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Dokumentenidentifikation DE19626354A1 02.01.1998
Titel Verschattungsvorrichtung und Fassade mit einer solchen
Anmelder Priedemann, Wolfgang, Dipl.-Ing., 12249 Berlin, DE
Erfinder Priedemann, Wolfgang, Dipl.-Ing., 12249 Berlin, DE
Vertreter Christiansen, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 14195 Berlin
DE-Anmeldedatum 18.06.1996
DE-Aktenzeichen 19626354
Offenlegungstag 02.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.01.1998
IPC-Hauptklasse E06B 9/24
IPC-Nebenklasse E04B 1/343   G02B 27/28   
Zusammenfassung Verschattungsvorrichtung für eine, insbesondere mehrschalige, Gebäudefassade mit zwei Gruppen von das Umgebungslicht mindestens teilweise polarisierenden, einander mindestens teilweise überdeckenden oder in Überdeckung miteinander bringbaren flächigen Elementen, wobei mindestens eine der Gruppen einer Mehrzahl von transparenten Abschnitten in der Gebäudefassade zugeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verschattungsvorrichtung für Gebäudefassaden und eine, insbesondere mehrschalige, Fassade mit einer solchen Verschattungsvorrichtung.

Im Rahmen der Entwicklung der Bautechnik in den letzten Jahren ist - insbesondere im Hinblick auf energetische und ergonomische Anforderungen und Effekte - neuen Lösungen bei der Realisierung von Gebäudefassaden verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt worden. Im Zuge dessen gelangen zunehmend verfeinerte und aufwendige Lösungen zur optimierten Realisierung der wesentlichen Funktionen - zu denen neben der Wärme- und Schalldämmung und der Abhaltung atmosphärischer Feuchtigkeit nicht zuletzt die Sicherung einer angemessenen Belichtung der Innenräume gehört - zur Anwendung. Beispiel hierfür sind die zunehmende Ausführung zwei- oder sogar dreischaliger Warm- oder Kaltfassaden und der Einsatz kostspieliger Materialien und Konstruktionen mit hervorragenden Wärme- und Schalldämmeigenchaften.

Für die Verschattung bzw. Belichtungssteuerung der Innenräume werden jedoch bis zum heutigen Tag im wesentlichen altbekannte Verschattungs- und Sonnenschutzanlagen, etwa in Form von Geweberollos oder Raffstores in vertikaler oder horizontaler Lamellenbauweise oder - vorzugsweise gebäudeaußenseitig anzubringenden und verstellbaren - Metallamellen- oder Markisenkonstruktionen eingesetzt. Vielfach sind an der äußeren Fassadenhaut angebrachte Sonnenschutzanlagen (Verschatter) mit innenseitigen Blendschutzanlagen kombiniert.

Diese Lösungen weisen sämtlich erhebliche Nachteile auf, von denen insbesondere eine hohe Verschmutzungsneigung und damit Pflegebedürftigkeit, ein material-, konstruktions- und verschmutzungsbedingt relativ hoher Strömungswiderstand und vielfach relativ große Bautiefe zu nennen sind.

Der Einsatz lichtstreuender Elemente verringert zwar die direkte Lichteinstrahlung, hat aber den für moderne Arbeitsplätze vielfach ergonomisch nachteiligen Effekt, daß die beleuchteten Elemente sehr helle Raumflächen bilden. Der Einsatz hochgradig absorbierender Materialien im Innenraum hat andererseits den Nachteil einer starken Wärmeentwicklung, die das Wohlbefinden und/oder die Energiebilanz des Gebäudes negativ beeinflußt. Vollständig oder auch nur partiell verschattend eingestellte Konstruktionen der erwähnten Art be- oder verhindern in der Regel den Ausblick und erzeugen (insbesondere bei partiell verschattender Einstellung) ergonomisch nachteilige Helligkeitsmuster an den Raumwänden bzw. direkt an Arbeitsplätzen, was sich für Bildschirmarbeitsplätze besonders gravierend auswirkt.

Seit langem ist es bekannt, die Erscheinung der Polarisation des Lichts zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften und speziell auch zur Veränderung der Transmission von optischen Elementen und Vorrichtungen - etwa von Sonnenbrillen oder (in der Regel über Zusatzfilter) von Kameraobjektiven - zu nutzen.

Weiterhin ist mehrfach - etwa in DE 24 25 136 A1 oder US 4 579 426 - die Steuerung der Transmission von Flugzeug- oder allgemein Fahrzeugfenstern durch eine Anordnung aus gegeneinander verdrehbaren Linearpolarisatoren vorgeschlagen worden. Diese Vorschläge sind nur für kleinere, einzelnstehende Fenster gedacht und realisierbar, und ihre Ausführung ist aufwendig. In US 3 635 543 wird eine Anordnung für rechteckige Fenster mit aneinandergereihten drehbaren Polarisatoren vorgeschlagen, die ebenfalls höchst herstellungsaufwendig ist und deren optische Eigenschaften offensichtlich unbefriedigend sind. In DE 28 54 181 ist eine Blendschutzvorrichtung für Kraftfahrzeuge beschrieben, die ebenfalls auf dem Prinzip der gegeneinander verdrehbaren Polarisatoren beruht, wobei hier einer der Polarisatoren durch eine in den Verbund-Aufbau einer Kraftfahrzeug-Frontscheibe integrierte Polarisationsfolie gebildet ist. Hiermit ist nur eine relativ kleine Fläche des Fensters abdunkelbar.

Schließlich sind - ebenfalls mit dem speziellen Anwendungsgebiet der Fahrzeugfenster - Anordnungen mit segmentierten, gegeneinander verschiebbaren polarisationsflächen bekanntgeworden; vgl. hierzu etwa DE 41 09 604 A1, DE 43 27 095 A1 oder US 5 164 856. Diese Anordnungen beziehen sich sämtlich auf ein einzelnes Fenster oder sogar nur einen Teil eines solchen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verschattungsvorrichtung für eine Gebäudefassade mit verbesserten optischen Eigenschaften, großer Gestaltungsvariabilität und grundsätzlich geringem Herstellungs-, Pflege- und Wartungsaufwand sowie eine Fassade mit einer solchen Verschattungsvorrichtung anzugeben.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. eine Fassade mit den Merkmalen des Anspruchs 21 gelöst.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß eine moderne Gebäudefassade (nachfolgend werden hierunter auch partiell transparente Dächer verstanden) auch im Hinblick auf ihre Funktion der Beeinflussung der Transmission des Umgebungslichtes (nachfolgend unter den Begriff "Verschattung" gefaßt) als relativ eigenständiges, in sich geschlossenes technisches Gebilde behandelt werden sollte. Diese Erkenntnis führt zu dem mit der Erfindung verwirklichten Gedanken einer die Begrenzung des einzelnen Fensters überwindenden, an die konstruktiven Merkmale und physikalisch-technische Gesamtfunktion der Fassade als geschlossener Einheit angepaßten Verschattungsvorrichtung nach dem Prinzip der veränderbaren Polarisation und Analyse des einfallenden Lichtes.

