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Dokumentenidentifikation DE69220936T2 15.01.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0580707
Titel ENTFERNUNG ÜBERSCHÜSSIGEN FARBSTOFFES VON NEUEN TEXTILIEN
Anmelder Novo Nordisk A/S, Bagsvaerd, DK
Erfinder PEDERSEN, Gitte, DK-1910 Frederiksberg C, DK;
SCHMIDT, Michael, D-6509 Gau-Köngernheim, DE
Vertreter Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Frohwitter, Geissler & Partner Patent- und Rechtsanwälte, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69220936
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 10.04.1992
EP-Aktenzeichen 929094076
WO-Anmeldetag 10.04.1992
PCT-Aktenzeichen DK9200118
WO-Veröffentlichungsnummer 9218687
WO-Veröffentlichungsdatum 29.10.1992
EP-Offenlegungsdatum 02.02.1994
EP date of grant 16.07.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.1998
IPC-Hauptklasse D06P 5/00
IPC-Nebenklasse D06M 16/00   C11D 3/386   C12S 11/00   

Beschreibung[de]

Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft die Entfernung von überschüssigem Farbstoff von neuen bedruckten oder gefärbten textilen Werkstoffen oder Garnen.

Hintergrund der Erfindung

Beim Bedrucken von textilen Werkstoffen ist es üblich, eine Druckpaste mit einem Gehalt an einem Farbstoff und einem Verdickungsmittel zu verwenden. Unter den gebräuchlichen Verdickungsmitteln finden sich biologische Polymere und chemisch modifizierte biologische Polymere, wie Alginat, Galactomannan, Stärke und Carboxymethylcellulose. Es werden aber auch synthetische Verdickungsmittel verwendet.

Bei den meisten Druckverfahren müssen das Polymere und überschüssiger Farbstoff nach dem Fixieren des Drucks durch Waschen niit Wasser entfernt werden. Im allgemeinen ist für eine vollständige Entfernung von überschüssigem Farbstoff eine große Wassermenge erforderlich, was auf die Gefahr einer Rückfärbung während des Verfahrens, d. h. eine erneute Abscheidung von bereits gelostem Farbstoff auf dem textilen Werkstoff, zurückzuführen ist, was zu einer unerwünschten Farbübertragung beim Waschen durch den Verbraucher führen kann. Die Gefahr der Rückfärbung ist in den frühen Spülstadien und/oder bei hohen Temperaturen erheblich, insbesondere wenn das Polymere rasch in Losung geht.

Nach dem Färben von textilen Geweben oder Garnen muß nach der Fixierung überschüssiger Farbstoff durch Waschen mit Wasser entfernt werden. Im allgemeinen ist eine große Wassermenge zur vollständigen Entfernung von überschüssigem Farbstoff erforderlich. Während des Waschvorgangs führt eine Nachfärbung durch freigesetzten Farbstoff zu einer unzureichenden Naßfestigkeit, sofern der Waschvorgang nicht mehrmals wiederholt wird.

Wenn Kleidungsstücke, die aus verschieden gefärbten textilen Werkstoffen zusammengenäht sind, einer Naßbehandlung unterzogen werden, z.B. einer Entschlichtungsbehandlung oder einem sogenannten "Stone-Washing" von Denim-Stoffen, besteht die Gefahr einer Farbstoffübertragung.

Bei einem herkonimlichen Verfahren wird der bedruckte oder gefärbte textile Werkstoff zunächst mit kaltem Wasser gespült und sodann bei hoher Temperatur gewaschen, wobei ein geeignetes Additiv zur Verringerung der Ruckfärbung, wie PVP, zugesetzt wird. Der Vorgang wird wiederholt, bis eine befriedigende Menge an Farbstoff (und Verdickungsmittel) entfernt worden ist. Polyvinylpyrrolidon (PVP) kann als Verzögerungsmittel zugesetzt werden, um die Rückfärbung während des Waschens in der Wärme zu vermindern, wobei aber diese Verbindung den Farbstoff nicht bleicht und relativ teuer ist. Beim Abwasser eines herkömmlichen Verfahrens besteht die Tendenz zu einer starken Färbung, was Entsorgungsprobleme bereiten kann.

