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Dokumentenidentifikation DE4432084C2 26.06.1997
Titel Verfahren und Werkzeug zum Aus- und Einbauen eines Walzringes
Anmelder Kocks Technik GmbH & Co, 40721 Hilden, DE
Erfinder Regenberg, Wolfgang, Dipl.-Ing., 47803 Krefeld, DE
DE-Anmeldedatum 09.09.1994
DE-Aktenzeichen 4432084
Offenlegungstag 14.03.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.06.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.06.1997
IPC-Hauptklasse B21B 31/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Werkzeug zum Aus- und Einbauen eines zwischen zwei Flanschen einer geteilten Tragwelle mittels Zuganker unter axialer Vorspannung gehaltenen Walzringes eines Walzgerüstes gemäß den Merkmalen in den Oberbegriffen der Patentansprüchen 1 und 2.

Bei bestimmten Walzgerüsten, insbesondere bei solchen zum Walzen von Stäben oder Draht, sind die Walzringe stirnseitig jeweils zwischen zwei Flanschen einer geteilten Tragwelle eingespannt, indem die beiden Tragwellenteile und damit deren Flansche von einem im Achsenbereich angeordneten Zuganker zusammengepreßt werden. Der Zuganker steht dabei unter einer hohen Vorspannung in axialer Richtung, damit der Walzring von den Tragwellenteilen zuverlässig gehalten und das antreibende Drehmoment ohne Relativbewegung zwischen Tragwelle und Walzring übertragen wird. Ist ein solcher Walzring verschlissen oder wird eine andere Kaliberöffnung benötigt, muß der Walzring ausgewechselt werden. Die DE 26 39 543 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Festspannen und Lösen eines solchen Walzringes, jedoch bei einer fliegenden Lagerung.

Bei einem anderen bekannten, jedoch nicht druckschriftlich veröffentlichten Verfahren, das auch für beidseitig gelagerte Walzringe geeignet ist, wird zunächst auf das dem Walzring abgekehrte Tragwellenende ein erstes Werkzeug aufgesetzt, das in seinem Inneren eine Gewindehülse aufweist, die von Hand auf das aus dem Tragwellenende vorragende Zugankerende aufgeschraubt werden muß. Dieses erste Werkzeug ist als hydraulischer Arbeitszylinder ausgebildet, der sich einerseits an der Stirnfläche des Tragwellenendes abstützt und andererseits an einem Absatz der Gewindehülse angreift. Bei einer Beaufschlagung mit Druckmittel zieht das Werkzeug über die Gewindehülse am Zugankerende und erhöht damit zunächst dessen Vorspannung. Dabei wird aber auch die Spannmutter des Zugankers entlastet, die sich jetzt durch Drehen von Hand mit einem Dorn lösen läßt. Danach wird der Druckmitteldruck des aufgesetzten ersten Werkzeuges beseitigt und damit der Zuganker bei gelöster Spannmutter von jeglicher Vorspannung entlastet. Das aufgesetzte erste Werkzeug wird dann abgenommen und ein zweites Werkzeug auf das Tragwellenende aufgeschraubt und dabei mit diesem in Längsrichtung gekuppelt. Im Gegensatz zu dem ersten Werkzeug besitzt das zweite Werkzeug anstelle der Gewindehülse einen Druckbolzen, dessen Stirnfläche gegen die Stirnfläche des Zugankerendes drückt, wenn das zweite Werkzeug mit Druckmitteldruck beaufschlagt wird. Bei immer noch gelöster Spannmutter läßt sich der Zuganker in axialer Richtung verschieben und mit dieser Schubbewegung lassen sich die Flansche der geteilten Tragwelle von den Stirnflächen des Walzringes ablösen, wonach auch das zweite Werkzeug vom Tragwellenende abgeschraubt wird. Obwohl nun die Flansche der Tragwelle vom Walzring abgelöst sind, läßt sich der Walzring noch nicht in radialer Richtung entfernen, was der Zuganker verhindert, welcher noch durch die Innenbohrung des Walzringes hindurchragt. Mit einem dritten Werkzeug, welches wiederum an dem dem Walzring abgekehrten Zugankerende angreift, muß der Zuganker nun durch Drehen aus jenem Tragwellenteil herausgeschraubt werden, welches auf der gegenüberliegenden Seite des Walzringes angeordnet ist. Erst dann läßt sich, gegebenenfalls mit einem vierten Werkzeug, am freien Zugankerende ziehen und damit das andere vorher eingeschraubte Zugankerende aus der Innenbohrung des Walzringes herausziehen, so daß dieser in radialer Richtung aus dem Spaltraum zwischen den Flanschen herausgenommen werden kann. Das Einbauen des neuen Walzringes erfolgt in entsprechender Weise jedoch in umgekehrter Reihenfolge.

