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Dokumentenidentifikation DE69402522T2 31.07.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0663100
Titel BRANDSCHUTZHÜLLE UND VERFAHREN ZUR ERZEUGUNG DERSELBEN
Anmelder Société Européenne de Propulsion, Suresnes, FR;
LABINAL, Montigny-le-Bretonneux, FR
Erfinder MATARIN, Didier, F-27950 Saint-Marcel, FR;
MAILLARD, Charles, F-27940 Notre-Dame-de-l'Isle, FR;
GAILLARD, Guy, F-28260 Anet, FR;
PELTOT, Michel, F-95300 Pontoise, FR
Vertreter Beetz und Kollegen, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69402522
Vertragsstaaten DE, GB
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 27.07.1994
EP-Aktenzeichen 949237440
WO-Anmeldetag 27.07.1994
PCT-Aktenzeichen FR9400941
WO-Veröffentlichungsnummer 9504358
WO-Veröffentlichungsdatum 09.02.1995
EP-Offenlegungsdatum 19.07.1995
EP date of grant 09.04.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.07.1997
IPC-Hauptklasse H01B 7/34

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine feuerfeste Hülle, die in erster Linie zum thermischen Schutz, Brandschutz und mechanischen Schutz von Kabeln insbesondere in den Bereichen der Luftfahrt, Raumfahrt und Industrie bestimmt ist.

Unter bestimmten Benutzungsbedingungen sind die Kabel oder Kabelbäume, die die elektrischen Verbindungen inmitten mechanischer oder elektronischer Anordnungen sicherstellen, imstande, während mehr oder weniger langer Zeiträume erhöhten Temperaturen unterzogen zu werden, die höher sind als die, die von den Herstellern der entsprechenden Produkte bezeichnet sind. Im größten Teil der Fälle ergibt sich daraus eine Unterbrechung dieser Verbindungen, die unmittelbar oder mittelbar eine Zerstörung der betroffenen Gerätschaften herbeiführen kann. Nun kann auf dem Raumfahrtbereich der Verlust einer wesentlichen Funktion den Abbruch der Mission mit finanziellen Folgen nach sich ziehen, die sich daraus ergeben, und auf dem Luftfahrtgebiet steht die Außerbetriebnahme grundlegender Anlagen wie beispielsweise der Notbeleuchtung in unmittelbarem Zusammenhang mit den Verlusten von Menschenleben während des Zerschellens von Luftfahrzeugen.

Gegenwärtig gehören die Techniken, die eingesetzt sind, um einen thermischen Schutz von Kabeln sicherzustellen, im wesentlichen drei Sorten an:

. für die Anwendung in der Luftfahrt wird dieser Temperaturschutz dadurch bewirkt, daß man die verschiedenen Kabelbahnen in speziell konzipierten kalten Zonen anordnet, um diesen hohen Temperaturen standzuhalten. Eine solche Lösung ist, außer daß sie sehr aufwendig ist, weil sie komplizierte Kühlsysteme erfordert, nicht tatsächlich wirksam, wie die letzten Analysen neuerer Luftfahrzeugunfälle zeigen. Außerdem sind in der Triebwerkumgebung von Luftfahrzeugen die Kabel, die in Gefahrenzonen verlegt sind, speziell als unbrennbar qualifizierte Kabel mit einem sehr erhöhten Preis, einer beträchtlichen Masse pro Längeneinheit und erheblichem Raumbedarf;

