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Dokumentenidentifikation DE69119776T2 19.09.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0548420
Titel Mattierter Behälter
Anmelder Toyo Seikan Kaisha, Ltd., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Sakano, Kozaburo, Yokohama-shi, Kanagawa-ken, JP;
Yamaguchi, Yuji, Kawasaki-shi, Kanagawa-ken, JP;
Iwamoto, Toshiyuki, Tokyo, JP
Vertreter Diehl, Glaeser, Hiltl & Partner, 80639 München
DE-Aktenzeichen 69119776
Vertragsstaaten CH, DE, DK, ES, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 20.12.1991
EP-Aktenzeichen 913118519
EP-Offenlegungsdatum 30.06.1993
EP date of grant 22.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.09.1996
IPC-Hauptklasse B65D 65/38
IPC-Nebenklasse C08L 23/16   B29C 49/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kunststoffbehälter mit mattem Aussehen und insbesondere einen Kunststoffbehälter mit einem matten und hochwertigen Erscheinungsbild, das dem Erscheinungsbild eines Mattglasbehälters ähnlich ist.

Da Kunststoffbehälter leicht sind und sich in bezug auf Schlagfestigkeit und andere mechanische Eigenschaften hervorragend verhalten, werden sie in großem Umfang zur Verpackung verschiedener Inhaltsbestandteile als Ersatz von Glasbehältern verwendet. Insbesondere besteht ein großer Bedarf an blasgeformten Behältern aus Olefinharzen, wie Polyethylen und Polypropylen, da sie relativ billig sind und leicht der Formgebung zugänglich sind.

Dabei besteht ein starkes Bedürfnis nach Kunststoffbehältern mit einem mattierten Erscheinungsbild als Alternative zu Mattglasbehältern. Derartige Behälter mit einem mattierten Erscheinungsbild erwecken den Eindruck einer schattierten, tiefgründigen und hochwertigen Beschaffenheit. Ein Bedarf an derartigen Behältern besteht insbesondere auf dem Gebiet der Verpackungsbehälter zum Verpacken von Kosmetika, Toilettenartikeln und anderen Haushaltsprodukten.

Eine bisher angewandte Technik zur Bereitstellung eines Kunststoffbehälters mit mattiertem Erscheinungsbild umfaßt das Sandstrahlen der Oberfläche des Formhohlraums einer zum Blasformen verwendeten Form und die Übertragung eines auf der Oberfläche des Formhohlraums ausgebildeten Prägemusters auf die äußere Oberfläche eines der Formgebung unterliegenden Kunststoffbehälters. Jedoch ist diese Technik insofern nachteilig, als spezielle Mittel zur Durchführung des Sandstrahlens der Oberfläche des Formhohlraums erforderlich sind und die geformten Behälter üblicherweise kein zufriedenstellendes mattiertes Erscheinungsbild aufweisen. Offenbar treten diese Nachteile aufgrund der Tatsache auf, daß das Prägemuster der Formoberfläche nicht auf der Oberfläche des Behälters entsteht, wenn der geschmolzene Kunststoff in Kontakt mit der Oberfläche der Form gebracht und abgekühlt wird. Ferner wird ein zufriedenstellendes mattiertes Erscheinungsbild selbst dann nicht erreicht, wenn das Prägemuster auf der Formoberfläche auf der Oberfläche des Behälters mit hoher Genauigkeit wiedergegeben wird.

Es wird angenommen, daß dies auf die Tatsache zurückzuführen ist, daß Glas vollständig amorph ist, während das Kunststoffmaterial mehr oder weniger kristallin ist. Außerdem ist Glas vollständig durchsichtig, während das Kunststoffmaterial eine innere Trübung aufweist.

JP-A-3-197541 beschreibt Materialien mit geringem Glanz zur Herstellung von blasgeformten Kraftfahrzeugteilen für die Innenausstattung. Diese Materialien werden erhalten, indem man ein anorganisches Pulver zu 50 bis 90 Gew.-% eines Harzes vom Polypropylentyp mit einem Schmelzindex von 1 bis 5 g/10 min und 50 bis 10 Gew.-% eines Polyethylens hoher Dichte mit einem Schmelzindex von nicht mehr als 0,05 g/10 min gibt.

