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Dokumentenidentifikation DE69217064T2 07.08.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0598773
Titel BLASFORMBARE THERMOPLASTISCHE POLYAMIDZUSAMMENSETZUNG
Anmelder E.I. du Pont de Nemours & Co., Wilmington, Del., US
Erfinder KATSAROS, James, Dean, Beaumont, TX 77706, US;
SUBRAMANIAN, Pallatheri, Manackal, Hockessin, DE 19707, US;
SWAIN, Donald, Rodger, Middletown, DE 19709, US
Vertreter Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner et col., 50667 Köln
DE-Aktenzeichen 69217064
Vertragsstaaten BE, DE, ES, FR, GB, IT, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 07.08.1992
EP-Aktenzeichen 929168565
WO-Anmeldetag 07.08.1992
PCT-Aktenzeichen US9206410
WO-Veröffentlichungsnummer 9304129
WO-Veröffentlichungsdatum 04.03.1993
EP-Offenlegungsdatum 01.06.1994
EP date of grant 22.01.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.1997
IPC-Hauptklasse C08L 77/00
IPC-Nebenklasse C08L 23/08   C08L 23/02   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung bezieht sich aufflexible, durch Blasformen formbare thermoplastische Polyamid-Pfropf-Zusammensetzungen, die ausgezeichnete Eigenschaften bei hohen Temperaturen aufweisen und bei niedrigen Temperaturen zäh sind.

Hintergrund der Erfindung

Es ist bekannt, daß Polyamid-Zusammensetzungen verbesserte Eigenschaften bei hohen Temperaturen aufweisen und im breiten Maße als technische Kunststoff-Formmassen verwendet werden. Derartige Zusammensetzungen haben jedoch eine geringe Festigkeit der Schmelze und lassen sich durch Blasformverfahren - dem Verfahren, das im industriellen Maßstab zur Herstellung von Hohlgefäßen am üblichsten verwendet wird - schwierig verarbeiten. Demgemäß sind hohle Polyamid-Gefäße, die außergewöhnliche Eigenschaften bei hohen Temperaturen aufweisen, nicht leicht erhältlich.

Eine Lösung dieses Problems ist das Vermischen der Polyamid- Zusammensetzung mit Materialien, die die Festigkeit der Schmelze erhöhen und die Schmelzviskosität modifizieren. Z.B. wird im US Patent 4 804 703 offenbart, daß Zusammensetzungen gebildet werden, die sich leicht durch Blasformen verarbeiten lassen, wenn Mischungen fibrillierbarer Fluorpolymerharze und ionischer Copolymerer von Ethylen mit α,β-ungesättigten Carbonsäuren zu mineralisch verstärkten, halbkristallinen Polyamiden gegeben werden. Mineralisch verstärkte Polyamide sind jedoch ziemlich steife Zusammensetzungen, die nicht bei Anwendungen verwendet werden können, in denen eine beträchtliche Menge an Flexibilität notwendig ist, wie schlagfesten Behältern, insbesondere großen Behältern, die für Anwendungen entworfen werden, bei denen sowohl hohe als auch tiefe Temperaturen vorliegen, z.B. Luftkanälen im Automotor und Resonatoren.

So besteht in der Technik ein Bedarf an einer Polyamid-Zusammensetzung, die außergewöhnliche Eigenschaften über einen breiten Temperaturbereich aufweist und die zusätzlich dazu flexibel sowie durch Blasformen formbar ist.

Kurzbeschreibung der Erfindung

Es wurde nun gefunden, daß flexible, durch Blasformen formbare Polyamid-Zusammensetzungen tatsächlich hergestellt werden können, die gute Zugeigenschaften bei hohen Temperaturen haben sowie bei tiefen Temperaturen zäh sind. Diese neuartigen Zusammensetzungen sind Polymer-Legierungen, umfassend a) ein Polyamid, b) ein Copolymer von Ethylen und wenigstens einer α,β-ungesättigten Carbonsäure oder ein Ionomer derselben, c) ein Copolymer von Ethylen und einem Epoxid und d) ein fibrillierbares Fluorpolymer.

