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Dokumentenidentifikation DE19525725A1 16.01.1997
Titel Fensterscheibe mit Sichtschutz
Anmelder Bühler, Günther, 73733 Esslingen, DE
Erfinder Bühler, Günther, 73733 Esslingen, DE
Vertreter Patentanwälte Magenbauer, Reimold, Vetter & Abel, 73728 Esslingen
DE-Anmeldedatum 14.07.1995
DE-Aktenzeichen 19525725
Offenlegungstag 16.01.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.01.1997
IPC-Hauptklasse E06B 9/24
IPC-Nebenklasse B60J 3/00   B60R 25/00   B60R 25/10   G02F 1/133   
Zusammenfassung Es wird eine Fensterscheibe, insbesondere für Kraftfahrzeuge vorgeschlagen, die nach Art von Flüssigkristallzellen (LCD) ausgebildet ist. Hierdurch können die Fensterscheiben individuell abgedunkelt werden und es ist auch möglich, beim Verlassen des Fahrzeugs oder beim Einschalten einer Alarmanlage die Fensterscheiben automatisch in den undurchsichtigen Zustand zu schalten, so daß der Innenraum gegen Einblicke geschützt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fensterscheibe mit Sichtschutz, insbesondere eine Kraftfahrzeug-Fensterscheibe.

Insbesondere in Kraftfahrzeugen, jedoch beispielsweise auch in Erdgeschoßwohnungen oder anderen Wohnungen will man häufig unerwünschte Einblicke verhindern. Hierzu werden in bekannter Weise Vorhänge, Jalousien und Rolläden im Falle von Gebäudefenstern sowie Dunkelfolien und Rollos im Falle von Kraftfahrzeugen eingesetzt. Die Folien haben den Nachteil, daß sie sich kaum noch oder nur noch schwer entfernen lassen, so daß sie ständig montiert bleiben müssen, wodurch in nachteiliger Weise eine ständige Verdunkelung vorliegt. Vorhänge und Rollos verkleinern den Innenraum und sind insbesondere in Kraftfahrzeugen umständlich bedienbar. Darüber hinaus muß Vorsorge getroffen werden, daß sie sich beispielsweise in Kurvenfahrten nicht von den Fensterscheiben abheben und dadurch die Sicherheit beeinträchtigen.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen verbesserten Sichtschutz für Fensterscheiben zu schaffen, durch den bei diesen die Durchsicht schnell und einfach hergestellt oder verhindert werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Fensterscheibe nach Art von Flüssigkristallzellen (LCD) ausgebildet ist.

Flüssigkristallzellen sind als sogenannte LCD-Displays bekannt und können in Abhängigkeit einer angelegten Spannung ganz oder in Teilbereichen dunkel (undurchsichtig) oder hell (durchsichtig) geschaltet werden. Dies wird gewöhnlich zur Darstellung von Schriftzeichen bzw. Zahlen eines Displays verwendet, wobei die Schriftzeichen oder Zahlen hell auf dunklem Untergrund oder umgekehrt dargestellt werden. Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung der Fensterscheiben kann die gesamte Fläche entsprechend durchsichtig bzw. undurchsichtig geschaltet werden. Auch Zwischenstufen sind möglich, d. h. in bestimmten Zwischenstufen kann eine Abdunklung erreicht werden, wobei die Durchsichtigkeit immer noch weitgehend erhalten bleibt. Das Umschalten von durchsichtig auf undurchsichtig erfolgt schnell und einfach beispielsweise durch einen elektrischen Schalter bzw. bei einer kontinuierlichen Abdunklung oder Aufhellung durch ein Potentiometer oder dergleichen. Da der Stromverbrauch solcher Flüssigkristallzellen sehr gering ist, können die gewünschten Zustände auch bei Batteriebetrieb lange aufrechterhalten werden. Als besonderer Vorteil ist noch festzuhalten, daß die Gestalt der Scheibe von der herkömmlicher Scheiben kaum abweicht und keinerlei den Innenraum beispielsweise eines Fahrzeugs beeinträchtigende zusätzliche Elemente erforderlich sind.

Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Fensterscheibe möglich.

Im einfachsten Falle besteht die Fensterscheibe aus wenigstens einer flächigen Flüssigkristallzelle, wobei die Scheibe selbstverständlich auch aus mehreren kleineren Flüssigkristallzellen bestehen kann, die insgesamt die Gesamtfläche abdecken. Diese Lösung kann sich nicht zuletzt aus Kostengründen bei sehr großen Scheiben anbieten.

Da die Fensterscheibe ohnehin als Flüssigkristallzelle ausgebildet ist, kann in vorteilhafter Weise ein Bereich der Fensterscheibe als Display für eine Identifikation, insbesondere eine Eigentümeridentifikation ausgebildet sein, um den Diebstahlschutz zu verbessern. Eine solche Identifikation kann praktisch nicht mehr entfernt werden.