JP-A-1-163240 beschreibt eine Harzzusammensetzung, die durch Vermischen eines Polypropylenharzes mit bis zu 20 Gew.-% Ethylen und eines Ethylenharzes mit mindestens 75 Gew.-% Ethylen erhalten wird. Das Propylenharz macht 5 bis 99 Gew.-% der Zusammensetzung aus.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Kunststoffbehälter mit mattiertem Erscheinungsbild aus einem Olefinharz bereitzustellen, der in hervorragender Weise den Eindruck einer schattierten, tiefgründigen und hochwertigen Beschaffenheit erweckt.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Kunststoffbehälter mit mattiertem Erscheinungsbild aus einem Olefinharz bereitzustellen, der unter Gewährleistung von hervorragenden Formgebungseigenschaften ohne spezielle Maßnahmen, wie Sandstrahlen der Formhohlraumoberfläche oder einer Form, hergestellt werden kann.

Erfindungsgemäß wird ein Kunststoffbehälter mit mattem Aussehen bereitgestellt, der folgendes aufweist: ein Laminat mit einer Außenschicht, die aus einem Gemisch besteht, das ein Ethylen-Propylen-Blockcopolymeres mit einem Gehalt an 3 bis 10 Gew.-% Ethylen und einem Schmelzindex von 0,8 bis 10 g/10 min sowie ein Polyethylen mit einer Dichte von 0,925 bis 0,970 g/cm³ enthält, wobei das Ethylen-Propylen-Blockcopolymere und das Polyethylen in einem Gewichtsverhältnis von 9:1 bis 5:5 vorliegen und eine Innenschicht, die aus einem statistischen Ethylen-Propylen-Copolymeren gebildet ist, das 1 bis 8 Gew.-% Ethylen enthält und einen Schmelzindex von 1 bis 5 g/10 min aufweist.

Kurze Beschreibung der Zeichnung

Fig. 1 ist eine Aufriß-Schnittdarstellung eines Beispiels eines erfindungsgemäßen mehrschichtigen Kunststoffbehälters.

Fig. 2 ist eine vergrößerte Querschnittansicht zur Darstellung eines Beispiels der Wand des mehrschichtigen Kunststoffbehälters.

Fig. 3 ist eine vergrößerte Querschnittansicht zur Erläuterung eines weiteren Beispiels der Wand des mehrschichtigen Kunststoffbehälters.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung beruht auf dem Befund, daß ein Kunststoffbehälter mit hervorragendem mattiertem Erscheinungsbild auf dessen äußerer Oberfläche hergestellt werden kann, wenn mindestens die äußere Oberflächenschicht des Kunststoffbehälters aus einem Gemisch, das ein bestimmtes Ethylen-Propylen-Blockcopolymeres und ein Polyethylen mit einer Dichte von 0,925 bis 0,970 g/cm³ und insbesondere ein lineares Polyethylen niedriger Dichte enthält, gebildet wird, unabhängig davon, ob eine Form zur Bildung des Behälters an ihrer Innenoberfläche geprägt ist oder nicht.

Der Grund dafür, daß ein Ethylen-Propylen-Blockcopolymeres unter verschiedenen Polypropylenharzen ausgewählt wird, besteht darin, daß das Ethylen-Propylen-Blockcopolymere eine gute Verträglichkeit mit Polyethylen aufweist, wie nachstehend näher beschrieben wird, und eine spezielle Wirkung besitzt, die dazu geeignet ist, ein hervorragendes mattiertes Erscheinungsbild durch Kombination mit einem bestimmten Polyethylen zu ergeben. Beispielsweise weist übliches Homopolypropylen im allgemeinen eine geringe Unverträglichkeit mit Polyethylen auf und zeigt eine Tendenz zur erheblichen Verringerung der inneren Trübung des Behälters und verringert die mechanischen Eigenschaften, wie die Schlagbeständigkeit des Behälters. Andererseits liefert das statistische Ethylen- Propylen-Copolymere kaum eine durchsichtige Oberfläche und ein mattiertes Erscheinungsbild, selbst wenn es mit Polyethylen vermischt wird, wie nachstehend erläutert wird.

