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Dokumentenidentifikation DE69314031T2 22.01.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0647235
Titel VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG VON PER-ACYLIERTEN GLYKOSIDEN
Anmelder Pfizer Inc., New York, N.Y., US
Erfinder BUSCH, Frank, R., Gales Ferry, CT 06335, US;
GOGGIN, Kathleen, D., Colchester, CT 06415, US;
LAMBERT, John, F., North Stonington, CT 06359, US;
SHINE, Russell, J., Waterford, CT 06385, US;
WALINSKY, Stanley, W., Mystic, CT 06355, US
Vertreter Lederer, Keller & Riederer, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69314031
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 02.04.1993
EP-Aktenzeichen 939115606
WO-Anmeldetag 02.04.1993
PCT-Aktenzeichen US9302812
WO-Veröffentlichungsnummer 9400479
WO-Veröffentlichungsdatum 06.01.1994
EP-Offenlegungsdatum 12.04.1995
EP date of grant 17.09.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.01.1998
IPC-Hauptklasse C07J 71/00
IPC-Nebenklasse C07J 17/00   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren für die Synthese von steroiden Glycosiden und insbesondere die Herstellung von steroiden Peracylglycosiden, die dabei als Zwischenprodukte verwendet werden.

Tigogenin-β-O-cellobiosid ist eine bekannte Verbindung, die bei der Behandlung von Hypercholesterinämie und Artheroskierose (Malinow, US-A-4 602 003 und 4 602 005; Malinow et al., Steroids, Band 48, Seiten 197-211, 1986) verwendet wird. Jedes dieser Patente offenbart eine unterschiedliche Synthese dieser Verbindung aus α-D-Cellobioseoctaacetat; die erstere über das Glycosylbromidheptaacetat, das mit Tigogenin in Gegenwart von Silbercarbonat gekuppelt wird und schließlich hydrolysiert wird und die zweite über direkte Zinnchlorid-katalysierte Kupplung von Cellobioseoctaacetat mit Tigogenin in Methylenchlorid, wiederum gefolgt von Hydrolyse. Bei Malinow et al. ergab die Umsetzung von Cellobioseoctaacetat mit Titantetrabromid das Cellobiosylbromidheptaacetat, das mit Tigogenin mit Hilfe von Quecksilber-(II)- cyanid gekuppelt und anschließend hydrolysiert wurde. Alle diese Verfahren sind bei der Herstellung von größeren Mengen, die als Arzneistoff verwendet werden, sehr nachteilig. Ein erwünschtes Ziel, das durch die vorliegende Erfindung erreicht wird, ist die Entwicklung von Syntheseverfahren, die toxische und/oder kostspielige Reagenzien vermeiden und die das gewünschte Tigogenin-β-O-cellobiosid unter Vermeiden von langwierigen und aufwendigen Reinigungsschritten rein herstellen.

Schmidt, Angew. Chem. Int. Ed. Engl., Band 25, Seiten 212-235 (1986), gab einen Überblick über die Synthese und die Umsetzungen von Trichloracetimido-O-glycosylestern, gebildet durch die Umsetzung von Zuckern, die eine 1-Hydroxygruppe besitzen (wobei jedoch weitere Hydroxygruppen, beispielsweise durch Benzyl oder Acetyl geschützt werden), mit Trichloracetonitril in Gegenwart einer Base. Wenn Natriumhydrid als Base verwendet wird, entsteht vorzugsweise das α-Anomer und wenn die Base Kaliumcarbonat ist, entsteht vorzugsweise das β-Anomer. Das α-Anomer von Trichloracetimidotetrabenzylglucosylestern ergab nach Kupplung mit Cholesterin Anomerengemische, die sich in Abhängigkeit von den Katalysatoren (p-Toluolsulfonsäure oder Bortrifluoridetherat) und der Temperatur (-40 bis +20ºC) ändern. Andererseits ergaben, wie berichtet, sowohl die α- als auch die β-Anomeren des Tetraacetylglucosylanalogen ausschließlich β-anomere Produkte. Helv. Chim. Acta, 68(1), 283-7 (1985) beschreibt die stereoselektive Glycosylierung von Alkoholen und Silylethern unter Verwendung von Glycosylfluoriden und Bortrifluoridetherat.

Steroids, 52(3), 265-78 (1988) betrifft die Glycosylierungen von Pregn-5-en-3β-20R-diol.

Tet. Lett., 25(13), 1379-82 (1984) beschreibt die Glycosylierung unter Verwendung von Glucopyranosylfluoriden und Katalysatoren auf Siliciumbasis. Chem. Abs., 104, 168762q (1986), beschreibt die Glycosidierung von Alkohol- und Zuckerderivaten.

Daher gibt es auf diesem Fachgebiet eine fortwährende Suche nach verbesserten Verfahren zur stereogesteuerten Synthese von steroiden Glycosiden. Beispielsweise heben Gilbert Stork, J. Am. Chem. Soc. 1992, 114, 1087 und die darin zitierten Autoren, den Bedarf für bessere stereoselektive Glycosidsynthesen hervor.

Kurzdarstellung der Erfindung

Die Erfindung ist auf ein Verfahren zur Synthese von 1-O-steroiden Peracyl-β-glycosiden gerichtet, das größere βanomere Selektivität bei verminderten Nebenprodukten und Nebenreaktionen bereitstellt. Das Verfahren umfaßt Umsetzen von Heptaacyl-D-cellobiosyl-1-halogenid, Tetraacyl-D-glucosyl-1-halogenid oder Tetraacyl-D-galactosyl-1-halogenid und einem trisubstituierten Silyl-3-O-steroid, worin das Steroid Tigogenin, Hecogenin, 11-Ketotigogenin, Diosgenin oder Cholesterin darstellt, in Gegenwart von Zinkfluorid unter geeigneten Bedingungen. Das Halogenid ist Bromid, Chlorid oder Fluorid, Acyl bedeutet (C&sub1;-C&sub6;)-Alkanoyl, Benzoyl oder Toluoyl und die Silylsubstitution ist (C&sub1;-C&sub6;)-Alkyl, Phenyl oder Phenyl(C&sub1;-C&sub6;)-alkyl.

In einem bevorzugten Aspekt dieser Erfindung ist Acyl Acetyl, die Silylsubstitution ist Methyl und das Peracylglycosylhalogenid ist das α-Anomer. In einem besonders wirksamen und bevorzugten Verfahren werden im wesentlichen stöchiometrische Mengen der Glycosylverbindungen und Trimethylsilylether der Steroide gemeinsam umgesetzt. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber früheren Verfahren, die einen Überschuß an Glycosylhalogenid verwendeten.