Dieses bekannte Verfahren zum Ein- und Ausbauen der Walzringe ist relativ aufwendig, weil es mehrere verschiedene Werkzeuge erfordert und umfangreiche manuelle Arbeiten notwendig macht, die insbesondere durch das mehrfache An- und Abbauen der verschiedenen Werkzeuge an bzw. von dem Tragwellen- bzw. Zugankerende verursacht werden. Das bekannte Verfahren ist für die Bedienungsmannschaft umständlich und zeitraubend.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein Werkzeug zur Durchführung dieses Verfahrens zu schaffen, das einfacher und schneller in der Handhabung ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Aufheben und Aufbringen der Zugankervorspannung, das Aus- und Einschrauben sowie axiale Verschieben des Zugankers und das Ablösen und Andrücken des Walzringes von den bzw. gegen die Flansche mit demselben Werkzeug während nur einer Aufspannung desselben durchgeführt wird. Damit entfällt das mehrfache Montieren und Demontieren mehrerer verschiedener Werkzeuge auf bzw. von dem Tragwellenende oder Zugankerende. Folglich wird auch ein großer Teil an manuell er anstrengender Arbeit für das Bedienungspersonal eingespart und der damit verbundene Zeitaufwand. Der Walzringwechsel erfolgt somit schneller und die Ausfallzeit des Walzgerüstes wird bedeutend kürzer, was insbesondere bei einem häufigen Wechsel des Fertigquerschnittes des Walzgutes und damit der Walzringe von Vorteil ist.

Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Werkzeug zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei auch dieses Werkzeug auf einem Tragwellenende aufsetzbar und mit dem dortigen Zugankerende kuppelbar sein soll. Erfindungsgemäß kennzeichnet sich dieses Werkzeug dadurch, daß es sowohl mit dem Tragwellenende als auch mit dem Zugankerende fest in beide Längsrichtungen kuppelbar ist und eine in beide Drehrichtungen motorisch antreibbare, in den Längsrichtungen mittels Druckmitteldruck verschiebbare Gewindehülse zum Kuppeln mit dem Zugankerende besitzt. Das feste Kuppeln des Werkzeuges sowohl mit dem Tragwellenende als auch mit dem Zuganker ende ermöglicht jede Relativbewegung in Längs- und Drehrichtung zwischen der Tragwelle und dem Zuganker, wie dies beim Ein- und Ausbauen des Walzringes erforderlich ist. Eine in beide Drehrichtungen motorisch antreibbare Gewindehülse ermöglicht ein Aufschrauben derselben auf das Zugankerende und ein Ein- und Ausschrauben des gesamten Zugankers in die bzw. aus der Tragwelle. Da die Gewindehülse außerdem noch in Längsrichtung mittels Druckmitteldruck verschiebbare ist, läßt sich mit demselben Werkzeug auch das Ablösen und Andrücken der Walzringe von den bzw. gegen die Flansche durchführen sowie ein weiteres Herausziehen bzw. Hineindrücken des Zugankers, um das radiale Herausnehmen bzw. Einsetzen eines Walzringes zu ermöglichen.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn in der Gewindehülse konzentrisch und drehfest zu dieser ein axial verschiebbarer Vielkantstift angeordnet ist, welcher federbelastet aus einem Aufnahmebereich der Gewindehülse für das Zugankerende herausgehalten ist, jedoch von Druckmittel beaufschlagt in den Aufnahmebereich und in eine im Querschnitt passende Bohrung in der Stirnfläche des Zugankerendes eingreift, wenn sich dieses in dem Aufnahmebereich der Gewindehülse befindet. Ein solcher Vielkantstift entlastet die Gewinde des Zugankerendes und der Gewindehülse von den Drehmomenten, die zum Lösen oder Einschrauben des anderen Zugankerendes aus bzw. in die Tragwelle auftreten. Diese Drehmomente werden direkt von dem Vielkantstift auf den Zuganker übertragen, sobald dieser in die Bohrung der Stirnfläche des Zugankerendes eingerückt ist. Beseitigt man die Druckmittelbeaufschlagung, wird der federbelastete Vielkantstift aus der Bohrung in der Zugankerstirnfläche herausgezogen und erlaubt dann wieder eine Relativdrehbewegung zwischen Zuganker und Gewindehülse, so daß diese vom Zuganker ab oder auf den Zuganker aufgeschraubt werden kann. Es läßt sich also jederzeit durch Aufbringen oder Beseitigen von Druckmitteldruck der Vielkantstift in das Zugankerende einrücken oder aus diesem herausziehen und damit jederzeit bestimmen, ob die Kupplung zwischen Gewindehülse und Zuganker drehfest sein soll oder ein Auf- und Abschrauben der Gewindehülse auf oder von dem Zugankerende möglich ist. Die Längsbewegungen des Zugankers werden ebenfalls über die Gewindehülse und das darin eingeschraubte Zugankerende durchgeführt. Die dazu notwendigen Längskräfte werden von der Gewindehülse übertragen, wobei die Kräfte von dem Druckmitteldruck stammen, mit dem die Gewindehülse selbst in Längsrichtung verschiebbar ist. Auf dieses Weise sind alle Bewegungen des Zugankers und Kraftübertragungen auf diesen möglich, die beim Aus- und Einbauen eines Walzringes erforderlich sind.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung umschließt eine Kupplungshülse das Tragwellenende außen passend, wobei sie auf dem Umfang verteilt angeordnete Sperrelemente besitzt, welche von einer die Kupplungshülse außen umschließende, axial verschiebbare Verriegelungshülse in eine Nut oder Aussparungen des Tragwellenendes eingeschoben und dort gehalten sind. Eine solche Ausbildung ermöglicht ein schnelles und zuverlässiges Kuppeln des einzigen Werkzeuges mit dem Tragwellenende und ein ebenso schnelles und problemloses Lösen dieser Kupplung. Hierzu braucht lediglich die Verriegelungshülse in axialer Richtung verschoben zu werden, was bei kleineren Abmessungsverhältnissen ohne weiteres von Hand erfolgen kann. Bei größeren Abmessungsverhältnissen ist es durchaus auch möglich, daß die Verriegelungshülse mittels Druckmitteldruck axial verschiebbar ausgebildet ist. So braucht auch zum Kuppeln bzw. Entkuppeln des Werkzeuges mit dem Tragwellenende keine manuelle Kraft aufgebracht zu werden. Die Sperrelemente lassen sich nach einem weiteren Merkmal der Erfindung als klinkenartige Hebel ausbilden. Demgegenüber ist es jedoch auch möglich, die Sperrelemente als Kugeln auszubilden.

