PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19638763A1 26.03.1998
Titel Drehgestellanbindung für Jacobs-Drehgestelle
Anmelder ABB Daimler-Benz Transportation (Deutschland) GmbH, 16761 Hennigsdorf, DE
Erfinder Bohms, Manfred, Dipl.-Ing., 16761 Hennigsdorf, DE;
Fischer, Hermann, Dipl.-Ing., 16761 Hennigsdorf, DE;
Richter, Wolfgang-Dieter, Dipl.-Ing., 90610 Winkelhaid, DE;
Trache, Peter, Dipl.-Ing., 16547 Birkenwerder, DE;
Willbrandt, Ralph, Dipl.-Ing., 16515 Oranienburg, DE
DE-Anmeldedatum 21.09.1996
DE-Aktenzeichen 19638763
Offenlegungstag 26.03.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.03.1998
IPC-Hauptklasse B61F 3/12
Zusammenfassung Bei einem Jacobs-Drehgestell für ein Gelenkfahrzeug mit wenigstens zwei darauf abgestützten Wagenkästen 1, 2 ist eine Anlenkung zwischen den Wagenkästen und dem Drehgestell durch ein mit einem der Wagenkästen verbundenes Lager 27 vorgesehen. Um eine geringe Bauhöhe zu erreichen, ist das Lager 27 im Drehgestellrahmen 10 zwischen zwei Querträger 16, 17 abgesenkt angeordnet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Drehgestellanbindung gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.

Eine bekannte Drehgestellanbindung dieser Art (EP 0 520 301 B1) dient zwischen benachbarten Enden von zwei Schienenfahrzeug-Wagenkästen als gemeinsame Abstützung auf einem als Jacobs-Drehgestell ausgebildeten Fahrwerk. Zwischen den Enden befindet sich eine Gelenkkupplung, welche die Wagenkästen zug- und druckgesichert miteinander verbindet. Zur Übertragung von Druck- und Zugkräften, wie sie im Fahrbetrieb von Schienenfahrzeugen auftreten, ist ein Arm der Gelenkkupplung über ein Drehpfannengelenk auf dem Rahmen des Drehgestells angelenkt. Das kugelkalottenförmig aufgebaute Drehpfannengelenk erfordert einen hohen mechanischen Aufwand bei der Herstellung und Montage und stellt eine in senkrechter Richtung starre Verbindung dar, die zudem erhöhtem Verschleiß unterliegt und eine hohe Bauweise zur Folge hat.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Drehgestellanbindung gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruchs Maßnahmen zu treffen, durch welche ein platzsparender Aufbau und insbesondere eine geringe Bauhöhe erzielt wird.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruchs.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in weiteren Ansprüchen und in nachfolgenden Ausführungen angegeben.

Bei einer Ausgestaltung einer Drehgestellanbindung eines Schienenfahrzeugs gemäß der Erfindung mit einem im Drehgestellrahmen tiefgelegten , zwischen Drehgestell und Wagenkasten-Gelenkkupplung angeordneten Lenker kann die Gelenkkupplung entsprechend weit nach unten verlegt werden, so daß der Personen-Übergangsbereich zwischen den Wagenkästen bzw. deren Fußboden sehr niedrig angeordnet werden kann. Treppen oder schräg ansteigende Rampen können dadurch vermieden werden. Durch zusätzliches Tieferlegen der Querträger, zwischen welchen der Lenker sitzt, wird eine weitere Verminderung der Bauhöhe ermöglicht. Es kann dadurch eine sehr einfach aufgebaute Lenkeranordnung zur Anwendung gelangen, bei der der Lenker in zumindest annähernd waagrechter Lage im Freiraum zwischen den beiden Querträgern angeordnet ist. Es werden dann insbesondere beim Bremsen und bei Anwendung eines Triebdrehgestells auch beim Beschleunigen auftretende, in Längsrichtung des Fahrzeugs bzw. des Drehgestells wirkende Traktionskräfte und Relativbewegungen über das Lenkerund einen Stützarm zuverlässig vom Drehgestell auf die Gelenkkupplung und damit auf die Wagenkästen übertragen. Andere Sekundärfederelemente zwischen dem Drehgestellrahmen und den Wagenkästen werden dadurch zumindest weitgehend von Traktionskräften freigehalten und brauchen nur die im wesentlichen senkrecht zur Drehgestellebene wirkenden Belastungskräfte aufnehmen.

