PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19611104A1 25.09.1997
Titel Mobile Enteisungsanlage
Anmelder Osterhage, Werner, 48429 Rheine, DE
Erfinder Osterhage, Werner, 48429 Rheine, DE
DE-Anmeldedatum 21.03.1996
DE-Aktenzeichen 19611104
Offenlegungstag 25.09.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.09.1997
IPC-Hauptklasse E01H 5/10
IPC-Nebenklasse E01H 1/08   
Zusammenfassung Das Auftauen vereister Bodenflächen ist nicht unproblematisch, wenn dies unter Berücksichtigung bestehender Gesetze, und den Forderungen von Naturschützern erfolgen muß. Insbesondere die bestehenden Vorschriften über die Verwendung von Streusalzen als Mittel zur Beseitigung von Vereisungen, begrenzen deren Einsatz zum Schutz von Böden und Abwassersystemen. Das Entfernen dicker und fester Eisschichten durch schwere Räumfahrzeuge die das Eis aufbrechen oder abschälen, ist nur auf großflächigen Plätzen und Straßen wirkungsvoll durchzuführen, während kleinere Objekte mehrheitlich manuell bearbeitet werden.
Demzufolge war es logisch die erfindungsgemäße mobile Enteisungsanlage zu konzipieren, bei der unter der thermischen Wirksamkeit einer Heizglocke die auf der Bodenfläche haftenden Vereisungen zu Tauwasser schmelzen, und von einem Naßsauger in einen Tauwasserbehälter geleitet werden. Diese optimale Art der umweltschonenden Enteisung gewährleistet auch ein Abtrocknen des enteisten Bodens.
Die mobile Enteisungsanlage wird auf einem Fahrwerksrahmen mit eigenem motorischen Antrieb, oder auf einem Fahrzeuganhänger ohne eigenem motorischen Antrieb, montiert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine mobile Enteisungsanlage nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Die sinnvolle technische Kombination einer Heizglocke mit einem Naßsauger ermöglicht das Auftauen von Vereisungen auf Bodenflächen, und das Aufsaugen der Tauwasser. Um Bodenflächen dieser Art zu bearbeiten, wird die erfindungsgemäße Konstruktion entweder auf einem Fahrwerksrahmen mit eigenem motorischen Antrieb, oder einem Fahrzeuganhänger ohne eigenem motorischen Antrieb, montiert. In beiden Fällen ist die Funktionsweise der mobilen Enteisungsanlage aber gleich. Die Leistung der Heizglocke und die Saugkraft des Naßsaugers, können mittels Regelstation und Höhenverstelleinrichtung dem jeweiligen Bedarfsfall genau angepaßt werden.

Das Auftauen vereister Bodenflächen erfolgte bisher mehrheitlich durch das Aufbringen von Streusalzen. Bei großflächigen Plätzen und Straßen werden für diese Arbeiten Streuwagen eingesetzt, bei kleineren Objekten erfolgt dies manuell. Das Entfernen dicker und fester Eisschichten wird oft mittels schwerer Räumfahrzeuge oder Schaufellader durchgeführt, die das Eis aufbrechen oder abschälen. Für den Hausgebrauch sind im Handel Brenner in Lanzenform, Abflammgeräte, wie auch tragbare Elektroheizstrahler im Kleinformat erhältlich, die natürlich einer entsprechenden Energieversorgung bedürfen.

Als nachteilig bei vorgenannten Verfahren und Geräten ist anzusehen, daß

  • a) für das Auftauen vereister Bodenflächen durch Streusalze es zunächst einer ausreichenden Bevorratung dieser Streusalze in absolut trockenen Lagerstätten bedarf,
  • b) vorbereitende Maßnahmen, wie auch der Einsatz im winterlichen Außenbereich für das Ausbringen der Streusalze, einen erheblichen Aufwand an Material, Personal und Fahrzeugen erfordern, und deshalb teuer sind,
  • c) als provokative Herausforderung Naturschutzverbände und Ökologen diese Enteisungsmethode ablehnen, weil Böden und Entwässerungssysteme außerordentlich hoch mit Salzen belastet werden,
  • d) zur Einschränkung des Streusalzverbrauches es schon entsprechende Gesetze gibt,
  • e) schwere Räumfahrzeuge und Schaufellader infolge ihrer Unbeweglichkeit und massiven Bauart, für die Bearbeitung kleinerer Objekte ungeeignet sind, und
  • f) Kleingeräte die vorzugsweise im Hausgebrauch Verwendung finden, keine befriedigenden Ergebnisse beim Auftauen großflächiger Plätze oder Straßen erzielen können.


Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, eine mobile Enteisungsanlage für unterschiedliche Bodenflächen zu fertigen, die ohne Verwendung von Streusalzen alle Arten von Vereisungen auf Plätzen und Straßen ohne Schäden für die darunter befindlichen Böden, auftaut.

Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Einrichtung durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 2 bis 6 wird die erfindungsgemäße Lösung außerdem noch vorteilhaft ergänzt.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß keine Streusalze für die Enteisung von Plätzen und Straßen verwendet werden, und somit im Sinne des Naturschutzes keine Böden oder Entwässerungssysteme Schadstoffbelastungen erhalten. Die Methode Vereisungen durch die thermische Wirksamkeit einer Heizglocke zu schmelzen, und das Tauwasser über einen Naßsauger in einen Tauwasserbehälter aufzusaugen, gewährleistet auch ein Abtrocknen des enteisten Bodens, und verhindert somit einen neuen Vereisungsprozeß wenn Tauwasser stehen bleiben würde.

Eine genaue Anpassung der Leistung der Heizglocke und der Saugkraft des Naßsaugers ermöglicht eine optimale Betriebsart der mobilen Enteisungsanlage bei größter Schonung des Bodens.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird in der Zeichnung dargestellt, und nachstehend näher beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels der Erfindung mit eigenem motorischen Antrieb.

Fig. 2 eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels der Erfindung ohne eigenem motorischen Antrieb als Fahrzeuganhänger.

In den Ausführungsbeispielen nach Fig. 1 und 2 besteht die mobile Enteisungsanlage aus den Einzelteilen:

Teil 1 Fahrwerksrahmen mit eigenem motorischen Antrieb,

Teil 2 Laufräder,

Teil 3 Heizglocke,

Teil 4 Gasheizstrahler,

Teil 5 Gasflasche,

Teil 6 Naßsauger,

Teil 7 flexible Rohrleitung,

Teil 8 Tauwasserbehälter,

Teil 9 Heizeinsatz,

Teil 10 Vereisung,

Teil 11 Tauwasser,

Teil 12 Höhenverstelleinrichtung,

Teil 13 Regelstation,

Teil 14 Fahrzeuganhänger ohne eigenem motorischen Antrieb,

Teil 15 Zuggabel,

wobei die Teile 1-13 das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bilden. Demzufolge ist die mobile Enteisungsanlage eine außerordentlich bewegliche und funktionelle Konstruktion für die Beseitigung vereister Bodenflächen. Insbesondere die Regelstation 13 wie auch die Höhenverstelleinrichtung 12 für Heizglocke 3 und Naßsauger 6 ermöglichen optimale Betriebsverhältnisse während der umweltschonenden Enteisung.

Werden die Teile 2-15 verwendet, läßt sich das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 bilden.


Anspruch[de]
  1. 1. Mobile Enteisungsanlage auf einem Fahrwerksrahmen (1) mit eigenem motorischen Antrieb, oder auf einem Fahrzeuganhänger (14) ohne eigenem motorischen Antrieb für die Bearbeitung vereister Bodenflächen, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb des Fahrwerksrahmens (1) oder des Fahrzeuganhängers (14) zwischen den Laufrädern (2) hintereinanderliegend in Bodennähe eine Heizglocke (3) und ein Naßsauger (6) angeordnet sind, demzufolge während der Vorwärtsbewegung der mobilen Enteisungsanlage, unter der thermischen Wirksamkeit der Heizglocke (3), die auf der Bodenfläche haftenden Vereisungen (10) zu Tauwasser (11) schmelzen, und vom Naßsauger (6) aufgenommen über die flexible Rohrleitung (7) in den Tauwasserbehälter (8) geleitet werden.
  2. 2. Mobile Enteisungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizglocke (3) vorzugsweise mit Gasheizstrahlern (4) ausgerüstet wird, und die für den Betrieb der Gasheizstrahler (4) erforderliche Energieversorgung aus mitgeführten Gasflaschen (5) erfolgt.
  3. 3. Mobile Enteisungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizglocke (3) auch mit anderen Heizsystemen ausgerüstet werden kann, wenn die für den Betrieb des jeweiligen Heizsystems erforderliche Energieversorgung auf der mobilen Enteisungsanlage installiert werden kann.
  4. 4. Mobile Enteisungsanlage nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tauwasserbehälter (8) mit einem Heizeinsatz (9) ausgerüstet wird, um das Gefrieren der Tauwasser (11) vor der Behälterentleerung zu verhindern.
  5. 5. Mobile Enteisungsanlage nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Leistung der Heizglocke (3), und die Saugkraft des Naßsaugers (6) über die Regelstation (13) möglich ist.
  6. 6. Mobile Enteisungsanlage nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Heizglocke (3) und Naßsauger (6) über eine Höhenverstelleinrichtung (12) verfügen.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com