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Dokumentenidentifikation DE19640874A1 09.04.1998
Titel Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittels
Anmelder J. S. Staedtler GmbH & Co, 90427 Nürnberg, DE
Erfinder Handl, Werner, 90518 Altdorf, DE
DE-Anmeldedatum 04.10.1996
DE-Aktenzeichen 19640874
Offenlegungstag 09.04.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.04.1998
IPC-Hauptklasse B27K 3/34
IPC-Nebenklasse C09D 15/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittels, insbesondere für Holz, das eine Emulsion, Dispersion oder Lösung eines kationischen, quartären, amphoteren und/oder speziellen nichtionischen Tensides ist, wobei die Dispersion bzw. die Emulsion eine mittlere Teilchengröße bzw. einen mittleren Tröpfchendurchmesser von 0,5 bis 1,2 µm, vorzugsweise von 0,7 bis 1,0 µm aufweist.
Zur Herstellung des Imprägnationsmittels wird zunächst ein feindisperses System in einem Emulgierapparat erzeugt, wobei eine durch Rühren oder mittels einem Rotor-/Statorsystem hergestellte Voremulsion unter hohem Druck durch eine Düse gepreßt wird. Danach werden in einem Homogenisierventil die suspendierten Partikel oder Tröpfchen zerstört bzw. aufgespalten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittels, insbesondere zur Herstellung einer wäßrigen, von organischen Lösemitteln freien, Imprägnierungsemulsion und/oder -dispersion, vor allem zur Imprägnierung von mechanisch zu bearbeitenden Hölzern, insbesondere von Stifthölzern für spitzbare Schreib-, Zeichen-, Markier- und/oder Malstifte aller Art.

Imprägnationsmittel für Holz sowie Verfahren zu dessen Herstellung und zur Anwendung zur Imprägnierung sind grundsätzlich bekannt.

So wird in [1.], der DE-OS 43 13 219 A1, ein Verfahren zum Imprägnieren von Holz vorgeschlagen, wobei durch den Einsatz von Polysiloxanen hauptsächlich wasserabweisende Eigenschaften angestrebt werden.

Zur Behandlung von Stifthölzern ist dieses Verfahren schon wegen der toxikologischen Problematik nicht geeignet. Dies gilt auch für das in [2.], der EP-PS 0393306 B1 vorgeschlagene Verfahren.

Die EP-PS 0510435 B1 [3.], sieht ein Verfahren zur Holzimprägnierung vor, welches von Teerölen ausgeht. Die Imprägniermittel müssen durch Temperatur erst auf eine geeignete Viskosität gebracht werden.

Ähnliches gilt auch für das in [4.], der DE-PS 42 24 510 C1, beschriebene Verfahren.

Bei allen diesen bekannten Imprägniermitteln geht es insbesondere um die Verbesserung der Witterung- und Pilzbeständigkeit. Keine dieser Veröffentlichungen offenbart die Behandlung von mechanisch besonders zu bearbeitenden Hölzern, insbesondere von Stifthölzern, geschweige denn eine Verbesserung deren mechanische Bearbeitbarkeit.

In [5.] der EP 0596295 A1, wird eine Beize zum Schwarzfärben von Holz vorgeschlagen. Diese Beize betrifft zwar Stifthölzer, doch wird hier vorrangig auf eine gewünschte Färbung abgestellt.

Wie bereits nach [6.], EP-PS 0553407 B1, werden auch hier saure Azofarbstoffe zur Holzfärbung vorgeschlagen, in geeigneter Mischung, die, wie jedem Coloristen bekannt ist, zu schwarz führt. Die Beize geht von einer verbesserten Penetrierfähigkeit aus, wobei dieser Effekt lediglich durch den Einsatz von oberflächenaktiven Mitteln, sogenannten Netzmitteln, durch Senkung der Oberflächenspannung erreicht wird.