Ferner ist es wesentlich, Polyethylen mit einer bestimmten Dichte als Polyethylen zum Vermischen mit dem Ethylen- Propylen-Blockcopolymeren auszuwählen. Bei Vermischen von Polyethylen von sehr geringer Dichte mit dem Ethylen-Propylen- Blockcopolymeren entsteht nur ein Behälter, dessen Oberfläche durchsichtig ist, so daß sich ein mattiertes Erscheinungsbild kaum erzielen läßt.

Aufgrund der Wahl verschiedener Materialien und aufgrund der Ergebnisse einer Anzahl von Versuchen wurde festgestellt, daß Kunststoffbehälter mit einem hervorragendem mattierten Erscheinungsbild auf ihrer Außenoberfläche bereitgestellt werden können, wenn mindestens die äußere Oberflächenschicht des Kunststoffbehälters aus einem Gemisch aus einem bestimmten Ethylen-Propylen-Blockcopolymeren mit einem bestimmten Polyethylen in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung gebildet wird. Obgleich die Gründe für diese Erscheinung bisher noch nicht theoretisch analysiert wurden, nehmen die Erfinder hierfür (ohne Festlegung hierauf) folgendes an:

Es kommt in Betracht, daß im erfindungsgemäßen Gemisch das Ethylen-Propylen-Blockcopolymere, das einen Hauptbestandteil darstellt, in Form einer kontinuierlichen Matrix vorliegt, während das Polyethylen mit mäßiger Verträglichkeit in einer Dispersionsphase in mäßiger Teilchengröße vorliegt. Wenn das geschmolzene Gemisch in Kontakt mit der Oberfläche einer Form gebracht wird, so daß sie abgekühlt wird, erstarrt zunächst das Ethylen-Propylen-Blockcopolymere mit hohem Schmelzpunkt und kristallisiert, wonach das Polyethylen erstarrt und kristallisiert. Es wird angenommen, daß aufgrund der Tatsache, daß das Polyethylen in einen Zustand mit hohem Kristallisationsgrad, d.h. einen Zustand hoher Dichte, gebracht wird, wenn es vom geschmolzenen Zustand in den kristallisierten Zustand umgewandelt wird, sowohl die Erzeugung eines Prägemusters aufgrund einer Volumenkontraktion als auch eine Emulgierung aufgrund von Kristallisation aus der Dispersionsphase an der Oberfläche des Behälters erfolgen kann, wenn dieser abgekühlt wird. Das mattierte Erscheinungsbild des Kunststoffbehälters wird durch zwei Faktoren hervorgerufen, nämlich erstens die Streuung von Lichtstrahlen an der Außenoberfläche des Behälters und zweitens das Gleichgewicht zwischen der Transmission und der Streuung von Lichtstrahlen in der Wand des Behälters. Es wird angenommen, daß der erfindungsgemäße Behälter ein hervorragendes mattiertes Erscheinungsbild aufgrund der Bildung der vorerwähnten Mikrostruktur aufweist.

Es ist wichtig, daß das Ethylen-Propylen-Blockcopolymere 3 bis 10 Gew.-% Ethylen enthält und einen Schmelzindex von 0,8 bis 10 g/min aufweist. Polymere mit einem Ethylengehalt, der unter dem vorstehend erwähnten Bereich liegt, weisen eine geringe Verträglichkeit mit Polyethylen auf, so daß als Folge dessen ein zufriedenstellendes mattiertes Erscheinungsbild nicht erhalten werden kann. Polymere mit einem Ethylengehalt, der über dem vorerwähnten Bereich liegt, weisen eine übermäßig hohe Verträglichkeit mit Ethylen auf, so daß sich ein mattiertes Erscheinungsbild nicht in zufriedenstellender Weise erreichen läßt. Die Wärmebeständigkeit und die mechanischen Eigenschaften des Behälters neigen ebenfalls zu einer Verschlechterung. Bei einer Verringerung des Schmelzindex unter den vorerwähnten Bereich, wird es schwieriger, das mattierte Erscheinungsbild zu erzielen. Liegt der Schmelzindex über dem vorerwähnten Bereich, so ergeben sich übermäßig starke Schmelzfließeigenschaften des Harzes, so daß ein zufriedenstellendes mattiertes Erscheinungsbild nicht erhalten werden kann und die mechanischen Eigenschaften des Behälters zu einer Verschlechterung neigen.