Weitere Merkmale und Vorteile werden aus der Beschreibung und den Ansprüchen ersichtlich.

Beschreibung der Erfindung im einzelnen

Das bei dem stereospezifischen Kuppeln der Silylsterolether und Glycosylverbindungen verwendete Metallsalz ist Zinkfluorid, von dem angenommen wird, daß man am besten damit arbeiten kann, wenn das Zinkfluoridsalz eine rhombische Kristallmorphologie besitzt. Es ist bevorzugt, etwa 0,1 Äquiv. (der Begriff Äquivalente, d.h. Äquiv., bezieht sich hierin auf das Glycosylhalogenid) bis etwa 1,5 Äquiv. und besonders bevorzugt, etwa 0,2 Äquiv. bis etwa 0,7 Äquiv. des Metallsalzes zu verwenden. Die Abhängigkeit der Glycosid-Kupplung von der Äquivalentmenge an ZnF&sub2; wird in nachstehender Tabelle 4 beschrieben. Die Zinksalze können ebenfalls in Kombination mit Lewis- und Mineralsäuren verwendet werden, die bei der Bereitstellung höherer Reaktionsgeschwindigkeiten wirksam sind, wie in nachstehender Tabelle 3 beschrieben. Besonders bevorzugte Säurekatalysatoren schließen Bromwasserstoffsäure, Chlorwasserstoffsäure, Fluorwasserstoffsäure und Schwefelsäure ein. Für schnellere Reaktionsgeschwindigkeiten ist es bevorzugt, daß etwa 0,05 Äquiv. bis etwa 1 Äquiv. und insbesondere bevorzugt, daß etwa 0,1 Äquiv. bis etwa 0,5 Äquiv. Säurekatalysator verwendet werden. Jedoch ist es insbesondere bevorzugt, daß das Glycosid-Kuppeln säurekatalysiert ist und es ist besonders bevorzugt, daß die während der Umsetzung durch Wasserspuren entstandene Halogenwasserstoffsäure als Säurekatalysator verwendet wird.

Das Peracyl-D-glycosyl-1-halogenid, das zum Kuppeln mit dem Silylsterolether verwendet wird, ist Heptaacyl-D-cellobiosyl-1-halogenid, Tetraacyl-D-glucosyl-1-halogenid oder Tetraacyl-D-galactosyl-1-halogenid. Der hier verwendete Ausdruck Peracyl bedeutet die Substitution mit einer Acylgruppe an jeder der verfügbaren Hydroxystellungen des Saccharidrestes. Obwohl die Peracyl-D-glycosyl-1-halogenide das β-Anomer sein können, ist es bevorzugt, daß das α-Anomer verwendet wird. Zusätzlich, obwohl das Halogenid Bromid, Fluorid oder Chlorid ist, ist es bevorzugt, daß das Halogenid Bromid ist. Acyl bedeutet (C&sub1;-C&sub6;)-Alkanoyl, Benzoyl oder Toluoyl, und es ist besonders bevorzugt, daß Acyl Acetyl bedeutet. Sie können aus üblichen Ausgangsmaterialien gemäß den Verfahren, beschrieben in K. Freudenberg und W. Nagai, Ann., 494, 63 (1932) hergestellt werden. Es ist insbesondere bevorzugt, daß eine im wesentlichen stöchiometrische Menge an Peracyl-D-glycosyl-1-halogenid verwendet wird, da somit ein Überschuß an Reagenzien vermieden wird, während ausgezeichnete Stereospezifität und hohe Reaktionsausbeuten beibehalten werden.

Ein beliebiges reaktionsinertes Lösungsmittel kann angewendet werden. Wie vorstehend und anderswo hierin verwendet, bedeutet der Ausdruck "reaktionsinertes Lösungsmittel" ein Lösungsmittel, das mit Ausgangsmaterialien, Reagenzien, Zwischenprodukten oder Produkten nicht reagiert oder sie zersetzt, so daß die Ausbeute des erwünschten Produktes nachteilig beeinflußt wird. Im allgemeinen kann das Lösungsmittel eine einzelne Einheit umfassen oder mehrere Komponenten enthalten. Vorzugsweise ist das Lösungsmittel ein aprotisches reaktionsinertes Lösungsmittel, und es ist insbesondere bevorzugt, daß das Lösungsmittel Acetonitril ist, aufgrund der damit erhaltenen ausgezeichneten Stereoselektivität. Andere Lösungsmittel schließen Methylenchlorid, Essigsäureethylester und Nitromethan ein.

Die Herstellung von Tigogenin wird von Rubin in US-A- 2 991 282 und 3 303 187 von B. Löken in US-A-3 935 194 und Caglioti et al., Tetrahedron 19, 1127 (1963) beschrieben. Es ist ein Naturprodukt, das aus Pflanzen isoliert werden kann. Seine Struktur wird nachstehend beschrieben.

Die Herstellung von Hecogenin wird in einem Beitrag über steroide Sapogenine von Russell E. Marker et al., in J. Amer. Chem. Soc., 69, 2167-2211 (1947) beschrieben. Dies ist ein Naturprodukt, das aus Pflanzen isoliert werden kann. Seine Struktur wird nachstehend beschrieben.

Bei 11-Keto-β-tigogenin wechselt die Carbonylgruppe von der 12-Stellung in die 11-Stellung der vorstehend beschriebenen Struktur. 11-Keto-β-tigogenine werden aus Hecogenin durch das nachstehende Verfahren hergestellt. Gemäß dem Verfahren von Conforth et al., (J. Chem. Soc., 1954, 907) wird Hecogenin acetyliert, bromiert, mit Natriumhydroxid behandelt und mit Zink zu dem 12-Hydroxy-β-ketoanalogen reduziert. Dann wird das 12-Hydroxy-β-ketoanaloge acetyliert und mit Calcium und Ammoniak zu 11-Ketotigogenin reduziert.

Die Herstellung von Diosgeninen wird in "Diosgenin and other Steroidal Drug Precursors" von Asolkar, L.V., Chadha, Y.R. und Rawat P.S., Council of Scientific an Industrial Research, New Delhi, Indien, Seiten 183, 1979 und ebenfalls in T. Kawasaki et al., Chem. Pharm. Bull., Japan 10, 698 (1962) beschrieben. Es ist ein Naturprodukt, das aus Pflanzen isoliert werden kann. Seine Struktur ist nachstehend beschrieben.

Cholesterin ist eine leicht erhältliche Verbindung, deren Struktur nachstehend beschrieben ist.

