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Dokumentenidentifikation DE19533004A1 13.03.1997
Titel Rechen zur Reinigung von strömendem Prozeß- und/oder Abwasser
Anmelder Maschinenfabrik Hellmut Geiger GmbH & Co KG, 76185 Karlsruhe, DE
Erfinder Wisniewski, Rolf, 85386 Eching, DE
Vertreter Pfeifer, H., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 76137 Karlsruhe
DE-Anmeldedatum 07.09.1995
DE-Aktenzeichen 19533004
Offenlegungstag 13.03.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.03.1997
IPC-Hauptklasse E02B 5/08
IPC-Nebenklasse E03F 5/14   
Zusammenfassung Ein Rechen zur Reinigung von strömenden Prozeß- und/oder Abwässern, welcher eine Mehrzahl von parallelliegenden Rechenstäben aufweist, soll so ausgebildet werden, daß eine Anpassung der Spaltöffnungen an unterschiedliche Zulaufwassermengen möglich ist. Das Kennzeichnende der Erfindung wird darin gesehen, daß die Spaltweite des Rechens in Abhängigkeit von der Zulaufwassermenge veränderbar ist (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rechen zur Reinigung von strömendem Prozeß- und/oder Abwasser.

Derartige aus einem Rechenrostteil oder aus zwei bzw. mehreren in Strömungsrichtung hintereinanderliegenden Rechenrostteilen bestehende Rechen, sind zur Reinigung von strömendem Wasser in vielen Ausführungsformen bekannt.

Eine zweireihige Ausbildung ist beispielsweise in der DE 37 15 020 A1 vorbeschrieben.

Da sich an den Rechenstäben beim Betrieb des Rechens Abscheidegut anlagert, ist nach entsprechender Betriebszeit eine Reinigung der Rechenrostteile von diesem abgeschiedenen Rechengut erforderlich. Hierzu werden spezielle Rechenreiniger verwendet, wie sie u. a. in der DE- PS 16 58 096 und in der DE 26 47 539 C2 dargestellt sind.

Eine andere gleichfalls vorbekannte Reinigungsmöglichkeit für einen zweireihigen Rechen besteht darin, einen vorderen Rechenrostteil feststehend und einen zwischen die Spaltöffnungen dieses feststehenden Rechenrostteils eingreifenden bewegbaren Rechenrostteil vorzusehen. Durch den Bewegungsvorgang des bewegbaren Rechenrostteils können die zwischen den Rechenstäben des feststehenden Rechenrostteils und des bewegbaren Rechenrostteils gebildeten Spaltöffnungen bei Bedarf gereinigt werden.

Bei stark schwankendem Wasserzulauf zum Rechen besteht die Gefahr, daß bei steigendem Wasserzulauf ein Rechenrostteil mit fest vorgegebenen Spaltweiten seiner Rechenstäbe ein zu hohes Strömungshindernis bildet und überflutet wird bzw. daß das Wasser über den Notumlauf abgegeben werden muß. Dadurch gelangt abscheidepflichtiges Abscheidegut aus der Zulaufströmung des Rechens in die Ablaufströmung.

Die Erfindung geht von der Aufgabenstellung aus, einen Rechen, insbesondere einen Feinrechen zur Reinigung von strömendem Prozeß- und/oder Abwasser so auszubilden, daß eine Anpassung an unterschiedliche Zulaufwassermengen ermöglicht und eine Überflutung des Rechens bzw. ein Anspringen des Notumlaufs verhindert werden kann.

Das Kennzeichnende der Erfindung ist darin zu sehen, daß die Spaltweite des Rechens in Abhängigkeit von der Zulaufwassermenge veränderbar ist. Durch die Veränderung der Spaltweite in Abhängigkeit von der Zulaufwassermenge wird kontinuierlich oder stufenweise eine der Wassermenge angepaßte Spaltweite des Rechens erreicht und dadurch ein unerwünschtes Ansteigen des Wasserspiegels vor dem Rechen verhindert. Die Steuerung in Abhängigkeit von der Zulaufwassermenge kann von Hand oder bevorzugt selbsttätig durch einen Strömungsmengensensor erfolgen. Ein solcher Strömungsmengensensor kann beispielsweise als Meßvorrichtung zur Messung des Wasserstandes auf der Zuströmseite des Rechenrostes oder in sonstiger Weise zur Zulaufmengenmessung ausgebildet sein, die beim Überschreiten einer bestimmten Höhe des Wasserstandes die Spaltweite des Rechens entsprechend vergrößert.

