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Dokumentenidentifikation DE19517101C1 05.12.1996
Titel Vorrichtung zum Entfernen von Abscheidegut aus einer überlaufenden Flüssigkeit
Anmelder Hans Huber GmbH Maschinen- und Anlagenbau, 92334 Berching, DE
Erfinder Kleinert, Horst, 91126 Schwabach, DE
Vertreter Rehberg und Kollegen, 37085 Göttingen
DE-Anmeldedatum 10.05.1995
DE-Aktenzeichen 19517101
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.12.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.12.1996
IPC-Hauptklasse E02B 5/08
IPC-Nebenklasse E03F 5/10   E03F 5/14   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zum Entfernen von Abscheidegut aus einer an einem Wehr (4) überlaufenden Flüssigkeit an Überlaufbecken, insbesondere an Regenauslässen und Regenüberlaufbecken, weist eine von der Flüssigkeit durchströmte Abscheidefläche (8), die eine horizontale, parallel zum Wehr (4) angeordnete Achse (10) und einen die Füllstandshöhe (12) überragenden Bereich aufweist, und eine Übernahmeeinheit zur Abnahme des an der Abscheidefläche (8) abgeschiedenen Abscheidegutes auf. Die Abscheidefläche (8) ist zylindermantelförmig ausgebildet und in Fließrichtung (2, 7) wenigstens teilweise unmittelbar vor dem Wehr (4) angeordnet. Die zylindermantelförmige Abscheidefläche (8) ist in ihrem oberen, die Füllstandshöhe (12) überragenden Bereich entgegen der Fließrichtung (2, 7) der an dem Wehr (4) überströmenden Flüssigkeit um die Achse (10) angetrieben. Die Übernahmeeinheit weist einen ortsfest angeordneten Abstreifer (14) auf, der unterhalb der Füllstandshöhe (12) im Becken (1) vorgesehen und relativ zur Abscheidefläche (8) angestellt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entfernen von Abscheidegut aus einer an einem Wehr überlaufenden Flüssigkeit an Überlaufbecken, insbesondere an Regenauslässen und Regenüberlaufbecken, mit einer von der Flüssigkeit durchströmten Abscheidefläche, die eine horizontale, parallel zum Wehr angeordnete Achse und einen die Füllstandshöhe überragenden Bereich aufweist, und mit einer Übernahmeeinheit zur Abnahme des an der Abscheidefläche abgeschiedenen Abscheidegutes Vorrichtungen der angegebenen Art werden dann benutzt, wenn große Wassermengen gesiebt werden sollen und es darauf ankommt, daß das Abscheidegut, meist in Form von schwimmfähigem Rechengut, aus der überlaufenden Flüssigkeit entfernt ist, so daß diese Flüssigkeit gesiebt abgegeben bzw. weitergeleitet werden kann. Es kommt dabei nicht so sehr darauf an, das Abscheidegut auch effektiv und endgültig aus der Flüssigkeit herauszuholen; es ist durchaus möglich, dafür zu sorgen, daß das Abscheidegut in dem Becken verbleibt und über eine Beckenentleerung weiterbehandelt bzw. dann entfernt wird.

Eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art ist aus der DE 42 37 123 C2 bekannt. Die Vorrichtung ist in Fließrichtung der an einem Wehr überlaufenden Flüssigkeit entweder auf dem Wehr oder nach dem Wehr angeordnet. Die Abscheidefläche besteht aus einer Siebwandung, die sich über einen Großteil des Umfangs eines Zylindermantels erstreckt, wobei der Zylindermantel an einer Umfangsstelle über seine Länge durchgehend offen gestaltet ist, so daß an dieser Stelle die Einströmung und insoweit auch die Zwangsdurchströmung der Abscheidefläche erfolgen können. Die Achse der Abscheidefläche ist horizontal liegend und damit parallel zu der Wehrkrone angeordnet. Es ist eine rotierend angetriebene Übernahmeeinheit vorgesehen, die zur Abnahme des an der Abscheidefläche abgeschiedenen Abscheidegutes dient. Die Abscheidefläche kann auch aus mehreren parallel zueinander angeordneten Rechenstäben bestehen, wobei als Übernahmeeinheit eine die Rechenstäbe durchdringende kammartige Harke vorgesehen ist. Die Übernahmeeinheit kann entweder selbst den seitlichen Abtransport des abgeschiedenen Gutes erbringen, oder es besteht die Möglichkeit, hier eine gesonderte Fördereinrichtung für das Abscheidegut vorzusehen. Diese bekannte Vorrichtung ist damit darauf gerichtet, nicht nur die an dem Wehr überlaufende Flüssigkeit zu sieben, sondern auch noch das Abscheidegut zu gewinnen. In manchen Einbausituationen eines großen Beckens, beispielsweise eines Rückhaltebeckens im innerstädtischen Bereich, ist das Becken mit einer Abdeckung versehen, also unterirdisch bei beengten Einbausituationen vorgesehen. Oft besteht auch gar nicht die Möglichkeit oder der Wunsch, das Abscheidegut an dieser Stelle zu gewinnen und aus dem Becken herauszuholen.

