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Dokumentenidentifikation DE19614058A1 16.10.1997
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung kontaminierter Materialien
Anmelder Czetsch, Alexander, 81247 München, DE
Erfinder Czetsch, Alexander, 81247 München, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 09.04.1996
DE-Aktenzeichen 19614058
Offenlegungstag 16.10.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.10.1997
IPC-Hauptklasse B09C 1/06
IPC-Nebenklasse A62D 3/00   
IPC additional class // B01D 53/02  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung kontaminierter Materialien von schüttfähiger und/oder poröser Konsistenz, insbesondere schadstoffbelasteter Böden, bei dem die zu reinigenden Materialien in eine Trägereinheit (1) in einer verschließbaren Kammer (2) eingebracht und in der bezüglich der Kammerwandung (3) beabstandeten Trägereinheit (1) erwärmt werden, und bei dem die durch die Erwärmung verdampfenden Verunreinigungen durch zumindest bereichsweise Kühlung der Kammerwandung (3) an der Kammerwandung (3) kondensiert und durch Schwerkraftabfluß aus der Kammer (2) entfernt werden. Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Reinigung kontaminierter Materialien von schüttfähiger und/oder poröser Konsistenz, insbesondere schadstoffbelasteter Böden.

Derartige Verfahren und Vorrichtungen werden beispielsweise eingesetzt, um kontaminierte Böden von Industriegeländen zu sanieren oder das Erdreich im Bereich ehemaliger Mülldeponien oder sogenannter Altlasten von Schadstoffen zu befreien.

Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Reinigung kontaminierter Materialien zu schaffen, die auf umweltverträgliche Art und Weise und bei geringem Energieverbrauch eine möglichst einfache und schnelle Beseitigung der Verunreinigungen aus den Materialien ermöglichen.

Diese Aufgabe wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren im wesentlichen dadurch gelöst, daß die zu reinigenden Materialien in eine Trägereinheit in einer verschließbaren Kammer eingebracht und in der bezüglich der Kammerwandung beabstandeten Trägereinheit erwärmt werden, und daß die durch Erwärmung verdampfenden Verunreinigungen vorzugsweise durch zumindest bereichsweise Kühlung der Kammerwandung an der Kammerwandung kondensiert und dann aus der Kammer entfernt werden.

Erfindungsgemäß erfolgt die Behandlung der verunreinigten Materialien demnach unter von der Umgebung abgeschlossenen Bedingungen. Die an der Kammerwandung kondensierten Verunreinigungen können am Kammerabfluß gesammelt und dann entsorgt werden. Es besteht zu keiner Zeit die Gefahr, daß dampfförmige oder flüssige Schadstoffe aus dem System entweichen. Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet es daher, kontaminierte Materialien ohne Gefahr für die Umwelt zu reinigen.

Anstelle einer gekühlten Kammerwand kann auch im Bereich der Kammerinnenwand zumindest ein Kondensator vorgesehen sein, der im einfachsten Fall aus gekühlten Rohrleitungen besteht.

Die Beabstandung und thermische Trennung der Trägereinheit von der Kammerwandung bewirkt, daß die Wärmeverluste zur Kammerwandung während der Materialerwärmung gering sind und somit der Energieverbrauch gesenkt wird.

Vorzugsweise werden die in der Kammer befindlichen Materialien zumindest während eines Teilbereichs der Aufheizperiode auflockernd bewegt. Dadurch wird eine besonders gleichmäßige Verteilung der zugeführten Wärme in den zu reinigenden Materialien erzielt und dafür gesorgt, daß alle in den Materialien befindlichen Verunreinigungen möglichst schnell verdampfen können.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird in der Kammer vor und/oder nach Beginn der Aufheizung der Materialien ein Unterdruck hergestellt. Die Druckreduzierung bewirkt, daß die Verdampfung der Verunreinigungen bereits bei niedrigeren Temperaturen beginnt. Die Evakuierung der Kammer sorgt außerdem für eine bessere thermische Isolation der Trägereinheit und hat daher einen reduzierten Wärmetransport von der Trägereinheit zur Kammerwandung zur Folge. Die für das Verfahren insgesamt aufzubringende Energiemenge kann auf diese Weise weiter verringert werden.