Erfindungsgemäß wird das Ethylen-Propylen-Blockcoplymere und das Polyethylen in einem Gewichtsverhältnis von 9:1 bis 5:5 verwendet. Liegt der Ethylengehalt unter dem vorerwähnten Bereich, so wird die Bildung der vorerwähnten mikrodispersen Struktur schwierig, so daß ein zufriedenstellendes mattiertes Erscheinungsbild nicht erreicht werden kann. Liegt andererseits der Polyethylengehalt über dem vorerwähnten Bereich, so wird die Verträglichkeit zwischen den beiden Komponenten beeinträchtigt, so daß ein zufriedenstellendes mattiertes Erscheinungsbild nicht erhalten werden kann.

Der Behälter wird aus einem Laminat hergestellt, das eine Außenschicht aus dem vorstehend beschriebenen Gemisch und eine Innenschicht aus einem statistischen Ethylen-Propylen-copolymeren mit 1 bis 8 Gew.-% Ethylen und einem Schmelzindex von 1 bis 5 g/10 min umfaßt. Da das Copolymere, das die Innenschicht bildet, sich in bezug auf Durchsichtigkeit als hervorragend erweist, liefert die Kombination dieses Copolymeren mit dem Gemisch ein mattiertes Erscheinungsbild und erzeugt eine Tiefenwirkung und einen qualitativ hochwertigen Eindruck.

Ethylen-Propylen-Blockcopolymeres

Das für die Außenschicht verwendete Ethylen-Propylen- Blockcopolymere umfaßt im allgemeinen polymerisierte Homopropylenblöcke und polymerisierte Ethylenblöcke, die daran gebunden sind. Die Ethylen enthaltenden polymerisierten Blöcke können Homoethylenblöcke mit Ethylen allein oder statistische Ethylen-Propylen-Copolymerblöcke mit einem deutlichen Ethylengehalt umfassen. Kurz ausgedrückt, es genügt, daß die Ethylen enthaltenden Blöcke 3 bis 10 Gew.-% Ethylen enthalten. Der Schmelzindex (MFR) des Copolymeren fällt in den vorerwähnten Bereich von 0,8 bis 10 g/10 min.

Polyethylenkomponente

Bei der anderen Komponente, die für das erfindungsgemäße Gemisch der Außenschicht verwendet wird, handelt es sich um Polyethylen hoher Dichte, Polyethylen mittlerer Dichte oder lineares Polyethylen niedriger Dichte, wobei es sich um beliebige, an sich bekannte Polyethylenprodukte handeln kann. Insbesondere sind Polyethylen hoher und mittlerer Dichte sowie lineares Polyethylen niedriger Dichte bevorzugt. Es ist bevorzugt, daß das Polyethylen hoher Dichte eine Dichte von 0,940 bis 0,970 g/cm³ und insbesondere von 0,945 bis 0,965 g/cm³ sowie einen Schmelzindex (MFR) von 0,2 bis 0,8 g/10 min aufweist. Vorzugsweise weist das Polyethylen mittlerer Dichte eine Dichte von nicht mehr als 0,940 g/cm³ und einen Schmelzindex (MFR) von 0,2 bis 5,0 g/10 min und insbesondere von 0,3 bis 3,0 g/10 min auf. Obgleich das lineare Polyethylen niedriger Dichte kurze Seitenketten auf der Basis eines α-Olefins aufweist, ist die Kettenstruktur des Polymeren insgesamt linear. Es ist bevorzugt, daß es sich bei dem im Polymeren verwendeten α-Olefin um ein α-Olefin mit 4 oder mehr Kohlenstoffatomen handelt, beispielsweise mit einem Gehalt an Buten-1, Penten-1, Hexen-1, 4-Methylpenten-1, Hepten-1, Octen-1 und Decen-1. Der Anteil des α-Olefins im linearen Polyethylen niedriger Dichte hängt eng mit der Dichte des Polymeren zusammen. Der Anteil des α-Olefins liegt im allgemeinen im Bereich von 0,5 bis 15 Mol-% und insbesondere von 1,5 bis 10 Mol-%. Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung ist ein lineares Polyethylen niedriger Dichte mit einer relativ höheren Dichte von 0,925 bis 0,945 g/cm³ und insbesondere von 0,930 bis 0,940 g/cm³ und einem Schmelzindex (MFR) von 0,2 bis 5,0 g/10 min und insbesondere von 0,3 bis 3,0 /10 min bevorzugt.