Aus der DE 40 37 884 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, die ebenfalls zur Siebung großer Wassermengen dient. Auch dabei ist eine ortsfest vorgesehene Abscheidefläche aus einzelnen Stäben gebildet, die sich über einen Umfang von etwa 90° erstrecken. Den Stäben ist eine umlaufend angetriebene Reinigungsharke zugeordnet, die durch die Zwischenräume der Stäbe hindurchgreift. Die an dem Wehr übertretende Flüssigkeit mit dem Abscheidegut wird auf die Außenseite der Stäbe aufgegeben. Es ist zusätzlich ein gegenüber den Stäben angestellter Abstreifer vorgesehen, der das Abscheidegut von der Reinigungsharke übernimmt. Bei entsprechender Belegung der Abscheidefläche besteht die Gefahr, daß die Flüssigkeit ungereinigt überströmt. Eine Rückführmöglichkeit für das abgeschiedene Abscheidegut in das Becken ist nicht vorgesehen.

Aus der DE 36 15 499 C2 ist eine Vorrichtung zum Entfernen von Abscheidegut bekannt, die einer Wasserkraftmaschine vorgeschaltet ist. Die Vorrichtung weist eine zylindermantelförmige Abscheidefläche auf, die unterhalb des Wasserspiegels angeordnet und durch das strömende Wasser in Fließrichtung um eine horizontal angeordnete Achse angetrieben ist. Ein Abstreifer greift von oben in Schlitze in der Abscheidefläche.

Es sind weiterhin maschinell gereinigte Hochleistungs-Siebrechen für Entlastungsbauwerke in der Mischkanalisation bekannt, bei denen als plane, ebene Flächen ausgebildete Abscheideflächen horizontal oder vertikal angeordnet sind und von der Flüssigkeit durchflossen werden. Die Reinigung dieser Abscheidefläche erfolgt über eine angetriebene Reinigungseinrichtung, die an der Abscheidefläche entlangfährt. Diese Vorrichtung zielt darauf ab, die abgeschiedenen Schwimmstoffe in dem Becken zu belassen und über eine Beckenentleerung weiter zu behandeln. Nachteilig hieran ist die aufwendige Führung der Reinigungseinrichtung sowie deren Antrieb. Außerdem arbeitet die Reinigungseinrichtung auf der Seite der Abscheidefläche, an der das Abscheidegut anfällt. Bei einer Überflutung der belegten Abscheidefläche bzw. bei einem Ausfall der Reinigungseinrichtung strömt die Flüssigkeit ungereinigt über.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art bereitzustellen, mit der an einem Wehr eines Beckens überströmende Flüssigkeit wirksam von Abscheidegut gereinigt werden kann, die einen einfachen, robusten Aufbau aufweist und bei der sichergestellt ist, daß das Abscheidegut im Becken zurückbleibt. Weiterhin sollen Überflutungssituationen, bei denen ungereinigte Flüssigkeit überströmt, vermieden werden.