In den zu reinigenden Materialien befinden sich häufig Zündquellen wie beispielsweise bei Bewegung der Materialien aneinanderstoßende Steine. Deshalb besteht insbesondere bei höheren Temperaturen in der Kammer die Gefahr, daß sich dampfförmige Verunreinigungen wie Kohlenwasserstoffe entzünden.

Aufgrund der Evakuierung der Kammer kann einerseits die Verdampfung bereits bei relativ niedrigen Temperaturen wirksam durchgeführt werden und es ist andererseits aufgrund des geringen Druckes in der Kammer keinerlei Berstgefahr gegeben, da Kohlenwasserstoffe bei Zündung etwa eine maximal achtfache Ausdehnung erfahren und somit beispielsweise bei einem Unterdruck von 100 Millibar im Falle einer eventuell auftretenden Verpuffung nicht einmal Atmosphärendruck erreicht wird.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird außerdem dadurch gelöst, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung eine verschließbare Kammer, wenigstens eine bezüglich der zumindest bereichsweise kühlbaren Kammerwandung oder bezüglich eines in einer ungekühlten Kammer wandseitig vorgesehenen Kondensators beabstandete Trägereinheit für die zu reinigenden und mittels einer Heizeinrichtung erwärmbaren Materialien, sowie zumindest einen Kammerabfluß aufweist, über den durch die Erwärmung verdampfte und an der Kammerwandung kondensierte Verunreinigungen aus der Kammer entfernbar sind.

Der Betrieb dieser Vorrichtung erfolgt vorzugsweise nach dem erfindungsgemäßen Reinigungsverfahren.

Der Kammerauslaß mündet gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in einen als Ausschleuseeinheit ausgebildeten Sammelbehälter zur Zwischenspeicherung der kondensierten Verunreinigungen. Die Kondensate können daher während des laufenden Reinigungsprozesses aus dem System herausgeschleust und an anderer Stelle gelagert oder der Entsorgung zugeführt werden.

Bevorzugt ist zwischen dem Sammelbehälter und der Kammer ein oberes Ventil angeordnet und der Sammelbehälter über ein unteres Ventil an ein Auffanggefäß angeschlossen, in welches die im Sammelbehälter zwischengespeicherten Verunreinigungen bei vorübergehend geschlossenem oberen Ventil und geöffnetem unteren Ventil unter Belüftung durch Schwerkraftabfluß abführbar sind.

Zum Ausschleusen der Kondensate ist demnach nur ein Umstellen der beiden Ventile und eine Belüftung des Auffanggefäßes erforderlich. Von Vorteil ist diese Anordnung insbesondere dann, wenn die Materialreinigung bei in der Kammer herrschendem Unterdruck erfolgen soll. Es ist nur der Sammelbehälter und zu keinem Zeitpunkt das Auffanggefäß direkt mit der Kammer verbunden, und daher ist die erforderliche Saugleistung der Vakuumquelle unabhängig vom Volumen des Auffanggefäßes. Somit können grundsätzlich beliebig große Auffanggefäße ohne die Notwendigkeit zu einer aufwendigen Anpassung der Vakuumquelle verwendet werden.

Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung wird im folgenden beispielhaft anhand der Zeichnung beschrieben, deren einzige Figur eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung zeigt.

Die in der Figur dargestellte Anordnung umfaßt eine Kammer 2, die im wesentlichen die Form eines sich horizontal erstreckenden Zylinders aufweist und mittels einer Klappe 2a hermetisch verschlossen werden kann. In der Kammer 2 ist eine trommelförmige Trägereinheit 1 drehbar gelagert, deren Drehachse etwa mit der Kammerlängsachse zusammenfällt. Die Trägereinheit 1 ist derart bemessen, daß zwischen ihrer Umfangswand und der Kammerwandung 3 ein Zwischenraum besteht, der möglichst gering gewählt werden kann.

