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Dokumentenidentifikation DE3609737C2 22.01.1998
Titel Waage, insbesondere Radlastwaage
Anmelder Haenni & Cie. AG, Jegenstorf, Bern, CH
Erfinder Schindler, Ernst, Dipl.-Elektro.-Ing., Mittelhäusern, CH;
Scheuter, Felix, Dipl.-Masch.-Ing., Bolligen, CH
Vertreter Andrejewski und Kollegen, 45127 Essen
DE-Anmeldedatum 22.03.1986
DE-Aktenzeichen 3609737
Offenlegungstag 30.10.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.01.1998
IPC-Hauptklasse G01G 5/04
IPC-Nebenklasse G01G 19/02   G01G 23/48   G01L 1/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Waage mit einer die Last auf mehrere mit Flüssigkeit gefüllte Hohlelemente verteilenden Plattform und einer in Gewichtseinheiten kalibrierten Meßvorrichtung.

Eine solche Waage ist aus der DE-OS 31 35 492 bekannt. Die namentlich für das Wägen von Personen bestimmte Waage hat drei kreisscheibenförmige Druckzellen, auf welchen die Plattform ruht. Die Druckzellenwandung besteht aus einem Material, welches der Biegung einen möglichst geringen Widerstand entgegensetzt. Der durch die Innenflächen der Druckzellenwandung begrenzte Druckzellenhohlraum ist im Querschnitt spaltförmig, parallel zur Plattform. Bei der Wägung wird der Innendruck der Druckzellen durch Drucksensoren gemessen und das Gewicht aus den drei gemessenen Druckwerten mit Hilfe einer Auswertevorrichtung bestimmt.

Die bekannte Waage basiert auf der Messung des Innendrucks von Druckzellen. Die erfindungsgemäße Waage geht jedoch von einem anderen Meßprinzip aus. Nämlich dem aus der CH-PS 597 595 bekannten, insbesondere für Radlastwaagen angewandten Prinzip der Messung der Volumenverdrängung aus einer Vielzahl federnder Hohlelemente. Anders als beim Druckprinzip wird die Last dabei nicht von der Flüssigkeit, sondern von der Federkraft der Hohlelemente aufgenommen. Die durch die Einfederung der Hohlelemente verdrängte Flüssigkeit fließt in eine Meßvorrichtung und wird darin gemessen.

Konstruktiv gemeinsam mit den Waagen nach dem Druckmeßprinzip hat auch die in der CH- PS 597 595 beschriebene, tragbare Radlastwaage eine Plattform, welche die Radlast auf mehrere auf einer Bodenplatte angeordnete Hohlelemente verteilt. Die Hohlelemente sind im Querschnitt etwa elliptische Rohre aus federndem Material, die parallel nebeneinander gereiht sind. Die Rohre sind mit Flüssigkeit gefüllt und mit einer Meßvorrichtung verbunden, welche das Volumen der bei Belastung aus den Rohren verdrängten Flüssigkeit mißt und in Gewichtseinheiten kalibriert ist. Um eine irreversible, plastische Deformation der Rohre bei einer Überbelastung der Waage zu vermeiden und die Flüssigkeitsmenge sowie demzufolge den Flüssigkeitsaustritt infolge Temperaturanstieg zu verringern, muß in jedem Rohr ein das Zusammendrücken und die Flüssigkeitsmenge begrenzendes Stabelement angeordnet werden. Die Querschnittsform der Stabelemente muß dabei genau nach der zulässigen Verformung der Rohre und dem gewünschten Zwischenraumvolumen für die Flüssigkeit bemessen werden. Das ist konstruktiv aufwendig und teuer. Außerdem ist die Temperaturkompensation schwierig, da zusätzlich zur Ausdehnung der Rohre und der Flüssigkeit auch noch diejenige der Stabelemente berücksichtigt, nämlich der Stab aus einem Werkstoff gefertigt werden muß, der eine kleinere Wärmeausdehnungszahl hat als das Rohrstück.

