenden Hauptbestandteilen: aus einem Zirkelkopf, der aus zwei Hälften 3 und 4 zusammengesetzt ist, sowie aus einem ersten und einem zweiten Zirkelschenkel 1 und 2, die beide in dem Zirkelkopf befestigt und drehbar gelagert sind. Am Zirkelkopf ist ein Griff 5 ausgebildet. Die Schenkel sind insbesondere aus Kunststoff und können mit einem profilierten Einlegeteil 6 aus Stahlblech verstärkt sein.

Am unteren Ende des ersten Zirkelschenkels 1, das heißt im Bereich des Schenkelfußes befindet sich eine Spannzange 25 (Fig. 5, 6, 7 und 9) und eine Schraubhülse 7 (Fig. 1, 2), die zusammen z. B. eine Graphitmine 8 oder ein sonstiges Schreibelement wie z. B. eine Kugelschreibermine, einen Tusche- bzw. Filzschreiber etc. klemmen. Am unteren Ende des zweiten Zirkelschenkels 2 befindet sich ebenfalls eine Spannzange 29 (Fig. 22) und eine Schraubhülse 9, die zusammen z. B. eine Zirkelnadel 10 halten.

In Fig. 19 ist die Ausgestaltung der Zirkelkopfhälften 3 und 4 und der beiden Zirkelschenkeln 1 und 2 in ihrem Kopfbereich sowie deren Montage dargestellt. Der Zirkelkopf besteht aus zwei Zirkelkopfhälften 3 und 4. In jeder Zirkelkopfhälfte 3, 4 ist eine Lagerachse 19&min;, 19 (in Fig. 19 verdeckt) und ein Gegenkern 20&min;, 20 vorgesehen.

Es kann auch vorgesehen sein, daß in jeder der beiden Zirkelkopfhälften nur eine Lagerachse oder nur ein Gegenkern vorhanden ist. Diese so ausgestalteten Zirkelkopfhälften bilden mit den Zirkelschenkeln, die auf derselben Lagerachse angeordnet sind, einen Einzapfenzirkel. Diese Zirkelschenkel weisen keine Verzahnungen 16, 16&min; zur Geradführung auf, die weiter unten im Zusammenhang mit den Zirkelschenkeln eines Zweizapfenzirkels noch näher beschrieben werden.

Die Lagerachsen 19&min;, 19 greifen in die Gegenkerne 20&min;, 20 des jeweils anderen Zirkelschenkels vorzugsweise mit Preßsitz ein und bilden im montierten Zustand eine praktisch unlösbare Verbindung.

Die beiden Schenkel 1 und 2 sind, wie Fig. 15 zeigt, zueinander angeordnet. Sie kommen dabei mit ihrer Verzahnung 16 und 16&min; in Eingriff. Die Verzahnung, die noch beschrieben wird, dient der Geradführung des Zirkelkopfes.

Die Zirkelkopfhälften 3 und 4 werden zur Montage gegenseitig zusammengesteckt. Dabei wird die Lagerachse 19 der Zirkelkopfhälfte 4 durch eine Öffnung (Bohrung) 13 des oberen Teiles des Schenkels 1 gesteckt und auf den Gegenkern 20&min; der gegenüberliegenden Zirkelkopfhälfte 3 gepreßt. Der Gegenkern 20 der Zirkelkopfhälfte 4 wird durch eine Öffnung 14 des Schenkels 1 geführt (Fig. 19). Diese Öffnung ist so ausgeformt, daß sie die max. mögliche Winkelverstellung des jeweiligen Schenkels 1, 2 definiert.

