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Dokumentenidentifikation DE69218394T2 18.09.1997
EP-Veröffentlichungsnummer 0553556
Titel Polyphenylenether/Polyamidzusammensetzungen
Anmelder General Electric Co., Schenectady, N.Y., US
Erfinder Chambers, Gregory Robert, Newburgh, Indiana 47630, US
Vertreter Schüler, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 60329 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 69218394
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 15.12.1992
EP-Aktenzeichen 923114565
EP-Offenlegungsdatum 04.08.1993
EP date of grant 19.03.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.09.1997
IPC-Hauptklasse C08L 77/00
IPC-Nebenklasse C08L 71/12   C08L 77/06   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf thermoplastische Zusammensetzungen, die ein Polyphenylenäther-Polymer und ein Polyamid umfassen. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung solche Zusammensetzungen, die eine verbesserte Schmelzfestigkeit aufweisen und die für die Verwendung von Blasform-Anwendungen vorteilhaft sind.

Hintergrund der Erfindung

Polyphenylenäther-Harze sind in der Technik gut bekannt und weisen eine erwünschte Kombination von chemischen, physikalischen und elektrischen Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich auf. Diese Kombination von Eigenschaften macht Polyphenylenäther-Harze zur Verwendung in einem weiten Bereich von Anwendungen geeignet. Oftmals werden Polyphenylenäther-Harze mit anderen Harzen gemischt, um ihre chemische Beständigkeit, ihre Verarbeitbarkeit und/oder andere Eigenschaften zu verbessern und ihre Anwendungsgebiete zu vergrößern.

Mischungen von Polyphenylenäther-Polymeren mit Polyamiden sind ebenfalls in der Technik gut bekannt. Im allgemeinen besitzen Polyamide eine gute Kombination von Festigkeit, Zähigkeit und Beständigkeit gegenüber Lösungsmitteln. Es sind Mischungen von Polyphenylenäther-Polymeren geschaffen worden, die gute Lösungsmittelbeständigkeit und hohe Temperaturbeständigkeit aufweisen. Infolge der zahlreichen Anwendungen, die die Verwendung von thermoplastischen Zusammensetzungen erfordern, die eine solche erwünschte Kombination von Eigenschaften aufweisen, ist es wichtig, daß Mischzusammensetzungen von Polyphenylenäther-Polymer und Polyamid durch Anwendung von Blasform-Verfahren, Profil- Extrusions-Verfahren, Folien-Extrusions-Verfahren und dergleichen zu gestalteten Gegenständen ausgeformt werden können.

Zusammenfassung der Erfindung

Demzufolge ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, thermoplastische Zusammensetzungen zu schaffen, die ein Polyphenylenäther-Polymer und ein Polyamid umfassen. Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, solche Zusammensetzungen zu schaffen, die eine verbesserte Schmelzfestigkeit aufweisen. Es ist eine damit in Beziehung stehende Aufgabe, thermoplastische Zusammensetzungen zu schaffen, die ein Polyphenylenäther-Polymer und ein Polyamid umfassen, wobei diese Zusammensetzungen in gestaltete Gegenstände blasgeformt werden können.

Diese und andere zusätzliche Aufgaben werden durch die thermoplastischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung geschaffen, die 5 bis 95 Gewichtsprozent eines Polyphenylenäther-Polymeren und 5 bis 95 Gewichtsprozent eines Polyamids umfassen, worin das Polyamid aus einem Diamin, einem zweiten Amin, das aus sekundären Triaminen und Polyammen ausgewählt wird, und einer Dicarbonsäure gebildet wird. Das zweite Amin ist in einer Menge eingeschlossen, die ausreicht, um die Schmelzfestigkeit der Zusammensetzungen zu verbessern. Der gegenwärtige Erfinder hat festgestellt, daß Polyamide, die aus einem Diamin, einem zweiten Amin, das aus sekundären Triaminen und Polyaminen ausgewählt wird, und einer Dicarbonsäure in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung gebildet werden, mit Polyphenylenäther-Polymeren gemischt werden können, um Mischungen mit verbesserter Schmelzfestigkeit und Blasformbarkeit zu schaffen.