Erfindungsgemäß wird dies bei einer Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art dadurch erreicht, daß die Abscheidefläche zylindermantelförmig ausgebildet und in Fließrichtung wenigstens teilweise unmittelbar vor dem Wehr angeordnet ist, daß die zylindermantelförmige Abscheidefläche in ihrem oberen, die Füllstandshöhe überragenden Bereich entgegen der Fließrichtung der an dem Wehr überströmenden Flüssigkeit um die Achse angetrieben ist und daß die Übernahmeeinheit einen ortsfest angeordneten Abstreifer aufweist, der unterhalb der Füllstandshöhe im Becken vorgesehen und relativ zur Abscheidefläche angestellt ist.

Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, die Abscheidefläche als durchgehenden Zylindermantel auszubilden, also eine Unterbrechungsstelle über den Umfang zu vermeiden, wodurch die Abscheidefläche selbst nicht nur erheblich stabiler wird, sondern auch einfacher herstellbar ist. Eine solche Abscheidefläche oder Abscheidetrommel wird nun nicht mehr - in Fließrichtung gesehen - nach dem Wehr angeordnet, sondern vor oder allenfalls auf diesem. Die zylindermantelförmige Abscheidefläche selbst wird angetrieben, und zwar entgegen der Fließrichtung der überströmenden Flüssigkeit, so daß die zylindermantelförmige Abscheidefläche das Abscheidegut mit ihrer äußeren Umfangsfläche erfaßt und von der Oberfläche des Beckens nach unten abwärts fördert und weitertransportiert. Als Übernahmeeinheit ist der angetriebenen Abscheidefläche ein ortsfest angeordneter Abstreifer zugeordnet, der im Becken ortsfest angeordnet ist und damit seine Abstreifwirkung dort erbringt, wo letztendlich das Abscheidegut abgelagert werden soll. Dies geschieht unterhalb der Füllstandshöhe im Becken, so daß das Abscheidegut tendenzmäßig nach unten gedrückt wird. Gleichzeitig ist durch die besondere Drehrichtung des Antriebes der Abscheidefläche sichergestellt, daß mit der Oberfläche der Flüssigkeit und damit mit dem Abscheidegut immer eine gerade von dem Abstreifer gereinigte Abscheidefläche in Berührung kommt. Insoweit wird eine Überströmung der Abscheidefläche vermieden. Das der Abscheidefläche zuströmende Wasser wird auch aus tieferen Schichten des Beckens kommen und sich ebenso wirkungsvoll an der Abscheidefläche ablagern und dann von dem Abstreifer gelöst werden. Das abgeschiedene Material kann dann im Becken absinken. Es findet damit eine Zwangsdurchströmung der Abscheidefläche statt. Die Flüssigkeit durchtritt - jedenfalls zum großen Teil - die Abscheidefläche einmal von außen nach innen in das Innere der Abscheidetrommel und dann ein zweites Mal von innen nach außen, wobei bei dieser zweiten Durchströmung bereits eine weitgehend gereinigte Flüssigkeit vorliegt.

Der ortsfeste Abstreifer kann im Becken derart angeordnet sein, daß er den Spalt zwischen der zylindermantelförmigen Abscheidefläche und dem Wehr abdeckt. Damit ist sichergestellt, daß keine ungereinigte Flüssigkeit durch den Spalt hindurchtreten kann. Auch der Abstreifer selbst kann insoweit Abscheidefunktion besitzen und von einem Teil der Flüssigkeit durchströmt werden. Die wesentliche Menge des Abscheidegutes wird sich jedoch an der rotierend angetriebenen Abscheidefläche ablagern.

Die zylindermantelförmige Abscheidefläche kann auf Abstand angeordnete Ringe oder ein gelochtes oder geschlitztes Siebblech aufweisen. Derartige Abscheideflächen lassen sich preisgünstig herstellen, wobei gleichzeitig durch die geschlossene Umfangsfläche eine hohe Stabilität erzielt wird.

Für den Fall, daß die zylindermantelförmige Abscheidefläche auf Abstand angeordnete Ringe aufweist, kann der Abstreifer in die Zwischenräume zwischen den Ringen eingreifend, insbesondere nach innen vorstehend, angestellt sein. Der Abstreifer reinigt damit nicht nur die äußere Umfangsfläche der Abscheidefläche, sondern auch die innere Umfangsfläche.

