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Dokumentenidentifikation DE19652316A1 07.05.1998
Titel Asphalterhitzer zur Wiederaufbereitung von kaltem Asphaltaufbruch
Anmelder Rupprecht, Richard, 91207 Lauf, DE
Erfinder Rupprecht, Richard, 91207 Lauf, DE
DE-Anmeldedatum 16.12.1996
DE-Aktenzeichen 19652316
Offenlegungstag 07.05.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.05.1998
IPC-Hauptklasse E01C 19/08
IPC-Nebenklasse C10C 3/12   
Zusammenfassung Bei einem Asphalterhitzer für erkalteten Aufbruch aus Guß- oder Heißasphalt ist im Verarbeitungsschacht eines Stahlmantelgehäuses 1 oben ein Füllraum 2 mit einer Einfüllöffnung 3 und unten ein mit einer Klappe 7 aufmachbarer Vorratsraum 5 angeordnet. Füllraum 2 und Vorratsraum 5 sind durch einen Gitterrost 4 räumlich voneinander getrennt. Der Füllraum 2 wird mit erkaltetem Asphaltaufbruch aufgefüllt. Unter dem Gitterrost 4 ist ein gasbetriebener Reihenbrenner 6 in das Stahlmantelgehäuse 1 eingeführt, der einströmende Frischluft auf etwa 250°C erhitzt, die die Asphaltbrocken im Füllraum 2 durchströmt und durch die kaminartige Einfüllöffung 3 entweicht. Am Gitterrost 4 schmilzt das Bitumen bei etwa 180°C auf und die bitumenummantelten Splitteile bröckeln von den Asphaltbrocken ab, fallen durch den Gitterrost 4 nach unten in den Vorratsraum 5, in dem sie bei Verarbeitungstemperatur als loses Schüttgut liegen bleiben. Dieser Verarbeitungsprozeß ist staub- und rauchfrei. Vorzugsweise ist auch der Vorratsraum 5 mit Heißluft beheizbar. Am Gitterrost 4 können zwei Rüttelstäbe 41, 42 aus dem Stahlmantelgehäuse 1 herausgeführt sein.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Asphalterhitzer zur Wiederaufbereitung von kaltem Asphaltaufbruch.

Asphaltbeton besteht im wesentlichen aus Splitt, also zerkleinertem Naturstein verschiedener Korngrößen, mit Bitumen als Bindemittel und ist im erhitzten Zustand bei etwa 180°C verarbeitbar. Kalter Asphaltaufbruch sind erkaltete, feste Brocken aus Guß- oder Heißasphalt, wie sie im Straßen- oder Brückenbau bei jedwelchen Reparaturarbeiten anfallen, bspw. wenn die Straßendecke zur Behebung eines Rohrbruchs aufgebrochen werden muß. Der vor allem im Brückenbau verwendete Gußasphalt ist wasserdicht, da er mehr Bitumen enthält als der vor allem im Straßenbau zur Herstellung von Schwarzdecken verwendete Heißasphalt.

Zur Wiederaufbereitung von kaltem Asphaltaufbruch sind Vorrichtungen mit drehender Trommel bekannt, in deren Innenraum der kalte Asphaltaufbruch von Gasflammen beheizt wird, vgl. DE 29 02 493 A1 oder DE 32 00 039 C1. Bei diesen bekannten Asphalterhitzern können die Gasflammen in der drehenden Trommel unmittelbar mit den Asphaltbrocken in Berührung kommen, wodurch das Bitumen unter Rauchbildung entflammen kann; der Heißmischung muß zusätzliches Bitumen beigemischt werden. Auch werden die Asphaltbrocken in der drehenden Trommel unter Staubbildung weiter zerkleinert. Weitere Nachteile sind die hohen Anschaffungskosten und ihre Unhandlichkeit für kleinere Mengen aufzubereitenden Materials, vor allem bei Nachbesserungsarbeiten unmittelbar an der Baustelle.

Demgegenüber soll die Aufgabe gelöst werden, einen kostengünstigen Asphalterhitzer für kleinere Mengen aufzubereitenden Materials mit einem weitgehend staub- und rauchfreien Verarbeitungsprozeß zu schaffen.

Bei dem erfindungsgemäßen Asphalterhitzer wird diese Aufgabe mit einem Stahlmantelgehäuse gelöst, in dessen Verarbeitungsschacht oben ein Füllraum mit einer Einfüllöffnung für den Asphaltaufbruch angeordnet ist, der durch einen Gitterrost von einem unten angeordneten Vorratsraum mit einer Entnahmeeinrichtung für das aufbereitete Material getrennt ist, wobei der Füllraum von Heißluft durchströmt ist.