Gemisch

Die Blockcopolymerkomponente und die Komponente aus hochdichtem Polyethylen werden in einem Gewichtsverhältnis von 9:1 bis 5:5 und insbesondere von 8:2 bis 7:3 verwendet. Deren Verwendung im letztgenannten Gewichtsverhältnis von 8:2 bis 7:3 liefert ein höheres Maß an mattiertem Erscheinungsbild. Das Gemisch kann selbstverständlich mit beliebigen, an sich bekannten Bestandteilen, wie Gleitmitteln, Antioxidationsmitteln, UV-Absorbern, farbgebenden Mitteln (Farbstoffen) und Stabilisatoren, gemäß an sich bekannten Formulierungsweisen vermischt werden.

Behälter

Nachstehend wird auf Fig. 1 Bezug genommen, die ein Beispiel für einen erfindungsgemäßen Kunststoffbehälter zeigt. Der Behälter 1 umfaßt einen Körper 2, einen Boden 3, der einstückig mit dem unteren Ende des Körpers 2, der allgemein durch Abquetschen des Külbels ausgebildet ist, geformt ist,und einen Hals 6 mit einer Öffnung 5, die hermetisch mit einem Deckel (nicht abgebildet) verschlossen und einstückig über die Schulter 4 mit dem Körper 2 verbunden ist. Die Außenoberfläche des Behälters ist aus einem Gemisch gebildet, das das Ethylen-Propylen-Blockcopolymere und das Polyethylen enthält.

Der Behälter umfaßt eine Außenschicht 10 aus dem vorerwähnten Gemisch und eine Innenschicht 11, die das vorerwähnte statistische Ethylen-Propylen-Copolymere enthält (vergl. Fig. 2).

Fig. 3 zeigt ein weiteres Beispiel des mehrschichtigen Behälters. Dieser Behälter umfaßt eine Außenschicht 10, die aus dem Gemisch gebildet ist, und eine Innenschicht 11, die aus dem vorerwähnten statistischen Ethylen-Propylen-Copolymerharz gebildet ist sowie eine zwischen der Außenschicht 10 und der Innenschicht 11 gebildete Zwischenschicht 12, die aus einem Gasabsperrharz gebildet ist. Bindungsschichten 13 sind allgemein zwischen der Zwischenschicht 12 und der Innenschicht 10 und der Außenschicht 11 angeordnet.

In dieser Ausführungsform wird vorzugsweise ein Gasabsperrharz, das allgemein einen Sauerstoffpermeabilitätskoeffizienten (P0&sub2;) von nicht mehr als 5,5 x 10&supmin;¹² cm³ cm/cm² s 1,33 kPa und insbesondere 4,5 x 10&supmin;¹² cm³ cm/cm² s 1,33 kPa und die vorerwähnte durchsichtige Beschaffenheit aufweist, verwendet. Insbesondere wird ein Ethylen/Vinylalkohol-Copolymeres mit einem Gehalt an 20 bis 50 Mol-% Ethylen und mit nicht mehr als 5 Mol-% unverseiften Vinylesterresten oder ein Homopolyamid, Copolyamid mit 3 bis 30 und insbesondere 4 bis 25 Amidresten pro 100 Kohlenstoffatomen oder ein Gemisch hiervon verwendet. Vorzugsweise umfaßt das Polyamid ein Polykondensat aus einer aliphatischen Säure und einem aromatischen Diamin, z.B. ein Polycarbonat aus m- Xyloldiamin und Adipinsäure. Selbstverständlich können das vorerwähnte Ethylen/Vinylalkohol-Copolymere und das Polyamid als Gemisch eingesetzt werden. Sie können mit einem weiteren thermoplastischen Harz, z.B. einem Polyolefin oder einem Harz, das ein Bindevermögen für das Polyolefin zeigt, in einem solchen Bereich eingesetzt werden, daß die naturgegebenen Eigenschaften des Ethylen/Vinylalkohol-Copolymeren und des Polyamids nicht verlorengehen, d.h. in einem Bereich von nicht mehr als 20 Gew.-%.

