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Dokumentenidentifikation DE19507894A1 12.09.1996
Titel Unterschenkel-Beinprothese
Anmelder Otto Bock Orthopädische Industrie Besitz- und Verwaltungs-Kommanditgesellschaft, 37115 Duderstadt, DE
Erfinder Becker, Karl, 37115 Duderstadt, DE;
Hiemisch, Christian, 37115 Duderstadt, DE;
Schaarschuch, Roland, Åryd, SE;
Zenner, Harry, Best, NL
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 07.03.1995
DE-Aktenzeichen 19507894
Offenlegungstag 12.09.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.09.1996
IPC-Hauptklasse A61F 2/62
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Unterschenkel-Beinprothese.
Zur Vereinfachung des Aufbaus bzw. der Anpassung einer Unterschenkel-Beinprothese wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß der Adapter (4) gegenüber dem unteren Trichterende (3) auf einer Kreissegmentfläche (5) verschieb- und festlegbar ist, deren Kreisbogen in der Sagittal- und Frontebene liegt, und deren Mittelpunkt (6) die Kniemitte ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Unterschenkel-Beinprothese mit einem den Unterschenkelstumpf aufnehmenden Unterschenkeltrichter und einer Rohrverlängerung, die über einen am unteren Ende des Unterschenkeltrichters befestigten Adapter miteinander verbunden sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Unterschenkel- Beinprothese zu entwickeln, die sich auch von weniger qualifizierten Technikern aufbauen bzw. anpassen läßt.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der Adapter gegenüber dem unteren Trichterende auf einer Kreissegmentfläche verschieb- und festlegbar ist, deren Kreisbogen in der Sagittal- und Frontebene liegt, und deren Mittelpunkt die Kniemitte ist.

Durch die erfindungsgemäße Adapterverstellung läßt sich einfach und schnell eine Korrektur im Sinne der Beugung und Streckung sowie der An- und Abspreizung durchführen.

Auch bei einer Veränderung der Position unterhalb des Schaftes im Sinne Flexion, Extension, Abduktion und Adduktion wird das Verhältnis in die Mitte zur Position des Prothesenfußes niemals verändert. Somit können auch weniger qualifizierte Techniker Positionsveränderungen vornehmen, ohne schwerwiegende Aufbaufehler zu erzeugen. Justiert wird ausschließlich der Unterschenkelschaft gegenüber der Normalstellung, wenn durch außergewöhnliche Stumpfposition ein Korrekturbedarf vorliegt. Eine Nachjustierung im Prothesenunterbau muß also nicht vorgenommen werden.

Um für verschiedene Prothesengrößen nur wenige Bauteile vorhalten zu müssen, kann ein kompletter Bausatz zur Herstellung von Unterschenkel-Beinprothesen z. B. nur drei Unterschenkeltrichter unterschiedlicher Größe umfassen, die jeweils so ausgelegt sind, daß der in dem jeweiligen Größenbereich längst denkbare Stumpf hineinpaßt. Die in den drei Größenbereichen noch vorhandenen unterschiedlichen Stumpf längen lassen sich dann durch Einlage von einem oder mehreren Stützkissen in dem Unterschenkeltrichter ausgleichen. Ein unterschiedlicher Stumpumfang wird durch Nachspannen des schalenförmigen Unterschenkeltrichters mit Hilfe einer Spannvorrichtung ausgeglichen. Die unterschiedliche Beinlänge läßt sich in einfacher Weise vor Ort durch Ablängen des im Bausatz befindlichen Schaftrohres anpassen.

Vorzugsweise ist noch ein kosmetisches Knöchelformteil vorgesehen, das mit seinem oberen Ende das untere Ende des Unterschenkeltrichters gleitend übergreift und an seinem unteren Ende eine ringförmige Dichtlippe aufweist zum spritzwasserdichten Anschluß an ein Fußpaßteil.

In der Zeichnung ist eine als Beispiel dienende Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 - eine Unterschenkel-Beinprothese in Seitenansicht und zum Teil im Längsschnitt und

Fig. 2 - die Darstellung gemäß Fig. 1 in Rückansicht.

Dargestellt ist eine Unterschenkel-Beinprothese mit einem den Unterschenkelstumpf aufnehmenden Unterschenkeltrichter 1 und einer Rohrverlängerung 2, die über einen am unteren Ende 3 des Unterschenkeltrichters 1 befestigten Adapter 4 miteinander verbunden sind.

Der Adapter 4 ist gegenüber dem unteren Trichterende 3 auf einer Kreissegmentfläche 5 verschieb- und festlegbar, deren Kreisbogen in der Sagittal- und Frontebene liegt, und deren Mittelpunkt 6 die Kniemitte ist.

Dem Adapter 4 ist innerhalb des unteren Trichterendes 3 eine entsprechend geformte Adapterschale 4a zugeordnet, die von oben durch eine Spannschraube 7 beaufschlagt wird.

Die Rohrverlängerung 2 ist am Adapter 4 über eine Spannschelle 8 drehjustierbar befestigt.

Vorgesehen ist ferner ein kosmetisches Knöchelformteil 9, das mit seinem oberen Ende das untere Ende 3 des Unterschenkeltrichters 1 gleitend übergreift und an seinem unteren Ende eine ringförmige Dichtlippe 11 aufweist zum spritzwasserdichten Anschluß an ein Fußpaßteil 12. Letzteres ist an dem unteren Ende der Rohrverlängerung 2 über einen pyramidenförmig gestalteten Adapter 10 lösbar befestigt.

Ein unterschiedlicher Stumpfumfang wird durch Nachspannen des schalenförmig ausgebildeten Unterschenkeltrichters 1 mit Hilfe einer Spannvorrichtung 13 ausgeglichen.


Anspruch[de]
  1. 1. Unterschenkel-Beinprothese mit einem den Unterschenkelstumpf aufnehmenden Unterschenkeltrichter (1) und einer Rohrverlängerung (2), die über einen am unteren Ende (3) des Unterschenkeltrichters (1) befestigten Adapter (4) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Adapter (4) gegenüber dem unteren Trichterende (3) auf einer Kreissegmentfläche (5) verschieb- und festlegbar ist, deren Kreisbogen in der Sagittal- und Frontebene liegt, und deren Mittelpunkt (6) die Kniemitte ist.
  2. 2. Unterschenkel-Beinprothese nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Adapter (4) innerhalb des unteren Trichterendes (3) eine entsprechend geformte Adapterschale (4a) zugeordnet ist, die von oben durch eine Spannscheibe (7) beaufschlagt wird.
  3. 3. Unterschenkel-Beinprothese nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrverlängerung (2) am Adapter (4) über eine Spannschelle (8) drehjustierbar befestigt ist.
  4. 4. Unterschenkel-Beinprothese nach Anspruch 1, 2 oder 3, gekennzeichnet durch ein kosmetisches Knöchelformteil (9), das mit seinem oberen Ende (3) das untere Ende des Unterschenkeltrichters (1) gleitend übergreift und an seinem unteren Ende eine ringförmige Dichtlippe (11) aufweist zum spritzwasserdichten Anschluß an ein Fußpaßteil (12).






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