Der Abstreifer kann tiefer als die Wehrkrone an dem Wehr angeordnet sein. Er befindet sich damit an einer Stelle im Becken, an der die abgeschiedenen Schwimmstoffe nach unten im Becken absinkend geführt werden können.

Es ist aber auch möglich, daß der Abstreifer auf dem Wehr angeordnet ist und daß dem Abstreifer ein Strömungsabweisblech zugeordnet ist. Das Strömungsabweisblech kann auch bei anderen Ausbildungen des Abstreifers vorgesehen sein. Es sorgt dafür, daß die Schwimmstoffe, die abgeschieden werden sollen, vor dem Strömungsabweisblech aufschwimmen und in den Bereich der rotierend angetriebenen Abscheidefläche gelangen, während zwischen dem Strömungsabweisblech und dem Wehr ein Raum entsteht, in welchem das vom Abstreifer gelöste Abscheidegut in das Becken absinken kann.

Es kann eine Wehrkrone für das Wehr vorgesehen sein, die zum Wehr höheneinstellbar ausgebildet ist und den Abstreifer trägt. Eine solche Wehrkrone, die beispielsweise aus Edelstahl ausgebildet ist, erlaubt den Ausgleich von Bauunebenheiten und Toleranzen an dem Wehr und die genaue Ausrichtung des Abstreifers in horizontaler Richtung. Auch die entsprechende Ausrichtung der Abscheidefläche über eine solche Wehrkrone ist möglich. Der Abstreifer selbst kann auch höheneinstellbar an der Wehrkrone angeordnet sein.

Die zylindermantelförmige Abscheidefläche kann in Abschnitte unterteilt sein. Als Antrieb für die Abscheidefläche kann ein Motor sowie als Übertragungsmittel Zahnkränze eine Kette mit Kettenrad o. dgl. vorgesehen sein. Die Unterteilung der zylindermantelförmigen Abscheidefläche in Abschnitte ist sowohl in herstellungstechnischer Hinsicht als auch bezüglich einer Montage bei beengten Einbaubedingungen sinnvoll und vorteilhaft. Damit wird auch eine Montage durch enge Zugangsöffnungen an einem Becken, welches mit einem Deckel abgedeckt ist, möglich.

Oberhalb der zylindermantelförmigen Abscheidefläche kann ein zusätzlicher Rechenrost angeordnet sein. Ein solcher Rechenrost bietet sich insbesondere dann an, wenn trotz der Ausbildung der Vorrichtung Überlaufsituationen nicht vermieden werden können, z. B. bei großen Regenereignissen, wie sie nur selten vorkommen. Falls dann trotzdem eine Überflutung stattfindet, stellt der zusätzliche Rechenrost sicher, daß kein Abscheidegut über das Wehr übertritt. Der zusätzliche Rechenrost kann in Deckelbereich oberhalb des Wehres ortsfest vorgesehen sein.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, daß in Fließrichtung hinter dem Wehr eine schwenkbare Klappe zur Einstellung der Füllstandshöhe im Becken vorgesehen ist. Durch diese schwenkbare Klappe läßt sich die Füllstandshöhe im Becken einstellen bzw. die Höhe der Wehrkrone derart verändern, daß auf die überströmende Menge Einfluß genommen wird. Dies kann durchaus auch sinnvoll sein, um die ordnungsgemäße Funktion der Vorrichtung zu begünstigen bzw. zu gewährleisten.

Die Erfindung wird anhand einiger bevorzugter Ausführungsbeispiele weiter erläutert und beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 einen schematisierten Vertikalschnitt durch wesentliche Elemente der Vorrichtung in der Einbausituation,

Fig. 2 eine schematisierte Draufsicht auf die aus Ringen gebildete Abscheidefläche und

Fig. 3 eine ähnliche Darstellung wie Fig. 1, jedoch bei einer anderen Ausführungsform der Vorrichtung.