WO-A-8909813 beschreibt die Verwendung von Enzymen mit Oxidase- oder Peroxidase-Aktivität, um Flecken von natürlich gefärbten Substanzen zu entfernen.

Zusammenfassende Darstellung der Erfindung

Es wurde überraschenderweise festgestellt, daß es möglich ist, einen aus gefärbten oder bedruckten textilen Werkstoffen ausgelaugten Farbstoff in wäßriger Lösung durch Zugabe von Enzymen unter Verwendung von Wasserstoffperoxid oder molekularem Sauerstoff für die Oxidation von organischen oder anorganischen Substanzen, einschließlich gefärbten Substanzen, zusammen mit einer Quelle für H&sub2;O&sub2; oder O&sub2; zu entfärben. Derartige Enzyme werden üblicherweise als Peroxidasen bzw. Oxidasen bezeichnet. Diese Behandlung verringert die Gefahr einer Rückfärbung (erneute Abscheidung von Farbstoff auf dem textilen Werkstoff) selbst bei Verwendung einer geringeren Wassermenge. Das enzymatische Bleichen von freigesetztem Farbstoff verkürzt die Verarbeitungszeit und verringert die Menge an Energie und Wasser, die erforderlich ist, um eine zufriedenstellende Qualität des textilen Werkstoffs zu erreichen. Außerdem wird die Färbung des Abwassers verringert.

Somit wird gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Verfahren bereitgestellt, bei dem gleichzeitig ein Farbstoff gebleicht und lokalisierte Farbvariationen in textilen Werkstoffen oder Kleidungsstücken, die aus unterschiedlich gefärbten Materialien gefertigt sind, gebildet wird, wobei das Verfahren die Behandlung des textilen Werkstoffs oder Kleidungsstücks mit einer Waschflüssigkeit umfaßt, die folgendes enthält: a) (1) ein Enzym mit Peroxidase-Aktivität und eine geeignete H&sub2;O&sub2;-Quelle oder (2) ein Enzym mit einer geeigneten Oxidase-Aktivität und einer O&sub2;-Quelle; b) ein oxidierbares Substrat für das Enzym; und c) eine Cellulase und/oder Bimsstein.

Es ist bekannt, daß Peroxidasen auf verschiedene Amino- und Phenolverbindungen unter Farbbildung einwirken (vgl. z.B. B. C. Saunders et al., Peroxidase, London, 1964, S. 10 ff). In Anbetracht dieser Tatsache muß es als überraschend angesehen werden, daß Peroxidasen (und bestimmte Oxidasen) auch auf gefärbte Substanzen in Lösung so einwirken, daß eine Rückfärbung gehemmt wird.

Es wurde berichtet, daß Peroxidasen bestimmte natürliche Pigmente, wie 3-Hydroxyflavon, Carotin und Betalain entfärben können (W. Schreiber, Biochem. Biophys. Res. Commun., Bd. 63 (2) (1975), 5. 509-514; A. Ben Aziz, Phytochemistry, Bd. 10 (1971), S. 1445-1452; B. P. Wasserman, J. Food Sci., Bd. 49 (1984), S. 536-538). Im Gegensatz zu diesen natürlichen Verbindungen sind die üblicherweise verwendeten Textilfarbstoffe in gelöstem oder dispergiertem Zustand in Waschflüssigkeiten im allgemeinen gegenüber einer Oxidation durch atmosphärischen Sauerstoff und ferner in einem mehr oder weniger ausgeprägten Ausmaß gegenüber Wasserstoffperoxid selbst beständig.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Hemmung der Rückfärbung von Denim-Kleidungsstücken während ihrer Finish-Behandlung bereitgestellt, wobei das Verfahren die Behandlung des Bekleidungsstücks mit einer Waschflüssigkeit umfaßt, die folgendes enthält: a) (1) ein Enzym mit Peroxidase-Aktivität und eine geeignete H&sub2;O&sub2;-Quelle oder (2) ein Enzym mit einer geeigneten Oxidase-Aktivität und einer O&sub2;- Quelle; b) ein oxidierbares Substrat für das Enzym; und c) eine Cellulase und/oder Bimsstein.

Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur gleichzeitigen Entfernung von überschüssigem Farbstoff und von Stärkeschlichte aus neu gefertigten, bedruckten oder gefärbten textilen Werkstoffen oder Garnen bereitgestellt, wobei das Verfahren die Behandlung mit einer Waschflüssigkeit umfaßt, die folgendes enthält: a) (1) ein Enzym mit Peroxidase-Aktivität und eine geeignete H&sub2;O&sub2;-Quelle oder (2) ein Enzym mit einer geeigneten Oxidase-Aktivität und einer O&sub2;-Quelle; b) ein oxidierbares Substrat für das Enzym; und c) eine α-Amylase.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung Textiler Werkstoff oder Garn

Das erfindungsgemäße Verfahren ist auf sämtliche Typen von textilen Materialien anwendbar, und zwar auf natürliche Fasern (NF) und künstliche Fasern (MMF) sowie auf beliebige Kombinationen davon.

Typische Beispiele sind Cellulosefasern (z.B. Baumwolle und Flachs), Cellulosefasern (z.B. Acetat- und Triacetatfasern), Proteinfasern (z.B. Wolle und Seide), Polyamidfasern (Z.B. Nylon 6 und 6,6), Polyesterfasern (z.B. Polyethylenterephthalat) und Acrylfasern.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann auf gefärbtes Garn, auf gestrickte, gewebte oder ungewebte textile Werkstoffe oder auf Kleidungsstücke aus gefärbten und/oder bedruckten textilen Werkstoffen und insbesondere auf Kleidungsstücke aus unterschiedlich gefärbtem Stoff angewandt werden.

Druckverfahren

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich zur Bleichung von überschüssigem Farbstoff im Anschluß an die Durchführung von beliebigen Textildruckverfahren. Beispiele für üblicherweise angewandte Techniken sind eine Rotationsfilm-, eine Rouleaux-, eine Flashfilm- und eine Transferfilm-Vorrichtung. Nach dem Druckvorgang wird der Farbstoff auf den textilen Werkstoff beispielsweise durch Dämpfen oder durch Behandlung mit Heißluft fixiert.

Färbeverfahren

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich zum Bleichen von überschüssigem Farbstoff im Anschluß an beliebige Färbevorgänge. Das Färben von textilen Werkstoffen wird im allgemeinen durchgeführt, indem man den textilen Werkstoff durch eine konzentrierte Farbstofflösung führt, wonach sich eine Lagerung des nassen textilen Werkstoffs in einer dampfdicht abgeschlossenen Umgebung für eine solche Zeitspanne anschließt, daß eine Diffusion und Reaktion des Farbstoffs mit dem Textilsubstrat vor dem Auswaschen von nicht-umgesetztem Farbstoff ermöglicht wird. Alternativ kann der Farbstoff durch anschließendes Dämpfen des textilen Werkstoffs vor dem Waschen fixiert werden. Die Färbung von Garn wird auf ähnliche Weise durchgeführt.

