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Dokumentenidentifikation DE69316752T2 10.06.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0647486
Titel Walzwerk
Anmelder Mitsubishi Jukogyo K.K., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Hashimoto, Shoichi, c/o Mitsubishi Jukogyo K. K., Hiroshima-shi, Hiroshima-ken, JP;
Hayashi, Kanji, c/o Mitsubishi Jukogyo K. K., Hiroshima-shi, Hiroshima-ken, JP;
Kajihara, Tetsuo, c/o Mitsubishi Jukogyo K. K, Hiroshima-shi, Hiroshima-ken, JP;
Morimoto, Kazuo, c/o Mitsubishi Jukogyo K. K., Hiroshima-shi, Hiroshima-ken, JP;
Kaneko, Toru, Kashima-gun, Ibaraki-ken, JP;
Kamata, Shunji, Kashima-gun, Ibaraki-ken, JP;
Koga, Tadashi, Sawara-shi, Chiba-ken, JP;
Kaga, Yuji, Hoshin-Ryo C-206, Kashima-gun, Ibaraki-ken, JP
Vertreter Henkel, Feiler & Hänzel, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69316752
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 08.10.1993
EP-Aktenzeichen 931163695
EP-Offenlegungsdatum 12.04.1995
EP date of grant 28.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.06.1998
IPC-Hauptklasse B21B 13/02

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Walzwerk mit einer Walzenkreuzungs- oder -schränkvorrichtung, wie es im Oberbegriff von Anspruch 1 definiert ist.

2. Beschreibung des Stands der Technik

Fig. 8 veranschaulicht einen allgemeinen Grundgedanken eines Beispiels eines Schrägwalzen-Walzwerks nach dem Stand der Technik, bei dem obere und untere Arbeitswalzen 11 und Stützwalzen 21 einander kreuzend eingestellt sind, indem sie zwischen den oberen und unteren Walzen um ihre zentralen Teile in der Axialrichtung der Walzen in zueinander entgegengesetzte Richtungen gedreht sind, wobei eine Band- bzw. Blechwölbung eines Walzguts S durch Einstellung dieses Kreuzungswinkels kontrolliert, d.h. gesteuert wird.

Zudem zeigt Fig. 9 im Schnitt eine Stützwalze bei einem Beispiel eines Mantelwalzen(typ)-Walzwerks nach dem Stand der Technik; diese Stützwalze 10 besteht aus einer Walzenstützwelle 1, die mit einem zentralen Exzenterabschnitt 2, mittleren oder Zwischen-Exzenterabschnitten 3 und gegenüberliegenden End-Exzenterabschnitten 4 versehen und drehbar ist, Außenringen 5, die längs ihrer Axialrichtung in fünf Stütze unterteilt und jeweils über Rollen- oder Wälzlager 5 in frei drehbarer Weise um die jeweiligen Exzenterabschnitte, d.h. die geteilten Walzen 7, 8 und 9, herum aufgesetzt sind, und einem diese jeweiligen geteilten Walzen 7, 8 und 9 aufnehmenden Mantel 6, der bei der Drehung der Arbeitswalzen 11 mit diesen jeweiligen geteilten Walzen 7, 8 und 9 mitdrehbar ist.

Fig. 10 veranschaulicht Exzentrizitätszustände der Zentren C&sub2;, C&sub3; und C&sub4; der jeweiligen Exzenterabschnitte 2, 3 und (bzw.) 4 in bezug auf die Achse C&sub1; der Walzenstützwelle 1 und die Rotationsorte oder -bahnen (loci) der jeweiligen geteilten Walzen 7, 8 und 9, während Balligkeitsprofile der Arbeitswalze 11 bei jeweiligen Rotationswinkeln in Fig. 11 dargestellt sind. Eine Blechkonfiguration eines Walzguts S wird dabei durch Niederpressen oder Anstellen der Arbeitswalze 11 mit der auf einen zweckmäßigen Winkel gedrehten Walzenstützwelle 1 kontrolliert.

