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Dokumentenidentifikation EP0834618 14.05.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0834618
Titel Beschichteter Karton
Anmelder Kögl-Werbung + Druck GmbH, 89231 Neu-Ulm, DE
Erfinder Kögl, Leonard, 89231 Neu-Ulm, DE
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 25.09.1997
EP-Aktenzeichen 971166863
EP-Offenlegungsdatum 08.04.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.05.1998
IPC-Hauptklasse D21H 27/10
IPC-Nebenklasse D21H 19/18   B65D 65/38   D21H 23/56   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen beschichteten Karton, wobei die Beschichtung mindestens eine Wasserdampf- und/oder Fettbremse bewirkt. Desweiteren betrifft die Erfindung eine aus dem Karton hergestellte Verpackung sowie das Herstellverfahren für den beschichteten Karton bzw. die Vorrichtung zur Durchführung des Herstellungsverfahrens.

Ein beschichteter Karton hat als Verpackungsmittel eine Reihe von Verwendungen gefunden. Insbesondere werden Lebensmittel mit Hilfe Von beschichteten Kartons Verpackt. Die aufgebrachte Beschichtung, zum Beispiel eine Aluminium- und/oder Plastikfolie erfüllt hierbei eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben. Zum einen soll durch die Beschichtung erreicht werden, daß der Karton durch das Lebensmittelgut, zum Beispiel einer heißen Pizza oder dergleichen nicht aufgeweicht wird und damit der Karton seine Stabilität verliert. Die Verwendung von Aluminiumfolie ist insbesondere bei der Verpackung von heißen Lebensmitteln günstig, da das Aluminium eine Wärmeisolierungsfunktion übernimmt. Dagegen ist die Verwendung von Plastikfolie in Verbindung mit heißen Lebenmitteln nicht günstig, da der Kunststoff angeschmolzen wird und unter Umständen an dem Lebensmittelgut haften bleibt.

Das direkte Auflegen des Lebensmittels auf den Karton ist auch nicht günstig, da die aus den Lebensmitteln austretenden Flüssigkeiten bei einem Eingefrieren der Verpackung mit dem Lebensmittelgut dazu führt, daß das Lebensmittelgut an dem Karton anhaftet und bei der Entnahme des Lebensmittels aus dem Karton ein Stück aus dem Kartonboden herausgerissen wird.

Die bekannten beschichteten Kartone vermeiden zwar in der Regel ein Anliegen des Lebensmittelgutes an den Karton wenn dieses eingefroren wird, jedoch sind die bekannten beschichteten Karton Verbundstoffe und können nicht einfach recycelt werden, sondern müssen in entsprechenden Verfahren aufwendig getrennt werden.

Die vorliegende Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht beschichtete Kartons dahingehend weiter zu entwickeln, daß diese problemlos recycelbar sind und nicht einer aufwendigen Stofftrennung bei der Wiederverwendung zugeführt werden müssen.

Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung aus von einem beschichteten Karton wie eingangs geschildert und schlägt vor, daß als Beschichtung eine Dispersion aus Copolymeren und Paraffinen vorgesehen ist. Die aufgebrachte Beschichtung kann nun in verschiedenen Ausgestaltungen erfolgen. Zunächst ist es möglich, daß sich auf dem Karton eine zusätzliche Schicht mit den in der Dispersion gelösten Copolymeren und Paraffinen ausbildet. Dadurch verändert sich die Dicke des Karton im µ-Bereich. Die andere Möglichkeit besteht darin, daß die Dispersion mit ihren Bestandteilen in den oberen Lagen des Karton eindringt und hier eine oberflächenveredelung bzw. Beschichtung ausbildet. Auch hier ist es möglich, daß sich die Dicke des Kartons geringfügig erhöht. Das Paraffin erzeugt mit Hilfe der Copolymere an der Oberfläche eine flexible Barriere, welche sowohl hydrophobiert, als auch eine Wasserdampf- und Fettsperre erzeugt. Bei entsprechenden geringen Konzentrationen an Copolymeren und Paraffinen wird eine Wasserdampfbzw. Fettbremse erreicht, wobei dadurch ein großes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten des so ausgestalteten erfindungsgemäßen Kartons erreicht wird.