Insbesondere umfaßt die thermoplastische, durch Blasformen formbare Zusammensetzung ein Blend von:

(a) 40-60 Gew.-% Polyamid,

(b) 20-58 Gew.-% eines ersten Ethylen-Copolymers, das aus der Gruppe, bestehend aus Copolymeren von Ethylen und 5-15 Gew.-% wenigstens einer α,β-ethylenisch ungesättigten Carbonsäure mit 3-8 Kohlenstoffatomen und Ionomeren der Ethylen-Copolymere, ausgewählt ist,

(c) 1-20 Gew.-% eines zweiten Ethylen-Copolymers, das interpolymerisierte Einheiten von Ethylen und 1-10 Gew.-% eines α, β-ethylenisch ungesättigten aliphatischen Epoxids mit 4-20 Kohlenstoffatome aufweist, und in dem Blend von (a), (b) und (c) in einer im wesentlichen gleichförmigen Weise dispergiert ist,

(d) 0,1-0,6 Gew.-% eines fibrillierbaren Fluorpolymers.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Die Polymer-Zusammensetzungen der Erfindung sind flexible, wärmebeständige thermoplastische Polyamid-Zusammensetzungen, die insbesondere für das Blasformen geeignet sind. Sie besitzen eine teilweise gepfropfe Struktur und eine kontinuierliche Polyamidphase. Die teilweise gepfropfe Struktur ergibt sich aus der Umsetzung der Ethylen/Epoxid-Copolymer-Komponente der Zusammensetzung mit sowohl der Polyamid-Komponente als auch der Ethylen/Säure-Copolymer-Komponente. Es wird angenommen, daß dieses morphologische Merkmal für die Kombination von Festigkeit und Flexibilität verantwortlich ist, die die neuartigen Zusammensetzungen der Erfindung aufweist. Da die Polyamid-Komponente die kontinuierliche Phase ist, weisen die Zusammensetzungen auch eine ausgezeichnete Zugfestigkeit bei hoher Temperatur auf, während der Einbau des fibrillierbaren Fluorpolymers die Festigkeit der Schmelze ergibt, die für die Blasformbarkeit notwendig ist. Unter ausgezeichneter Festigkeit bei hoher Temperatur versteht man, daß die Zusammensetzungen wenigstens eine 30 %ige Rückhaltung der Zugfestigkeit aufweisen, wenn sie bei 150ºC getestet werden, gegenüber den Wert, der beim Testen bei 23ºC erhalten wird, und daß die Rückhaltung der Bruchdehnung bei 23ºC nach einer Wärmealterung bei 150ºC während 14 Tagen mehr als 30 % beträgt.

Polyamidharze, die in der Praxis der Erfindung brauchbar sind, sind in der Technik wohlbekannt und umfassen solche, die in US-A-4 174 358; 3 393 210; 2 512 606; 2 312 966 und 2 241 322 beschrieben sind. In diesen eingeschlossen sind semikristalline und amorphe Harze mit Molmassen von wenigstens 5000, die z.B. durch Kondensations-Polymerisation äquimolarer Mengen von gesättigten Dicarbonsäuren, die 4 bis 12 Kohlenstoffatome enthalten, mit Diaminen, durch Ringöffnungs-Polymerisation von Lactamen oder durch Copolymerisation von Polyamiden mit anderen Komponenten - um z.B. Polyether-Polyamid-Blockcopolymere zu bilden - hergestellt werden können. Beispiele von Polyamiden umfassen Polyhexamethylenadipinsäureamid (Nylon 66), Polyhexamethylenazelainsäureamid (Nylon 69), Polyhexamethylensebacinsäureamid (Nylon 610), Polyhexamethylendodecansäureamid (Nylon 612), Polydodecamethylendodecansäureamid (Nylon 1212), Polycaprolactam (Nylon 6), Polylaurinsäurelactam, Poly-11- aminoundocansäure und Copolymere von Adipinsäure, Isophthalsäure und Hexamethylendiamin. Bevorzugte Polyamide umfassen solche Polyamide, die Schmelzpunkte unterhalb von 230ºC haben, z.B. Nylon 6, Nylon 612 und Nylon 1212. Die Polyamid-Komponente der Zusammensetzung sollte in Mengen von 40-60 Gew.-%, vorzugsweise 45-50 Gew.-%, vorliegen. Wenn weniger als 40 Gew.-% vorliegen, sind die Eigenschaften bei hohen Temperaturen beeinträchtigt, während die Zähigkeit bei niedriger Temperatur beeinträchtigt wird, wenn mehr als 60 Gew.-% vorliegen.

