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Dokumentenidentifikation DE69212816T2 27.02.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0572469
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Räumen von Schlamm aus einem Fischzuchtbecken
Anmelder Viikki, Paavo Antero, Kuusa, FI
Erfinder Viikki, Paavo Antero, Kuusa, FI
Vertreter Patentanwälte Dr. Solf & Zapf, 81543 München
DE-Aktenzeichen 69212816
Vertragsstaaten DE, DK, FR, IT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 14.02.1992
EP-Aktenzeichen 929049112
WO-Anmeldetag 14.02.1992
PCT-Aktenzeichen FI9200041
WO-Veröffentlichungsnummer 9214357
WO-Veröffentlichungsdatum 03.09.1992
EP-Offenlegungsdatum 08.12.1993
EP date of grant 14.08.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.02.1997
IPC-Hauptklasse A01K 63/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Fischfarmweiher-Schlammbeseitigungssystem, bestehend aus einem Netzsack, unterhalb von welchem sich ein Sammelkonus und ein Sammeltank befinden. Ein derartiges System ist beispielsweise aus der SE-B-449 155 bekannt. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Beseitigen von Schlamm aus einem Fischfarmweiher unter Verwendung eines derartigen Fischfarmweiher-Schlammbeseitigungssystems.

Der Fischfarmbetrieb läuft in zu diesem Zweck ausgelegten Netzsäcken ab, die an Bojen aufgehängt sind. Typischerweise befinden sich im selben Fischfarmweiher mehrere Netzsäcke. Fischfutter wird von oben in die Netzsäcke geworfen und beginnt, zum Boden abzusinken. Die Fische fressen den größten Teil des Futters, wobei lediglich eine kleine Menge zum Boden absinkt. Ein großes Problem wird durch die Fischexkremente gebildet, die auf den Boden sinken, wenn sie nicht vorher gesammelt werden. Sowohl das Fischfutter wie die Exkremente lösen sich teilweise im Wasser auf, weshalb solche bekannten Verfahren, bei denen der Boden des Fischweihers in regelmäßigen Zwischenräumen ausgebaggert wird, nicht vorteilhaft sind, und zwar aufgrund der übermäßigen Zeitverzögerung

Um die Belastung der Umwelt zu verringern, sind Systeme entwikkelt worden, bei denen Sammelkonen unter den Netzsäcken angeordnet sind und der Schlamm von ihnen in einen Sammeltank geführt wird. Ein Austragrohr erstreckt sich von jedem der Sammeltanks, durch das der Tankschlamm durch eine Pumpe zu einem Schlammweiher oder einem anderen Vorratsbehälter gesaugt wird. In der Praxis haben diese Systeme aus den folgenden Gründen nicht zufriedenstellend gearbeitet: als erstes wird die Saugwirkung nicht gleichmäßig verteilt, in welchem Fall ein Teil des Tanks nahezu ohne Saugwirkung verbleibt; als zweites wird dem Schlamm während der Entfernung bzw. dem Austrag Wasser zugesetzt, wenn er weiter verdünnt wird, und drittens treten in dem Rohrnetzwerk Verstopfungen auf, die den Betrieb des Systems vollständig verhindern.

Die Aufgabe dieser Erfindung besteht darin, einen neuartigen Typ eines wirksamen und zuverlässigen Fischfarmweiher-Schlammbeseitigungssystems und ein Verfahren zum Entfernen von Schlamm aus einem Fischfarmweiher unter Verwendung eines Fischfarmweiher-Schlammbeseitigungssystems ohne die vorstehend genannten Nachteile und Probleme zu schaffen.

Die Aufgabe wird durch ein Fischfarmweiher-Schlammbeseitigungssystem nach Anspruch 1 und durch ein Verfahren zum Entfernen von Schlamm aus einem Fischfarmweiher entsprechend Anspruch 5 gelöst. Unter Verwendung hohen Drucks zum Leeren des Weihers kann die Druckdifferenz beträchtlich größer sein als bei der Verwendung von Vakuum bzw. unter Druck. Als zweites ist Luft ein höchst vorteilhaftes Druckmedium, in welchem Fall die zu entfernende Wassermenge auf das Volumen der Sammeltanks begrenzt werden kann.