Der trisubstituierte Silylether (3-Hydroxy-Substitution) der vorstehenden Steroide, gekuppelt mit den Peracylglycosylhalogeniden, ist ein mit den Gruppen (C&sub1;-C&sub6;)-Alkyl, Phenyl oder (C&sub1;-C&sub6;) -Alkylphenyl trisubstituierter Silylether. Es ist besonders bevorzugt, daß ein Tri(C&sub1;-C&sub6;)alkylsilylether verwendet wird, insbesondere Trimethylsilylether, t-Butyldimethylsilylether, Triisopropylsilylether, Phenyldimethylsilylether oder Triethylsilylether.

Die vorstehenden Silylethersteroide können durch Umsetzen eines trisubstituierten Silyltrifluormethansulfonats mit dem geeigneten Steroid in Gegenwart eines Trialkylamins (beispielsweise Triethylamin) bei einer Temperatur geringer als etwa 10ºC für etwa 0,5 bis etwa 6 Stunden hergestellt werden. Geeignete Verfahren findet man auch bei L. Birkofer und A. Ritter "Newer Methods in Preparative Organic Chemistry", Band V, Seite 211, Academic Press, New York, NY, 1968 oder A.E. Pierce, Silylation of Organic Compounds", Pierce Chemical Co., Rockford, III., 1968 und J.F. Klebe, Acc. Chem. Res., 1970 (3), 299.

Vorzugsweise werden etwa 0,5 Äquiv. bis etwa 1,5 Äquiv. des steroiden Silylethers in der Kupplungsreaktion verwendet. Es ist besonders bevorzugt, daß eine im wesentlichen stöchiometrische Menge des steroiden Silylethers verwendet wird, da somit ein Überschuß an Reagenzien vermieden wird, während ausgezeichnete Stereospezifität beibehalten wird.

Jede Umgebung oder Bedingungen (beispielsweise Temperatur, Zeit, Druck, Lösungsmittel), zur Bildung der gewünschten steroiden Peracylglycoside, die geeignet ist/sind (d.h dazu befähigt sind), kann/können verwendet werden. Es ist jedoch bevorzugt, daß die Reaktion bei einer Temperatur von etwa 20ºC bis etwa 100ºC und vorzugsweise von etwa 50ºC bis etwa 80ºC stattfindet. Unterhalb etwa 20ºC kann die Reaktion verlangsamen und oberhalb etwa 100ºC können unerwünschte Nebenreaktionen (beispielsweise Anomerisierung) stattfinden. Diese Reaktion wird zweckmäßig bei Umgebungsdruck ausgeführt, jedoch können Drücke von etwa 0,5 bis etwa 3 atm verwendet werden.

Vorzugsweise werden der steroide Silylether, das Metallsalz, Lösungsmittel unter Rückfluß erhitzt und das ausreichende Lösungsmittel wird azeotrop unter Entfernung von im wesentlichen des gesamten Wassers abdestilliert. Dann wird das Peracylglycosylhalogenid und gegebenenfalls der Säurekatalysator zu dem vorstehenden Gemisch gegeben und für etwa 0,5 bis etwa 6 Stunden, im allgemeinen unter Stickstoff, erhitzt. Die gewünschten Verbindungen werden anschließend durch übliche Verfahren isoliert. Beispielsweise können die Glycoside aus dem rohen, gefilterten Reaktionsgemisch (beispielsweise Acetonitrilproduktlösung) durch Zugabe von etwa 25% bis 75% Wasser und dem Restalkohol (beispielsweise Methanol) ausgefällt werden. Ausfällung des Produkts aus wässerigem Methanol/Acetonitril erfordert geringeres Verarbeiten als extraktive Isolierung und stellt ein Produkt höherer Reinheit bereit. Alternativ kann der steroide Silylether hergestellt, nicht isoliert und direkt mit dem Peracylglycosylhalogenid gekuppelt werden.

Das vorstehende Verfahren ist zur Synthese von steroiden Glycosiden der β-Konfiguration ausgelegt. Die thermodynamisch stabileren α-Anomere sind durch säurekatalysierte Isomerisierung der β-Glycoside zugänglich. Deshalb können steroide Peracyl-α-O-glycoside aus steroiden Peracyl-β-Oglycosiden durch Erhitzen der β-Glycoside in organischen Lösungsmitteln, wie einer Bromwasserstoff enthaltenden Methylenchloridlösung, hergestellt werden.

Die Zinkfluorid-vermittelte Glycosid-Kupplung von TMS-O-tigogenin und α-Cellobiosylbromidheptaacetat wurde in Gegenwart von unterschiedlichen Reaktionslösungsmitteln bei verschiedenen Temperaturen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Lösungsmittelbewertungen werden in Tabelle 1 zusammengefaßt. Dies zeigt, daß Acetonitril ein bevorzugtes Lösungsmittel für stereogesteuerte Glycosidsynthesen darstellt.

TABELLE 1 ZnF&sub2;-KATALYSIERTE GLYCOSIDISCHE REAKTIONEN MIT TMS-O-TIGOGE- NIN-EINFLUSS VON REAKTIONSLÖSUNGSMITTELN Reaktionsstöchiometrie: α-Cellobiosylbromidheptaacetat (1,0 Äquiv.) TMS-O-tigogenin (1,0 Äquiv.) ZnF&sub2; (0,55 Äquiv.) Lösungsmittel

In vergleichenden Untersuchungen wurde Zinkfluorid auch gegen unterschiedliche Lewis-Säuren unter Beibehalten einer festen Reaktionsstöchiometrie ausgetauscht. Alle diese Versuche wurden in Acetonitril, dem bevorzugten Reaktionslösungsmittel, durchgeführt. Die Daten der Verwendung von unterschiedlichen Promotoren in den TMS-Ether-Glycosid-Kupplungen werden in nachstehender Tabelle 2 angeführt.

TABELLE 2 GLYCOSIDISCHE UMSETZUNGEN MIT TMS-O-TIGOGENIN EINFLUSS VON LEWIS-SÄUREN Reaktionsstöchiometrie: α-Cellobiosylbromidheptaacetat (1,0 Äquiv.) TMS-O-tigogenin (1,0 Äquiv.) Lewis-Säure (0,55 Äquiv.) CH&sub3;CN

Die Zinkfluorid-vermittelte Glycosid-Kupplung von TMS-O-tigogenin und α-Cellobiosylbromidheptaacetat wurde in Gegenwart von unterschiedlichen Säurekatalysatoren bei verschiedenen Reaktionszeiten durchgeführt. Die Ergebnisse dieser säurekatalysierten Reaktionen werden in Tabelle 3 zusammengefaßt. Dies zeigt, daß die Reaktionsgeschwindigkeit für die TMS-Ether-Kupplung mit ZnF&sub2; durch Zugabe von geringen Mengen bestimmter Lewis- oder Mineralsäuren beschleunigt werden kann.

