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Dokumentenidentifikation DE19511215A1 02.10.1996
Titel Nach dem Stirling-Prinzip arbeitende Wärmekraftmaschine
Anmelder PPV-Verwaltungs-AG, Zürich, CH
Erfinder Pöschl, Günter, 71409 Schwaikheim, DE
Vertreter Ackmann und Kollegen, 80469 München
DE-Anmeldedatum 27.03.1995
DE-Aktenzeichen 19511215
Offenlegungstag 02.10.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.1996
IPC-Hauptklasse F02G 1/055
Zusammenfassung Beschrieben ist eine nach dem Stirling-Prinzip arbeitende Wärmekraftmaschine (10), mit einem Arbeitsgaskreislauf (12), in welchem das Arbeitsgas als Antriebsmittel in einem ersten Wärmetauscher stark erhitzt wird, um Arbeit verrichten zu können, und mit einem Wärmeträgerkreis (14) mit einem zweiten Wärmetauscher, in welchem das Arbeitsgas nach Arbeitsverrichtung abgekühlt wird, wobei der erste und zweite Wärmetauscher jeweils als Zeolith-Wärmespeicher (16, 18) ausgebildet sind, denen das Arbeitsgas einer Arbeitsgasexpansionsmaschine (11) mittels einer Umschaltsteuerung (67) wechselweise zugeführt bzw. entnommen wird, und wobei die Zeolith-Wärmespeicher (16, 18) durch die Umschaltsteuerung (67) mit dem Wärmeträgerkreis (14) in Wärmeübertragungsbeziehung bringbar sind. Die Wärmekraftmaschine (10) arbeitet mit wesentlich besserer Wärmeenergiebilanz als herkömmliche Stirlingmotoren, weil bei ihr praktisch keine als Verlust zu betrachtende Abwärme anfällt. Bei der Adsorption von Arbeitsgas in dem einen Zeolith-Wärmespeicher wird Wärme an den Wärmeträger abgegeben, und bei der Desorption von Arbeitsgas aus dem Zeolith des anderen Wärmespeichers wird die auf den Wärmeträger übertragene Wärme wieder ausgenutzt. Die Wärmekraftmaschine (10) läßt sich vorteilhaft in einem Blockheizkraftwerk einsetzen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Wärmekraftmaschine der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.

Stirling-Motoren sind z. B. aus Meyers Lexikon der Technik und der Exakten Naturwissenschaften, Bibliographisches Institut Mannheim/Wien/Zürich, 1970, Seite 589, sowie aus einem Firmenprospekt mit dem Titel "Entwicklungsarbeit am Stirlingmotor" der Firma SOLO Kleinmotoren GmbH, Sindelfingen, bekannt. Letzterer ist auf der Innovationsmesse vom 9.-11. März 1995 in Fellbach in der Schwabenlandhalle verteilt worden.

Bei solchen bekannten Stirlingmotoren muß konstruktionsbedingt mit hohen Antriebsmitteltemperaturen und -drücken gearbeitet werden, die üblicherweise bis 1000°C bzw. bis 300 bar reichen. Außerdem wird üblicherweise als Arbeitsgas Helium eingesetzt. Die hohen Temperaturen und Drücke machen eine aufwendige, massive Konstruktion erforderlich, die hochtemperaturfest und hochdruckfest ist. Die Verwendung von Helium bringt große Abdichtungsprobleme mit sich, weil die Diffusionsrate von Helium sehr hoch ist. Die erforderliche hohe Temperatur macht einen als Erhitzer ausgebildeten ersten Wärmetauscher erforderlich, der Abgase entsprechend hoher Temperatur liefert, mit denen das Antriebsmittel ausreichend stark erhitzt werden kann. Außerdem verlangen solche bekannten Stirlingmotoren einen als Kühler ausgebildeten zweiten Wärmetauscher, um das Antriebsmittel wieder herunterkühlen zu können. Die Abwärme eines solchen Kühlers ist für den Wärmekreislauf des Stirlingmotors verloren. Alles das ergibt eine schlechte Wärmebilanz der bekannten Stirlingmotoren. Die hohen Drücke, die bei den bekannten Stirlingmotoren erforderlich sind, machen nicht nur eine aufwendige, massive Konstruktion des Motors erforderlich, sondern führen auch zu einer entsprechend geringen Lebensdauer desselben.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Wärmekraftmaschine der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art so auszubilden, daß diese eine wesentlich verbesserte Wärmebilanz hat und überdies mit wesentlich geringeren Temperaturen und Drücken des Arbeitsgases auskommt.