Die Drehung der Trägereinheit 1 erfolgt durch eine Antriebseinrichtung 14, die an der von der Klappe 2a abgewandten Stirnseite der Trägereinheit 1 angreift. Die Dichtigkeit der Kammer 2 ist im Bereich des Durchtritts der Antriebswelle der Antriebseinrichtung 14 durch geeignet ausgebildete Dichtungen gewährleistet.

Bevorzugt wird die Antriebseinrichtung jedoch unmittelbar mit der Trägereinheit kombiniert und zusammen mit der Trägereinheit in der Kammer angeordnet. In diesem Falle kann Antriebseinrichtung und Trägereinheit, insbesondere als Gesamtheit, aus der Kammer herausgefahren und auch wieder in die Kammer eingefahren werden. Dies erleichtert die erforderlichen Reinigungsvorgänge und führt vor allem dazu, daß keine eventuell kritischen Drehdurchführungen in die Vakuumkammer benötigt werden, sondern nur Energiezuführleitungen vorzusehen sind, für die konventionelle und betriebssichere sowie vakuumdichte Drehdurchführungen zur Verfügung stehen.

In die Trägereinheit 1 einbringbare, zu reinigende Materialien sind mittels einer nicht dargestellten Heizeinrichtung erwärmbar. Die Heizeinrichtung kann so ausgebildet sein, daß die Trägereinheit 1 selbst und/oder in der Trägereinheit 1 vorgesehene Heizorgane auf die jeweils geforderte Temperatur gebracht wird bzw. werden.

Der Umfangsbereich der Kammer 2 ist doppelwandig ausgebildet und an einen Kühlkreislauf 6 angeschlossen. Als Kühlfluid wird bevorzugt Wasser verwendet.

An der Unterseite der Kammer 2 ist ein Abfluß 4 vorgesehen, an den sich ein Sammelbehälter 5 anschließt. Im Leitungsabschnitt von der Kammer 2 zum Sammelbehälter 5 ist ein oberes Absperrventil 10 angeordnet. Wenn dieses Ventil 10 geöffnet ist, gelangen Kondensate, die sich an der gekühlten Kammerwandung 3 niederschlagen und die Kammerwandung 3 herabfließen, über den Kammerabfluß 4 in den Sammelbehälter 5.

Über einen unteren Auslaß ist der Sammelbehälter 5 mit einem Auffanggefäß 12 verbunden, dessen Volumen um ein Vielfaches größer als dasjenige des Sammelbehälters 5 ist. Die Verbindung zwischen dem Sammelbehälter 5 und dem Auffanggefäß 12 ist durch ein unteres Absperrventil 11 unterbrechbar.

Die Kammer 2 ist des weiteren über einen Vakuumanschluß 7 und eine Vakuumleitung 7a an eine als Vakuumquelle dienende Pumpe 8 angeschlossen, mit der in der Kammer 2 ein Unterdruck herstellbar ist. Die Vakuumleitung 7a ist mittels eines Vakuumventils 15 absperrbar. Um die Kammer 2 wieder auf Umgebungsdruck bringen zu können, ist ein Belüftungsventil 16 vorgesehen.

In der Vakuumleitung 7a ist ein Kondensator 9 angeordnet, in welchem dampfförmige Verunreinigungen und Wasserdampf kondensieren, die aus der Kammer 2 gepumpt werden. Der Kondensator 9 ist über einen Kondensatauslaß 9a und eine Kondensatleitung 9b mit dem Auffanggefäß 12 verbunden. In der Kondensatleitung 9b ist ein Absperrorgan 9c angeordnet, mit welchem die Verbindung zwischen dem Kondensator 9 und dem Auffanggefäß 12 unterbrochen werden kann.