Beim geschilderten Stand der Technik ist jedoch das in Fig. 8 dargestellte bekannte Schrägwalzen-Walzwerk mit dem Mangel behaftet, daß dabei zwar eine Blechwölbung, wie einfache Zentraldehnung, und Enddehnung o.dgl. eines Walzguts durch Spalteinstellung zwischen den oberen und unteren Arbeitswalzen, entsprechend einer durch Walzenbiegung verursachten V-förmigen Balligkeit, kontrolliert werden kann, während eine komplexe Dehnung, bei welcher Zentral-, Mitten-, Enddehnung und dgl. gleichzeitig vorliegen, nicht kontrolliert werden kann.

Ein Walzwerk mit den oben anhand der Fig. 9 bis 11 erläuterten Mantel-Stützwalzen ist zudem mit dem Mangel behaftet, daß zwar die obengenannte komplexe Dehnung durch Ausbilden einer V-, W-, A- oder M-förmigen Balligkeit kontrolliert werden kann; wenn jedoch die Exzentrizitätsgrößen der jeweiligen geteilten Walzen zu groß eingestellt werden, um ein Balligkeitsprofil groß zu gestalten, nehmen die von den jeweiligen Wälz- oder Rollenlagern aufgenommenen Belastungen zu, wodurch die Betriebslebensdauer der Wälzlager und des Mantels herabgesetzt wird.

Aus der JP-A-61-202 704 und der JP-A-57-025 206 ist ein Schrägwalzen-Walzwerk (CM) mit einem Paar oberer und unterer Arbeitswalzen, die mit oberen und unteren Stützwalzen versehen sind, bekannt. Die Arbeitswalzen sind an ihren jeweiligen Enden mit einer Biegevorrichtung versehen, und die Stützwalzen sind Walzen mit variabler Balligkeit (VCR), die durch einen auf eine Spindel aufgesetzten oder aufgepaßten Mantel und eine dazwischen vorgesehene zylindrische Kammer, die mit Hydraulikdruck zum elastischen Verformen der Stützwalze beschickbar ist, gebildet sind.

Die allgemeine Ausgestaltung einer Mantel-Stützwalze (SBUR) ist in der JP-A-2-284 711 und der JP-A-3-138 006 beschrieben, allerdings nur in Verbindung mit einem regulären (Paralleltyp-)Walzwerk.

ABRISS DER ERFINDUNG:

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Schaffung eines Walzwerks, bei dem eine Steuerung von extrem verschiedenartigen Balligkeitsprofilen für die Arbeitswalzen realisierbar ist.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Walzwerk mit einer Walzenkreuzungs- oder -schränkvorrichtung, um jeweilige Achsen von oberen und unteren Arbeitswalzen sowie oberen und unteren Stützwalzen, die in Umfangsberührung mit den Arbeitswalzen gehalten sind, einander in einer Ebene parallel zu einer ausgewalzten Blechoberfläche kreuzen zu lassen, wobei die obere und/oder untere Stützwalze(n) als Mantel(typ)-Stützwalze(n) ausgebildet ist/sind, wobei die Stützwalze in ihrer Axialrichtung in drei oder mehr Walzen unterteilt ist, welche mehreren geteilten Walzen exzentrisch gehalten auf einer Walzenstützwelle, deren Drehwinkel verstellbar ist, drehbar gelagert sind, und die mehreren geteilten Walzen sämtlich in einem Mantel untergebracht sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform dieses Walzwerks enthält dieses Antriebseinrichtungen zum Drehen der Arbeitswalzen in der Normal- und der Gegenrichtung, und um ein ausgewalztes Metallblechwerkstück zwischen den Arbeitswalzen hin und her laufen zu lassen.

Gemäß der vorliegenden Erfindung kann ein reversierbares Walzwerk, bei dem die Arbeitswalzen in der Normal- und der Gegenrichtung gedreht werden und ein ausgewalztes (auszuwalzendes) Metallblech zwischen den Arbeitswalzen zum Hin- und Herlaufen gebracht wird, geformt werden.

