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Dokumentenidentifikation DE69302409T2 02.10.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0555120
Titel Verwendung von Mutterlaugen von Salinen zur Herstellung einer wiederhergestellten Meereswasserzusammensetzung
Anmelder Compagnie des Salins du Midi et des Salines de l'Est, Paris, FR
Erfinder Beyna, Jean-Marie, F-34590 Marsillargues, FR;
Dupeux, Dominique, F-34090 Montpellier, FR
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Aktenzeichen 69302409
Vertragsstaaten BE, CH, DE, ES, GB, IT, LI, MC, NL
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 26.01.1993
EP-Aktenzeichen 934001728
EP-Offenlegungsdatum 11.08.1993
EP date of grant 01.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.1996
IPC-Hauptklasse A01K 63/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Verwendung von Mutterlaugen von Salmen zur Herstellung einer wiederhergestellten Meerwasserzusammensetzung. Die Erfindung hat ebenfalls das ausgehend von derartigen Mutterlaugen wiederhergestellte Meerwasser zum Gegenstand.

Für verschiedene Verwendungszwecke vor allem im Bereich der Aquakultur und der Aufzucht oder Haltung von Zierfischen oder anderen Tierarten in Aquarien oder in Aquazoos unterschiedlichster Größen ist seit jeher versucht worden, die Umgebung wiederherzustellen, in welcher die jeweilige Gattung in der Natur lebt.

Bei aus dem Meer stammenden Tieren wurde so vorgeschlagen, dem Ausgangswasser für Aquarien Zusammensetzungen aus verschiedenen Mineralsalzen - Chloride, Bromide, Sulfate oder sonstige Salze verschiedener Metalle und insbesondere von Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen - in solchen relativen Anteilen beizugeben, die denen der natürlichen Umgebung dieser Tiere entsprechen (siehe zum Beispiel die britische Patentanmeldung GB-A-1 128 503).

Bei öffentlichen Aquarien von sehr großen Abmessungen wurde ebenfalls daran gedacht, das aus unterirdischen Bohrungen stammende Wasser zu verwenden, das den Vorteil einer konstanten Temperatur bietet und von der Optik her qualitativ hervorragend und insgesamt arm an Krankheitserregern ist.

Der Salzgehalt dieses aus Bohrungen stammenden Wassers ist in der Regel jedoch gering, und die Anteile der darin enthaltenen verschiedenen Mineralstoffe variieren häufig.

Derartiges Wasser kann außerdem unerwünschte Bestandteile enthalten. Wenn es auch den meisten Arten von Fischen im allgemeinen gelingt, sich den Schwankungen der chemischen Zusammensetzung einer solchen Umgebung anzupassen, so haben es die Wirbellosen als niedere Gattung von Lebewesen mit weniger gut entwickelten Mechanismen einer Osmoregulierung weitaus schwieriger, mit derartigen Veränderungen fertig zu werden. Nun aber sind diese Wirbellosen aufgrund ihrer Schönheit ihres dekorativen Aussehens und ihrer Biologie für Aquarien oder für die Aquakultur von großer Bedeutung. Zur Lösung dieses Problems könnte natürlich daran gedacht werden, auf natürliches Meerwasser zurückzugreifen, das dern Meer entnommen und an die Verbraucher verteilt wird. Ein solches im großen Maßstab zu realisierendes Vorhaben wäre kompliziert und teuer.

Die Erfindung zielt darauf ab, diesen Nachteil durch eine wiederhergestellte Meerwasserzusammensetzung auszuschalten, die sowohl die Mehrzahl der im natürlichen Meerwasser vorhandenen Meersalze als auch die hierfür charakteristischen Spurenelemente enthält.

Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, mit Ausnahme des für die Verdünnung erforderlichen Wassers ausschließlich auf aus dem Meer stammende Produkte zurückzugreifen.

Eine erste Zielsetzung der Erfindung ist demgemäß die Verwendung von Mutterlaugen aus Salmen zur Herstellung einer wiederhergestellten Meerwasserzusammensetzung.

Genauer gesagt betrifft die Erfindung die Zugabe von aus Salmen stammenden Mutterlaugen und aus dem Meer stammendem Natriumchlorid (Meersalz) zu Süßwasser, um eine wiederhergestellte Meerwasserzusammensetzung aufzubereiten.

Eine zweite Zielsetzung der Erfindung ist eine wiederhergestellte Meerwasserzusammensetzung, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie Mutterlaugen aus Salmen enthält.