Es ist gefunden worden, daß die Verwendung der Dispersion auf den Kartons eine normale Recycelbarkeit sicherstellt, also der beschichtete Karton nicht als Verbundstoff behandelt werden muß, sondern nach erfolgter Aufarbeitung für entsprechende Papier- und Kartonqualitäten direkt wiederverwendbar ist. Somit vermeidet die Erfindung, daß der beschichtete Karton aufwendig und teueren Stofftrennverfahren zugeleitet werden muß, wodurch ein billiges und gleichzeitig aber effektiv wirkendes Kartonverpackungsmaterial zur Verfügung gestellt wird.

Es ist auch gefunden worden, daß die Mischung von Copolymeren und Paraffinen keine lebensmittelbedenklichen Ablagerungen an den Lebensmitteln erzeugen. Dadurch ist es möglich selbst frisch gekochte Speisen, wie zum Beispiel Pizza oder dergleichen in den mit diesem Karton hergestellten Verpackungen zu verschließen und zu transportieren bzw. zu lagern. Auch wird durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ein Anhaften bzw. Verkleben des Lebensmittelgutes mit dem Kartonboden zuverlässig vermieden, da die hydrophobe Eigenschaft der aufgebrachten Dispersion ein Eindringen der aus den Lebensmitteln austretenden Flüssigkeiten in den Karton vermeidet und dadurch ein Angefrieren zuverlässig verhindert, was ansonsten zu einem unerwünschten Herausreißen eines Stück Kartons aus dem Boden führen würde.

Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Ausgestaltung liegt darin, daß der so beschichtete Karton mit dem Lebensmittel ohne weitere Maßnahmen direkt in einen Mikrowellenherd zur Erwärmung eingebracht werden kann. Die altbekannten beschichteten Kartone erlauben eine solche komfortable Handhabung nicht, ein aluminiumbeschichteter Karton würde die Mikrowelle zerstören, der mit Plastik überzogene Karton würde durch die Wärmeentwicklung in der Mikrowelle mit dem Lebensmittelgut verkleben, was nicht erwünscht ist.

Es ist günstig, wenn der Anteil an Copolymeren geringer ist als der Anteil an Paraffinen. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen mindestens zwei Stoffe in der dispergierten Phase zu verwenden. Die Eigenschaft der Wasserdampf- bzw. Fettbremse wird hierbei durch das Verhältnis der beiden dispergierten Stoffe Copolymere und Paraffine eingestellt. Hierbei sind Copolymere Polymere, die aus mehr als einer Art von Monomere entstanden sind. Die Copolymere bilden im Zusammenspiel mit den Paraffinen eine flexible Barriere wobei vorstellbar ist, daß die Copolymere das Gerüst bilden, das durch die Paraffine ausgegleitet wird. Es ist aber auch möglich eine höhere Konzentration an Copolymeren als an Paraffinen zu wählen um zum Beispiel die Abdichtwirkung zu reduzieren, wobei gleichzeitig eine entsprechende Stabilität durch die Copolymere erreicht werden soll.

Hierbei ist gefunden worden, daß der Anteil von Copolymeren und Paraffinen, also der Feststoffgehalt der Dispersion zwischen 20 und 40 %, bevorzugterweise bei 30 % ist. Bei einer solchen Ausgestaltung wird eine dünnflüssige Copolymerdispersion erreicht, welche eine anionische Ionogenität aufweist. Bei dem festgestellten Feststoffgehalt von ca. 30 % beträgt der pH-Wert ca. 9.

Es ist günstig als Dispersionsmittel der Dispersion Wasser zu verwenden. Es ist aber auch möglich andere flüssige Phasen, zum Beispiel Öle oder andere organische Lösungsmittel wie Alkohole, Benzine und dergleichen als Dispersionsmittel zu verwenden. Wasser ist insofern von Vorteil, da es sich um einen reaktionsträgen Bestandteil mit verfahrenstechnisch unkritischen physikalischen bzw. chemischen Eigenschaften handelt.

