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Dokumentenidentifikation DE69408332T2 25.06.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0721812
Titel Seitenführungen für Bandmaterial
Anmelder Sidmar N.V., Gent, BE
Erfinder Van Coppenolle, Vincent, B-9900 Eeklo, BE
Vertreter Schulze Horn und Kollegen, 48147 Münster
DE-Aktenzeichen 69408332
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 06.12.1994
EP-Aktenzeichen 948701917
EP-Offenlegungsdatum 17.07.1996
EP date of grant 28.01.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.06.1998
IPC-Hauptklasse B21B 39/14
IPC-Nebenklasse B21C 47/34   

Beschreibung[de]
Gegenstand der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Seitenführungen, die in der Hüttenindustrie in Walzwerken verwendet werden, und insbesondere auf Seitenführungen, die für Stahlbänder auf der Eingangsseite des Coilers bestimmt sind.

Technischer Hintergrund der Erfindung

Der Fertigbearbeitungsabschnitt in den Walzwerken ist dazu bestimmt, Stahlbänder mit der erforderlichen Banddicke (gewöhnlich zwischen 1,25 mm und 12,7 mm bei Heißwalzwerken) herzustellen, bevor das Stahlband einem Einrollvorgang unterworfen wird.

Die Stahlbänder werden mittels aufeinanderfolgender Walzen befördert, die einen sogenannten "Rollgang" bilden.

Die Eingangsseite des Coilers ist mit zwei Seitenführungen für das Stahlband ausgerüstet, um zu verhindern, daß das Band den Rollgang verläßt.

Die Seitenführung besteht gewöhnlich aus einer Platte aus weichem Stahl, die bei Stellen, die den in gleichmäßigen Abständen voneinander angeordneten Walzen entsprechen, mit im wesentlichen halbkreisförmigen Ausschnitten versehen ist.

Die Reibung zwischen den sich bewegenden Bändern und diesen Seitenführungen verursacht eine beträchtliche Abnutzung der Seitenführungen, und längs der Seitenführungen ergeben sich Abnutzungslinien, die es erforderlich machen, diese Seitenführungen zu entfernen, und zu reparieren oder zu ersetzen.

Ziele der vorliegenden Erfindung

Die vorliegende Erfindung hat verbesserte Band-Seitenführungen zum Ziel, die eine größere Gesamtlebensdauer als herkömmliche Seitenführungen haben, die für einen weiteren Betrieb der Anlage leicht wieder instand gesetzt werden können, und die rationeller als herkömmliche Seitenführungen gehandhabt werden können.

Kurze Beschreibung des Standes der Technik

In GB-A-2031771 (Hoverdale Engineering) werden Walzwerksführungen beschrieben, die dazu bestimmt sind, Bänder, die gewalzt werden, bei ihrem Lauf zwischen den Walzwerksgerüsten zu führen.

Das Ziel der Erfindung ist, eine Walzwerksführung mit einer außergewöhnlich abnutzungsfesten Oberfläche auf eine realisierbare und wirtschaftliche Weise zu verwirklichen, und die überdies, wenn erforderlich, ersetzbar ist, ohne die Walzwerksführung als Ganzes zu ersetzen.

Demgemäß wird das Band, während es in einem Bandwalzwerk gewalzt wird, zwischen den Walzwerksgerüsten auf einer Führungsoberfläche geführt, die von einer Vielzahl von in einem gewissen Abstand voneinander angeordneten, keramischen Kissen gebildet wird, die auf der Walzwerksführung angebracht sind.

Dabei ist eine Anordnung vorgesehen, bei der die Walzwerksführung um 180º gedreht werden kann, wenn die Kissen bei einem Halterpaar abgenutzt sind, wodurch die Kissen des anderen Halterpaars in Gebrauch genommen werden.

Die Walzwerksführungen haben eine herkömmliche Form, das heißt, sie bestehen aus einem fortlaufenden Platte, die mit bogenförmigen Ausschnitten versehen ist. Die keramischen Kissen bedeuten eine Erhöhung der Kosten, und die Umkehrung der Kissen durch Drehen um 180º bedeutet, daß die Kissen von den Seitenführungen abmontiert werden müssen.

