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Dokumentenidentifikation DE19505560C2 02.07.1998
Titel Verfahren zum Steuern der Bogenzufuhr
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Müller, Joachim, 82049 Pullach, DE
DE-Anmeldedatum 18.02.1995
DE-Aktenzeichen 19505560
Offenlegungstag 22.08.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.07.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.07.1998
IPC-Hauptklasse B65H 7/12
IPC-Nebenklasse B65H 7/04   B65H 7/06   B65H 7/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1, das beispielsweise durch die DE 29 30 270 C2 bekannt ist.

Bei Bogenoffsetdruckmaschinen bekannter und heute weit verbreiteter Art werden die Bogen von einem Anlegerstapel entnommen, über einen Fördertisch (Saugbändertisch) zur Anlage transportiert, dort ausgerichtet und sodann von einem Vorgreifer ergriffen und dem ersten Druckwerk übergeben. Damit einerseits ein registergerechter Druck des Sujets bezüglich dem Druckbogen erfolgt und andererseits Maschinenschäden durch fehlerhaft eingezogene Bogen vermieden werden, erfolgt an verschiedenen Stellen der zuvor beschriebenen Förderstrecke über den Fördertisch eine sensorische Überwachung des Bogenlaufs.

So ist es bekannt, kurz nach dem Abheben des obersten Bogens vom Anlegerstapel den geschuppten Bogenstrom auf das Vorhandensein von Doppelbogen zu überwachen. Zur Doppelbogenkontrolle im geschuppten Bogenstrom finden dabei insbesondere tastende Kontrolleinrichtungen Verwendung. Wird kurz nach der Vereinzelung und nach dem Abheben des obersten Bogens vom Anlegerstapel ein Doppelbogen festgestellt, so erfolgt das unmittelbare Sperren der Anlage und des Vorgreifers sowie das Stillsetzen des Anlegers durch Schalten einer Kupplung, welche den Anleger mit dem Antrieb der Druckmaschine verbindet. Der letzte vor Feststellung eines Doppelbogens noch in die Maschine eingezogene Bogen wird dann noch ausgedruckt, woraufhin das Abstellen der Gummituchzylinder in den einzelnen Druckwerken folgerichtig, d. h. entsprechend dem Bogenlauf eingeleitet wird. Ebenfalls wird auch die Farb- und Feuchtmittelzufuhr auf die Druckplatten in den einzelnen Druckwerken abgeschaltet.

Das nach dem oben beschriebenen Verfahren unmittelbar eingeleitete Stillsetzen des Anlegers, das Druck-Ab-Stellen sowie das Abschalten der Farb- und Feuchtmittelzufuhr hat dabei gerade für die ersten beiden Druckwerke den Nachteil, daß nach dem letzten in die Maschine einlaufenden und bedruckten Bogen der Farb- und Feuchtmittelfluß abrupt unterbrochen wird. Wird dann nach Beseitigung der Störungsursache (Entfernen des Doppelbogens aus dem Bogenstrom) wieder ein nächster Bogen in die Maschine eingefördert, so kommt es durch das zuvorige Einfärben und Einfeuchten der Druckplatten sowie der Gummitücher zu einer Überfärbung, die sich erst über mehrere Bogen wieder abbaut, was Makulaturanfall bedeutet.

Ein weiterer Nachteil des unmittelbaren Stillsetzens der Bogenförderung nach Feststellung eines Doppel- oder Fehlbogens direkt nach der Bogenförderung hinter dem Anlegerstapel ist, daß der Drucker die gesamte Bogenschuppe - zwischen Anlage und Transportrolle liegen etwa 5-7 Bogen - vom Fördertisch abräumen muß und ebenfalls auch den Stopperverursacher, also den Doppelbogen zu entfernen hat. Gerade dünne und empfindliche Bedruckstoffe werden bei dieser Entnahme oft beschädigt so daß auch hier Makulatur anfällt.