Farbstoff

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere zum Bleichen von beliebigen Arten von Farbstoffen, die eine aromatische Aminogruppe oder eine Phenolgruppe oder dergl. aufweisen, z.B. von Farbstoffen mit Azogruppen oder Anthrachinon-Farbstoffen; oder zum Bleichen von Farbstoffen durch die Radikale, die durch die Einwirkung des bleichenden Enzyms auf ein weiteres Substrat entstehen. Zu den Farbstoffen gehören synthetische und natürliche Farbstoffe. Typische Farbstoffe sind solche mit anionischen funktionellen Gruppen (z.B. Säurefarbstoffe, Direktfarbstoffe, Beizenfarbstoffe und Reaktivfarbstoffe), Farbstoffe mit kationischen Gruppen (z.B. basische Farbstoffe) Farbstoffe, bei denen vor dem Aufbringen die Durchführung einer chemischen Reaktion erforderlich ist (z.B. Küpenfarbstoffe, Schwefelfarbstoffe und unlösliche Azofarbstoffe), disperse Farbstoffe und Lösungsmittelfarbstoffe.

Eine zusammenfassende Aufstellung von üblicherweise verwendeten Textilfarbstoffen, sowohl von synthetischen Farbstoffen (wie Azofarbstoffen) und natürlichen oder naturidentischen (worunter eine Substanz zu verstehen ist, die synthetisch hergestellt wird, die aber in bezug auf Struktur und Eigenschaften mit der natürlichen Verbindung identisch ist) Farbstoffen, wie Indigo, findet sich im Colour Index, 3. Auflg., Bd. 1-8.

Enzym

Beispiele für geeignete Oxidasen und Peroxidasen sind Enzyme, die molekularen Sauerstoff oder Wasserstoffperoxid zur Oxidation von aromatischen Verbindungen verwenden, wie Phenole, Polyphenole und aromatische Amine. Einfachheitshalber werden derartige Oxidasen und Peroxidasen nachstehend zusammenfassend als bleichende Enzyme bezeichnet.

Beispiele für geeignete bleichende Enzyme sind Katechol-oxidase (EC 1.10.3.1), Laccase (EC 1.10.3.2), Peroxidase (EC 1.11.1.7), Chlorid-peroxidase (EC 1.11.1.10) und Phenol-oxidase (EC 1.14.18.1).

Bleichende Enzyme, die für diesen Zweck eingesetzt werden können, leiten sich von Pflanzen (z.B. Meerrettich-peroxidase) oder Mikroorganismen, z.B. von Pilzen oder Bakterien, ab. Beispiele für geeignete Peroxidasen sind solche, die sich von einem Coprinus-Stamm, z.B. C. cinerius oder C. macrorhizus, oder von einem Bacillus-Stamm, z.B. B. pumilus, ableiten, insbesondere Peroxidase gemäß PCT/DK 90/00260. Derartige Enzyme können nach aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren gebildet werden, indem man den Stamm auf einem geeigneten Nährmedium züchtet oder indem man die genetische Information einem geeigneten Wirtsorganismus überträgt und diesen züchtet.

Eine geeignete Enzymmenge beträgt im allgemeinen 0,01-100 mg Enzymprotein pro Liter Bleichflüssigkeit und insbesondere 0,1-10 g/Liter.

Besonders bevorzugte bleichende Enzyme sind solche, die bei pH-Werten von 4,5-10,5 und insbesondere bei 5,5-9,5, z.B. 6,5-9, aktiv sind.

O&sub2;- oder H&sub2;O&sub2;-Quelle

Molekularer Sauerstoff ist üblicherweise in ausreichender Menge vorhanden.

Geeignete Quellen för H&sub2;O&sub2; sind H&sub2;O&sub2; selbst, Percarbonate und Perborate. Handelt es sich bei dem im erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten bleichenden Enzym um eine Peroxidase, kann H&sub2;O&sub2; zu Beginn oder während des Verfahrens zugesetzt werden, beispielsweise in einer Menge von 0,01- 50 mM und insbesondere von 0,1-5 mM. Bei Verwendung von Coprinus-Peroxidase werden 0,1-2 mM H&sub2;O&sub2; bevorzugt. Bei Verwendung von B. pumilus-Peroxidase werden 0,2-4 mM H&sub2;O&sub2; bevorzugt.