Genauer gesagt umfaßt die erfindungsgemäße Meerwasserzusammensetzung verdünnt mit dem Süßwasser aus Salinen stammende Mutterlaugen und aus dem Meer stammendes Natriumchlorid (Meersalz).

Bevorzugt sollten je 100 Liter der erfindungsgemäßen Zusammensetzung die folgenden Bestandteile verwendet werden:

- zwischen 0.5 und 3 Liter aus Salmen stammende Mutterlaugen,

- zwischen 2800 und 3000 g aus dem Meer stammendes Natriumchlorid (Meersalz), und als Rest zur Verdünnung bestimmtes Süßwasser.

Es sei daran erinnert, daß es sich bei von Salmen stammenden Mutterlaugen um dern Meerwasser ähnliche Salzlösungen mit einer sehr hohen Salzkonzentration handelt, die dern Salz entspricht, das durch Verdunstung dieser Lösungen in Salmen ausgefällt wird. Eine für diese Art von Mutterlaugen typische Zusammensetzung ist wie folgt:

- Mg C12: 200 bis 285 g/l,

- NaCl 28 bis 43 g/l,

- Mg 504: 80 bis 120 g/l,

- KCl : 27 bis 53 g/l.

Aufgrund der natürlichen Herkunft der Bestandteile, die zu der erfindungsgemäß wiederhergestellten Meerwasserzusammensetzung gehören, weist die Zusammensetzung physikalisch-chemische Eigenschaften auf, die denen von natürlichem Meerwasser sehr nahekommen, so daß sie sich speziell zur Verwendung in Aquarien, in Aquazoos oder auch für Aquakulturen eignet.

Tatsächlich bietet die Zusammensetzung nicht nur aus dem Meer stammenden Fischen Lebensbedingungen, die denen ihrer natürlichen Umgebung ähnlich sind, sondern sie eignet sich auch besonders für die Entwicklung von wirbellosen Organismen, wie sie normalerweise im Meerwasser vorkommen.

Dies ist das Ergebnis der von der Anmelderin durchgeführten Untersuchungen, von denen eine nunmehr im Nachstehenden näher zu beschreiben sein wird.

BEISPIEL

Ein Versuch wurde in einem Aquarium mit einem Volumen von 500 Litern einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung durchgeführt, die folgende Bestandteile umfaßte:

- 14 kg Meersalz (NaCl),

- 6 Liter Mutterlaugen von Salinen,

- 494 Liter Süßwasser.

Dieser Versuch diente dem Zweck, auf einer Langzeitbasis die Überlebensbedingungen verschiedener Meerestiere in dieser Zusammensetzung zu überprüfen.

Die verwendete Vorrichtung ist als einzige Figur in der beigefügten Zeichnung dargestellt. Sie umfaßt ein rechteckiges Aquarium 1, in dessen Flüssigkeit 2 ein Druckluftverteiler 3 eingetaucht ist. Umwälzung, Flotation und Reinigung der Flüssigkeit werden an einem Ende 3 des Aquariums in aneinandergrenzenden Abteilen 4, 5 und 6 gewährleistet, von denen das Abteil 4 einen Block 7 aus Polyesterschaum als mechanischer Filter enthält, der eine vertikal verlaufende Durchgangsbohrung umfaßt, in die eine vertikale Leitung 8 eingesetzt ist. In die Leitung 8 taucht ein Rohr 9 zur Zufuhr von Druckluft ein, das in einem nicht dargestellten Verteiler endet, um den Wiederaufstieg der durch den Block 7 aus Schaumstoff hindurchgeleiteten Flüssigkeit und die Ableitung dieser Flüssigkeit durch einen Krümmer 10 der Leitung 8 in das angrenzende Abteil 5 zu gewährleisten. Das Abteil 5 enthält mit grobem Korallensand vermischte Blähtongranulate, wobei das Ganze einen biologischen Filter 11 bildet.

Das Abteil 5 steht an seiner Unterseite über Öffnungen mit dem angrenzenden Abteil 6 in Verbindung, in das ein vertikales Rohr 12 eingeführt ist, an dessen Unterseite sich im Innern ein durch eine Leitung 14 mit Druckluft versorgter Luftverteiler 13 befindet, welcher den Wiederaufstieg des gereinigten Wassers und dessen Umwälzung im Aquarium 1 gewährleistet, in das es durch einen am oberen Teil des Rohres 12 vorgesehenen Krümmer 15 eingeleitet wird. Die Beleuchtung erfolgt durch zwei Neonröhren 16 mit einer Leistung von 65 W, die unter einem Deflektor 17 angeordnet sind.

