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Dokumentenidentifikation DE69315659T2 02.04.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0592175
Titel Verfahren zur Herstellung eines medizinischen Handschuhs
Anmelder Johnson & Johnson Medical, Inc., Arlington, Tex., US
Erfinder Chen, Mao-Ching, Arlington, TX 76016, US
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 80801 München
DE-Aktenzeichen 69315659
Vertragsstaaten AT, CH, DE, ES, GB, IT, LI, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 04.10.1993
EP-Aktenzeichen 933078768
EP-Offenlegungsdatum 13.04.1994
EP date of grant 10.12.1997
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.04.1998
IPC-Hauptklasse A61B 19/04

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung 1. Fachgebiet der Erfindung

Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines medizinischen Handschuhs, dessen Finger eine dünnere Wandung haben als der übrige Handschuh.

2. Beschreibung des Standes der Technik

Die Herstellung von Operationshandschuhen erfordert einen Prozeß, der das Eintauchen einer Form, die der menschlichen Hand entspricht, in eine Lösung eines Koagulierungsmittels, das Trocknen des Koagulierungsmittels und das nachfolgende Eintauchen in eine Elastomermischung (beispielsweise Latex) umfaßt. Nach dem Aufbringen einer Schicht der Latexmischung auf der Form werden die Formen gewöhnlich in eine ständige Rotation versetzt, bis das Koagulierungsmittel reagiert und eine verfestigte Latexschicht entsteht. Die Rotation vergleichmäßigt alle feuchten Latexpartien und gewährleistet eine gleichmäßige Dicke der fertigen Handschuhe. Nachdem die Schicht verfestigt ist, wird sie mit Wasser ausgelaugt, um jegliche wasserlösliche Substanzen aus der aufgebrachten Schicht zu entfernen. Dann wird sie getrocknet, vulkanisiert und von der Form abgestreift, was einen fertigen Handschuh ergibt. Der oben beschriebene Prozeß bringt es mit sich, daß die Handschuhform mit den Fingerspitzen zuerst in die Latexmischung eingetaucht und die Fingerspitzen auch zuletzt aus demselben herausgezogen werden. Daher muß die Dicke des nach dem obigen Verfahren hergestellten Handschuhs zwangsläufig an den Fingerspitzen größer sein als an der Manschette. Um ein Reißen der Manschette während der Benutzung zu vermeiden, beträgt die Dicke des Handschuhs dort generell mindestens 0,15 mm. Folglich muß die Dicke an den Fingerspitzen gleich oder größer als 0,15 mm sein. Wegen dieser Standardvorgaben sind gewöhnliche Handschuhe für komplizierte Operationen, wie sie beispielsweise von Augenärzten durchgeführt werden, infolge ihrer schlechten Tasteigenschaften ungeeignet. Es sind verschiedene Verfahren vorgeschlagen worden, um Handschuhe herzustellen, bei denen die Dicke an den Fingerspitzen geringer ist als an der Manschette.

Das US-Patent 2.097.528, das am 2. November 1937 an H. A. Morton erteilt wurde, offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Gummihandschuhen, bei welchem die Handschuhform zuerst in eine Koagulierungsmittel-Lösung eingetaucht wird, um eine gleichmäßige Schicht auf der Form zu erzeugen. Die Form wird dann mit den Fingern zuerst in ein Neutralisierungsmittel bis zu einer Tiefe eingetaucht, welche dem Bereich entspricht, in welchem eine dünnere Ablagerung erwünscht ist. Die Neutralisierung des Koagulierungsmittels vermindert dessen wirksamkeit. Daher wird beim nachfolgenden Eintauchen in eine Latexdispersion auf dem neutralisierten Koagulierungsmittel weniger Latex abgelagert und im Ergebnis ist der Handschuh dort dünner. Ein ähnliches Ergebnis wird in einem Prozeß erreicht, bei welchem die Form zwei (oder mehr) mal in eine Latexlösung getaucht wird, wobei ein Teil der Form zwischen den Eintauchvorgängen in die Latexlösung in eine Neutralisierungslösung eingetaucht wird.