Die Ethylen/Säure-Copolymer-Komponente der Zusammensetzung ist entweder ein Copolymer von Ethylen und wenigstens einer α, β- ethylenisch-ungesättigten Carbonsäure oder eines Ionomers derselben. Die Carbonsäure kann 3 bis 8 Kohlenstoffatome, vorzugsweise 3-6 Kohlenstoffatome, enthalten und liegt in dem Copolymer in Mengen von 5-15 Gew.-% vor. Beispiele derartiger Copolymerer unfassen Ethylen/Acrylsäure, Ethylen/Methacrylsäure, Ethylen/Methacrylsäure/n-Butylacrylat, Ethylen/- Acrylsäure/Ethylvinylether, Ethylen/Methylacrylat/Monoethylhydrogenmaleat, Ethylen/Ethylacrylat/Monoethylhydrogenfumarat und Ethylen/Itaconsäure. Vorzugsweise ist das Ethylen/Säure-Copolymer ein Terpolymer von Ethylen, einem Alkylacrylat und Methacrylsäure, und am meisten bevorzugt ist das Alkylacrylat n-Butylacrylat, da die Zähigkeit bei niedriger Temperatur in derartigen Zusammensetzungen verstärkt ist.

Ionomere der Ethylen/Säure-Copolymere können anstelle der Copolymere selbst verwendet werden. Die Säuregruppen des Ionomers sind im allgemeinen zu 10-90 % mit einwertigen, zweiwertigen oder dreiwertigen Metallionen neutralisiert, um Ethylen/Säure-Copolymer-Salze zu bilden. Vorzugsweise beträgt der Neutralisationsgrad 50-90 %. Geeignete Metallionen umfassen Natrium, Zink, Aluminium, Magnesium, Kalium, Calcium und Lithium. Es wird bevorzugt, daß das Ethylen/Säure-Copolymer ein Ionomer ist, da so den Zusammensetzungen der Erfindung eine größere Festigkeit erteilt wird. Das Ethylen/Säure-Copolymer oder -Ionomer liegt in den Zusammensetzungen der Erfindung in Mengen, vorzugsweise von 20-58 Gew.-%, vor, die ausreichend sind, um eine angemessene Flexibilität und angemessene Eigenschaften bei niedrigen Temperaturen bereitzustellen.

Ein wichtiges Merkmal der Erfindung ist das Vorliegen der Ethylen/α, β-ethylenisch-ungesättigten, aliphatischen Epoxid- Copolymer-Komponente in der Zusammensetzung. Dieses Copolymer kann Pfropfreaktionen mit sowohl der Polyamid- als auch der Ethylen/Säure-Copolymer-Komponente durchführen, um die teilweise vernetzte Matrix zu bilden, von der angenommen wird, daß sie für die elastomeren Eigenschaften verantwortlich ist, die den thermoplas tischen Polyamid-Zusammensetzungen zugeordnet werden. Das Copolymer enthält copolymerisierte Struktureinheiten von Ethylen und α, β-ethylenisch-ungesättigten, aliphatischen Epoxiden. Die ungesättigten Epoxide enthalten 4-20 Kohlenstoffatome und liegen in dem Ethylen-Copolymer in Mengen von 1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 3-6 Gew.-%, vor. Repräsentative Beispiele umfassen Glycidylacrylat, Glycidylmethacrylat, Allylglycidylether, Vinylglycidylether, Glycidylitaconat und 3,4-Epoxybutylmethacrylat. Vorzugsweise enthält das Copolymer auch copolymerisierte Struktureinheiten von C&sub1; bis C&sub1;&sub2;-Alkylestern von entweder Acrylsäure oder Methacrylsäure Wenn copolymerisierte Alkylacrylate oder -methacrylate in dem Copolymer vorliegen, wird es bevorzugt, daß sie in Mengen von wenigstens 20 % vorliegen. Beispiele geeigneter Monomerer umfassen z.B. Methylacrylat, Ethylacrylat, Butylacrylat, Ethylhexylmethacrylat, Methylmethacrylat, Dodecylmethacrylat und Dodecylacrylat. Butylacrylat wird bevorzugt, da die Schlagzähigkeit bei niedriger Temperatur in Zusammensetzungen der Erfindung optimiert ist, wenn das Ethylen/α, β-ethylenisch ungesättigte, aliphatische Epoxid-Copolymer copolymerisiertes Butylacrylat enthält. Bevorzugte Ethylen-Copolymer-Pfropfreagenzien sind Ethylen/n-Butylacrylat/Glycidylmethacrylat und Ethylen/Methylacrylat/Glycidylacrylat. Die Menge des Ethylen/- Epoxid-Copolymers in der Polymerblend-Zusammensetzung sollte zwischen 1 und 20 Gew.-% betragen. Mengen von weniger als 1 Gew.-% ergeben eine ungenügende Pfropfung, und Mengen von mehr als 20 Gew.-% ergeben einen derartig hohen Pfropfungsgrad, daß die Zusammensetzungen unbearbeitbar werden.