Aus der DE 29 40 631 C2 ist ein Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr bei einer bogenverarbeitenden Druckmaschine bekannt, bei welchem eine die Dicke des obersten vom Bogenstapel abgehobenen Bogens messende Meßeinrichtung vorgesehen ist, deren Messungen im Arbeitstakt der bogenverarbeitenden Maschine erfolgen und durch die bei Messung eines von der Sollbogenstärke abweichenden Wertes eines der Bogentransportorgane abschaltbar ist. Diese Doppelbogenkontrolle sieht insbesondere eine als Lichtschranke ausgebildete Bogenkontrolle vor, welche während des Abnehmens des obersten Bogen vom Anlegerstapel die Ist-Dicke des Bogens erfaßt und mit gespeicherten Werten vergleicht. Wird ein Doppelbogen festgestellt, so erfolgt ein sofortiges Abschalten der Schleppsauger. Die dem Doppelbogen vorausgehenden korrekten Bogen können wohl noch in die Druckmaschine hineingefördert und von dieser bedruckt werden, jedoch sind durch diesen Stand der Technik keine Maßnahmen vorgegeben, durch welche eine Makulatureinsparung beim Wiederanfahren des Druckes erzielbar ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 derartig zu gestalten, daß ein durch Zufuhrstörungen verursachter Makulaturanfall verringert wird.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale von Anspruch 1. Eine Weiterbildung der Erfindung ergibt sich aus einem Unteranspruch.

Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, daß nach Feststellung eines Doppel- oder Fehlbogens in Förderrichtung des Bogen kurz hinter dem Anlegerstapel noch die vor diesem Doppel- oder Fehlbogen liegenden Bogen in die Druckmaschine eingefördert werden und das Sperren der Anlage erst dann erfolgt, wenn der letzte noch korrekt liegende Bogen vor dem Doppel- oder Fehlbogen in die Maschine eingelaufen ist. Es wird also ausgenutzt, daß sich auf dem Fördertisch etwa 5-7 Bogen vor dem Doppel- oder Fehlbogen in der Schuppe befinden und somit noch korrekt angelegt und auch bedruckt werden können. Der den Stopper auslösende Doppel- oder Fehlbogen kann dann vom Drucker an der Anlage entnommen werden.

Dadurch, daß nach Feststellen des Doppel- oder Fehlbogens eine dem Unterschuppungsgrad sowie der Länge zwischen Bogenabtastung und Anlage entsprechende Anzahl an Bogen noch korrekt gefördert der Maschine zugeführt werden, kann insbesondere im ersten und zweiten Druckwerk die Farb- oder Feuchtmittelzufuhr eine vorgegebene Anzahl von Umdrehungen vor Einzug des letzten, korrekt an der Anlage anliegenden Bogens abgestellt werden. Es erfolgt somit noch eine Farbabnahme von Gummituch und Druckplatte, so daß eine überhöhte Farbmenge, welche beim Wiederanfahren zu einer Überfärbung der ersten Bogen führt, vermieden wird.

Desweiteren erfolgt die Erläuterung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung. Diese zeigt dabei einen Anleger 1 sowie ein erstes Druckwerk 5 einer Bogenoffsetdruckmaschine. Durch nicht dargestellte und an sich bekannte Transportmittel werden von der Oberseite eines Anlegerstapels Bogen entnommen und über eine Transportrolle 7 auf einen als Saugbändertisch ausgebildeten Fördertisch 2 gefördert. Die Bogen 6 auf der Oberseite des Fördertisches 2 werden dann durch Saugbänder in unterschuppter Weise zur Anlage 3 gefördert, wo nach einem Ausrichtvorgang bei nach korrekt festgestellter Lage der Bogen von einem Vorgreifer 4 erfaßt und auf Umfangsgeschwindigkeit der Zylinder im Druckwerk 5 beschleunigt wird.

In Förderrichtung der Bogen 6 ist im Bereich der Transportrolle 7 des Anlegers 1 eine insbesondere mit der Transportrolle 7 zusammenwirkende Bogenkontrolle 8 angeordnet, welche insbesondere die korrekte Bogenvereinzelung im Hinblick auf Doppelbogen prüft. Diese Bogenkontrolle 8 ist mit einer noch weiter unten stehend erläuterten Steuerung 9 verbunden. Sind über die Formatbreite bzw. über die Länge der Transportrolle 7 mehrere Bogenkontrollen 8 angeordnet, so kann an dieser Stelle auch eine Erfassung von Schrägbogen erfolgen.

