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Dokumentenidentifikation DE19621389A1 04.12.1997
Titel Verfahren zur Entsorgung unterschiedlichster Medien
Anmelder Stadtwerke Erfurt Stadtwirtschaft GmbH, 99091 Erfurt, DE
Erfinder Reisen, Wolfgang, 99084 Erfurt, DE;
Wolf, Gerald, 99099 Erfurt, DE;
Krause, Wolfgang, 99097 Erfurt, DE
Vertreter Grünbeck, G., Dipl.-Jur. Ing., Pat.-Anw., 99099 Erfurt
DE-Anmeldedatum 28.05.1996
DE-Aktenzeichen 19621389
Offenlegungstag 04.12.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.12.1997
IPC-Hauptklasse B65F 3/00
IPC-Nebenklasse B65F 9/00   
Zusammenfassung Bekannterweise erfolgt das Sammeln und Transportieren mit Fahrzeugen, bei denen das Entsorgungsfahrzeug einen festen Aufbau zur Aufnahme der zu entsorgenden Medien besitzt, oder, daß die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Spezialaufbauten ausgerüstet und zur Selbstbeladung mit Containern verschiedener Baugröße geeignet sind.
Beide Arten der Entsorgung haben neben dem hohen Investitionsaufwand den Nachteil, daß die zunehmenden Transportentfernungen zu den Entsorgungs- und Verwertungsanlagen, die hohe Verkehrsdichte und die Vielzahl der zu transportierenden Stoffströme die Entsorgungsunternehmen vor immer neue Probleme stellt.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren soll der Transportaufwand minimiert, ein umweltgerechtes Handling der verwertbaren und nicht verwertbaren Abfälle gesichert und der Investitionsaufwand im Entsorgungsunternehmen gesenkt werden.
Das wird dadurch erreicht, daß eine Trennung von Sammlungsart und Transport, unter Nutzung eines speziell vorbereiteten Fahrgestells, erfolgt, wobei ein erstes Entsorgungsfahrzeug die an den verschiedenen Sammelstellen anstehenden Abfälle sammelt, den gefüllten Container auf einen Containersammelplatz abstellt und zwischenlagert und ein zweites Entsorgungsfahrzeug den gefüllten Container aufnimmt und zu den Entsorgungs- und Verwertungsanlagen transportiert und entleert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entsorgung unterschiedlichster Medien, wie Hausmüll, Glas, Papier, Leichtverpackungen, Fäkalien oder Schadstoffkleinmengen, wobei das Sammeln und Transportieren der Medien je nach Abfallart in einem Container erfolgt.

Die moderne Abfallwirtschaft stellt heutzutage enorme Anforderungen an die Entsorgungsunternehmen. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Bewältigung der vielfältigen Transportaufgaben für den Entsorger.

Bekannterweise erfolgt das Sammeln und Transportieren mit Fahrzeugen, bei denen das Entsorgungsfahrzeug einen festen Aufbau zur Aufnahme der zu entsorgenden Medien besitzt. Diese Entsorgungsfahrzeuge fahren die entsprechenden Sammelpunkte an, werden beladen und bringen den Müll zu den entsprechenden Entsorgungs- und Verwertungsanlagen.

Diese Art der Entsorgung hat den Nachteil, daß für die verschiedenen zu entsorgenden Medien Fahrzeuge mit unterschiedlichen Aufbau benötigt werden. Für die Entsorgungsunternehmen heißt das, hohe Investitionen für die mit Spezialaufbauten für die verschiedenen Medienarten versehenen Entsorgungsfahrzeuge und einen relativ großen Fuhrpark.

Ein weiterer Nachteil ist, daß durch die notwendige Getrennterfassung unterschiedlichster Stoffströme ein ungleich höherer Sammelaufwand entsteht, wobei immer kleinere Restabfallmengen anfallen und Kosten verursachen.

Eine andere Art der Entsorgung erfolgt derart, daß Fahrzeuge, unter Nutzung eines speziell vorbereiteten Fahrgestells, mit unterschiedlichen Spezialaufbauten ausgerüstet und zur Selbstbeladung mit Containern verschiedener Baugrößen geeignet sind. Damit wird erreicht, daß der Fuhrpark der Entsorgungsunternehmen erheblich eingeschränkt werden kann, da mit einem Fahrzeug, bestückt mit zwei bis drei Containern, verschiedene Medien entsorgt werden können.

Beide Arten der Entsorgung haben den Nachteil, daß die zunehmenden Transportentfernungen zu den Entsorgungs- und Verwertungsanlagen, die hohe Verkehrsdichte, die Vielzahl der zu transportierenden Stoffströme, wie Hausmüllentsorgung, Wertstoffsammlung (Glas, Papier, Leichtverpackungen), Fäkalienentsorgung und Schadstoffkleinmengensammlung, die Entsorgungsunternehmen vor immer neue Probleme stellt.

Erschwerend für die Entsorgungsunternehmen ist auch das immer öftere Unterbrechen Kette des Transportes durch Umladen in sogenannten Umladestationen, der für die Umladestationen benötigte Platzbedarf, der in Siedlungsgebieten kaum noch vorhanden ist, und der damit verbundene hohe Investitionsaufwand für geeignete Umladestationen.

Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, den Transportaufwand zu minimieren, ein umweltgerechtes Handling der verwertbaren und nicht verwertbaren Abfälle zu sichern und den Investitionsaufwand im Entsorgungsunternehmen zu senken.