In aller Regel empfiehlt es sich, daß die Kupplungs- und die Verriegelungshülse in ihren Mantelflächen deckungsgleiche Durchbrüche besitzen, durch welche eine Spannmutter des Zugankers radial von außen erreichbar und drehbar ist. Diese Spannmutter muß auf jeden Fall bei aufgesetztem Werkzeug von außen erreichbar sein, damit sie auch dann gelöst oder festgeschraubt werden kann, wenn der Zuganker vom Werkzeug unter Zugspannung gehalten wird. Hierzu genügt eine sich in Umfangsrichtung erstreckende, schlitzartige Langlochbohrung in Kupplungs- und Verriegelungshülse, durch die man mit einem passenden Dorn in radiale Bohrungen der Spannmutter eingreifen kann, welche in deren Außenumfang eingebracht sind. Demgegenüber ist es jedoch auch möglich, daß durch die Durchbrüche eine Ratsche oder ein motorischer Antrieb zum Drehen der Spannmutter des Zugankers greift.

In den Zeichnungen ist die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen veranschaulicht. Es zeigt:

Fig. 1 eine Tragwelle mit aufgesetztem Werkzeug im Längsschnitt;

Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1;

Fig. 3 und 4 einen Teil eines Walzringes mit zwei verschiedenen aufgesetzten Klammern im Längsschnitt;

Fig. 5 den Walzring mit abgelösten Flanschen im Längsschnitt;

Fig. 6 ein Detail bei "A" von Fig. 1 in anderer Ausführungsform.

Der rechte Teil von Fig. 1 zeigt eine Walzeneinheit 1, wie sie in einem bekannten Walzgerüst zum Walzen von Draht oder Stäben vorkommt. Das gesamte Walzgerüst ist nicht dargestellt, weil es vorzugsweise aus drei solcher Walzeneinheiten besteht, die in einem Gehäuse zusammengefaßt sind und die nachstehenden Erläuterungen auch für die anderen Walzeneinheiten gelten.

Die Walzeneinheit 1 besitzt einen aus hochwertigem Werkstoff hergestellten scheibenförmigen Walzring 2, der zwischen Flanschen 3 und 4 zweier Tragwellenteile 5 und 6 einer Tragwelle eingespannt ist. Der Nabenbereich des Walzringes 2 besteht aus einer Kreuzscheibe 7, die aus dem Walzring 2 herausnehmbar ist. Die beiden Tragwellenteile 5 und 6 sowie mit ihnen deren Flansche 3 und 4 werden von einem Zuganker 8 fest zusammengedrückt, wobei der Zuganker 8 unter einer hohen axialen Vorspannung steht. Mit dieser Vorspannung wird der Walzring 2 derart fest zwischen den Flanschen 3 und 4 gehalten, daß jede Relativbewegung zwischen diesen Teilen ausgeschlossen ist. Der Zuganker 8 besitzt ein Gewindeende 9, mit dem er in eine Gewindebohrung des Tragwellenteils 6 eingeschraubt ist. Das andere mit 10 bezeichnete Zugankerende ist ebenfalls mit einem Gewinde versehen und trägt eine Spannmutter 11, die sich unter der Vorspannung an der Stirnfläche des Tragwellenendes 5a des längeren Tragwellenteils 5 abstützt. Zum Tragwellenende 5a gehört ein darauf drehfest und in Längsrichtung unverschieblich, jedoch auswechselbar befestigtes Kupplungsstück 12, welches an seinem Außenumfang eine Verzahnung 13 aufweist, auf die während des Betriebes eine nicht dargestellte Hülse der Antriebswelle aufgeschoben ist.