Aus der DE-OS 26 37 538 ist es ferner bekannt, unzulässig große Auslenkungen eines von Biegelenkern geführten Trägers einer Präzisionswaage durch einen Anschlag zu verhindern.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die federnden Hohlelemente der nach dem Volumenverdrängungsprinzip arbeitenden Waagen aus nur einem Stück zu bilden, die Meßgenauigkeit bei ungleichmäßiger Belastung zu erhöhen und die Bauhöhe zu verringern.

Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe ist Gegenstand des Patentanspruchs 1.

Bei der erfindungsgemäßen Lösung entfallen die bei nach dem Volumenverdrängungsprinzip arbeitenden Waagen bisher erforderlichen Stabelemente. Die im Querschnitt spaltförmige Ausbildung der Hohlräume mit einer im unbelasteten Zustand in der Querschnittsmitte größeren Spaltweite als an den Querschnittsenden gewährleistet eine lineare Federcharakteristik der federnden Hohlelemente im Sinne einer zur Belastung genau proportionalen Zunahme der aus den Hohlelementen verdrängten Flüssigkeit und damit eine exakte Messung auch bei ungleichmäßiger Belastung der einzelnen Hohlelemente. Hinzu kommt die längliche, an ein plattgewalztes bzw. zusammengequetschtes Rohr gemahnende Form der federnden Hohlelemente, die eine regelmäßig verteilte, reihenweise parallele Anordnung der federnden Hohlelemente erlaubt, so daß auch exzentrisch auf die Plattform wirkende Lasten auf einer großen Anzahl und langen Abschnitten der Hohlelemente federnd abgestützt sind, eine lokale Überlastung eines Elements bei zulässigem Gesamtgewicht der Last mithin nicht auftreten kann. Vor plastischen Deformationen durch das maximal zulässige Gewicht überschreitende Lasten schützt die Ausbildung der Federelemente in der Weise, daß die den Spalt begrenzenden Innenflächen der Hohlelementwandung bei Überbelastung der Waage vor Erreichen der Elastizitätsgrenze der Hohlelemente wenigstens teilweise aneinander anstoßen. Durch die im Querschnitt spaltförmige, sehr schmale Ausbildung des Hohlraums wird zudem die Höhe der Waage gegenüber den bisherigen Waagen mit Volumenmessung reduziert, was besonders für Radlastwaagen von Bedeutung ist. Weil die Stabelemente entfallen, reduziert sich auch das Gewicht der zweckmäßig tragbar ausgeführten Waage.

Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht außerdem eine genaue Kompensation der Wärmeausdehnung der Flüssigkeit und Hohlelemente. Dazu ist die Waage vorzugsweise nach den Ansprüchen 4 und 5 mit zweiten Hohlelementen und einer Kompensationsvorrichtung ausgerüstet.

Weitere bevorzugte Ausführungsarten der Erfindung sind in den Ansprüchen 2, 3 und 6 bis 10 umschrieben.

Im folgenden wird anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Radlastwaage,

Fig. 2 eine Draufsicht auf die Meßvorrichtung der Waage ohne die Skala und den Zeiger in größerem Maßstab,

Fig. 3 einen Querschnitt durch eines der die Plattform tragenden Hohlelemente, nach der Linie III-III in Fig. 1,

Fig. 4 einen vertikalen Schnitt durch den Teil der Waage, durch den ein Entlüftungsrohr hindurchgeführt ist, nach der Linie IV-IV in Fig. 1, in größerem Maßstab, und

Fig. 5 einen vertikalen Schnitt durch einen Randbereich der Waage, nach der Linie V-V in Fig. 1.