Die Gelenke des Lenkers können raumbeweglich ausgebildet , also als Kugelgelenk oder Gummilager gestaltet sein. Beide Gelenke zusammen ermöglichen den Ausgleich von Abstandsveränderungen zwischen dem Drehgestell und den Wagenkästen, z. B. bei Änderung der Beladung, von Wankbewegungen sowie von Relativbewegungen bei Kurven- und Kuppenfahrten. Die Gelenke des Lenkers werden dabei vorzugsweise so angeordnet, daß sie bei Fahrt auf ebener, gerader Strecke im wesentlichen in einer parallelen Ebene zu den Achsen der Radsätze liegen. Aus Symmetriegründen befindet sich der Lenker wie auch die Gelenkkupplung in einer senkrechten Ebene, welche die Längsmittelachse des Drehgestells aufnimmt. Hierdurch ergibt sich für die zu übertragenden Traktionskräfte ein symmetrischer Angriffspunkt. Vorzugsweise liegen die Achsen der Gelenke des Lenkers in senkrechter Projektion unterhalb der Enden der beiden benachbarten Wagenkastenenden, so daß eine ausreichende Länge des Lenkers erzielt wird die bei den im Betrieb auftretenden Relativbewegungen geringe Winkelabweichungen von der Waagerechten erzeugen, so daß auch nur entsprechend geringe Kraftkomponenten in den Gelenken erzeugt werden. Dabei können die Gelenkachsen des Lenkers auch in senkrechter Richtung verlaufen, nachdem die Gelenke raumbeweglich bzw. gummielastisch auszubilden sind.

Der Lenker ist insbesondere in einem Freiraum zwischen zwei Querträgern des Drehgestellrahmens angeordnet und kann dabei direkt an einen der Querträger angelenkt werden. Aufgrund der Raumbeweglichkeit der Gelenke des Lenkers ist es zweckmäßig, dem Kuppelarm oder Stützarm und dem Drehgestellrahmen beidseitig je einen quer zur Längsrichtung wirkenden elastischen Queranschlag zuzuordnen. Die Queranschläge sitzen dabei insbesondere am Drehgestellrahmen und sind mit Spiel vom Kuppelarm oder Stützarm angeordnet. Die Queranschläge können justierbar gehalten sein und sind in sich insbesondere elastisch gestaltet, um Schlaggeräusche zu vermeiden und eine progressive Querkraftkennlinie zu erzeugen. Bei gummielastischer Ausbildung der Gelenke ist es zudem zweckmäßig, in Längsrichtung des Lenkers wirksame Begrenzungsanschläge vorzusehen. Auch diese Begrenzungsanschläge können insbesondere an dem Drehgestellrahmen bzw. dessen Querträgern vorgesehen und ebenfalls elastisch ausgebildet sein. Eine Überlastung der Gelenke wird dadurch insbesondere bei Stößen vermieden. Vorzugsweise werden über den Lenker die häufig wirkenden Zug- und Bremskräfte elastisch übertragen. Die Querträger des Drehgestellrahmens sind gegenüber den Enden, welchen die Radlager der Radsätze zugeordnet sind, in der Ebene abgesenkt und liegen etwa in Höhe oder unter der Ebene der Achsen der Radsätze, so daß der Angriffspunkt für die Traktionskräfte über den Lenker bevorzugt unterhalb der Ebene der Radachsen liegt. Dabei ist es zweckmäßig, zwischen dem Kuppelarm oder dem Stützarm und dem Drehgestellrahmen wenigstens einen Stoßdämpfer in Fahrzeugquerrichtung anzuordnen, um bei im Betrieb auftretenden Stoßbelastungen den Wagenkasten nur relativ langsam aus seiner zentrischen Mittellage auswandern zu lassen. Im übrigen ist das Drehgestell über Federelemente im mittleren Bereich der Langträger des Drehgestellrahmens nahe den Ansatzpunkten der Querträger mit dem darüber befindlichen Wagenkasten verbunden, wobei diese Federelemente im wesentlichen nur vertikale Kräfte und horizontal wirkende Rückstellkräfte übertragen.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand der Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Prinzipdarstellung einer Drehgestellanbindung für ein Jacobs-Drehgestells bei einem Gelenkzug im Bereich des Übergangs von einem Wagenkastenende zum anderen, die beide auf einem Drehgestell abgestützt sind,

Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie A-A nach Fig. 1 (Draufsicht) und

Fig. 3 einen vertikalen Schnitt entlang der Linie B-B nach Fig. 1.