Bei dem Wiederaufbereitungsprozeß nach der Erfindung ist ein Verarbeitungsschacht vorgesehen, in dem das im Asphaltaufbruch eingebundene Bitumen in einem Heißluftstrom von etwa 250 bis 200°C aufgeschmolzen wird. Im gefüllt gehaltenen Füllraum liegen die Asphaltbrocken unten auf dem Gitterrost auf; dort ist die heißeste Stelle im Heißluftstrom, an der der Splitt samt dem bei etwa 180°C aufschmelzenden Bitumen von den Asphaltbrocken abbröckelt und durch den Gitterrost nach unten in den Vorratsraum fällt, in dem das aufbereitete Material als Schüttgut verarbeitbar liegen bleibt. Die im Füllraum weiter oben befindlichen Asphaltbrocken werden schon vorgewärmt und rutschen langsam nach. Als Entnahmeeinrichtung ist bei der Erfindung am Vorratsraum vorzugsweise eine Klappe vorgesehen, die zugleich als Auslaufrutsche dient; das aufbereitete Material läßt sich somit bei erforderlicher Verarbeitungstemperatur in den jeweils benötigten Mengen aus dem Vorratsraum entnehmen, an benötigter Stelle auftragen, verdichten und ist nach dem Erkalten wieder fest.

Da der Asphaltaufbruch bei dem erfindungsgemäßen Verarbeitungsprozeß nicht bewegt wird, sondern durch sein Eigengewicht langsam durch den Verarbeitungsschacht nach unten rutscht, ist eine Staubentwicklung ausgeschlossen; ebensowenig kann das Bitumen im Heißluftstrom unter Rauchbildung entflammen, das Beimischen von zusätzlichem Bitumen ist deshalb nicht erforderlich. Der erfindungsgemäße Verarbeitungsprozeß ist daher staub- und rauchfrei.

Der Heißluftstrom läßt sich bei der Erfindung bspw. mit einem Heißluftgebläse erzeugen; auch Infrarotstrahler, Öl- oder Gasbrenner sind zur Erzeugung des Heißluftstroms geeignet.

Vorzugsweise wird die Heißluft bei der Erfindung von einem Reihenbrenner erzeugt, der mit Propangas aus handelsüblichen Gasflaschen versorgt wird und in einer Einschuböffnung im Stahlmantelgehäuse unter dem Gitterrost angeordnet ist; er kann auch seitlich versetzt neben dem Gitterrost angeordnet sein. Wichtig ist nur, daß die aus den Brennerdüsen austretenden Flammenstrahlen nicht direkt auf die am Gitterrost aufliegenden Asphaltbrocken gerichtet sind, so daß sie nur die durch die Einschuböffnung einströmende Frischluft auf etwa 250°C erhitzen, die dann den Verarbeitungsschacht durchströmt und durch die kaminartige Einfüllöffnung des Füllraums entweicht. Auch wenn die Flammen unmittelbar unter dem Gitterrost angeordnet sind, entzündet sich das Bitumen beim Durchfallen der Flammen nicht.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung sind am Gitterrost zumindest zwei Rüttelstäbe aus dem Stahlmantelgehäuse herausgeführt, mit denen sich der aufliegende Asphaltaufbruch von Hand aufschütteln läßt, um eventuelle Verstopfungenen durch nicht schmelzende Teile zu beseitigen.

In noch weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist am Vorratsraum eine unten angelenkte Klappe angeordnet, die bei der Entnahme des aufbereiteten Materials zugleich als Auslaufrutsche dient.

Erfindungsgemäß ist auch noch der Vorratsraum beheizbar, um das aufbereitete Material nötigenfalls längere Zeit auf seiner Verarbeitungstemperatur von 180°C zu halten; hierzu eignen wieder sich die vorstehend schon erwähnten Mittel, also Heißluftgebläse, Infrarotstrahler, Öl- oder Gasbrenner. Vorzugsweise sorgt bei der Erfindung ein in einem unter dem Vorratsraum angeordneten separaten Heizraum durch eine Einschuböffnung eingeführter propangasbetriebener Ringbrenner für die Beheizung des Vorratsraums, dessen Flammenstrahlen auf den Boden des Vorratsraums gerichtet sind. Zusätzlich können bei der Erfindung auch noch die Seiten des Vorratsraums mit Heißluft umströmt sein, wenn der Vorratsraum doppelwandig ausgebildet ist und oben offene Lüftungsschlitze aufweist.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel nach der Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Die einzige Zeichnung zeigt gemäß

Fig. 1 den erfindungsgemäßen Asphalterhitzer in einer Perspektive.

Gemäß Fig. 1 hat der Asphalterhitzer ein insgesamt mit 1 bezeichnetes schachtförmiges Stahlmantelgehäuse von rechteckiger Querschnittsform, in dem sich oben ein Füllraum 2 mit einer Einfüllöffnung 3 für wiederaufzubereitende Asphaltbrocken befindet; unten ist ein Vorratsraum 5 für den aufbereiteten und bei etwa 180°C verarbeitbaren Heiß- oder Gußasphalt angeordnet. Vorratsraum 5 und Füllraum 2 sind durch einen Gitterrost 4 räumlich voneinander getrennt, der etwa in der Mitte des senkrechten Verarbeitungsschachts angeordnet ist. Die Einfüllöffnung 3 am Füllraum 2 verjüngt sich konisch nach oben; sie hat beim Wiederaufbereitungsprozeß die Wirkung eines Kamins. Der Füllraum 2 ist beim Verarbeitungsprozeß zumindest bis zum unteren Ende der Einfüllöffnung 3 mit Asphaltaufbruch gefüllt zu halten.