Darüber hinaus kann das Walzwerk gemäß der vorliegenden Erfindung mit der oben umrissenen Konstruktion seine Konfigurations- oder Formsteuerfähigkeit wirksam entfalten, wenn es an der Stelle angeordnet ist oder wird, wo ein ein Enderzeugnis bildendes Walzgut ausgewalzt werden soll, d.h. als Hinter- oder Endstufenwalzwerk mit mindestens der letzten Stufe in einer Straße eines reversierbaren Walzwerks sowie Stahlband-Kalt- oder -Warmwalzwerken.

Das Walzwerk gemäß der vorliegenden Erfindung kann zudem so ausgelegt sein, daß die Mantel-Stützwalze mit der oben beschriebenen Konstruktion als (jeweils) eine der oberen und unteren Stützwalzen verwendet wird.

Wie oben beschrieben, können mit dem Walzwerk gemäß der vorliegenden Erfindung eine Blechwölbung eines Walzguts sowie komplexe Blechkonfigurations- oder -profildefekte, wie komplexe Dehnungen o.dgl., gleichzeitig kontrolliert werden, indem mindestens eine der oberen und unteren Stützwalzen, die mit Arbeitswalzen in Umfangsberührung gehalten sind, als eine Mantel(typ)-Stützwalze geformt wird, ein Balligkeitsprofil an der Arbeitswalze durch Anstellen (depressing) dieser Stützwalze gebildet wird, ferner zumindest die oberen und unteren Arbeitswalzen einander kreuzend eingestellt werden, der Kreuzungswinkel eingestellt wird und ein optimales Balligkeitsprofil an der Arbeitswalze durch Hinzufügen einer V-förmigen Balligkeit zum obengenannten Balligkeitsprofil geformt wird.

Die oben angegebene sowie weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich noch deutlicher aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform dieser Erfindung anhand der beigefügten zeichnungen.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN:

In den beigefügten zeichnungen zeigen:

Fig. 1 eine teilweise weggeschnittene Seitenansicht eines wesentlichen Teils eines Walzwerks gemäß der vorliegenden Erfindung mit einer Walzenkreuzungs- oder -schränkvorrichtung sowie Mantel(typ)- Stützwalzen,

Fig. 2 eine teilweise weggeschnittene Vorderansicht des Walzwerks nach Fig. 1,

Fig. 3 eine graphische Darstellung von Balligkeitsprofilen, die in einem Walzwerk gemäß einer bevorzugten Ausführungsform dieser Erfindung realisiert sind,

Fig. 4 eine schematische Querschnittansicht einer Blechwölbung in einem ausgewaizten Blech,

Fig. 5 eine Darstellung von Abmessungen von Walzwerken, die für die numerische Berechnung eines kontrollier- bzw. steuerbaren Bereichs einer Blechwölbung mit Hilfe von drei Arten von Walzwerken benutzt wurden,

Fig. 6 eine graphische Darstellung von Ergebnissen der Berechnung eines kontrollier- bzw. steuerbaren Bereichs einer Blechwölbung mit Hilfe von drei Arten von Walzwerken,

Fig. 7 eine graphische Darstellung einer Wölbung eines ausgewalzten Blechs für den Fall, daß verschiedene Wölbungs- ader Balligkeitssteuerfunktionen in einem Walzwerk gemäß dieser Erfindung eingesetzt wurden,

Fig. 8 eine schematische Seitenansicht zur Darstellung eines allgemeinen Grundgedankens eines Beispiels eines Schrägwalzen-Walzwerks nach dem Stand der Technik,

Fig. 9 eine teilweise im Schnitt gehaltene Seitenansicht einer Stützwalze bei einem Beispiel eines Schrägwalzen-Walzwerks nach dem Stand der Technik,

Fig. 10 eine schematische Darstellung des Versatzes von Achsen jeweiliger geteilter, exzentrischer Walzen in bezug auf eine Achse einer Walzenstützwelle sowie der Rotationsorte oder -bahnen der betreffenden geteilten, exzentrischen Walzen innerhalb einer Mantelwalze und

Fig. 11 verschiedene Balligkeitsprofile, die durch die Mantel-Stützwalze in ihren verschiedenen Drehwinkelstellungen geformt werden.

BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM

Im folgenden ist die vorliegende Erfindung in Verbindung mit einer bevorzugten Ausführungsform derselben anhand der Fig. 1 bis 7 näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, daß in diesen Figuren Elemente und Teile, die zu denen der herkömmlichen Vorrichtung gemäß den Fig. 8 bis 11 gleichwertig sind, mit den gleichen Bezugsziffern wie dort bezeichnet und nicht mehr im einzelnen beschrieben sind.

In den Fig. 1 und 2 steht die Bezugsziffer 12 für obere und untere Arbeitswalzen-Einbaustücke, die jeweils obere bzw. untere Arbeitswalzen tragen bzw. lagern. Die Achsen der oberen und unteren Arbeitswalzen 11 sind so angeordnet, daß sie einander in einer Ebene parallel zu einer Blechoberfläche des ausgewalzten Blechguts überkreuzen bzw. schneiden. Mit der Bezugsziffer 13 sind obere und untere Stützwalzen- Einbaustücke bezeichnet, die jeweils Stützwalzen-Stützwellen 1 von oberen und unteren Stützwalzen 10 lagern, die mit den Arbeitswalzen 11 in Umfangsberührung gehalten sind.

Bei der dargestellten Ausführungsform sind die Stützwalzen 10 ebenfalls so angeordnet, daß ihre Achsen einander kreuzen bzw. schneiden.

Die Arbeitswalzen-Einbaustücke 12 und die Stützwalzen- Einbaustücke 13 sind so montiert, daß sie in der Vertikalrichtung in jeweiligen Querköpfen 14 verschiebbar geführt sind, welche ihrerseits in der Richtung einer Linie innerhalb der beiden Innenabschnitte eines Gehäuses 20 verschiebbar eingelassen oder eingesetzt sind.

Die Bezugsziffer 15 steht für Hydraulikzylinder, die an den jeweiligen beiden Außenabschnitten des Gehäuses 20 fest angeordnet sind und deren Kolben-Stangenabschnitte 16 das Gehäuse 20 durchsetzen und mit den jeweiligen Querköpfen 14 verbunden sind.

Die Bezugsziffer 17 steht für Schneckenräder, die jeweils auf die oberen und unteren Walzenstützwellen 1 aufgesetzt und daran befestigt sind; die Ziffer 18 bezeichnet Schnecken, die durch nicht dargestellte Antriebseinheiten in Drehung versetzt werden.

Die Stützwalze 10 ist, ähnlich wie bei der bisher bekannten Vorrichtung bzw. Anordnung gemäß Fig. 9, aus einer mit einem zentralen Exzenterabschnitt 2, mittleren oder Zwischen-Exzenterabschnitten 3 und gegenüberliegenden End- Exzenterabschnitten 4 versehenen, drehbaren Walzenstützwelle 1, Außenringen, die längs der Axialrichtung in fünf Stücke unterteilt und jeweils drehbar um die betreffenden Exzenterabschnitte 2, 3 und 4 über Rollen- oder Wälzlager 5 aufgesetzt sind, d.h. geteilten Walzen 7, 8 und 9, und einem diese jeweiligen geteilten Walzen 7, 8 und 9 aufnehmenden und sich bei der Drehung der Arbeitswalze 11 mit den jeweiligen geteilten Walzen 7, 8 und 9 mitdrehenden Mantel 6 zusammengesetzt. Die Bezugsziffer 7 steht fur eine zentrale geteilte Walze, die Ziffer 8 bezeichnet geteilte Zwischenwalzen, und die Ziffer 9 steht für gegenüberliegende geteilte Endwalzen.

Im folgenden ist die Arbeitsweise der dargestellten Vorrichtung beschrieben.

