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Dokumentenidentifikation DE19721390A1 05.03.1998
Titel Vorrichtung zur berührungslosen Bogenführung in einer Bogendruckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Stephan, Günter, 69168 Wiesloch, DE;
Thoma, Peter, 68199 Mannheim, DE
DE-Anmeldedatum 22.05.1997
DE-Aktenzeichen 19721390
Offenlegungstag 05.03.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.03.1998
IPC-Hauptklasse B41F 22/00
IPC-Nebenklasse B41F 21/00   B41F 25/00   B65H 5/22   B65H 23/24   
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur berührungslosen Bogenführung in einer Bogendruckmaschine, bei der in einer Bogenleitfläche (1) Blasluftdüsen (3) mit einer von der Bogenleitfläche (1) schräg nach unten abgesenkten Luftleitfläche vorgesehen ist, die einen schräg zur Bogenleitfläche (1) liegenden Querschnitt der Blasluftdüse (3) nach unten begrenzt. Zur Vermeidung von durch Unterdruck entstehenden Abschmiererscheinungen schließt die Strömungsrichtung der aus der Blasluftdüse (3) austretenden Blasluft mit der Ebene der Bogenleitfläche (1) einen mit seinem Scheitel in Richtung des Bogenlaufs weisenden Winkel ein. Zusätzlich ist in Bogenlaufrichtung vor der Blasluftdüse (3) eine im Querschnitt gegenüber dieser Blasluftdüse (3) kleine Öffnung (5) in der Bogenleitfläche (1) für einen etwa senkrecht von unten gegen den zu fördernden Bogen (7) gerichteten Luftaustritt angeordnet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur berührungslosen Bogenführung in einer Bogendruckmaschine nach dem Oberbegriff des Schutzanspruches 1.

Aus der DE-PS 19 07 083 ist eine solche Vorrichtung bekannt, bei der in einem Leitblech Blasluftdüsen mit einem Querschnitt in der Form eines Ringspaltsektors und mit einer gegenüber der Leitblechoberfläche schräge abgesenkten Luftleitfläche vorgesehen sind, die den Ringspaltsektor der Leitfläche gegenüberliegend begrenzt. Die Blasluftdüsen der bekannten Anordnung sind mit zungenförmigen Einschnitten in ein Leitblech eingestanzt und erzeugen eine richtungsgebundene Luftströmung mit einem flachen, in Förderrichtung weisenden Winkel gegen den schwebend über die Leitfläche zu transportierenden Bogen. An der Luftaustrittsstelle befindet sich die geometrische Engstelle für die durchströmende Luft. An diese Drosselstelle schließt sich eine divergierende Leitfläche an, die als Diffuser wirkt, und in diesem Bereich entsteht ein für einen Diffuser typischer Unterdruck, welcher den Bogen auf die durch den zungenförmigen Einschnitt gebildete Leitfläche aufsaugt. Durch dieses Aufsaugen ist eine berührungslose Bogenführung nicht mehr gegeben. Als Folge entstehen Kratzer und ein Verschmieren der mit der Leiteinrichtung kommunizierenden Seite des Bogens. Vergleichbar ist auch die Wirkung der aus der DE 41 13 465 A1 bekannten Anordnung.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Blasluftdüsen einer Vorrichtung mit den eingangs genannten Merkmalen in der Weise zu gestalten, daß die austretende Blasluft keine die gleichmäßige Luftströmung unter dem zu fördernden Bogen störenden Unterdruckzonen aufweist und eine berührungsfreie Bogenführung gewährleistet. Eine Lösung für diese Aufgabe besteht gemäß der Erfindung in Ausbildungsmerkmalen gemäß Schutzanspruch 1.

Durch die im Verhältnis zum Querschnitt der Blasluftdüse im Querschnitt kleine Öffnung wird in unmittelbarer Nähe des durch die Diffusorwirkung der Blasluftdüse bedingten Unterdruckbereiches zusätzlich Luft unter den Bogen geblasen, so daß der Bogen durch eine Impulskraft von der sonst durch den Unterdruckbereich hervorgerufenen Abschmierstelle weggedrückt wird. Abschmiererscheinungen an dieser Stelle werden dadurch vermieden.

Vorzugsweise ist eine solche zusätzliche Öffnung bei einer Blasluftdüse entsprechend Anspruch 2 vorgesehen. Der aus der Blasluftdüse austretende Luftstrom sollte dabei mit der Ebene des Bogens einen mit einem Scheitel in Richtung des Bogentransports weisenden Winkel einschließen.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.