Die Wassertempertur wird durch Klimatisierung des Raumes, in dem sich das Aquarium befindet, auf Werten zwischen 19ºC und 22.5ºC gehalten.

Eine Sterilisationsvorrichtung ist nicht vorgesehen, um die etwaige Einschleppung krankheitserregender Keime durch die verwendete Mutterlauge nicht zu verdecken.

Zu keiner Zeit während der Dauer der Prüfung wurde das im Becken enthaltene Wasser erneuert. Allein Süßwasser wurde einige Male nachgefüllt, um die Verdunstung des Wassers auszugleichen und eine zu starke Erhöhung des Salzgehalts zu vermeiden. Dieser wurde aus freien Stücken auf Werten zwischen 32 % und 34 %o gehalten.

Die Prüfung wurde unter Einsatz der folgenden Population durchgeführt:

- Fische:

- Dicentrarchus Iabrax (Seewolf) : 1

- Labrus merula (Labradormerlan) : 1

- Wirbellose:

- Echinaster sepositus (Roter Seestern) : 2

- Eunicella stricta (Weiße Meduse) : 1

- Eunicella cavolini (Gelbe Meduse) : 1

- Cerianthus membranaceus (Cerianthe) : 2

- Halocynthia papillosa (Rote Aszidie) : 2

- Spirographis spallanzani (Spirograph) : 1

- Spaerechinus granularis (Violetter Seeigel) : 1

- Abracia lixula (Schwarzer Seeigel) :

- Anemonia sulcata (Seeanemone) : 1

- Parazoanthus axinellae (Inkrustierende Gelbe Anemone) : 1 Kolonie

- Murex brandaris (Murex) : 1

- Algen:

- Codium tomemtosum (Codium) : 1 Strauß

- Caulerpa taxifolia (Caulerpa tropischer - Herkunft mit Möglichkeit der Akklimatisierung an temperiertes Wasser) : 5 Pflanzen

Aus dieser Population können bestimmte Arten als "robust" angesehen werden, d.h. sie bieten die Möglichkeit, sich den mit einem begrenzten Lebensraum verbundenen Änderungen anzupassen (wie beispielsweise der Meerwolf). Andere wiederum sind empfindlicher und weisen einen noch wenig entwickelten Stoffwechsel auf, so daß sie wesentlich höhere Ansprüche an die physikalisch-chemische Zusammensetzung des Wassers stellen (wie zum Beispiel Seeigel).

Eine überwiegende Mehrheit dieser Population wurde aus freien Stücken aus wirbellosen Tieren gebildet, die im Hinblick auf die physikalisch-chemische Zusammensetzung des Wassers als wirkliche Versuchstiere anzusehen sind. Die Fische als solche spielen eine wichtige und auch unterschiedliche Rolle. sie dienen als eventuelle Träger von erkennbaren pathologischen Symptomen und gestatten die Identifizierung von krankheitserregenden Keimen, die in der Mutterlauge enthalten sein können.

Die Prüfung erstreckte sich über den Zeitraum vom 24. Mai 1990 bis zum 19. Oktober 1990, d.h. insgesamt 5 Monate und 25 Tage.

Am 24. Mai 1990 wurde das desinfizierte und ausgespülte Aquarium durch Einfüllen von Süßwasser, das vorher auf die Dauer von 24 Stunden durch intensive Belüftung entchlort worden war, und die anschließende Zugabe der Mutterlauge und des Meersalzes in Betrieb genommen.

In das der biologischen Filterung dienende Abteil 5 wurde ein aktiviertes biologisches Mittel aus einem Vorrat entnommen, in dem nitrifizierende Bakterien durch regelmäßige Zugabe von Ammoniumchlorid kultiviert wurden wobei dieser Vorrat frei von krankheitserregenden Keimen war.

Der aus Korallensand und Blähtongranulaten gebildete mechanische Filter wurde ebenfalls in das Abteil 5 eingesetzt. Ein solcher Filter ist vorteilhaft zur Erhaltung eines erhöhten pH-Wertes (zwischen 8 und 8.3), zur Fixierung nützlicher Bakterien und zum Einsetzen von Wirbellosen oder Algen.

Die Fische wurden am 28. Mai 1990 und die Wirbellosen vom 29. bis 31. Mai 1990 in das Aquarium eingesetzt.