. für Raumfahrtverwendung wird diese temperaturbedingte Haltbarkeit während der Endmontage der Einrichtungen dadurch erzielt, daß man die Kabel und Kabelbäume mit einem spiralförmigen, weichen Schutz auf der Basis eines Materialtyps "Jehier" abdeckt, oder auch mit einem starren Schutz auf der Basis von Glas- oder Siliziumfasern wie etwa "Reprobat". Diese Lösungen sind jedoch, außer daß sie eine bedeutende Anbringungszeit benötigen, besonders kostspielig und hinsichtlich des Gewichts nachteilig. Außerdem ist der erste dieser Schutzarten nur bis zu etwa 200ºC wirksam, und die zweite leidet unter einer Ofenwirkung, die durch die Wärmeabsorbtionsfähigkeit der Fasern hervorgerufen wird. Außerdem erfordern diese Schutzmaßnahmen auf der Grundlage von Glas- oder Siliziumfasern die Einführung besonderer Vorkehrungen, um ihrer Giftigkeit Rechnung zu tragen;

. für industrielle Anwendungsfälle wird üblicherweise auf spezielle Kabel zurückgegriffen, die als unverbrennbar qualifiziert sind, insbesondere auf der Basis von PTFE, die Betriebstemperaturen anbieten, die 300 bis 400 ºC erreichen können. Diese Kabel hoher Qualität haben jedoch einen sehr erhöhten Preis, und es ist ausgeschlossen, Kabelbündel mit dieser Technik herzustellen.

Keine dieser Lösungen ist demnach in vollem Unfang befriedigend, weil sie nicht die Optimierung der Bedürfnisse der Benutzer in Sachen der Masse, Kosten, Temperaturbeständigkeit und Verzögerung des Einsatzes gestatten.

So wurde eine Nachsuche nach neuen Lösungen von der französischen Raumfahrtgesellschaft unternommen, ausgehend von Wärmeabschirmungen auf der Basis von Materialien, die ein geringes Maß der Übertragung im Infrarotbereich aufweisen und üblicherweise bei der Brandbekämpfung benutzt werden. Solche Abschirmungen werden beispielsweise durch die Société Ariégeoise de Bonneterie in Montferrier (09) Frankreich unter der Bezeichnung MONSEGUR verkauft. Diese Untersuchung hat zur Hinterlegung der franzosischen Patentanmeldung FR 2 666 048 geführt, die danach trachet, ein Material zu schützen, das aus einer Überlagerung von MONSEGUR-Gewebe gebildet ist und auf jeder Fläche mit einer Silikonlage abgedeckt ist. Dieser neue Wärmeschutz ist unglücklicherweise noch nicht befriedigend, denn er kann wie der Stand der Technik nur zusammen mit der Endmontage der Geräte eingesetzt werden. Außerdem ist er noch immer schwer, teuer und schwierig umzusetzen und ist infolge seiner Struktur sogar nicht zum Schutz eines einzigen Kabels mit einem Durchmesser von einigen Millimetern geeignet. Es muß auch vermerkt werden, daß, wenn man der beträchtlichen Steifigkeit des Materials Rechnung trägt (infolge der vielen Lagen und der Silikon-Verkleidung), es sehr schlecht für Verkabelungen geeignet ist, die zahlreiche Umgänge aufweisen, wie dies häufig in Raketenmotoren der Fall ist.

Es gibt demnach bis heute noch keinen Kabelschutz mit einer sehr guten mechanischen Haltbarkeit, der für Temperaturen wirksam ist, die beispielsweise über 400ºC liegen, und der gleichzeitig nicht teuer ist und ein geringes Gewicht und einen geringen Raumbedarf aufweist, wobei er sich dabei an alle Formen und Abmessungen der Verkabelung anpassen kann.

Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es demnach, die Gruppe der vorgenannten Nachteile abzumildern und einen Schutz bei sehr hoher Temperatur (bis etwa 850 ºC) für jede Art von Verkabelungen, Kabeln und Kabelbäumen zu bilden, der universell ist, d.h. in jeder Art von Industrie eingesetzt werden kann, besonders beim Ersetzen vorliegender Verkleidungen in der Raumfahrt und bestimmter Kälteschutzformen in der Luftfahrt. Ein anderes Ziel der Erfindung ist es, eine Hülle auszuführen, die keinen komplizierten Einbau an der Integrierungsstelle erfordert. Ein noch anderes Ziel der Erfindung ist es, diesen thermischen und mechanischen Schutz in verringerten Einbauräumen auszuführen.