Erfindungsgemäß wird das dadurch erreicht, daß eine Trennung von Sammlungsart und Transport, unter Nutzung eines speziell vorbreiteten Fahrgestells, erfolgt, wobei ein erstes Entsorgungsfahrzeug die an den verschiedenen Sammelstellen anstehenden Abfälle sammelt, den gefüllten Container auf einen Containersammelplatz abstellt und zwischenlagert und ein zweites Entsorgungsfahrzeug den gefüllten Container aufnimmt und zu den Entsorgungs- und Verwertungsanlagen transportiert und entleert.

Durch die technologische Trennung von Sammlung und Transport wird

  • - die Verfügbarkeit der Technik durch unterschiedliche Nutzungsvarianten erhöht,
  • - eine volle Ausnutzung des verfügbaren Entsorgungszeitfonds zur Sammlung der verwertbaren und nichtverwertbaren Abfälle erzielt,
  • - eine optimale Ausnutzung der Transportkapazitäten gewährleistet,
  • - der Investitionsaufwand für die Entsorgungsunternehmen erheblich gesenkt.


Mit der Minimierung des Transportaufwandes und der Zwischenlagerung der Abfälle im Container am Containersammelplatz wird ein umweltgerechtes Handling der verwertbaren und nichtverwertbaren Abfälle garantiert.

Durch die Nichtunterbrechung der Transportkette - Transport aus der Tour ohne Umladen zur Entsorgungs- bzw. Verwertungsanlage - entfällt das Umladen in den Umladestationen, es entfällt der benötigte Platz für derartige Umladestationen und es entfällt der hohe Investitionsaufwand für die Umladestationen.

Damit wird auch erreicht, daß die unterschiedlichen Müllarten umweltgerecht und direkt vom Verursacher zu den verschiedenen Entsorgungs- und Verwertungsanlagen transportiert werden können. Dies kann sowohl über die Straße als auch über die Schiene erfolgen.

Das erfindungsgemäße Verfahren soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren geht davon aus, daß der Transport zur Entsorgung von verwertbaren und nicht verwertbaren Abfällen mittels Container erfolgt und die Entsorgungsfahrzeuge zur Aufnahme der Container derart ausgerüstet sind, daß sie ohne Inanspruchnahme von Ladefläche eine Beladeeinrichtung besitzen, die vorzugsweise heckseitig das Anheben und Aufsetzen eines Containers auf das Entsorgungsfahrzeug ermöglicht.

Bekannterweise erfolgt das Sammeln der im Haushalt und Industrie anfallenden Abfälle, getrennt nach Abfallart, in verschiedenartig ausgestalteten Behältern.

Diese Behälter stehen an verschiedenen, für die Haushalte und Industrie leicht zugänglichen, Sammelstellen. Das Entleeren der Behälter erfolgt in einem zeitlich bestimmten Rhythmus durch den Entsorgungsbetrieb.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren fährt das Entsorgungsfahrzeug, unter Nutzung eines speziell vorbereiteten Fahrgestells, welches mit einem, je nach der zu sammelnden Abfallart unterschiedlichen, Container bestückt wird, die Sammelstelle an und entleert die an der Sammelstelle befindlichen Behälter. Das Entleeren erfolgt über einen an dem Container angesetzten Heckteil mit einem im Heckteil integrierten Hub- und Kippmechanismus, der die Behälter aufnimmt, anhebt, kippt und damit entleert.

Nachdem der Container mit Abfällen vollständig gefüllt ist, wird dieser zu einem, am Entsorgungsbereich grenzenden, Containersammelplatz gebracht, dort abgestellt und nach Trennung des Heckteiles vom Container zwischengelagert.

In Folge wird an einem am Containersammelplatz bereitstehenden neuen leeren Container das Heckteil angesetzt und der Container mit angesetzten Heckteil vom Entsorgungsfahrzeug übernommen. Dieser Vorgang kann sich beliebig wiederholen.

Die am Containersammelplatz zwischengelagerten Container werden von einem zweiten Entsorgungsfahrzeug übernommen und vorzugsweise in der verkehrsarmen Zeit zu den Entsorgungs- und Verwertungsanlagen transportiert und entleert.

Dies kann ggf. auch im Anhängerbetrieb erfolgen.

Mit dieser Entsorgungstechnologie werden die Entsorgungsunternehmen in die Lage versetzt, zur Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben nicht jeweils ein Fahrzeug mit Spezialaufbau anzuschaffen, sondern mit einem Fahrgestell können die unterschiedlichsten Aufgaben, wie Hausmüllentsorgung, Wertstoffsammlung, Fäkalienentsorgung, Winterdienst usw. erfüllt werden.

Man kann davon ausgehen, daß sich der Investitionsaufwand gegenüber der herkömmlichen Entsorgungstechnologie um ca. 50% reduziert.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Entsorgung unterschiedlichster Medien, wie Hausmüll, Glas, Papier, Leichtverpackungen, Fäkalien oder Schadstoffkleinmengen, wobei das Sammeln und Transportieren der Medien je nach Abfallart in einem Container erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß eine Trennung von Sammlungsart und Transport, unter Nutzung eines speziell vorbereiteten Fahrzeuggestells, erfolgt, wobei ein erstes Entsorgungsfahrzeug die an den verschiedenen Sammelstellen anstehenden Abfälle sammelt, den gefüllten Container auf einem Containersammelplatz abstellt und zwischenlagert und ein zweites Entsorgungsfahrzeug den gefüllten Container aufnimmt und zu den Entsorgungs- und Verwertungsanlagen transportiert und entleert.






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