Die Radlastwaage hat eine Bodenplatte 1, auf der eine Reihe paralleler, länglicher Hohlelemente 2 aus federndem Material in gleichen Abständen nebeneinander angeordnet sind. Auf den Hohlelementen 2 liegt eine Plattform 3, welche die Radlast auf die Hohlelemente 2 verteilt. Die Hohlräume 12 der Hohlelemente 2 stehen an ihren einen Enden durch ein Rohr 5 und an ihren anderen Enden durch ein Rohr 6 miteinander in Verbindung. Die Plattform 3 und die Bodenplatte 1 haben im Bereich der Rohre 5, 6 rinnenförmige Vertiefungen, die gewährleisten, daß die Plattform 3 auch bei Überlastung nicht an den Rohren 5, 6 anstößt, sondern von den Hohlelementen 2 getragen bleibt. Dadurch wird die Gefahr einer Verbiegung der Rohre 5, 6 und der Plattform 3 vermieden. Vom Rohr 6 führt eine Verbindungsleitung (Rohrleitung) 7 zu einer Meßvorrichtung 8. Die Hohlelemente 2, die Rohre 5, 6, die Verbindungsleitung 7 sowie ein an diese angeschlossenes Wellrohr (Balg) 10 der Meßvorrichtung 8 sind vollständig mit Flüssigkeit gefüllt. Die weiter unten näher beschriebene Meßvorrichtung 8 mißt das Volumen der bei Belastung aus den Hohlräumen 12 der Hohlelemente 2 verdrängten Flüssigkeit und ist in Gewichtseinheiten geeicht.

Wie aus Fig. 3 ersichtlich, sind die Hohlräume 12 der Hohlelemente 2 im Querschnitt spaltförmig. Die Spalte verlaufen parallel zur Plattform 3 und die Spaltweite (die senkrecht zur Plattform 3 gemessene, lichte Weite des Spalts) ist so bemessen, daß die den Spalt begrenzenden Innenflächen der Hohlelemente 2 bei Überbelastung der Waage vor Erreichung der Elastizitätsgrenze der Hohlelemente 2 aneinander anstoßen. Die Hohlelemente 2 haben im Bereich ihrer Querschnittsmitte an ihrer oberen und unteren Außenseite je einen sich über ihre ganze Länge erstreckenden, leistenförmigen Ansatz 13, 14. Der untere Ansatz 14 liegt auf der Bodenplatte 1, der genau vertikal darüberliegende, obere Ansatz 13 liegt an der Plattform 31 so daß die Hohlelemente 2 bei Belastung der Plattform längs ihrer Querschnittsmitte zusammengedrückt werden.

Die Spaltweite ist, bei unbelastetem Element, an den Enden des Spaltquerschnitts etwa halb so groß wie in der Querschnittsmitte. Bei einer mittleren Belastung ist die Spaltweite über den ganzen Querschnitt etwa konstant. Bei der zulässigen Maximalbelastung nimmt die Spaltweite zur Querschnittmitte hin ab und beträgt dort dann nur noch etwa einen Drittel der Spaltweite des unbelasteten Elements. Wenn die Belastung etwa das Eineinhalbfache der zulässigen Maximalbelastung beträgt, stoßen die mittleren Bereiche der Innenflächen der Hohlelemente aneinander an. Die Spannung der Hohlraumwände liegt dabei noch um eine Toleranz von mindestens 10% unterhalb der Elastizitätsgrenze.

Die in dieser Weise bemessene Spaltweite beträgt lediglich einen Bruchteil der Wandstärke der Hohlelemente 2. Im Ausführungsbeispiel beträgt die Spaltweite in der Querschnittsmitte, bei unbelastetem Hohlelement. Weniger als ein Viertel der Wandstärke des Hohlelements. Versuche haben ergeben, daß mit der beschriebenen Form der Hohlelemente und der angegebenen Bemessung der Spaltweite eine plastische Deformation der Hohlelemente auch bei starker Überbelastung der Waage zuverlässig vermieden wird.

Es hat sich ferner gezeigt, daß die beschriebene Form des Hohlelements 2 eine lineare Federcharakteristik gewährleistet. Das heißt, die bei der Belastung des Hohlelements 2 infolge der Verkleinerung der Spaltweite verdrängte Flüssigkeitsmenge nimmt genau proportional mit der Belastung zu. Weil alle Hohlelemente genau linear arbeiten, ist eine exakte Messung auch dann gewährleistet, wenn die Radlast nicht gleichmäßig auf die einzelnen Elemente verteilt wirkt. Die Plattform 3 sorgt im übrigen dafür, daß die Radlast nicht derart ungleichmäßig wirken kann, daß ein einzelnes Hohlelement 2 bei der zulässigen Maximalbelastung vollständig zusammengedrückt wird.