Mit der erfindungsgemäßen Verschattungsvorrichtung läßt sich in vorteilhafter Weise eine im wesentlichen vollflächig durchsichtige und grundsätzlich weder störend helle Flächen noch ausgeprägte Helligkeitsmuster in den Innenräumen erzeugende Verschattung realisieren, wobei die Vorrichtung geringen Platzbedarf hat, einfach betätigt werden kann und bei angemessener Materialwahl nur einen geringen Wartungsaufwand erfordert. Wesentliche Nachteile der bekannten Vorrichtungen zur Fassadenverschattung sind damit behoben.

Mit dieser Vorrichtung lassen sich Fassaden bzw. Dächer mit einer aktuellen Anforderungen und Normen entsprechenden Verschattungswirkung und Dämmung auch gegenüber unerwünschtem Wärmeeintrag aus dem Außenraum, insbesondere mit einem Verschattungsfaktor (sogenannten "Z-Wert") von etwa 0,2-0.3 und einem entsprechenden Energiedurchlaßwiderstand ("G-Wert"), realisieren. Aus energetischer Sicht von besonderem Vorteil ist die Möglichkeit der Ausführung großflächiger Verschattungselemente mit einer geringen Anzahl von Element-Kanten pro Fassadenflächeneinheit und mit sehr glatter, verschmutzungsunempfindlicher Oberfläche, was die Abführung der eingestrahlten Energie vor der (inneren) Fassadenschale vor allem durch Konvektion stark befördert. Die Erfindung ermöglicht eine vorteilhafte Aufteilung des am Material zu absorbierenden und von der Fassade abzuführenden Energiebetrages zwischen verschiedenen Ebenen einer Fassade.

Das Prinzip wird durch den Einsatz von in zweckmäßiger Weise der Fassade zugehörigen polarisierenden Elementen (insbesondere Glas- und/oder Kunststoffelementen) verwirklicht, die in einer der Größe und Gliederung der Fassadenfläche entsprechenden Zusammenfassung zu zwei Gruppen die Polarisator- bzw. die Analysatorfunktion realisieren.

Dabei kann bei glattflächigen Fassaden vorteilhaft mindestens eine der Gruppen polarisierender Elemente einer Fläche der Gebäudefassade im wesentlichen in ihrer Gesamtheit zugeordnet sein, womit für diese Fassadenfläche grundsätzlich nur eine einzige Betätigungseinrichtung benötigt wird und eine großflächige Ausführung der Elemente möglich ist. Bei sehr großflächigen und/oder stärker gegliederten Fassaden können in den Fassadenflächen auch jeweils mehrere getrennte Polarisator- und/oder Analysator-Gruppen vorgesehen sein - wobei auch diese gemeinsam gesteuert und ggfs. auch gemeinsam betätigt werden können.

Eine besonders platzsparende und wirtschaftliche Ausführung stellt eine solche dar, bei der die polarisierenden Elemente zueinander im wesentlichen parallele, zweckmäßigerweise zugleich zur Erstreckung der Gebäudefassade parallele, Erstreckungsebenen haben. Die konstruktiven Vorteile gegenüber herkömmlichen Verschattungseinrichtungen treten besonders deutlich bei einer Ausführung zutage, bei der die Erstreckungsebenen in Anpassung an eine Krümmung der Gebäudefassade in mindestens einer Raumrichtung (bogenförmig), ggfs. auch in zwei Raumrichtungen (etwa kegel- oder tonnenförmig) gekrümmt sind. Die Verschattung derartiger Fassadenflächen ist mit herkömmlichen Anordnungen besonders platz- und kostenaufwendig und verändert durch eine "Polygonalisierung" die Fassadengestalt in häufig unerwünschter Weise, ist unter Nutzung der Erfindung jedoch durch entsprechende Formgebung der flächigen Polarisatorelemente relativ unaufwendig und architektonisch vorteilhaft möglich.

Die Einstellung der Transmission bzw. der Verschattungswirkung kann dadurch erfolgen, daß die Polarisationsrichtungen bei beiden Gruppen einen vorbestimmten Winkel zueinander einschließen und die eine Gruppe polarisierender Elemente relativ zur anderen Gruppe derart bewegbar ist, daß mindestens in Abschnitten der Fassade eine Überdeckung von Flächen mit differierender Polarisationsrichtung herstell- und wieder aufhebbar ist.

Die bewegbare Gruppe - welches zweckmäßigerweise eine einer Mehrzahl von transparenten Fassadenabschnitten zugeordnete Gruppe sein wird - ist in konstruktiv besonders einfacher Ausführung parallel zur Erstreckungsebene ihrer Segmente bzw. Elemente und zugleich parallel zur Erstreckung der Gebäudefassade verschiebbar.

Eine alternative Ausführung besteht darin, daß die Polarisatoren (d. h. Polarisator- wie auch Analysatorgruppe) ortsfest sind und zusätzlich eine Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen vorgesehen ist, die relativ zu den Gruppen polarisierender Elemente bewegbar, insbesondere parallel zu deren Erstreckungsebene angeordnet und verschiebbar, sind.

Eine Erhöhung der Variabilität der optischen Wirkungen im Innen- wie auch im Außenraum ergibt sich, wenn die winkelverstellbaren Elemente zugleich vorbestimmte Reflexions-, speziell Reflexionspolarisationseigenschaften, aufweisen.

Eine das neue Prinzip in vorteilhafter Weise mit herkömmlichen Lamellenanordnungen verknüpfende Variante der Erfindung besteht im Einsatz von gegenüber der Fassadenfläche winkelverstellbaren Polarisatoren, d. h. gleichzeitig mit ihrer Erstreckungsebene relativ zur Erstreckungsebene der Elemente der anderen Gruppe winkelverstellbaren Elementen. Dies sind speziell Reflexionspolarisatoren, insbesondere vom Typ des metallischen Reflexionspolarisators (die in der Anordnung an der Fassade allerdings auch die Funktion des Analysators haben können).