Das US-Patent 3.397.265, welches am 13. August 1968 an H. N. Ansell erteilt wurde, offenbart ein Verfahren, bei welchem die mit einem konzentrierten Koagulierungsmittel beschichtete Handschuhform bis zu einer Tiefe, welche dem Bereich entspricht, wo eine geringere Latexschicht gewünscht wird, in ein Lösungsmittel für das Koagulierungsmittel eingetaucht wird. Nach dem Entfernen der Koagulierungsmittelschicht von diesem Bereich der Form wird diese in ein verdünntes Koagulierungsmittel getaucht, so daß das verdünnte Koagulierungsmittel den Bereich der Form bedeckt, von dem das konzentrierte Koagulierungsmittel entfernt worden war. In dem Bereich, der mit dem konzentrierten Koagulierungsmittel beschichtet ist, wird mehr Latex abgelagert als in demjenigen mit dem verdünnten Koagulierungsmittel. Folglich ist der fertige Handschuh im Bereich der Manschette dicker als im Bereich der Finger.

Die Veröffentlichung US-A-3859410 offenbart ein Verfahren zur reproduzierbaren Herstellung eines Handschuhs mit relativ geringer Wandungsdicke im Finger- und Handflächenbereich und einer dickeren Wandung im Manschetten bereich, indem zuerst ein konzentriertes Koagulierungsmittel auf den Manschettenbereich einer Form und ein verdünntes Koagulierungsmittel auf den Finger- und Handflächenbereich derselben gesprüht werden. Die Form wird dann in eine Latex-Suspension getaucht, wobei in dem mit dem konzentrierten Koagulierungsmittel besprühten Bereich eine dickere Latexschicht abgelagert wird.

FR-A-1410097 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines Gummihandschuhs mit unterschiedlicher Dicke in verschiedenen Bereichen. Das Verfahren umfaßt das Aufbringen eines konzentrierten Koagulierungsmittels auf Bereiche einer Handschuhform, wo ein dicker Handschuhbereich gewünscht wird, das Ermöglichen der teilweisen oder vollständigen Trocknung des konzentrierten Koagulierungsmittels, das Aufbringen eines verdünnten Koagulierungsmittels auf Bereiche einer Handschuhform, wo ein dünner Handschuhbereich gewünscht wird und das Ermöglichen der Trocknung dieses Koagulierungsmittels gefolgt vom Eintauchen der mit dem Koagulierungsmittel beschichteten Form in einen Latex, um den Handschuh zu formen.

Jedes dieser Verfahren des Standes der Technik ermöglicht die Herstellung von Handschuhen, die an den Fingern eine geringere Dicke haben als an der Manschette, aber sie erfordem die Verwendung korrosiver Lösungsmittel und/oder sie sind ungeeignet zur Herstellung von Handschuhen, die an den Fingern extrem dünne Wandungen (Dicke (0,13 mm) haben.

Entsprechend der vorliegenden Erfindung umfaßt ein Verfahren zur Herstellung eines medizinischen Handschuhs die folgenden Schritte:

a) Tauchbeschichten einer Handschuhform zur Bildung einer Schicht eines Koagulierungsmittels, das ein ionisches Metallsalz enthält,

b) Tauchbeschichten zumindest eines Teils der Schicht des Koagulierungsmittels mit einer Schicht eines ersten Elastomers,

c) im Anschluß an die Schritte a) und b) Eintauchen eines ersten Bereichs der beschichteten Form in ein Lösungsmittel für die Metallionen des Metallsalzes, um im wesentlichen alle Metallionen aus den Schichten im ersten Bereich zu entfernen,

d) Tauchbeschichten mit einer Schicht eines zweiten Elastomers über der ersten Elastomerschicht, wodurch die resultierende Elastomerschicht im ersten Bereich der Form dünner ist als auf der übrigen beschichteten Form, und

e) Abziehen der Schicht von der Form.

Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Herstellung von Handschuhen, deren Finger-Wandungen eine Dicke von weniger als 0,13 mm haben, was diese Handschuhe gut geeignet für die Augenheilkunde und andere Anwendungsgebiete macht, wo der Träger des Handschuhs eine maximale Tastempfindlichkeit der Finger behalten muß. Aus Gründen der Kürze bezeichnen wir Handschuhe, deren Finger dünnere Wandungen haben als deren Manschette, als "Dünn-Finger"-Handschuhe.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch einen Behälter mit einer Handschuhform, die über ihre "ganze" Länge beschichtet wird.