In DE-A-1427923 (KLÖCKNER-WERKE) werden ebenfalls herkömmliche Seitenführungen beschrieben, die mit zentralen Mitteln versehen sind, die eine vertikale Verschiebung der Seitenführungen ermöglichen, während das Band bewegt wird.

Abgenutzte Seitenführungen müssen zwangsläufig vollständig ausgebaut werden, wobei dieser Ausbau dadurch erschwert wird, daß zuerst die Steuermittel von den Seitenführungen abmontiert werden müssen. In dem Dokument sind keine spezifischen Mittel vorgesehen, um Führungselemente, die abgenutzt sind, zu ersetzen.

In Derwent Japanese Patents Report Seotion ch, Week 7341, Derwent Publications Ltd., London, GB; Class M21, AN 73-61680U (41) (JP-B-48 032 502 (HITACHI) 6 October 1973) wird eine Eingangsführung beschrieben, die mehrere Paare seitlicher Führungselemente aufweist, die längs der einander gegenüberliegenden Ränder der Bahn des Bandes angeordnet sind, nach dem Zwischenraum zwischen den Walzen gebracht werden und so eingestellt werden, daß sie die einander gegenüberliegenden Ränder des in das Walzengerüst einlaufenden Bandes berühren und einschließen. Die Eingangsführung weist außerdem mehrere Druckwalzen auf, die in gewissen Abständen voneinander längs der Bandbahn angeordnet sind und zwischen benachbarten seitlichen Führungen gelegen sind, wobei sich die Drehachsen der Druckwalzen quer zu der Vorwärtsbewegungsrichtung des Bandes erstrecken. Die seitlichen Führungselemente jedes Paars sind ausgelegt, um durch einen geeigneten Betätigungsmechanismus zueinander hin und voneinander weg seitlich verschoben werden. Die Eingangsführung beseitigt die seitliche Verschiebung des Bandes bei dem Walzengerüsteingang, und ist dazu bestimmt, einen gleichmäßigen und zuverlässigen Lauf des Bandes zwischen den Walzen sicherzustellen.

Gemäß den Patent Abstracts of Japan, volume 16, no. 302 (M-1275) 3 July 1992 (JP-A-04 084 615 (Kawasaki Steel) 17 March 1992) wird die Form des Coils dadurch verbessert, daß die Änderung der Blechbreite ab der Mittellinie eines Stahlblechs erfaßt wird, und die Führungsplatten während des Durchlaufs der Stahlblechposition mit dem maximalen Wert gemäß dem erfaßten Wert in der Querrichtung verschoben werden, wenn der maximale Wert größer als der Öffnungsgrad der unterteilten Seitenführungsplatten ist.

Die Seitenführungsplatten sind auf der rechten und der linken Seite parallel angeordnet, und in der Fortbewegungsrichtung des Stahlblechs (folglich horizontal) unterteilt. Die jeweiligen unterteilten Seitenführungsplatten sind auf eine solche Weise gebildet, daß sie unabhängig voneinander in der Querrichtung verschoben werden können. Dann wird die Änderung der Blechbreite ab der Mittellinie des Stahlblechs erfaßt. Die Führungsplatten werden während des Durchlaufs der Stahlblechposition mit dem maximalen Wert gemäß dem erfaßten Wert in der Querrichtung verschoben, wenn der maximale Wert größer als der Öffnungsgrad der unterteilten Seitenführungsplatten ist. Die Abweichung des Stahlblechs in seiner Querrichtung wird auf diese Weise stark vermindert, und beim Einrollen des Stahlblechs wird die Form des Coils verbessert.

Die obige japanische Veröffentlichung bezieht sich nicht auf einen Coiler, und die Seitenführungen oder Unterteilungen müssen über die gesamte Länge abmontiert werden, um sie zu ersetzen.