TABELLE 3 ZnF&sub2;-VERMITTELTE GLYCOSID-SYNTHESE UNTER VERWENDUNG VON TMS- O-TIGOGENIN EINFLUSS VON SÄUREN UND BASEN Reaktionsstöchiometrie: α-Cellobiosylbromidheptaacetat (1,0 Äquiv.) TMS-O-tigogenin (1,0 Äquiv.) CH&sub3;CN ZnF&sub2; (0,55 Aquiv.) Säure/Base

Die Zinkfluorid-vermittelte Glycosid-Kupplung von TMS-O-tigogenin und α-Cellobiosylbromidheptaacetat wurde in Gegenwart von verschiedenen Mengen ZnF&sub2; durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Zinkfluoridmengenbewertungen werden in nachstehender Tabelle 4 zusammengefaßt. Dies zeigt, daß hohe Ausbeuten und Selektivität unter Verwendung stöchiometrischer Mengen an Steroid und Glycosid in Gegenwart von verminderten Anteilen an Metallsalzpromotoren erreicht werden. Koenigs- Knorr-Glycosidkupplungen verwenden routinemäßig hohe Anteile (2-3-fach) an Metallsalzpromotoren.

TABELLE 4 GLYCOSID-KUPPLUNG UNTER VERWENDUNG VON TMS-O-TIGOGENIN UND ZnF&sub2; EINFLUSS DER ZINKFLUORIDMENGE

Diese Erfindung ist ein bedeutender Fortschritt auf dem Gebiet der steroiden Glycoside durch Bereitstellen eines effizienten Verfahrens zur Herstellung von Peracyltigogenin-, Hecogenin-, 11-Ketotigogenin-, Diosgenin- oder Cholesterin-β- O-glycosiden. Das Verfahren stellt ausgezeichnete Ausbeuten, ausgezeichnete β-anomere Selektivität, verminderte Reaktionsnebenprodukte (beispielsweise Peracylglycosylhalogenide) bereit und ermöglicht ein stöchiometrisches Kuppeln unter Beibehalten der Ausbeute und Selektivität. Die entacetylierten Endprodukte sind als antihypercholesterolämische Mittel verwendbar.

Es sollte selbstverständlich sein, daß die Erfindung nicht durch die besonderen gezeigten und hierin beschriebenen Ausführungsformen begrenzt ist, jedoch verschiedene Änderungen und Modifizierungen gemacht werden können, ohne vom Schutzbereich der Erfindung, der durch die nachstehenden Ansprüche definiert ist, abzuweichen.

Beispiel 1 Herstellung von Diosgenyl-β-O-galactosidtetraacetat

Zu einem Dreihals-Rundkolben (250 ml), der mit einem mechanischen Rührer, Rückflußkühler, an dessen Spitze sich ein Stickstoffeinlaß befindet, und einem Thermometer ausgerüstet ist, werden Acetobrom-α-D-galactose (24,0 g, 58,4 mMol), TMS-O-diosgenin (28,4 g, 58,4 mMol), Zinkfluorid (3,32 g, 32,1 mMol) und 240 ml Acetonitril gegeben. Das Gemisch wurde unter Stickstoff auf 60ºC erhitzt. Nach 3,0 Stunden bei 60ºC zeigte Dünnschichtchromatographie (Essigsäureethylester/Methylenchlorid 1:1 Eluant), daß die Reaktion vollständig war. Das Gemisch wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und anschließend in 220 ml Toluol aufgelöst. Die Toluollösung wurde mit gesättigter Natriumbicarbonatlösung (100 ml), Wasser (100 ml), gesättigter NaCl-Salzlösung (20 ml) gewaschen und schließlich über wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet. Das Gemisch wurde durch Celite filtriert und dann unter vermindertem Druck zu einem Öl eingeengt. Schließlich kristallisierte das Öl nach weiterer Einengung. Die Kristalle wurden mit Ethanol (150 ml) verrieben, filtriert und im Vakuum bei 50 - 55ºC getrocknet, zur Bereitstellung von 31,51 g Rohprodukt.

Das Rohprodukt (31,51 g) wurde in 126 ml Toluol suspendiert und dann auf etwa 110ºC zur Auflösung erhitzt. Die Lösung wurde langsam auf 80ºC abgekühlt und 158 ml Isopropanol wurden zugegeben. Die erhaltene Aufschlämmung wurde langsam auf 5 - 10ºC abgekühlt und anschließend 1 Stunde granuliert. Das Produkt wurde filtriert und im Vakuum bei 50 - 55ºC getrocknet, zur Bereitstellung von 21,1 g (49% Gesamtausbeute) eines weißen kristallinen Produkts (Fp. = 242,5 - 244,0ºC), das chromatographisch homogen war. ¹H- und ¹³C-NMR kemmagnetische Resonanzspektren stimmten mit der Produktstruktur überein.

Beispiel 2 "Eintopf"-Synthese von Tigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat

β-Tigogenin (3,00 g, 7,20 mMol) und 50 ml Acetonitril wurden in einen 100 ml-Dreihals-Rundkolben, der mit einem mechanischen Rührer, Thermometer und Destillationskopf ausgerüstet war, gegeben. Die Aufschlämmung wurde unter Rückfluß (82ºC) unter Stickstoff erhitzt und etwa 14 ml Destillat wurden am Kopf entfernt. Ein Probe der Aufschlämmung wurde für eine Karl-Fischer-Wasserbestimmung (K.F. = 0,09%) entfernt. Die Aufschlämmung wurde auf 70ºC abgekühlt und 1,08 ml Hexamethyldisilazan (5,12 mMol) wurden zugegeben. Die weiße Aufschlämmung wurde 3,3 Stunden auf 70ºC erhitzt, wonach Dünnschichtchromatographie (EtOAc/Hexane 1:1 Eluant) zeigte, daß die Silylierung vollständig war. Nachdem das Reaktionsgemisch auf 35ºC abgekühlt war, wurden α-Cellobiosylbromidheptaacetat (4,78 g, 6,84 mMol) und Zinkfluorid (0,35 g, 3,42 mMol) zugegeben. Die dünne Aufschlämmung wurde erneut auf 65ºC erhitzt und dann bei dieser Temperatur 20 Stunden gehalten. Das Dünnschicht-Chromatogramm zeigte die vollständige Abwesenheit des Cellobiosylbromids und die Bildung von etwas β-Glycosid.

Das rohe Reaktionsgemisch wurde durch Hochdruck-Flüssigchromatographie quantitativ bewertet, die zeigte, daß das Titel-β-glycosid in 9,0% Ausbeute gebildet wurde.