Will man größere Holzdimensionen imprägnieren, z. B. solche die mehr als 5 mm Eindringtiefe fordern, dann reicht die Senkung der Oberflächenspannung nicht mehr aus.

Die Wirksamkeit ist zudem bei anderen Holzarten nur über unwirtschaftliche Imprägnationszeiten zu erzielen. Außerdem ergibt die Paraffindispersion für Hochleistungsmaschinen und -Werkzeuge keine ausreichende Gleit- und Schmierwirkung.

Die EP 0695608 A1 [7.] schlägt eine Beize und ein Verfahren zum Färben von Holz vor, das im wesentlichen auf der bekannten Lehre über Holzfärbung aufbaut und lediglich durch Pufferung des pH-Wertes und Komplexierung unerwünschter Ionen Verfärbungen verhindern soll. Die postulierte verbesserte Penetrierfähigkeit ist, wie bei der Würdigung der EP 0596295 A1 [5.] bereits erwähnt, bei größeren Eindringtiefen nicht wirksam. Durch den Einsatz von Puffersubstanzen, die den pH-Wert > 7 stellen und durch die Verwendung von Komplexbildnern wird jegliche Substantivität ionogener Verbindungen zunichte gemacht. Eine Verbesserung der Bearbeitbarkeit ist hier nur bei kleinen Holzdimensionen und bei ohnehin schon leicht bearbeitbaren Hölzern wie Inscensezeder oder Jelutong zu erwarten.

Die DE-PS 39 11 091 C2 [8.] beschreibt eine wäßrige Imprägnierungslösung die neben anorganischen Salzen wie Silikate, Borate, Karbonate und/oder Phosphate auch Wachse sowie Amine vorsieht. Ziel ist es dabei, die in den Hölzern enthaltenen Säuren sowie Formaldehyd zu binden, um bei einer Verwendung als Verpackungshölzer keine Korrosion der verpackten Produkte zu verursachen. Zudem wird eine Hydrophobierung angestrebt.

Eine Verbesserung der Bearbeitbarkeit kann damit nicht erreicht werden.

Aufgabe der Erfindung ist demgegenüber, ein Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittels bzw. einer Imprägnationsdispersion und/oder -Emulsion, insbesondere für Holz zu schaffen, wobei das Imprägnationsmittel tief in das Holz eindringen soll und wobei die mechanische Bearbeitbarkeit des Holzes so verbessert wird, daß z. B. auch auf schnellaufenden Maschinen keine Brandstellen entstehen und die Oberfläche nicht aufgefasert wird. Das imprägnierte Holz soll dabei bzw. dadurch weder in der Verleimbarkeit noch in der Lackierbarkeit beeinträchtigt werden. Desweiteren sollen mit dem hergestellten Imprägnationsmittel behandelte, auch als schwer zu bearbeitend und als schlecht spitzbare geltende, Hölzer nach der Imprägnation die oben geschilderten Vorteile aufweisen. Das hergestellte Imprägnationsmittel bzw. die Imprägnierungsemulsion soll tief in nahezu alle Holzarten eindringen und den Hölzern eine gute Bearbeitbarkeit und Spitzbarkeit verleihen.

Ziel der Erfindung ist somit die Herstellung eines Imprägnierungsmittels bzw. einer Imprägnierungsemulsion, die tief in nahezu alle Holzarten eindringt und die den Hölzern und den damit hergestellten Gegenständen, eine gute Bearbeitbarkeit und Spitzbarkeit verleiht.

Dies wird mit den beanspruchten Verfahren erzielt und insbesondere aber auch dadurch, daß das Imprägnierungsmittel eine Emulsion, Dispersion oder Lösung eines kationischen, quartären, amphoteren oder speziellen nichtionischen Tensides ist, mit einer Partikelgröße von kleiner 1,2 µm bzw. von kleiner 1,0 µm ist und daß die entsprechenden Hölzer damit imprägniert werden.