Ebenso wird die Lagerachse 19&min; der Zirkelkopfhälfte 3 durch die Bohrung 13&min; des oberen Abschnittes des Schenkels 2 gesteckt und auf den Gegenkern 20 der gegenüberliegenden Zirkelkopfhälfte 4 gepreßt. Der Gegenkern 20&min; wird durch eine Öffnung 14&min; des Schenkels 2 geführt. Ein zusätzlicher (erster) Spreizkern 21 (Fig. 18), der sich in der Innenbohrung der Lagerachse 19 der Zirkelkopfhälfte 4 befindet, taucht in den Gegenkern 20&min; der Zirkelkopfhälfte 3 ein und spreizt ihn zu einer unlöslichen Verbindung der beiden Zirkelkopfhälften 3 und 4 auf. In derselben Weise bewirkt auch ein weiterer (erster) Spreizkern 21&min; in der Lagerachse 19&min; die Verbindung der beiden Zirkelkopfhälften. Anstelle der Spreizkerne oder auch zusätzlich zu den Spreizkernen kann vorgesehen sein, daß Gegenkern und Lagerachse z. B. miteinander verklebt oder verschweißt sind und so eine unlösbare Verbindung bilden.

Durch die beschriebene Ausgestaltung von Lagerachsen, Gegenkern und Spreizkern werden die beiden Schenkel 1 und 2 spielfrei beweglich zwischen den beiden Zirkelkopfhälften 3 und 4 gehalten. Es wird eine "axiale" Reibklemmung zwischen den Außenflächen erzeugt. Die auftretende axiale Reibklemmung ist aber für die Funktion des erfindungsgemäßen Zirkels nur von sekundärer Bedeutung. Von primärer Bedeutung beim erfindungsgemäßen Zirkel ist eine "radiale" Reibklemmung der Zirkelschenkel 1, 2 mit ihren Lagerachsen 19, 19&min; im Bereich der Bohrungen 13, 13&min;, wie im folgenden beschrieben wird.

Die Innen- bzw. Außenflächen der Lagerachsen 19, 19&min; der Bohrungen 13, 13&min; der Schenkel 1 und 2 und der Gegenkerne 20, 20&min; sind leicht konisch ausgebildet. Dies erlaubt bei der Herstellung zum einen eine sichere Entformung der Teile aus der Spritzgußform und zum anderen eine leicht zu automatisierende Montage, wobei die spritztechnisch notwendigen Toleranzen für die Herstellung der verschiedenen Durchmesser der Steckverbindung problemlos sind. Weiterhin wird durch diese Ausgestaltung der genannten Teile ein Preßsitz zwischen Lagerachse und Gegenkern sowie ein leichter Preßsitz zwischen Lagerachse und Zirkelschenkel gebildet.

Bei dem Preßsitz zwischen der Lagerachse 19 und dem Gegenkern 20&min; wird eine erste Spannung zwischen der Innenwandung der Lagerachse 19 und der Außenwandung des Gegenkerns 20&min; (veranschaulicht durch das rechte Pfeilpaar in Fig. 18) und eine zweite Spannung zwischen der Außenwandung des Spreizkernes 21 und der Innenwandung des Gegenkernes 20&min; aufgebaut (veranschaulicht durch das linke Pfeilpaar in Fig. 18). Beide Spannungen überlagern sich und wirken auf die Wandung der Bohrung 13 des Schenkels 1 ein. Dadurch wird an diesen Flächen eine besonders dauerhafte und gleichmäßige radiale Reibklemmung erzeugt, die bei allen Winkeleinstellungen des Zirkels ein sicheres Arbeiten gewährleistet. Bei dem erfindungsgemäßen Zirkel wird also eine dauerhafte radiale Reibklemmung durch Elemente gebildet, die einerseits die Zirkelkopfhälften miteinander verbinden und die andererseits die Zirkelschenkel in den Zirkelkopfhälften lagern.

Bei vorzugsweiser Verwendung von selbstschmierenden Kunststoffmaterialien für die Zirkelkopfhälften, zumindest für die Außenwandungen der Lagerachsen einerseits und/oder die Innenwandung der Bohrungen 13, 13&min; der Zirkelschenkel andererseits wird vorzeitiger Verschleiß vermieden und somit eine gute Handhabung und lange Lebensdauer gewährleistet.

Ein Ausführungsbeispiel des Zirkelschenkels 1 mit einem kunststoffüberspritzten z. B. metallischen Einlegeteil 6 ist insbesondere in den Fig. 5 bis 12 dargestellt. Das Einlegeteil 6 (Fig. 10 bis 12) ist profiliert (Profil 11) und verleiht dadurch den Kunststoffschenkeln eine besondere Festigkeit. Einlegeteile 6 sind insbesondere im Bereich des Schenkelkopfes und/oder im Bereich zwischen Schenkelkopf und Schenkelfuß vorgesehen. Verbindungslöcher 12 im Einlegeteil 6 nehmen den Kunststoff auf und erhöhen damit die Steifigkeit der Schenkel zusätzlich.