Beispiel 3 Tigogenyl-β-O-glucosid

α-D-Glucosylbromidtetraacetat (24,0 g, 0,058 Mol) Trimethylsilyl-O-tigogenin (28,5 g, 0,058 Mol), Zinkfluorid (3,32 g, 0,032 Mol) und Acetonitril (120 ml) wurden in einen 250 ml-Dreihals-Rundkolben, ausgerüstet mit einem Kühler, an dessen Spitze sich ein Stickstoffeinlaß befand, mechanischem Rührer und Thermometer, gegeben. Die Reaktanten wurden unter Stickstoff unter Rühren auf 60ºC erhitzt und anschließend 2 Stunden bei 60ºC gehalten, bis durch Dünnschicht-Chromatographie ausgewiesen wurde, daß die Reaktion vollständig war. Die dünne Aufschlämmung wurde auf 25ºC abgekühlt und 120 ml Methylenchlorid wurden unter Bildung einer bräunlich gefärbten Lösung zugegeben. Die Lösung wurde filtriert und das Filtrat wurde mit 5% NaHCO&sub3;-Lösung (100 ml), Wasser (100 ml) und schließlich erneut mit Wasser (100 ml) gewaschen. Während der Waschvorgänge bildete sich etwas Emulsion. Die organische Schicht wurde über wasserfreiem Magnesiumsulfat (8 g) getrocknet und anschließend durch Celite filtriert. Die Lösung wurde unter vermindertem Druck zu einem Öl eingeengt und 600 ml 2B Ethanol zugegeben. Das Gemisch wurde unter Rückfluß erhitzt und dann zur Kristallisation des Produkts langsam auf Raumtemperatur abgekühlt. Nach Granulieren über Nacht wurde das Glycosid filtriert, mit 100 ml Ethanol gewaschen und dann unter vermindertem Druck 4,5 Stunden bei 45ºC getrocknet. Tigogenyl-β-O-glucosidtetraacetat (24,1 g) wurde in 55,4% Gesamtausbeute isoliert. Die physikalischen und spektralen Eigenschaften dieses Materials wurden als Bezugsstandard ausgewiesen.

Tigogenyl-β-O-glucosidtetraacetat (22,0 g, 29,5 mMol) wurde zu 330 ml absolutem Methanol, das 83 mg Kaliumhydroxid enthielt, gegeben. Die Aufschlämmung wurde unter Stickstoff auf 50 - 55ºC erhitzt. Nach 3,5 Stunden bei 50 - 55ºC zeigte Dünnschicht-Chromatographie (CH&sub2;Cl&sub2;/MeOH 4:1 Eluant), daß die Entacetylierung vollständig war und die Aufschlämmung wurde auf 0 - 5ºC gekühlt. Das weiße Produkt wurde filtriert, mit Methanol gewaschen und dann im Vakuum bei 40ºC über Nacht getrocknet. Tigogenyl-β-O-glucosid (16,5 g) wurde in 96,8%-iger Ausbeute aus dessen Tetraacetat isoliert. Die analytischen und spektralen Daten zur Charakterisierung stimmten mit der Produktstruktur überein.

Beispiel 4 Herstellung von Tigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat

Trimethylsilyl-O-tigogenin (873,3 g, 1,79 Mol), α- Cellobiosylbromidheptaacetat (1250,0 g, 1,79 Mol) , Zinkfluorid (101,6 g, 0,98 Mol) und 6,25 Liter Acetonitril wurden in einen 12-Liter-Kolben, ausgerüstet mit einem mechanischen Rührer, Thermometer und Rückflußkühler, gegeben. Die Apparatur wurde mit Stickstoff gespült und dann unter einer stehenden Stickstoffatmosphäre gehalten. Eine Probe des heterogenen Reaktionsgemisches wurde für eine Karl-Fischer-Bestimmung (K.F. = 0,04% H&sub2;O) entfernt. Die Reaktanten wurden dann auf 65 ± 3ºC erhitzt. Nach 1,75 Stunden bei 65ºC zeigte Dünnschicht-Chromatographie, daß die Reaktion im wesentlichen vollständig war. Die trübe braune Lösung wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und 6,3 Liter Methylenchlorid wurden zugegeben. Ein Aliquot von einem Milliliter der Lösung wurde für eine HPLC-Bestimmung entfernt. Ein typisches α/β-Anomerenverhältnis von 0,06 wurde für die Tigogenylglycoside erhalten. Das Reaktionsgemisch wurde durch Celite filtriert und der Filterkuchen wurde mit 1 Liter CH&sub2;Cl&sub2; gewaschen. Das Reaktionsfiltrat und die Waschlösungen wurden vereinigt. Die CH&sub2;Cl&sub2;-Lösung wurde mit Wasser (4 Liter), einer 5%-igen NaHCO&sub3;-Lösung (4 Liter) gewaschen und schließlich über wasserfreiem Magnesiumsulfat (250 g) getrocknet. Das Magnesiumsulfat wurde filtriert und mit frischem CH&sub2;Cl&sub2; (1 Liter) gewaschen. Das Filtrat und die Waschlösungen wurden vereinigt und auf das halbe Volumen (7,5 Liter) durch Destillation bei Atmosphärendruck eingeengt. Sieben Liter 2B-Ethanol wurden zu der heißen Lösung (65ºC) gegeben und das Abstreifen bei Atmosphärendruck wurde bis zur Entfernung von weiteren 6 Litern Destillat fortgesetzt. Weiteres Ethanol (12 Liter) wurde zugegeben und weitere 9 Liter Destillat wurden entfernt, bevor die weiße Aufschlämmung auf Raumtemperatur abgekühlt wurde. Die Feststoffe wurden 8 Stunden granuliert und dann filtriert. Das Produkt wurde mit Ethanol (500 ml) gewaschen und anschließend bei 45ºC unter vermindertem Druck über Nacht getrocknet. Das Rohprodukt (1767,2 g) wurde in einer 95,5 gew.-%-igen Ausbeute erhalten. Hochdruck-Flüssigchromatographie- Bestimmung zeigte, daß das Rohprodukt 81,3% Tigogenyl-β-O- cellobiosidheptaacetat und nur 3,6% Tigogenyl-α-O-cellobiosidheptaacetat enthielt. Kein β-Cellobiosylfluoridheptaacetat wurde bestimmt.

Falls erwünscht, könnte das rohe Glycosid durch Umkristallisation aus Methylenchlorid/Ethanol zur Erhöhung seiner Wirkung umkristallisiert werden, obwohl eine Umkristallisation vor dem weiteren Verarbeiten nicht erforderlich ist.

Durch Verwendung eines zur vorstehenden Herstellung ähnlichen Verfahrens wurden die nachstehenden steroiden Glycoside aus deren Trimethylsilylsterolen hergestellt.