Beim Auswalzen eines auszuwalzenden Walzguts S werden die oberen und unteren Arbeitswalzen 11, die mit einander kreuzenden Achsen angeordnet sind, für Drehung angetrieben, wobei durch Drehen der Walzenstützwellen 1 der oberen und unteren Stützwalzen 10 über die Schnecken 18 und die Schneckenräder 17 an den oberen und unteren Arbeitswalzen 11 jeweils Balligkeitsprofile geformt oder eingestellt werden.

Wenn die V-förmige Balligkeit in diesem Balligkeitsprofil unzureichend ist, werden die oberen und unteren Arbeitswalzen 11 und Stützwalzen 10 mittels der Hydraulikzylinder 15 weiter um ihren zentralen Abschnitt in der Axialrichtung gedreht, um die oberen und unteren Walzen einander kreuzen zu lassen, wobei durch Einstellung dieses Kreuzungs- oder auch Schränkungswinkels eine fehlerhafte Blechform, wie Blechwölbung und komplexe Dehnung des Walzguts S, kontrolliert wird.

In einer abgewandelten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung könnte eine Mantel-Stützwalze nur an einer Seite der oberen und unteren Seiten angeordnet sein.

Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform könnten weiterhin nur die oberen und unteren Arbeitswalzen einander kreuzend eingestellt sein, ohne daß die Stützwalzen einander kreuzen.

Gemäß noch einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann diese ferner auf ein reversierbares Walzwerk angewandt werden, bei dem eine Antriebseinheit für Normal- und Gegendrehung der Arbeitswalzen und reversierbare Laufeinrichtungen (traveling equipments) in vorderem und hinterem Bereich des Walzwerks vorgesehen sind und in welchem das Auswalzen erfolgt, indem ein ausgewalztes (auszuwalzendes) Walzgut hin- und hergehend durch das Walzwerk geführt wird.

Das Walzwerk gemäß der vorliegenden Erfindung weist eine Blechformsteuerfähigkeit auf, die an jede Art einer fehlerhaften Blechform eines Walzguts anpaßbar ist. Demzufolge wird das erfindungsgemäße Walzwerk vorzugsweise an der Stelle aufgestellt, an welcher ein als Enderzeugnis benutztes Walzgut ausgewalzt wird, und es wird insbesondere bevorzugt in späteren bzw. nachgeschalteten Stufen mit mindestens einer Endstufe einer Straße von reversierbaren Walzwerken und Stahlband-Kalt- oder -Warmwalzwerken angeordnet.

Wenn beispielsweise eine Stützwalze mit der Konstruktion gemäß Fig. 9 in einem erfindungsgemäßen Walzwerk zur Darstellung der Balligkeitsmuster eingesetzt wurde, besaßen diese die in Fig. 3 gezeigten Vielfalten. In dieser Figur entspricht die mit "Exzentrizitätszustand" bezeichnete Spalte der Fig. 10, doch sind dabei aus Vereinfachungsgründen nur die Exzentrizitätspositionen der Zentren C&sub2;, C&sub3; und C&sub4; der jeweiligen Exzenterabschnitte 2, 3 bzw. 4 dargestellt. Außerdem zeigt die in Klammern stehende Bezeichnung (9 kleinerer Durchmesser) die Tatsache an, daß ein Balligkeitsmuster einer Feineinstellung durch Auswahl der Durchmesser der gegenüberliegenden geteilten End-Walzen 9 auf kleinere Durchmesser als bei den anderen beiden Arten (zentrale 7 und mittlere 8) von geteilten Walzen unterworfen wird. Aus Fig. 3 geht hervor, daß ein beliebiges oder willkürliches Balligkeitsmuster durch zweckmäßige Wahl des Exzentrizitätszustands geformt werden kann.