Soll der Walzring 2 ausgewechselt werden, so erfolgt dies im allgemeinen in einer Gerüstwerkstatt, in welche das Walzgerüst gebracht wird, nachdem von seinen Kupplungsstücken 12 die Hülsen der Antriebswellen abgezogen sind. In der Gerüstwerkstatt wird auf das zu einem auszuwechselnden Walzring 2 gehörenden Kupplungsstück 12 ein Werkzeug 14 aufgesetzt, wozu zwei Handgriffe 15 dienen, von denen in Fig. 1 nur einer dargestellt ist. Eine Tragöse 16 am hinteren Ende einer Verkleidung 17 des Werkzeuges 14 ermöglicht das Anhängen an eine geeignete Trageinrichtung. Das Werkzeug 14 besitzt an seinem vorderen Ende eine Kupplungshülse 18, welche auf das Kupplungsstück 12 des Tragwellenendes 5a aufgeschoben wird. Die Kupplungshülse 18 weist mehrere auf dem Umfang verteilt angeordnete Sperrelemente 19 auf, die in Fig. 1 als klinkenartige Hebel ausgebildet sind. Die Sperrelemente 19 greifen in eine umlaufende Nut oder Aussparungen 20 des Kupplungsstücks 12 des Tragwellenendes 5a ein und verhindern ein Abziehen des Werkzeuges 14 von der Walzeneinheit 1 so lange sie von einer Verriegelungshülse 21 in der in Fig. 1 dargestellten Lage gehalten werden. Die Verriegelungshülse 21 wird vor dem Aufschieben des Werkzeuges 14 auf die Walzeneinheit 1 in Fig. 1 nach links zurückgeschoben, damit die Sperrelemente 19 ausweichen können und zwar in eine Ausdrehung 22 hinein. Auf dem Umfang verteilte Führungsstifte 23 in der Verriegelungshülse 21 greifen beim Aufschieben des Werkzeuges 14 auf die Walzeneinheit 1 in die Verzahnung 13 des Kupplungsstückes 12 und verhindern jegliche Relativdrehbewegung zwischen dem Werkzeug 14 und der Walzeneinheit 1. Diese sind dann sowohl drehfest als auch in Längsrichtung miteinander gekuppelt. Mindestens eine in einen Schlitz 24 eingreifende Schraube 25 begrenzt das axiale Verschieben und verhindert das Drehen der Verriegelungshülse 21 relativ zur Kupplungshülse 18. Eine federbelastete Kugel 26, welche in Vertiefungen 27 eingreift, verhindert ein ungewolltes axiales Verschieben der Verriegelungshülse 21 und damit ein unbeabsichtigtes Kuppeln oder Entkuppeln mit der Walzeneinheit 1.

Das Werkzeug 14 besitzt außerdem eine Gewindehülse 28, die eine relativ große Länge besitzt und nur an ihrem der Walzeneinheit 1 zugekehrten vorderen Endabschnitt mit einem Aufnahmebereich 29 mit Innengewinde versehen ist. Ein druckmittelbetriebener Motor 30, dessen Antriebswelle 31 mit dem gegenüberliegenden Ende der Gewindehülse 28 drehfest verbunden ist und dessen Gehäuse an einem Kolbenteil 32 angeschraubt ist, ermöglicht eine Drehbewegung der Gewindehülse 28 in beide Drehrichtungen, so daß deren Innengewinde im Aufnahmebereich 29 auf das Zugankerende 10 des Zugankers 8 auf- und abschraubbar ist. Der längsverschiebliche Kolbenteil 32 ermöglicht dabei die Längsverschiebung der Gewindehülse 28.

In den Aufnahmebereich 29 für das Zugankerende 10 ragt ein Vielkantstift 33, der jedoch beim Auf- und Abschrauben der Gewindehülse 28 auf bzw. vom Zugankerende 10 von einer Druckfeder 34 aus dem Aufnahmebereich 29 für das Zugankerende 10 herausgehalten wird. Erst nach dem Aufschrauben der Gewindehülse 28 auf das Zugankerende 10 wird mit Hilfe eines Druckmittels in einem Zylinderraum 35 das als Kolben 36 ausgebildete hintere Ende des Vielkantstiftes 33 und damit der gesamte Vielkantstift 33 in eine im Querschnitt passende Bohrung in der Stirnfläche des Zugankerendes 10 eingeschoben. Der Druckmitteldruck wird über einen Anschluß 37 und Kanäle 38, 39 und 40 dem Zylinderraum 35 zugeführt. Er kommt von einer externen nicht dargestellten Versorgungseinrichtung für Druckmittel. Bei eingerücktem Vielkantstift 33 ist das Zugankerende 10 nicht nur über das Innengewinde des Aufnahmebereichs 29 in Längsrichtung mit der Gewindehülse 28 gekuppelt, sondern auch in Drehrichtung.