Diese Aufgabe ist durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Bei der Wärmekraftmaschine nach der Erfindung ist sowohl der eine hohe Temperatur erzeugende Erhitzer als auch der lediglich Verlustwärme erzeugende Kühler jeweils durch einen Zeolith-Wärmespeicher ersetzt worden. Zeolith bietet den Vorteil, daß er das ihm zugeführte Arbeitsgas, welches bei der Wärmekraftmaschine nach der Erfindung durch die Arbeitsgasexpansionsmaschine als erhitztes Abgas abgegeben wird, adsorbiert. Der Zeolith baut das Arbeitsgas in sein Molekülgitter ein, wobei eine stark exotherme Reaktion des Zeoliths ausgelöst wird, bei der das ihm zugeführte Arbeitsgas abgekühlt wird. Mit anderen Worten, dabei gelangt das Arbeitsgas in einen Zustand, als würde es unterkühlt werden. Deshalb sinkt auch der Druck in dem Zeolith-Wärmespeicher sehr stark ab. Nach bisherigem Verständnis der sich dabei abspielenden Vorgänge entsteht dadurch ein Massenstrom in dem Zeolith, der den Wärmespeicher in die Lage versetzt, eine sehr große Menge an Arbeitsgas zu adsorbieren, die etwa das Zehnfache seines Volumens ist. Dieser Speichervorgang wird zwischen den beiden Zeolith-Wärmespeichern wechselweise ausgeführt. Nachdem auch der zweite Zeolith-Wärmespeicher mit Arbeitsgas durch Adsorption im Zeolith gefüllt worden ist, wird dem anderen Zeolith-Wärmespeicher, der zuvor gefüllt worden ist, das Arbeitsgas in erhitztem Zustand durch Desorption des Zeoliths entnommen, um der Wärmekraftmaschine als Antriebsmittel zugeführt zu werden. Dafür ist die Zufuhr von Wärme erforderlich. Zu diesem Zweck wird nun mittels der Umschaltsteuerung der Wärmeträger in dem Wärmeträgerkreis durch denjenigen Wärmespeicher hindurchgeleitet, aus dem gespeichertes Arbeitsgas entnommen werden soll. Durch das Hindurchleiten des Wärmeträgers, der in der Arbeitsgasexpansionsmaschine und/oder in dem anderen Wärmespeicher, in dem Arbeitsgas adsorbiert wird, Wärme aufgenommen hat, durch den einen Zeolith-Wärmespeicher wird in diesem eine endotherme Reaktion in Gang gesetzt, durch die das Arbeitsgas wieder aus dem Zeolith ausgetrieben wird. Das Arbeitsgas wird dabei ausreichend stark erhitzt, um als Antriebsmittel in der Arbeitsgasexpansionsmaschine Arbeit verrichten zu können. Das Ingangsetzen der endothermen Reaktion erfolgt durch die Wärme aus dem Wärmeträger. Die Abwärme der Arbeitsgasexpansionsmaschine wird also erfindungsgemäß wieder voll ausgenutzt, um gespeichertes Arbeitsgas freizusetzen. Die Wärmekraftmaschine nach der Erfindung arbeitet deshalb mit einer wesentlich besseren Wärmeenergiebilanz als die bekannten Stirlingmotoren, bei denen eine Wärmeabfuhr über den Kühler erfolgt. Bei der Wärmekraftmaschine nach der Erfindung arbeiten die beiden Zeolith-Wärmespeicher im Wechsel, während der eine erhitztes Arbeitsgas als Antriebsmittel für die Arbeitsexpansionsmaschine liefert, speichert der andere Arbeitsgas, wobei er es herunterkühlt, und umgekehrt. Die Abwärme aus der Arbeitsgasexpansionsmaschine wird über den Wärmeträger dazu eingesetzt, das Arbeitsgas wieder aus dem Wärmespeicher auszutreiben, das zuvor bei seiner Einspeicherung in den Wärmespeicher Wärme abgegeben hatte. Insofern wird also wärmebilanzmäßig ein perfekter Kreislauf erreicht, den keine nach dem Stirling-Prinzip arbeitende Wärmekraftmaschine im Stand der Technik aufweist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung bilden die Gegenstände der Unteransprüche.