Es ist bekannt, daß Tenside aus diesen Gruppen eine hohe Tendenz haben auf negativ geladene Oberflächen, insbesondere auf Haare und Textilfasern aufzuziehen und diese kämmbar und geschmeidig machen. Es wurde nun gefunden, daß diese Tenside eine außerordentlich große Affinität zu den Cellulosen und Hemicellulosen des Holzes haben und dort angelagert werden. Dies ist insofern überraschend, da weder die Cellulosen noch die Hemicellulosen frei zugänglich sind, sondern im Gegenteil fest in der Holzmatrix gebunden vorliegen. Es kann ferner auch angenommen werden, daß die genannten Tenside eine weichmachende Wirkung auf das Mittellamellenlignin des Holzes haben. Die hohe Präsenz der Tenside auf den Holzfasern, in den Zellumina sowie in den Poren und Hohlräumen, stellt eine ausreichende Werkzeugschmierung bei gleichzeitiger Herabsetzung der Fasersteifigkeit sicher. Dieser Synergismus bewirkt, daß z. B. bei einem Hobelvorgang mit hohen Geschwindigkeiten keine Fasern aus dem Verbund gelöst bzw. herausgerissen werden und daß somit eine glatte Oberfläche entsteht.

In einer bevorzugten Ausführungsform werden zur Imprägnierung von Stifthölzern vor allem solche kationische, quartäre, amphotere oder spezielle nichtionische Tenside eingesetzt, die eine schlechte Wasserlöslichkeit aufweisen. Damit wird sichergestellt, daß die Substanzen bei unlackierten Stiften nicht durch Handschweiß und/oder durch Speichel herausgelöst werden.

Zur Erzielung einer guten Penetrierfähigkeit wird aus den schlecht oder unlöslichen Substanzen eine Emulsion bzw. Dispersion hergestellt. Diese Emulsionen bzw. Dispersionen sind besonders dadurch charakterisiert, daß die disperse Phase mittlere Teilchen- bzw. Tröpfchendurchmesser von unter 1,0 µm aufweist. Einsetzbar sind generell aber auch Dispersionen oder Emulsionen, die eine mittlere Teilchen- bzw. Tröpfchengröße von 0,4 bis 1,2 µm, vorzugsweise von 0,7 bis 1,0 µm, insbesondere von 0,8 bis 0,9 µm aufweisen.

Bei der Imprägnierung, insbesondere von nassen bzw. schnittfrischen Hölzern mit Feuchten von 80 Gew.-% und mehr, hat sich überraschend herausgestellt, daß bei Verwendung der genannten feindispersen Systeme eine besonderes schnelle Penetrierung erfolgt.

Dies ist umso überraschender, da hierbei ein Austausch Wasser bzw. Saft gegen Imprägnierflüssigkeit erfolgen muß. Ohne den Vorgang an eine bestimmte Theorie binden zu wollen, kann angenommen werden, daß die Partikel bzw. die fluiden Bezirke der feindispersen Systeme bei Durchmessern < 1,0 µm extreme Diffusionsneigung besitzen. Dadurch wird ein konvektiver Stoffaustausch bewirkt der zusätzlich durch osmotische Vorgänge unterstützt wird.

Die Anwendung von erhöhter Temperatur beschleunigt diese Vorgänge zusätzlich. Die gleichen Zusammenhänge gelten bei zusätzlicher Anwendung von höherem Druck.

Maßgebend bei dispersen Systemen sind die Größe der Austauschfläche sowie die Dicke der Grenzschichten. Die spezifische Phasengrenzfläche hängt hyperbolisch vom Partikeldurchmesser ab. Bei den vorschlagsgemäßen dispersen Systemen mit Partikelgrößen < 1,0 µm beträgt die spezifische Austauschfläche ca. 10 000 000 m²/m³.

Es wurde darüber hinaus gefunden, daß feindisperse Systeme < 1,0 µm aufgrund ihrer Strömungskräfte eine ausgezeichnete Lagerstabilität aufweisen und ein Sedimentieren bzw.