Diese und zusätzliche Aufgaben und Vorteile werden im Hinblick auf die folgende detaillierte Beschreibung besser offenkundig.

Detaillierte Beschreibung

Die vorliegenden thermoplastischen Zusammensetzungen umfassen 5 bis 95 Gewichtsprozent eines Polyphenylenäther- Polymeren und 5 bis 95 Gewichtsprozent eines Polyamids. Die Zusammensetzungen weisen im Vergleich mit konventionellen Polyphenylenäther-Polymer-Polyamid Mischzusammensetzungen, welche das hierin beschriebene neuartige Polyamid nicht enthalten, verbesserte Schmelzfestigkeit auf. Die Zusammensetzungen sind besonders für den Gebrauch in verschiedenen Verarbeitungsverfahren geeignet, die eine verbesserte Schmelzfestigkeit erfordern, zum Beispiel Blasformen, Profil-Extrusion und Folien-Extrusion. Im Kontext mit der vorliegenden Erfindung wird eine Verbesserung in der Schmelzfestigkeit durch eine Erhöhung des R*-Wertes nachgewiesen, der als das Verhältnis der niedrigen Scherraten-Viskositat bei 1 Sek.&supmin;¹ der Zusammensetzung zu der hohen Scherraten-Viskosität bei 100 Sek.&supmin;¹ bei einer vorbestimmten Verarbeitungstemperatur:

R*=(Viskosität bei 1 Sek.&supmin;¹)/(Viskosität bei 100 Sek&supmin;¹) definiert wird.

Zahlreiche Experimente haben gezeigt, daß die optimale Temperatur für die Extrusion von Rohlingen in einem Blasform-Verfahren die Temperatur ist, bei der die Scherraten- Viskosität des Materials 20 000 Poise bei 100 Sek.&supmin;¹ beträgt. R* wird dann als R = (Viskosität bei 1 Sek.&supmin;¹/ 20 000 Poise) definiert, wobei die niedrige Scher-Viskosität bei der optimalen Schmelztemperatur gemessen wird. Wegen weiterer Einzelheiten betreffend den R*-Wert, siehe Abolins u.a., US-Patent Nr. 4,900,786 und T.P.Dunton u.a., Polymer Systems Technology, Memo Report PST 83-6.

Polyphenylenäther-Polymere sind in der Technik wohl bekannt undbestehen im allgemeinen aus der Formel:

worin jedes R&sub1; individuell ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Halogen, Alkyl, Aryl und Alkoxy, q beträgt von 0 bis 4 und p ist wenigstens 20. Wenn R&sub1; eine Alkylgruppe, eine Arylgruppe oder eine Alkoxygruppe umfaßt, enthält die Gruppe in geeigneter Weise von 1 bis 12 Kohlenstoffatome.

Die zum Gebrauch in der vorliegenden Erfindung geeigneten Polyphenylenäther-Polymere sind in der Technik wohl bekannt und können durch jede beliebige Anzahl der in der Technik bekannten Verfahren aus entsprechenden Phenolen oder reaktiven Derivaten derselben hergestellt werden. Beispiele von Polyphenylenäther-Harzen und Methoden für ihre Produktion sind in den Hay-US-Patenten Nrn. 3,306,874 und 3,306,875, in den Stamatoff-US-Patenten Nrn. 3,257,357 und 3,257,358 sowie im US-Patent 4,935,472 von S.B.Brown u.a. dargelegt. Durch die Beschreibung und Ansprüche schließt die Bezeichnung "Polyphenylenäther-Harz" nicht substituierte Polyphenylenäther-Polymere, substituierte Polyphenylenäther- Polymere, Polyphenylenäther-Copolymere und Mischungen davon ein.