In Fig. 1 ist ein Becken 1 dargestellt, welches dazu ausgebildet und bestimmt ist, mit Abscheidegut beladene Flüssigkeit in Richtung eines Pfeils 2 einströmend aufzunehmen und zwischenzuspeichern. Solche Becken 1 können als unterirdische Becken angelegt sein und beispielsweise einen Deckel 3 aufweisen. Sie dienen insbesondere der Aufnahme von Flüssigkeit nach Regenereignissen und sind dazu bestimmt, die nachgeschaltete Kläranlage vor einer mengenmäßigen Überlastung zu schützen. Im Bereich einer Überfallstelle befindet sich ein Wehr 4 sowie daran anschließend ein Abfuhrkanal 5, wobei es darauf ankommt, nur gesiebte Flüssigkeit, also Wasser ohne Schwimmstoffe über das Wehr 4 in den Abfuhrkanal 5 übertreten zu lassen. Das Wehr 4 bildet mit seiner höchsten Stelle eine Wehrkante 6, über die die gesiebte Flüssigkeit gemäß Pfeil 7 überströmt.

In Fließrichtung der Flüssigkeit vor dem Wehr 4 ist eine Abscheidefläche 8 in Form eines durchbrochenen Zylindermantels 9 vorgesehen. Die Abscheidefläche 8 bzw. Abscheidetrommel weist eine horizontal ausgerichtete Achse 10 auf. Damit ist die Abscheidetrommel bzw. Abscheidefläche 4 in Fließrichtung gemäß den Pfeilen 2 und 7 vor dem Wehr 4 angeordnet. Die Abscheidefläche 8 wird rotierend angetrieben, und zwar entgegen dieser Fließrichtung und somit gemäß Pfeil 11. Die Füllstandshöhe 12 im Becken 1 richtet sich nach den Gegebenheiten, insbesondere nach den Zustrombedingungen der Flüssigkeit. Aus der Anordnung ist bereits erkennbar, daß die wesentliche Schmutzfracht zu Beginn eines Regenereignisses in das leere Becken 1 eingetragen wird und sich dieses Becken zunächst langsam füllt, bis überhaupt die Wehrkante 6 erreicht wird. Der Abscheidefläche 8, die hier aus Ringen 13 (Fig. 2) zusammengesetzt ist, welche auf Abstand angeordnet sind, ist ein Abstreifer 14 zugeordnet, der ortsfest im Bereich des Wehres 4, jedoch innerhalb des Beckens 1 angeordnet ist. Der Abstreifer 14 besteht aus einzelnen Zinken 15, die durch die Zwischenräume zwischen den Ringen 13 hindurchragen und damit in erster Linie eine Ablösefunktion für das an der äußeren Oberfläche der Abscheidefläche 8 abgeschiedene Abscheidegut bilden. Durch das Hindurchragen und nach innen vorstehen gegenüber den Ringen 13 reinigen die Zinken 15 aber auch zusätzlich noch die innere Oberfläche der Ringe 13 bzw. der Abscheidefläche 8. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß, bedingt durch die Drehrichtung gemäß Pfeil 11, im Bereich des Wasserspiegels, also der Füllstandshöhe 12, immer eine saubere, abgereinigte Abscheidefläche zur Verfügung steht und in die Flüssigkeit eintaucht. Durch die Fließbewegung der Flüssigkeit wird das Abscheidegut am äußeren Umfang der Abscheidefläche 8 abgelagert und in der fortgesetzten Drehbewegung in das Becken 1 hinein unter die Füllstandshöhe 12 gefördert und schließlich am Abstreifer 14 abgeschieden. Die Flüssigkeit durchströmt dabei den Innenraum 16 der Abscheidetrommel und fließt in dem der Wehrkante 6 zugekehrten rückwärtigen Bereich ein zweites Mal durch die Abscheidefläche 8, nämlich von innen nach außen. Dabei kann kleinformatiges Abscheidegut, welches von der Abscheidefläche 8 nicht erfaßt ist, durchtreten oder solches Abscheidegut, welches von dem Abstreifer 14 nicht erfaßt und abgelöst worden ist, zusätzlich von der Abscheidefläche 8 entfernt werden. Dieses Abscheidegut gelangt zwar in den Überlauf, stört dort jedoch relativ wenig, weil es die vorgesehene Abscheidegrenze erheblich unterschreitet. Es versteht sich, daß je nach Anwendungsfall der Abstand zwischen den Ringen 13 konstruktiv entsprechend gewählt werden muß. Am inneren Umfang der Abscheidefläche 8, also dem Innenraum 16 zugekehrt, können Versteifungsleisten 17 vorgesehen sein, die sich axial durchgehend in der dargestellten Weise erstrecken. Diese Versteifungsleisten 17 tragen zur Stabilität der Abscheidetrommel erheblich bei. Es versteht sich, daß die Abscheidetrommel mit der Abscheidefläche 8 in entsprechenden Lagern gelagert ist. Diese sind der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt. In Fig. 2 ist ein solches Lager 18 angedeutet. In diesem Bereich kann auch ein Motor 19 sowie entsprechende Übertragungsmittel vorgesehen sein, um die Abscheidetrommel mit der Abscheidefläche 8 gemäß Pfeil 11 anzutreiben.