Aufrahmen verhindern. Der Bewegungsimpuls von Partikeln verhält sich nämlich proportional zur dritten Potenz ihres Durchmessers. Für Partikel < 1,0 µm finden in ruhenden Medien zunehmend nur noch "Begegnungen" aber keine Stöße zwischen den Partikeln statt. Dies verhindert eine Aggregation und damit eine Koagulation der Teilchen. Die Emulsionen bzw. Dispersionen waren über mehrere Monate hinweg stabil. Lediglich Einflüsse, welche die Bewegungsfähigkeit der Teilchen einschränken oder verhindern, wie ein Einfrieren, bewirken eine Zerstörung der feindispersen Phase.

Die Herstellung der feindispersen Systeme erfolgt vorzugsweise in Emulgierapparaten die nach dem Prinzip der Hochdruckentspannung in einer Ringspalteinheit arbeiten. Dabei wird eine Voremulsion unter hohem Druck durch eine Düse gepreßt. Im Homogenisierventil wird eine Kavitationszone hoher Leistungsdichte durchlaufen, in der suspendierte Partikel oder Tröpfchen unter der Einwirkung großer örtlicher Zug-, Druck-, und Schubspannungen zerstört bzw. aufgespalten werden. An die Herstellung der Voremulsion sind keine besonderen Anforderungen zu stellen. Diese kann durch Rühren oder durch Rotor-/Statorsysteme hergestellt werden.

Als kationische und/oder quartäre Verbindungen kommen solche aus der Gruppe der Imidazoline, Benzyle, Alkyle, Dialkyle, Monoalkyl-Trimethyl, Dialkyl-Dimethyl, Methyl- Dialkoxy-Alkyl, Dialkyl-Methyl-Benzyl, Diamidoamin, sowie komplexe diquartäre Verbindungen in Betracht. Es sind aber auch solche Verbindungen geeignet, die im sauren Medium kationischen Charakter annehmen. Dies können auch nichtionische Verbindungen sein, sofern sie sich an einem Heteroatom protonieren lassen. Dies trifft auf die Fettaminoxide, Aminethoxylate, sowie Addukte des Ethylenoxides zu. Die amphoteren Verbindungen umfassen die Gruppe der Betaine und Ampholyte.

Es ist bekannt, daß bei der Imprägnation die Hölzer, je nach ihrer Anatomie, d. h. nach ihrem Holzlaufbau und ob es sich um Kern- oder Splintholz handelt, bis zu 200 Gew.-% Imprägnationsflüssigkeit aufnehmen. Erfahrungsgemäß ist die notwendige Trocknung langwierig und bedarf einer sehr engen Prozeßführung, da sonst die Ausschußraten nicht zu Vertreten sind. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Die wichtigsten sind jedoch Verzug, Verschalungen und Trockenrisse durch starke Dimensionsänderungen bei unkontrolliertem Wasserentzug.

Durch die Wassereinlagerung bzw. durch die bei Trocknungsbeginn vorliegende hohe Holzfeuchte kommt es insbesondere bei hohen Temperaturen zu einem erheblichen Anstieg der sofortigen plastischen Verformung. Zusätzlich zeigen sich, insbesondere bei tangential eingeschnittenen Hölzern, auch hydrostatische Spannungen. Diese entstehen, wenn dem Holz freies Wasser über das Porensystem entzogen wird. Ein Meniskus, der an der Grenzfläche Wasser/Luft entsteht, erzeugt im Wasser hinter diesem eine hydrostatische Zugspannung (mit sinkendem Kapillarradius steigt die Spannung); wenn diese Spannung die Druckfestigkeit des Holzes übersteigt, kommt es zum Zelleinbruch. Ein hoher Anteil dieser Verformung bleibt bei Abkühlung der verformten Hölzer als plastische Deformation erhalten. Die Verformung wird dabei wesentlich durch das Trocknungsgefälle (Verhältnis der momentanen Holzfeuchte zu der dem Trocknungsklima entsprechenden Gleichgewichtsfeuchte) bestimmt. Je höher das Trocknungsgefälle, desto größer ist der Anteil verformter Hölzer. Durch die bereits oben erwähnte Weichmachung des Mittellamellenlignins haben die Zellwände nun eine ausreichende Flexibilität, um den Zelleinbruch bei der Trocknung abzupuffern. Dieser Effekt dürfte sicherlich durch die Präsenz der Tenside, die ja nicht flüchtig sind und zudem eine gewisse Wasserretention haben, unterstützt werden. D. h. das Wasser wird nicht nur verzögert abgegeben sondern die nicht flüchtigen Tenside verbleiben in den Holräumen und stabilisieren diese.