An den Auslaß 8a der Vakuumquelle 8 ist ein Filterorgan 13 zum Entfernen von nicht mittels des Kondensators 9 beseitigten Verunreinigungsresten angeschlossen. Die schadstofffreien Gase werden an die Umgebung abgegeben. Als Filterorgan 13 ist beispielsweise ein Aktivkohlefilter oder eine Kältefalle vorgesehen.

Die gemäß der Erfindung ausgebildete Reinigungsvorrichtung wird bevorzugt nach dem erfindungsgemäßen Reinigungsverfahren wie folgt betrieben:

Zunächst wird in die Trägereinheit 1 das zu reinigende Material, beispielsweise mit Schadstoffen wie Kohlenwasserstoffen belastetes Erdreich eingebracht. Die Klappe 2a wird dann geschlossen, so daß das Kammerinnere fluiddicht von der Umgebung getrennt ist. Anschließend wird die Heizeinrichtung aktiviert, um die Trägereinheit 1 aufzuheizen und das eingebrachte Material zu erwärmen, und der Kühlkreislauf 6 wird in Gang gesetzt. Mittels der Antriebseinrichtung 14 wird die Trägereinheit 1 in Rotation versetzt, um durch die resultierende Materialumwälzung und -aufzulockerung eine möglichst gleichmäßige Verteilung der zugeführten Wärme im Material zu bewirken und optimale Verdampfungsbedingungen herzustellen.

Die Evakuierung der Kammer 2 durch die Vakuumquelle 8 kann sowohl vor als auch nach dem Beginn der Materialerwärmung einsetzen. Wird in der Kammer 2 frühzeitig ein Unterdruck hergestellt, so verbessert dies einerseits die thermische Isolation der Trägereinheit 1 bezüglich der Kammer 2 durch Reduzierung des Wärmetransports zur Kammerwandung 3, und andererseits wird von vornherein jegliche Explosions- bzw. Berstgefahr beseitigt.

Der Beginn der Evakuierung der Kammer 2 wird daher in Abhängigkeit von der jeweils erforderlichen Materialtemperatur und der Materialbeschaffenheit so gewählt, daß sich mit möglichst wenig Energieaufwand eine optimale Materialerwärmung erzielen läßt.

Der für den Reinigungsprozeß optimale Kammerdruck bestimmt sich auch aus den Eigenschaften der aus dem Material zu entfernenden Verunreinigungen. Zwar wird grundsätzlich ein möglichst niedriger Kammerdruck angestrebt, da dann die Temperaturen, bei denen die Verdampfung der Verunreinigungen einsetzt, vergleichsweise niedrig sind. Niedrige Temperaturen bedeuten eine Reduzierung des Energieverbrauchs und der Explosionsgefahr durch im Material befindliche Zündquellen wie beispielsweise aneinanderstoßende Steine, die das Gas in der Kammer 2 entzünden können.

Der Kammerdruck wird bevorzugt unter Berücksichtigung der Dampfdruckkurven aller im Material jeweils vorhandenen Verunreinigungen derart eingestellt, daß sich sowohl optimale Verdampfungs- als auch Kondensationsraten einstellen.

Während des Reinigungsprozesses ist das obere Ventil 10 geöffnet, so daß an der Kammerwandung 3 kondensierende Verunreinigungen in den Sammelbehälter 5 laufen, wo sie zwischengespeichert werden. Durch vorübergehendes Schließen des oberen Ventils 10 und Öffnen des unteren Ventils 11 unter gleichzeitiger Belüftung fließen die Kondensate unter dem Einfluß der Schwerkraft in das Auffanggefäß 12.