Die schon beschriebene Bohrung 13 im Zirkelschenkel 1 ist für die Aufnahme einer Lagerachse 19 vorgesehen, während eine z. B. teilkreislinienförmige Öffnung 14 (deren zugehöriger Mittelpunkt die Lagerachse 19 bildet) der Führung eines Gegenkernes 20 dient und damit die Winkelverstellung des Schenkels definiert. Die Innenwandung der Bohrung 13 kann wie bereits beschrieben konisch ausgebildet sein.

Fig. 17 zeigt, daß der Gegenkern 20 bei maximaler Öffnung des Zirkels in die Öffnung 14 anschlägt und somit ein weiteres Öffnen des Schenkels 1 und im Zusammenwirken der Verzahnungen 16, 16&min; auch des Schenkels 2 verhindert. Durch diese einfache und zugleich robuste Anordnung wird ein sicherer Arbeitsbereich des Zirkels gewährleistet.

Die in den Figuren dargestellten Zirkelschenkel 1 und 2 haben auf der Innenseite und Außenseite mehrere Aussparungen 15, die von Kernen der Spritzgußformen herrühren. Diese Kerne halten das Einlegeteil 6 beim Überspritzen mittig und lassen es außerdem teilweise sichtbar werden, so daß der optische Effekt des Metalles erhalten bleibt. Der Schenkel 1 ist an der inneren Seite des oberen Endes mit einer hervorstehenden Verzahnung 16 (Fig. 13) und an der äußeren Seite des oberen Endes mit einem Zentrieransatz 17 (Fig. 14 und 18) ausgestattet, der in eine korrespondierende Vertiefung 18 (Fig. 18) der Kopfhälfte 4 (Fig. 13 bis 18) eingreift.

Der Zentrieransatz 17 des Schenkels 1, welcher in der korrespondierenden Vertiefung 18 der Zirkelkopfhälfte 4 geführt wird, verhindert eine Durchbiegung der Lagerachse 19 und des entsprechenden Gegenkernes 20&min;, da bei Beanspruchung des Schenkels 1 entstehende seitliche Verbiegungen vom Zentrieransatz 17 aufgefangen werden. Ganz allgemein gilt, daß in den Zirkelkopfhälften und in den Zirkelschenkeln korrespondierende Zentrierelemente vorgesehen sind, die eine Durchbiegung der Schenkel verhindern. Insbesondere sind die Zentrierelemente in den Zirkelkopfhälften als Vertiefungen 18, 18&min; und die Zentrierelemente in den Zirkelschenkeln als Zentrieransätze 17, 17&min; ausgebildet. Vertiefungen und Zentrieransätze sind kreisförmig ausgebildet.

Um Durchbiegungen der Zirkelschenkel zu vermeiden bzw. zu reduzieren, sind die Schenkel relativ breit ausgestaltet, wobei die Breite der Schenkel in ihrem oberen Abschnitt der Breite des Zirkelkopfes entsprechen kann.

Um die Verbindung der beiden Zirkelkopfhälften zu verstärken, sind zwei weitere Befestigungen vorgesehen, wie in Fig. 13, 14, 16 und 19 dargestellt. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Zapfen, insbesondere Hohlzapfen 22, 22&min;, und um Aufnahmeelemente 23, 23&min; für die Zapfen 22, 22&min; (Fig. 16, 19). Der Hohlzapfen 22&min; der Zirkelkopfhälfte 3 wird in das entsprechende Aufnahmeelement (Bohrung) 23 der Zirkelkopfhälfte 4 gepreßt. Zusätzlich wird ein zweiter Spreizkern 24 der Zirkelkopfhälfte 4 in die Innenbohrung des Hohlzapfens 22&min; getaucht, wobei der zweite Spreizkern 24 den Zapfen 22&min; zu einer unlöslichen Verbindung aufspreizt. In analoger Weise wirken der Zapfen 22, eine Bohrung 23&min; und ein zweiter Spreizkern 24&min; zusammen (Fig. 16).