Fig. 2 zeigt die Handschuhform von Fig. 1, die teilweise in den Behälter von Fig. 1 eingetaucht wird.

Fig. 3 zeigt die Handschuhform von Fig. 1, die teilweise in den Behälter von Fig. 1 eigetaucht wird, bis zu einer anderen Tiefe, als in Fig. 2 dargestellt.

Fig. 4 zeigt einen fertigen Handschuh.

Fig. 5 ist ein vergrößerter Querschnitt eines Teils des Handschuhs von Fig. 4.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung ermöglicht ein Verfahren zur Herstellung medizinischer Handschuhe mit Fingern, deren Wandungsdicke sehr gering ist. Die medizinischen Berufe be nötigen Dünn-Finger-Handschuhe dieses Typs in einer ganzen Reihe von Fällen, in denen nur ein minimaler Unterschied gegenüber dem Tastvermögen der bloßen Hand hingenommen werden kann, wie beispielsweise in der Augenheilkunde und anderen medizinischen Fachrichtungen, bei denen es auf große Genauigkeit ankommt. Zugleich müssen diese Handschuhe eine ausreichende Festigkeit, d.h. Wandungsdicke außerhalb des Fingerbereiches aufweisen, um es iu ermöglichen, daß die Handschuhe bequem und ohne große Gefahr des Zerreißens benutzt werden können. Da Handschuhe allgemein durch Eintauchen handförmiger Formen hergestellt werden, gelangen die Finger zuerst in eine Lösung oder Dispersion eines Elastomers. Dieses Herstellungsverfahren hat die Tendenz Handschuhe zu liefern, deren Finger eine größere Wandungsdicke haben als der Rest des Handschuhs, da die Finger der Form die längste Zeit im Elastomer verbleiben.

Fig. 1 stellt einen Teil einer Vorrichtung zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens dar. Sie ist von einem Typ, der schon seit langem zum Herstellen von Elastomer-Handschuhen verwendet worden ist und umfaßt eine Handschuhform 10, die allgemein die Form einer Hand hat, sowie einen Behälter 12, in welchen die Form eingetaucht wird. Die komplette Vorrichtung umfaßt eine Serie von Behältern, von denen jeder dem Behälter 12 gleicht, in welche die Form nacheinander eingetaucht wird. Selbstverständlich sind die Flüssigkeiten 14 in den verschiedenen Behältern unterschiedlich. Zum Eintauchen können die Form 10, der Behälter 12 oder beide bewegt werden. Wenn alle Eintauchschritte abgeschlossen sind, wird ein fertiger Handschuh von der Form entnommen bzw. "abgestreift" und umgestülpt, so daß die erste Schicht auf die Außenseite gelangt. Die Form 10 besteht im allgemeinen aus glasiertem oder Bisquit-Porzellan. Natürlich bestimmt die Größe der Form auch die Größe des Handschuhs.

Eine Vielzahl von Elastomeren kann für medizinische Handschuhe verwendet werden. Dazu gehören Naturgummi-Latex, Nitrilgummi-Latex, koagulierbare wässrige Polyurethan- Dispersion und dergleichen. Nach der vorliegenden Erfindung werden die Handschuhe aus zwei Elastomerschichten hergestellt, die unterschiedlich sein können. Ein Handschuh, bei welchem beide Schichten aus Naturgummi-Latex bestehen, wird wegen seiner überragenden Eigenschaften und seiner geringeren Kosten bevorzugt. Im Interesse der Kürze und zur Vereinfachung wird das erfindungsgemäße Verfahren im Zusammenhang mit Handschuhen aus Naturgummi-Latex beschrieben, wobei zu beachten ist, daß Abwandlungen, die zur Herstellung von Handschuhen aus anderen üblichen Materialien dem Fachmann geläufig sind. Herkömmliche Verfahren zur Herstellung von Gummi-Latex-Handschuhen sind in einer Veröffentlichung "Dipping with Natural Rubber Latex" der Malaysian Rubber Producers' Research Association, Hertford, England, 1980 beschrieben und auf diese Veröffentlichung wird hierin ausdrücklich Bezug genommen.