Bevorzugte Polyphenylenäther-Polymere, die zum Gebrauch in der vorliegenden Lrfindung geeignet sind, schließen ein, sind jedoch nicht begrenzt auf:

Poly(2,6-dimethyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,3,6-trimethyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-diethyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2-methyl-6-propyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-dipropyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2-ethyl-6-propyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-dilauryl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-diphenyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-dimethoxy-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-diethoxy-1,4-phenylen)äther;

Poly(2-methoxy-6-ethoxy-1,4-phenylen)äther;

Poly(2-ethyl-6-stearyloxy-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-dichloro-1,4-phenylen)äther;

Poly(2-methyl-6-phenyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-dibenzyl-1,4-phenylen)äther;

Poly(2-ethoxy-1,4-phenylen)äther;

Poly(2-chloro-1,4-phenylen)äther;

Poly(2,6-dibrom-1,4-phenylen)äther;

Poly(3-brom-2,6-dimethyl-1,4-phenylen)äther, Copolymerere derselben und Mischungen derselben.Zum Gebrauch in den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugte Polyphenylenäther-Polymere schließen Poly(2,6-dimethyl-1,4-phenylen)äther, Poly(2,3,6-trimethyl-1,4-phenylen)äther, Mischungen dieser Polymere und Copolymere einschließlich Einheiten von 2,3,6-Trimethyl-1,4-phenylenäther und Einheiten von 2,6-Dimethyl-1,4-phenylenäther ein. Beispiele solcher Polymere und Copolymere sind ebenfalls im US-Patent Nr. 4,806,297 dargelegt.

Das Polyamid, das in den thermoplastischen Mischzusammensetzungen der vorliegenden Erfindung eingeschlossen ist, wird aus einem Diamin, einem zweiten Amin, ausgewählt aus sekundären Triaminen und Polyaminen, sowie einer Dicarbonsäure gebildet. Das zweite Amin ist in einer Menge eingeschlossen, die ausreicht, um die Schmelzfestigkeit der Zusammensetzung zu verbessern und wird aus weniger als 5 Gewichtsprozent des zweiten Amins, bezogen auf das Diamin und das zweite Amin, gebildet. In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Polyamid aus weniger als einem Gewichtsprozent des zweiten Amins, bezogen auf das Diamin und das zweite Amin gebildet. Obgleich die vorliegende Erfindung nicht auf diese Theorie gegrenzt ist, wird angenommen, daß das zweite Amin eine Verzweigung innerhalb des Polyamids vornimmt, und daß die Verzweigung die Viskosität und die rheologischen Eigenschaften der Polyphenylenäther-Polymer-Polyamid-Mischzusammensetzungen verändert.

Das Verfahren für die Herstellung des Polyamids umfaßt das Polymerisieren im wesentlichen gleicher molarer Anteile eines Diamins, das wenigstens zwei Kohlenstoffatome zwischen den Aminogruppen enthält und einer Dicarbonsäure in Übereinstimmung mit den in der Technik wohlbekannten Techniken, wie sie zum Beispiel in der Encyclopedia of Polymer Science and Technologv Bd. 10, John Wiley &Sons, Inc. (1969), Seiten 487-488, dargelegt sind. Bei der Herstellung der Polyamide gemäß der vorliegenden Erfindung schließt die im wesentlichen gleiche molare Menge des Diamins den geringen Anteil des sekundären Triamins oder Polyamins ein, wie oben aufgezeigt wurde. Die Bezeichnung "im wesentlichen gleich molar", die bei der Beschreibung der Anteile des Diamins und der Dicarbonsäure benutzt wird, schließt sowohl streng gleiche molare Anteile als auch leichte Abweichungen davon ein, wie es in der Technik bekannt ist.

Diamine, die zur Verwendung bei der Herstellung des Polyamids geeignet sind, schließen die Alkyl-, Aryl- und Alkyl- Aryldiamine ein. Solche Diamine schließen beispielsweise jene ein, die durch die allgemeine Formel:

H2N(CH2)nNNH2

repräsentiert werden, worin n eine ganze Zahl von 2 bis 16 ist. Spezielle Beispiele solcher Diamine schließen Trimethylendiamin, Tetramethylendiamin, Pentamethylendiamin, Octamethylendiamin, Hexamethylendiamin, Trimethylhexamethylendiamin, Meta-Phenylendiamin, Meta-Xyloldiamin und dergleichen ein. Hexamethylendiamin ist ein bevorzugtes Diamin für die Verwendung bei der Herstellung des Polyamids der vorliegenden Erfindung.