Es befinden sich auf dem Fördertisch 2 entsprechend der Formatlänge, der Unterschuppung sowie dem Abstand zwischen der Anlage 3 und der Transportrolle 7 eine bestimmte Anzahl von Bogen 6. Im dargestellten Beispiel sind dies sechs Bogen, wenn das Ende des obersten Bogens die Transportrolle 7 verlassen hat und der unterste Bogen an der Anlage 3 anliegt.

Zur Verdeutlichung der erfindungsgemäßen Vorgehensweise sei nun gemäß Darstellung der Figur angenommen, daß der zwischen der Transportrolle 7 und der Bogenkontrolle 8 befindliche Bogen ein Doppelbogen ist. Die Bogenkontrolle 8 leitet dazu der Steuerung 9 ein entsprechendes Signal zu. Aus der Formatlänge der Bogen 6, der vorgesehenen Unterschuppung sowie dem Abstand zwischen Anlage 3 und Transportrolle 7 ist nun in einfacher Weise errechenbar, wieviele Bogen 6 über den Fördertisch 2 noch in das erste Druckwerk 5 der Maschine einlaufen können. Im dargestellten Beispiel wären dies sechs Bogen.

Unmittelbar nach Feststellen des Doppelbogens im Bereich der Transportrolle 7 durch die Bogenkontrolle 8 erfolgt über die Steuerung 9 das Abschalten der hier nicht dargestellten Bogenvereinzelungs- und Fördermittel des Anlegers 1. Die Steuerung 9 steht dazu mit diesen hier nicht dargestellten Mitteln in Wirkverbindung. Die sechs vor dem Doppelbogen liegenden Bogen 6 auf dem Fördertisch 2 werden nun noch durch den Vorgreifer 4 in das Druckwerk 5 eingefördert, bis der Doppelbogen die Anlage 3 erreicht hat, woraufhin ein Sperren des Vorgreifers 4 sowie der Anlage 3 erfolgt. Die Steuerung 9 steht dazu in Wirkverbindung mit der Anlage 3 sowie dem Vorgreifer 4. Die Steuerung 9 steht ferner mit einem an einer Eintourenwelle des Druckwerkes 5 angebrachten Inkremental- oder Absolutwinkelgeber in Wirkverbindung, so daß aus diesen Signalen die noch mögliche Zahl von in die Maschine hineinzufördernden Bogen über die Maschinenumdrehungen ermittelbar ist.

Die Steuerung 9 steht ferner mit nicht dargestellten Schaltmitteln zur Unterbrechung der Farbzufuhr in einem hier symbolisch dargestellten Farbwerk 11 des Druckwerkes 5 in Wirkverbindung. Die nicht dargestellten Schaltmittel bewirken insbesondere das An- und Abstellen von Farbauftragswalzen gegenüber einem Plattenzylinder sowie das Sperren bzw. Entsperren der Bewegung eines Farbhebers. Nicht dargestellt aber entsprechend analog ist die Wirkverbindung der Steuerung 9 mit entsprechenden Schaltmitteln zu dem Feuchtwerk in Druckwerk 5. Ebenfalls steht die Steuerung 9 in Wirkverbindung mit nicht dargestellten Schaltmitteln, um den Gummituchzylinder 12 gegenüber dem hier doppelt großen Gegendruckzylinder sowie dem darüberliegenden Plattenzylinder an- und abzustellen.