Es zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Blasluftdüse mit einer Luftleitfläche, die durch Ausformung eines zungenförmigen Einschnittes gebildet ist, und

Fig. 2 eine Draufsicht auf die Ausbildung nach Fig. 1.

Die Bogenleitfläche 1 für die berührungsfrei auf einem Luftpolster schwebende Führung eines Bogens 7 wird durch die Oberfläche eines Leitbleches 2 gebildet. In diesem Leitblech 2 sind über die Bogenleitfläche 1 verteilt Blasluftdüsen 3 mit einem Abstand voneinander angeordnet. Im Falle des Beispieles soll jede Blasluftdüse 3 durch einen zungenförmigen Einschnitt 4 des Leitbleches 2 gebildet sein. Die durch den Einschnitt 4 gebildete Zunge ist gegenüber der Bogenleitfläche 1 aus der Ebene des Leitbleches 2 heraus nach unten verformt und bildet eine in Richtung des Bogenlaufes ansteigende Luftleitfläche. Bevorzugt wird ein Einschnitt entsprechend Fig. 2 mit in Bogenlaufrichtung divergierenden und durch einen Kreisbogen oder eine andere geometrische Linie miteinander verbundenen Schenkeln. Es entsteht dadurch eine Blasluftdüse 3 in der Form eines Ringspaltsektors 6. Im Zentrum der Krümmung des Einschnittes 4 vor dem Ringspalt 6 der Blasluftdüse 3 ist eine kleine zusätzliche Öffnung 5 in dem Leitblech 2 angeordnet, aus der zusätzlich Luft austritt, durch die die Unterdruckwirkung im divergierenden Bereich erheblich kompensiert wird.

Das Austrittsprofil der Blasluftdüse 3 hat in der Draufsicht die Form eines Ringspaltsektors, welcher in der Fig. 2 mit der Bezugsziffer 6 bezeichnet ist. Im Zentrum des Krümmungsradius dieses Ringspaltsektors 6 ist die kleine Öffnung 5 angeordnet, durch die zusätzliche Blasluft austritt, welche vorzugsweise senkrecht oder nahezu senkrecht von unten gegen den Bogen 7 gerichtet ist. Die Querschnittsgröße der zusätzlichen Öffnung 5 und deren Querschnittsprofil wird vorzugsweise empirisch in Anpassung an die jeweiligen Betriebsverhältnisse ermittelt. In Anpassung an die Form des Ringspaltsektors 6 kann auch die kleine Öffnung 5 ein vom Kreisquerschnitt abweichendes Querschnittsprofil erhalten.

In der vertikalen Schnittebene parallel zur Bogenlaufrichtung durch die Mitte der Blasdüse 3 kann der zungenförmige Einschnitt 4 unterschiedliche Querschnittskonturen aufweisen. Dazu erfolgt eine Anpassung der Querschnittskontur an unterschiedliche Bedarfsfälle.

Bezugszeichenliste

1 Bogenleitfläche

2 Leitblech

3 Blasluftdüse

4 Einschnitt

5 Öffnung

6 Ringspalt

7 Bogen


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur berührungslosen Bogenführung in einer Bogendruckmaschine, bei der in einer Bogenleitfläche Blasluftdüsen mit einer von der Bogenleitfläche schräg nach unten abgesenkten Luftleitfläche, die einen schräg zur Bogenleitfläche liegenden Querschnitt der Blasluftdüse nach unten dadurch gekennzeichnet, daß in Bogenlaufrichtung vor der Blasluftdüse (3) eine im Querschnitt gegenüber der Blasluftdüse kleine Öffnung (5) in der Bogenleitfläche (1) für einen etwa senkrecht von unten gegen den zu fördernden Bogen (7) gerichteten Luftaustritt angeordnet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Leitblech (2) Blasluftdüsen (3) mit einem Austrittsprofil vorgesehen sind, welches in der Draufsicht die Form eines Ringspaltsektors (6) aufweist, in dessen Krümmungszentrum die kleine Öffnung (5) für den Blasluftaustritt angeordnet ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsrichtung der aus der Blasluftdüse (3) austretenden Blasluft mit der Ebene der Bogenleitfläche (1) einen mit seinem Scheitel in Richtung des Bogenlaufs weisenden Winkel einschließt.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, die Blasluftdüse (3) durch einen Einschnitt (4) des Leitbleches (2) und Verformung der Luftleitfläche im Bereich des Einschnitts (4) gebildet ist.






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