Wie oben festgestellt wurde, ergibt das herkömmliche Handschuh-Herstellungsverfahren Handschuhe, deren Finger eine größere Wandungsdicke haben als deren Manschetten. Um diese Tendenz zu überwinden und Handschuh mit dünnen Fingern herzustellen, sieht das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung vor, eine Handschuhform in ein Koagulierungsmittel und mehrere Male in Latex einzutauchen und Metallionen, vorzugsweise zweiwertige Metallionen aus dem Finger- und Daumenbereich der latexbeschichteten Handschuhform herauszulösen Während des zweiten Eintauchens in Latex ist die Latex-Ablagerungsrate in dem Bereich, aus welchem die Metallionen herausgelöst worden waren, wesentlich geringer.

Vor dem Beschichten werden die Handschuhformen vorzugsweise auf etwa 65 bis 75 ºC erwärmt, um sämtlichen Alkohol und sämtliches Wasser zu verdampfen, die auf der Oberfläche von einem Waschzyklus zurückgeblieben sein können. Um reproduzierbare Latexschichten auf der Form zu erzeugen, wird zuerst eine Koagulierungsmittelschicht durch Tauchen auf die Form aufgebracht. Das Koagulierungsmittel kann jede der Fachwelt bekannte und in der oben erwähnten Veröffentlichung beschriebene Verbindung sein, wie beispielsweise wässrige oder alkoholische Lösungen von Salzen des Calciums oder anderer Metalle. Das Koagulierungsmittel enthält ein Formtrennmittel, welches das Entfernen des fertigen Handschuhs von der Form er leichtert, sowie ein zweiwertiges Metallsalz, das den Latexüberzug verfestigt. Bevorzugte Formtrennmittel und Metallsalze sind beispielsweise Calciumcarbonat beziehungsweise Calciumnitrat.

Das erste Eintauchen in Latex bestimmt die minimale Wandungsdicke der Handschuhfinger. Die Dicke ist um so geringer, je kürzer die Eintauchzeit in den Latex ist, was auch da durch erreicht werden kann, daß das erste Eintauchen in Latex auf einen Bereich der Handschuhform begrenzt wird, der mit dem Koagulierungsmittel beschichtet ist. Die Tiefe beim ersten Eintauchen kann bis zu einer beliebigen Stelle auf der Handschuhform erfolgen. wie in Fig. 2 dargestellt, reicht jedoch die bevorzugte Tiefe des ersten Eintauchens in den Latex genau bis über die Daumenabzweigung der Handschuhform. Die erste Latextauchmischung ist eine Latexdispersion mit Elastomermaterial(ien), Stabilisator(en), einem Antioxidationsmittel, einem Aktivator, einem Vulkanisiermittel und Beschleuniger(n). Vorzugsweise hat die Latexdispersion einen geringeren Feststoffge halt als er bei der herkömmlichen Handschuhproduktion eingesetzt wird, um die Erzielung einer dünnen Schicht zu erleichtern. Ein alternativer Weg zur Erzielung einer dünnen Schicht beim ersten Eintauchen in den Latex besteht darin, die reine Handschuhform in den Latex einzutauchen und dann erst in das Koagulierungsmittel. Eine solche Verfahrensweise wird jedoch weniger gewählt, weil sich der fertige Handschuh infolge des in der ersten Schicht fehlenden Formtrennmittels schlecht von der Form abstreifen läßt.