Bei einem Rechen, welcher aus einem feststehenden Rechenrostteil und einem zwischen den Spaltöffnungen des feststehenden Rechenrostteils eingreifenden bewegbaren Rechenrostteil besteht, bei dem ferner die Rechenstäbe des feststehenden und des bewegbaren Rechenrostteils jeweils gleiche oder auch verschiedene Spaltweiten aufweisen, kann es zur Veränderung der Spaltweite zweckmäßig sein, daß der bewegbare Rechenrostteil gegenüber dem feststehenden Rechenrostteil derart versetzbar ist, daß eine veränderbare Spaltweite einstellbar ist. Eine vorteilhafte Möglichkeit hierzu kann darin bestehen, den bewegbaren Rechenrostteil beim Bedarf größerer Spaltweite aus dem Eingriff zwischen die Rechenstäbe des feststehenden Rechenrostteils herauszulösen und dadurch die wirksame Spaltweite des Rechens auf den Abstand der Rechenstäbe des feststehenden Rechenrostteils anzuheben.

Eine besonders zweckmäßige Ausbildung kann hierzu vorsehen, daß der Rechenrostteil gegenüber dem feststehenden Rechenrostteil derart seitlich verschiebbar ist, daß die Rechenstäbe des feststehenden Rechenteils und die Rechenstäbe des in Strömungsrichtung hinter dem feststehenden Rechenrostteil liegenden bewegbaren Rechenrostteils fluchten.

Eine solche Ausbildung erscheint besonders dann vorteilhaft, wenn der bewegbare Rechenrostteil beim Eingriff zwischen die Rechenstäbe des feststehenden Rechenrostteils in einer Translationsbewegung zur Reinigung der Rechenrostteile antreibbar ist. In diesem Fall ist es lediglich erforderlich, zusätzlich zu dem Bewegungsantrieb für die Translationsbewegung durch einen seitlichen Verschiebeantrieb den bewegbaren Rechenrostteil gegenüber dem feststehenden Rechenrostteil derart zu verschieben, daß die Rechenstäbe der beiden Rechenrostteile in der Stellung "voller Durchlaß" fluchtend bzw. nahezu fluchtend hintereinanderliegen.

Mit einer solchen Anordnung ist eine Feinsiebung von Prozeß- und Abwasser bis zu 2 oder 3 mm Spaltweite möglich. Bei zweckmäßigen Ausführungsformen kann die Spaltweite des feststehenden Rechenrostteils und die Spaltweite des bewegbaren Rechenrostteils jeweils unterhalb von 15 mm liegen.

Ein zusätzlicher Vorteil kann in bekannter Weise dadurch erreicht werden, daß der feststehende Rechenrostteil in Strömungsrichtung geneigt ist. Diese Neigung des feststehenden Rechenrostteils und damit auch des zwischen seine Rechenstäbe eingreifenden bewegbaren Rechenrostteils steigert die Abscheidewirkung und erlaubt eine effiziente Rechenreinigung.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung schematisch dargestellt; es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines aus einem feststehenden Rechenrostteil und einem in diesen eingreifenden bewegbaren Rechenrostteil aufgebauten Rechens,

Fig. 2 eine Vorderansicht des Rechens nach Fig. 1 in Strömungsrichtung betrachtet,

Fig. 3 eine Ansicht eines Rechens nach Fig. 1 und 2 in normaler Gebrauchslage,

Fig. 4 einen Rechen nach Fig. 1 und 2 mit zur Reinigung der Spaltöffnungen vorgeschobenem bewegbaren Rechenrostteil,

Fig. 5 einen aus dem Eingriff in den feststehenden Rechenrostteil zurückgezogenen bewegbaren Rechenrostteil,

Fig. 6 die volle Durchlaßstellung des Rechens mit seitlich versetzten, hintereinanderliegenden, fluchtenden Rechenstäben der Rechenrostteile,

Fig. 7 einen Eingriff eines Kammblechs zwischen die Rechenstäbe des feststehenden Rechenrostteils.