Hauntsächliche Merkmale der Erfindung

Die Seitenführungen der vorliegenden Erfindung sind in aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilt, die in einer Wechselfolge aus einem ersten Abschnitt von im wesentlichen rechteckiger Form, der eine Breite hat, die seine Einfügung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Walzen ermöglicht, und einem zweiten Abschnitt, der über einer zugehörigen Walze angeordnet ist, und dessen unteres Ende eine im wesentlichen kreisförmige Form hat, um die Walze aufzunehmen, angeordnet sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die zwischen den Walzen angeordneten Abschnitte bezüglich der von den über den Walzen angeordneten Abschnitten gebildeten, vertikalen Ebene ein wenig versetzt, wobei der Abstand zwischen zwei einander gegenüberliegenden, zwischen den Walzen angeordneten Abschnitten kleiner als der Abstand zwischen zwei einander gegenüberliegenden, über den Walzen angeordneten Abschnitten ist, so daß die zwischen den Walzen angeordneten Abschnitte am stärksten abgenutzt werden.

Mindestens die zwischen den Walzen angeordneten Abschnitte sind in der vertikalen Richtung so einstellbar, daß dann, wenn die Reibungsstelle eine beträchtliche Abnutzung aufweist, eine vertikale Verschiebung, die keine Zerlegung der Anlage erfordert, einen weiteren Betrieb der Anlage ermöglicht, wodurch natürlich die Nutzungsdauer bis zur Erneuerung, verglichen mit einer herkömmlichen Anlage, vervielfacht wird.

Eine bevorzugte Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung wird nun beschrieben, wobei auf die beigefügten Zeichnungen Bezug genommen wird.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die Zeichnungen stellen Folgende dar:

Die Figur 1 ist eine schematische perspektivische Ansicht eines "Rollgangs", bei der nur eine Seitenführung für ein Stahlband, das einem Coiler zugeführt wird, wiedergegeben ist, wobei diese Seitenführung dem Stand der Technik entspricht.

Die Figur 2 ist eine ähnliche Ansicht wie die Figur 1, wobei diese Ansicht der gemäß der vorliegenden Erfindung vorgeschlagenen Lösung entspricht.

Die Figur 3 ist eine der Figur 2 entsprechende Draufsicht, die hauptsächlich dazu bestimmt ist, die versetzte Position der Abschnitte der wiedergegebenen Seitenführungen zu veranschaulichen.

Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung

Die Figur 1 gibt ein Stahlband 1 wieder, das auf einer Reihe von Transportwalzen 2 zu dem Eingang eines Coilers (nicht wiedergegeben) befördert wird.

Um zu verhindern, daß das Band 1 die Reihe von Walzen 2 (die gewöhnlich als "Rollgang" bezeichnet wird) verläßt, sind zwei Seitenführungen 3 auf den beiden Seiten der für das Band 1 bestimmten Bahn über den Walzen angeordnet. Diese Seitenführungen, von denen in der Figur 1 nur eine wiedergegeben ist, bestehen aus einer Platte 3 aus weichem Stahl, die mit im wesentlichen halbkreisförmigen Ausschnitten 5 versehen ist, um die aufeinanderfolgenden Walzen 2 aufzunehmen. Diese Führungen 3 können entweder in Richtung der Bandbreite verschiebbar sein (wie durch den Pfeil 4 veranschaulicht), oder fest sein.

Infolge des Kontaktes zwischen dem sich bewegenden Band 1 und den Seitenführungen 3 ergibt sich bei der Reibungsstelle eine Abnutzungslinie. Wenn die Seitenführungen 3 nicht rechtzeitig erneuert oder repariert werden, kann infolge der Abnutzung sogar der zwischen den Walzen 2 gelegene, untere Teil 3a der Seitenführungen 3 abbrechen.

Um die Lebensdauer der Seitenführungen der vorliegenden Erfindung zu vergrößern, sind die Seitenführungen in aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilt, in einer Wechselfolge aus einem ersten Abschnitt 11 von im wesentlichen rechteckiger Form, der eine Breite hat, die seine Einfügung zwischen zwei Walzen 2 ermöglicht, und einem zweiten Abschnitt 12, der dazu bestimmt ist, über einer Walze 2 angeordnet zu werden, und dessen unteres Ende eine im wesentlichen kreisförmige Form hat. Die Figuren 2 und 3 geben eine Wechselfolge aus drei "ersten" Abschnitten 11 und vier "zweiten" Abschnitten 12 wieder.