Wie in den Fig. 5 bis 9 dargestellt, befindet sich im Bereich des Schenkelfußes, also am unteren Ende des Schenkels 1 eine Spannzange 25 mit einem Schlitz 26. Die Spannzange ist etwas schräg gegenüber dem Schenkel angeordnet. Daraus resultiert ein Anstellwinkel 27 von ca. 53° bei der maximalen Öffnung des Zirkels. Insgesamt wird durch diese Anordnung ein sicheres Arbeiten im gesamten Arbeitsbereich des Zirkels gewährleistet (Fig. 4).

Fig. 9, 20, 21 zeigen, daß die Spannzange 25 an einer Seite durch eine Längsrille 28 offen ist. Ein Schnitt der offenen Längsrille ist in Fig. 9 dargestellt. In Verbindung mit der Schraubhülse 7, die beim Zuschrauben die Spannzange 25 schließt, wird die Graphitmine 8 geklemmt. Die seitliche Öffnung (Längsrille 28) der Spannzange hat den Vorteil, daß der Benutzer des Zirkels zum Beispiel eine abgebrochene Graphitmine leicht austauschen kann. Das ist bei den sonst üblichen, seitlich durchgehend geschlossenen Spannzangen mit Sacklöchern nicht der Fall. Die vordere Bohrung (= Bohrung, die bei Gebrauch des Zirkels nach unten gerichtet ist) der Schraubhülse 7 zentriert die Graphitmine beim Schließen der Spannzange 25. Die Öffnungsbreite der Längsrille 28 ist mindestens gleich dem Außendurchmesser der Graphitmine 8 beziehungsweise des Schreibelements.

Die in Fig. 22 und 23 gezeigte Spannzange 29 für die Zirkelnadel 10 hat ebenfalls eine offene Längsrille 30 und einen Schlitz 31, die mit der Schraubhülse 9 beim Zuschrauben die Zirkelnadel 10 klemmen und sie zentrisch halten.

Darüber hinaus hat die Anordnung der offenen Längsrillen 28 und 30 noch den wichtigen herstellungstechnischen Vorteil einer erheblichen Vereinfachung der Spritzgußform für die Schenkel 1 und 2, da keine komplizierten Schieberkonstruktionen notwendig sind.

Dadurch, daß wie sonst üblich, die Zirkelnadel nicht von vorne in die Verlängerung des Zirkelschenkels eingeschoben werden muß, sondern über die offenen Längsrille seitlich eingelegt werden kann, ist die Verwendung einer handelsüblichen Stecknadel mit Kopf als Zirkelnadel möglich. Die Anordnung der erfindungsgemäß vorgesehenen Spannzange und Schraubhülse erlaubt es, daß die Graphitmine und die Zirkelnadel nur wenig aus der Spannzange herausragen. Das hat bei der Graphitmine eine geringere Bruchgefahr und bei der Zirkelnadel eine erheblich eingeschränkte Verletzungsgefahr zur Folge.

Die in Fig. 24 und 25 dargestellte Anordnung der Spannzange ist identisch mit der in Fig. 20 und 21 gezeigten. Anstelle der Graphitmine wird eine Stecknadel 10 mit einem Rohrstück 32 verwendet, wobei das Rohrstück 32 den gleichen Außendurchmesser wie die Graphitmine aufweist. Damit kann der Zirkel auch als Stech- oder Greifzirkel verwendet werden.

Es kann auch vorgesehen sein, daß die Spannzangen einen Innendurchmesser aufweisen, der größer als der Außendurchmesser üblicher Graphitminen bzw. üblicher Zirkelnadeln ist, so daß der Innendurchmesser der Spannzange dann auf einsetzbare Rohrstücke größerer Außendurchmesser ausgelegt ist, wobei diese Rohrstücke Zirkelspitzen oder Schreibelemente (Graphitminen, Kugelschreiberminen, etc.) aufnehmen.