Es ist gefunden worden, daß es günstig ist, wenn pro Quadratmeter Karton bei einer einseitigen Beschichtung zwischen 2 und 20 g der Dispersion aufgebracht ist. Die Eigenschaften der Wasserdampf- bzw. Fettbremse oder Sperre werden zum einen durch die Zusammensetzung der Dispersion bestimmt, auf der anderen Seite durch die Flächendichte der verwendeten Dispersion auf dem Karton. Unter Umständen ist es von Vorteil, eine absolute Dichtheit also eine Wasserdampf- und Fettsperre zu vermeiden, da sich dann der Wasserdampf des warm eingebrachten Gut in dem Karton an den Kartonwänden niederschlägt und unter Umständen eine Aufweichung des Karton bewirkt. Auf der anderen Seite soll ein ungebremstes Durchlassen des Wasserdampfes ebenfalls vermieden werden, da dadurch das eingepackte Gut, zum Beispiel eine Pizza oder dergleichen austrocknen kann.

Der erfindungsgemaße Vorschlag bezieht sich nicht nur auf einen beschichteten Karton, sondern auch auf eine Verpackung für Lebensmittel, insbesondere für frisch gebackene Pizza. Gerade bei frisch zubereiteten Lebensmittel wie heiße Pizza oder Pasta und ähnlichem wird an das Verpackungsgut eine Vielzahl unterschiedlicher Anforderungen gestellt. Es wird gewünscht, daß die Stabilität des Kartons einen zuverlässigen Transport gewährleistet. Auf der anderen Seite soll in dem Karton ein Klima herrschen, insbesondere eine Luftfeuchtigkeit, durch welches sichergestellt ist, daß die Pizza nach längerem Transport in einem optimalen Zustand ist. Es wird auch angestrebt, die heiß verpackte Pizza abkühlen zu lassen um danach die Pizza mit dem Karton einzugefrieren. Hieraus ergibt sich eine hohe Anforderung an den Karton aufgrund des recht beachtlichen Temperaturintervalls (- 30°C bis + 300°C) in welchem die Verpackung verwendet werden soll. Die erfindungsgemäße Verpackung mit dem eingangs vorgeschlagenen beschichteten Karton erfüllt diese Anforderung optimal. Der verwendete Karton ist lebensmittelverträglich und temperaturstabil, wobei insbesondere ein Angefrieren der Pizza an der Oberfläche vermieden wird und selbst die tiefgefrorene Pizza ist mit dem Karton zusammen in der Mikrowelle erhitzbar.

Es ist gefunden worden, daß es vorteilhaft ist, wenn die Beschichtung auf der dem Lebensmittel zugewandten Verpackungsseite vorgesehen ist. Durch eine solche Ausgestaltung wird zuverlässig erreicht, daß ein Eindringen von flüchtigen, löslichen Bestandteilen von außen in den Verpackungsraum vermieden wird. Zur Erhöhung der Brems- bzw. Sperrwirkung ist auch eine Beschichtung der Verpackungsaußenseite möglich.

Es ist gefunden worden, daß es von Vorteil ist, wenn die Verpackung einen Verpackungsboden und einen Verpackungsdeckel aufweist und die Dispersionsbeschichtungsdichte am Verpackungsboden gleich oder höher ist als an dem Verpackungsdeckel. Die Anforderungen an den Verpackungsboden sind in der Regel höher, da bei normaler Lagerung der Boden hier mit dem zu verpackenden Lebensmittel bzw. daraus austretenden Flüssigkeiten und dergleichen Verstärkt in Kontakt kommt. Um eine optimale Verpackung zu gewährleisten bei gleichzeitig optimalen Einsatz der Dispersion ist es günstig, daß der Boden eine gleiche oder höhere Dispersionsbeschichtungsdichte aufweist als der Verpackungsdeckel. Als Dispersionsbeschichtungsdichte wird hierbei die Oberflächenkonzentration, bzw. Oberflächendichte von Dispersion auf dem Karton angesehen.

Bei einer Konzentration von 5 - 8 g pro Quadratmeter ist gefunden worden, daß an dem Verpackungsboden ein Durchnässen des Bodens zuverlässig vermieden wird, auch wenn auf dem Boden ein erwärmtes Lebensmittel aufgelegt wird, was zu einem kurzzeitigen Anschmelzen der Paraffinbestandteile und somit zu einem Öffnen der Oberflächenbeschichtung führen kann.