Zum Auswechseln des Walzringes 2 wird zunächst das Werkzeug 14 mit in Fig. 1 nach links geschobener Verriegelungshülse 21 und infolgedessen freibeweglichen Sperrelementen 19 auf das Kupplungsstück 12 des Tragwellenendes 5a aufgeschoben. Die Stirnfläche des Zugankerendes 10 stößt dabei gegen die Gewindehülse 28, welche zusammen mit dem Motor 30 und dem Kolbenteil 32 innerhalb der Kupplungshülse 18 soweit erforderlich nach links verschoben wird. Ist das Werkzeug 14 weit genug auf das Kupplungsstück 12 aufgeschoben, so daß die Sperrelemente 19 in die Nut oder Aussparungen 20 eingreifen können, wird die Verriegelungshülse 21 in Fig. 1 nach rechts verschoben, so daß die Sperrelemente 19 in die Nut oder Aussparungen 20 eingreifen. Die Führungsstifte 23 greifen dann bereits in die Verzahnung 13, womit das Werkzeug 14 sowohl in Längsrichtung als auch in Drehrichtung mit der Walzeneinheit 1 gekuppelt ist. Durch Beaufschlagen des Motors 30 mit Druckmittel wird die Gewindehülse 28 mit ihrem Innengewinde auf das Zugankerende 10 aufgeschraubt, wobei der Walzring 2 gegen Mitdrehen zu sichern ist. Anschließend wird über einen Einlaß 41 ein Zylinderraum 42 mit Druckmittel beaufschlagt, wodurch der Kolbenteil 32, aber zusammen mit ihm auch die Gewindehülse 28, nach links bewegt wird. Der in die Gewindehülse 28 eingeschraubte Zuganker 8 wird hierdurch gestreckt, was zur Folge hat, daß sich die Spannmutter 11 von der Stirnfläche des Tragwellenendes 5a ablöst, nicht mehr belastet ist und deshalb gedreht werden kann. Das Drehen erfolgt mit Hilfe eines in Fig. 2 dargestellten Dorns 43, der in Bohrungen 44 der Spannmutter 11 eingesteckt wird und zwar durch deckungsgleiche Durchbrüche 45 in den Mantelflächen der Kupplungshülse 18 und der Verriegelungshülse 21. Mit Hilfe des Dorns 43 wird die Spannmutter 11 soweit gelöst, daß auch dann, wenn anschließend der Zylinderraum 42 wieder entlastet wird, der Zuganker 8 von seiner Vorspannung befreit bleibt.