An die untere Seite des Umfangsrads 17 der Plattform 3 ist ein flexibles Verbindungselement (Dichtungsstreifen) 18 aus Gummi anvulkanisiert. Der freie Rand des Dichtungsstreifens 18 ist zwischen der Bodenplatte 1 und einem in einem Abstand um die Plattform 3 herumlaufenden Rahmen 20 festgeklemmt. Der Rahmen 20 hat nahezu die gleiche Höhe wie die unbelastete Plattform 3. Diese ist ausschließlich durch den gummielastischen Dichtungsstreifen 18 an der Bodenplatte 1 gehalten, so daß durch die Halterung keinerlei Kräfte aufgenommen werden und die gesamte Last durch die Plattform 3 auf die Hohlelemente 2 übertragen wird. Die Plattform 3 "schwimmt" also gleichsam auf den Hohlelementen.

Durch den Dichtungsstreifen 18 ist der Raum 21 zwischen der Plattform 3 und der Bodenplatte 1, in dem die Hohlelemente 2 angeordnet sind, dicht abgeschlossen. Zum Druckausgleich zwischen dem Raum 21 und der Atmosphäre ist ein Entlüftungsrohr (Entlüftungskanal) 23 aus dem Raum 21 herausgeführt. Der eine Endabschnitt 24 des Entlüftungsrohrs 23 ist in einer unter dem Umfangsrand 17 der Plattform 3 verlaufenden Rinne 25 der Bodenplatte 1 angeordnet, in welche der untere Teil der Rohre 5, 6 und der U-förmig nach unten gebogene, mittlere Bereich des Dichtungsstreifens 18 hineinragt. Der andere Endabschnitt 26 des Entlüftungsrohrs 23 ist nach Art eines Steigrohrs in einer vertikalen Bohrung (Hohlraum) 27 einer Seitenwand 28 des Gehäuses 29 der Meßvorrichtung 8 angeordnet. Das Gehäuse 29 ist auf einer Tragplatte 31 montiert, wobei zwischen dem Gehäuse 29 und der Tragplatte 31 Distanzstücke (Füße) 30 angeordnet sind, welche das Gehäuse 29 in einem Abstand von der Tragplatte 31 halten. Der Zwischenraum zwischen dem Gehäuse 29 und der Tragplatte 31 ist mit 33 bezeichnet.

Das Entlüftungsrohr 23 dient nicht nur zum Druckausgleich zwischen dem Raum 21 und der Atmosphäre, sondern auch noch dazu, anfälliges, im Raum 21 gebildetes Kondenswasser abzuführen. Wenn sich Kondenswasser bildet, gelangt dieses in die Rinne 25 und damit an den Einlaß des Entlüftungsrohrs 23. Bei Temperaturanstieg, Belastung der Waage oder Umgebungsdruckabfall entsteht im Raum 21 ein Überdruck, der durch das Entlüftungsrohr 23 sofort ausgeglichen wird, wobei das Kondenswasser durch das Entlüftungsrohr in die Bohrung 27 gedrückt wird, aus der es unten in den offenen Zwischenraum 33 zwischen dem Gehäuse 29 und der Tragplatte 31 abfließt. Die Anordnung des Entlüftungsrohrs 26 in der nur unten offenen Bohrung gewährleistet, daß von außen kein Wasser durch das Entlüftungsrohr 26 in den Raum 21 eindringen kann.

Der in Fig. 1 obere Rand der Tragplatte 31 bildet einen Teil des Rahmens 20, d. h. er ist auf den Rand der Bodenplatte 1 geschraubt und klemmt den Dichtungsstreifen 18 auf dem Rand der Bodenplatte 1 fest. (Die Tragplatte 31 könnte natürlich auch auf eine entsprechende Rahmenleiste geschraubt sein.)

Das Entlüftungsrohr 23, die Verbindungsleitung 7 und eine weiter unten beschriebene Verbindungsleitung 39 sind an derselben Stelle aus dem Raum 21 heraus auf die Tragplatte 31 geführt. Die Durchführung ist mit Dichtungsmaterial abgedichtet. In Fig. 1 sind aus Gründen einer übersichtlicheren Darstellung die drei Rohre (bzw. Leitungen) 7, 23 und 39 an der Durchführungsstelle in Abständen voneinander dargestellt. In Fig. 4 ist aus denselben Gründen nur das Entlüftungsrohr 23 dargestellt; die Verbindungsleitungen 7, 39 und das quer zu diesen verlaufende, in die Rinne 25 ragende Rohr 6 sind weggelassen.