Wenn keine Bindungsschicht zwischen der Gasabsperrschicht und den Innen- und Außenschichten vorliegt, ist es bevorzugt, daß eine Schicht aus einem bindenden Mittel, z.B. aus einem säuremodifizierten Olefinharz, Polyethylen und Polypropylen, die mit einer ethylenisch ungesättigten Carbonsäure, wie Maleinsäureanhydrid, Acrylsäure, Methacrylsäure oder Itaconsäureanhydrid propfmodifiziert sind, zwischen beiden Harzschichten angeordnet ist. Das vorerwähnte Harz kann der Gasabsperrschicht und/oder mindestens einer der Außenund Innenschichten anstelle der dazwischen angeordneten Bindungsschicht einverleibt werden.

Im erfindungsgemäßen Behälter macht die Schicht des vorerwähnten Gemisches mindestens 3 % und vorzugsweise bis zu 95 % der Dicke der Wand des Behälters aus.

Formgebung des Behälters

Die Formgebung des Behälters kann nach einem bekannten Schmelzformgebungsverfahren unter Verwendung eines Külbels, einer Platte oder eines Vorformlings mit einem Boden, die aus einem Laminat, das die eine Schicht aus dem Gemisch und die andere Harzschicht umfaßt, gebildet sind, geformt werden. Beispielsweise kann der Behälter von Fig. 1 nach dem sogenannten Blasformverfahren hergestellt werden, das die Stufen des Schmelzextrudierens eines mehrschichtigen Külbels, die Zufuhr des Külbels zu einer geteilten Form und das Aufblasen des Külbels durch Einblasen eines Fluids in die Form umfaßt. Nach Bildung einer mehrschichtigen Platte durch das Schmelzextrusionsverfahren kann ein becherförmiger Behälter hergestellt werden, indem man eine Vakuumformgebung, eine Druckluftformgebung oder eine mit einem Stempel unterstützte Formgebung der Platte in geschmolzenem Zustand vornimmt. Ein rohrförmiger Behälter kann durch ein Blasformverfahren hergestellt werden. Es ist darauf hinzuweisen, daß das Herstellungsverfahren für den Behälter nicht auf die genannten Verfahren beschränkt ist. Der Behälter kann auch beispielsweise durch Spritzgießen hergestellt werden. Eine Form mit einer ebenen Oberfläche oder eine Form mit einer fein geprägten Innenoberfläche können eingesetzt werden.

Beispiele Beispiel 1

Ein Gemisch aus 80 Gew.-% eines Propylen-Ethylen-Blockcopolymeren mit einem Schmelzindex (MFR) von 2 g/10 min und einem Ethylenanteil von 8 Mol-% und 20 Gew.-% eines Polyethylens hoher Dichte mit einer Dichte von 0,96 g/cm³ wurde einem Außenschicht-Extruder und ein Propylen-Ethylen-Copolymeres mit einem Ethylenanteil von 4 Mol-% wurde einem Innenschicht- Extruder zugeführt, so daß ein doppelschichtiger Külbel extrudiert wurde. Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde durch Blasformen des Külbels in zweierlei Arten von Formen mit einer Spiegelglanzoberfläche bzw. mit einer sandgestrahlten Oberfläche hergestellt.

Die Wand des Behälterkörpers wies eine Außenschicht mit einer Dicke von 100 µm und eine Innenschicht mit einer Dicke von 900 µm auf.

Der Behälter wies ein mattiertes Erscheinungsbild auf und zeigte eine Tiefenwirkung, die gut mit der entsprechenden Wirkung eines Mattglasbehälters vergleichbar war.

Beispiel 2

Ein Külbel wurde auf ähnliche Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß das Gewichtsverhältnis des Ethylen-Propylen-Blockcopolymeren zum Polyethylen hoher Dichte 50:50 betrug. Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde durch Blasformen des Külbels in einer sandgestrahlten Form hergestellt.

Die Wand des Behälterkörpers wies eine Außenschicht mit einer Dicke von 100 µm und eine Innenschicht mit einer Dicke von 900 µm auf.