Die Schenkel können außer aus Kunststoff beispielsweise auch aus einer für Druckgießen geeigneten Metallegierung auf Zinkbasis (z. B. Zamak) hergestellt werden.

Der erfindungsgemäße Zirkel kann auch mit identischen Verzahnungen und Spannzangen an beiden Schenkeln gestaltet werden, so daß der Produktionsprozeß verbilligt werden kann. Bei identischer Ausgestaltung der Schenkel werden die beiden Lagerachsen in den Zirkelkopfhälften so versetzt, daß die beiden Verzahnungen ineinander greifen.

Bezugszeichenliste

1 Erster Schenkel

2 Zweiter Schenkel

3 Erste Zirkelkopfhälfte

4 Zweite Zirkelkopfhälfte

5 Griff am Zirkelkopf

6 Einlegeteil

7 Schraubhülse in Schenkel 1

8 Graphitmine/Schreibelement

9 Schraubhülse in Schenkel 2

10 Zirkelnadel

11 Profil

12 Verbindungslöcher

13, 13&min; Erste Öffnung

14, 14&min; Zweite Öffnung

15 Aussparungen

16, 16&min; Verzahnung

17, 17&min; Zentrieransatz

18, 18&min; Vertiefung

19, 19&min; Lagerachse

20, 20&min; Gegenkern

21, 21&min; Erster Spreizkern

22, 22&min; Hohlzapfen

23, 23&min; Bohrung

24, 24&min; Zweiter Spreizkern

25 Spannzange für Graphitmine/Schreibelement

26 Schlitz in Schenkel 1

27 Anstellwinkel

28 Längsrille in Schenkel 1

29 Spannzange f. Zirkelnadel

30 Längsrille in Schenkel 2

31 Schlitz in Schenkel 2

32 Rohrstück


Anspruch[de]
  1. 1. Zirkel bestehend aus einem Zirkelkopf und zwei in dem Zirkelkopf drehbar gelagerten Zirkelschenkeln (1, 2), wobei der Zirkelkopf aus einer ersten und einer zweiten Zirkelkopfhälfte (3, 4) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten und in der zweiten Zirkelkopfhälfte (3, 4) je eine Lagerachse (19, 19&min;) für die Lagerung je eines Zirkelschenkels (1, 2) und je ein Gegenkern (20, 20&min;) vorgesehen sind, daß der Gegenkern (20&min;) der ersten Zirkelkopfhälfte (3) im montierten Zustand in die Lagerachse (19) der zweiten Zirkelkopfhälfte (4) eingreift und mit dieser Lagerachse (19) unlösbar verbunden ist, und daß der Gegenkern (20) der zweiten Zirkelkopfhälfte (4) im montierten Zustand in die Lagerachse (19&min;) der ersten Zirkelkopfhälfte (3) eingreift und mit dieser Lagerachse (19&min;) unlösbar verbunden ist.
  2. 2. Zirkel bestehend aus einem Zirkelkopf und zwei in dem Zirkelkopf drehbar gelagerten Zirkelschenkeln (1, 2), wobei der Zirkelkopf aus einer ersten und einer zweiten Zirkelkopfhälfte (3, 4) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten Zirkelkopfhälfte (3) eine Lagerachse für die Lagerung der Zirkelschenkel (1, 2) vorgesehen ist, und daß in der zweiten Zirkelkopfhälfte (4) ein Gegenkern vorgesehen ist, der im montierten Zustand in die Lagerachse der ersten Zirkelkopfhälfte (3) eingreift und mit dieser Lagerachse unlösbar verbunden ist.
  3. 3. Zirkel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die unlösbare Verbindung durch einen ersten in den Gegenkern (20, 20&min;) eingeführten Spreizkern (21, 21&min;) gebildet ist.
  4. 4. Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Gegenkern (20, 20&min;) und Lagerachse (19, 19&min;) miteinander verklebt oder verschweißt sind.
  5. 5. Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar benachbarte Wandungen der Lagerachsen (19, 19&min;) und des jeweiligen Gegenkerns (20&min;, 20) korrespondierend konisch ausgebildet sind.
  6. 6. Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Zirkelschenkel (1, 2) im Bereich der Zirkelkopfhälfte (3, 4) eine Breite aufweist, die im wesentlichen der Breite der Zirkelkopfhälfte entspricht.
  7. 7. Zirkel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zirkelschenkel (1, 2) im Bereich des Gegenkerns (20, 20&min;) eine Öffnung (14, 14&min;) aufweist, die so ausgeformt ist, daß sie die maximal mögliche Winkelverstellung des Zirkelschenkels (1, 2) definiert.
