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Dokumentenidentifikation DE19602245A1 24.07.1997
Titel Karosserieteil mit anextrudierter Dichtung
Anmelder SEKURIT SAINT-GOBAIN Deutschland GmbH & Co. KG, 52066 Aachen, DE
Erfinder Cornils, Gerd, 52399 Merzenich, DE;
Kötte, Rolf, Dr., 52477 Alsdorf, DE;
Ziesen, Stefan, 52525 Heinsberg, DE
DE-Anmeldedatum 23.01.1996
DE-Aktenzeichen 19602245
Offenlegungstag 24.07.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.07.1997
IPC-Hauptklasse B60R 13/06
IPC-Nebenklasse B60J 5/00   B62D 25/02   
Zusammenfassung Ein Karosserieteil ist mit einem Befestigungsflansch (14) versehen, an den ein gummielastisches Dichtprofil aus einem extrudierfähigen Elastomer anextrudiert ist. Der Befestigungsflansch (14) ist mit Verankerungsausnehmungen (17) versehen. Das das Dichtprofil bildende Elastomer und die Oberfläche des Befestigungsflansches (14) gehen keine adhäsive Bindung miteinander ein. Die Verankerungsausnehmungen (17) sind so geformt, daß das lediglich mechanisch verankerte Dichtprofil im Bedarfsfall von dem Befestigungsflansch (14) gelöst und als solches später wieder an dem Befestigungsflansch mechanisch befestigt werden kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Karosserieteil, das zum Abdichten eines Spalts zwischen dem Karosserieteil und der Karosserie oder einem anderen Karosserieteil mit einer gummielastischen Dichtung versehen ist, die aus einem extrudierfähigen Elastomer an einen Befestigungsflansch des Karosserieteils oder der Karosserie anextrudiert ist.

Aus der DE 38 33 887 A1 ist es bekannt, bei Karosserieteilen eines Kraftfahrzeugs die gummielastische Dichtung unmittelbar an das Karosserieteil, insbesondere an eine Tür, anzuextrudieren. Das Anextrudieren erfolgt durch einen programmgesteuerten Handhabungsautomaten, wobei die Verfahrensbedingungen so gewählt werden, daß zwischen der anextrudierten Dichtung und dem Karosserieteil eine dauerhafte Verklebung erreicht wird.

Wenn die Dichtung mit dem Karosserieteil dauerhaft verklebt ist, muß sie, wenn sie bei einer erforderlich werdenden Reparatur stört, herausgetrennt werden. Nach Durchführung der Reparatur muß dann in einem erneuten Extrusionsvorgang eine neue Dichtung anextrudiert werden. In den Reparaturbetrieben, in denen die Reparaturen durchgeführt werden, sind jedoch in der Regel die hierfür erforderlichen Einrichtungen nicht vorhanden, so daß das nachträgliche Anextrudieren von Dichtungsprofilen mit Schwierigkeiten verbunden ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Karosserieteil mit einer anextrudierten Dichtung bereitzustellen, die, falls es erforderlich ist, auf einfache Weise von dem Karosserieteil entfernt und später für dieses Karosserieteil erneut verwendet werden kann.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Befestigungsflansch mit Verankerungsausnehmungen und/oder Verankerungsvorsprüngen versehen ist, daß das Elastomer und die Oberfläche des Befestigungsflansches keine adhäsive Bindung miteinander eingehen, und daß die Verankerungsausnehmungen und/oder die Verankerungsvorsprünge so geformt sind, daß das lediglich mechanisch verankerte Dichtungsprofil vom Befestigungsflansch gelöst und später wieder an dem Befestigungsflansch mechanisch befestigt werden kann.

Die erfindungsgemäßen Naßnahmen ermöglichen es also, das kostengünstige Verfahren des Anextrudierens von Dichtungsprofilen beizubehalten und gleichzeitig die bisher damit verbundenen Nachteile zu vermeiden, indem es im Bedarfsfall von dem Karosserieteil gelöst und später wiederverwendet werden kann. Das wird dadurch ermöglicht, daß die bisher beim Anextrudieren erfolgende adhäsive Verbindung durch eine geeignete mechanische Verbindung ersetzt wird. Obwohl es sich bei der Erfindung im Endzustand um ein aufsteckbares Dichtungsprofil handelt, weist es wesentliche der mit bekannten Aufsteckprofilen verbundenen Nachteile nicht auf. Insbesondere paßt es sich in idealer Weise der Form des Befestigungsflansches an und gewährleistet dadurch eine absolute Abdichtung gegen eindringendes Wasser zwischen dem Dichtprofil und dem Befestigungsflansch.