Vorzugsweise wird als Arbeitsgas ein niedrig siedendes Gas eingesetzt. Das hat den Vorteil, daß das Antriebsmittel in dem Zustand, es welchem es Arbeit verrichten soll, eine niedrige Temperatur haben kann. Von den bislang bekannten Arbeitsgasen, die als niedrig siedende Gase zum Einsatz bei der Wärmekraftmaschine nach der Erfindung geeignet sind, hat sich CO&sub2; als besonders geeignet herausgestellt. CO&sub2; führt in dem das Arbeitsgas adsorbierenden Zeolith-Wärmespeicher zu einer besonders heftigen exothermen Reaktion, die zur Folge hat, daß das Arbeitsgas besonders gut heruntergekühlt wird. Ganz allgemein ist eine große Temperaturdifferenz zwischen warmer und kalter Seite der Wärmekraftmaschine von Vorteil. Dieser Vorteil läßt sich mit CO&sub2; als Arbeitsgas besonders nutzen. Ermöglicht wird das durch ein sogenanntes "thermisches Loch" im Speichervermögen von Zeolith. Diese Eigenschaft versetzt Zeolith in die Lage, eine wesentlich größere Gasmenge zu adsorbieren, als seinem Eigenvolumen entspricht. Durch die Einbindung des Arbeitsgases in sein Molekülgitter reduziert der Zeolith die Braun&min;sche Molekularbewegung des Arbeitsgases (wie bei einem Kompressions- oder Unterkühlvorgang), was den Wärmespeicher in die Lage versetzt, eine wesentlich größere Menge an Arbeitsgas aufzunehmen, als er bei normalen Druck- und Temperaturbedingungen sonst ohne Zeolith aufnehmen könnte.

Wenn in zusätzlicher Ausgestaltung der Erfindung die Wärmekraftmaschine zusätzlich mit Wärme mittels eines Brenners, z. B. eines Heizbrenners, und/oder einer Solaranlage versorgt wird, kann sie auf vorteilhafte Weise zur Kraft-Wärme-Kopplung in einem Blockheizkraftwerk herangezogen werden. Vorteilhafterweise wird man in diesem Fall die zusätzliche Wärme dem Wärmeträger in dem Wärmeträgerkreis zuführen. Dieser wird dann nicht nur mit der Abwärme aus der Wärmekraftmaschine arbeiten, sondern zusätzlich mit der Abwärme eines Brenners oder der mittels Solaranlage erzeugten Wärme.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigt

Fig. 1 ein Schema einer Wärmekraftmaschine nach der Erfindung, und

Fig. 2 ein Schema eines Blockheizkraftwerkes, das mit einer Wärmekraftmaschine nach der Erfindung ausgerüstet ist.

Gemäß der Darstellung in Fig. 1 hat eine nach dem Stirling- Prinzip arbeitende Wärmekraftmaschine 10 einen Arbeitsgaskreislauf 12 und einen Wärmeträgerkreis 14, die beide mit einer Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 verbunden sind. Der Arbeitsgaskreislauf 12 enthält zwei Wärmetauscher, die jeweils aus einem Zeolith-Wärmespeicher 16 bzw. 18 bestehen. Der Wärmeträgerkreis 14 weist zwei parallele Leitungszweige 20, 22 auf, die durch die Wärmespeicher 16 bzw. 18 hindurchführen und davor und danach an eine gemeinsame Leitung 24 bzw. 26 angeschlossen sind. Die gemeinsame Leitung 24 führt von einem Wärmeträger-Ausgang 28 der Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 zu den Wärmespeichern 16, 18, und die gemeinsame Leitung 26 führt zu einem Wärmeträger-Eingang 30 der Arbeitsgasexpansionsmaschine 11. In der gemeinsamen Leitung 26 ist darüber hinaus ein dritter Wärmetauscher 32 angeordnet, zusammen mit einer Pumpe 34 zum Umwälzen des Wärmeträgers in dem Wärmeträgerkreis 14. Bei dem Wärmeträger handelt es sich in dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel um Wasser. In den Leitungen 20, 22, die durch die Wärmespeicher 16 bzw. 18 hindurchführen, ist jeweils vor dem betreffenden Wärmespeicher ein Magnetventil 36 bzw. 38 angeordnet, mit welchem sich der Durchfluß des Wärmeträgers in der betreffenden Leitung absperren läßt. Der in Fig. 1 unten in den Wärmespeicher 16 eintretende Teil 20a der Leitung 20 führt in einen in dem Wärmespeicher 16 angeordneten Röhrenwärmetauscher, dessen Ausgang wiederum, wie dargestellt, mit dem weiterführenden Teil 20b der Leitung 20 verbunden ist. Entsprechendes gilt für den Aufbau des Wärmespeichers 18. Ein Innenraum 17, 19 in den Wärmespeichern 16 bzw. 18, der nicht von dem Röhrenwärmetauscher des Wärmeträgerkreises 14 eingenommen wird, ist mit Zeolith ausgefüllt.