An der Tragplatte 31 sind ferner noch zwei Griffe 34 zum Tragen der Waage angebracht.

Zur Kompensation der Wärmeausdehnung der Flüssigkeit in den Hohlelementen 2 ist folgendes vorgesehen:

Im Raum 21 sind zwischen den Hohlelementen 2 zwei Kompensationsrohre (Hohlelemente) 36, 37 angeordnet, deren gesamtes Hohlraumvolumen der Summe der Hohlraumvolumen der Hohlelemente 2 entspricht, und die mit der gleichen Flüssigkeit wie diese gefüllt sind. Die beiden Kompensationsrohre 36, 37 sind durch eine Verbindungsleitung 38 miteinander und durch eine Verbindungsleitung 39 mit einem zweiten Wellrohr (Balg) 40 der Meßvorrichtung 8 verbunden. Damit die Kompensationsrohre 36, 37 außerhalb des durch die Spaltweite der Hohlelemente 2 begrenzten Verschiebewegs der Plattform 3 liegen, sind in die Bodenplatte 1 Rinnen 41 gefräst, welche mit der Rinne 25 in Verbindung stehen und den unteren Teil der Kompensationsrohre aufnehmen. Die Meßvorrichtung 8 ist mit einer Kompensationsvorrichtung 42 ausgerüstet, welche die Wirkung der infolge Wärmeausdehnung aus den Hohlelementen 2 verdrängten Flüssigkeitsmenge auf die Meßvorrichtung 8 mittels der entsprechend aus den Kompensationsrohren 36, 37 verdrängten Flüssigkeitsmenge kompensiert, so daß die Messung temperaturunabhängig ist. (Selbstverständlich sind die Verbindungsleitungen der Hohlelemente 2 und Kompensationsrohre 36, 37 sowie die Wellrohre 10, 40 auch so bemessen, daß insgesamt gleiche Flüssigkeitsvolumina vorliegen.)

Die in Fig. 2 dargestellte Kompensationsvorrichtung 42 hat zwei gleich lange, bei halber Maximalbelastung der Waage annähernd parallele Hebel 44, 45. Die in Fig. 2 unteren Enden der Hebel 44, 45 sind durch eine Zugstange 46 gelenkig miteinander verbunden, wobei die Drehgelenke zum Justieren in Langlöchern der Hebel verstellbar sind. Das Wellrohr 10 trägt einen Schubbolzen 48, der etwa in der Mitte des Hebels 44 angelenkt und durch eine Druckfeder 49 belastet ist, welche bestrebt ist, das Wellrohr 10 zusammenzudrücken. Entsprechend ist am Hebel 45 ein durch eine Druckfeder 50 belasteter Schubbolzen 51 des Wellrohrs 40 angelenkt. Das in Fig. 2 obere Ende des Hebels 44 ist durch eine Zugstange 52, deren Länge durch ein Bimetallelement 53 veränderbar ist, gelenkig mit dem Zeigerwerk 54 der Meßvorrichtung 8 verbunden. Das Bimetallelement 53 dient dazu, temperaturbedingte Änderungen des Elastizitätsmoduls der Hohlelemente 2 zu kompensieren. Das in Fig. 2 obere Ende des Hebels 45 ist an einer Nullstellschraube (Nullstellvorrichtung) 55 abgestützt. Damit das Ende des Hebels 45 stets zuverlässig an der Nullstellschraube 55 anliegt, ist am in Fig. 2 oberen Ende des Hebels 44 eine Zugfeder 57 befestigt. (Die Spiralfeder des Zeigerwerks 54 wirkt im gleichen Sinn wie die Zugfeder 57 auf das Hebelsystem, ihre Federkraft ist aber zu schwach, um das Anliegen des Hebels 45 an der Nullstellschraube 55 zu gewährleisten.)