Bei einer zweischaligen Fassade ist es energetisch und vielfach auch hinsichtlich der optischen Wirkungen vorteilhaft, wenn die eine Gruppe von Polarisatorelementen an der Außenseite einer äußeren Fassadenschale angeordnet ist oder, insbesondere in verstellbarer Weise, Abschnitte der äußeren Fassadenschale bildet, wobei in spezieller Ausbildung ein Verstellen der Elemente mit einem partiellen Öffnen der Außenschale einhergehen kann. Die Elemente haben etwa die Form von (starren oder verstellbaren) Kragarmverschattern oder von um eine Längskante oder die Mittenachse oder über eine Gelenkmechanik schwenkbaren, speziell horizontalen, Lamellen.

Eine für den Langzeit-Fassadeneinsatz hinreichend temperaturbeständige und wenig verschmutzungsanfällige Ausführung sieht vor, daß mindestens ein Teil der polarisierenden Elemente und/oder die die Polarisationsrichtung drehenden Elemente eine fest mit einem temperaturbeständigen transparenten Träger, insbesondere einem Glasträger, verbundene, linear polarisierende Kunststoffolie aufweisen. Großflächige linear polarisierende Kunststoffolien sind kostengünstig kommerziell verfügbar, ebenso in jüngster Zeit auch Phasenverzögerungsfolien, so daß der genannte Elementaufbau auch unter Kostengesichtspunkten insgesamt für den Fassadeneinsatz geeignet ist. Für spezielle Anwendungen kommt auch die Laminierung der Polarisationsfolie auf einen transparenten Kunststoffträger in Betracht.

Der Witterungsschutz der Elemente ebenso wie der zugehörigen Betätigungseinrichtungen ist vorteilhaft realisierbar, wenn die Gruppen polarisierender Elemente und/oder die Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen im Zwischenraum zweier Fassadenschalen angeordnet ist.

Gleichzeitig, aber auch unabhängig hiervon, kann eine der Gruppen polarisierender Elemente mit der inneren Fassadenschale, insbesondere mit deren zur Gebäudeaußenseite gewandten Oberfläche, fest verbunden - etwa auf- oder einlaminiert - sein. So können die Elemente einer Gruppe durch die (inneren) Glasscheiben selbst realisiert sein, was den Aufbau insgesamt weiter vereinfacht.

Entsprechend den konkreten Anforderungen an die erreichbare Verschattungswirkung läßt sich diese in weiten Grenzen dadurch einstellen, daß die polarisierenden Elemente einen wesentlich von 1 verschiedenen Polarisationsgrad aufweisen und/oder die Polarisationsrichtungen der Polarisator- und der Analysator-Gruppe einen wesentlich von 90° verschiedenen Winkel miteinander einschließen. Anstelle einer theoretischen Variationsbreite des Transmissionsgrades im Bereich zwischen 50% (bei parallelem idealem Linearpolarisator und -analysator) und Null (bei senkrecht zueinander orientiertem idealem Polarisator und Analysator) läßt sich dadurch eine maximale Transmission weit über 50% realisieren. Hierbei besteht natürlich die prinzipielle physikalische Beschränkung, daß die maximale Abschwächung bzw. Verschattung höchstens das Zweifache der minimalen beträgt, und bei hoher maximale Transmission ist grundsätzlich die erzielbare Verschattungswirkung begrenzt. Der Faktor kann allerdings durch Vorgabe des Schnittwinkels der Polarisationsachsen im Bereich zwischen 1 und 2 problemlos variiert werden.

Zusätzlich, jedoch auch unabhängig von der Wahl der Polarisationsparameter, kann mindestens ein Teil der polarisierenden Elemente Extinktionseigenschaften aufweisen, wobei auch hier entsprechend den konkreten Anforderungen Extinktionsgrad und -spektrum durch Zugabe geeigneter Farbstoffe zum Polarisatormaterial und/oder ggfs. zu dessen Träger praktisch beliebig wählbar sind.

In einer zweckmäßigen konkreten Anordnung sind die Gruppen polarisierender Elemente jeweils in einer Raumrichtung (am einfachsten vertikal oder horizontal) alternierend gereiht polarisierende Elemente bzw. Segmente mit einen vorbestimmten konstanten Winkel miteinander einschließender Polarisationsrichtung, wobei die Segmente für beide Gruppen die gleiche Abmessung in der Reihungs-Richtung aufweisen und beide Gruppen in dieser Richtung relativ zueinander zwischen zwei Überdeckungszuständen bewegbar sind. In einer ersten Bewegungslage liegen Elemente bzw. Segmente beider Gruppen übereinander, die dieselbe Polarisationsrichtung aufweisen, wodurch ein Zustand höherer Transmission geschaffen ist, während in einer zweiten Bewegungslage Elemente übereinander liegen, deren Polarisationsrichtungen den vorgegebenen Winkel miteinander einschließen, wodurch ein Zustand geringerer Transmission geschaffen ist. Eine Segmentierung in Elemente mit unterschiedlicher Polarisationsrichtung kann bereits bei der Herstellung einer Polarisationsfolie vorgenommen werden, so daß eine zusammenhängende Bahn eine Gruppe von Elementen aufweisen kann, die Elemente können aber auch körperlich getrennt sein.

Grundsätzlich möglich - wenn auch nur für spezielle Fassadengestaltungen praktikabel und technologisch wesentlich aufwendiger - ist auch die alternierende Anordnung von Segmenten mit unterschiedlicher Polarisationsrichtung in einer Drehrichtung (anstelle einer Raumrichtung).