Es kann wünschenswert sein, ein enzymatisches Verfahren zur Wasserstoffperoxidbildung heranzuziehen. Somit kann die Waschflüssigkeit zusätzlich ein enzymatisches System (d. h. ein Enzym und ein Substrat hierfür) enthalten, das zur Erzeugung von Wasserstoffperoxid befähigt ist, z.B. Glucose und Glucose-oxidase.

Waschflüssigkeit

Es wurde überraschenderweise festgestellt, daß die Zugabe eines weiteren oxidierbaren Substrats (für das im erfindungsgemäßen Verfahren verwendete bleichende Enzym) zu Beginn oder während des Waschvorgangs und/oder des Spülvorgangs die Rückfärbe-Hemmwirkung des verwendeten bleichenden Enzyms verstärken kann. Es wird angenommen, daß dies auf die Bildung von kurzlebigen Radikalen oder anderweitig oxidierten Zuständen dieses Substrats zurückzuführen ist, die am Vorgang des Bleichens oder einer anderen Modifikation der gefärbten Substanz teilnehmen. Beispiele für derartige oxidierbare Substrate sind Metallionen, wie Mn++, Halogenidionen, wie Chlorid- oder Bromidionen, oder organische Verbindungen, wie Phenole, z.B. p-Hydroxyzimtsäure, 2,4-Dichlorphenol, p-Hydroxybenzolsulfonat, Vanillin und p-Hydroxybenzoesäure. Weitere Beispiele für Phenolverbindungen, die für den vorliegenden Zweck eingesetzt werden können, sind die von M. Kato und S. Shimizu, Plant Cell Physiol., Bd. 26 (7) (1985), S. 1291-1301 (vgl. insbesondere Tabelle 1) oder von B. C. Saunders et al., op. cit., S. 141 ff., angegebenen Verbindungen. Die Menge des zuzusetzenden oxidierbaren Substrats liegt geeigneterweise bei etwa 1 µM bis 1 mM.

Verfahrensbedingungen

Im Fall von bedruckten Textilien kann der Bleichvorgang vorteilhafterweise gleichzeitig mit dem Verfahren gemäß EP-91 610 022.5 durchgeführt werden. Im Fall von Denim-Textilien (insbesondere mit Indigo gefärbtem Denim) wird das Bleichverfahren gleichzeitig mit einer Cellulase- Behandlung (und gegebenenfalls Bimsstein) durchgeführt, um ein gewünschtes abgetragenes Erscheinungsbild durch Erzeugung von lokalen Variationen der Farbdichte zu schaffen, wie es beispielsweise in American Dye Stuff Reporter, September 1990, D. Kochavi, T. Videbek und D. Cedroni, Optimizing Processing Conditions in Enzymatic Stone Washing, beschrieben ist. Der Bleichvorgang kann auch gleichzeitig mit einer enzymatischen Entschlichtung, d. h. Entfernung von Stärke mittels einer α- Amylase, durchgeführt werden.

Die Enzymbehandlung kann bei einem der Waschvorgänge des bedruckten oder gefärbten Textilwerkstoffs oder gefärbten Garns, vorzugsweise im ersten Heißwaschgang, angewandt werden. Das Verfahren kann absatzweise oder kontinuierlich durchgeführt werden. Das Verfahren kann auf eine Haspelwaschmaschine, eine Bottichwaschmaschine, eine Düsenfärbemaschine, eine Breitwaschmaschine, eine J- oder U-Box, eine Dämpfmaschine oder eine beliebige andere verfügbare Einrichtung, die sich für einen Waschvorgang eignet, durchgeführt werden.

Die Verfahrensbedingungen müssen entsprechend den Eigenschaften des in Frage stehenden Enzyms gewählt werden. Sie liegen im allgemeinen im Bereich von 20-100ºC, pH-Wert 4,5-10,5, typischerweise 30-90ºC, pH-Wert 5,5-9,5 und insbesondere 40-75ºC, pH-Wert 6,5-9.