In Fig. 3 ist wie in Fig. 1 der Walzring 2 im Längsschnitt dargestellt sowie die Flansche 3 und 4. Radial von außen wird nach dem Entspannen des Zugankers 8 auf den Walzring 2 und die Flansche 3 und 4 eine erste Klammer 46 aufgesteckt, die eine axiale Relativbewegung zwischen dem Walzring 2 und dem Flansch 3 verhindert, jedoch zu dem Flansch 4 zuläßt. Nach dem Aufstecken der ersten Klammer 46 wird über einen Einlaß 47 ein Zylinderraum 48 mit Druckmittel beaufschlagt, was zur Folge hat, daß zusammen mit dem Kolbenteil 32 auch die Gewindehülse 28, der Zuganker 8 und über dessen Gewindeende 9 auch das Tragwellenteil 6 und mit ihm der Flansch 4 in Fig. 1 nach rechts verschoben werden. Dies ist möglich, weil das mit 49 bezeichnete Lager als Loslager ausgebildet ist und die Axialbewegung nur begrenzt erfolgt. Sobald sich der Flansch 4 soweit wie in Fig. 4 dargestellt vom Walzring 2 gelöst hat, wird die erste Klammer 46 durch eine zweite Klammer 50 ersetzt. Wie in Fig. 4 erkennbar, überbrückt die zweite Klammer 50 den Freiraum zwischen Walzring 2 und Flansch 4, kuppelt aber diese beiden Teile miteinander, ohne den Flansch 3 zu erfassen. Ein Weiterschieben des Tragwellenteils 6 und des Flansches 4 nach rechts bewirkt ein Ablösen des Walzringes 2 auch vom Flansch 3, was in Fig. 5 dargestellt ist. Der Zylinderraum 48 wird vom Druckmitteldruck entlastet und der Tragwellenteil 6 gegen Drehen arretiert. Spätestens jetzt muß über den Anschluß 37 der Zylinderraum 35 mit Druckmittel beaufschlagt werden, damit gegen die Wirkung der Druckfeder 34 der Vielkantstift 33 in die Bohrung der Stirnfläche des Zugankerendes 10 einrückt. Mit Hilfe des druckmittelbetriebenen Motors 30 läßt sich über dessen Antriebswelle 31 und die Gewindehülse 28 der Zuganker 8 drehen und dessen Gewindeende 9 aus dem Tragwellenteil 6 herausschrauben. Ist dies geschehen, beaufschlagt man den Zylinderraum 42 mit Druckmittel und zieht den Zuganker 8 in Fig. 1 nach links und zwar soweit, daß dessen Gewindeende 9 den Walzring 2 und die Kreuzscheibe 7 frei gibt. Mindestens der Walzring 2 aber auch die Kreuzscheibe 7 können ausgewechselt werden, indem beide Teile in radialer Richtung aus dem Bereich zwischen den Flanschen 3 und 4 herausgenommen werden. Nach Einsetzen eines neuen Walzringes 2 wird der Zuganker 8 durch Entlasten des Zylinderraums 42 und Beaufschlagen des Zylinderraums 48 mit Druckmittel wieder nach rechts verschoben und durch Betätigen des Motors 30schraubt man das Gewindeende 9 wieder in den Tragwellenteil 6, ein, wobei der Druckmitteldruck im Zylinderraum 35 aufrechterhalten wird, damit der Vielkantstift 33 das auftretende Drehmoment auf den Zuganker 8 überträgt. Nach dem Eindrehen des Gewindeendes 9 in den Tragwellenteil 6 und Abschalten des Motors 30 kann auch der Zylinderraum 35 entlastet werden, so daß sich der Vielkantstift 33 aus dem Zugankerende 10 zurückzieht als Folge der Wirkung der Druckfeder 34. Durch Beaufschlagung des Zylinderraums 42 zieht man über die Gewindehülse 28 am Zuganker 8, so daß sich die Flansche 3 und 4 gegen die Stirnflächen des Walzringes 2 anlegen. Anschließend wird der Zylinderraum 42 noch stärker mit Druckmitteldruck beaufschlagt und dem Zuganker 8 die erforderliche Vorspannung gegeben, die durch Anziehen der Spannmutter 11 mit Hilfe des Dorns 43 auch dann noch aufrechterhalten wird, wenn danach der Zylinderraum 42 entlastet und mit Hilfe des Motors 30 die Gewindehülse 28 vom Zuganker 8 abgeschraubt wird. Danach läßt sich das Werkzeug 14 von der Walzeneinheit 1 bzw. vom Kupplungsstück 12 des Tragwellenendes 5a abnehmen, indem man die Verriegelungshülse 21 nach links verschiebt, die Sperrelemente 19 damit frei gibt und das Werkzeug 14 nach links abzieht.

Eine Gewindebüchse 51, deren Arretierung durch Gewindestifte 52 möglichst schon vor dem Aufsetzen des Werkzeuges 14 gelöst worden ist, gestattet nun ein Verschieben des Tragwellenteils 5 innerhalb ihres Lagergehäuses 53 in axialer Richtung und damit ein axiales Einstellen des Walzringes 2.

