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Dokumentenidentifikation DE19529055A1 30.01.1997
Titel Adapter für Prothesen
Anmelder Weihermüller & Voigtmann GmbH & Co KG, 95448 Bayreuth, DE
Vertreter Voigt, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 90409 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 29.07.1995
DE-Aktenzeichen 19529055
Offenlegungstag 30.01.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.01.1997
IPC-Hauptklasse A61F 2/76
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Adapter für Prothesen, der eine genau justierbare und dokumentierbare Einstellung erlaubt, indem die Zuordnung zweier Verstellebenen (10, 11) mittels zweier Stellschrauben (16) erfolgt und die jeweilige Einstellung an einer Skaleneinteilung abgelesen wird (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Adapter für Prothesen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

Auf Gebieten der Medizin werden Prothesen verwendet. Nicht unproblematisch ist dabei die Anpassung und genaue Justierung von Prothesen, die an die Stelle verlorengegangener Gliedmaßen treten. Dies trifft insbesondere für Oberschenkel- und Unterschenkel-Prothesen zu. Bereits geringfügige Abweichungen aus der gewohnten Position und Richtung des Kräfteverlaufs werden vom Prothesenträger als äußerst unangenehm empfunden. Solche Abweichungen stellen sich aber häufig erst nach Anlegen der Prothese heraus. Die sich daraus ergebenden Nacharbeiten sind einerseits äußerst kostspielig und zum anderen wegen der vorgegebenen Umfeldbedingungen letztendlich unbefriedigend.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen stufenlos einstellbaren Adapter zu schaffen, mit dessen Hilfe eine Positionierung und Feinjustierung der vorhandenen Prothese sowohl beim erstmaligen Anlegen als auch bei im Laufe des Gebrauchs gewünschten Änderungen möglich ist.

Die Lösung erfolgt mit Hilfe des Anspruchs 1.

Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungsfiguren beispielsweise erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Prothesen-Adapter,

Fig. 2a eine Detaildarstellung der unteren bzw. oberen Schwalbenschwanzführung des Adapters in der Draufsicht.

Fig. 2b eine zugehörige Seitenansicht der Schwalbenschwanzführung,

Fig. 2c eine andere Seitenansicht der Schwalbenschwanzführung mit Skaleneinteilung auf dem abgeflachten Teil.

Fig. 3a eine Draufsicht auf das Zwischenstück zwischen den beiden Schwalbenschwanzführungen,

Fig. 3b und 3c zugehörige Seitenansichten des Zwischenstücks,

Fig. 3d eine Seitenansicht des kreiszylindrischen Kupplungsstücks sowie

Fig. 4 den grundsätzlichen Aufbau eines Elements zur Richtungsänderung zusätzlich zur Änderung des Auflagepunktes gemäß Fig. 1 bis 3.

In Fig. 1 ist ein Prothesen-Adapter dargestellt, der aus zwei sich kreuzenden Verstellebenen 10 und 11aufgebaut ist. Jede einzelne Verstellebene 10, 11 besteht aus einer vorzugsweise kreisrunden Platte mit Schwalbenschwanzführung 13. Die beiden Verstellebenen 10, 11 greifen mit ihrer Schwalbenschwanzführungen 13 in ein entsprechendes Gegenprofil eines gemeinsamen Zwischenstücks 20 ein.

Die beiden Verstellebenen 10, 11 sind grundsätzlich gleichförmig aufgebaut.

In den Schwalbenschwanzführungen 13 sind jeweils Langlöcher 14 vorgesehen, die einerseits der Führung und andererseits der Bewegungsbegrenzung eines Kupplungsstücks 15 dienen. Im Zwischenstück 20 ist eine Bohrung 19 zur Aufnahme des Kupplungsstücks 15 derart vorgesehen, daß eine Relativbewegung desselben in der Ebene des Zwischenstücks 20 ausgeschlossen ist.

Das Kupplungsstück durchgreift gleichzeitig die übereinanderliegenden Langlöcher der Verstellebenen 10 bzw. 11. In der Mitte der jeweiligen Langlöcher 14 der Schwalbenschwanzführungen 13 sind in Längsrichtung Stellschrauben 16 mit Gewinde vorhanden, die mit einem entsprechenden Gewinde im Kupplungsstück 15 zusammenarbeiten. Bei Betätigung der Stellschrauben 16 wird das Kupplungsstück 15 relativ zur jeweiligen Verstellebene 10 bzw. 11 verstellt und über dieses Kupplungsstück 15 dann auch die kreuzende Verstellebene 11 bzw. 10 in der einen oder anderen Richtung bewegt.