Weitere Vorteile und Anwendungsformen der Erfindung ergeben sich in Verbindung mit den nachfolgend erläuterten Anwendungsbeispielen.

Im folgenden wird die Erfindung in Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen erläutert, die verschiedene Anwendungsformen der Erfindung zeigen.

Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht des Schlammbeseitigungssystems für einen Fischfarmweiher.

Fig. 2 zeigt einen Sammeltank mit seinen Ventilen.

Fig. 3 zeigt ein verbessertes System.

Ein Fischfarmweiher enthält mehrere Netzsäcke 5 für die Fische. Unter diesen sind Sammeltanks 8 angeordnet, die den Schlamm zu einem Sammeltank 3 leiten. Auf der Oberfläche des Grunds befindet sich ein Drucktank 2, der durch einen Kompressor 1 angetrieben und vollständig mit komprimierter Luft gefüllt ist, um das Leeren bzw. Austragen durchzuführen. Eine Zuführleitung 6 verläuft vom Drucktank 2 zum ersten Sammeltank 3, der mit dem folgenden Tank 3 verbunden ist. Die Tanks 3 sind miteinander verbunden, und der letzte Tank ist mit der Ausgangs- bzw. Austragleitung 6b verbunden, die den zu beseitigenden Schlamm zu einem Schlammbeiseitigungsweiher oder einem -tank leitet. Eine Steuerleitung 7, mittels welcher die Betätigungsvorrichtungen des Tanks 3 gesteuert werden, ist außerdem vom Drucktank 2 weggeführt. Die Leitungen 6 und 7 weisen Ventile 4a, 4b, 4c auf, mittels welcher das Leeren gesteuert wird.

Am ersten Ventil 4b wird die Steuerleitung 7 geöffnet, wenn die Betätigungsvorrichtungen die Konen 8 der Sammeltanks 3 schließen. Daraufhin kann das Ventil 4a der Zuführleitung 6 geöffnet werden, wenn komprimierte Luft in der Lage ist, die Tanks 3 sequentiell bzw. nacheinander zu leeren. Nach dem Leeren wird das Leerventil 4c der Steuerleitung 7 geöffnet, wenn die Steuerleitung vom Druck entlastet wird, und wenn die Ventile der Tanks 3 offen sind.

In der Praxis reicht es aus, wenn die Tanks 3 einmal am Tag geleert werden, obwohl die Fische während dieser Periode viermal gefüttert werden. Das Wasser ist nicht in der Lage, einen merklichen Schlammanteil aufzulösen, noch ist die biologische Zersetzung des Schlamms tatsächlich in Gang gesetzt worden.

Eine detailliertere Darstellung des Sammeltanks 3 ist in Fig. 2 gezeigt. Der Sammelkonus 8 führt den Schlamm durch die Verbindung 10 zu dem Sammeltank 3. Das Ventil 12 ist in der Verbindung 10 angeordnet und wird durch eine pneumatische Betätigungsvorrichtung 11 betätigt. Die pneumatische Betätigungsvorrichtung 11 besteht aus einem durch eine Rückstellfeder belasteten Kolben, zu einer Seite von welchem von der Steuerleitung 7 komprimierte Luft geführt wird. Die Figur zeigt die Position des Ventils mit einer durchbrochenen Linie, wenn komprimierte Luft der Betätigungsvorrichtung zugeführt wird. Die Feder führt das Ventil 12 in die offene Stellung zurück.

Das Eingangsrohr 6a der Eingangsleitung 6 ist mit dem oberen Teil des Tanks 3 verbunden, und ein Ausgangsrohr 6b ist mit dem unteren Teil des Tanks verbunden.