Bei einer Belastung der Waage bewirkt die aus den Hohlelementen 2 verdrängte Flüssigkeit eine deren verdrängtem Volumen und damit der Last proportionale Verschiebung des Schubbolzens 48 des Wellrohrs 10, wodurch der Hebel 44 um sein Gelenk an der Zugstange 46 geschwenkt und das Zeigerwerk 54 entsprechend verstellt wird. Eine Temperaturänderung bewirkt eine gleiche Volumenänderung der Flüssigkeit in den Hohlelementen 2 und den Kompensationsrohren 36, 37 (sowie den Verbindungsleitungen und den Wellrohren 10, 40), so daß die Schubbolzen 48, 51 der beiden Wellrohre 10, 40 im gleichen Winkelsinn und im gleichen Winkelmaß schwenken, der Hebel 45 um den Lagerpunkt an der Nullstellschraube 55, der Hebel 44 um sein Gelenk an der Zugstange 52, und das Zeigerwerk 54 nicht verstellt wird.

Da in den Hohlelementen 2 und den Kompensationsrohren 36, 37 die gleiche Flüssigkeit ist, erfolgt die Kompensation auch dann zuverlässig, wenn der Wärmeausdehnungskoeffizient (Temperaturkoeffizient) der Flüssigkeit nicht konstant sondern eine Funktion der Temperatur ist.

Bei einer nicht dargestellten Ausführungsform ist die Waage mit einer elektronischen Anzeige versehen, wobei anstelle des Zeigerwerks ein mechanisch-elektrischer Wandler (ein Wegaufnehmer, z. B. ein Potentiometer) vorgesehen ist, der die Bewegung der Zugstange 52 aufnimmt. Anstelle des Hebelsystems 44-46 könnte in diesem Fall an jedem der beiden Wellrohre 10, 40 ein solcher Wandler bzw. Wegaufnehmer angeordnet und ein Subtraktionsglied vorgesehen sein, das die Auslenkung des Wellrohrs 40 von derjenigen des Wellrohrs 10 subtrahiert. Ferner könnte die Waage einen Anschluß für eine mehreren Waagen gemeinsame Anzeigevorrichtung haben, welche die Meßergebnisse der durch die einzelnen Räder eines Fahrzeugs belasteten Waagen anzeigt und zweckmäßig ein Rechenwerk aufweist, um das Gesamtgewicht des Fahrzeugs zu berechnen.