Diese Ziele werden erreicht durch eine Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabel und Kabelbündeln, die durch unmittelbares Umflechten des zu schützenden Elements erhalten wurde, wobei diese Hülle eine geflochtene Lage aus Flechtfäden aufweist, die aus mehreren Elementaradem gebildet sind, die durch Verflechten von Kunstfasern geformt sind, die nach dem Spalten und Spinnen aus einer Aramidfaser und einer oxydierten, verkohlbaren, organischen Faser erhalten wurden.

Durch diese gänzlich neue Benutzung von Kunstfasern, die bis heute unter der einzigen Form eines Gewebes benutzt wurden, das in Flammenschutzplatten eingewebt wurde, ist es möglich, einen universellen Schutz für jede Art von Aktivität zu erzielen, dessen Gestehungspreis sehr gering ist, sowohl hinsichtlich der Materialkosten als auch hinsichtlich der Einbaukosten (der Gesamtschutz vor Ort wird unnötig). Außerdem macht eine geringe, Masse pro Längeneinheit mit verringertem Raumbedarf einer solchen Hülle sie für alle Bordgeräte besonders geeignet. Dieser Schutz kann auf gewöhnlichen Kabeln wie Kabeln mit optischen Fasern eingesetzt werden und ihnen somit hervorragende mechanische und thermische Eigenschaften sowie Eigenschaften bei Feuer verleihen. Es kann vermerkt werden, daß eine solche Hülle besonders für pneumatische oder hydraulische Systeme anwendbar ist.

Versuche, die unter verschiedenen Meßbedingungen (Art des Kabels, Durchmesser des Bündels) vorgenommen wurden, haben die hervorragenden Leistungen der erfindungsgemäßen Hülle gezeigt.

Bei einer Flammentemperatur von 727 ºC (in der Oberfläche der Hülle) wurde keinerlei Meßverlust (Aufrechterhaltung der Kontinuität und der Isolierung) während mehr als 15 Minuten auf Kabelbündeln von mehr als 10 mm Durchmessern festgestellt. Auf Einzelkabeln der Art 4FE oder Thermoelementkabeln wurde bis zu 10 Minuten keinerlei Meßverlust festgestellt.

Diese Leistungen, die weit jenseits der Bedingungen liegen, die gegenwärtig insbesondere im Raumfahrtgebiet aufgestellt werden, demonstieren den Nutzen der erfindungsgemäßen Hülle. Außerdem ist es nicht unzweckmäßig, zu vermerken, daß ein Schutz von 25 Bündeln, die etwa 150 Kabel darstellen (mit einer mittleren Länge von 6 m), nur 1 bis 2 kg wiegt, verglichen mit einigen zehn Kilogramm eines äquivalenten, gegenwärtigen Schutzes.

Gemäß den eingesetzten Anwendungsformen kann die erfindungsgemäße Hülle eine oder mehrere andere geflochtene Hüllen aufweisen, die über der ursprünglichen Hülle liegen, wobei die Ausbildungen der Flechtung der verschiedenen Hüllen unterschiedlich sein können.

Wenn strenge Beschränkungen auf dem Gebiet der Verschmutzung vorliegen, wird diese Hülle bevorzugt eine ergänzende Lage aufweisen, die dazu bestimmt ist, die faserigen Rückstände zu unterdrücken, die vom Spaltvorgang herrühren. Verschiedene Versuche haben gezeigt, daß eine Lage, die aus einer Flechtung auf der Grundlage von Aramidfasern wie Nomex gebildet ist, in den meisten der Anwendungsfälle zweckmäßig ist.

Die Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz gemäß der Erfindung ist durch den Anspruch 1 umrissen. Verschiedene Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 9 beschrieben.