Nach dem Feststellen eines Doppelbogens im Bereich der Transportrolle 7 durch die Bogenkontrolle 8 und dem darauffolgenden Abschalten der Bogenvereinzelungsmittel erfolgt nach einer vorgegebenen Anzahl von Eintourenumdrehungen, also während die dem Doppelbogen vorausgehenden korrekt geförderten Bogen 6 noch in die Maschine einlaufen ein Unterbrechen der Farbzufuhr des Farbwerkes 11. Nachdem dann der letzte dem Doppelbogen vorausgehende, korrekt geförderte Bogen von dem Gummituchzylinder 12bedruckt wurde, also während der Doppelbogen an der Anlage 3 angekommen ist, erfolgt das Abstellen des Gummituchzylinders 12 vom Gegendruckzylinder sowie auch von dem darüberliegenden Plattenzylinder. Beispielsweise kann vorgesehen sein, daß die beiden letzten der dem Doppelbogen vorausgehenden Bogen vom Gummituchzylinder 12 noch bedruckt werden, wobei die Farbzufuhr des Farbwerkes 11 auf die Platte des darüberliegenden Plattenzylinders bereits unterbrochen ist. Durch diese beiden letzten Bogen erfolgt somit eine Farbabnahme. Die Schaltzeitpunkte, zu welcher die Steuerung 9 die zuvorstehend geschilderten Vorgänge auslöst, richten sich dabei nach den konstruktiven Gegebenheiten der Druckmaschine sowie ferner auch nach empirisch gewonnenen Vorgaben. Letzteres gilt insbesondere für die Zahl an Bogen, welche bei unterbrochener Farbzufuhr des Farbwerkes 11 noch vom Gummituchzylinder 12 bedruckt werden.

Die Steuerung 9 steht mit einer Anlegerkupplung 10 in Wirkverbindung, mittels der der vom Antrieb der Druckmaschine getriebene Anleger 1 stillsetzbar ist. Das Schalten also Abkuppeln des Anlegers 1 vom Antrieb der Druckmaschine erfolgt dabei genau zu dem Zeitpunkt, wenn die letzten, vor dem Doppelbogen liegenden Bogen in die Maschine eingefördert wurden und der Doppelbogen an der Anlage 3 zum Stillstand gekommen ist.

Der zuvorstehend gemachte Ablauf wird dabei in den übrigen, nicht dargestellten Druckwerken einer Mehrfarben-Offsetdruckmaschine entsprechend ausgelöst. Insbesondere wird in den einzelnen Druckwerken derartig verfahren, daß die letzten beiden zu bedruckenden Bogen in allen Druckwerken vom Gummituchzylinder bedruckt werden, wobei die Farbzufuhr in den zugehörigen Farbwerken bereits abgestellt wurde. So liegen dann bei einem Wiederanfahren der Druckmaschine in allen Druckwerken die gleichen Verhältnisse hinsichtlich der verbleibenden Schichtdicken auf den Platten- und Gummituchzylindern vor.

Bezugszeichenliste

1 Anleger

2 Fördertisch

3 Anlage

4 Vorgreifer

5 Druckwerk

6 Bogen

7 Transportrolle

8 Bogenkontrolle

9 Steuerung

10 Anlegerkupplung

11 Farbwerk

12 Gummituchzylinder


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr bei einer bogenverarbeitenden Druckmaschine, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine, bei welcher die zu bedruckenden Bogen von der Oberseite eines Anlegerstapels entnommen und über eine vorgegebene Förderstrecke zur Anlage der Druckmaschine transportiert werden, wobei am Anfang der Förderstrecke eine Bogenkontrolle hinsichtlich Doppel- und Fehlbogen und ein Stillsetzen des Bogentransportes in Abhängigkeit vom Ergebnis der Bogenkontrolle erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß bei Feststellung eines Doppel- oder Fehlbogens die Entnahme weiterer Bogen vom Anlegerstapel sofort stillgesetzt wird, daß die Anzahl der in Bogentransportrichtung auf der Förderstrecke dem Doppel- oder Fehlbogen vorausgehenden Bogen bestimmt und noch in die Druckmaschine hineingefördert und bedruckt wird, wobei noch vor dem Einlaufen des letzten in Bogentransportrichtung vor dem Doppel- oder Fehlbogen liegenden Bogens in die Druckmaschine die Farbzufuhr abgestellt wird, und daß das Stillsetzen des Bogentransportes nach dem Stillsetzen der Bogenentnahme vom Anlegerstapel genau dann erfolgt, wenn der Doppel- oder Fehlbogen die Anlage erreicht.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl der noch in die Druckmaschine hineinzufördernden Bogen aus dem Abstand zwischen Anlage und Bogenkontrolle in Verbindung mit dem Unterschuppungsgrad bei unterschuppter Bogenzufuhr sowie der Formatlänge der Bogen bestimmt wird.






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