Anspruch[de]
  1. 1. Waage, insbesondere Radlastwaage, mit einer die Last auf mehrere mit Flüssigkeit gefüllte Hohlelemente (2) verteilenden Plattform (3), wobei die Hohlelemente (2) eine längliche Form haben, ihre Wandung aus federndem Material besteht und ihre mit der Flüssigkeit gefüllten Hohlräume (12) über eine Rohrleitung (7) mit einer in Gewichtseinheiten kalibrierten Meßvorrichtung (8) in Verbindung stehen, welche das Volumen der bei Belastung aus den Hohlräumen (12) der Hohlelemente (2) verdrängten Flüssigkeit mißt, und wobei die Hohlräume (12) der Hohlelemente (2) im Querschnitt spaltförmig sind und wenigstens annähernd parallel zur Plattform (3) verlaufen und die Spaltweite im unbelasteten Zustand in der Querschnittsmitte größer als an den Querschnittsenden und so bemessen ist, daß die den Spalt begrenzenden Innenflächen der Hohlelementwandung bei Überbelastung der Waage vor Erreichen der Elastizitätsgrenze der Hohlelemente (2) wenigstens teilweise aneinander anstoßen.
  2. 2. Waage nach Anspruch 1, bei der die Hohlelemente (2) auf einer Bodenplatte (1) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlelemente (2) im Bereich ihrer Querschnittsmitte an ihrer oberen und/oder unteren Außenseite je einen an der Plattform (3) und der Bodenplatte (1) anliegenden Ansatz (13, 14) haben.
  3. 3. Waage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spaltweite lediglich einen Bruchteil der Wandstärke der Hohlelemente (2) beträgt.
  4. 4. Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine oder mehrere rohrförmige zweite Hohlelemente (36, 37), deren Hohlraumvolumen dem Hohlraumvolumen der Hohlelemente (2) entspricht und die mit der gleichen Flüssigkeit wie diese gefüllt und über eine Verbindungsleitung (39) mit einer Kompensationsvorrichtung (42) der Meßvorrichtung (8) verbunden sind, welche die Temperaturabhängigkeit des von den Hohlelementen (2) verdrängten Flüssigkeitsvolumens kompensiert.
  5. 5. Waage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompensationsvorrichtung (42) zwei gleich lange, an ihren einen Enden durch eine Zugstange (46) verbundene Hebel (44, 45) hat, daß das andere Ende des ersten Hebels (44) gelenkig mit dem Zeigerwerk (54) oder einem mechanisch-elektrischen Wandler der Meßvorrichtung (8) verbunden und dasjenige des zweiten Hebels (45) an einer Nullstellvorrichtung (55) gelagert ist, und daß am ersten Hebel (44) ein mit den Hohlelementen (2) und am zweiten Hebel (45) ein mit den zweiten Hohlelementen (36, 37) verbundener, die Zu- und Abnahme der aus den Hohlelementen (2; 36, 37) verdrängten Flüssigkeitsmenge in eine Schubbewegung umwandelnder Balg (10, 40) angelenkt ist, derart, daß die beiden Hebel (44, 45) bei gleicher Flüssigkeitszufuhr aus den ersten und zweiten Hohlelementen (2; 36, 37) im gleichen Sinn und Maß um ihre anderen Enden geschwenkt werden.
  6. 6. Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der die Plattform (3) am Rand der Bodenplatte (1) gehalten ist, auf der die Hohlelemente (2) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattform (3) nur durch an ihrem Umfangsrand (17) befestigte, flexible Verbindungselemente (18) gehalten ist.
  7. 7. Waage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die flexiblen Verbindungselemente (18) als Dichtungsstreifen an der Bodenplatte (1) ausgebildet sind.
  8. 8. Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der die Hohlelemente (2) auf einer Bodenplatte (1) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Raum (21) zwischen der Plattform (3) und der Bodenplatte (1) durch den Umfangsrand (17) der Plattform (3) mit der Bodenplatte (1) verbindende, flexible Dichtungsstreifen dicht abgeschlossen ist, die Hohlräume (12) der Hohlelemente (2) in dem genannten Raum (21) über Rohre (5, 6) miteinander verbunden und durch die aus dem Raum (21) herausgeführte Rohrleitung (7) mit der außerhalb des Raums (21) angeordneten Meßvorrichtung (8) verbunden sind, und daß zwecks Druckausgleich zwischen dem Raum (21) und der Atmosphäre ein Entlüftungskanal (23) aus dem Raum (21) herausgeführt ist.
  9. 9. Waage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Endabschnitt (24) des Entlüftungskanals (23) in eine Rinne (25) der Bodenplatte (1) mündet, und der andere Endabschnitt (26) durch ein Steigrohr gebildet ist, das in einem außerhalb des Raums (21) angeordneten, oben geschlossenen und unten offenen Hohlraum (27) angeordnet ist.
  10. 10. Waage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß an einer Seite der Bodenplatte (1) eine Tragplatte (31) für das Gehäuse (29) der Meßvorrichtung (8) befestigt ist, auf der dieses mittels Distanzstücken (30) in einem Abstand gehalten ist, und daß der Hohlraum (27), in den sich der als Steigrohr ausgebildete Endabschnitt (26) des Entlüftungskanals (23) erstreckt durch eine Bohrung in einer Seitenwand (28) des Gehäuses (29) der Meßvorrichtung (8) gebildet ist, die unten in einen offenen Zwischenraum (33) zwischen dem Gehäuse (29) und der Tragplatte (31) mündet.
  11. 11. Waage nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Bodenplatte (1) ein in einem Abstand um die Plattform (3) herumlaufender Rahmen (20) befestigt ist, der die gleiche oder nahezu die gleiche Höhe wie die unbelastete Plattform (3) hat, und daß die flexiblen Dichtungsstreifen durch einen am Umfangsrand (17) der Plattform (3) befestigten, gummielastischen Streifen gebildet sind, der zwischen dem Rahmen (20) und der Bodenplatte (1) festgeklemmt ist.






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