Das Ziel, die Herstellung einer Imprägnierungsemulsion, die tief in nahezu alle Holzarten eindringt und den Hölzern eine gute Bearbeitbarkeit und Spitzbarkeit verleiht, wird mit dem vorgeschlagenen Verfahren zur Herstellung des Imprägierungsmittels und mit diesem selbst erreicht.

Die Herstellung von Blei- und Farbstiften war bisher fast ausschließlich an die Verwendung von Inscense-Zeder, Jelutong oder Weymouthkiefer gebunden.

Diese Hölzer sind aufgrund ihrer Struktur und Dichte relativ einfach zu imprägnieren. Hier reichten wäßrige Paraffinemulsionen aus, um die geforderte Prozeßgängigkeit und Spitzbarkeit sicherzustellen. Die immer teurer und seltener werdenden Spezies der genannten Stifthölzer, vor allem aber die immer schneller arbeitenden Stiftherstellungsmaschinen verlangen nach Alternativen. Moderne Nut- und Hobelmaschinen arbeiten heute mit Geschwindigkeiten deutlich über 40 Meter pro Minute, so daß herkömmlich imprägnierte Hölzer nicht mehr die notwendige Gleit- und Schmierfähigkeit aufweisen. Brandstellen und rauhe Oberflächen sind die Folge. Ganz zu schweigen, daß andere Hölzer wegen fehlender Imprägnierfähigkeit nicht eingesetzt werden konnten.

Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert:

Beispiel 1

35,00 Gew.-% 1-Stearinsäureamidoäthyl-2 Stearyl 3-methylimidazoliniummethosulfat werden mit 65,00 Gew.-% Wasser unter Rühren vermischt. Die Mischung wird anschließend bei 350 bar im Hochdruckhomogenisator dispergiert. Dabei wird die Flüssigkeit unter dein angegebenen Druck durch ein Ventil, welches nach dem Ring-Spalt-Prinzip arbeitet, gepreßt und sofort entspannt. Die Dispersion hatte eine mittlere Teilchengröße von 0,9 µm und kann beliebig verdünnt werden.

Beispiel 2

38,00 Gew.-% Alkyldimethybenzylammoniumchlorid werden mit 62,00 Gew.-% Wasser unter Rühren vermischt. Die Mischung wird bei 200 bar gemäß Beispiel 1 dispergiert. Die Dispersion hatte eine mittlere Teilchengröße von 0,85 µm. Diese Emulsion hat fungizide und bakterizide Wirkung. Hier zeigte sich nicht nur eine besonders gegen mikrobiellen Befall stabile Imprägnationsflotte, sondern die damit behandelten Hölzer wiesen neben den verbesserten Bearbeitungseigenschaften auch eine Konservierung auf. Besonders gegen Bläue waren die Hölzer resistent.

Beispiel 3

40,00 Gew.-% Distearyldimethylammoniumchlorid werden in 60,00 Gew.-% Wasser mittels eines Rührers vordispergiert. Die Vordispersion wird bei 350 bar gemäß Beispiel 1 dispergiert. Die Dispersion hatte eine mittlere Teilchengröße von 0,85 µm und kann beliebig mit Wasser auf Anwendungskonzentration verdünnt werden.