Anstelle des Einsatzes relativ zueinander bewegbarer segmentierter Polarisatoren ist auch eine Ausführung möglich, in der die polarisierenden Elemente beider Gruppe ebenfalls jeweils in einer Raum- oder Drehrichtung alternierend mit unterschiedlicher Polarisationsrichtung gereiht, aber ortsfest angeordnet sind und zusätzlich zwischen beiden Gruppen eine Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen (Phasendrehelementen) vorgesehen ist, deren Maß und Abstand in der Reihungs-Richtung dem Maß der polarisierenden Elemente entsprechen und deren Polarisations-Drehwinkel dem vorbestimmten Winkel der Polarisationsrichtungen entspricht. Diese letztere Gruppe ist relativ zu den polarisierenden Elementen bewegbar derart, daß in einer ersten Bewegungslage die die Polarisationsrichtung drehenden Elemente dieser Gruppe derart mit den polarisierenden Elementen überlappen, daß die Polarisationsrichtung der am Analysator ankommenden Lichtwellen annähernd gleich dessen Polarisationsrichtung ist, während sie in einer zweiten Bewegungslage wesentlich von dieser abweicht, so daß zwei Zustände mit unterschiedlicher Transmission bzw. Verschattung der Innenräume realisiert werden. Die Phasendrehelemente können in der Reihungsrichtung translatorisch bewegt werden, es ist aber auch ein Aufbau mit horizontal oder vertikal schwenkbaren Lamellen möglich.

Unabhängig von der konkreten konstruktiven Ausführung ist eine automatisierte Betätigung von Vorteil, wobei eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die eine Bewegung einer der Gruppen polarisierender Elemente oder der Phasendrehelemente in Abhängigkeit von der Intensität und/oder Haupteinstrahlungsrichtung des Umgebungslichtes steuert.

Bei einer mit der erfindungsgemäßen Verschattungsvorrichtung ausgerüsteten Fassade (bzw. einem Dach) kann zweckmäßigerweise ein nicht-transparenter Fassadenabschnitt vorgesehen sein, der einen Teil der Elemente einer bewegbaren Gruppe von polarisierenden Elementen und/oder der Gruppe von Phasendrehelementen in einer von deren Bewegungsstellungen aufnimmt bzw. verdeckt. Bei vertikaler Reihung können dies vorteilhaft die oder einige der zu Etagendecken korrespondierenden Fassadenabschnitte sein, bei horizontaler Reihung insbesondere Stützen-Bereiche.

Im Fall einer mehrschaligen Fassade werden zwischen einer ersten und einer zweiten Schale der Fassade gemeinsame Betätigungsmittel zum Bewirken einer Bewegung einer Gruppe polarisierender Elemente oder der Gruppe der Phasedrehelemente vorgesehen sein. Darüber hinaus sind in einer vorteilhaften Ausführung im Fassadenschalen-Zwischenraum Mittel zur Abführung und/oder energetischen Nutzung der nicht durch die polarisierenden Elemente transmittierten - d. h. an diesen im wesentlichen in Wärme umgewandelten - Lichtenergie vorgesehen. Im einfachsten Falle sind hierzu die inneren Oberflächen der Fassadenschalen, ebenso wie zweckmäßigerweise die Oberflächen der Verschattungselemente, glattflächig ausgeführt sowie im bodennahen Bereich der Fassadezuluftelemente und im Bereich der Gebäudeoberkante Abluftöffnungen vorgesehen, daß eine ungehinderte Konvektion an den erwärmten Verschattungselementen stattfinden kann. Die kinetische und/oder thermische Energie der Konvektionsströmung kann durch an sich bekannte Vorrichtungen (etwa Wärmetauscher- oder Windradanordnungen) teilweise nutzbar gemacht werden.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1a und 1b Prinzipdarstellungen zur Funktion von Ausführungsformen der Erfindung mit relativ zueinander verschiebbaren Polarisatorelementen, die

Fig. 2a bis 2d Prinzipdarstellungen zur Funktion von Ausführungsformen der Erfindung mit schwenkbaren Polarisatorelementen,

Fig. 3 in einer schematischen Darstellung eine Ausführungsform der Erfindung bei einer zweischaligen Fassade,

Fig. 4 eine schematische Ausschnittsdarstellung einer zweiten Ausführungsform,

Fig. 5 eine schematische Ausschnittsdarstellung einer dritten Ausführungsform und

Fig. 6 eine schematische Ausschnittsdarstellung einer vierten Ausführungsform.

Fig. 1a zeigt in einer schematischen Schnittdarstellung das Prinzip einer eine äußere, im wesentlichen transparente Schale S1 und eine innere, partiell transparente Schale S2 aufweisenden Klimafassade, bei der vor die transparenten Abschnitte T der inneren Schale ein zu dieser paralleler Polarisator P1 gesetzt und im Schalenzwischenraum ein parallel zur Erstreckungsebene der Abschnitte T und P1 vor den Abschnitt T oder von diesem weg (horizontal oder vertikal) verschiebbarer Analysator P2 mit zum Polarisator P1 senkrechter Polarisationsachse angeordnet ist. Der Polarisator P1 bewirkt eine Linearpolarisation des auf die Fassade einfallenden Lichtes und damit eine Grund-Verschattung, und durch Verschiebung des Analysators P2 in Überdeckung mit dem Polarisator P1 erfolgt in den Überdeckungsbereichen eine maximale Verschattung nach dem Prinzip der gekreuzten Polarisatoren.

Fig. 1b verdeutlicht die Realisierung dieses Prinzips bei einer gekrümmten Fassade, bei der alle planebenen Elemente aus Fig. 1a durch funktionell entsprechende gekrümmte Elemente S1&min;, S2&min;, T&min;, P1&min; und P2&min; ersetzt sind, deren Funktion aber grundsätzlich mit der oben skizzierten übereinstimmt.

Fig. 2a zeigt einen vertikalen Schnitt einer Fassade mit einer partiell offenen äußeren "Schale" S1&min;&min; und einer massiven, abschnittsweise transparenten inneren Schale S2&min;&min;, An der äußeren Schale sind in (in der Ausschnittsdarstellung nicht zu erkennender) horizontaler und vertikaler Reihung Gruppen von polarisierenden Kragarmverschattern P1&min;&min; angeordnet, und die transparenten Abschnitte P2&min;&min; der inneren Schale sind ebenfalls polarisierend, und zwar mit zu den Elementen P1&min;&min; senkrechter Polarisationsrichtung, ausgeführt. Das von schräg oben in das Gebäudeinnere einfallende, durch beide polarisierende Elemente hindurchgehende Licht wird durch diese Anordnung im wesentlichen absorbiert, da es gekreuzte Polarisatoren durchlaufen muß.

Hingegen wird sowohl das im wesentlichen von vorn einfallende direkte sowie das diffuse Licht nur durch den zweiten Polarisator P2&min;&min; abgeschwächt. Der Raum vor der äußeren "Schale" bleibt stark belichtet, da in ihn sowohl das von vorn einfallende und das diffuse Licht vollständig und das von oben durch die Elemente P1&min;&min; einfallende Licht nur relativ geringfügig abgeschwächt gelangt.