Beispiel 1

Ein Strickstoff, der einseitig mit einer Druckpaste mit einem Gehalt an Natriumalginat als einzigem Verdickungsmittel und einem blauen Reaktivfarbstoff bedruckt war, wurde in kleine Stücke von 1,00 g zerschnitten.

Drei zu 100% mit der Druckpaste bedeckte Stücke wurden zusammen in überschüssigem kaltem Wasser 20 Minuten gespült. Sodann wurden die Stücke in drei Erlenmeyer-Kolben gegeben, die jeweils 20 g Puffer der nachstehend angegebenen Zusammensetzung enthielten: 1,8 mM Citronensäure, 6,4 mM Orthophosphat, 60 ppm Ca++, pH-Wert 7,0. Die einzelnen Becher wurden mit 5 Kugeln (d = 0,5 cm) aus korrosionsbeständigem Stahl versetzt. Die Becher Nr. 1 und 2 wurden mit 2 mM Wasserstoffperoxid versetzt. Der Becher Nr. 1 wurde mit 0,4 mg eines gefriergetrockneten Präparats von Peroxidase aus Coprinus macrorhizus (CMP) (bezogen von der Fa. Chemical Dynamics Corporation, Charge-Nr. 137 836) mit einem Gehalt an etwa 40% reinem Peroxidase-Protein gemäß Beurteilung aufgrund des theoretischen RZ-Werts versetzt.

Dieser Versuch wurde mit verschlossenen Kolben in einem Wasserbad von 40ºC 30 Minuten unter Hin- und Herbewegung bei 135 Bewegungen pro Minute durchgeführt. Sodann wurde die Reaktion gestoppt, indem man die Stücke des textilen Werkstoffs einer zweiten 30-minütigen Kaltspülung mit überschüssigem Wasser unterzog. Die Absorption der Waschflüssigkeit bei 570 nm wurde gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Tabelle 1

Die Rückseite des Drucks wurde nach dem Waschvorgang visuell bewertet. Eine Zugabe von CMP verringerte in signifikanter Weise die Rückseitenfärbung.

Beispiel 2 Hemmung der Rückseitenfärbung

Wie vorstehend aufgeführt, wurden verschiedene textile Werkstoffe, die unter Verwendung unterschiedlicher Reaktivfarbstoffe und unterschiedlicher Verdickungsmittel bedruckt worden waren, getestet. Bei jedem Versuch wurde der bedruckte textile Werkstoff in der Kälte in einer Waschmaschine gespült und sodann 30 Minuten mit der folgenden Waschflüssigkeit gewaschen:

1 g/Liter nicht-ionogenes oberflächenaktives Mittel (SandopanR LFW)

0,2 M Phosphat + 0,1 M Citronensäure, pH-Wert 6,5

5 PODU/g Peroxidase aus Coprinus

5 µM Beschleuniger (PSP oder VAN)

0,25 M H&sub2;O&sub2;

Die optische Dichte (OD) der gebrauchten Waschflüssigkeit wurde für blauen Farbstoff bei 570 nm und für türkisfarbenen Farbstoff bei 667 nm gemessen. Vergleichsversuche ohne Peroxidase, Beschleuniger und Wasserstoffperoxid wurden mitgeführt. Die Versuchsbedingungen und die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Bei den Versuchen 1-6 wurde der Waschvorgang in verschlossenen Glasbechern unter Hin- und Herbewegung (135 Bewegungen pro Minute; 0,4 g textiler Werkstoff und 20 g Waschflüssigkeit wurden in jedem Becher verwendet (d. h. Flüssigkeitsverhältnis 1:50)) durchgeführt. Bei den Versuchen 7-10 wurde der Waschvorgang in einer Launderometer-Laboratoriumswaschmaschine unter Verwendung von 5 g textilem Werkstoff und 100 g Waschflüssigkeit in jedem Stahlbecher (Flüssigkeitsverhältnis 1:20) durchgeführt.

Die vorstehenden Ergebnisse zeigen in jedem Einzelfall eine erhebliche Abnahme der Färbung der verbrauchten Waschflüssigkeit.