Da das Kupplungsstück 15 sowohl in der ersten Verstellebene 10 als auch in der zweiten Verstellebene 11 mit entsprechenden Gewindebohrungen versehen ist, wird es in jeweils unterschiedlichen Höhen von beiden Stellschrauben 16 durchsetzt und kann somit auch sowohl in Richtung der ersten Stellschraube 16 als auch in Richtung der zweiten Stellschraube 16 jeweils vorwärts oder rückwärts bewegt werden. Damit werden die Positionen der Verstellebene 10 bzw. 11 unter Zwischenschaltung des Kupplungsstücks 15 in beiden Richtung positionier- und justierbar. Sofern die beiden Verstellrichtungen senkrecht zueinander verlaufen. Kann das Kupplungsstück in einer vorgegebenen Fläche praktisch innerhalb eines Koordinatenkreuzes beliebig bewegt und jede Position innerhalb der Fläche durch Koordinaten exakt bezeichnet werden. Ist nun der eine Teil der Prothese mit der einen Verstellebene 10 und der andere Teil der Prothese mit der anderen Verstellebene 11 fest verbunden, so können die beiden Teile der Prothese innerhalb der vorgegebenen Fläche des Koordinatenkreuzes relativ zueinander verstellt werden.

Kommt ein solcher Adapter beispielsweise bei einer Oberschenkel-Prothese zum Einsatz, so kann die Anordnung des Oberschenkelschaftes in Relation zum unteren Teil der Prothese soweit nach vorn bzw. hinten oder nach links und rechts verstellt werden, bis der Prothesenträger das Gefühl einer optimalen Zuordnung hat.

Die im Grundriß vorzugsweise runden Teile einer Verstellebene 10 bzw. 11, die relativ zueinander bewegt werden können, weisen seitlich parallel zur Verstellrichtung verlaufende Abflachungen 17 derart auf, daß die Abflachungen 17 beider Teile einer Verstellebene 10 bzw. 11 in diesem Bereich eine durchgehende Fläche darstellen.

Es ist von Vorteil, die abgeflachten Abschnitte bzw. Abflachungen 17 mit einer skalierten Teilung zu versehen (Fig. 2c) und somit für den Nutzer bzw. den Justierenden objektive und dokumentierbare Einstellungen zu ermöglichen. Für eine Feineinstellung kann auch ein Nonius, wie er von Schiebelehren her bekannt ist, zur Anwendung kommen.

Die Skalierung kann auch zur justierbaren und dokumentierbaren Verlagerung des Kniedrehpunktes in Bezug auf die Belastungslinie dienen. Da der Sicherheitsfaktor bei Kniegelenken durch einen Verschiebebereich von ca. 10 bis 15 mm variabel zu gestalten ist, hat der Techniker mit diesem System die Möglichkeit, die Kniesicherheit zu justieren und ggfs. auch zu dokumentieren. Dies ist insbesondere im Hinblick auf etwaige Schadenersatzansprüche vor erheblicher Bedeutung.

Hat der Prothesenträger nach einer bestimmter Nutzungsdauer der Prothese beispielsweise das Gefühl, daß der Auflagepunkt ein wenig nach vorn verlegt werden sollte, so kann die Einstellung um ein, zwei oder auch mehrere Teilstriche der Skalierung verändert und die Wirkung dieser Veränderung im täglichen Gebrauch beurteilt werden. Bei Bedarf wäre dann die Verstellung möglicherweise um eine oder mehrere Einheiten zusätzlich zu herstellen oder aber auch zurückzuführen.

Während mit Hilfe der beiden Verstellebenen des Adapters der relative Auflagepunkt der beiden Prothesenteile zueinander verändert werden kann, ermöglicht ein auf der oberer und/oder unteren Ebene angeordneter zusätzlicher Adapter eine Veränderung der Richtung des mit ihm verbundenen Prothesenteils. Dies kann beispielsweise über ein in beliebiger Stellung arretierbares Kugelgelenk bekannter Bauart erfolgen. Es kann aber auch ein kegelstumpf- oder pyramidenstumpfartiger Teil in eine entsprechende zugeordnete Aufnahmeöffnung eingreifen, wobei durch ein entsprechendes Gegenstück sichergestellt wird, daß ein solches Element sich nicht aus der Aufnahmeöffnung lösen kann.

Zweckmäßigerweise übergreift zu diesem Zweck ein nach unten offenes kastenförmiges 25 Gebilde einen auf dem Kopf stehenden Kegel- bzw. Pyramidenstumpf 26 (Fig. 4). Die Außenwände dies kastenförmigen Gebildes 25 sind von derart schräg verlaufenden Halte- bzw. Fixierschrauben 27 durchdrungen, daß diese Schrauben im wesentlichen senkrecht auf die Außenflächen des Kegel- bzw. Pyramidenstumpfes 26 auftreffen. Das kastenförmige Gebilde 25 stützt sich auf einem Teil einer Kugeloberfläche 28 ab, so daß es bei gelösten Halte- bzw. Fixierschrauben 27 bequem in jede beliebige Stellung gebracht werden kann. In dieser Position wird es dann durch die Fixierschrauben 27 gehalten. Die Verstellebenen bestehen im wesentlichen aus kreisrunden Platten, die eine ausreichende Zahl von Senklöchern 18 bzw. Gewindelöchern 21 aufweisen und zur Aufnahme von Schraubenköpfen bzw. Halteschrauben dienen, mit deren Hilfe die entsprechenden Teile des Adapters mit den zugeordneten Prothesenteilen verbunden werden.