Bei der in Fig. 2b skizzenhaft dargestellten Ausführung ist vor die bereits in Fig. 2a gezeigte (dort als innere Schale bezeichnete) Gebäudehülle S2&min;&min; eine Konstruktion aus horizontal verlaufenden, jeweils um eine Mittenachse schenkbaren polarisierenden Lamellen PL1 gesetzt, mit der eine ähnliche Wirkung wie bei Fig. 2a erzielt wird, wobei die Verschattung wie auch die Belüftung der Gebäudehülle durch die Verstellbarkeit der Lamellen differenzierter den Belichtungsverhältnissen, insbesondere dem Sonnenstand, anzupassen ist. Die Anpassung kann etwa durch temperatur- und/oder belichtungssteuerte Verstellung der Lamellen automatisch erfolgen.

Analog funktionieren auch die Anordnungen nach Fig. 2c und 2d, die sich von der in Fig. 2b gezeigten hauptsächlich durch die veränderte Anbringung und Verstellung der polarisierenden Lamellen PL1&min; bzw. PL1&min;&min; unterscheiden. In Fig. 2d ist zudem wieder von einer echten äußeren Schale S1&min;&min;&min; ausgegangen, deren offene Abschnitte durch die (hier mit einer Gelenkarmmechanik gehaltenen) Lamellen PL1&min;&min; verschließbar sind, wenn diese sich in vertikaler Stellung befinden.

Fig. 3 zeigt schematisch eine zweischalige Gebäudefassade 1 mit einer im wesentlichen transparenten äußeren Schale bzw. Außenhaut 2 und einer inneren Schale 3, welche in einer Tragkonstruktion 4 eine Mehrzahl von transparenten Abschnitten ("Fenstern") 5 aufweist. Im Sockelbereich 2a der Außenhaut sind Zuluftelemente 6 angeordnet, und im - hier der besseren Übersichtlichkeit halber punktiert dargestellten - Dachbereich 7 befinden sich Abluftelemente 8, die zusammen mit den Zuluftelementen 6 die Abführung der in den Schalenzwischenraum 9 eingetragenen Wärmestrahlung und der dort in Wärmeenergie umgewandelten sichtbaren Strahlung gewährleisten. Unterhalb des Daches ist - hier lediglich symbolartig und ohne Rücksicht auf die Praktikabilität einer solchen speziellen Anlage zur Energiegewinnung - eine Windradanordnung 10 aus einem Tangential-Windrad 10a und einem Generator 10b zur Energiegewinnung aus der Konvektionsströmung dargestellt.

Die innere Fassadenebene ist mit polarisierenden Glasflächen 5 ausgeführt, die jeweils in horizontaler Richtung gereihte Segmente 5a bis 5c aufweisen, in denen - über die horizontale Erstreckung der Fassade alternierend - zwei unterschiedliche Polarisationsrichtungen vorliegen. Dies ist in der Figur durch eine unterschiedlich verlaufende, die Polarisationsrichtung angebende, Schraffur verdeutlicht. Derartige Elemente können vorteilhaft durch Einbettung von bereits bei der Herstellung segmentierter Polarisationsfolie oder von einzelnen Folienstreifen mit unterschiedlicher Polarisationsrichtung zwischen zwei Scheiben eines Mehrscheibenglases gefertigt werden. In der Figur schließen die Polarisationsrichtungen der alternierenden Segmente einen spitzen Winkel miteinander ein, in der Praxis wird man jedoch vielfach einen rechten Winkel ("gekreuzte Polarisatoren") wählen.

Im Schalenzwischenraum 9 zwischen der äußeren Schale 2 und der inneren Schale 3 ist an einer horizontalen Führungsschiene 11 mittels eines Schrittmotors 12 horizontal verschiebbar eine polarisierende Glasfläche 13 aufgehängt. Diese ist - zur Segmentierung der Fenster 5 korrespondierend - in vertikal verlaufende, über die gesamte Höhe der Fassade durchgehende Streifen mit in horizontaler Richtung alternierend unterschiedlicher Polarisationsrichtung unterteilt, wobei im Ausschnitt der Figur Streifen 13a bis 13f gezeigt sind. (In der praktischen Ausführung werden die Streifen - ebenso, wie die Außenhaut 2 natürlich nicht in einem Stück gefertigt ist - jeweils aus vielen Glasscheiben mit entsprechender Fassung zusammengesetzt sein; entscheidend ist hierbei die konstante Polarisationsrichtung innerhalb eines Streifens und deren Alternieren von Streifen zu Streifen.) Die Glasfläche 13 ist in zweckmäßiger Weise als Laminat aus einem Glasträger und einer Polarisationsfolie, ggfs. zusätzlich mit einer Kunststoff- oder Glasdeckschicht, aufgebaut.

Die Segmente 13a-13f der polarisierenden Gläser der Vorhang-Glasfläche 13 haben alle die gleiche Breite, und diese stimmt mit der Segmentteilung der inneren Fassadenschale 3 überein, wobei die Berücksichtigung der Flächenanteile der Tragkonstruktion 4 bei letzterer zu unterschiedlichen Nettomaßen der transparenten Elemente 5a, 5c einerseits und 5b andererseits führt. In Abwandlung der in Fig. 1 gezeigten Aufteilung ist es auch möglich, die Segmentbreite gleich der Träger- bzw. Rahmenbreite der Fenster zu machen, womit ebenfalls die funktionswichtige Rasterübereinstimmung von Vorhangfläche 13 und Innenschale 3 in Bewegungsrichtung der Vorhangfläche erreicht wird.

In der in der Figur gezeigten Stellung der Vorhangfläche 13 überdecken sich deren Segmente jeweils mit in gleiche Polarisationsrichtung orientierten Segmenten der Fenster 5, womit maximale Transmission eingestellt ist. Wird die Vorhangfläche so weit verschoben, daß sich Segmente mit unterschiedlicher Polarisationsrichtung völlig überdecken, ist der Zustand minimaler Transmission oder maximaler Verschattung eingestellt. In Zwischenstellungen ist die Transmission ungleichmäßig, und ihr räumlicher Mittelwert liegt zwischen dem Minimum und dem Maximum.