Es wird nicht nur ein Karton bzw. die Verwendung des Kartons als Verpackung vorgeschlagen, sondern die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von beschichteten Karton.

Es ist gefunden worden, daß es von Vorteil ist, wenn auf dem Karton die Dispersion aufgebracht wird und danach der Karton getrocknet wird. Durch die Trocknung werden zwei Effekte erreicht. Zum einen wird das Dispersionsmittel Wasser, oder ein anderes Dispersionsmittel, aus dem Karton entfernt und zum anderen wird erreicht, daß die Paraffin-Anteile zum Schmelzen gebracht werden. Dementsprechend wird eine gewisse Temeraturhöhe angestrebt oberhalb der die Paraffin-Anteile schmelzen. Durch das Abkühlen des geschmolzenen Paraffins wird eine im wesentlichen geschlossene Oberfläche erzeugt. Als günstig ist hierbei gefunden worden, daß der Karton auf einer Temeratur von ca. 180° C getrocknet wird. Die Energieaufnahme des Kartons wird hierbei bestimmt durch die Zeitdauer der Trocknung und dem Temperaturniveau. Ein zum Beispiel kurzzeitiges Erwärmen des Kartons auf 180° C bewirkt zum einen ein optimales Austrocknen des Dispersionsmittels und ein gleichzeitiges Verschmelzen der Paraffin-Anteile.

Ein gleicher Effekt kann aber auch dadurch erreicht werden, daß die Dispersion vor dem Aufbringen auf dem Karton erwärmt wird.

Hierbei ist zu beachten, daß die Dispersion auf ein Temeraturniveau gebracht wird um einen möglichst großen Anteil an Paraffin zum Schmelzen zu bringen. Beim Abkühlen des Kartons bzw. der Dispersion wird dann ebenfalls eine quasi Kristallisation der Paraffin-Moleküle erreicht, was zu einer geschlossenen Beschichtung führt.

Es ist hierbei gefunden worden, daß es günstig ist, den Karton entweder durch eine Heißluftheizung oder durch eine Infrarotheizung zu trocknen. Es ist natürlich auch die gleichzeitige Verwendung dieser beiden Heizungen möglich. Der Effekt der beiden Heizungen ist im Prinzip unterschiedlich, da ein Heißluftgebläse Luft einer gewissen Temperatur an die Kartonoberfläche bläst und den Karton somit von der Oberfläche her trocknet. Der Effekt einer Infrarotheizung liegt darin, daß die elektromagnetischen Strahlen eine gewisse Eindringtiefe in den Karton aufweisen und damit eine Tiefentrocknung bewirken. Durch die geschickte Wahl dieser beiden Heiztechniken ist es auch möglich, ein optimales Austrocknen der Dispersionsmittel bei gleichzeitiger optimaler Oberflächenstruktur des Copolymer-Paraffin-Gemisches zu erreichen.

Die Verwendung der Heizung bewirkt auch, daß nach dem Fertigungsprozeß die zu Packungen zerschnittenen Kartons problemlos aufeinander gestapelt werden können und ein Verkleben dieser Kartons nicht erfolgt.

Auch ist gefunden worden, daß es günstig ist, daß der Karton als Endlosware hergestellt wird und der Karton rechtwinklig zur endlosen Erstreckung des Kartons eine variable Dispersionsbeschichtungsdichte aufweist. Durch ein entsprechendes Mittel, welches zum Auftragen der Dispersion auf den Karton eingesetzt wird, wird erreicht, daß im Bodenbereich des aus dem Karton zu fertigenden Verpackung beispielsweise eine höhere Dispersionbeschichtungsdichte vorgesehen ist als im Deckelbereich des Kartons. Mit einer solchen Ausgestaltung wird die Dispersion optimal verwendet und eine rationelle Herstellung gewährleistet.

Desweiteren betrifft die Erfindung auch eine Vorrichtung für die Herstellung eines beschichteten Karton. Hierbei ist es günstig, wenn eine Andruckrolle die Dispersion von unten auf den Karton aufbringt. Bei einer solche Ausgestaltung wird überflüssige Dispersion problemlos von dem Karton wieder entfernt, da diese leicht abläuft. Hierbei ist es von Vorteil, daß die verwendete Dispersion dünnflüssig ist und dadurch bekannte Drucktechniken problemlos einsetzbar sind.