Auf diese Weise ermöglicht es die Erfindung, die Verunreinigungen ohne Unterbrechung des Reinigungsprozesses aus der Kammer 2 herauszuschleusen. Das Kammervakuum wird dadurch nicht beeinträchtigt, da das im Vergleich zum Sammelbehälter 5 großvolumige Auffanggefäß 12 zu keinem Zeitpunkt direkt mit der Kammer 2 verbunden ist.

Durch Öffnen des Absperrorgans 9c und entsprechende Belüftung können die durch den Kondensator 9 aus dem von der Kammer 2 gezogenen Gasstrom entfernten Verunreinigungen und Wasserdampf über die Kondensatleitung 9b dem Auffanggefäß 12 zugeführt werden.

Am Ende des Reinigungsvorgangs wird für den Fall einer kontinuierlich betriebenen Vakuumquelle 8 das Vakuumventil 15 geschlossen und die Kammer 2 durch Öffnen des Belüftungsventils 16 wieder auf Umgebungsdruck gebracht. Das gereinigte Material wird aus der Trägereinheit 1 entfernt, und die erfindungsgemäße Vorrichtung ist bereit für die nächste Charge von zu reinigendem Material.

Grundsätzlich kann in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des Materials und den Eigenschaften der zu entfernenden Verunreinigungen die Materialbehandlung auch ohne Unterdruck in der Kammer 2 erfolgen. In derartigen Fällen ist meist eine höhere Heizleistung erforderlich, um das Material auf eine für die Verdampfung der Verunreinigungen optimale Temperatur zu erwärmen.

Die erfindungsgemäße Materialreinigung schließt eine Gefährdung der Umwelt aus, da Schadstoffe weder in dampfförmiger noch in flüssiger Form aus dem System austreten können. Praktisch alle aus dem Material entfernten Verunreinigungen werden einem einzigen Auffanggefäß 12 zugeführt und können daher auf bequeme Art und Weise sicher entsorgt werden.

Solange der erforderliche Energieaufwand eine sowohl unter wirtschaftlichen als auch ökologischen Gesichtspunkten sinnvolle Materialreinigung gestattet, ist die Größe der erfindungsgemäßen Vorrichtung prinzipiell nicht beschränkt. Auch umfangreiche Materialmengen, die beispielsweise bei der Sanierung großflächiger Industriegelände anfallen, lassen sich daher grundsätzlich gemäß der Erfindung von Verunreinigungen befreien.

Die Vorrichtung nach der Erfindung kann ferner sehr vorteilhaft für Trocknungsaufgaben, zum Beispiel zum Trocknen von Teilen oder Granulaten oder dergleichen eingesetzt werden, wozu dann die jeweils geeigneten Trägereinheiten vorzusehen sind.