Die Bewegungsfunktionen für die Verstellebenen 10 bzw. 11 werden nachfolgend im einzelnen erläutert.

Durch Betätigen der in Fig. 1 dargestellten Stellschraube 16 in der Verstellebene 11 wird über die Gewindeverbindung mit dem Kupplungsstück 15 eine relativ Verschiebung zwischen eben diesem Kupplungsstück 15 und der Stellebene 11 erreicht. Da das Kupplungsstück 15 gleichzeitig das Langloch 14 der Verstellebene 10 durchgreift wird zwangsläufig auch die Verstellebene 10 relativ zur Verstellebene 11 bewegt.

Ganz entsprechendes gilt selbstverständlich auch im umgekehrten Fall bei einer Betätigung der Stellschraube 16 der Verstellebene 10.

Das Ausmaß der Verstellung kann an den Skaleneinteilungen der Abflachungen 17 abgelesen werden. In Fig. 2a wird die Verstellebene 11 im Detail dargestellt. Die im wesentlichen kreisrunde Verstellebene 11 weist eine Schwalbenschwanzführung 13 sowie ein Langloch 14 auf. Senklöcher 18 dienen der Aufnahme der Köpfe von Befestigungsschrauben, die der Verbindung der Verstellebene 11 mit dem jeweiligen Teil der Prothese dienen. In Fig. 2b wird die Verstellebene 11 mit Schwalbenschwanzführung 13 in einer Seitenansicht dargestellt.

Fig. 2c zeigt eine Seitenansicht des abgeflachten Teils bzw. der Abflachung 17 der Verstellebene 11 mit Skaleneinteilung. Das Gegenstück am Zwischenstück 20 weist eine korrespondierene Bezugslinie bzw. einen Nonius auf, deren Position zur Skaleneinteilung auf dem anderen Teil (auf den Abflachungen der Verstellebenen 10 bzw. 11) ablesbar und dokumentierbar sind.

Selbstverständlich können Bezugslinie bzw. Nonius einerseits und Skaleneinteilung andererseits auch auf dem jeweils anderen Teil angeordnet werden.

Die Verbindung zwischen den beiden Verstellebenen wird durch ein Zwischenstück 20 gemäß Fig. 3a hergestellt. Dieses Zwischenstück 20 weist an seiner Ober- und seiner Unterseite Aufnahmen für die Schwalbenschwanzführungen (entsprechende Gegenprofile) auf, wie sie in den Fig. 3b und 3c prinzipiell dargestellt sind.

Im Kreuzungsmittelpunkt der beiden Schwalbenschwanzführungen weist das Zwischenstück 20 eine kreisrunde Bohrung 19 auf, innerhalb der das kreiszylindrische Kupplungsstück 15 mit entsprechender Passung aufkommen wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Adapter für Prothesen, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Verstellebenen (10, 11) mit sich kreuzenden Verstellrichtungen vorhanden sind, wobei jede Verstellebene (10, 11) eine Schwalbenschwanzführung (13) und je ein innerhalb der Schwalbenschwanzführung liegendes Langloch (14) aufweist und sich in Hauptrichtung des Langlochs (14) der Schwalbenschwanzführung (13) jeweils eine Stellschraube (16) in Längsrichtung erstreckt, die ihrerseits mit einem gemeinsamen Kupplungsstück (15), das über beide Verstellebenen (10, 11) reicht, in Schraubverbindung steht, wobei das Kupplungsstück (15) durch Rotation der Stellschraube (16) relativ bewegbar ist und wobei zwischen den beiden Verstellebenen (10, 11 ) ein Zwischenstück (20) mit Gegenführungen zu den Schwalbenschwanzführungen (13) und einer kreisrunden Bohrung (19) im Kreuzungsbereich der Langlöcher (14) der Verstellebenen (10 bzw. 11) zur paßgerechten Aufnahme des Kupplungsstücks (15) mit der Funktion eines Fixpunktes vorhanden ist und wobei schließlich mit Hilfe des Kupplungsstücks (15) bei der Relativverstellung des Kupplungsstücks (15) innerhalb der einen Verstellebene (10 bzw. 11) die ebenfalls vom Kupplungsstück (15) durchsetzte weitere Verstellebene (11 bzw. 10) relativ zur jeweils anderen Verstellebene bewegbar ist.
  2. 2. Adapter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich Verstellrichtungen unter einem rechten Winkel kreuzen.
  3. 3. Adapter nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Verstellebenen (10, 11) einen grundsätzlich kreisrunden Grundriß aufweisen.
  4. 4. Adapter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die kreisrunden Umfangsflächen der beiden Teile einer Verstellebene (10 bzw. 11) Abflachungen (17) derart aufweisen, daß sie an den entsprechenden Stellen der Umfangsflächen eine durchgehende Ebene mit den zugehörigen Abflachungen (17) des Zwischenstücks (20) bilden.
  5. 5. Adapter nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die relativ zueinander bewegbaren Flächen bzw. Abflachungen (17) einer Verstellebene (10, 11) eine Skaleneinteilung aufweisen.






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