Ein als Schienenfahrzeug ausgebildetes Gelenkfahrzeug mit einem ersten Wagenkasten 1 und einem zweiten Wagenkasten 2 weist zwischen deren benachbarten Enden 3, 4 eine Gelenkkupplung aus einem zentralen Kuppelsteg 5 und einem gabelförmigen Kuppelarm 6 auf. Der zwischen die Wangen des Kuppelarms 6 greifende Kuppelsteg 5 ist mittels eines zwischengefügten, nach Art eines Kugelgelenks ausgebildeten Kuppelgelenks 7 elastisch verbunden, so daß Zug- oder Druckkräfte zwischen den Wagenkästen 1, 2 ruckfrei übertragen werden. Unterhalb des Bodens 8 des jeweiligen Wagenkastens 1, 2 befindet sich im Bereich der Enden 3, 4 je eine Quertraverse 9, an welchen die Kuppelelemente 5, 6 starr befestigt sind. Unterhalb der Wagenkästen 1, 2 befindet sich ein gemeinsames Jacobs-Drehgestell aus einem Drehgestellrahmen 10 und daran gehaltenen Radsätzen 11 und 12. Der Radsatz 11 untergreift dabei das Ende 3 des Wagenkastens 1, während der Radsatz 12 das benachbarte Ende 4 des Wagenkastens 2 untergreift. Der Drehgestellrahmen 10 weist im mittleren Bereich nach unten abgekröpfte Langträger 13 und zwischen den Radsätzen 11, 12 parallel zu deren Achsen 14 bzw. 15 verlaufende, voneinander getrennt angeordnete Querträger 16, 17 im abgesenkten Bereich 13.1 auf. Im Bereich der Stoßstellen der Träger 13, 16, 17 sitzen Federelemente 18, die vorzugsweise als Luftfedern ausgebildet sind und auf welchen andererseits die Quertraversen 9 des jeweils zugeordneten Wagenkastens 1, 2 aufsitzen. Die Federelemente 18 bilden Sekundärfedern, während Federelemente 19, welche zwischen Radlagern 20 und dem darüber greifenden Ende 21 bzw. 22 des Drehgestellrahmens angeordnet sind, Primärfedern bilden.

Um Traktionskräfte, die insbesondere beim Beschleunigen und Abbremsen auftreten, auf einfache Weise, zumindest weitgehend rückwirkungsfrei zwischen dem Drehgestell 10 und den Wagenkästen 1, 2 übertragen zu können,. ist im Bereich eines Endes 3, 4 eines der Wagenkästen 1, 2 ein in der Längsmittelebene des Drehgestellrahmens 10 stehender, zum Kuppelgelenk gehörender und nach unten weisender gabelförmiger Stützarm 23 angesetzt, zwischen dessen Gabel armen ein Lenker 24 um eine Gelenkachse 25 elastisch schwenkbar angelenkt ist. Die Anordnung ist dabei so getroffen, daß der Lenker 24 in Richtung der Drehgestellängsachse 26 verläuft, wobei seine zweite Gelenkachse 27 am Querträger 16 des Drehgestells 10 schwenkbar sitzt. Unter normalen Betriebsbedingungen liegen die Gelenkachsen 25, 27 dabei in einer Ebene, die etwa parallel zu der die Radachsen 14, 15 aufnehmenden Ebene verläuft. Vorzugsweise liegt die die Gelenkachsen 25, 27 aufnehmende Ebene unterhalb der die Radachsen 14, 15 aufnehmenden Ebene. Der Abstand zwischen den Gelenkachsen 25, 27 wird möglichst groß gewählt, damit z. B. bei Belastungsschwankungen der Lenker 24 nur um unwesentliche Winkelgrade aus seiner waagerechten Lage verstellt wird, so daß Traktionskräfte auch nur entsprechend kleine vertikale Kraftkomponenten zwischen Drehgestell und Wagenkästen erzeugen. Dabei werden vertikale Abstandsänderungen zwischen dem Drehgestellrahmen 10 und den Wagenkästen 1, 2 durch die Anlenkung 23, 24 problemlos ausgeglichen. Die zwischen dem Drehgestellrahmen 10 und den Wagenkästen 1, 2 angeordneten Sekundärfederelemente 18 werden dadurch von Belastungen durch Traktionskräfte zumindest weitgehend entlastet. Die Gelenkachsen 25, 27 des Lenkers 24 liegen daher in senkrechter Projektion jeweils im Bereich unterhalb des Endes 3 bzw. 4 der beiden Wagenkästen 1, 2. Als Ansatzpunkt für den Stützarm 23 eignet sich bevorzugt der Kuppelarm 6 der Gelenkkupplung 5, 6, so daß diese Teile eine gabelförmige Baueinheit bilden können, welche gemeinsam zu montieren ist, wobei diese Baueinheit auch den Lenker 24 mit umfassen kann.