Andere Merkmale und Vorzüge der vorliegenden Erfindung ergeben sich noch besser aus der nachfolgenden Beschreibung, die lediglich als Angabe und nicht einschränkend hinsichtlich der beigefügten Zeichnungen vorgelegt ist, in welchen:

- Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Flechtmaschine ist, die zur Herstellung einer erfindungsgemäßen, thermischen Schutzhülle bestimmt ist, und

- die Fig. 2a bis 2c und 3a bis 3c zwei Ausführungsbeispiele des Herstellungsverfahrens erfindungsgemäßer Hüllen zeigen.

Fig. 1 ist eine schematische Darstellung einer Flechtmaschine, die die Herstellung der thermischen Schutzhülle der Erfindung gestattet. Eine solche Maschine 1 weist in herkömmlicher Weise, auf einem Träger 10 montiert, Faden- Beschickungsspulen 12 und eine Beschickungsquelle 14 auf, aus der das zu umflechtende Element 2 heraustritt. Der Flechtfaden 3, der auf den unterschiedlichen Beschickungsspulen vorliegt, wird unmittelbar rund um das zu schützende Element 4 gesponnen, das aus der Quelle der Flechtmaschine austritt. Dieses Element kann aus einem einzigen Kabel mit beliebigem Durchmesser bestehen, wobei die tatsächlichen Maschinen die Ausbildung von Hüllen von 2 bis mehr als 40 mm im Durchmesser oder auch eines Kabelbündels gestatten, wie solcher, die in den Fig. 2 und 3 dargestellt sind.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist der Flechtfaden von mehreren Elementaradern gebildet, die durch Verflechten von Kunstfasern gebildet wurden, die nach dem Spalten und Spinnen einer Aramidfaser und einer oxydierten, verkohlbaren, organischen Faser erhalten wurden. Die Aramidfaser bietet sehr gute mechanische Eigenschaften und eine hervorragende Wärmebeständigkeit (es kann sich um Produkte handeln, die unter den Namen "Kevlar", "Twaron" oder "Technora") bekannt sind. Die oxydierte, verkohlbare, organische Faser, insbesondere auf der Basis von Polyacrylnitril, ist ein beispielsweise unter dem Namen "Sigrafil" bekannter Faden. Nach der Spaltung laufen diese beiden Fäden bevorzugt mit jeweils 30 bzw. 70% in der Herstellung einer Elementarader auf der Basis des Flechtfadens ein. Dieses bevorzugte Verhältnis schließt nicht ein unterschiedliches Verhältnis in dem Maße aus, in dem der organischen, oxydierten Faser ein Vorrang belassen ist.

In bestimmten Anwendungsfällen kann es zur Bildung dieser Elementaradern notwendig sein, der erhaltenen Kunstfaser vorab eine andere Faser zuzuordnen, die spezielle Eigenschaften bietet, die an diese Anwendung angepaßt sind. Wenn man beispielsweise die Eigenschaften durch Wärmeleitfähigkeit der Hülle zu verbessern wünscht, erweist sich der Rückgriff auf ein Material, das eine besondere Wärmebeständigkeit aufweist, beim Fertigstellen der vorgenannten Kunstfaser als besonders sinnvoll. Es muß vermerkt werden, daß diese Hinzufügung eines Materials als ergänzender Faden während der Flechtung durchgeführt werden kann, indem man eine oder mehrere Beschickungsspulen mit diesem speziellen Material beschickt, während die anderen Spulen die Kunstfaser empfangen, die aus der anfänglichen Behandlung hervorgegangen ist.

Eine erste thermische Schutzschicht wird nun dadurch erhalten, daß man einfach unter einem bestimmten Flechtwinkel und von einer vorher festgelegten Anzahl von Spulen ausgehend den Flechtfaden flicht, der vorher erörtert wurde. Soweit möglich, können eine oder mehrere ergänzende Schichten auf diese erste Schicht aufgeflochten werden, indem man einen identischen oder nichtidentischen Flechtwinkel heranzieht.