Fig. 4 ist eine schematische Ausschnittsdarstellung einer Fassaden-Verschattungsvorrichtung einer Gebäudefassade 1&min; nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung. Hierbei wird von grundsätzlich dem gleichen Fassadenaufbau wie in Fig. 3 ausgegangen, weshalb lediglich ein Ausschnitt gezeigt ist und gleiche Bauteile wie in Fig. 3 mit gleichen Ziffern bezeichnet sind und hier nicht nochmals beschrieben werden.

Im Unterschied zur Anordnung nach Fig. 3 weist hier eine äußere Fassadenschale 2&min; polarisierendes Material auf, ist in der gleichen Weise segmentiert wie die Vorhang-Glasfläche 13 nach Fig. 3 und kann grundsätzlich im wesentlichen auch so gefertigt sein wie letztere. Die Teilung hat wiederum das gleiche Maß wie bei der inneren Schale, ist aber gegenüber dem Raster der inneren Schale (der Segmentierung der Glasflächen) um ein halbes Raster horizontal verschoben.

In einem dem halben Rastermaß der Teilung der inneren und äußeren Schale entsprechenden Raster geteilt, ist hier eine partiell die Phasenlage der einfallenden Lichtwellen drehende, horizontal verschiebbare Vorhangfläche 13&min; mit abwechselnd phasendrehenden (punktiert dargestellten) und nicht-drehenden Materialstreifen 13a&min; bis 131&min; vorgesehen. Die Vorhangfläche 13&min; kann beispielsweise aus Kunststoffplatten oder wiederum aus einem Kunststoffolie-Glas-Laminat gefertigt sein. Die phasendrehendne Abschnitte sind vorzugsweise so gefertigt, daß der Betrag der Phasendrehung gleich dem Winkel zwischen den beiden Polarisationsrichtungen der Polarisatoren ist.

Die Überlappung der Polarisator- und Analysator-Segmente bei der in Fig. 4 gezeigten Anordnung von äußerer und innerer Fassadenschale hätte ohne das Vorhandensein des Vorhangs 13&min; eine abwechselnde Überdeckung von Abschnitten mit paralleler und solchen mit sich schneidender Polarisationsrichtung und infolgedessen das alternierende Auftreten von Streifen höherer und niedrigerer Transmission mit jeweils halber Rasterbreite zur Folge. Der alternierend die Polarisationsebene drehende oder nicht drehende Vorhang bewirkt, daß die Polarisationsebene auf der gesamten Analysatorfläche (Fläche der inneren Schale 3) mit derjenigen der gesamten Polarisatorfläche (Fläche der äußeren Schale 2&min;) entweder übereinstimmt oder sich unter einem konstanten Winkel schneidet. Die Transmission bzw. Verschattung ist somit über die gesamte Fläche uniform und durch eine Verschiebung des Vorhangs 13&min; um das halbe Rastermaß zwischen Maximum und Minimum - natürlich (allerdings bei dann wieder räumlich alternierender Transmission) auch auf Zwischenwerte - einstellbar.

Auch bei dieser Anordnung ist in der Figur eine spitzwinklige Orientierung der beiden unterschiedlichen Polarisationsrichtungen gezeigt, der Verschattungs-Verstellbereich ist jedoch bei zueinander rechtwinkliger Stellung der Polarisationsebenen am größten. Das Phasendrehvermögen der drehenden Abschnitte des Vorhangs 13&min; ist nicht auf den von den Polarisationsebenen eingeschlossenen Winkel beschränkt, sondern kann auch ganzzahlige Vielfache von 180° plus diesem Winkel betragen; solche Werte sind technologisch ggfs. leichter zu realisieren.

Bei dieser Anordnung wird, da der wirksame Drehwinkel von optisch aktiven Substanzen wellenlängenabhängig ist (Rotationsdispersion), die Verschattungseinrichtung mehr oder weniger ausgeprägt zugleich als Farbfilter wirken. Hiermit ist daher, ohne daß die Polarisatoren Farbfiltereigenschaften aufwiesen oder gesonderte Filtermittel vorgesehen wären, eine farblich akzentuierte Belichtung des Gebäudeinneren möglich. Diese kann andererseits durch geeignete Materialwahl auch dezent gehalten werden.

Fig. 5 zeigt - wiederum in einer schematischen Ausschnittsdarstellung - als dritte Ausführungsform eine Verschattungsvorrichtung für eine gegenüber Fig. 3 und 4 durch größeren Abstand zwischen äußerer und innerer Schale 2, 3&min;&min; und veränderte Ausführung der inneren Schale modifizierte Gebäudefassade 1&min;&min;. (Soweit Komponenten aus Fig. 3 unverändert übernommen sind, sind diese auch hier mit denselben Bezugsziffern wie in Fig. 1 bezeichnet.) Die innere Schale 3&min;&min; ist insofern verändert, als alle Glasflächen 5&min;&min; durchgehend in eine Richtung (in der Figur horizontal) polarisierend ausgebildet sind.

Im Schalenzwischenraum 9&min;&min; ist eine Anordnung 14 aus durchgehend vertikal verlaufenden, um eine vertikale Mittelachse drehbaren Metallamellen 14a bis 14f vorgesehen, die das Umgebungslicht unter teilweiser Polarisation an der metallisch reflektierend ausgeführten Oberfläche durch die (bezüglich des polarisierten Anteils als Analysator wirkenden) Glasflächen zu einem Teil in das Gebäudeinnere lenkt und zum anderen Teil in den Außenraum zurückwirft. Der ins Gebäudeinnere transmittierte Anteil hängt zum einen vom zurückgeworfenen Anteil und zum anderen von der Stellung der Polarisationsebenen der Lamellen 14a-14f und der Glasflächen 5 zueinander ab, und beide Faktoren sind durch die Veränderung der Winkelstellung der Lamellen variierbar.

Gegenüber herkömmlichen Metallamellenanordnungen, deren Verschattungswirkung ausschließlich auf der partiellen Reflexion des Umgebungslichtes zurück in den Außenraum beruht, ergeben sich hiermit erweiterte Möglichkeiten der Steuerung der Transmission und wahlweise der gezielten Ausschaltung störender Reflexe aus dem Außenraum, die etwa von einer benachbarten Wasseroberfläche oder von anderen Gebäudefassaden herrühren können und erhebliche Anteile linear polarisierten Lichts aufweisen. Diese können mit einer geeigneten Stellung der polarisierenden Lamellen eliminiert werden.