Die Dicarbonsäuren, die zur Verwendung bei der Herstellung des Polyamids geeignet sind, können aromatisch, beispielsweise Isophthal- und Terephthalsäuren, oder aliphatisch sein. Die aliphatischen Dicarbonsäuren können von der Formel

HOOC-Y-COOH

sein, worin Y eine zweiwertige aliphatische Gruppe repräsentiert, die wenigstens 2 Kohlenstoffatome enthält. Beispiele solcher Säuren schließen Sebacinsäure, Octadecandionsäure, Suberinsäure, Glutarsäure, Pimelinsäure und Adipinsäure ein. Eine bevorzugte Dicarbonsäure besteht aus Adipinsäure.

Typische Beispiele der Polyamide schließen zum Beispiel ein: Polyhexamethylenadipamid (Nylon 6,6); Polyhexamethylenazelaimid (Nylon 6,9); Polyhexamethylensebacamid (Nylon 6,10); Polyhexamethylenisophthalamid (Nylon 6,I); Polyhexamethylenterephthalamid (Nylon 6,T); Polyamid von Hexamethylendiamin und n-Dodecandionsäure (Nylon 6,12); das Polyamid, das aus Hexamethylendiamin und einer Mischung von Isophthal- und Terephthalsäuren (Nylon 6,I/T) resultiert; Polyamide, die aus Terephthalsäure und/oder Isophthalsäure und Trimethylhexamethylendiamin resultieren; Polyamide, die aus Adipinäure und Meta-Xylylendiaminen resultieren; Polyamide, die aus Adipinsäure, Azelainsäure und 2,2-Bis-(p-aminocycloheyl)propan resultieren; sowie Polyamide, die aus Terephthalsäure und 4,4'-Diamino-dicyclohexylmethan resultieren.

Copolymere der vorstehenden Polyamide oder Prepolymere derselben sind ebenfalls für die Verwendung in der Praxis der vorliegenden Erfindung geeignet. Solche Copolyamide schließen Copolymere der folgenden ein: Hexamethylenadipamid/Caprolactam (Nylon 6,6/6); Hexamethylenadipamid/Hexamethylen-isophthalamid (Nylon 6,6/6,I); Hexamethylenadipamid/Hexamethylen-terephthalamid (Nylon 6,6/6T); Hexamethylenadipamid/Hexamethylenazelaiamid(Nylon 6,6/6,9); sowie Hexamethylenadipamid/Hexamethylenazelaiamid/Caprolactam (Nylon 6,6/6,9/6).

Ein zum Gebrauch in den vorliegenden Zusammensetzungen besonders bevorzugtes Polyamid wird aus Hexamethylendiamin, dem zweiten Amin und Adipinsäure gebildet.

Das zweite Amin, welches bei der Bildung des in den vorliegenden Zusammensetzungen eingeschlossenen Polyamids verwendet wird, ist ein sekundäres Triamin oder Polyamin und kann ein sekundjres Alkyltriamin oder Polyamin, ein sekundäres Aryltriamin oder Polyamin oder ein sekundäres Alkyl- Aryltriamin oder Polyamin umfassen. Ein bevorzugtes zweites Amin für den Gebrauch bei der Bildung des vorliegenden Polyamids umfaßt Bis-hexamethylentriamin.

Die relativen Anteile des Polyphenylenäther-Polymeren und des Polyamids, die in den thermoplastischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung eingeschlossen sind, sind verschieden, was von der gewünschten Verwendung oder Anwendung der Zusammensetzung abhängig ist. Die Zusammensetzungen umfassen von 5 bis 95 Gewichtsprozent Polyphenylenäther- Polymer und von 5 bis 95 Gewichtsprozent Polyamid. Mehr bevorzugt umfassen die Zusammensetzungen von 25 bis 75 Gewichtsprozent Polyphenylenäther-Polymer und von 25 bis 75 Gewichtsprozent Polyamid.