In den Anwendungsfällen, in denen die Beschränkungen hinsichtlich der Verschmutzung erhöht sind, beispielsweise auf dem Raumfahrtgebiet, kann es notwendig sein, die Wärmeschutzlage(n) mit einer ergänzenden Schicht abzudecken, die es gestattet, die abstehenden Fasern zu unterdrücken, die auf der Höhe der Kunstfaser vorliegen und dem Spaltvorgang entstammen. Eine ergänzende Flechtung auf der Grundlage eines Aramidfadens wie etwa Nomex kann in vollkommener Weise für einen solchen Anti-Verschmutzungs-Schutz ausreichen. In gleicher Weise kann auch eine spezielle Imprägnierung der Hülle ins Auge gefaßt werden. Eine andere Lösung, die nicht auf die Verwendung einer ergänzenden Lage zurückgreift, besteht darin, vor jeglicher Flechtung eine Reinigung der Elementaradern zu bewirken (beispielsweise durch ein Bad).

Diese verschiedenen, übereinanderliegenden Lagen oder gegebenenfalls die einzige Lage (wenn die thermischen Beanspruchungen und die Forderungen hinsichtlich der Verschmutzung weniger hoch sind) bilden somit eine Hülle rund um das zu schützende Element, ob es sich nun um ein Einzelkabel oder um ein Kabelbündel handelt, wobei diese Verkabelung dann keine weiteren Handhabungen als ihr Einsetzen bei den Vorrichtungen erfordert, bei denen sie montiert werden muß. Irgendein ergänzender, spezieller Schritt zum thermischen oder mechanischen Schutz muß während der endgültigen Montage des Geräts nicht ergriffen werden. Somit sind gegenwärtig nicht mehr als 150 Stunden notwendig, um an der Endmontagestelle den thermischen Schutz der Verkabelungen sicherzustellen, die bei einem Raketenmotor der letzten Generation auftreten.

Somit sind die verschiedenen Schritte, die es gestatten, eine thermische Schutzschicht für Kabel oder ein Kabelbündel herzustellen, die folgenden:

a) Bildung von Elementarfasern aus einer vorbestimmten Anzahl von Kunstfasern, die nach der Spaltung und dem Spinnen gewonnen wurden, in bestimmten Anteilen aus einem Aramidfaden und einem voroxydierten Faden,

b) Montage dieser Adern auf einer vorbestimmten Anzahl von Faden-Beschickungs-Spulen oder Wickelkörpern einer Flechtmaschine, und

c) Herstellung der Schutzhülle aus diesen Beschickungsspulen durch Aufflechten dieser Fäden in einem vorbestimmten Winkel unmittelbar rund um das Kabel oder das Kabelbündel, das schützen ist.

Für bestimmte Anwendungsfälle wird der Flechtschritt c) mindestens ein zweitesmal wiederholt, gegebenenfalls mit einer Ausbildung der Flechtung, die sich von der vorausgehenden unterscheidet.

Wenn der Einbau der Verkabelungen strenge Anti-Verschmutzungs-Anforderungen auferlegt, weist zum Unterdrücken faseriger Rückstände, die sich aus dem Spaltvorgang ergeben, dieses Verfahren einen ergänzenden Schritt auf:

d) der entweder darin besteht, die geflochtene Hülle mit einer ergänzenden Schicht aus einem anderen Faden abzudekken, der Reinraum-kompatibel ist und dem Typ "Nomex" angehört, oder darin, eine spezielle Imprägnierung bei der so geflochtenen Hülle durchzuführen, wobei diese Imprägnierung eine Spritzwasserdichte gegenüber Flüssigkeiten sicherstellt, die in Berührung mit dieser Hülle treten können. Eine alternative Lösung steht darin, daß man einen zusätzlichen Schritt zwischen den Schritten a) und b) einfügt, der im Kämmen der Elementaradern besteht, um so eine Reinigung des zu verflechtenden Fadens durchzuführen.