Der Arbeitsgaskreislauf 12 führt von einem Ausgang 42 der Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 zu zwei Eingangsleitungen 44 und 46 der Wärmespeicher 16 bzw. 18 und, wie dargestellt, von diesen Eingangsleitungen 44, 46 aus weiter zu einer gemeinsamen Ausgangsleitung 48, die über einen Pufferraum 50 und eine weitere Leitung 52 zu einem Eingang 54 der Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 führt. In der Leitung 48 ist zusätzlich eine Pumpe 56angeordnet. In der Leitung 12, die zu den Leitungen 44, 46 führt, ist jeweils ein Magnetventil 58 bzw. 60 angeordnet. In den Leitungen, die von den Eingangsleitungen 44, 46 wegführen und in die gemeinsame Leitung 48 münden, ist jeweils ein Magnetventil 62 bzw. 64 angeordnet. Schließlich ist in der von dem Pufferraum 50 wegführenden Leitung 52 ein Magnetventil 66 angeordnet. Die letztgenannten Magnetventile 58 bis 66 dienen ebenfalls als Absperrventile, welche wechselweise die Verbindung der Leitung 12 mit der Leitung 44 oder 46 herstellen bzw. unterbrechen, und umgekehrt. Mit dem Magnetventil 66 läßt sich der Ausgang des Pufferraums 50 absperren, bis in dem Pufferraum ein ausreichend großer Druck aufgebaut worden ist.

Die in der vorstehend beschriebenen Wärmekraftmaschine 10 verwendete Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 kann ein herkömmlicher Stirling-Motor sein, wie er aus dem eingangs erwähnten Stand der Technik bekannt ist, mit dem erfindungswesentlichen Unterschied, daß zur Verbesserung der Wärmeenergiebilanz eines solchen Stirling-Motors die im Stand der Technik üblichen beiden Wärmetauscher in Form eines Erhitzers und eines Kühlers als Zeolith-Wärmespeicher 16, 18 ausgebildet sind, die in Verbindung mit dem Wärmeträgerkreis jegliche Wärmeverluste minimieren und insbesondere keinerlei Verlustwärmeabfuhr mit sich bringen.

Die Wärmekraftmaschine 10 arbeitet folgendermaßen:

Die Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 ist wie üblich eine periodisch arbeitende Kolbenkraftmaschine, die als Antriebsmittel ein abwechselnd stark erhitztes und abgekühltes, von zwei Kolben (nicht dargestellt) hin- und hergeschobenes Arbeitsgas, in vorliegendem Fall vorzugsweise CO&sub2;, benutzt und die zugeführte Wärmeenergie in einer durch den Joule-Prozeß gegebenen Weise in mechanische Energie umwandelt, um, wie in Fig. 1 angedeutet, einen elektrischen Generator 68 anzutreiben. Die benötigte Wärme, die im Stand der Technik durch Verbrennung eines beliebigen Brennstoffes in einer Brennkammer außerhalb des Zylinders (nicht dargestellt) der Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 erzeugt und durch einen besonderen Erhitzer auf das Arbeitsgas im Zylinder übertragen wird, wird bei der hier beschriebenen Wärmekraftmaschine 10 lediglich als latente Wärme zugeführt, die zum Starten der Wärmekraftmaschine benötigt wird. Für den Startvorgang wird der Generator 68 als Motor betrieben, der die Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 antreibt, die nun als Kompressor arbeitet, und CO&sub2; an den einen oder anderen Wärmespeicher 16, 18 abgibt. In diesem Wärmespeicher wird das CO&sub2; in einer exothermen Reaktion durch Adsorption im Zeolith gespeichert, wie oben beschrieben. Wenn beide Wärmespeicher gefüllt sind, kann der Stirling-Prozeß anlaufen. Wärmeverluste der Wärmekraftmaschine, die sich nicht vermeiden lassen, werden dabei durch latente Wärme aus der Umgebung ausgeglichen. Zusätzliche Wärmeenergie, die benötigt wird, weil z. B. über den Generator 68 Energie entnommen wird, läßt sich der Wärmekraftmaschine über den Wärmetauscher 32 zuführen, z. B. aus der umgebenden Luft, durch zusätzliche Sonneneinstrahlung, durch Erhitzen des Wärmetauschers 32 mittels eines Brenners, usw. Im Gegensatz zum Stand der Technik, wo der Wärmeträger auf Temperaturen bis zu 1000°C erhitzt werden muß, kommt die hier beschriebene Wärmekraftmaschine mit einer Arbeitsgastemperatur von etwa 60°C aus, bei einem Delta P (Druckdifferenz) zwischen dem Eingang 30 der Arbeitsgasexpansionsmaschine und den Eingängen der Wärmespeicher (Leitungen 44 bzw. 46), bei dem in dem Pufferraum 50 ein Druck von 10 bar erreicht wird. Das wird weiter unten noch näher erläutert.

Nach dem Anfahren der Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 und nach dem Speichern von Arbeitsgas in beiden Wärmespeichern 16, 18 kann der Stirlingprozeß ablaufen. Bei der Speicherung des Arbeitsgases in dem einen Wärmespeicher tritt, wie eingangs erläutert, aufgrund des Adsorptionsvolumens ein Druckgefälle auf. Gleichzeitig wird infolge der exothermen Reaktion die Druckenergie als Wärme an den Wärmeträger übergeben, der dabei stark erhitzt wird. Unter der Annahme, daß in den Wärmespeicher 16 Arbeitsgas eingespeichert wird, ist das Magnetventil 36 geschlossen, das Magnetventil 58 ist geöffnet, das Magnetventil 62 ist geschlossen, und das Magnetventil 38 ist geöffnet. Wenn nun gleichzeitig Arbeitsgas durch Desorption aus dem Zeolith des Wärmespeichers 18 entnommen wird, wird das Magnetventil 60 geschlossen, und das Magnetventil 64 wird geöffnet. Für das Anfahren des Desorptionsvorganges in dem Wärmespeicher 18 wird nach einer gewissen Zeit das Magnetventil 36 zusätzlich zu dem Magnetventil 38 geöffnet, damit der Wärmeträger, der zuvor in der Adsorptionsphase in dem Wärmespeicher 16 erhitzt worden ist, nunmehr durch den Wärmespeicher 18 hindurchgeleitet wird, um dort die für den Desorptionsvorgang erforderliche Wärme zu liefern. Zur Zufuhr des Arbeitsgases zu der Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 kann die Pumpe 56 bei Bedarf eingeschaltet werden. Bei dem Desorptionsvorgang wird das Arbeitsgas, das aus dem Wärmespeicher 18 ausgetrieben wird, ausreichend stark erhitzt, um als Antriebsmittel in der Arbeitsgasexpansionsmaschine 11 Arbeit verrichten zu können. Während der Wärmespeicher 18, dem Arbeitsgas durch die Desorption des Zeoliths entnommen werden soll, von Wärmeträger durchströmt ist, wird nach einer gewissen Zeitspanne der andere Wärmespeicher 16 zumindest vorübergehend ebenfalls von Wärmeträger durchströmt, weil in dem Wärmespeicher 18 zusätzlich Wärme für die Desorption benötigt wird. Der Desorptionsvorgang läuft nämlich zunächst ohne zusätzliche Wärmezufuhr aus dem Wärmespeicher 16 in dem Wärmespeicher 18 ab, weil der Zeolith in dem Wärmespeicher 18 noch ausreichend Wärme gespeichert hat. Wenn diese nach einer gewissen Zeit soweit abgenommen hat, daß der Desorptionsvorgang nicht mehr vonstatten gehen könnte, wird das Magnetventil 36 geöffnet, so daß nun erhitzter Wärmeträger aus dem Wärmespeicher 16 durch den Wärmespeicher 18 hindurchgeleitet werden kann.