Beispiel 3

Ein Gemisch aus 90 Gew.-% eines Propylen-Ethylen-Blockcopolymeren mit einem Schmelzindex (MFR) von 2 g/10 min und einem Ethylenanteil von 8 Mol-% und 10 Gew.-% eines Polyethylens hoher Dichte wurde einem Außenschichtextruder, ein Propylen-Ethylen-Copolymeres mit einem MFR-Wert von 1,2 g/10 min und einem Gehalt von 4 Mol-% Ethylen wurde einem Innenschicht-Extruder und ein Ethylen-Vinylalkohol-Copolymeres mit einem Gehalt an 32 Mol-% Ethylen, das mit einem Trocknungsmittel vermischt war, wurde einem Zwischenschicht-Extruder zugeführt. Ein mit Maleinsäure propfmodifiziertes Polyolefin wurde einem Bindungsschicht-Extruder und ein Recyclingharz (scrap resin) wurde einem Recyclingharz-Extruder zugeführt, so daß ein 6-schichtiger Külbel extrudiert wurde. Durch Blasformen des Külbels in einer sandgestrahlten Form wurde ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml erhalten.

Die Wand des Behälterkörpers enthielt eine äußerste Schicht aus dem Propylen-Ethylen-Blockcopolymeren mit einer Dicke von 90 µm, eine Bindemittelschicht mit einer Dicke von 10 µm, eine Ethylen/Vinylalkohol-Copolymerschicht mit einer Dicke von 20µm, eine Bindemittelschicht mit einer Dicke von 10 µm und eine Recyclingharzschicht mit einer Dicke von 230 µm sowie eine innerste Schicht aus dem Propylen-Ethylen-Copolymeren mit einer Dicke von 40 µm. Der Behälter zeigte eine Tiefenwirkung und hervorragende Gasabsperreigenschaften.

Beispiel 4

Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde auf ähnliche Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß ein lineares Polyethylen geringer Dichte mit einer Dichte von 0,935 g/cm³ anstelle des Polyethylens hoher Dichte von Beispiel 1 verwendet wurde.

Die Wand des Behälterkörpers enthielt eine Außenschicht von 50 µm Dicke und eine Innenschicht von 1000 µm Dicke. Der Behälter wies ein mattiertes Erscheinungsbild auf und zeigte eine Tiefenwirkung ähnlich wie ein Mattglasbehälter.

Beispiel 5

Ein Külbel wurde auf ähnliche Weise wie in Beispiel 3 hergestellt, mit der Ausnahme, daß lineares Polyethylen niedriger Dichte mit einer Dichte von 0,935 g/cm³ anstelle des in Beispiel 3 verwendeten Polyethylens hoher Dichte eingesetzt wurde. Es wurde ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml durch Blasformen des Külbels mit zwei Arten von Formen, und zwar mit hochglanzpolierter und sandgestrahlter Oberfläche, erhalten. Die Wand des Behälterkörpers wies eine äußerste Schicht aus dem Propylen-Ethylen-Blockcopolymeren mit einer Dicke von 90 µm, eine Bindemittelschicht mit einer Dicke von 10 µm, eine Ethylen-Vinylalkohol-Copolymerschicht mit einer Dicke von 20 µm, eine Bindemittelschicht mit einer Dicke von 10 µm und eine Recyclingharz-Schicht mit einer Dicke von 230 µm sowie eine innerste Schicht aus dem statistischen Propylen-Ethylen-Copolymeren mit einer Dicke von 40 µm auf. Der Behälter zeigte ein Erscheinungsbild mit Tiefenwirkung und wies hervorragende Gasabsperreigenschaften auf.

Vergleichsbeispiel 1

Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde durch Blasformen des in Beispiel 1 verwendeten Propylen-Ethylen-Blockcopolymeren erhalten. Der Behälter war halb durchsichtig und zeigte keine Tiefenwirkung.

Vergleichsbeispiel 2

Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde durch Blasformen des in Beispiel 1 verwendeten Polyethylens hoher Dichte hergestellt. Der Behälter war halb durchsichtig und zeigte keine Tiefenwirkung.

Vergleichsbeispiel 3

Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde durch ein Streckblasformverfahren aus Polyethylenterephthalat (PET) erhalten. Der Behälter wurde auf seiner Oberfläche einer Mattierungsbehandlung durch Siliciumdioxidbeschichtung unterworfen.