Wie aus der Figur 3, in der die zwei Seitenführungen 3 als Abschnitte wiedergegeben sind und aus einer Wechselfolge aus den dargestellten ersten Abschnitten 11 und zweiten Abschnitten 12 bestehen, besser ersichtlich ist, sind die ersten Abschnitte 11 bezüglich der von den zweiten Abschnitten 12 gebildeten Ebene ein wenig versetzt. Mit anderen Worten, der Abstand "a" zwischen zwei einander gegenüberliegenden, ersten Abschnitten 11 ist kleiner als der Abstand "b" zwischen zwei einander gegenüberliegenden, zweiten Abschnitten 12.

Folglich werden die ersten Abschnitte 11 einer ziemlich starken Abnutzung ausgesetzt, während die zweiten Abschnitte 12 nur gelegentlich Abnutzung unterworfen werden.

Zumindest die ersten Abschnitte 11 sind in der vertikalen Richtung so einstellbar, daß die Reibungsstellen, ohne die Abschnitte abzumontieren, von der ersten Abnutzungslinie nach einer weiteren Zone des betreffenden Abschnitts der Seitenführung verschoben werden können.

Erst dann, wenn die aufeinanderfolgenden Abnutzungslinien die ganze Oberfläche der Abschnitte der Seitenführungen bedecken, ist es erforderlich, die Abschnitte abzumontieren und zu ersetzen oder zumindest zu reparieren.

Jede geeignete Vorrichtung, die in den Zeichnungen durch die Kennziffer 14 schematisch dargestellt ist, kann verwendet werden, um die vertikalen Verschiebungen der Abschnitte 11 zu steuern.

Eine für den Zweck geeignete Vorrichtung kann ziemlich einfach sein, wie zum Beispiel ein Zahntrieb oder dergleichen. Die Vorrichtung kann sogar elektrisch oder hydraulisch angetrieben sein.

In einem Heißwalzwerk, das eine laufende Produktionsleistung von 3.000.000 Tonnen/Jahr hatte, und einen raschen Walzenwechsel in dem Fertigbearbeitungs-Walzwerk hatte, und in dem 3 Einrollmaschinen verwendet wurden, ergab sich bei einem Vergleich zwischen der früheren Schweißung und dem Preis der Teile 11 eine Kosteneinsparung von 20.000 US$ pro Jahr. Ein noch größerer Vorteil wird in den Stillegungszeiten gesehen, die für den Wechsel der Seitenführungen erforderlich sind: zwischen einer und zwei Stunden zusätzliche, nicht eingeplante Stillegungszeit wurden jeden Monat benötigt, um die Abnutzungsplatten zu wechseln.

Die neuen Seitenführungen können für eine ganze Produktionsperiode (2 bis 3 Wochen) reichen, und daher müssen sie nur bei geplanten Wartungsstillegungen gewechselt werden.


Anspruch[de]

1. Seitenführungen für Walzwerke in der Hüttenindustrie, wobei diese Seitenführungen in aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilt sind, die in einer Wechselfolge aus einem ersten Abschnitt (11) von im wesentlichen rechteckiger Form, der eine Breite hat, die seine Einfügung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Walzen (2) ermöglicht, und einem zweiten Abschnitt (12), der dazu bestimmt ist, über einer zugehörigen Walze (2) angeordnet zu werden, und dessen unteres Ende eine im wesentlichen kreisförmige Form hat, angeordnet sind.

2. Seitenführungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zwischen den Walzen (2) angeordneten, ersten Abschnitte (11) bezüglich der vertikalen Ebene, die von den über den Walzen (2) angeordneten, zweiten Abschnitten (12) gebildet wird, ein wenig versetzt sind, wobei der Abstand (a) zwischen zwei einander gegenüberliegenden, zwischen den Walzen (2) angeordneten Abschnitten (11) kleiner als der Abstand (b) zwischen zwei einander gegenüberliegenden, über den Walzen (2) angeordneten Abschnitten (12) ist.

3. Seitenführungen gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die zwischen den Walzen (2) angeordneten Abschnitte (11) in der vertikalen Richtung so einstellbar sind, daß dann, wenn die Reibungsstelle eine beträchtliche Abnutzung aufweist, eine mittels einer zentralen Vorrichtung (14) ausgeführte, vertikale Verschiebung, die keine Zerlegung der Anlage erfordert, einen weiteren Betrieb der Anlage ermöglicht.







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