Durch die Verwendung einer Rakel, welche die Dispersion auf die Aufdruckrolle aufbringt, wird erreicht, daß auf der Aufdruckrolle eine genau definierte Dispersionsmenge zum Aufdrucken auf den Karton zur Verfügung steht. Die Rakel wirkt hier als Egalisierungsvorrichtung für die Dispersion und bewirkt weiterhin letztendlich die Dispersionsbeschichtungsdichte auf dem Karton. Die Funktion einer Rakel kann hierbei zum Beispiel durch eine Rollrakel oder aber auch durch einen einfachen Spachtel oder einer entsprechenden Abstreichvorrichtung erbracht werden.

Es ist gefunden worden, daß es vorteilhaft ist, wenn die Achsen der Aufdruckrolle und der Rakel gegeneinander verstellbar sind und dadurch eine variable Dispersionsbeschichtungsdichte auf dem Karton erzeugt. Als Achse der Rakel ist hierbei gleichwirkend auch die Kante eines Spachtels anzusehen, welche die Dispersion auf die Aufdruckrolle aufbringt. Auch ist es gleichwirkend, wenn die Rakel in bestimmten Beschichtungs- oder Bedrucktechniken die Dispersion direkt auf den Karton aufbringt.

Durch ein Verstellen der Achsen ist es möglich die Beschichtungsdichte einzustellen. Es ist auch möglich, Rollrakel bzw. Andruckrollen mit unterschiedlichen Durchmessern im Bereich der Boden- bzw. Deckelpartie des Kartons zu verwenden um dadurch einen variable Dispersionsbeschichtungsdichte auf dem Karton zu erreichen.

Desweiteren ist gefunden worden, daß es günstig ist, in Förderrichtung hinter der Andruckrolle ein Spachtel vorzusehen, der die Dispersion auf dem Karton verstreicht. Durch eine solche Ausgestaltung wird eine hohe Homogenität der Dispersion auf dem Karton erreicht. An dem Spachtel kann wiederum eine Vorrichtung vorgesehen werden um die Dispersionsbeschichtungsdichte entsprechend einzustellen.

Es ist günstig, wenn die für das Trocknen des Kartons vorgesehene Heizung über dem Karton angeordnet ist und der Karton nach der Beschichtung umgelenkt wird. Durch eine solche Ausgestaltung können die nach dem Trocknen abgelösten, angewärmten Bestandteile ohne Behinderung des Kartons nach oben entweichen.

In der Zeichnung ist die Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1, 2, 3
einen Querschnitt der verschiedenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Kartons,
Fig. 4
in einer schematischen Darstellung eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens zur Herstellung des erfindungsgemäßen Kartons.

In Fig. 1 ist angedeutet, daß die Beschichtung 2 auf dem Karton 1 aufgebracht ist. Eine Durchdringung des Kartons 1 durch die Beschichtung 2, also der Dispersion erfolgt fast nicht bzw. nicht. Die Dicke der Schicht 2 ist im µm-Bereich, wo hingegen der Karton eine Stärke von einigen Zentel Millimeter bis zu einem Millimeter und mehr aufweisen kann.

In Fig. 2 ist angedeutet, daß ein gewisser Anteil der Beschichtung 20 in den Karton 1 eingedrungen ist aber ein weiterer Anteil 21 auf dem Karton 1 aufliegt.

In Fig. 3 ist gezeigt, daß die Beschichtung 22 vollständig in den Karton 1 eingedrungen ist und so die Dicke des Kartons 1 nicht verändert. Diese drei Ausgestaltungen der Beschichtung entspricht dem hier vorgestellten erfindungsgemäß beschichteten Karton. Je nach Wahl der Prozeßparameter und der Zusammensetzung der Dispersion wird entweder eine äußere Beschichtung auf den Karton 1 gemäß Fig. 1 erzielt, oder ein Teil der Beschichtung 2 dringt in den Karton 1 ein wie in Fig. 2 gezeigt, oder aber ein vollkommenes Eindringen der Beschichtung 22 in den Karton 1 (Fig. 3) wird erreicht. In allen drei vorgestellten Fällen werden aber die erfindungsgemäßen Eigenschaften voll erreicht, das heißt es wird eine wirksame Wasserdampfbzw. Fettbremse oder Sperre realisiert.