Vergleichsbeispiel 4

Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde durch Blasformen des in Beispiel 4 verwendeten Propylen-Ethylen-Blockcopolymeren erhalten. Der Behälter war halb durchsichtig und zeigte keine Tiefenwirkung.

Vergleichsbeispiel 5

Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde durch Blasformen von Polyethylen hoher Dichte mit einer Dichte von 0,96 g/cm³ erhalten. Der Behälter war halb durchsichtig und zeigte keine Tiefenwirkung.

Vergleichsbeispiel 6

Ein Gemisch aus 80 Gew.-% eines Ethylen-Propylen-Blockcopolymeren mit einem Schmelzindex (MFR) von 2 g/10 min und mit einem Gehalt von 8 Mol-% Ethylen und 20 Gew.-% Polyethylen niedriger Dichte mit einer Dichte von 0,92 g/cm³ wurde einem Außenschicht-Extruder und ein statistisches Propylen- Ethylen-Copolymeres mit einem MFR-Wert von 3,0 g/10 min und einem Gehalt von 4 Mol-% Ethylen wurde einem Innenschicht-Extruder zugeführt, so daß ein doppelschichtiger Külbel extrudiert wurde. Ein Behälter mit einem Innenvolumen von etwa 220 ml wurde durch Blasformen des Külbels in einer Form erhalten.

Die Wand des Behälterkörpers wies eine Außenschicht von 50 µm Dicke und eine Innenschicht von 1000 µm Dicke auf. Der Behälter zeigte eine glänzende Oberfläche und ein geringer mattiertes Erscheinungsbild.

Der Glanz (gemäß JIS K7105 bei einem Einfallswinkel von 60º), die Lichtstrahldurchlässigkeit in Wasser und die Wandstärken dieser Behälter wurden gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengestellt. Die Lichtstrahldurchlässigkeit in Wasser wurde auf folgende Weise gemessen: eine Probe wurde aus dem Behälterkörper entnommen. Die Probe wurde in Wasser in eine Transmissionszelle getaucht und mit Lichtstrahlen einer Wellenlänge von 450 µm bestrahlt. Die Transmission der durchgehenden Lichtstrahlen wurde unter Annahme einer Transmission des Wassers von 100 % gemessen.

Tabelle 1 Meßergebnisse
Material der Außenschicht und Mischungsverhältnis Formoberfläche 60º-Glanz (%) Lichtstrahldurchlässigkeit in Wasser (%) Wandstärke (mm) Beispiel Vergleichsbsp. PP-Block/HDPE (8/2) PP-Block/HDPE (5/5) PP-Block/HDPE (9/1) PP-Block/L-LDPE (8/2) PP-Block/L-LDPE (9/1) PP-Block HDPE PET PP-Block/LDPE mattiert poliert


Anspruch[de]

1. Kunststoffbehälter mit einem matten Aussehen, gekennzeichnet durch ein Laminat mit einer Außenschicht, die aus einem Gemisch besteht, das ein Ethylen-Propylen- Blockcopolymer mit einem Gehalt an 3 bis 10 Gew.-% Ethylen und einer Fließfähigkeit von 0,8 bis 10 g/10 min sowie ein Polyethylen mit einer Dichte von 0,925 bis 0,970 g/cm³ enthält, wobei das Ethylen-Propylen-Blockcopolymer und das Polyethylen in einem Gewichtsverhältnis von 9:1 bis 5:5 in dem Gemisch vorliegen, und durch eine Innenschicht, die aus einem statistischen Ethylen- Propylen-Copolymer gebildet ist, das 1 bis 8 Gew.-% Ethylen enthält und eine Fließfähigkeit von 1 bis 5 g/10 min aufweist.

2. Kunststoffbehälter nach Anspruch 1, bei dem das Polyethylen ein Polyethylen mit hoher Dichte mit einem Dichtewert von 0,940 bis 0,970 g/cm³ ist.

3. Kunststoffbehälter nach Anspruch 1, bei dem das Polyethylen ein lineares Polyethylen mit niedriger Dichte mit einem Dichtewert von 0,925 bis 0,945 g/cm³ ist.

4. Kunststoffbehälter nach Anspruch 1, bei dem zwischen der genannten Außenschicht und der genannten Innenschicht eine Zwischenschicht aus einem Ethylen-Vinylalkohol- Copolymer ausgebildet ist.







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