Wenn hingegen die in den Wärmespeichern 16 und 18 im Zeolith gespeicherte Wärmeenergie ausreicht, um jeweils auch den Desorptionsvorgang ablaufen zu lassen, besteht kein Bedarf, aus dem anderen Wärmespeicher Wärmeträger zu entnehmen. In diesem Fall werden die Wärmespeicher 16, 18 durch die Umschaltsteuerung tatsächlich nur wechselweise in Wärmeübertragungsbeziehung mit dem Wärmeträgerkreis gebracht.

Die Steuerung der vorstehend angegebenen Magnetventile erfolgt durch eine Umschaltsteuerung 67. Diese könnte auch manuell ausgebildet sein, d. h. durch eine Bedienungsperson ersetzt werden. Vorzugsweise ist die Umschaltsteuerung 67 aber eine freiprogrammierbare Computersteuerung, die die Wärmekraftmaschine 10 über gemessene Daten steuert. Zu diesen gemessenen Daten gehören insbesondere die verschiedenen Temperaturen und Drücke, die durch nicht dargestellte Temperatur- bzw. Drucksensoren erfaßt werden. Über gestrichelt dargestellte Leitungen werden die Magnetventile durch die Umschaltsteuerung 67 betätigt.

Fig. 2 zeigt den Einsatz der vorstehend beschriebenen Wärmekraftmaschine 10 in einem Blockheizkraftwerk. In Fig. 2 sind gleiche Teile wie in Fig. 1 mit denselben Bezugszahlen bezeichnet und brauchen deshalb hier nicht nochmals beschrieben zu werden. Lediglich die zusätzlichen Komponenten werden beschrieben. Der Wärmekraftmaschine 10 wird gemäß Fig. 2 zusätzliche Wärme mittels eines mit einem Brennstoff 73 wie Öl oder Gas betriebenen Heizbrenners 74 und/oder einer Solaranlage 76 zugeführt. Der Generator 68 ist über eine Netzkupplung 70 an das öffentliche Netz N anschließbar, wenn überschüssige elektrische Energie an das Netz abgegeben werden soll. Der Heizbrenner 74 kann ein Öl- oder Gasbrenner sein. Sein Abgas 71 sollte eine Temperatur von 200°C nicht überschreiten, weil in der hier beschriebenen Wärmekraftmaschine sonst zu hohe Drücke entstehen würden, die den Zeolith in den Wärmespeichern 16, 18 gefährden könnten.

Der Heizbrenner 74 versorgt im übrigen einen Warmwasserkreislauf 75 mit Wärme, z. B. zur Gebäudebeheizung durch das Blockheizkraftwerk. Mit 15 ist ein Heizkreislauf bezeichnet, der seine Wärme aus dem Wärmeträgerkreis 14 empfängt. Das im Arbeitskreislauf 12 eingesetzte Arbeitsgas ist CO&sub2;.


Anspruch[de]
  1. 1. Nach dem Stirling-Prinzip arbeitende Wärmekraftmaschine (10), mit einem Arbeitsgaskreislauf (12), in welchem das Arbeitsgas als Antriebsmittel in einem ersten Wärmetauscher stark erhitzt wird, um Arbeit verrichten zu können, und mit einem Wärmeträgerkreis (14) mit einem zweiten Wärmetauscher, in welchem das Arbeitsgas nach Arbeitsverrichtung abgekühlt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der erste und zweite Wärmetauscher jeweils als Zeolith-Wärmespeicher (16, 18) ausgebildet sind, denen das Arbeitsgas einer Arbeitsgasexpansionsmaschine (11) mittels einer Umschaltsteuerung (67) wechselweise zugeführt bzw. entnommen wird, und daß die Zeolith-Wärmespeicher (16, 18) durch die Umschaltsteuerung (67) mit dem Wärmeträgerkreis (14) in Wärmeübertragungsbeziehung bringbar sind.
  2. 2. Wärmekraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Arbeitsgas ein niedrig siedendes Gas ist.
  3. 3. Wärmekraftmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Arbeitsgas CO&sub2; ist.
  4. 4. Wärmekraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ihr zusätzliche Wärme mittels eines Brenners (74) und/oder mittels einer Solaranlage (76) zugeführt wird.






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