In Fig. 6 ist dargestellt, daß die Sperrelemente 19 auch als Kugeln 19a ausgebildet sein können. Die Kugeln 19a befinden sich in kegelförmige Bohrungen der Kupplungshülse 18 und werden von der Verriegelungshülse 21 daran gehindert aus dieser Bohrung herauszufallen. Durch axiales Verschieben der Verriegelungshülse 21 relativ zur Kupplungshülse 18 werden die Kugeln 19a in eine Nut oder Aussparungen 20 des Kupplungsstückes 12 hineingedrängt und bewirken auf diese Weise eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Abziehen der Kupplungshülse 18 von dem Kupplungsstück 12. Ist dies jedoch erwünscht, dann kann axiales Verschieben der Verriegelungsbüchse 21 den Kugeln 19a die Möglichkeit geben, in die Ausdrehung 22 der Verriegelungshülse 21 auszuweichen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Aus- und Einbauen eines zwischen zwei Flanschen einer geteilten Tragwelle mittels Zuganker unter axialer Vorspannung gehaltenen Walzringes eines Walzgerüstes, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufheben und Aufbringen der Zugankervorspannung, das Aus- und Einschrauben sowie axiale Verschieben des Zugankers (8) und das Ablösen und Andrücken des Walzringes (2) von den bzw. gegen die Flansche (3, 4) mit demselben Werkzeug (14) während nur einer Aufspannung desselben durchgeführt wird.
  2. 2. Werkzeug zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, welches auf einem Tragwellenende aufsetzbar und mit einem dortigen Zugankerende kuppelbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkzeug (14) sowohl mit dem Tragwellenende (5a) als auch mit dem Zugankerende (10) fest in beide Längsrichtungen kuppelbar ist und eine in beide Drehrichtungen motorisch antreibbare, in den Längsrichtungen mittels Druckmitteldruck verschiebbare Gewindehülse (28) zum Kuppeln mit dem Zugankerende (10) besitzt.
  3. 3. Werkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Gewindehülse (28) konzentrisch und drehfest zu dieser ein axial verschiebbarer Vielkantstift (33) angeordnet ist, welcher federbelastet aus einem Aufnahmebereich (29) der Gewindehülse (28) für das Zugankerende (10) herausgehalten ist, jedoch von Druckmittel beaufschlagt in den Aufnahmebereich (29) und in eine im Querschnitt passende Bohrung in der Stirnfläche des Zugankerendes (1ß) eingreift, wenn sich dieses in dem Aufnahmebereich (29) der Gewindehülse (28) befindet.
  4. 4. Werkzeug nach Anspruch 2 oder 3, gekennzeichnet durch eine Kupplungshülse (18), welche das Tragwellenende (5a) außen passend umschließt und auf dem Umfang verteilt angeordnete Sperrelemente (19, 19a) besitzt, welche von einer die Kupplungshülse (18) außen umschließende, axial verschiebbare Verriegelungshülse (21) in eine Nut oder Aussparungen (20) des Tragwellenendes (5a) eingeschoben und dort gehalten sind.
  5. 5. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungshülse (21) mittels Druckmitteldruck axial verschiebbar ist.
  6. 6. Werkzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrelemente (19) als klinkenartige Hebel ausgebildet sind.
  7. 7. Werkzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrelemente (19) als Kugeln ausgebildet sind.
  8. 8. Werkzeug nach Anspruch 4 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungs- und die Verriegelungshülse (18, 21) in ihren Mantelflächen deckungsgleiche Durchbrüche (45) besitzen, durch welche eine Spannmutter (11) des Zugankers (8) radial von außen erreichbar und drehbar ist.
  9. 9. Werkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Durchbrüche (45) ein Dorn (43), eine Ratsche oder ein motorischer Antrieb zum Drehen der Spannmutter (11) des Zugankers (8) greift.






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