Der Lenker 24 ist in einem Freiraum 29 zwischen den Querträgern 16, 17 geschützt angeordnet, wobei am Querträger 16 ein Gegenlager 27.1 für die zugehörige Gelenkachse 27 des Lenkers 24 angeordnet ist. Die Querträger 16, 17 liegen dabei etwa in Höhe der Achsen 14, 15 des jeweils benachbart an Drehgestellrahmen 10 gelagerten Radsatzes 11 bzw. 12 oder darunter, so daß über den Lenker übertragene Kraftkomponenten jeweils unterhalb der Achsen 14, 15 verlaufen.

Die Gelenke 25, 27 des Lenkers 24 sind raumbeweglich und insbesondere nach Art von Kugelgelenken oder bevorzugt von gummielastischen Gelenken ausgebildet. Im Betrieb auftretende Querauslenkungen, Wankbewegungen oder Winkellagenänderungen bei Kurvenfahrten und dgl. werden daher in den Gelenken 25, 27 aufgefangen. Um die Querausschläge des Drehgestells quer zur Längsachse 26 zu begrenzen, ist dem Kuppelarm 6 oder Stützarm 23 und dem Drehgestellrahmen 10 beidseitig je ein quer zur Längsrichtung 26 wirkender elastischer Queranschlag 28 zugeordnet. Diese Queranschläge 28 sitzen am Drehgestellrahmen 10 und enden mit Spiel seitlich neben dem Kuppelarm 6 oder dem Stützarm 23. Dabei kann das Spiel durch Schraubeinrichtungen oder dgl. justierbar sein. Gummielastische Zwischenlagen 30 dienen hierbei zur gedämpften Übertragung von Stoßkräften bei einer seitlichen Auslenkung der Stützarm-Lenker-Anordnung 23, 24.

Wenn die Gelenke 25, 27 gummielastisch ausgebildet sind, ist es zweckmäßig, dem Lenker 24 in Längsrichtung wirksame Begrenzungsanschläge 31 bei entsprechend bemessenem Abstandsspiel zuzuordnen, die in Längsrichtung des Lenkers 24 vor dessen Enden am benachbarten Querträger 16, 17 angeordnet sind, wobei die Begrenzungsanschläge nur bei außergewöhnlichen Stößen wirksam werden, während die häufig auftretenden Zug- und Bremskräfte elastisch übertragen werden. Besonders hohe Traktions-Stoßkräfte brauchen daher nicht in voller Höhe von den gummielastischen Gelenken 25, 27 allein aufgenommen zu werden, nachdem die Gegenanschläge 31.1 an den Tragplatten 6.1 und 6.2 nach einer zulässigen axialen Verformung der gummielastischen Einlagen der Gelenke 25, 27 in Anlage mit den Begrenzungsanschlägen 31 treten. Ferner ist es zweckmäßig, zwischen dem Kuppelarm 6 oder dem Stützarm 23 und dem Drehgestellrahmen 10 wenigstens einen Stoßdämpfer 32 vorzusehen, der insbesondere quer zur Längsrichtung 26 auftretende Bewegungen dämpft. Dadurch werden Querschwingungen der Wagenkästen 1, 2 gemindert.