Die Fig. 2a bis 2c und 3a bis 3c zeigen zwei Ausführungsbeispiele des Flechtens einer Hülle, die ein Kabelbündel 20 umgibt, das eine Hauptlitze 21 aufweist, zu der mehrere Nebenabzweigungen 22, 23, 24 hinzukommen, die mit der Hauptlitze eine Gabelung bilden (siehe die Fig. 2a und 3a).

In der ersten Ausführungsform der Fig. 2a bis 2c werden zunächst die Nebenabzweigungen umflochten, die von einer Hülle 4 abgedeckt sind, wobei diese Flechtung vorgenommen wird, bis Halterungen 30 umfaßt sind (Bänder, Ringe usw.), die an den Abzweigungen der Hauptlitze angeordnet sind. Dann kann die Hauptlitze in einem einzigen Gang umflochten werden, wobei die Hülle 40 nun den vorausgehenden geflochtenen Abschnitt abdeckt, der die Haltebänder abdeckt. Das Element mit dem Bezugszeichen 41 entspricht dem, was man üblicherweise als "Flechtschwanz" bezeichnet; dieser kann ein Befestigungsmittel für die Hülle an ihrem aufnehmenden Aufbau sein.

In dem zweiten Ausführungsbeispiel der Fig. 3a bis 3c werden in einem ersten Schritt lediglich die freien Enden des Kabelbündels umflochten, d.h. die Nebenabzweigungen 22 bis 24, sowie das Ende der Hauptlitze 25. Dann wird die Hauptlitze 21 umflochten, was die noch nicht geschützen Abschnitte des Kabelbündels abdeckt, wobei ein vor- und rücklaufender Abschnitt 45 auf der Höhe der Abzweigungen mit den Nebenabzweigungen eingebracht wird, um eine optische, maximale Abdeckung ohne Unterbrechung des Flechtvorganges sicherzustellen.

Es ist ersichtlich, daß diese beiden bevorzugten Ausführungsformen in keiner Weise einschränkend sind und auch andere, herkömmlichere Formen ebenso eingesetzt werden können, ohne daß man den Rahmen der Erfindung verläßt.


Anspruch[de]

1. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, die durch unmittelbares Umflechten des zu schützenden Elements erhalten wurde, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine geflochtene Lage aus Flechtfäden aufweist, die aus mehreren Elementaradern gebildet sind, die durch Verflechten von Kunsüfasern geformt sind, die nach dem Spalten und Spinnen aus einer Aramidfaser und einer oxydierten, verkohlbaren, organischen Faser erhalten wurden.

2. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die organische, oxydierte, verkohlbare Faser den größeren Teil der Kunstfasern bildet, die die Elementarader des Flechtfasern bilden.

3. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Material in Form eines ergänzenden Fadens den genannten beiden Kunstfäden zugeordnet ist, um die Elementaradern zu bilden.

4. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß dieses ergänzende Material ein Material ist, das die thermischen Schutzeigenschaften durch Übertragung verbessert.

5. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die so geflochtene Hülle von einem Geflecht auf der Grundlage von Aramidfasern abgedeckt ist.

6. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine oder mehrere andere geflochtene Lagen aufweist, die über der anfänglichen Lage liegen, wobei die Ausbildungen der Flechtung der verschiedenen Lagen unterschiedlich sein können.

7. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, nach Anspruch 1 oder Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine zusätzliche Lage aufweist, die dazu bestimmt ist, faserige Rückstände zu neutralisieren, die sich aus dem Spaltvorganag ergeben haben.

8. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß diese zusätzliche Lage auf der Grundlage von Aramidfasern geflochten ist.

9. Hülle zum thermischen und mechanischen Schutz von Kabeln und Kabelbündeln, nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß diese zusätzliche Lage durch eine besondere Imprägnierung der Hülle ausgeführt ist, die für sie außerdem eine Abdichtung gegenüber Spritzwasser sicherstellt.







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