Durch die Verwendung der Beschichtung wird erreicht, daß Fasern des Kartons nicht mehr aus dem Karton hervorstehen und ein Herauslösen dieser Fasern oder größerer Fasernstücke bzw. Kartonstücke durch den Verkleben des aufgelegten Gutes mit dem Karton verhindert wird.

In Fig. 4 wird das Herstellungsverfahren, bzw. die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens des erfindungsgemäßen Kartons schematisch gezeigt. Auf einer Walze 10 wird der Karton 1 als Endlosware vorgehalten und abgezogen. Die Förderrichtung des Kartons durch die Beschichtungsvorrichtung 3 ist mit dem Pfeil 30 angedeutet.

Für die Umlenkung des Kartons nach dem Abzug des Kartons von der Walze 10 sind mehrere Umlenkrollen 31 vorgesehen.

Für ein optimales Beschichtungsergebnis ist gefunden worden, die Dispersion 4, welche die Beschichtung 2 erzeugt, von unten auf den Karton 1 aufzubringen. Hierzu wird die Disperison 4 in einem zum Beispiel hier wannenartig ausgestalteten Behälter 40 vorgehalten. Durch eine am Boden des Behälters 40 angeschlossene Entnahmeleitung 41 wird die Dispersion 4 über eine Pumpe 42 abgesaugt und der Andruckrolle 5 zugeleitet. Überschüssige Dispersion kann hierbei von der Andruckrolle 5, welche über dem Auffangbehälter 40 angeordnet ist, in diesem abtropfen. Die Andruckrolle 5 bringt die Dispersion auf der Unterseite 11 des Kartons 1 auf.

Auf der Oberseite 12 des Kartons 1 ist gegenüber der Andruckrolle 5 eine Widerlagerrolle 50 angeordnet.

Für ein optimales Verteilen der Dispersion ist am Ende der Entnahmeleitung 41 ein entsprechender nicht weiter dargestellter Verteiler vorgesehen.

Für der Einstellung der aufzubringenden Dispersionsbeschichtungsdichte dient die Rakel 6. Diese Rakel 6 ist hier zum Beispiel als Rollrakel 60 ausgestaltet, wobei das Ende der Entnahmeleitung 41 in dem Zwischenraum 51 zwischen der Andruckrolle 5 und dem Rakel 6 mündet.

Um die Dispersionsbeschichtungsdichte zu verändern ist vorgesehen, daß die Achse 52 der Andruckrolle 5 bzw. die Achse 61 der Rollrakel 60 gegeneinander verstellbar sind. Dadurch kann die auf die Andruckrolle 5 aufgebrachte Dispersionsmenge eingestellt werden.

In Förderrichtung 30 hinter der Andruckrolle 5 ist ein Anstreichspachtel 7 vorgesehen. Dieser Spachtel 7 streicht überflüssige Dispersion 4 ab, die wiederum in den Auffangbehälter 40 abläuft. Der Abstreichspachtel 7 ist einstellbar und drückt hierbei wiederum gegen ein Widerlager 70.

Nach dem Spachtel 7 sind zwei Wenderollen 32 vorgesehen, welche den Karton von der Unterseite auf die Oberseite wenden. Dies kann auch mit einer Wenderolle 32 erfolgen.

Die dann oben liegende Unterseite 11 wird durch über dem Karton 1 angeordnete Heizungen 8 getrocknet. Es ist eine Infrarotheizung 80 vorgesehen, die durch Strahlungswärme eine Tiefentrocknung erreicht. Hiernach ist eine Heißluftheizung 81 vorgesehen. Um den erfindungsgemäßen Effekt zu erreichen ist es ausreichend nur eine dieser Heizungen 8 zu verwenden.

Nach der Trocknung des Kartons 1 ist ein Schneidwerk 9 vorgesehen, welches die fertig beschichteten und eventuell auch auf der Oberseite bedruckten Kartons konfektioniert und in eine ensprechende Ablagevorrichtung 33 ausgibt.