Bei einer Ausgestaltung eines Gelenkfahrzeugs gemäß der Erfindung, wonach sich zwei Wagenkästen im Bereich ihrer benachbarten Enden auf einem Jacobs-Drehgestell über eine gemeinsame Gelenkkupplung zug- und druckfest gesichert abstützen, erfolgt die Verbindung zum Drehgestell hin über eine einfache Hebel-Anlenkung, deren Lager abgesenkt in den Freiraum zwischen zwei Drehgestell-Querträger verlegt ist. Dabei bilden zusätzliche Queranschläge zwischen Gelenkkupplung und Drehgestell sowie ein Stoßdämpfer für Querkräfte eine stabile, auf die Betriebsbedingungen abgestimmte Verbindungseinrichtung, die unmittelbar der Anlenkung zugeordnet ist und auf die der Drehgestellrahmen besonders abgestimmt ist. Desweiteren sind zwei innerhalb der Langträger 13 angeordnete Wankstützen 37 elastisch an den abgesenkten Mittenquerträgen 16.1 und 17.1 drehelastisch befestigt und über Lenkerstangen mit dem jeweiligen Wagenkasten 1, 2 verbunden. Die Drehgestelle können dabei mit Antriebsmotoren ausgestattet oder als antriebslose Laufdrehgestelle ausgebildet sein, welchen nicht dargestellte Bremseinrichtungen zugeordnet sind.

Bei dem Drehgestell 10 mit zugeordneter Gelenkkupplung 5-7 ist gemäß den Fig. 1 bis 3 der gabelförmige Kuppelarm 6 an einer senkrecht stehenden Tragplatte 6.1 an der zugeordneten Quertravese 9 des Wagenkastens 2 festgesetzt, die außerdem einen Gegenanschlag 31.1 für den am abgesenkten Abschnitt 17.1 des Querträgers 17 angeordneten Anschlag 31 trägt. Der Anschlag 31.1 ist vorzugsweise starr und eben ausgeführt, er kann jedoch auch elastisch und ballig sein (Fig. 2). Die abgesenkten mittleren Abschnitte 16.1 und 17.1 sind dabei durch beidendiges Abkröpfen des zugehörigen Querträgers 16, 17 erzeugt. Das dem Stützarm 6 abgewandte Lager 27 des Lenkers 24 ist schwenkbar am Gegenlager 27.1 gehalten, das am benachbarten abgesenkten Abschnitt 16.1 des Querträgers 16 auf der dem anderen Querträger 17 gegenüberstehenden Seite befestigt ist. Der Kuppelarm 5 des Kuppelgelenks ist an einer quer zur Längsrichtung 26 des Drehgestells 10 stehenden Tragplatte 5.1 gehalten, die vom Wagenkasten 1 nach unten reicht und einen Gegenanschlag 31.1 für den am benachbarten abgesenkten Abschnitt 16.1 des Querträgers 16 gehaltenen Anschlag 31 aufweist.

Zur Verminderung der Beanspruchung der Querträger 16, 17 aus im Betrieb auftretenden Zug-, Brems- und Stoßkräften sind die beiden Querträger 16, 17 seitlich von der Gelenkverbindung 5, 6, 24 durch je einen Hilfslangträger 13.2 verbunden. Die Anordnung der Hilfslangträger ist dabei so getroffen, daß sie zumindest die abgesenkten Abschnitte 16.1 und 17.1 der Querträger 16 und 17 nach oben überragen. Um dennoch zumindest einen Stoßdämpfer 32 anordnen zu können, ist im betreffenden Hilfslangträger ein Durchbruch 33.1 vorgesehen, durch welchen mit ausreichendem radialen Spiel der Stoßdämpfer 32 hindurchgeführt ist. Mit dem Hilfslangträger 13.2 ist über die Stütze 33 eine Konsolplatte 34 verbunden, an welcher der im wesentlichen zylinderwalzenförmig ausgebildete Stoßdämpfer 32 einendig angelenkt ist, während das andere Ende mit einem Gabelarm des Stützarms 23 gelenkig verbunden ist. Durch die Anordnung des oder der Durchbrüche 33.1 in den Hilfslangträgern 13.2 können dieselben somit in den Wirkungsbereich des Stoßdämpfers 32 abgesenkt werden, so daß sich ein hochstabiler Aufbau des Drehgestells 10 ergibt.