  8. 8. Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Zirkelschenkel (1, 2) im Bereich einer die Lagerachse aufnehmenden Öffnung (13, 13&min;) eine Verzahnung (16, 16&min;) aufweist, und daß die Verzahnungen der beiden Zirkelschenkel (1, 2) ineinander eingreifen.
  9. 9. Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die die Lagerachse (19, 19&min;) aufnehmende Öffnung (13, 13&min;) im Zirkelschenkel (1, 2) an ihrer Innenwandung und/oder die Lagerachse (19, 19&min;) an ihrer Außenwandung im Bereich der Öffnung (13, 13&min;) aus selbstschmierendem Kunststoff besteht.
  10. 10. Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in der Zirkelkopfhälfte (3, 4) und in den Zirkelschenkeln (1, 2) weitere korrespondierende Zentrierelemente (17, 17&min;; 18, 18&min;) vorgesehen sind.
  11. 11. Zirkel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß in den Zirkelkopfhälften (4, 3) jeweils eine Vertiefung (18, 18&min;) und in den anliegenden Zirkelschenkeln (1, 2) jeweils ein Zentrieransatz (17, 17&min;) vorgesehen sind.
  12. 12. Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zirkelkopfhälften (3, 4) weitere Befestigungselemente (22, 22&min;) aufweisen.
  13. 13. Zirkel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß jede Zirkelkopfhälfte einen Zapfen (22, 22&min;) und ein Aufnahmeelement (23, 23&min;) für den Zapfen der jeweiligen anderen Zirkelkopfhälfte aufweist.
  14. 14. Zirkel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß in eine Innenbohrung des Zapfens (22, 22&min;) ein zweiter Spreizkern (24, 24&min;) einführbar ist.
  15. 15. Zirkel mit zwei Zirkelschenkeln, die aus Kunststoff bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Zirkelschenkel im Bereich des Schenkelkopfes und/oder im Bereich zwischen Schenkelkopf und Schenkelfuß weiterhin mindestens ein Metallteil (6) aufweisen.
  16. 16. Zirkel nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallteil (6) als Einlegeteil ausgebildet ist.
  17. 17. Zirkel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Einlegeteil durchgehende Löcher (12) zur Aufnahme des Kunststoffes aufweist.
  18. 18. Zirkelkopfhälfte für einen Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche.
  19. 19. Zirkelschenkel für einen Zirkel nach einem der Ansprüche 1 bis 17.
  20. 20. Zirkel nach einem der vorstehenden Ansprüche, mit Zirkelschenkeln, wobei im Bereich des Schenkelfußes eine Spannzange (25, 29) zur Aufnahme der Zirkelnadel oder eines Schreibelements angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannzange (25, 29) zur Aufnahme einer Zirkelnadel (10) oder des Schreibelements (8) eine Längsrille (28, 30) aufweist, deren Öffnungsbreite mindestens gleich dem Außendurchmesser der Zirkelnadel (10) oder des Schreibelements (8) ist.
  21. 21. Zirkel nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Zirkelnadel durch eine handelsübliche Stecknadel gebildet ist.
  22. 22. Rohrstück (32) zur Aufnahme in einer Spannzange (25, 29) eines Zirkels nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohrstück (32) einen Außendurchmesser hat, der gleich dem Außendurchmesser eines in den Schenkelfuß einführbaren üblichen Schreibelements oder einer in den Schenkelfuß einführbaren üblichen Zirkelnadel ist.
  23. 23. Rohrstück nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohrstück (32) zur Aufnahme einer Zirkelnadel oder eines Schreibelements entsprechenden Durchmessers ausgebildet ist.
  24. 24. Rohrstück nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Zirkelnadel durch eine handelsübliche Stecknadel gebildet ist.






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