In den Fig. 1 und 2 erkennt man einen Rechen, welcher aus einem auf der Gewässersole aufsitzenden, in Strömungsrichtung geneigten, feststehenden Rechenrostteil 1 und einem in diesen eingreifenden bewegbaren Rechenrostteil 2 zusammengesetzt ist. Der bewegbare Rechenrostteil 2 ist durch ein rotierbares Antriebsgestänge 3 in einer Translationsbewegung in dauernder Parallellage zum Rechenrostteil 1 mit veränderbarer Eindringtiefe antreibbar. Durch diese Translationsbewegung lassen sich die Spaltöffnungen zwischen den Rechenrostteilen vom Abscheidegut reinigen. Die Rechenstäbe der Rechenrostteile 1, 2 weisen dabei jeweils gleiche Abstände auf.

Wie aus Fig. 2 ersichtlich, wird die wirksame Spaltweite des Rechens durch den Abstand der Rechenstäbe des feststehenden und des bewegbaren Rechenrostteils 1, 2 bestimmt.

Die Fig. 3 und 4 stellen Zwischenlagen der Translationsbewegung dar.

Bei dem Betriebszustand nach Fig. 5 ist der bewegbare Rechenrostteil 2 aus den Spaltöffnungen des feststehenden Rechenrostteils 1 zurückgezogen. Es kann nunmehr durch eine Parallelverschiebung nach rechts, wie in Fig. 6 dargestellt, eine fluchtende Lage der Rechenstäbe eingestellt werden. Fig. 7 erläutert die Reinigungsmöglichkeit durch Eingriff eines Kammblechs 4 bei der Umschaltung auf vergrößerte Spaltöffnung.


Anspruch[de]
  1. 1. Rechen zur Reinigung von strömendem Prozeß- und/oder Abwasser, welcher eine Mehrzahl von parallelliegenden Rechenstäben aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Spaltweite des Rechens in Abhängigkeit von der Zulaufwassermenge veränderbar ist.
  2. 2. Rechen bestehend aus einem feststehenden Rechenteil und einem zwischen die Spaltöffnungen des feststehenden Rechenrostteils eingreifenden bewegbaren Rechenrostteil, wobei die Rechenstäbe des feststehenden und des bewegbaren Rechenrostteils jeweils gleiche oder unterschiedliche Spaltweiten aufweisen, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegbare Rechenrostteil (2) gegenüber dem feststehenden Rechenrostteil (1) derart versetzbar ist, daß eine veränderte Spaltweite des Rechens einstellbar ist.
  3. 3. Rechen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegbare Rechenrostteil (2) gegenüber dem feststehenden Rechenrostteil (1) derart seitlich verschiebbar ist, daß die Rechenstäbe des feststehenden Rechenrostteils (1) und die Rechenstäbe des in Strömungsrichtung hinter dem feststehenden Rechenrostteil (1) liegenden, bewegbaren Rechenrostteils (2) fluchten.
  4. 4. Rechen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Spaltweite des feststehenden Rechenrostteils (1) und die Spaltweite des bewegbaren Rechenrostteils (2) unterhalb von 15 mm liegt.
  5. 5. Rechen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der feststehende Rechenrostteil (1) und der bewegbare Rechenrostteil (2) in Strömungsrichtung geneigt sind.
  6. 6. Rechen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegbare Rechenrostteil (2) beim Eingriff zwischen die Rechenstäbe des feststehenden Rechenrostteils (1) in einer Translationsbewegung zur Reinigung der Rechenrostteile (1, 2) antreibbar ist.






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