Die in den Versuchen 9 und 10 verwendeten Textilien waren in Streifen bedruckt. Die Remission der weißen Teile wurde bei 580 nm gemessen. Ein verbesserter Weißheitsgrad (höhere Remission) wurde im Vergleich zur Kontrolle festgestellt.

Ähnliche Versuche wurden unter Anwendung einer 10-fach höheren Konzentration an Peroxidase, H&sub2;O&sub2; und Beschleuniger durchgeführt. In sämtlichen Fällen wurde eine Entfärbung der Waschflüssigkeit festgestellt, die jedoch geringer war als bei den Versuchen mit niedrigerer Konzentration.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur gleichzeitigen Bleichung eines Farbstoffs und Bildung einer lokalisierten Farbänderung in textilen Werkstoffen oder Kleidungsstücken aus verschieden gefärbten Stoffen, wobei das Verfahren die Behandlung des textilen Werkstoffs oder Kleidungsstücks mit einer Waschflüssigkeit umfaßt, die folgendes enthält:

a. (1) ein Enzym mit Peroxidase-Aktivität und eine geeignete H&sub2;O&sub2;- Quelle oder (2) ein Enzym mit einer geeigneten Oxidase-Aktivität und einer O&sub2;-Quelle;

b. ein oxidierbares Substrat für das Enzym; und

c. eine Cellulase und/oder Bimsstein.

2. Verfahren zur Hemmung der Rückfärbung von Denim-Kleidungsstücken während des Finishings, wobei das Verfahren die Behandlung des Kleidungsstücks mit einer Waschflüssigkeit umfaßt, die folgendes enthält:

a. (1) ein Enzym mit Peroxidase-Aktivität und eine geeignete H&sub2;O&sub2;- Quelle oder (2) ein Enzym mit einer geeigneten Oxidase-Aktivität und einer O&sub2;-Quelle;

b. ein oxidierbares Substrat für das Enzym; und

c. eine Cellulase und/oder Bimsstein.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei es sich beim textilen Werkstoff oder dem Kleidungsstück um einen mit Indigo gefärbten textilen Werkstoff oder Kleidungsstück handelt.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, wobei es sich beim Enzym um eine Katechol-oxidase (EC 1.10.3.1), eine Laccase (EC 1.10.3.2), eine Peroxidase (EC 1.11.1.7) oder eine Chlorid-peroxidase) EC 1.11.1.10), vorzugsweise eine Peroxidase aus einem Stamm von Coprinus oder Bacillus, handelt.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, wobei die Enzymmenge 1- 100 mg Enzymprotein pro 1 Liter Flüssigkeit beträgt.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5, wobei es sich bei der H&sub2;O&sub2;-Quelle um Wasserstoffperoxid, ein Perborat oder Percarbonat, vorzugsweise in einer Menge entsprechend 0,01-50 mM H&sub2;O&sub2; und insbesondere 0,1-5 mM, handelt.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-6, wobei es sich bei der H&sub2;O&sub2;-Quelle um ein enzymatisches System, das zur Bildung von Wasserstoffperoxid befähigt ist, handelt.

8. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Menge an oxidierbarem Substrat etwa 1 µM bis etwa 1 mM beträgt.

9. Verfahren zur gleichzeitigen Entfernung von überschüssigem Farbstoff und von Stärkeschlichte aus neu hergestellten, bedruckten oder gefärbten textilen Werkstoffen oder Garnen, wobei das Verfahren die Behandlung mit einer Waschflüssigkeit umfaßt, die folgendes enthält:

a. (1) ein Enzym mit Peroxidase-Aktivität und eine geeignete H&sub2;O&sub2;- Quelle oder (2) ein Enzym mit einer geeigneten Oxidase-Aktivität und einer O&sub2;-Quelle;

b. ein oxidierbares Substrat für das Enzym; und

c. eine α-Amylase.







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