ZnF&sub2;-aktivierte Glycosid-Kupplungen mit TMS-Ethern weitere Beispiele

Beispiel 5 Tigogenyl-β-O-cellobiosid

Acetonitril (700 ml) und Zinkfluorid (6,10 g, 0,059 Mol) wurden in einen 1-Liter-Dreihals-Rundkolben, ausgerüstet mit einem mechanischen Overheadrührer, Thermometer und Destillationskopf, beschickt. Das Gemisch wurde unter Rückfluß (82ºC) erhitzt und 105 ml Destillat wurden entfernt. Die Aufschlämmung wurde auf 30ºC abgekühlt und anschließend wurde eine Probe des Reaktionsgemisches für eine Karl-Fischer-Wasserbestimmung (K.F. = 0,023%) entfernt. Trimethylsilyl-O-tigogenin (52,39 g, 0,107 Mol) ünd α-Cellobiosylbromidheptaacetat (75,00 g, 0,107 Mol) wurden zu dem Gemisch gegeben und dann wurde die Aufschlämmung unter Stickstoffatmosphäre auf 65ºC erhitzt. Nachdem die Aufschlämmung 2,5 Stunden auf 65ºC erhitzt wurde, wurde das Gemisch auf eine bräunliche trübe Lösung verdünnt und Dünnschicht-Chromatogramme unter Verwendung von Essigsäureethylester/Hexane (1:1) Eluant wiesen aus, daß die Reaktion vollständig war. Die trübe Lösung wurde durch Celite filtriert und der Filterkuchen wurde mit 140 ml Acetonitril gewaschen. Die Acetonitrilwaschlösung und das Filtrat wurden vereinigt; das Gesamtvolumen (840 ml) wurde abgemessen und eine 1,0 ml-Probe zur Bestimmung der Assay- Ausbeuten von Tigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat (72%) und Tigogenyl-α-O-cellobiosidheptaacetat (3%) durch Hochdruck- Flüssigchromatographie wurde entnommen.

Das vereinigte Filtrat und die Waschlösungen wurden in einen 3-Liter-Kolben überführt und die Lösung wurde unter Stickstoff auf 50ºC erhitzt. Absolutes Methanol (437 ml) wurde innerhalb 15 Minuten unter Beibehalten der Temperatur auf 50ºC zugegeben. Als die Methanolzugabe vollständig war, wurden innerhalb 1 Stunde 653 ml desionisiertes Wasser zugegeben. Nachdem ungefähr 250 - 270 ml Wasser zugegeben wurden, begann Tigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat aus der Lösung auszufallen. Das Gemisch wurde unter Rückfluß (73ºC) erhitzt und dann 2 Stunden gehalten, während das Trimethylsilylfluorid-Nebenprodukt (Sdp. = 16ºC) über den Kopf entfernt wurde. Die Aufschlämmung wurde auf Raumtemperatur (23ºC) abgekühlt und über Nacht (15 Stunden) granuliert. Das β-Glycosid wurde filtriert und dann mit Methanol (175 ml) gewaschen.

Das feuchte β-Glycosid-Kuchen wurde zu 700 ml 2B- Ethanol gegeben und dann wurde die Aufschlämmung unter Rückfluß (78ºC) erhitzt unter Bildung einer trüben Lösung. Nach 1 Stunde unter Rückfluß wurde die trübe Lösung auf 22ºC abgekühlt und das ausgefallene Produkt 1 Stunde granuliert. Die Feststoffe wurden filtriert und mit frischem Ethanol (175 ml) gewaschen.

Der Ethanol-feuchte Kuchen wurde in einen 1-Liter- Rundkolben, ausgerüstet mit einem mechanischen Rührer, Thermometer, Kühler und Stickstoffeinlaß, überführt. Methanol (620 ml) und eine katalytische Menge Natriummethoxid (0,21 g), gelöst in 10 ml Methanol, wurden zu dem Lösungsmittelfeuchten β-Glycosid unter Stickstoff gegeben. Die Aufschlämmung wurde unter Rückfluß (66ºC) erhitzt und dann 2 Stunden unter Rückfluß gehalten. Dünnschicht-Chromatographie (CH&sub2;Cl&sub2;/ Methanol, 4:1) zeigte die vollständige Entacetylierung des β- Glycosids in Tigogenyl-β-O-cellobiosid. Die Aufschlämmung wurde auf 22ºC abgekühlt und 110 ml Methanol wurden zur Verdünnung des Gemisches zugegeben. Ein amorpher weißer Feststoff wurde abfiltriert und mit Methanol (140 ml) gewaschen.

Der feuchte Kuchen wurde in 980 ml Methanol erneut suspendiert und anschließend 2 Tage bei Raumtemperatur gerührt. Da mikroskopische Bestimmung der Aufschlämmung die Gegenwart von amorphem und kristallinem Material zeigte, wurde die Aufschlämmung filtriert und der Kuchen mit 200 ml Methanol gewaschen. Das vorstehende Verfahren der erneuten Methanol-Aufschlämmung wurde wiederholt, mit der Ausnahme, daß die Aufschlämmung eine Stunde unter Rückfluß (67ºC) erhitzt und anschließend auf Raumtemperatur abgekühlt wurde. Nachdem die Aufschlämmung 20 Stunden bei Raumtemperatur rührte, zeigte die mikroskopische Bestimmung die vollständige Bildung des tatsächlichen Polymorphen. Das Produkt wurde filtriert und der Kuchen mit Methanol (140 ml) gewaschen und anschließend bei 40ºC 22 Stunden unter vermindertem Druck getrocknet. Tigogenyl-β-O-cellobiosid (43,99 g) wurde als weißer Feststoff in 55%-iger Gesamtausbeute aus Trimethylsilyl-β-O-tigogenin erhalten. Chromatographische und physikalische Eigenschaften des Produkts waren mit einer authentischen Probe von Tigogenyl-β-O-cellobiosid identisch.