Die fibrillierbaren Fluorpolymere, die in den Zusammensetzungen der Erfindung brauchbar sind, sind vorzugsweise solche Tetrafluorethylen-Copolymere, die durch das Dispersions- oder Emulsions-Polymerisationsverfahren hergestellt werden, bei denen die Polymerteilchen während der Polymerisation in der Reaktionsmischung dispergiert bleiben. Die Teilchen bilden unter dem Einfluß von Scherkräften Fibrillen, während sie mit den Polyamid- und Ethylen-Copolymer-Komponenten der Erfindung vermischt werden. Fibrillierbare Fluorpolymere sind in der Technik wohlbekannt und im Handel erhältlich. Derartige Zusammensetzungen werden z.B. in US-A-3 142 665 und 4 016 345 beschrieben. Im Handel erhältliche Typen umfassen Alphaflex - Polytetrafluorethylen-Harz, erhältlich von Alphaflex Indu stries, Inc., und Teflon TFE-Fluorkohlenstoff-Harz-Qualitäten 6, 60, 6C und 62, die von E.I. Du Pont de Nemours & Co. erhältlich sind. Die Menge des fibrillierbaren Fluorpolymers in dem Polymerblend reicht von 0,1-0,6 Gew.-%. Bei diesen Gehalten sind die Durchhängebeständigkeit und die Festigkeit der Schmelze der Blend-Zusammensetzungen ausreichend hoch, so daß sie durch Blasformen geformt werden können. Bestimmte fibrillierbare Tetrafluorethylen-Polymere, insbesondere solche, die hohe Gehalte an Fibrillenbildung aufweisen, haben eine Neigung zum Agglomerieren bei der Extrusion. Es wird daher bevorzugt, fibrillierbare Tetrafluorethylen-Polymere zu verwenden, die mäßige Fibrillenbildungsgrade aufweisen, um die Blends der Erfindung herzustellen, so daß das fibrillierbare Fluorpolymer in dem Blend in einer im wesentlichen gleichförmigen Weise dispergiert ist.

Die Polymerblends, d.h. Legierungen, der Erfindung werden vorzugsweise durch Vermischen in der Schmelze unter den Bedingungen eines starken Scherens hergestellt. Die separaten Bestandteile können als ein Pellet-Blend kombiniert werden oder können durch gleichzeitiges oder separates Zudosieren der verschiedenen Komponenten vermischt werden. Sie können auch aufgeteilt werden und in einem Schritt oder in mehreren Schritten in eine oder mehrere Bereiche der Vermischungsapparatur mit hoher Scherkraft, wie z.B. Extruder, Banbury- Mischer oder Kneter, eingemischt werden. Durch die Bedingungen des starken Scherens wird gewährleistet, daß das angemessene Dispergieren der Komponenten erfolgt, was die Pfropfreaktion und die Bildung der kontinuierlichen Polyamidphase begünstigt. Diese Zusammensetzungen können dann durch Extrusionsblasen geformt werden, um hohle Behälter zu bilden. Durch Blasformen geformte Rohlinge, die aus den Legierungen hergestellt werden, sind in ausreichendem Maße zäh, um beim Fallenlassen von Höhen von zehn Fuß bei Temperaturen von 0ºC dem Zerbrechen zu widerstehen, wobei einige Zusammensetzungen befähigt sind, dem Zerbrechen bei so niedrigen Temperaturen wie -40ºC zu widerstehen. Zusätzlich dazu hängen Behälter mit so großen Volumina wie 68 l (18 Gallonen) mit guter Integrität, d.h. mit minimalem Durchhängen, während des Verfahrens des Blasformens und behalten gleichförmige Wanddicken bei, was alles die überragende Festigkeit der Schmelze illustriert, die mit diesen Materialien verbunden ist. Weiterhin behalten die Zusammensetzungen mehr als 30 % ihrer ursprünglichen Bruchdehnung bei Raumtemperatur nach einer Alterung von 14 Tagen bei 150ºC bei, und die Zugfestigkeit bei hohen Temperaturen wird nicht beeinträchtigt. So behalten die Zusammensetzungen der Erfindung die verbesserten Hochtemperatur-Zugeigenschaften von Polyamiden bei, sind jedoch flexibel, durch Blasformen formbar und weisen eine überragende Zähigkeit bei tiefer Temperatur auf.