Um als nächstes eine Differenz in den Fähigkeiten zwischen dem erfindungsgemäßen Walzwerk, das mit einer Walzenkreuzungs- oder -schränkungsvorrichtung versehen ist und eine Mantel-Stützwalze aufweist, und dem bekannten Walzwerk mit nur einer Mantel-Stützwalze zu verdeutlichen, wurde ein steuerbarer Bereich (Einstellbereich) einer Blechwölbung bei einem üblichen Vierstufen-Walzwerk durch numerische Berechnung im einzelnen verglichen. Gemäß Fig. 4 ist eine Blechwölbung hierbei durch die folgenden numerischen Größen repräsentiert:

Blechwölbung eines Blechbreiten-Endabschnitts:

C&sub2; = hC - hE

Blechwölbung eines Viertelabschnitts: C&sub4; = hC - hQ

Hierbei bedeuten hC : Blechdicke eines zentralen Abschnitts in der Blechbreite

hQ : Blechdicke an einem Viertelpunkt (quarter point) einer Blechbreite

hE : Blechdicke an einer Stelle 25 mm von einem Blechende entfernt.

Als Bedingungen für die Berechnung sind Dimensionen bzw. Maße verschiedener Abschnitte eines Walzwerks in Fig. 5 und Tabelle 1 dargestellt.

Tabelle 1

Auswalzbedingungen sind drei Standardgrößen von Blechbreiten von 800 mm, 1300 mm und 2000 mm; eine Walzlast beträgt 0,8 tf/mm. Als eine Funktion für die Balligkeitssteuerung wurde beim herkömmlichen 4-Stufen-Walzwerk ein Kreuzungs- oder Schränkungswinkel eines Schrägwalzen-Walzwerks durch Arbeitswalzenbiegung auf 1,5º/1 Seite eingestellt, wobei eine Mantel-Stützwalze nur für eine der oberen und unteren Stützwalzen vorgesehen wurde.

Die Ergebnisse der Berechnung sind in Fig. 6 dargestellt. Die jeweiligen Waizwerksarten sind längs der Abszisse aufgetragen, wobei drei Arten von Walzwerken in Form eines Vierstufen-Walzwerks, eines Walzwerks mit Mantel- Stützwalze und eines weiteren Walzwerks mit Mantel-Stützwalze und mit Walzenkreuzungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung miteinander verglichen wurden. Eine untere Hälfte von Fig. 6 zeigt einen steuerbaren (einstellbaren) Bereich einer Blechwölbung C&sub2; im Blechbreiten-Endabschnitt, während eine obere Hälfte von Fig. 6 eine Steuergröße ΔC&sub4; einer Blechwölbung C&sub4; im Viertelabschnitt veranschaulicht. (Die Bedeutung von ΔC&sub4; wird später erläutert werden.) Aus dieser Figur geht hervor, daß gemäß der Walzenkreuzungs- oder - schränkungsmethode zwar ein steuerbarer Bereich der Blechwölbung C&sub2; erheblich erweitert sein kann, eine Steuergröße der Blechwölbung C&sub4; aber klein ist, während im Gegensatz dazu eine Steuergröße für die Blechwölbung C&sub4; mittels der Mantel-Stützwalze groß ist. Durch Einsetzen des erfindungsgemäßen Walzwerks, in welchem beide Typen bzw. Arten kombiniert sind, kann demzufolge eine fehlerhafte Form des Walzguts einer jeden Art berücksichtigt werden.

Eine genauere Verdeutlichung der Ergebnisse der Berechnung gemäß Fig. 6 in bezug auf den Fall einer Blechbreite von 2000 mm findet sich in Fig. 7. In Fig. 7 ist eine Wölbung eines Blechs bei Anwendung verschiedener Wölbungskontroll- bzw. -steuerfunktionen veranschaulicht, indem die Blechwölbung C&sub2; im Blechbreiten-Endabschnitt auf der Ordinate und die Blechwölbung C4 im Viertelabschnitt auf der Abszisse aufgetragen sind. Ein durch Verbindung von Punkten A, B, C und D geformter Rhombus repräsentiert beispielsweise die Änderung einer Blechwölbung für den Fall, daß eine Mantel-Stützwalze um eine Umdrehung gedreht wird, während ein Walzenkreuzungswinkel auf 0º festgelegt ist. Wenn der Kreuzungswinkel von 0º aus vergrößert wird, verschiebt sich der eine Blechwölbung repräsentierende Koordinatenpunkt fortlaufend in der Richtung nach links, wobei eine Blechwölbung dann, wenn die Mantel-Stützwalze bei mit 1,5º festgelegtem Kreuzungswinkel um eine Umdrehung gedreht wird, durch Punkte A', B', C' und D' angegeben ist.