Beispiel 6 Herstellung von Tigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat Einfluß von Säuren

Eine wasserfreie Bromwasserstofflösung wurde durch Einleiten von gasförmigem HBr (0,116 g, 1,43 mMol) in 37 ml Acetonitril hergestellt. Zinkfluorid (0,407 g, 3,93 mMol), TMS-O-tigogenin (3,49 g, 7,15 mMol) und α-Cellobiosylbromidheptaacetat (5,00 g, 7,15 mMol) wurden anschließend unter Stickstoff zu der Hydrobromidlösung gegeben. Aus dem Gemisch wurde eine Probe für eine Karl-Fischer-Wasserbestimmung (K.F. = 0,014% H&sub2;O) genommen und anschließend auf 65ºC erhitzt. Nach 0,5 Stunden bei 65ºC war die Reaktion im wesentlichen vollständig, wie durch Dünnschichtchromatographie bestimmt. Die leicht gelbe, dünne Aufschlämmung wurde auf etwa 24ºC abgekühlt und 37 ml Methylenchlorid wurden zugegeben. Nach Filtration wurde das Volumen des Reaktionsfiltrats gemessen und dann durch HPLC, wie vorstehend berichtet, analysiert. Die katalytischen, geschwindigkeitserhöhenden Wirkungen von Mineral- und Lewis-Säuren und die geschwindigkeitsverzögernden Wirkungen von organischen Basen werden in Tabelle 3 angegeben.

Beispiel 7 Herstellung von Tigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat Einfluß von Zinkfluoridanteilen

Acetonitril (5 ml), α-Cellobiosylbromidheptaacetat (1,00 g, 1,43 mMol), Trimethylsilyl-β-O-tigogenin (0,70 g, 1,43 mMol) und wasserfreies Zinkfluorid (0,22 g, 2,15 mMol) wurden in einen 15 ml-Rundkolben, ausgerüstet mit einem Magnetrührer, Kühler und Thermometer, gegeben. Das Gemisch wurde auf 65ºC erhitzt und dann durch DC unter Verwendung eines Eluenten von Essigsäureethylester/Hexanen (1:1) hinsichtlich der Abwesenheit des TMS-Ethers und α-Cellobiosylbromidheptaacetats verfolgt. Nach 2,0 Stunden bei 65ºC wurde die Reaktion eine trübe Lösung und war im wesentlichen vollständig. Die Lösung wurde auf Umgebungstemperatur abgekühlt, Methylenchlorid (5 ml) wurde zugegeben und anschließend wurde die Lösung durch Celite filtriert. Der Filterkuchen wurde mit weiterem CH&sub2;Cl&sub2; (10 ml) gewaschen. Die Waschlösungen und das Filtrat wurden vereinigt und anschließend auf β- und α-Glycosidbildung unter Verwendung von Bezugsstandards zur Detektoraufnahme über den Brechungsindex quantitativ analysiert. Unter Verwendung von 1,5 Äquiv. Zinkfluorid wurde Tigogenyl-β- O-cellobiosidheptaacetat in 69%-iger Ausbeute hergestellt. Produktausbeuten von TMS-Ether-Glycosid-Kupplungen unter Verwendung unterschiedlicher Äquivalente von ZnF&sub2; werden in Tabelle 4 angegeben.

HPLC-chromatographische Bedingungen

Säule: Water's Nova-Pak Silica 3,9 x 150 mm

mobile Phase: Hexane/Essigsäureethylester 3:2 (Volumen/Volumen)

Fließgeschwindigkeit: 1 ml/Minute

Injektion: 50 µl

Detektion: Refraktometer

Vorsäule: Kieselgel

Retentionszeiten: Tigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat (3,74 Minuten)

Tigogenyl-α-O-cellobiosidheptaacetat (4,41 Minuten)

Beispiel 8 11-Ketotigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat

In einen geeignet ausgerüsteten 15 ml-Rundkolben wurden Trimethylsilyl-β-O-11-ketotigogenin (0,67 g, 1,34 mMol), Zinkfluorid (0,076 g, 0,74 mMol), α-Cellobiosylbromidheptaacetat (0,94 g, 1,34 mMmol) und 7,2 ml Acetonitril gegeben. Die weiße Aufschlämmung wurde mit Stickstoff gespült und dann auf 65ºC erhitzt. Nach 2,2 Stunden bei 65ºC zeigte Dünnschicht-Chromatographie (Toluol/Essigsäure 8:3 Eluant) den Verbrauch des Cellobiosylbromids und die Bildung des Titelprodukts. Die dünne Aufschlämmung wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und 7 ml Methylenchlorid zugegeben unter Bildung einer trüben Lösung. Die Lösung wurde durch Celite filtriert und der Filterkuchen wurde mit frischem CH&sub2;Cl&sub2; (5 ml) gewaschen. Das vereinigte Filtrat und die Waschlösungen wurden mit Wasser (8 ml), gesättigter Natriumbicarbonatlösung (8 ml) und Wasser (8 ml) extrahiert und dann schließlich über was-serfreiem Magnesiumsulfat (1 g) getrocknet. Nach Filtration wurde die Lösung unter vermindertem Druck eingeengt zu 1,40 g des Rohprodukts.

Das Rohprodukt wurde zu 29 ml Methanol gegeben und dann unter Rückfluß (65ºC) erhitzt. Desionisiertes Wasser (9,6 ml) wurde langsam unter Rückfluß zu der Lösung gegeben. Als die Zugabe vollständig war, wurde die trübe Lösung unter Rückfluß (72ºC) für weitere 20 Minuten erhitzt, auf Raumtemperatur abgekühlt und die erhaltene Aufschlämmung wurde 1 Stunde granuliert.

Das weiße kristalline Produkt wurde abfiltriert und im Vakuum über Nacht bei 40ºC getrocknet. Das Produkt wurde durch ¹H NMR analysiert und mit einer authentischen Probe durch Hochdruck-Flüssigchromatographie zur Bestätigung seiner Struktur verglichen. 11-Ketotigogenyl-β-O-cellobiosidheptaacetat wurde isoliert (0,90 g) in 64% Gesamtausbeute.

Beispiel 9 Reaktion von β-Cellobiosylfluoridheptaacetat mit Trimethylsilyl-β-0-tigogenin

Zinkfluorid (0,58 g, 5,61 mMol), Trimethylsilyl-β-O- tigogenin (5,00 g, 10,2 mMol) und β-Cellobiosylfluoridheptaacetat (6,50 g, 10,2 mMol) wurden zu 45 ml Acetonitril in einen 125 ml-Dreihals-Rundkolben gegeben. Das Gemisch wurde unter Stickstoff gerührt und dann wurde eine Probe der Aufschlämmung für eine Karl-Fischer-Bestimmung (K.F. = 0,01% Wasser) entnommen. Eine 30%-ige Bromwasserstoffsäurelösung (0,2 ml, 2,0 mMol) in Eisessig wurde zugegeben und die erhaltene dünne Aufschlämmung unter Stickstoff auf 65ºC erhitzt. Nach 24 Stunden bei 65ºC wurde eine Probe zur Produktanalyse entnommen. Obwohl die Reaktion nicht vollständig war, was durch die Gegenwart von restlichen Ausgangsmaterialien angezeigt wurde, wurde Tigogenyl-β-O-cellobiosylheptaacetat in 11%-iger Ausbeute, wie durch HPLC-Analysen bestimmt, gebildet.