Die am Gitterrost 4 lose aufliegenden (nicht dargestellten) Asphaltbrocken werden von einem Reihenbrenner 6 indirekt mit Heißluft beheizt, der durch eine unterhalb des Gitterrosts 4 angeordnete Einschuböffnung 11 seitlich in Richtung des Pfeils E in das Stahlmantelgehäuse 1 eingeführt ist. Der Einschub-Reihenbrenner 6 hat fünf an einem Rohr 61 in gleichen Abständen angeordnete Brennerdüsen 62, die aus einer (nicht dargestellten) Gasflasche mit Propangas versorgt werden. Die Flammenstrahlen des Reihenbrenners 6 sind etwa parallel zur Ebene des Gitterrosts 4 ausgerichtet, so daß sie mit den zu erhitzenden Asphaltbrocken nicht unmittelbar in Berührung kommen, sondern die durch die Einschuböffnung 11 einströmende Frischluft auf eine Temperatur von etwa 250°C erhitzen, die dann die im Füllraum 2 auf dem Gitterrost 4 aufliegenden Asphaltbrocken durchströmt, erwärmt und durch die als Kamin wirkende Einfüllöffnung 3 entweicht.

An der heißesten Stelle des Heißluftstroms, also am Gitterrost 4 schmilzt das Bitumen auf, so daß sich die festen, bitumenummantelten Splitteile von den Asphaltbrocken lösen, durch den Gitterrost 4 nach unten in den Vorratsraum 5 fallen und dort als loses Schüttgut liegen bleiben. Am Gitterrost 4 sind zwei Rüttelstäbe 41, 42 durch die Einschuböffnung 11 aus dem Stahlmantelgehäuse 1 herausgeführt, mit denen sich der aufliegende Asphaltaufbruch aufschütteln läßt, um Verstopfungen zu beseitigen und ggf. nicht aufschmelzbare feste Teile durch den Gitterrost 4 zu rütteln.

Der Vorratsraum 5 hat an einer Seite eine unten schwenkbar angelenkte Klappe 7, die bei der Entnahme der verarbeitsfähigen Masse zugleich als Auslaufrutsche dient. Unter dem Vorratsraum 5 ist ein vom Vorratsraum 5 getrennter Heizraum 8 angeordnet, in den ein ebenfalls propangasbetriebener Ringbrenner 9 in Richtung des Pfeils E in eine Einschuböffnung 81 im Heizraum 8 einführbar ist. Die drei klappen losen Seiten des Vorratsraums 5 haben je zwei Seitenwände, deren hohle Innenräume in den Heizraum 8 münden und oben offene Lüftungsschlitze 5 haben. Die den Heizraumboden beheizenden Flammenstrahlen des Ringbrenners 9 sorgen somit auch für die Beheizung an den drei Seiten des Heizraums 8 durch Erhitzung der in die Einschuböffnung 81 einströmenden Frischluft, die durch die Lüftungsschlitze 51 entweicht.

Bezugszeichenliste

1 Stahlmantelgehäuse

11 Einschuböffnung

2 Füllraum

3 Einfüllöffnung

4 Gitterrost

41, 42 Rüttelstäbe

5 Vorratsraum

51 Luftschlitze

6 Einschub-Reihenbrenner

61 Rohr

62 Brennerdüsen

7 Klappe und Auslaufrutsche

8 Heizraum

81 Einschuböffnung

9 Einschub-Ringbrenner

E Einschubrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Asphalterhitzer zur Wiederaufbereitung von kaltem Asphaltaufbruch mit einem Stahlmantelgehäuse (1), in dessen Verarbeitungsschacht oben ein Füllraum (2) mit einer Einfüllöffnung (3) für den Asphaltaufbruch angeordnet ist, der durch einen Gitterrost (4) von einem unten angeordneten Vorratsraum (5) mit einer Entnahmeeinrichtung (Klappe 7) für das aufbereitete Material getrennt ist, wobei der Füllraum (2) von Heißluft durchströmt ist.
  2. 2. Asphalterhitzer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heißluft von einem Einschub-Reihenbrenner (6) erzeugt wird, der unter dem Gitterrost (4) angeordnet ist.
  3. 3. Asphalterhitzer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am Gitterrost (4) zumindest zwei Rüttelstäbe (41, 42) aus dem Stahlmantelgehäuse (1) herausgeführt sind.
  4. 4. Asphalterhitzer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahmeeinrichtung eine Klappe (7) ist, die zugleich als Auslaufrutsche dient.
  5. 5. Asphalterhitzer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorratsraum (5) beheizbar ist.
  6. 6. Asphalterhitzer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Vorratsraum (5) ein Heizraum (8) mit einem Einschub-Ringbrenner (8) angeordnet ist.
  7. 7. Asphalterhitzer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorratsraum (5) zumindest an den klappenlosen Seiten mit doppelten Wänden versehen ist, deren Innenraum mit dem Heizraum (8) verbunden ist und oben offene Luftschlitze (41, 42) hat.






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