Wenn somit ein Balligkeitsprofil einer Stützwalze festgelegt ist oder wird, verschiebt sich entsprechend der Walzenkreuzung oder -schränkung eine Blechwölbung nur auf einer geraden, z.B. die Punkte C und C' verbindenden Linie.

Durch Änderung eines Balligkeitsprofils und Verändern eines Kreuzungs- bzw. Schränkungswinkels mit Hilfe von Mantel-Stützwalzen kann eine Blechwölbung andererseits einen beliebigen oder willkürlichen Punkt innerhalb eines Sechsecks annehmen, das durch Verbindung der Punkte A, B, B', D', C' und C geformt ist. Die Viertelabschnitt- Blechwölbungssteuergröße ΔC&sub4; gemäß der oberen Hälfte von Fig. 6 repräsentiert eine Breite in der Richtung der Abszisse dieses Sechsecks.

Da - wie vorstehend im einzelnen beschrieben - beim Walzwerk gemäß der vorliegenden Erfindung eine V-förmige Balligkeit weiterhin zu den V-, W-, A- und M-förmigen Balligkeitsprofilen, die durch die Mantel-Stützwalzen geformt bzw. festgelegt werden, aufgrund des Vorsehens sowohl einer Walzenkreuzungs- bzw. -schränkungsvorrichtung als auch von Mantelstützwalzen hinzugefügt werden kann, sind die jeweiligen Wölbungs- oder Balligkeitsprofile weiter diversifiziert, wobei eine Blechwölbung eines Walzguts und komplexe Blechkonfigurationsdefekte, wie zusammengesetzte oder Mehrfach-Dehnungen, gleichzeitig kontrolliert werden können

Darüber hinaus wird es möglich, eine Blechkonfiguration bzw. -form auch dann in ausreichendem Maße zu kontrollieren, wenn die Exzentrizitätsgrößen der jeweiligen geteilten Walzen nicht vergrößert sind oder werden, so daß die Betriebslebensdauer der Wälziager zum Abstützen bzw. Lagern der jeweiligen geteilten Walzen verlängert sein kann.


Anspruch[de]

1. Walzwerk mit einer Walzenkreuzungs- oder -schränkvorrichtung, um jeweilige Achsen von oberen und unteren Arbeitswalzen (11) sowie oberen und unteren Stützwalzen (10), die in Umfangsberührung mit den Arbeitswalzen gehalten sind, einander in einer Ebene parallel zu einer ausgewaizten Blechoberfläche kreuzen zu lassen,

dadurch gekennzeichnet, daß die obere und/oder untere Stützwalze(n) (10) als Mantel(typ)-Stützwalze(n) ausgebildet ist/sind, wobei die Stützwalze in ihrer Axialrichtung in drei oder mehr Walzen unterteilt ist, welche mehreren geteilten Walzen (2, 3, 4) exzentrisch gehalten auf einer Walzenstützwelle (1), deren Drehwinkel verstellbar ist, drehbar gelagert sind, und die mehreren geteilten Walzen (2, 3, 4) sämtlich in einem Mantel (6) untergebracht sind.

2. Walzwerk nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, daß das Walzwerk Antriebseinrichtungen zum Drehen der Arbeitswalzen (11) in der Normal- und der Gegenrichtung, und um ein ausgewalztes Metallblechwerkstück zwischen den Arbeitswalzen (11) hin und her laufen zu lassen, aufweist.

3. Verwendung eines Walzwerks nach Anspruch 1 oder 2 in der Endstufe einer Stahlbandauswalz-Walzwerksstraße.







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