Beispiel 4

35,00 Gew.-% Talgfettaminethoxylat mit 5 Mol Ethylenoxid werden in Wasser bei 55°C mittels eines Rührers vordispergiert und mit ortho Phosphorsäure auf einen pH-Wert von 2,5 gebracht. Es kann hierfür aber auch jede beliebige andere Säure verwendet werden. Ortho-Phosphorsäure wird wegen ihrer antikorrosiven Wirkung und ihrer Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff jedoch bevorzugt. Die Vordispersion wird bei 350 bar gemäß Beispiel 1 dispergiert. Die Dispersion hatte eine mittlere Teilchengröße von 0,95 µm.

Selbstverständlich können die Imprägnationsflotten je nach Bedarf eingefärbt werden, um den zu imprägnierenden Hölzern die gewünsche Farbe zu verleihen. Dies kann insbesondere bei der Nachstellung von speziellen Holzarten, zur Herausstellung der Maserung, zur Maskierung von Holzfehlern oder zur Erzielung optischer Effekte erwünscht sein. Es ist bekannt, hier geeignete Farbstoffe einzusetzen wie sie beispielsweise in der EP 0553407 B1 [6.] bzw. EP 0596295 A1 [5.] vorgeschlagen wurden. Solche Farbstoffe sind jedoch nicht immer physiologisch einwandfrei und haben meist eine mäßige Lichtechtheit. Im Rahmen der Erfindung wurde nun gefunden, daß Pigmente unter den vorgenannten Bedingungen ebenso in das Holz eindringen, sofern sie eine der dispersen Phase vergleichbare oder kleinere Teilchengröße besitzen und bezüglich ihres Netzmittelsystems auf den Einsatz in kationischen Systemen abgestimmt sind. Solche extrem feinteiligen Pigmente sind als wäßrige Pigmentpräparationen am Markt erhältlich.

Beispiel 5

32 Gew.-% Distearyldimethylammoniumchlorid werden in 67,2 Gew.-% Wasser mittels eines Rührers vordispergiert. Die Vordispergierung wird mit 0,8 Gew.-% einer 20%igen, wäßrigen Präparation aus Pigment Brown 25, CI 12510, mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von < 0,1 µm eingefärbt. Die Vordispersion wird bei 350 bar gemäß Beispiel 1 dispergiert. Die Dispersion hatte eine mittlere Teilchengröße von 0,85 µm und kann beliebig mit Wasser auf Anwendungskonzentration verdünnt werden.

Die mit den nach den vorgeschlagenen Verfahren hergestellten Imprägnationsmitteln behandelten Brettchen wiesen eine ausgezeichnete Prozeßgängigkeit und Spitzbarkeit auf. Auch hier zeigte sich der antistatische Einfluß des Imprägnationsmittels in einem verbesserten Abtransport der Späne und einer verminderten Staubexplosionsgefahr.

Die Standzeit der Werkzeuge konnte durch die Herabsetzung des Bearbeitungswiderstandes auf die vierfache Einsatz zeit gesteigert werden.