Verschiedene, üblicherweise verwendete Additive wie Antioxidationsmittel, Weichmacher und Füllstoffe können den Polymerblends der Erfindung in Mengen zugefügt werden, die es erlauben, daß sie ihre Flexibilität beibehalten. Derartige Materialien können ohne nachteilige Wirkungen in Mengen bis zu 10 Gew.-% zugefügt werden.

Obwohl die Zusammensetzungen der Erfindung in einer Vielzahl von Anwendungen, wie Schlauchspritzen, Spritzgießen und Rohrbeschichten, verwendet werden können, sind sie insbesondere für die Herstellung durch Blasformen geformter großer Behälter geeignet, insbesondere von Behältern, die über einen breiten Temperaturbereich Festigkeit und Zähigkeit benötigen.

Beispiele

Die folgenden Tests wurden verwendet, um die Zusammensetzungen der Erfindung zu bewerten.

Zeitspanne des Hänpens

Pelletisiertes Polymerharz wird einer Extrusionsblasform- Maschine zugefügt, die mit einer 1 Quart-Flaschenform versehen ist. Die Zeitspanne des Hängens ist die in Sekunden gemessene Zeitspanne, welche der extrudierte Rohling mit guter Integrität hängt und vor dem Abfallen von der Speicher-Kopfdüse nur geringfügig durchhängt. Dieser Test ist ein Maß für die Fähigkeit des Rohlings, bei der Produktion eine gleichförmige Wanddicke beizubehalten.

Spannung der Schmelze

Durchgeführt mit einem Gottfert Rheotens-Instrument, das mit einem Gottfert Rheograph 2001-Kolben-Rheometer gemäß den Standard-Arbeitsweisen, die in den Bedienungsanweisungen für diese Ausrüstungsstücke angegeben werden, verwendet wird. Das Kolben-Pheometer wurde bei 240ºC mit einer Düse eines Durchmessers von 2 mm und einer Länge von 10 mm bei einer Kopfgeschwindigkeit von 0,067 mm/s betrieben. Das Rheotens-Instrument wurde bei Ausziehvorrichtungs-Geschwindigkeiten von 1 cm/s betrieben.

Strecken der Schmelze

Durchgeführt mit dem Gottfert Rheotens-Instrument, das für den Test der Spannung der Schmelze beschrieben wurde. Ein Strang eines Polymers wird von dem Kapillar-Rheometer durch eine Reihe von genuteten Scheiben mit einer Geschwindigkeit von 1 cm/s geführt. Zusammensetzungen, die ihre Integrität bei dieser Geschwindigkeit beibehalten können, bestehen den Test. Solche, die brechen, bestehen den Test nicht. Dieser Test simuliert die Elastizität der Schmelze und erlaubt es, die Neigung der durch Blasformen geformten Rohlinge beim Hängen zu zerbrechen, zu beurteilen.