Fig. 1 läßt erkennen, daß der Abstreifer 14 unterhalb der Füllstandshöhe 12 auf jeden Fall so positioniert ist, daß er nicht nur die Abscheidefläche 8 säubert, sondern auch zugleich den Spalt 20 zwischen der Abscheidetrommel und dem Wehr 4 abdeckt, so daß kein Abscheidegut an dieser Stelle an der Abscheidetrommel vorbeiströmen und überströmen kann. Im oberen Bereich der Abscheidetrommel, beispielsweise an dem Deckel 3 befestigt, kann ein zusätzlicher Rechenrost 21 vorgesehen sein, der ebenfalls aus Zinken besteht, die in die Zwischenräume zwischen den Ringen 13 einragen. Dieser Rechenrost ist für außergewöhnliche Regenereignisse vorgesehen, bei denen der Wasserspiegel schneller steigt, als ein Überfall erfolgen kann. Auch damit wird dann sichergestellt, daß sämtliches überströmende Wasser nur in gesiebter Form in den Abfuhrkanal 5 gelangt.

Fig. 2 läßt erkennen, daß die die Abscheidefläche 8 bildende Abscheidetrommel aus mehreren Abschnitten 22, 23 zusammengesetzt sein kann. Dies erleichtert einerseits die Herstellung und ermöglicht andererseits erst einen Einbau bei beengten Verhältnissen. Die einzelnen Ringe 13 können an Verbindungsstreben 24 aus Flachstahl angeschweißt und damit auf Abstand fixiert sein.

Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsmöglichkeit der Vorrichtung. Die auch hier zylindermantelförmig ausgebildete Abscheidefläche 8 ist hier im Bereich oberhalb des Wehres 4, also auf dem Wehr 4 angeordnet. Die Abscheidefläche 8 besteht hier aus einem Siebblech 25 in zylindrischer Form, welches geschlitzt oder gelocht ausgebildet ist. Auch hier sind die Dimensionen der Durchbrechungen auf den Anwendungsfall abgestimmt.

Auf dem Wehr 4 ist eine gesonderte Wehrkrone 26 angeordnet, die aus Edelstahl ausgebildet sein kann und mit der bauliche Unebenheiten des Wehres 4 ausgeglichen werden. Diese Wehrkrone 26 bildet mit ihrem höchsten Punkt die Wehrkante 6. Der Abstreifer 14, der hier gegen den Außenumfang der Abscheidetrommel angestellt ist, kann höhenverstellbar an der Wehrkrone 26 vorgesehen sein. Dem Abstreifer 14 vorgeordnet ist ein Strömungsabweisblech 27 im Becken 1 vorgesehen, so daß die ankommende Strömung gemäß der Pfeildarstellung auf die Abscheidefläche 8 geleitet wird. In dem Zwischenraum 28 zwischen dem Strömungsabweisblech 27 und dem Wehr 4 bzw. der Wehrkrone 26 entsteht ein strömungsmäßig beruhigter Raum, der dazu dient, das Absinken des von dem Abstreifer 14 an der Abscheidefläche 8 abgelösten Abscheidegutes gemäß Pfeil 29 zu begünstigen. Damit ist sichergestellt, daß das Abscheidegut in das Becken 1 zurücksinken kann und ein Aufstau an dem Abstreifer 14 vermieden wird. Die Wehrkrone 26 kann selbst höhenverstellbar oder höheneinstellbar an dem Wehr 4 angeordnet sein. Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine Klappe 30 an der Wehrkrone 26 schwenkbar in Richtung des Doppelpfeils 31 zu lagern, um je nach Einstellung die überströmende Menge zu regulieren und insoweit Einfluß auf die Füllstandshöhe 12 zu nehmen. Es versteht sich, daß eine solche Klappe 30 auch dann angeordnet werden kann, wenn, wie in Fig. 1 dargestellt, eine gesonderte Wehrkrone 26 an dem Wehr 4 fehlt.