Zweckmäßigerweise ist eine elektrische oder elektronische Steuerung für die wenigstens eine Flüssigkristallzelle dieser Fensterscheibe sowie vorzugsweise weiterer entsprechend ausgebildeter Fensterscheiben vorgesehen. Insbesondere weist dabei in Kraftfahrzeugen diese elektronische Steuerung Mittel zum Steuern der wenigstens einen Flüssigkristallzelle in eine undurchsichtigen Zustand beim Verlassen oder Abschließen des Kraftfahrzeugs oder beim Einschalten einer Alarmanlage auf. Hierdurch wird bei parkenden bzw. abgestellten Kraftfahrzeugen ein Einblick ins Innere verhindert, so daß sich ein potentieller Einbrecher nicht vergewissern kann, ob sich ein Einbruch oder Aufbruch lohnt. Darüber hinaus weiß er dann nicht, was ihn im Fahrzeuginnern erwartet und ob das Fahrzeug überhaupt vom Fahrer verlassen ist. Vorzugsweise werden die Flüssigkristallzellen der Fensterscheiben gemeinsam beim Scharfschalten der Alarmanlage verdunkelt.

In Verbindung mit Alarmanlagen werden vorzugsweise auch Flüssigkristallzellen verwendet, die im stromlosen Zustand undurchsichtig sind, so daß auch bei einer möglichen Stromunterbrechung kein Einblick ins Innere eines solchen Kraftfahrzeugs möglich ist.

Vorteilhaft ist auch eine individuelle Schaltvorrichtung zur Vorgabe des durchsichtigen bis undurchsichtigen Zustands bei einer Fensterscheibe, so daß beispielsweise während der Fahrt eine bestimmte Fensterscheibe, durch die das Sonnenlicht störend einfällt, abgedunkelt werden kann. Dies kann vollständig oder teilweise geschehen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung einer als Flüssigkristallzelle ausgebildeten Kraftfahrzeug- Fensterscheibe, die durch eine ebenfalls schematisch dargestellte Alarmanlage steuerbar ist.

Bei dem in der einzigen Figur dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Fensterscheibe 10 eines Kraftfahrzeugs als Flüssigkristallzelle (LCD) ausgebildet. Bei einer Flüssigkristallzelle wird der zwischen kristalliner und flüssiger Phase liegende Zwischenzustand (Mesophase) ausgenutzt, um Zonen fadenförmiger (nämatischer) Moleküle ("flüssige Kristalle") in einem elektrischen Feld definiert so zu beeinflussen, daß sich deren Lichtbrechung im Vergleich zum Umfeld ändert. Eine dünne (transparente) Schicht nämatischer Flüssigkristalle befindet sich dabei zwischen zwei durchsichtigen leitenden Platten. Wird nun ein elektrisches Feld angelegt, so erfahren die Kristalle eine Turbulenz, die eine Trübung der Schicht zur Folge hat und die auftreffendes Licht diffus macht oder reflektiert. Hierdurch kann die Flüssigkristallzelle durchsichtig oder undurchsichtig gemacht werden, wobei beliebige Zwischenzustände möglich sind. Die Fensterscheibe 10 kann dabei durch eine einzige Flüssigkristallzelle gebildet sein oder aus einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Flüssigkristallzellen, die insgesamt die gesamte Fläche ausfüllen.

Die Fensterscheibe 10 ist mit einer an sich bekannten Alarmanlage 11 eines Kraftfahrzeugs elektrisch verbunden. Dieser Alarmanlage 11 werden Einbruchmeldesignale 12 zugeführt, z. B. Signale von Glasbruchmeldern, Türschaltern, Bewegungsmeldern oder Niveausensoren. Die Alarmanlage 11 besitzt weiterhin einen Schalter 13 zum Ein- oder Ausschalten der Alarmanlage. Dieser kann als Schlüsselschalter oder ferngesteuerter Schalter ausgebildet sein.

Wird die Alarmanlage 11 über den Schalter 13 ein- bzw. scharfgeschaltet, so wird automatisch an die Fensterscheibe 10 eine Spannung angelegt, durch die diese Fensterscheibe 10 undurchsichtig wird. Die übrigen Fensterscheiben eines solchen Kraftfahrzeugs werden selbstverständlich in entsprechender Weise angesteuert. Auf diese Weise wird einem potentiellen Einbrecher das Einsehen des Innenraums verwehrt. Nach dem Ausschalten der Alarmanlage 11 gelangt die Fensterscheibe 10 wieder automatisch in ihren vorherigen durchsichtigen Zustand.