Je nach konkreten Standortbedingungen kann in Abwandlung der in Fig. 5 gezeigten Anordnung auch der Einsatz einer horizontalen Lamellenanordnung (in Art von Fig. 2b bis 2d) sinnvoll sein, und die Lamellen können wahlweise zusätzlich verschiebbar ausgeführt sein, so daß sie beispielsweise in einen seitlich der transparenten Fassadenbereiche vorgesehenen, vorzugsweise nicht-transparenten "Parkbereich" gezogen werden können und sich nur bei Bedarf - etwa bei Auftreten der erwähnten Reflexe bei klarem Himmel und entsprechend gerichteter Sonneneinstrahlung - vor den Fenstern befinden. Auch hierfür die die Steuerung in Art der in Fig. 1 gezeigten Grundanordnung automatisierbar.

Weitere Abwandlungen bestehen darin, daß anstelle der drehbaren reflektierenden Lamellen zwischen den Polarisatoren eine Lichtstreuanordnung vorgesehen ist, die die Polarisationswirkung des ersten Polarisators partiell aufhebt und so für eine weiter vergleichmäßigte, diffuse Belichtung des Innenraumes insbesondere bei starken Helligkeitsunterschieden im Außenraum sorgen kann. Es kann auch eine steuerbare Lichtstreuanordnung - etwa mit mechanisch verstellbaren Diffusoren oder auf elektrooptischer Basis - und/oder eine auf dem Prinzip der Elektrochromie beruhende elektronische Lichtsteueranordnung vorgesehen sein. Auch die (etwa bei der Anordnung nach Fig. 4 vorgesehenen) die Polarisationsebene drehenden Elemente können in Form einer elektrisch ansteuerbaren Anordnung mit einstellbarer Rotationsdispersion realisiert sein. All diese Weiterbildungen vergrößern die Variabilität und die Anwendungsgebiete der erfindungsgemäßen Lösung weiter.

Fig. 6 zeigt in einer weiteren schematischen Ausschnittsdarstellung als vierte Ausführungsform eine Anordnung, die nach dem in Fig. 1 dargestellten Prinzip arbeitet. In der vorliegenden Figur ist ein annähernd kegelabschnittsförmiger, im wesentlichen transparenter Fassaden- bzw. Dachbereich 100 mit entsprechend geformter Außenschale 200 und einer an die Kegelform der Außenschale angepaßten, als solche um die Kegelachse drehbaren, leichten Innenschale 300. Die ein Rahmengerüst 400 sowie einen nichttransparenten Abschnitt 400a und transparente Abschnitte 500 aufweisende Außenschale 200 und die Innenschale 300 sind jeweils - analog wie die Glasflächen 5 und die Vorhangfläche 13 in Fig. 3 - in mit unterschiedlicher Richtung polarisierende Segmente 200a bis 200f bzw. 300a bis 300f unterteilt, wobei die Polarisationsrichtung wiederum durch die Richtung der Schraffur der Segmente verdeutlicht ist.

In der in der Figur dargestellten Lage schneiden sich die Polarisationsrichtungen der einander überdeckenden Segmente der Außenschale 200 und der inneren Vorhangschale 300, so daß der Zustand maximaler Verschattung eingestellt ist. Durch eine Drehung der Innenschale um das Raster-Winkelmaß nach links in die "Parkstellung", in der das erste Segment 300a der Innenschale hinter den nicht-transparenten Fassadenabschnitt 400a zu liegen kommt, werden Segmente mit übereinstimmender Polarisationsebene in Überdeckung gebracht, womit ein Zustand maximaler Transmission eingestellt wird.

Die Innenschale ist in technologisch vorteilhafter Weise etwa aus Kunststoffplatten oder mit Kunststoffolie gefertigt und an ihrer Unter- und/oder Oberkante in entsprechend der Fassadenkrümmung gebogenen Schienen geführt, während die Außenschale im Hinblick auf die Witterungsbeständigkeit im Normalfall wieder mit Glasflächen mit unter- oder einlaminierter Polarisationsfolie ausgebildet sein wird.

Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf die vorstehend angegebene bevorzugten Ausführungsbeispiele. Vielmehr ist eine Anzahl weiterer Varianten denkbar, welche von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen Gebrauch macht. Insbesondere sind nahezu beliebige andere als die in den Figuren dargestellten Fassadenverläufe und -gliederungen im Zusammenhang mit der Ausführung der Erfindung möglich, und hinsichtlich der Führungen und Betätigungsmechanismen kann auf vielgestaltige bekannte Vorrichtungen zurückgegriffen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verschattungsvorrichtung für eine, insbesondere mehrschalige, Gebäudefassade mit zwei Gruppen von das Umgebungslicht mindestens teilweise polarisierenden, einander mindestens teilweise überdeckenden oder in Überdeckung miteinander bringbaren flächigen Elementen, wobei mindesten eine der Gruppen einer Mehrzahl von transparenten Abschnitten in der Gebäudefassade zugeordnet ist derart, daß diese einen vorbestimmten Z-Wert, bei einer mehrschaligen Gebäudefassade insbesondere von unter 0.3, hat.
  2. 2. Verschattungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der Gruppen polarisierender Elemente einer Fläche der Gebäudefassade im wesentlichen in ihrer Gesamtheit zugeordnet ist.
  3. 3. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die polarisierenden Elemente zueinander im wesentlichen parallele, insbesondere zugleich zur Erstreckung der Gebäudefassade parallele, Erstreckungsebenen haben.
  4. 4. Verschattungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die polarisierenden Elemente der einen Gruppe eine zur Erstreckungsebene der Elemente der anderen Gruppe geneigte Erstreckungsebene haben, wobei die Erstreckungsebene der Elemente einer der Gruppen insbesondere zur Erstreckung der Gebäudefassade im wesentlichen parallel ist.
  5. 5. Verschattungsvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet daß mindestens eine Erstreckungsebene in Anpassung an eine Krümmung der Gebäudefassade in mindestens einer Raumrichtung gekrümmt ist.
  6. 6. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Polarisationsrichtungen bei beiden Gruppen einen vorbestimmten Winkel zueinander einschließen und die eine Gruppe polarisierender Elemente relativ zur anderen Gruppe derart bewegbar ist, daß mindestens in Abschnitten der Fassade eine Überdeckung von Flächen mit differierender Polarisationsrichtung herstell- und wieder aufhebbar ist.
  7. 7. Verschattungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegbare Gruppe, insbesondere die einer Mehrzahl von transparenten Abschnitten zugeordnete Gruppe, parallel zur Erstreckungsebene ihrer Elemente und zugleich parallel zur Erstreckung der Gebäudefassade verschiebbar ist.
  8. 8. Verschattungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegbare Gruppe, insbesondere die einer Mehrzahl von transparenten Abschnitten zugeordnete Gruppe, mit ihrer Erstreckungsebene relativ zur Erstreckungsebene der Elemente anderen Gruppe winkelverstellbare Elemente aufweist.
  9. 9. Verschattungsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die winkelverstellbaren Elemente Reflexionseigenschaften, insbesondere Reflexionspolarisationseigenschaften, aufweisen.
  10. 10. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen vorgesehen ist, die relativ zu mindestens einer der Gruppen polarisierender Elemente bewegbar, insbesondere parallel zu deren Erstreckungsebene angeordnet und verschiebbar, sind.
  11. 11. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil der polarisierenden Elemente und/oder die die Polarisationsrichtung drehenden Elemente eine fest mit einem temperaturbeständigen transparenten Träger, insbesondere einem Glasträger, verbundene, linear polarisierende Kunststoffolie aufweisen.
  12. 12. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die einer Mehrzahl von transparenten Abschnitten zugeordnete Gruppe polarisierender Elemente und/oder die Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen im Zwischenraum zweier Fassadenschalen angeordnet ist.
  13. 13. Verschattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die einer Mehrzahl von transparenten Abschnitten zugeordnete Gruppe polarisierender Elemente, insbesondere verstellbar, an der Außenseite einer äußeren Fassadenschale angeordnet ist oder, insbesondere in verstellbarer Weise, Abschnitte der äußeren Fassadenschale bildet.
  14. 14. Verschattungsvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Gruppen polarisierender Elemente mit der inneren Fassadenschale, insbesondere mit deren zur Gebäudeaußenseite gewandten Oberfläche, fest verbunden ist.
  15. 16. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die polarisierenden Elemente einen wesentlich von 1 verschiedenen Polarisationsgrad aufweisen und/oder die Polarisationsrichtungen der beiden Gruppen einen wesentlich von 90° verschiedenen Winkel miteinander einschließen.
  16. 17. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil der polarisierenden Elemente Extinktionseigenschaften, insbesondere Farb- und/oder Infrarotfiltereigenschaften, aufweist.
  17. 18. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gruppen polarisierender Elemente jeweils in einer Raum- oder Drehrichtung alternierend gereiht polarisierende Elemente mit einen vorbestimmten konstanten Winkel miteinander einschließender Polarisationsrichtung und für beide Gruppen gleichem Maß in der Raum- oder Drehrichtung aufweisen und beide Gruppen in der Raum- oder Drehrichtung relativ zueinander bewegbar sind derart, daß in einer ersten Bewegungslage Elemente beider Gruppen übereinander liegen, die dieselbe Polarisationsrichtung aufweisen, wodurch ein Zustand höherer Transmission geschaffen ist, während in einer zweiten Bewegungslage Elemente übereinander liegen, deren Polarisationsrichtungen den vorgegebenen Winkel miteinander einschließen, wodurch ein Zustand geringerer Transmission geschaffen ist.
  18. 19. Verschattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Gruppen polarisierender Elemente jeweils in einer Raum- oder Drehrichtung alternierend gereiht polarisierende Elemente mit einen vorbestimmten konstanten Winkel miteinander einschließender Polarisationsrichtung und für beide Gruppen gleichem Maß in der Raum- oder Drehrichtung aufweisen, wobei sie mit einem Versatz von insbesondere dem hälftigen Maß realtiv zueinander gereiht sind, daß die Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen eine Anordnung dieser Elemente mit einem Maß und Abstand in der Raum- oder Drehrichtung, die dem hälftigen Maß der polarisierenden Elemente entsprechen, und einem Polarisations-Drehwinkel, der dem vorbestimmten Winkel der Polarisationsrichtungen entspricht oder sich von diesem um ganzzahlige Vielfache von 180° unterscheidet, aufweist, und daß die letztere Gruppe in der Raum- oder Drehrichtung relativ zu den polarisierenden Elementen bewegbar ist derart, daß in einer ersten Bewegungslage die die Polarisationsrichtung drehenden Elemente dieser Gruppe derart mit den polarisierenden Elementen überlappen, daß durchgehend ein Zustand höherer Transmission geschaffen ist, während in einer zweiten Bewegungslage die Elemente derart überlappen, daß durchgehend ein Zustand geringerer Transmission geschaffen ist.
  19. 20. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die eine Bewegung einer der Gruppen polarisierender Elemente oder der Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen in Abhängigkeit von der Intensität und/oder Haupteinstrahlungsrichtung des Umgebungslichtes steuert.
  20. 21. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Gruppen polarisierender Elemente lichtstreuende und/oder mindestens teilweise diffus reflektierende Elemente vorgesehen sind derart, daß der Polarisationseffekt der einen Gruppe polarisierender Elemente partiell aufgehoben wird.
  21. 22. Verschattungsvorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtstreu- bzw. Reflexionswirkung der lichtstreuenden bzw. reflektierenden Elemente, insbesondere auf mechanischem oder elektrooptischem Wege, einstellbar ist.
  22. 23. Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß elektrisch aktivierte Mittel zur Veränderung der Polarisations- und/oder Filterwirkung und/oder der Rotationsdispersion vorgesehen sind.
  23. 24. Fassade mit einer Verschattungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche.
  24. 25. Fassade nach Anspruch 24, gekennzeichnet durch eine mindestens zweischalige Ausführung, wobei eine der Gruppen polarisierender Elemente an der äußeren Schale angeordnet ist oder Abschnitte dieser bildet.
  25. 26. Fassade nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, daß ein nicht-transparenter Fassadenabschnitt vorgesehen ist, der einen Teil der Elemente einer bewegbaren Gruppe von polarisierenden Elementen und/oder der Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen in einer von deren Bewegungsstellungen aufnimmt bzw. verdeckt.
  26. 27. Fassade nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, daß an der äußeren oder zwischen der äußeren und der inneren Schale gemeinsame Betätigungsmittel zum Bewirken einer Bewegung einer Gruppe polarisierender Elemente oder der Gruppe von die Polarisationsrichtung drehenden Elementen vorgesehen sind.
  27. 28. Mehrschalige Gebäudefassade nach einem der Ansprüche 24 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel zur Abführung und/oder energetischen Nutzung der nicht durch die polarisierenden Elementetransmittierten Lichtenergie vorgesehen sind.






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