Herstellungen 1 und 2 Trimethylsilyl-β-O-11-ketotigogenin und Trimethylsilylhecogenin

11-Ketotigogenin (0,93 g, 2,17 mMol) und Triethylamin (0,49 g, 4,89 mMol) wurden zu 10 ml Acetonitril unter Stickstoff bei Raumtemperatur gegeben. Trimethylsilylchlorid (0,29 g, 4,34 mMol) wurde zu der Aufschlämmung unter leichter Rauchbildung gegeben und dann wurde das Gemisch 11 Stunden auf 45ºC erhitzt, bis Dünnschicht-Chromatographie (Essigsäureethylester/Hexane 3:2 Eluant) zeigte, daß die Silylierung vollständig war. Die Aufschlämmung wurde auf 25ºC abgekühlt, filtriert und der Kuchen wurde mit 10 ml frischem Acetonitril gewaschen. Der Produktkuchen wurde über Nacht bei 40ºC im Vakuum getrocknet und anschließend zur Entfernung von restlichem Triethylammoniumhydrochlorid erneut in 13 ml Methanol aufgeschlämmt. Nachdem die Feststoffe filtriert, mit Methanol (10 ml) gewaschen und bei vermindertem Druck (35ºC 17 Stunden) getrocknet waren, wurden 0,69 g eines weißen, kristallinen Feststoffes (Fp. = 223 - 226ºC) isoliert. Der TMS-Ether von 11-Ketotigogenin wurde in 50%-iger Gesamtausbeute erhalten. Kernmagnetische Resonanz (¹H und ¹³C), Massenspektrum und Verbrennungsanalysen stimmten mit der Produktstruktur überein.

Der Trimethylsilylether von Hecogenin wurde ebenfalls durch das Trimethylsilylchlorid/TEA-Verfahren hergestellt. Trimethylsilylhecogenin (Fp. = 252 - 255ºC) wurde in 57%-iger Gesamtausbeute isoliert.

Herstellung 3 Trimethylsilyl-β-O-tigogenin

In einen 1-Liter-Dreihals-Rundkolben, ausgerüstet mit einem mechanischen Rührer, Thermometer und Destillationskopf, wurden β-Tigogenin (75,0 g, 0,18 Mol) in 0,66 Liter Acetonitril suspendiert und das Gemisch wurde unter Rückfluß (84 - 85ºC) erhitzt. Etwa 113 ml Destillat wurden über Kopf entfernt und dann wurde die Aufschlämmung auf 70ºC abgekühlt und eine Probe zur Karl-Fischer-Wasserbestimmung (K.F. = 0,10%) entnommen. Hexamethyldisilazan (30,4 ml, 23,2 g, 0,14 Mol) wurde zugegeben und das Gemisch wurde auf 70ºC erhitzt. Etwas Viskositätsabnahme der dicken weißen Aufschlämmung fand während der Reaktion statt. Nach 3,75 Stunden zeigte Dünnschicht-Chromatographie (Essigsäureethylester/Hexane 1:1 Eluant), daß die Reaktion vollständig war. Die Aufschlämmung wurde langsam auf 5ºC abgekühlt und dann 2 Stunden granuliert. Das Produkt wurde filtriert, mit 166 ml frischem, kaltem Acetonitril gewaschen und anschließend bei 40ºC 16 Stunden im Vakuum getrocknet.

Trimethylsilyl-β-O-tigogenin (83,8 g) wurde als weißer Feststoff (Fp. = 193 - 196ºC) in 95%-iger Ausbeute isoliert. Spektraldaten (¹H und ¹³C NMR und M.S.) und Verbrennungsanalysen stimmten mit der Struktur des TMS-Ethers überein. Weitere Trimethylsilylether wurden aus den Sterolen unter Verwendung von Hexamethyldisilazan (HMDS)-Verfahren, wie nachstehend berichtet, hergestellt.

Trimethylsilylether von Sterolen (HMDS-Verfahren)


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Herstellung eines 1-O-steroiden Peracyl-β-glycosids, umfassend:

Umsetzen von Heptaacyl-D-cellobiosyl-1-halogenid, Tetraacyl-D-glucosyl-1-halogenid oder Tetraacyl-D-galactosyl-1- halogenid, worin das Halogenid Bromid, Fluorid oder Chlorid darstellt und Acyl (C&sub1;-C&sub6;)-Alkanoyl, Benzoyl oder Toluoyl bedeutet und einer Verbindung der Formel

worin R&sub1;, R&sub2; und R&sub3; jeweils unabhängig voneinander (C&sub1;-C&sub6;)-Alkyl, Phenyl oder Phenyl- (C&sub1;-C&sub6;) -alkyl darstellen und X Tigogen-3-O-yl, Hecogen-3-O-yl, Tigogen-11-keto-3-O-yl, Diosgen-3-O-yl oder Cholester-3-O-yl darstellt, in Gegenwart von Zinkfluorid und unter Verwendung eines reaktionsinerten Lösungsmittels sowie unter Bedingungen, die zur Bildung des 1-O-steroiden Peracyl-β-glycosids geeignet sind.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Acyl Acetyl darstellt, R&sub1;, R&sub2; und R&sub3; jeweils Methyl darstellen, das Peracylglycosylhalogenid das α-Anomer darstellt und die Reaktion in einem aprotischen reaktionsinerten Lösungsmittel stattfindet.

3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei X Tigogen-3-O-yl darstellt.

4. Verfahren nach Anspruch 2, wobei X Hecogen-3-O-yl darstellt.

5. Verfahren nach Anspruch 2, wobei X Tigogen-11- keto-3-O-yl darstellt.

6. Verfahren nach Anspruch 1, 2, 3, 4 oder 5, wobei die Reaktion bei etwa 20ºC bis etwa 100ºC stattfindet, etwa 0,5 bis etwa 1,5 Äquiv. steroider Trimethylsilylether verwendet werden und etwa 0,1 bis etwa 1,5 Äquiv. Zinkfluorid verwendet werden.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Lösungsmittel Acetonitril ist.

8. Verfahren nach einen der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Reaktion durch bei der Umsetzung freigesetzte Halogenwasserstoffsäure oder durch gegebenenfalls zugegebene Lewisoder Protonensäuren katalysiert wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Reaktion durch Bromwasserstoffsäure oder Fluorwasserstoffsäure katalysiert wird.

10. Verfahren nach Anspruch 7, wobei die 1-O-steroiden Peracyl-β-glycoside aus Acetonitril durch die Zugabe von etwa 25% bis 75% Wasser und als Rest Alkohol gefällt werden.







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