Daneben bieten die Konsolplatten 34 noch die Möglichkeit, daran als Torsionsstäbe ausgebildete Wankstützen 37 festzusetzen, die sich von einer Stütze bis zur anderen Stütze 33 und beidendig darüber hinaus quer zur Längsachse 26 des Drehgestells 10 erstrecken. Dabei sind zwei parallel zueinander verlaufende Wankstützen 37 vorgesehen, die innerhalb der Langträger 13 jeweils mit einem der Wagenkästen 1 und 2 in Eingriff zu bringen sind. Die Wankstützen 37 können jedoch auch über die Langträger 13 des Drehgestells 10 hinaus verlängert sein, wenn die Wagenkastenkonstruktion dies erfordert.


Anspruch[de]
  1. 1. Drehgestellanlenkung für Jacobs-Drehgestelle mit einer darauf angeordneten Gelenkkupplung zur gelenkigen Verbindung von benachbarten Wagenkästen eines Gelenkzuges, wobei die Gelenkkupplung raumbeweglich gekuppelte Kuppelglieder aufweist, die jeweils an einem der Wagenkästen festzusetzen sind und von welchen ein Kuppelglied schwenkbeweglich über ein Lager mit dem Drehgestellrahmen verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Lager (27) in einem Freiraum (29) zwischen zwei Querträgern des Drehgestellrahmens liegt.
  2. 2. Drehgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Querträger (16, 17) etwa in Höhe oder unter der Ebene der Achsen (14, 15) eines jeweils benachbart am Drehgestellrahmen (10) gelagerten Radsatzes (11, 12) liegen.
  3. 3. Drehgestell nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehgestellrahmen (10) im mittleren Bereich (13.1) nach unten abgesenkte Langträger (13) aufweist und daß die Querträger (16, 17) die abgesenkten Bereiche (13.1) nach unten überragen.
  4. 4. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Querträger (16, 17) in ihrem mittleren Bereich (16.1, 17.1) gegenüber der oberen Ebene der mittleren Bereiche (13.1) der Langträger (13) nach unten abgesetzt sind.
  5. 5. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Lager (27) ein Lenker (24) angelenkt ist, der im Freiraum (29) liegt und daß an der Gelenkkupplung (5, 6) ein in der Drehgestell-Längsmittelebene stehender, nach unten weisender Stützarm (23) festgesetzt ist, an den der Lenker (24) angelenkt ist.
  6. 6. Drehgestell nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils eine der Gelenkachsen (25, 27) des Lenkers (24) in senkrechter Projektion unterhalb eines der beiden Wagenkästen (1, 2) liegt.
  7. 7. Drehgestell nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß Gelenkachsen (25, 27) des Lenkers (24) in waagerechter und/oder senkrechter Richtung verlaufen.
  8. 8. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkachse (7) der Gelenkkupplung (5-7) unterhalb der Ebene des Bodens (8) der Wagenkästen (1, 2) liegt.
  9. 9. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß einem Kuppelarm (6) oder dem Stützarm (23) der Gelenkkupplung (5-7) am Drehgestellrahmen (10) beidseitig je ein quer zur Längsrichtung (26) wirkender elastischer Queranschlag (28) zugeordnet ist.
  10. 10. Drehgestell nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Queranschläge (28) am Drehgestellrahmen (10) mittig sitzen und mit Spiel neben dem Kuppelarm (6) oder Stützarm (23) enden.
  11. 11. Drehgestell nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Queranschläge (28) justierbar gehalten sind.
  12. 12. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Kuppelarm (6) oder dem Stützarm (23) und dem Drehgestellrahmen (10) wenigstens ein Querstoßdämpfer (32) angeordnet ist.
  13. 13. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenke (25, 27) gummielastisch ausgebildet sind und daß dem Lenker (24) in Längsrichtung (26) wirksame Begrenzungsanschläge (31) zugeordnet sind.
  14. 14. Drehgestell nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungsanschläge (31) am Drehgestellrahmen (10, 16, 17) und an einem der Kuppelarme (5, 6) ausgebildet sind.