Bezugszeichenliste

1 - Becken

2 - Pfeil

3 - Deckel

4 - Wehr

5 - Abfuhrkanal

6 - Wehrkante

7 - Pfeil

8 - Abscheidefläche

9 - Zylindermantel

10 - Achse

11 - Pfeil

12 - Füllstandshöhe

13 - Ring

14 - Abstreifer

15 - Zinken

16 - Innenraum

17 - Versteifungsleiste

18 - Lager

19 - Motor

20 - Spalt

21 - Rechenrost

22 - Abschnitt

23 - Abschnitt

24 - Verbindungsstrebe

25 - Siebblech

26 - Wehrkrone

27 - Strömungsabweisblech

28 - Zwischenraum

29 - Pfeil

30 - Klappe

31 - Doppelpfeil


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Entfernen von Abscheidegut aus einer an einem Wehr (4) überlaufenden Flüssigkeit an Überlaufbecken, insbesondere an Regenauslässen und Regenüberlaufbecken, mit einer von der Flüssigkeit durchströmten Abscheidefläche (8), die eine horizontale, parallel zum Wehr (4) angeordnete Achse (10) und einen die Füllstandshöhe (12) überragenden Bereich aufweist, und mit einer Übernahmeeinheit zur Abnahme des an der Abscheidefläche (8) abgeschiedenen Abscheidegutes, dadurch gekennzeichnet, daß die Abscheidefläche (8) zylindermantelförmig ausgebildet und in Fließrichtung (2, 7) wenigstens teilweise unmittelbar vor dem Wehr (4) angeordnet ist, daß die zylindermantelförmige Abscheidefläche (8) in ihrem oberen, die Füllstandshöhe (12) überragenden Bereich entgegen der Fließrichtung (2, 7) der an dem Wehr (4) überströmenden Flüssigkeit um die Achse (10) angetrieben ist und daß die Übernahmeeinheit einen ortsfest angeordneten Abstreifer (14) aufweist, der unterhalb der Füllstandshöhe (12) im Becken (1) vorgesehen und relativ zur Abscheidefläche (8) angestellt ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der ortsfeste Abstreifer (14) im Becken (1) derart angeordnet ist, daß er den Spalt (20) zwischen der zylindermantelförmigen Abscheidefläche (8) und dem Wehr (4) abdeckt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zylindermantelförmige Abscheidefläche (8) auf Abstand angeordnete Ringe (13) oder ein gelochtes oder geschlitztes Siebblech (25) aufweist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstreifer (14) in die Zwischenräume zwischen den Ringen (13) eingreifend, insbesondere nach innen vorstehend, angestellt ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstreifer (14) tiefer als die Wehrkante (6) an dem Wehr (4) angeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstreifer (14) auf dem Wehr (4) angeordnet ist und daß dem Abstreifer (14) ein Strömungsabweisblech (27) zugeordnet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Wehrkrone (26) für das Wehr (4) vorgesehen ist, die zum Wehr höheneinstellbar ausgebildet ist und den Abstreifer (14) trägt.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die zylindermantelförmige Abscheidefläche (8) in Abschnitte unterteilt ist und daß als Antrieb für die Abscheidefläche ein Motor (19) sowie als Übertragungsmittel Zahnkränze, eine Kette mit Kettenrad o. dgl. vorgesehen sind.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb der zylindermantelförmigen Abscheidefläche (8) ein zusätzlicher Rechenrost (21) angeordnet ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß in Fließrichtung (2, 7) hinter dem Wehr (4) eine schwenkbare Klappe (30) zur Einstellung der Füllstandshöhe (12) im Becken (1) vorgesehen ist.






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