Alle mit den so imprägnierten Brettchen hergestellten Schreib-, Zeichen- und Malgeräte oder sonstigen Gegenstände, ließen sich gut spitzen, schnitzen oder anderweitig bearbeiten und erfüllten auch sonst die an derartige Artikel gestellten hohen Anforderungen. Sie waren insbesondere auch gut lackierbar.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittels, insbesondere für Holz, dadurch gekennzeichnet, daß eine, Emulsion, Dispersion oder Lösung, insbesondere eines kationischen, quartären, amphoteren oder speziellen nichtionischen Tensides, gebildet wird, deren disperse Phase mittlere Teilchen- bzw. Tröpfchendurchmesser von unter 1,2 µm aufweist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Tenside verwendet werden, die eine schlechte Wasserlöslichkeit aufweisen.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Dispersion bzw. eine Emulsion erzeugt wird, die eine mittlere Teilchengröße bzw. einen mittleren Tröpfchendurchmesser von 0,5 bis 1,2 µm, vorzugsweise von 0,7 bis 1,0 µm aufweist.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Imprägnationsmittel als kationische und/oder quartäre Tenside bzw. Verbindungen solche aufweist, die aus der Gruppe der Imidazoline, Benzyle, Alkyle, Dialkyle, Monoalkyl-Trimethyl, Dialkyl-Dimethyl, Methyl-Dialkoxy-Alkyl, Dialkyl-Methyl-Benzyl, Diamidoamin ausgewählt wurden.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Imprägnationsmittel als kationische und/oder quartäre Tenside bzw. Verbindungen solche aufweist, die aus der Gruppe komplexer diquartärer Verbindungen ausgewählt sind.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Imprägnationsmittel als kationische und/oder quartäre Tenside bzw. Verbindungen solche aufweist, die aus der Gruppe von Verbindungen ausgewählt sind, die im sauren Medium kationischen Charakter annehmen.
  7. 7. Imprägnationsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Imprägnationsmittel als nichtionische Verbindungen solche aufweist, die aus der Gruppe der Fettaminoxide, Aminethoxylate, und/oder von Addukten eines Ethylenoxides, die sich an einem Heteroatom protonieren lassen, ausgewählt sind.
  8. 8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Imprägnationsmittel als Tenside amphotere Verbindungen aufweist, die aus der Gruppe der Betaine und/oder der Ampholyte ausgewählt sind.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittels für Holz, nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

    daß zunächst ein feindisperses System in einem Emulgierapparat hergestellt wird, wobei eine durch Rühren oder mittels einem Rotor-/Statorsystem hergestellte Voremulsion unter hohem Druck durch eine Düse gepreßt wird

    und daß dann in einem Homogenisierventil die suspendierten Partikel oder Tröpfchen zerstört bzw. aufgespalten werden.
  10. 10. Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

    daß zunächst 35,00 Gew.-% Tensid, vorzugsweise 1-Stearinsäureamidoäthyl-2 Stearyl 3-methylimidazoliniummethosulfat mit 65,00 Gew.-% Wasser unter Rühren vermischt werden und daß die Mischung anschließend bei 350 bar im Hochdruckhomogenisator dispergiert wird, wobei die Flüssigkeit unter dem angegebenen Druck durch ein Ventil gepreßt und sofort entspannt wird.
  11. 11. Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst 38,00 Gew.-% Tensid, vorzugsweise Alkyldimethybenzylammoniumchlorid mit 62,00 Gew.-% Wasser unter Rühren vermischt werden und daß diese Mischung dann bei 200 bar dispergiert wird.
  12. 12. Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst 40,00 Gew.-% Tensid, vorzugsweise Distearyldimethylammoniumchlorid in 60,00 Gew-% Wasser mittels eines Rührers vordispergiert wird und daß dann diese Vordispersion bei 350 bar dispergiert wird.
  13. 13. Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß 35,00 Gew.-% Tensid, vorzugsweise Talgfettaminethoxylat mit 5 Mol Ethylenoxid in Wasser bei 55°C in einem Rührer vordispergiert, mit einer Säure auf einen pH-Wert von 2,5 gebracht und dann bei 350 bar dispergiert wird.
  14. 14. Verfahren zur Herstellung eines Imprägnationsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst 32,00 Gew.-% Tensid, vorzugsweise Distearyldimethylammoniumchlorid in 67,2 Gew-% Wasser mittels eines Rührers vordispergiert wird, daß diese Vordispergierung mit 0,8 Gew.-% einer 20%igen, wäßrigen Pigment-Präparation, mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 0,071 µm eingefärbt und dann bei 350 bar dispergiert wird.






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