  15. 15. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützarm (23) starr mit einem Kuppelarm (5, 6) der Gelenkkupplung (5-7) verbunden ist.
  16. 16. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Querträger (16, 17) in ihrem mittleren Abschnitt (16.1, 17.1) nach unten abgekröpft sind und daß an einem dieser Abschnitte (16.1) an der dem anderen Querträger (17) zugewandten Seite das Gegenlager (27.1) des Lagers (27) angeordnet ist.
  17. 17. Drehgestell nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß auf den mittleren Abschnitten (16.1, 17.1) der Querträger (16, 17) aufeinander zuweisende Begrenzungsanschläge (31) stehen, denen mit Spiel Gegenanschläge (31.1) gegenüber stehen, von welchen der eine mit dem Kuppelarm (6) und/oder dem Stützarm (23) und der andere mit dem Kuppelsteg (5) der Gelenkkupplung (5-7) fest verbunden ist.
  18. 18. Drehgestell nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Kuppelarm (6) und der Kuppelsteg (5) je an einer quer zur Drehgestell-Längsachse (26) stehenden Tragplatte (6.1, 5.1) sitzt, welche vom zugehörigen Wagenkasten (2, 1) bis zum jeweils zugehörigen Gegenanschlag (31.1) reichen und letzteren tragen.
  19. 19. Drehgestell nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die tiefliegenden Querträger (16, 17) seitlich vom Stützarm (23) mittels Hilfslangträgern (13.2) verbunden sind, welche die abgesenkten Abschnitte (16.1, 17.1) der Querträger (16, 17) nach oben überragen.
  20. 20. Drehgestell nach Anspruch 12 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß in wenigstens einem Hilfslangträger (13.2) ein Durchbruch (33) vorgesehen ist, durch welchen ein Stoßdämpfer (32) mit ausreichendem radialem Spiel hindurchgeführt ist.
  21. 21. Drehgestell nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Querstoßdämpfer (32) einendig an einer am zugehörigen Hilfslangträger (13.2) bzw. an der zugeordneten Stütze (33) vorgesehenen Konsolplatte (34) angelenkt ist, wobei die Stütze (33) seitlich vom zugehörigen Hilfslangträger (16.1, 17.1) auf der dem Stützarm (23) abgewandten Seite angeordnet ist.
  22. 22. Drehgestell nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß je eine Konsolplatte (34) an den Hilfslangträgern (13.2) festgesetzt ist und daß an den Konsolplatten (34) Wankstützen (37) für die benachbarten Wagenkästen (1, 2) befestigt sind.
  23. 23. Drehgestell nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Wankstützen (37) innerhalb oder außerhalb eng neben den Langträgern (13) des Drehgestells (10) nach oben zum zugeordneten Wagenkasten (1, 2) geführt sind.
  24. 24. Drehgestell nach Anspruch 9 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Queranschläge (28) über Konsolen (34) an den Hilfslangträgern (13.2) festgesetzt sind und seitlich mit Spiel neben den Gabelarmen des Koppelarms (6) stehen.
  25. 25. Drehgestell nach Anspruch 22 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Wankstützen (37) zwischen den Langträgern (13) nach oben geführt sind.
  26. 26. Gelenkfahrzeug mit wenigstens zwei Wagenkästen, deren benachbarte Enden einerseits auf einem Drehgestellrahmen eines gemeinsamen Jacobs-Drehgestells abgestützt und die andererseits mittels einer Gelenkkupplung miteinander verbunden sind, sowie mit einer Anlenkung zwischen dem Drehgestell und einem an einem Wagenkasten festgesetzten Kuppelarm der Gelenkkupplung, wobei das Drehgestell insbesondere nach Anspruch 1 ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß an der Gelenkkupplung (5, 6, 7) ein in der Drehgestell-Längsmittelebene stehender, nach unten weisender Stützarm (23) festgesetzt ist, an den ein zumindest annähernd waagerecht liegender Lenker (24) angelenkt ist, der andererseits an einem Querträger (16) des Drehgestells (10) angelenkt ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com