Fig. 3 zeigt das System in seiner vorteilhaftesten Ausgestaltung. Die Figur ist in dem Ausmaß schematisch, als die Größe der Netzsäcke 5 selbstverständlich relativ viel größer als die Tanks 3 ist, als in der Figur gezeigt. Die Größe der Tanks beträgt vorliegend lediglich etwa 30 Liter, während die Netzsäcke eine Bodenfläche von 3 m x 3 m oder sogar 10 m x 10 m haben können.

Das System gemäß der Erfindung ermöglicht es, einen einzigen Sammeltank 3 von mehreren Sammelkonen 14 aus zu befüllen, die durch das Rohr 9 mit dem Sammeltank 3 vor dem Ventil 12 verbunden sind, wie in Fig. 3 gezeigt. Zusätzlich dazu sind die Sammeltanks in Reihe geschaltet, wie vorstehend erläutert, in welchem Fall das gesamte Beiseitigen von Schlamm aus den Fischfangteichen durch ein einziges System stattfindet. Vorliegend sind die Sammeltanks miteinander durch eine Zwischenleitung 6' verbunden, und der Eingang 6a ist mit dem ersten Sammeltank 3 verbunden, und das Ausgangsrohr 6b ist mit dem letzten Sammeltank verbunden. Hier sind ebenfalls die Betätigungsvorrichtungen 11 der Ventile 12 mit der Steuerleitung 7 verbunden. Ebenfalls findet hier sowohl die Steuerung der Betätigungsvorrichtungen wie das Beseitigen des Schlamms pneumatisch statt.


Anspruch[de]

1. Fischfarmweiher-Schlammbeseitigungssystem, bestehend aus einem Netzsack (5), unterhalb von welchem sich ein Sammelkonus (8) und ein Sammeltank (3) befinden, der mit einer Zwischeneintragverbindung (10) mit dem unteren Ende des Sammelkonus (8) verbunden ist, und aus einer Austragleitung (6B), die mit dem unteren Teil des Sammeltanks (3) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Sammeltank (3) mit einer Eintragleitung (6A) yerbunden ist, und die Zwischeneintragverbindung (10) ein Ventil (12) ausweist, das mit einer Betätigungsvorrichtung (11) versehen ist, die ihrerseits mit einer Steuerleitung (7) verbunden ist, die dazu ausgelegt ist, ein Druckmedium aufzunehmen, um die Betätigungsvorrichtung (11) zu veranlassen, das Ventil (12) zu schließen.

2. Schlammbeseitigungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungsvorrichtung (11) pneumatisch ist und das System eine Steuerleitung (7) aufweist, um Druckluft zur Betätigungsvorrichtung (11) zuzuführen.

3. Schlammbeseitigungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das System mehrere Sammelkonen (14) aufweist, die mit demselben Sammeltank (3) mittels Verbindungsrohren (9) verbunden sind.

4. Schlammbeseitigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das System mehrere aufeinanderfolgende Sammeltanks (3) aufweist, zwischen denen eine Zwischenleitung (6') vorhanden ist, die mit dem unteren Teil des vorausgehenden Sammeltanks und mit dem oberen Teil des nachfolgenden Sammeltanks (3) verbunden ist, wobei der erste Tank mit der Eintragleitung (6A) für das Druckmedium und dem letzten Tank zur Austragleitung (68) verbunden ist.

5. Verfahren zur Schlammbeseitigung aus einem Fischfarmweiher unter Verwendung des Systems nach Anspruch 1, bei dem der Schlamm von einem Netzsack (5) durch einen Sammelkonus (8) zu einem Sammeltank (3) über eine Zwischeneintragverbindung (10) geführt wird, wobei der Schlamm aus dem Sammeltank (3) zu einer Austragleitung (68) ausgetragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischeneintragverbindung (10) während des Austragens des Schlamms geschlossen ist, und ein Druckmedium zum Sammeltank (3) über eine Eintragleitung (6A) geführt wird, um den Schlamm vom unteren Teil des Sammeltanks (3) über die Austragleitung (6A) auszutragen.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß Luft als das Druckmedium verwendet wird.

Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlamm und das Druckmedium durch zwei oder mehr aufeinanderfolgende Sammeltanks (3) zu der Austragleitung (6B) geführt werden.







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