Um eine Verklebung des Profils mit dem Befestigungsflansch zu vermeiden, müssen das zur Extrusion verwendet Elastomer und/oder die Oberfläche des Befestigungsflansches so beschaffen sein, daß sie nicht aufeinander kleben. Das kann beispielsweise durch Wahl eines geeigneten Elastomers erfolgen, das als solches auf der Oberfläche des Befestigungsflansches nicht haftet. Die Haftung kann auch durch eine geeignete Oberflächenbehandlung des Befestigungsflansches, beispielsweise durch Aufbringen eines geeigneten Trennmittels, verhindert werden. Die die mechanische Verankerung bewirkenden Ausnehmungen und/oder Vorsprünge an dem Befestigungsflansch können grundsätzlich beliebig geformt sein, solange sie das mechanische Heraus lösen des Dichtprofilstrangs und sein Wiedereinsetzen gestatten.

Beim Anextrudieren des das Dichtprofil bildenden Elastomers müssen die Extrusionsdüse und der Befestigungsflansch so gestaltet sein, daß die hinterschnittenen Hohlräume, die von den Verankerungsvorsprüngen oder den Verankerungsausnehmungen gebildet werden, beim Extrusionsvorgang gefüllt werden.

Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen nachfolgend näher erläutert.

Von den Zeichnungen zeigt

Fig. 1 den Übergangsbereich zwischen einer Fahrzeugtür und der Bodenschwelle mit anextrudierten Dichtungen, in einem senkrechten Schnitt,

Fig. 2 eine erste Ausführungsform eines Befestigungsflansches mit den Merkmalen der Erfindung, und

Fig. 3 eine andere Ausführungsform eines Befestigungsflansches mit den Merkmalen der Erfindung.

In den Zeichnungen ist die Anwendung der Erfindung für Türdichtungen dargestellt, doch ist die Erfindung selbstverständlich nicht hierauf beschränkt. Sie läßt sich grundsätzlich mit dem gleichen Vorteil auch für Kofferraumdeckel, Motorhauben oder andere bewegliche Karosserieteile, und darüber hinaus auch in anderen Bereichen anwenden, in denen anextrudierte Dichtungsprofile zum Einsatz kommen und sich die Notwendigkeit einer zeitweiligen Entfernung des Dichtprofils ergibt.

Fig. 1 zeigt den unteren Abschnitt einer Kraftfahrzeugtür 1 und die mit der Tür 1 zusammenwirkende Bodenschwelle 2 des Fahrzeugbodens. Die Abdichtung zwischen der Tür und der Bodenschwelle wird durch die beiden Dichtprofile 5 und 10 sichergestellt. Das Dichtprofil 5 ist durch unmittelbares Aufextrudieren eines Elastomers auf den Befestigungsflansch 6 der Bodenschwelle 2 hergestellt worden, und das Dichtprofil 10 durch unmittelbares Anextrudieren des Elastomers an den Rand 11 der Tür und an den Befestigungsflansch 12.

Die Verfahren und Vorrichtungen zum Anextrudieren von Elastomerprofilen an Gegenstände sind grundsätzlich bekannt. Eine Vorrichtung zum Anextrudieren eines Elastomerprofils an eine Glasscheibe, wie sie auch für dein vorliegenden Fall eingesetzt werden kann, ist beispielsweise in der EP 0524092 B1 beschrieben. Mit den bekannten Verfahren und Vorrichtungen können auch Profilstränge mit einem schlauchartigen Dichtabschnitt extrudiert werden, wie sie beispielsweise für das Dichtprofil 5 zum Einsatz kommen.

Zum Herstellen der anextrudierten Dichtprofile haben sich thermoplastische Elastomere bewährt, insbesondere thermoplastische Polyolefin-Elastomere aus isotaktischem Polypropylen und Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk, beispielsweise die im Handel unter der Bezeichnung SANTOPRENE erhältlichen Produkte. Diese thermoplastischen Elastomere haben eine Verarbeitungstemperatur von 180 bis 230°C, so daß sowohl der Extruder als auch die Extrusionsdüse und der Verbindungsschlauch zwischen Extruder und Extrusionsdüse entsprechend beheizt werden müssen. Die Elastomere auf dieser Basis haben aber auch den Vorteil, daß sie auf der Unterlage, auf die sie aufextrudiert werden, nur dann gut haften, wenn die Oberfläche dieser Unterlage mit geeigneten Haftvermittlern behandelt wird. Diese schlechte Haftung kommt dem erfindungsgemäßen Verfahren zugute. Gegebenenfalls kann es von Vorteil sei, zur vollständigen Verhinderung einer adhäsiven Haftung die Oberfläche der Unterlage mit einem geeigneten Trennmittel zu behandeln, beispielsweise mit einer silikonhaltigen Lösung.