Die Zusammensetzungen können unter Verwendung konventioneller Techniken wie Schmelzmischen, Co-Extrusion oder dergleichen hergestellt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform werden das Polyphenylenäther-Polymer und das Polyamid schmelz-extrudiert und zu Pellets geformt. Die Pellets werden dann wieder geschmolzen und die resultierende Schmelze wird dann durch eine Ringform extrudiert, um in Übereinstimmung mit den in der Blasformtechnik wohlbekannten Techniken einen Vorformling zu bilden.In Übereinstimmung mit weiteren, in der Technik wohl-bekannten Techniken, wird der Vorformling dann innerhalb einer Form positioniert und ein Gasstrom wird dann in den innerhalb der Form positionierten Vorformling geblasen, um einen gestalteten Gegenstand auszuformen. Infolge der verbesserten Schmelzfestigkeit der vorliegenden Zusammensetzungen sind diese Zusammensetzungen für die Verwendung in solchen Blasformverfahren besonders geeignet.

Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung konnen weiter zusätzliche Komponenten und/oder konventionelle Additive enthalten, die in der Technik bekannt sind. Zum Beispiel können die Zusammensetzungen eine oder mehrere Polymerkomponenten einschließen, beispielsweise ein Schlagmodifizierungsmittel oder dergleichen und/oder konventionelle Additive einschließlich, jedoch nicht hierauf begrenzt, thermische, oxidative und/oder Farbstabilisatoren, Füllstoffe, Verstärkungsmittel, flammhemmende Mittel und Verarbeitungshilfsmittel.

In einer bevorzugten Ausführungsform schließen die thermoplastischen Zusammensetzungen weiter ein Schlagmodifizierungsmittel ein. Verschiedene Schlagmodifizierer sind in der Technik wohl-bekannt und insbesondere zur Verwendung in Mischungen von Polyphenylenäther und Polyamid, wie es zum Beispiel in Aycock u.a., US-Patente Nrn. 4,600,741 und 4,642,358, Jalbert u.a., US-Patent Nr. 4,654,405, Grant u.a., US-Patent Nr. 4,732,938 und Gallucci u.a.,US- Patent Nr. 4,659,763 dargelegt ist. Die Menge des in den Zusammensetzungen eingeschlossenen Schlagmodifizierers hängt von der speziellen Art des angewendeten Schlagmodifizierers und der beabsichtigten Verwendung der Zusammensetzung ab. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Schlagmodifizierer in einer Menge von 1 bis 30 Gewichtsprozent, bezogen auf das Polyphenylenäther-Polymer, das Polyamid und den Schlagmodifizierer, eingeschlossen.

In einer weiteren Ausführungsform umfaßt das Schlagmodifizierungsmittel ein Blockcopolymer eines vinyl-aromatischen Monomeren und eines Alken-Kohlenwasserstoffmonomeren oder ein konjugiertes Dien-Monomer.Verschiedene Arten solcher Block-Gopolymere sind in der Technik bekannt. Zum Beispiel kann das Block-Copolymer ein getapertes lineares Block- Copolymer umfassen und umfaßt im allgemeinen Blöcke von A und B, worin A ein polymerisierter vinyl-aromatischer Kohlenwasserstoffblock ist und B ein hydrierter, teilweise hydrierter oder nicht hydrierter Block ist, abgeleitet von wenigstens einem polymerisierten konjugierten Dien. Getaperte lineare Block-Copolymere sind in der Technik ebenso wie ihre Herstellungsverfahren bekannt und werden beispielsweise in US-Patenten Nrn.4,948,832, 4,939,207, 4,918,145, 4,914,248, 4,913,971 und 4,116,917 erörtert. Getaperte Triblock-Copolymere sind im Handel unter den Warenzeichen Finadear 520 von der Fina Oil Company erhältlich.