Bezugszeichenliste

1 Trägereinheit

2 Kammer

2a Klappe

3 Kammerwandung

4 Kammerabfluß

5 Sammelbehälter

6 Kühlkreislauf

7 Vakuumanschluß

7a Vakuumleitung

8 Vakuumquelle

8a Auslaß der Vakuumquelle

9 Kondensator

9a Kondensatauslaß

9b Kondensatleitung

9c Absperrorgan

10 oberes Ventil

11 unteres Ventil

12 Auffanggefäß

13 Filterorgan

14 Antriebseinrichtung

15 Vakuumventil

16 Belüftungsventil


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Reinigung kontaminierter Materialien von schüttfähiger und/oder poröser Konsistenz, insbesondere schadstoffbelasteter Böden, bei dem die zu reinigenden Materialien in eine Trägereinheit (1) in einer verschließbaren Kammer (2) eingebracht und in der bezüglich der Kammerwandung (3) beabstandeten Trägereinheit (1) erwärmt werden, und bei dem die durch die Erwärmung verdampfenden Verunreinigungen durch zumindest bereichsweise Kühlung der Kammerwand an der Kammerwandung (3) kondensiert oder bei insbesondere ungekühlter Wandung an zumindest einem kammerwandungsseitig gelegenen Kondensator kondensiert und vorzugsweise durch Schwerkraftabfluß aus der Kammer (2) entfernt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die sich in der Kammer (2) befindenden Materialien zumindest während eines Teilbereichs der Aufheizperiode auflockernd bewegt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Kammer (2) vor und/oder nach Beginn der Aufheizung der Materialien ein Unterdruck hergestellt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine möglichst niedrige Materialtemperatur gewählt und der Unterdruck in der Kammer (2) in Abhängigkeit von der Materialtemperatur und den Verunreinigungen derart eingestellt wird, daß sich eine optimale Verdampfungs- und Kondensationsrate einstellt.
  5. 5. Vorrichtung zur Reinigung kontaminierter Materialien von schüttfähiger und/oder poröser Konsistenz, insbesondere schadstoffbelasteter Böden, vorzugsweise durch ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer verschließbaren Kammer (2), wenigstens einer bezüglich der zumindest bereichsweise kühlbaren Kammerwandung (3) beabstandeten Trägereinheit (1) für die zu reinigenden und mittels einer Heizeinrichtung erwärmbaren Materialien, sowie zumindest einem Kammerabfluß (4), über den durch die Erwärmung verdampfte und an der Kammerwandung (3) kondensierte Verunreinigungen aus der Kammer (2) entfernbar sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägereinheit (1) als eine zur Umwälzung und Auflockerung der Materialien drehbare und vorzugsweise aufheizbare Trommel ausgebildet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägereinheit (1) bezüglich der Kammer (2) thermisch isoliert gelagert ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Kammerabfluß (4) in einen als Ausschleuseeinheit ausgebildeten Sammelbehälter (5) zur Zwischenspeicherung der kondensierten Verunreinigungen mündet.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Kühlung der zumindest bereichsweise doppelwandig ausgebildeten Kammerwandung (3) ein Kühlkreislauf (6), insbesondere ein Kühlwasserkreislauf vorgesehen ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammer (2) einen Anschluß (7) für eine Vakuumquelle (8) aufweist und im Strömungsweg von der Kammer (2) zur Vakuumquelle (8) ein Kondensator (9) für aus der Kammer (2) abgezogene, dampfförmige Verunreinigungen und abgezogenen Wasserdampf vorgesehen ist.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Vakuumquelle (8) aus einer kontinuierlich oder diskontinuierlich arbeitenden Vakuumpumpe besteht.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Sammelbehälter (5) und der Kammer (2) ein oberes Ventil (10) angeordnet und der Sammelbehälter (5) über ein unteres Ventil (11) an ein Auffanggefäß (12) angeschlossen ist, in welches die im Sammelbehälter (5) zwischengespeicherten Verunreinigungen bei vorübergehend geschlossenem oberen Ventil unter Belüftung und geöffnetem unteren Ventil durch Schwerkraftabfluß abführbar sind.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kondensatauslaß (9a) des Kondensators (9) insbesondere unter gleichzeitiger Belüftung mit dem Auffanggefäß (12) verbindbar ist.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß an den Auslaß (8a) der Vakuumquelle (8) ein Filterorgan (13), vorzugsweise ein Aktivkohlefilter angeschlossen ist.
  15. 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß anstelle einer kühlbaren Kammerwandung oder zusätzlich zu einer kühlbaren Kammerwandung kammerinnenwandseitig zumindest ein vorzugsweise Kühlschlangen umfassender Kondensator vorgesehen ist.
  16. 16. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägereinheit (1) einschließlich ihrer Antriebseinheit in der verschließbaren Kammer (2) angeordnet und als Gesamtheit aus- und einfahrbar ausgebildet ist, wobei die Energiezuführung durch eine vakuumdichte Standard-Rotationsdurchführung erfolgt.
  17. 17. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Heiz- und Kühlmedien über einen außerhalb der Kammer gelegenen Wärmetauscher geführt sind.
  18. 18. Verwendung einer Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 17 zur Trocknung von Teilen, Granulaten und dergleichen.






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