Das Schneidwerk 9 kann hierbei als Stanze ausgebildet sein und aus dem Karton 1 entsprechende Zuschnitte für Verpackungen 13 erstellen.

Die Beschichtungsdichte kann auch durch entsprechende Wahl der Vorschubgeschwindigkeit des Kartons bzw. der Andruckrolle bestimmt werden.

Die jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind Versuche zur Formulierung ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Schutzes.

Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten Rückbeziehungen weisen auf die weitere Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen Unteranspruches hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen.

Merkmale, die bislang nur in der Beschreibung offenbart wurden, können im Laufe des Verfahrens als von erfindungswesentlicher Bedeutung, zum Beispiel zur Abgrenzung vom Stand der Technik beansprucht werden.


Anspruch[de]
  1. Beschichteter Karton, wobei die Beschichtung mindestens eine Wasserdampf- und/oder Fettbremse bewirkt, dadurch gekennzeichnet, daß als Beschichtung eine Dispersion aus Copolymeren und Paraffinen vorgesehen ist.
  2. Beschichteter Karton nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an Copolymeren geringer ist als der Anteil an Paraffinen.
  3. Beschichteter Karton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß pro Quadratmeter Karton bei einer einseitigen Beschichtung zwischen 2 und 20 g der Dispersion aufgebracht ist.
  4. Beschichteter Karton nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Dispersionsmittel der Dispersion Wasser vorgesehen ist.
  5. Beschichteter Karton nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil von Copolymeren und Paraffinen in der Dispersion zwischen 20 % und 40 %, beispielsweise bei 30 % ist.
  6. Verpackung für Lebensmittel, insbesondere für frisch gebackene Pizza, wobei die Verpackung aus einem beschichteten Karton nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche besteht.
  7. Verpackung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung auf der, dem Lebensmittel zugewandten Verpackungsseite vorgesehen ist.
  8. Verpackung nach einem oder beiden der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verpackung einen Verpackungsboden und einen Verpackungsdeckel aufweist und die Dispersionsbeschichtungsdichte am Verpackungsboden gleich oder höher ist als an dem Verpackungsdeckel.
  9. Verpackung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Verpackungsboden eine Dispersionsbeschichtung von 5 bis 8 g pro Quadratmeter vorgesehen ist.
  10. Verpackung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß am Verpackungsdeckel eine Dispersionsbeschichtung von 3 bis 5 g pro Quadratmeter vorgesehen ist.
  11. Verfahren zur Herstellung von beschichteten Karton nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Karton die Dispersion aufgebracht wird und danach der Karton getrocknet wird.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Karton durch eine Heißluftheizung getrocknet wird.
  13. Verfahren nach einem oder beiden der Ansprüche 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Karton durch eine Infrarotheizung getrocknet wird.
  14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Karton bei einer Temperatur von ca. 180°C getrocknet wird.
  15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Karton als Endlosware hergestellt wird und der Karton rechtwinklig zur endlosen Erstreckung des Kartons eine variable Dispersionsbeschichtungsdichte aufweist.
  16. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Dispersion vor dem Aufbringen auf den Karton erwärmt wird.
  17. Vorrichtung für die Herstellung eines beschichteten Kartons nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Andruckrolle (5) die Dispersion (4) von unten (11) auf den Karton (1) aufbringt.
  18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß eine Rakel (6) die Dispersion (4) auf die Aufdruckrolle (5) aufbringt.
  19. Vorrichtung nach einen oder beiden Ansprüchen 17 und 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen (52,61) der Aufdruckrolle (5) und der Rakel (6) gegeneinander verstellbar sind und dadurch eine variable Dispersionsbeschichtungsdichte auf dem Karton (1) erzeugt.
  20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß in Förderrichtung (30) hinter der Andruckrolle (5) ein Spachtel (7) vorgesehen ist und die Dispersion (4) auf dem Karton (1) verstreicht.
  21. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die für das Trocknen des Kartons vorgesehene Heizung (8) über dem Karton (1) angeordnet ist und der Karton (1) nach der Beschichtung umgelenkt (32) wird.






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