Beim Koagulierungsmittel-Tauchprozeß wächst die auf einer Handschuhform abgelagerte Schichtdicke mit der Metallionenkonzentration sowie mit der Zeit, über welche die Handschuhform in der Latexmischung verbleibt. Daher wird die Latexablagerung beim zweiten Eintauchen auf einem Teil der Schicht vermindert, indem die Metallionen aus diesem Teil entfernt werden, welche von der Koagulierungsmittelschicht zur Oberfläche des beim ersten Eintauchen abgelagerten Latex diffundieren. Die Metallionen werden aus der Koagulierungsmittel-Latex- Ablagerung mittels Wasser, Alkohol oder einem Gemisch derselben herausgelöst. Das bevorlugte Lösungsmittel für Metallionen ist Wasser. Die Temperatur des Wassers ist unkritisch und kann von der Nähe des Gefrierpunktes bis in die Nähe des Siedepunktes reichen, aber die Raumtemperatur oder ein Wert darüber werden bevorzugt, d.h. ein Wert zwischen 68 ºF (20 ºC) und 150 ºF (65 ºC). Die Eintauchtiefe in das Metallionenlösungsmittel bestimmt den Bereich des Handschuhs, welcher dünne Wandungen haben wird und sie sollte nicht größer sein als die Tiefe des ersten Eintauchens in den Latex. Eine bevorzugte Eintauchtiefe liegt genau über den Fingerverzweigungen, wie in Fig. 3 dargestellt.

Die Menge der herausgelösten Metallionen hängt von der Konzentration der Metallionen im Latexgel, vom Salzgehalt und der Temperatur des Wasser sowie von der Berührungszeit mit dem Wasser ab. Allgemein wird die Berührungszeit zwischen einigen Sekunden und 30 Minuten, vorzugsweise bei ein oder zwei Minuten, liegen. Wenn jedoch die Berührungszeit bis zu einer Stunde und mehr beträgt, nimmt die wirksamkeit der Herauslösung nach etwa einer halben Stunde merklich ab.

Die zweite Latextauchmischung wird auf der vollen Länge der Handschuhform (wie in Fig. 1 dargestellt) aufgebracht. Die Latexzusammensetzung beim zweiten Eintauchen kann die gleiche sein wie beim ersten Eintauchen oder sich auch davon unterscheiden. Vorzugsweise soll das zweite Eintauchen eine Schicht ergeben, welche dem Handschuh Griffigkeit, weichen Sriff, Festigkeit und andere physikalische Eigenschaften zu verleihen vermag. Unter diesen Bedingungen ist ein Naturgummi-Latex ein bevorzugtes Material.

Das oben beschriebene Verfahren ergibt einen dünnfingrigen Handschuh (wie zuvor definiert). Fig. 4 zeigt das Aussehen eines fertigen Handschuhs. Fig. 5 zeigt eine vergrößerte Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Handschuhs, wo sowohl der "dicke" als auch der "dünne" Bereich erkennbar sind. Die Wandungsdicke im Bereich der (dünnen) Finger beträgt vorzugsweise weniger als etwa 0,13 mm.

Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung zeigen die folgenden Beispiele verschiedene Verfahren zur Herstellung dünnfingriger Handschuhe. Die Beispiele sind in keiner Weise einschränkend gedacht.

Beispiel 1

Eine Handschuhform, die allgemein die Form einer menschlichen Hand aufweist, wird zuerst in einem Ofen erwärmt. Dann folgt:

1. Die erwärmte Handschuhform wird mit ihrer ganzen Länge in ein Koagulierungsmittel getaucht, welches aus 20 % Calciumnitrat, 6 % Calciumcarbonat und 0,5 % Netzmittel in alkoholischer Lösung besteht.

2. Eine Latextauchmischung wird auf die mit Koagulierungsmittel beschichtete Handschuhform bis unmittelbar über der Daumenabzweigung aufgebracht. Der Gummibestandteil der ersten Latextauchmischung ist Naturgummi-Latex mit 28 % Feststoffgehalt.

3. Der Daumen- und die Fingerbereiche der latexbeschichteten Handschuhform werden für 1,5 Minuten in ein Wasserbad mit einer Temperatur von 126 ºF (52 ºC) eingetaucht, um die Calciumionen aus der Latexablagerung herauszulösen (Die Latexablagerung auf dem in das heiße Wasser eingetauchten Bereich wird während des zweiten Eintauchens in Latex minimal sein).

4. Überschüssige Wassertröpfchen werden in einem Ofen bei 230 ºF (110 ºC) innerhalb 3 Minuten getrocknet.

5. Eine zweite Latextauchmischung wird auf der vollen Länge der wiedererwärmten Handschuhform aufgebracht. Das Gummigemisch für die zweite Latextauchmischung ist ein Naturgummi-Latexgemisch mit 33 % Feststoffgehalt.