Es können nun prinzipiell Flüssigkristallzellen verwendet werden, die im spannungslosen Zustand durchsichtig und bei Anlegen einer Spannung undurchsichtig werden oder umgekehrt. Im Falle einer Verbindung mit einer Alarmanlage 11 eignen sich vor allem Flüssigkristallzellen, die im spannungslosen Zustand undurchsichtig sind, damit die Fensterscheibe 10 nicht bei einer Unterbrechung der Stromzufuhr wieder durchsichtig wird. Prinzipiell ist jedoch auch die andere Version einsetzbar.

Ein zusätzlicher Schalter 14 an der Alarmanlage 11 gestattet ein direktes Umschalten zwischen den Zuständen der Fensterscheibe 10, so daß diese auch unabhängig vom Schaltzustand der Alarmanlage 11 durchsichtig oder undurchsichtig gemacht werden kann. Hierdurch können einzelne Fensterscheiben 10 gezielt abgedunkelt werden, um beispielsweise eine unerwünschte Sonneneinstrahlung abzuschirmen. Der Schalter 14 kann hierfür auch als Mehrfachschalter ausgebildet sein, um individuell die einzelnen Fensterscheiben abzudunkeln bzw. undurchsichtig machen zu können. Ein solcher Schalter 14 bzw. eine Schalteranordnung kann auch vorgesehen sein, wenn keine Alarmanlage 11 im Kraftfahrzeug vorhanden ist.

Die Fensterscheibe 10 ist an einer Stelle des Randbereichs als Display 15 für eine Identifikation beispielsweise des Eigentümers ausgebildet. Hier kann beispielsweise der Name und die Adresse des Eigentümers wiedergegeben werden. Hierzu können die Schriftzeichen beispielsweise bei durchsichtiger Fensterscheibe dunkel sein. Wird die Fensterscheibe 10 selbst abgedunkelt, so kann entweder die Identifikation verschwinden oder sie wird invertiert, so daß sie wiederum sichtbar ist.

Es ist auch möglich anstelle der beiden Grenzzustände durchsichtig/undurchsichtig Zwischenstufen einzuschalten, bei denen die Fensterscheibe zwar etwas abgedunkelt, jedoch immer noch durchsichtig ist. Dies kann beispielsweise über einen Stufenschalter, ein Potentiometer oder dergleichen erfolgen. Ein solches Bauteil könnte anstelle des Schalters 14 treten.

Die Alarmanlage 11 kann beispielsweise im Motorsteuerteil eines Kraftfahrzeugs integriert sein und eine steuerbare I²C- Bus-Matrix aufweisen.

Die Erfindung ist jedoch nicht nur auf die Anwendung in Kraftfahrzeugen beschränkt, vielmehr können alle Arten von Fensterscheiben, Sonnenschutzscheiben, Abdunklungsscheiben oder dergleichen entsprechend als Flüssigkristallzellen ausgebildet sein. In Räumen kann so beispielsweise in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung ein individuell anpaßbarer Sonnenschutz bzw. eine individuell anpaßbare Sonnenabschirmung erreicht werden, ohne daß mechanisch bewegte Teile, wie Vorhänge, Jalousien, Rollos, Rolläden oder dergleichen erforderlich wären.

Als Flüssigkristallzellen ausgebildete Fensterscheiben können selbstverständlich auch in verschiedenen Farbtönungen ausgeführt sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Fensterscheibe mit Sichtschutz, insbesondere Kraftfahrzeug-Fensterscheibe, dadurch gekennzeichnet, daß die Fensterscheibe (10) nach Art von Flüssigkristallzellen (LCD) ausgebildet ist.
  2. 2. Fensterscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus wenigstens einer flächigen Flüssigkristallzelle besteht.
  3. 3. Fensterscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bereich der Fensterscheibe (10) als Display (15) für eine Identifikation, insbesondere eine Eigentümeridentifikation, ausgebildet ist.
  4. 4. Fensterscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine elektrische oder elektronische Steuerung (11) für die wenigstens eine Flüssigkristallzelle dieser Fensterscheibe (10) sowie vorzugsweise weiterer entsprechend ausgebildeter Fensterscheiben vorgesehen ist.
  5. 5. Fensterscheibe für Kraftfahrzeuge nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die elektronische Steuerung (11) Mittel zum Steuern der wenigstens einen Flüssigkristallzelle in einen undurchsichtigen Zustand beim Verlassen oder Abschließen des Kraftfahrzeugs oder beim Einschalten einer Alarmanlage aufweist.
  6. 6. Fensterscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Flüssigkristallzelle im stromlosen Zustand undurchsichtig ist.
  7. 7. Fensterscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine individuelle Schaltvorrichtung (14) zur Vorgabe des durchsichtigen bis undurchsichtigen Zustands.
  8. 8. Fensterscheibe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltvorrichtung zur kontinuierlichen Einstellung zwischen dem durchsichtigen und dem undurchsichtigen Zustand ausgebildet ist.






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