Mit der Entwicklung der physiologischen Parameter wurde erst am 17. August 1990 begonnen, zu welchem Zeitpunkt die Temperatur des Wassers aufgrund der Klimatisierung allein durch die Umgebung auf 23ºC gestiegen war. Ausgehend von dieser Wärmeschwelle konnten tatsächlich biologische Probleme bei den Wirbellosen auftreten, die zu hohe Temperaturen schlecht vertrugen, während die pathologischen Risiken bei den Fischen zu verzeichnen waren.

In der nachfolgenden Tabelle ist die Entwicklung der biologischen Parameter während dieses Zeitraums zusammengefaßt.

TABELLE
Zeitraum
bis Mai Juli August

Der Anteil der Nitrate, die aufgrund des Fehlens denitrifizierender Pflanzen und anaerober Bakterien kaum rezyklisiert worden waren, hatte sich allmählich erhöht, um bis zum 15. August 1990 einen Wert von etwa 70 ppm zu erreichen, der für Wirbellose eine tödliche Schwelle darstellt, oberhalb derer die ersten Störungen auftraten. Aufgrund dieser Tatsache wurde der Zeitraum zwischen dem 15. August und dem 17. Oktober 1990, während der die Todesrate der empfindlichsten Tiere angestiegen war, nicht berücksichtigt.

Die im Aquarium gehaltenen lebenden Organismen wurden je Woche auf folgende Weise ernährt:

- 5 Tage mit "gleichbleibender" Ernährung mit einer Fütterung je Tag (aufgetaute Krabben, Joels und ausgewachsene Artemias, nauplii d'artemia, Kabeljaueier und Plankton);

- 1 Tag mit strengem Fasten

- 1 Tag mit Ernährung durch Flocken auf Wurmbasis.

Die folgenden Beobachtungen wurden gemacht:

Am 31. Mai 1990 zeigten die Fische trotz ihrer während der Akklimatisierung typischen Ängstlichkeit 3 Tage nach ihrer Einsetzung ein normales Verhalten sowie ein normales Aussehen. Ihre Freßreflexe sind erhalten.

Die Wirbellosen befinden sich in einem ausreichend guten Allgemeinzustand: Spirographen häufig mit entwickelten Kontraststreifen, Fangarme von Medusen und Seeanemomen gut geordnet, Anemone und Gerianthe gut entwickelt. Ihre Ernähungsaktivität ist offensichtlich normal.

Die Seesterne legen ein normales Verhalten an den Tag.

Ein Seeigel (Abracia lixura) hatte jedoch einige Stacheln verloren, während die übrigen Stacheln herunterhingen. Der zweite Seeigel (Sphaerechinus granularis) zeigte ein normales Verhalten und begann mit seiner Tarnung, indem er sich mit dem Substrat entnommenem Material bedeckte.

Zwei Rote Aszidien waren vollständig verkümmert, wobei von einer eine orangefarbene schleimige Substanz abgesondert wurde.

Am 3. Juni 1990 zeigten die Fische ein gutes Verhalten und ein normales Aussehen sowie normale Freßgewohnheiten.

Bei den Wirbellosen waren die toten Aszidien am 1. Juni durch neue Tiere ersetzt worden, die ein sehr schönes Aussehen behielten.

Dern Seeigel, der Stacheln verloren hatte, schien es besser zu gehen.

Bei den anderen Wirbellosen waren der Zustand und das Verhalten zufriedenstellend, wobei sie sich normal bewegten, die Fangarme ausgefahren wurden usw.

Bei den Algen war ein normales Wachszum zu verzeichnen.

Ein Roter Seestern, der Anzeichen von Schwäche aufwies und in einem anderen Bassin völlig artfremde Positionen einnahm, wurde am 1. Juni in das Versuchsbecken eingesetzt. Hier schien er tatsächlich sein normales Aussehen zurückzugewinnen.

Am 3. Juli 1990 erschienen an der Unterseite und auf der Schale des Murex fadenförmige Grünalgen der Gattung Derbesia.

Ansonsten wurde ein guter Allgemeinzustand aller Tiere festgestellt.

Am 13. Juli 1990 zeigten sich an einem Seestern verkalkte Stellen und einige Einschnürungen im Bereich der Arme, wobei die anderen Tiere jedoch immer noch einen guten Allgemeinzustand aufwiesen.

Die fadenförmigen Grünalgen entwickelten sich vereinzelt am Grund des Aquariums.

Am 14. August 1990 wurden der Tod eines Schwarzen Seeigels, eine Degenerationserscheinung beim Parazoanthus axinellae und die Entartung der fadenförmigen Grünalge bemerkt.