Nachdem die zweite Latexablagerung verfestigt ist, wird sie mit Wasser ausgewaschen, getrocknet, vulkanisiert und von der Handschuhform abgestreift, um den fertigen Handschuh zu erhalten.

Beispiel II

Eine Handschuhform wird zuerst in einem Ofen erwärmt. Dann folgt:

1. Eine Latextauchmischung wird auf der ganzen Länge der erwärmten Handschuhform aufgebracht. Die Gummimischung für die erste Latextauchmischung ist eine Nitril- oder Naturgummi-Latexmischung mit 40 % Feststoffgehalt.

2. Die latexbeschichtete Handschuhform wird mit ihrer ganzen Länge in ein Koagulierungsmittel getaucht, welches aus 20 % Calciumnitrat und 0V5 % Netzmittel in alkoholischer Lösung besteht.

3. Das Koagulierungsmittel wird von den Daumen- und Fingerbereichen der mit dem Koagulierungsmittel beschichteten Handschuhform innerhalb 1,5 Minuten mittels Wasser mit einer Temperatur von 126 ºF (52 ºC) abgewaschen.

4. Überschüssige Wassertröpfchen werden in einem Ofen bei 230 ºF (110 ºC) innerhalb 3 Minuten getrocknet.

5. Eine zweite Latextauchmischung wird auf der vollen Länge der wiedererwärmten Handschuhform aufgebracht. Das Gummigemisch für die zweite Latextauchmischung ist ein Naturgummi-Latexgemisch mit 33 % Feststoffgehalt.

Nachdem die zweite Latexablagerung verfestigt ist, wird sie mit Wasser ausgewaschen, getrocknet, vulkanisiert und von der Handschuhform abgestreift, um den fertigen Handschuh zu erhalten.

Beispiel III

Entsprechend dem allgemeinen Verfahren von Beispiel II wird ein Handschuh unter Verwendung von Neorex R-967, einer wäßrigen Dispersion von Polyurethan, als erste Latextauchmischung hergestellt.

Es wurde festgestellt, daß das Finger-Wandungsmaß bei den entsprechend den Beispielen I, II und III hergestellten Handschuhen stets kleiner ist als das Manschetten-Wandungsmaß.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Herstellung eines medizinischen Handschuhs mit den Schritten:

a) Tauchbeschichten einer Handschuhform (10) zur Bildung einer Schicht eines Koagulierungsmittels, das ein ionisches Metallsalz enthält,

b) Tauchbeschichten zumindest eines Teils der Schicht des Koagulierungsmittels mit einer Schicht eines ersten Elastomers,

c) im Anschluß an die Schritte a) und b) Eintauchen eines ersten Bereichs der beschichteten Form (10) in ein Lösungsmittel für die Metallionen des Metallsalzes, um im wesentlichen alle Metallionen aus den Schichten im ersten Bereich zu entfernen,

d) Tauchbeschichten mit einer Schicht eines zweiten Elastomers über der ersten Elastomerschicht, wodurch die resultierende Elastomerschicht im ersten Bereich der Form dünner ist als auf der übrigen beschichteten Form, und

e) Abziehen der Schicht von der Form (10).

2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem das ionische Metallsalz ein Salz eines zweiwertigen Metalls ist.

3. Verfahren nach Anspruch 2, bei welchem das Metallsalz ein Calciumsalz ist.

4. Verfahren nach Anspruch 3, bei welchem das Metallsalz Calciumnitrat ist.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem das erste und das zweite Elastomer aus dem gleichen Material bestehen.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem das Elastomer Naturgummi-Latex ist.

7. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem das Lösungsmittel für die Metallionen aus der Gruppe ausgewählt wird, welche Wasser, Alkohol und deren Gemische umfaßt.

8. Verfahren nach Anspruch 7, bei welchem das Lösungsmittel Wasser mit einer Temperatur über der Umgebungstemperatur ist.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die erste Elastomerschicht bis zu einer Dicke von weniger als etwa 0,13 mm aufgebracht wird.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die erste Elastomerschicht auf einem Bereich der Form (10) aufgebracht wird, welcher kleiner ist als derjenige, welcher mit dem Koagulierungsmittel beschichtet wird.







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