In einer Ausführungsform können die Block-Copolymere durch die Formel A-B-A repräsentiert werden, worin die endständigen Blöcke A, die die gleichen oder verschieden sein können, thermoplastische Homopolymere oder Copolymere sein können, die aus einer vinyl-aromatischen Verbindung hergestellt sind. Beispiele der vinyl-aromatischen Verbindung schließen ein, sind jedoch nicht hierauf begrenzt: Styrol, Alpha-Methylstyrol, Vinyl-Toluol, Vinyl-Xylol, Ethylvinyl-Xylol und Vinyl-Naphthalin oder Mischungen derselben. Der Mittelblock B umfaßt ein elastomeres Polymer, das von Alken-Kohlenwasserstoffen wie Ethylen oder Butylen, konjugierten Dienen oder dergleichen oder Mischungen davon abgeleitet ist. Die Block-Copolymere können einem Hydrierungsprozeß unterworfen werden, wobei der ungesättigte Gummi-Blockteil B des Copolymeren hydriert wird. Die Hydrierung kann unter Verwendung konventioneller Hydrierungskatalysatoren und Reaktionsbedingungen bewerkstelligt werden. In den hydrierten Block-Copolymeren können die endständigen Blöcke A ein mittleres Molekulargewicht von 4 000 bis 115 000 haben, während die Mittelblöcke B ein mittleres Molekulargewicht von 20 000 bis 450 000 haben. Hydrierte Block-Copolymere sind speziell im Jones US-Patent Nr. 3,431,323 und im Delamare u.a. US-Patent Nr. 3,670,054 beschrieben. Geeignete Block-Copolymere zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung umfassen Styrol-Butadien-Styrol-Block-Copolymere, hydrierte Styrol-Butadien-Styrol (Styrol-Ethylen-Butylen- Styrol)-Block-Copolymere und hydrierte Styrol-Isopren- Styrol-Block-Copolymere. Block-Copolymere dieser Art sind im Handel unter den Warenzeichen Kraton von Shell Chemical und Septon von der Kuraray Co.Ltd., erhältlich.

In einer weiteren Ausführungsform umfaßt das vinyl-aromatische Polymer ein Radial-Block-Copolymer eines vinyl-aromatischen Monomeren und eines konjugierten Dien-Monomeren. Diese Radial-Block-Copolymere sind ebenfalls in der Technik wohl-bekannt. Copolymere dieser Art umfassen im allgemeinen von 60 bis 95 Gewichtsprozent polymerisiertes vinylaromatisches Monomer und 40 bis 5 Gewichtsprozent polymerisiertes konjugiertes Dien-Monomer. Das Copolymer hat wenigstens drei Polymerketten, die eine radiale Anordnung bilden und jede Kette endet gewöhnlich mit dem im wesentlichen nicht-elastomeren Segment, an das ein elastomeres Polymersegment gebunden ist. Diese Block-Copolymere werden auch als "polymodale verzweigte Block-Copolymere" und "Stern-Polymere" bezeichnet. Beispiele von Radial-Block- Copolymeren sind im Kitchen u.a. US-Patent Nr. 3,639,517 dargelegt.Diese Block-Copolymere sind im Handel unter dem Warenzeichen K-Resin von Phillips Petroleum erhältlich.

Als Alternative kann das Radial-Block-Copolymer eines vinylaromatischen Monomeren in einem konjugierten Dien ein Radial-Teleblock-Copolymer umfassen, das Segmente oder Blöcke enthält, die selbst ein konjugiertes Dien-Polymer, vinyl-aromatische Polymerblöcke und ein Kupplungsmittel umfassen.Diese Block-Copolymere werden manchmal als "verzweigte" Polymere bezeichnet und sind im US-Patent Nr. 4,097,550 dargelegt. Die Radial-Teleblock-Copolymere werden durch in der Technik bekannte Verfahren hergestellt, zum Beispiel wie im Zelinski u.a. US-Patent Nr. 3,281,383 offenbart. Diese Polymere sind ebenfalls im Handel erhältlich, beispielsweise als die Finaprene -Produkte mit Gütegraden 401, 411, 414, 416 und 417 von der Fina Oil Company.

Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung und die hiermit verbundenen Verfahren werden durch die folgenden Beispiele erläutert. In den Beispielen und durch die vorliegende Beschreibung beziehen sich die Teile und Prozentsätze auf das Gewicht, soweit es nicht anders angegeben ist.

BEISPIEL 1

In diesem Beispiel wurden Zusammensetzungen hergestellt, die 49 Gewichtsteile eines Polyphenylenäther-Polymeren, 41 Gewichtsteile eines Polyamids und 10 Gewichtsteile eines Block-Copolymer-Schlagmodifizierers umfassen,das im Handel unter dem Warenzeichen Kraton D 1102 von der Shell Chemical geliefert wird. Die Zusammensetzungen enthielten auch etwa 1 Gewichtsteil eines Stabilisatorenpaketes. In Zusammensetzung A war das Polyamid ein konventionelles Nylon 6,6, das aus Hexamethylendiamin und Adipinsäure gebildet worden war. In Zusammensetzung B gemäß der vorliegenden Erfindung wurde das Polyamid aus Hexamethylendiamin, einer geringen Menge von Bis-hexamethylentriamin (BHMT) und Adipinsäure gebildet. Insbesondere enthielt das Polyamid der Zusammensetzung B 10 Milliäquivalente/kg des Bis-hexamethylentriamins. Die Zusammensetzungen wurden unter Anwendung konventioneller Schmelz-Extrusionstechniken hergestellt. Proben der resultierenden Zusammensetzungen wurden der Messung ihrer Schmelzviskosität gemäß ASTM-D-3835-79 bei 282ºC und 1 500/Sek. und der Messung ihres R*-Wertes gemäß den zuvor beschriebenen Verfahrensweisen unterworfen. Die Ergebnisse dieser Messungen sind in Tabelle I dargestellt.

TABELLE I

Die in Tabelle I dargestellten Ergebnisse demonstrieren, daß Zusammensetzung B gemäß der vorliegenden Erfindung eine erhöhte Schmelzviskosität und R*-Wert aufwies. Die Erhöhungen in der Schmelzviskosität und dem R*-Wert zeigen an, daß Zusammensetzung B eine verbesserte Schmelzfestigkeit für Profil-Extrusion und verbesserte Blasausformbarkeit aufweisen wird.

BEISPIEL 2

Eine fünfzig Pfund Probe von jeder der Zusammensetzungen A und B, wie in Beispiel 1 beschrieben, wurde hergestellt und in einem Blasformapparat ausgewertet. Die Probe der Zusammensetzung A war schlecht blasgeformt infolge ihrer schlechten Schmelzfestigkeit. Der resultierende Vorformling hatte zahlreiche Löcher und konnte nicht "geblasen" werden. Im Gegensatz dazu bildete die Probe von Zusam-mensetzung B leicht den Vorformling und blasformte ihn leicht zu gestalteten Gegenständen.

Die vorhergehenden Beispiele sind dargelegt, um die speziellen Ausführungsformen der Erfindung zu veranschaulichen und beabsichtigen nicht, den Umfang der Zusammensetzungen und die Verfahren der vorliegenden Erfindung zu begrenzen.


Anspruch[de]

1. Thermoplastische Zusammensetzung enthaltend 5 bis 95 Prozent eines Polyphenylenäther-Polymeren und 5 bis 95 Gewichtsprozent eines Polyamids, wobei das besagte Polyamid aus einem Diamin, einem sekundären Amin ausgewählt aus sekundären Triaminen und Polyammen und einer Dicarbonsäure gebildet ist, besagtes sekundäres Amin in einer Menge von weniger als 5 Gewichtsprozent, basierend auf dem Gesamtgewicht des Diamins und des sekundären Amins, umfaßt wird.

2. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das Polyamid aus weniger als 1 Gewichtsprozent des sekundären Amins, basierend auf dem Diamin und dem sekundären Amin, gebildet ist.

3. Thermoplastische Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Diamin ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Trimethylendiamin, Tetramethylendiamin, Pentamethylendiamin, Octamethylendiamin, Hexamethylendiamin, Trimethylhexamethylendiamin, Meta-phenylendiamin und Meta-xylendiamin.

4. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 3 definiert, worin das Diamin Hexamethylendiamin umfaßt.

5. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in einem der vorhergehenden Ansprüche definiert, worin die Dicarbonsäure ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Sebacinsäure, Octadecandionsäure, Suberinsäure, Glutarsäure, Pimelinsäure, Adipinsäure, Isophthalsäure und Terephthalsäure.

6. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 5 definiert, worin die Dicarbonsäure Adipinsäure umfaßt.

7. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das Polyamid aus Hexamethylendiamin, dem sekundären Amin und Adipinsäure gebildet ist.

8. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das zweite Amin ein sekundäres Alkyltriamin oder Polyamin ist.

9. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das sekundäre Amin ein sekundäres Aryltriamin oder Polyamin ist.

10. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das sekundäre Amin ein sekundäres Triamin ist.

11. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das sekundäre Amin Bis-hexamethylentriamin umfaßt.

12. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in einem der vorhergehenden Ansprüche definiert, enthaltend 25 bis 75 Gewichtsprozent Polyphenylenätherpolymer und 25 bis 75 Gewichtsprozent Polyamid.

13. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das Polyphenylenätherpolymer Poly(2,6-dimethyl-1,4-phenylen)-äther umfaßt.

14. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das Polyphenylenätherpolymer Poly(2,3,6-trimethyl-1,4-phenylen)-äther umfaßt.

15. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 1 definiert, worin das Polyphenylenätherpolyrner ein Copolymer von oder eine Mischung der Polymeren des 2,6-Dimethyl-1,4-phenylenäther und 2,3,6-Trimethyl- 1,4-phenylenäther umfaßt.

16. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in einem der vorhergehenden Ansprüche definiert, enthaltend weiterhin ein Schlagmodifizierungsmittel.

17. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 16 definiert, worin das Schlagmodifizierungsmittel ein Block-Copolymer eines vinylaromatischen Monomeren und eines konjugierten Dienmonomers enthält.

18. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 17 definiert, worin das Schlagmodifizierungsmittel Styrol-butadien-styrol-block-copolymer umfaßt.

19. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in Anspruch 17 oder Anspruch 18 definiert, worin das Block-Polymer hydriert ist.

20. Thermoplastische Zusammensetzung, wie in einem der Ansprüche 16 bis 19 definiert, worin das Schlagmodifizierungsmittel in einer Menge von 1 bis 30 Gewichtsprozent enthalten ist.

21. Geschäumtes Produkt, gebildet aus der thermoplastischen Zusammensetzung eines jeden vorausgehenden Anspruchs.

22. Verfahren zum Blasformen eines ausgeformten Gegenstandes, umfassend die Schritte der Schmelzextrudierung einer Mischung aus einem Polyphenylenätherpolymer und einem Polyamid, gebildet aus einem Diamin, einem sekundären Amin ausgewählt aus sekundären Triaminen und Polyammen und einer Dicarbonsäure, wobei besagtes sekundäres Amin in einer Menge von weniger als 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht des Diamins und des sekundären Amins, umfaßt wird; aus dem Schmelzextrudat Pellets gebildet werden; die Pellets aufgeschmolzen werden; die resultierende Schmelze durch eine Ringdüse extrudiert wird, um einen Vorformling zu bilden; Anordnung des Vorformlings in einer Form; und Einblasen eines Gasstromes in den Vorformling, der in der Form angeordnet ist, um einen ausgeformten Gegenstand zu bilden.

23. Verfahren zur Verbesserung der Schmelzfestigkeit einer thermoplastischen Zusammensetzung aus Polyphenylenätherpolymer und einem Polyamid, umfassend das Mischen eines Polyphenylenätherpolymeren und eines Polyamids, gebildet aus einem Diamin, einem sekundären Amin, ausgewählt aus sekundären Triaminen und Polyaminen, und einer Dicarbonsäure, wobei das besagte sekundäre Amin in einer Menge von weniger als 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht von Diamin und dem sekundären Amin, enthalten ist.







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