Am 17. August 1990 waren die fadenförmigen Grünalgen praktisch verschwunden.

Im gesamten Verlauf des Versuchs wurden somit Degenerationserscheinungen sowie Entartungen und der Tod einiger Wirbelloser festgestellt. Dies kann auf mehrere Gründe zurückzuführen sein:

- eine Entnahme oder eine schwierige Quarantäne kann in der Regel der Ausgangspunkt für die Sterblichkeit bei den Wirbellosen sein;

- bestimmte Wirbellose finden in Gefangenschaft nur mit Schwierigkeiten eine Nahrungsquelle, die ihren natürlichen Ernährungseigenschaften entspricht ("Weidetiere" wie zum Beispiel Seeigel);

- andere Wirbellose bleiben äußerst empfindlich gegenüber einer selbst allmählichen Erwärmung des Wassers oder gegenüber Nitraten oder einem sonstigen Produkt, das durch die Zersetzung organischer Stoffe entsteht.

Der Salzgehalt schließlich ist als wesentlicher Parameter zu werten. Bestimmte bei Wirbellosen ußerlich erkennbare Störungen scheinen nachweislich zu Problemen der Osmoregulierung zu führen, wie dies häufig in verschiedenen Aussetzbecken festzustellen ist.

Die zur Wiederherstellung der Meerwasserzusammensetzung verwendeten Mengen an NaCl und Mutterlauge führen zu einem Gesamtsalzgehalt von fast 30 %o. Dieser Salzgehalt ist im Vergleich zu dern der natürlichen Umgebung als gering anzusehen, wobei bei den Seeigeln und den Roten Aszidien von Anfang an Anzeichen für physiologische Störungen erkennbar waren.

Die sich durch die Verdunstung ergebende Erhöhung des Salzgehalts auf Werte zwischen 32 und 34 %o hat eine günstige Wirkung auf diese beiden Arten von Wirbellosen, wobei die späteren Zugaben von Süßwasser erfolgten, um diese Werte zu halten.

Was die Algen angeht, so war eine erkennbare Vermehrung von Dunaliella nicht festzustellen, wobei sich im Verlauf des Versuchs eine fadenförmige Grünalge der Gattung Derbesia bildete.

Sie war offenkundig nicht durch den Besatz eingeschleust worden und zeigt sich nicht in den anderen verwendeten Quarantäne- oder Aussetzaquarien.

Das Auftreten dieser Alge könnte ihren Ursprung in der Sole haben, die Verbreitungsformen dieser Alge enthalten könnte. Hierfür konnte jedoch im Rahmen dieses Versuchs ein Nachweis nicht erbracht werden.

Trotz der Degeneration und bisweilen des Absterbens einiger Wirbelloser sind in bezug auf zwei Fischarten dennoch ein durchaus normales und gesundes Verhalten und Aussehen und in bezug auf die Mehrheit der Wirbellosen charakteristische Merkmale für gute Gesundheit festzustellen: einwandfreie Entwicklung der Fangarme bei Medusen, der Tentakel von Anemomen und Gerianthen, der Kontraststreifenbildung bei Spirographen, des Anschwellens von Aszidien und normales Freßverhalten.

Bei den Fischen waren keinerlei pathologische Symptome zu verzeichnen, obwohl eine Sterilisationsvorrichtung fehlte. Die untersuchte Mutterlauge schien durch keinerlei Krankheitserreger verunreinigt zu sein, welche die Bezeichnung pathogen verdienen.

Dieser Versuch beweist somit dank des erfindungsgemäß wiederhergestellten Meerwassers eine ausgezeichnete Reproduzierbarkeit der Eigenschaften von natürlichem Meerwasser.


Anspruch[de]

1. Verwendung von Mutterlaugen von Salinen zur Herstellung einer wieder hergestellten Meerwasserzusammensetzung.

2. Verwendung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch -außer der mutterlauge von Salinen - die Zugabe von marinem Natriumchlorid (Meersalz) in das Süßwasser.

3. Zusammenstzung von wieder hergestelltem Meerwasser, dadurch gekennzeichnet, daß es Mutterlaugen von Salinen enthält.

4. Zusammensetzung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie außerdem marines Natriumchlorid (Meersalz) enthält.

5. Zusammensetzung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie auf 100 I enthält:

- zwichen 0,5 und 3 I Mutterlauge von Salinen,

- zwichen 2800 und 3000 g marines Natriumchlorid (Meersalz),

- der Rest wird durch Süßwasser als Verdünnung gebildet.







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