Die erforderlichen Verankerungsvorsprünge oder Verankerungsausnehmungen in den Befestigungsflanschen können in verschiedener Weise realisiert werden. So ist es beispielsweise möglich, den Befestigungsflansch in Längsrichtung mit einer hinterschnittenen Nut, einer Sicke oder einem Falz zu versehen, deren Querschnitt jeweils so gestaltet ist, daß einerseits die Verankerungsfunktion erfüllt wird, und der andererseits das Herauslösen des Dichtprofils und das Wiedereinsetzen ermöglicht.

Geeignete Ausführungsformen für die Gestaltung des Befestigungsflansches sind in den Fig. 2 und 3 dargestellt. Die Figuren zeigen Befestigungsflansche 14 und 24, die dem Befestigungsflansch 6 in Fig. 1 entsprechen. Der Befestigungsflansch 14, der von den beiden abgekanteten und zusammengeschweißten Blechstreifen 15, 16 gebildet wird, ist an seiner oberen Kante mit Aussparungen 17 versehen, die beispielsweise durch Ausstanzen hergestellt sind. Die Aussparungen 17 bestehen im dargestellten Fall aus einem beispielsweise runden Loch 18 und einem das Loch 18 mit der Oberkante des Befestigungsflansches verbindenden Einschnitt 19. Beim Anextrudieren des Dichtprofils wird der Befestigungsflansch über die Löcher 18 hinaus etwa bis zur Linie A-A mit dem Elastomer bedeckt. Dabei dringt das hochviskose Elastomer in die Löcher 18 und in die Einschnitte 19 ein. Sobald das extrudierte Material erhärtet ist, kann der so gebildete Profilstrang von dem Befestigungsflansch abgezogen und später wieder auf dem Befestigungsflansch befestigt werden, indem die beim Extrudieren innerhalb der Löcher 18 und Einschnitte 19 gebildeten Verbindungsstege 20 zwischen den beiden Schenkeln 21 und 22 des Dichtprofils 5 (Fig. 1) in die jeweiligen Aussparungen 17 wieder eingeknüpft werden.

Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform wird der Befestigungsflansch 24 wiederum von den zwei abgekanteten Blechstreifen 25 und 26 gebildet. In diesem Fall werden die für die mechanische Verankerung erforderlichen Aussparungen dadurch gebildet, daß in dem Blechstreifen 26 in Abständen von beispielsweise 5 bis 20 cm mit Hilfe geeigneter Stanzwerkzeuge am Rand kleine Blechabschnitte 27 abgekröpft und nasenförmig nach außen abgebogen werden. Diese Blechabschnitte 27 werden im gleichen Stanzvorgang mit einer Sicke 28 versehen, die jeweils sowohl auf der Innenseite, das heißt innerhalb der durch den abgebogenen Blechabschnitt 27 und den Blechstreifen 25 gebildeten Tasche, als auch auf der Außenseite der Blechabschnitte 27, Verankerungsvorsprünge für das Elastomermaterial bilden.


Anspruch[de]
  1. 1. Karosserieteil, das zum Abdichten eines Spalts zwischen dem Karosserieteil und der Karosserie oder einem anderen Karosserieteil mit einer gummielastischen Dichtung versehen ist, die aus einem extrudierfähigen Elastomer an einen Befestigungsflansch des Karosserieteils oder der Karosserie anextrudiert ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Befestigungsflansch (6, 12, 14, 24) mit Verankerungsausnehmungen (17) und/oder Verankerungsvorsprüngen (27, 28) versehen ist, daß das Elastomer und die Oberfläche des Befestigungsflansches (6, 12, 14, 24) keine adhäsive Bindung miteinander eingehen, und daß die Verankerungsausnehmungen (17) und/oder die Verankerungsvorsprünge (27, 28) so geformt sind, daß das lediglich mechanisch verankerte Dichtungsprofil (5, 10) vom Befestigungsflansch (6, 12, 14, 24) gelöst und später wieder am Befestigungsflansch (6, 12, 14, 24) befestigt werden kann.
  2. 2. Karosserieteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungsausnehmungen (17) eines Befestigungsflansches (14) aus Randeinschnitten (19) und sich daran anschließenden etwa kreisförmigen Löchern (18) bestehen, in die die beim Anextrudieren entstandenen Verbindungsstege (20) zwischen den Schenkeln (21, 22) des den Befestigungsflansch (6) übergreifenden Abschnitts des Dichtprofils (5) später wieder einknüpfbar sind.
  3. 3. Karosserieteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungsvorsprünge aus abgekröpften, mit Sicken (28) versehenen Blechabschnitten (27) bestehen.






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