Fallenlassen der Flasche

Sieben durch Blasfprmen geformte 1 Quart-Flaschen von 100 g werden jeweils mit Ethylenglycol gefüllt und durch Kühlung während einer Zeitspanne von 24 Stunden auf -20ºC abgekühlt. Jede Flasche wird dann aus einer Höhe von 6,08 m (20 Fuß) fallengelassen. Solche Flaschen, die ein Zerschlagen aufgrund der Sprödigkeit aufweisen, bestehen den Test nicht. Dieser Test mißt die Schlagfestigkeit bei tiefen Temperaturen und die Beständigkeit gegenüber Automobil-Kraftstoff-Zusammenset- Zungen.

Zugfestigkeit - ASTM D412 Bruchdehnung - ASTM D412

Die folgenden Beispiele erläutern bestimmte bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung, worin alle Mengen Gewichtsteile darstellen.

Beispiel 1

Zu 45 Teilen Nylon 6 (Mn = 14 000) wurden 39,8 Teile eines zu 70 % neutralisierten Zink-Ionomers eines Ethylen/24% -n-Butylacrylat/8,5 % Methacrylsäure-Terpolymers (Schmelzindex: 0,5 dg/10 min), 10 Teile eines Ethylen/28%-n-Butylacrylat/5,2% Glycidylmethacrylat-Terpolymers (Schmelzindex: 20 dg/10 min) 0,25 Teile eines fibrillierbaren Polytetrafluorethylen-Harzes (Alphaflex I Polytetrafluorethylen-Harz), 1,0 Teile Zinkstearat, 2,0 Teile Ampacet 19238 Ruß, 1,5 Teile Irganox 1098 [N, N'-Hexamethylen-bis-(3,5-di-t-butyl)-4-hydrozimtsäureamid] und 0,5 Teile Irganox 1010 [Tetrakis(methylen-3,5-di-t-butyl- 4-hydroxyhydrocinnamat)methan] gegeben. Diese Mischung wurde in einen Polyethylenbeutel gegeben und mit einem Trommelmischer vermischt, bis ein homogenes Blend erhalten wurde. Das sich ergebende trockene Blend wurde in einem Doppelschneckenextruder eines Durchmessers von 28 mm und einem Länge-zu- Durchmesser-Verhältnis von 27,5 von Werner und Pfleiderer in der Schmelze vermischt. Die verwendete Schnecke war eine Mehrzweck-Schnecke mit einer Vakuum-Option, die aus Elementen bestand, um das Beschickungsmaterial von der Speisezone zur Schmelzzone zu transportieren, in der das Material komprimiert wurde, und das Schmelzen begann. Ein weiterer Bereich von Knetblöcken mit anschließenden Umkehrelementen stellte eine hohe Scherung und einen hohen Druck bereit, um die Scher- und Mischverfahren fortzusetzen. Die Umkehrelemente dienten auch zur Bereitstellung eines Schmelzeverschlusses, wonach die Schmelze in einem Vakuumbereich entspannt wurde. Nach der Vakuumzone wurde die Schmelze wieder kopmprimiert und ging durch Knetblöcke und Unkehrelemente hindurch, welche einen zweiten Vakuumverschluß bereitstellten. Die Schmelze wurde dann beim Hindurchgehen durch den Extruder und dem Herauskommen aus der Düse erneut komprimiert und vermischt. Der Extruder-Zylinder und die Düse waren auf eine Temperatur von 235ºC eingestellt, und das Harz wurde mit eine Geschwindigkeit von 7 kg/h extrudiert. Die Temperatur der Schmelze, die die Extruderdüse verläßt, betrug 270ºC. Der Schmelzstrang, der den Extruder verläßt, wurde in Wasser abgeschreckt und zu Pellets geschnitten. Das pelletisierte Produkt wurde in einem Vakuumofen unter Stickstoff getrocknet, und das getrocknete Harz wurde unter Verwendung einer Extrusionsblasformmaschinehergestellt von Hayssen, Inc. - und einer 1 Quart-Flaschenform durch Blasformen geformt. Die Zusammensetzung wies eine ausgezeichnete Festigkeit der Schmelze auf, wie in der Tabelle I gezeigt wird.

Beispiel 2 (Vergleich)

Die im Beispiel 1 beschriebene Arbeitsweise wurde unter Verwendung der gleichen Bestandteile im wesentlichen wiederholt, außer daß kein fibrillierbares Fluorpolymer-Harz in der Zusammensetzung vorlag. Die Eigenschaften der Zusammensetzung werden in der Tabelle I gezeigt.

Tabelle I

Die Daten weisen darauf hin, daß die Zusammensetzung der Erfindung ausgezeichnete Eigenschaften bei hohen Temperaturen mit einer guten Tieftemperatur-Zähigkeit und Blasformbarkeit vereint. Dies zeigt sich durch eine 65 %ige Rückhaltung der Bruchdehnung nach der Alterung durch Wärme, ein siebenmaliges Bestehen des Tests des Fallenlassens der Flasche bei -20ºC und eine Zeitspanne des Hängens von mehr als 30 Sekunden. Jedoch wäre die Zusammensetzung des Vergleichsbeispiels für das Blasformen. nicht geeignet, wie aus der Zeitspanne des Hängens von nur 9 Sekunden und der niedrigen Spannung der Schmelze ersichtlich ist, was ein Durchhängen des Rohlings während des Blasformens ergeben würde.

Beispiel 3

Das Beispiel 1 wurde unter Verwendung der gleichen Mengen, Bestandteile und der gleichen Arbeitsweise wiederholt, außer daß anstelle von 0,25 Teilen 0,50 Teile fibrillierbares Polytetrafluorethylen-Harz (Alphaflex I Polytetrafluorethylen- Harz) verwendet wurden. Die physikalischen Eigenschaften sind in der Tabelle II aufgeführt.

Tabelle II

Beispiel 4

Die im Beispiel 1 beschriebene Arbeitsweise wurde unter Verwendung der gleichen Bestandteile im wesentlichen wiederholt, außer daß anstelle von 0,25 Teilen Alphaflex I Polytetrafluorethylen-Harz 0,25 Teile Teflon 6C-Polytetrafluorethylen - ein fibrillierbares Fluorpolymer - in der Zusammensetzung vorlagen. Die Eigenschaften der Zusammensetzung sind in der Tabelle III aufgeführt.

Tabelle III

Die Daten weisen darauf hin, daß die Zusammensetzung der Erfindung ausgezeichnete Eigenschaften bei hohen Temperaturen und eine ausgezeichnete Blasformbarkeit vereint.


Anspruch[de]

1. Flexible, thermoplastische, durch Blasformen formbare Zusammensetzung, die ein Blend aus:

(a) 40-60 Gew.-% Polyamid,

(b) 20-58 Gew.-% eines ersten Ethylen-Copolymers, das aus der Gruppe, bestehend aus Copolymeren von Ethylen und 5-15 Gew.-% wenigstens einer α, β-ethylenisch ungesättigten Carbonsäure mit 3-8 Kohlenstoffatomen und Ionomeren der Ethylen-Copolymere, ausgewählt ist,

(c) 1-20 Gew.-% eines zweiten Ethylen-Copolymers, das interpolymerisierte Einheiten von Ethylen und 1-10 Gew.-% eines α, β-ethylenisch ungesättigten aliphatischen Epoxids mit 4-20 Kohlenstoffatome aufweist, und in dem Blend von (a), (b) und (c) in einer im wesentlichen gleichförmigen Weise dispergiert ist,

(d) 0,1-0,6 Gew.-% eines fibrillierbaren Fluorpolymers, umfaßt.

2. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, worin das erste Ethylen-Copolymer ein Ionomer ist.

3. Zusammensetzung gemäß Anspruch 2, worin das Ionomer zu 50-90 % mit Metallionen neutralisiert ist.

4. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, worin das erste Ethylen-Copolymer ein Ionomer eines Terpolymers ist, das copolymerisierte Einheiten von Ethylen, n-Butylacrylat und Methacrylsäure enthält.

5. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, worin das zweite Ethylen-Copolymer copolymerisierte Glycidylmethacrylat- Einheiten enthält.

6. Zusammensetzung gemäß Anspruch 5, worin das Ethylen- Copolymer ein Ethylenln-Butylacrylat/Glycidylmethacrylat-Copolymer ist.

7. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, worin das fibrillierbare Fluorpolymer fibrillierbares Polytetrafluorethylen- Homopolymer ist.

8. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, worin das Polyamid Nylon 6, Nylon 612 oder Nylon 1212 ist.







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