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Dokumentenidentifikation DE19802308A1 09.07.1998
Titel Absaugvorrichtung für Sandstrahl- und Flüssigkeitsdruckdüsen
Anmelder Laug, Horst, 49809 Lingen, DE
Erfinder Laug, Horst, 49809 Lingen, DE
DE-Anmeldedatum 22.01.1998
DE-Aktenzeichen 19802308
Offenlegungstag 09.07.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.07.1998
IPC-Hauptklasse B24C 9/00
IPC-Nebenklasse B24B 55/06   B23Q 11/00   B08B 15/00   
IPC additional class // E04B 1/68,E04F 15/14  
Zusammenfassung Während Strahlarbeiten werden große Mengen des Strahlgutes (Granulat, Glasperlen, Schlacke und Sand), sowie abgestrahlte Beschichtungsfarbreste nach dem Auftreffen auf die zu strahlende Oberfläche weiträumig weggeschleudert. Große benachbarte Umweltbereiche werden so verschmutzt und durch die großen Staubmengen findet in einem sehr viel weiteren Umkreis eine Belästigung der Bevölkerung statt.
Die neuartige Absaugvorrichtung verhindert während der Strahlarbeiten einen Austritt von Strahlgut und Staub sowie Flüssigkeiten aus dem Wirkungs- und Nahbereich der Strahldüse in die Umgebung.
Durch ein getrennt wirkendes zweites Absaugsystem hält sich die neuartige Absaugvorrichtung mit integrierter Strahldruckdüse auch in extremen Arbeitspositionen z. B. "Überkopf" selbsttätig fest, entlastet somit den Arbeiter und kann trotzdem in alle Richtungen seitlich verschoben werden. Durch die hohe Absaugleistung wird während der Strahlarbeiten das von der Oberfläche abprallende bzw. wegschleudernde Strahlgut oder Flüssigkeiten restlos abgesaugt und in Behältern aufgefangen.
Die Absaugvorrichtung läßt sich außerdem für das Ausblasen und Trocknen von Dehnfugen an Betonplatten usw. einsetzen und verhindert eine Verschmutzung der Umgebung durch Staub-, Fugen- und Chemierückstände.

Beschreibung[de]

Mit der neuen Erfindung werden während Strahlarbeiten weggeschleuderte Staub- und Strahlpartikel, sowie Flüssigkeiten und abgestrahlte Beschichtungsreste direkt aus dem Wirkungs- und Nahbereich der Strahldruckdüsen oder Stemm- und Bohrgeräten von allen Seiten gleichzeitig dem Strahldruck entsprechend abgesaugt und in Behälter geleitet.

Gleichzeitig wird durch ein getrennt wirkendes zweites Absaugsystem über den Hohlraum (7a) einer Doppelwandschutzhaube (7) mit integrierter Strahldruckdüse (1) die Doppelwandschutzhaube (7) an die Arbeitsfläche mit dem gesamten Umfang angesaugt, so daß auch bei "Überkopfpositionen" sich die Doppelwandschutzhaube (7) selber festhält aber mit Hilfe von Stützrollen (13) oder -kugeln in alle Richtungen seitlich verschieben läßt. Weil die Saugleistung des zweiten Absaugsystems sich ebenfalls dem Strahldruck automatisch anpaßt, wird ein Abheben der Doppelwandschutzhaube (7) und ein entweichen von eventuellen Abstrahlresten mit Sicherheit ausgeschlossen.

Die sehr hohe Absaugleistung aus dem Innenraum der Doppelwandschutzhaube (7) wird dadurch erreicht, weil das erste Absaugsystem über mehrere auf der gesamten Oberfläche der Doppelwandschutzhaube (7) verteilt angeordnete und bis in den Innenraum durchgesteckte Saugrohrstutzen (4) direkt rund um den Strahlbereich von allen Seiten gleichzeitig mit Hilfe von Saugturbinen wirken kann.

Die Saugrohrstutzen (4 u. 5) sind den getrennten Absaugsystemen entsprechend, über Sammelsaugrohrleitungen (6) mit geschlossenen Auffangbehältern verbunden. Die Auffangbehälter sind mit Endschalter ausgerüstet, die ein Abschalten des Strahldruckes der Kompressoren bewirken, aber einen Weiterbetrieb der Absaugung gewährleisten können.

Eine Art der Ausführung wird wie folgt beschrieben. Die Stahldruckdüse (1) befindet sich in einem Mantelsaugrohr (3) welches an der Düsenöffnungsseite offen und am anderen Ende verschlossen, sowie mit Saugrohrstutzen (12) für Saugleitungsanschlüsse versehen ist.

Die Strahldruckdüse (1) mit Mantelsaugrohr (3) ist in den Innenraum einer Doppelwandschutzhaube (7) eingeführt und höhenverstellbar, gelenkig, verschiebbar oder starr im Durchführungsbereich der Doppelwand (2) befestigt.

Die Doppelwandschutzhaube (7) besteht aus einer Doppelwand, deren Hohlraum durch Distanzstege zwischen den Wänden gebildet wird. Auf der äußeren Oberfläche der Doppelwandschutzhaube (7) sind mehrere Saugrohrstutzen (5) über dem Umfang verteilt angebracht, die mit einer eigenen Sammelsaugleitung (6) miteinander und zusätzlich mit einem separaten Saugaggregat bzw. Saugturbine, sowie Auffangbehältern verbunden sind.

Der untere Rand der Doppelwandschutzhaube (7) weist einen über dem gesamten Umfang verlaufenden breiten Schlitz auf, der durch den Hohlraum (7a) der Doppelwand entstanden ist und bildet einen Saugkanal (8). Einseitig oder beidseitig des Saugkanals (8) befinden sich eine oder mehrere Abdichtleisten (9) aus elastischem Material.

Am äußeren Umfang des Saugkanals (8) sind Stützrollen (13) befestigt, die ein Verschieben trotz starker Ansaugung ermöglichen. Für das zweite Absaugsystem sind mehrere über die gesamte Oberfläche verteilt angeordnete Saugrohrstutzen (4) durch die Doppelwand bis in den Innenraum der Doppelwandschutzhaube (7) hineinragend starr angebracht. Diese Saugrohrstutzen (4) sind ebenfalls mit eigenen Sammelsaugleitungen (6), eigener Saugturbine und Auffangbehältern verbunden.

An der Wandinnenseite der Doppelwandschutzhaube (7) sind in verschiedenen Positionen und Richtungen umlaufend schräg und gerade angeordnete Prall- bzw. Leitplatten (10) oder Profile befestigt. Vorteilhafter Weise können die Prall- bzw. Leitplatten (10) spiralförmig oder rippenartig positioniert sein.

Die Prall- und Leitplatten (10) oder Profile bewirken ein Abbremsen des auf der Oberfläche aufgetroffenen und abgeprallten Strahldruckes, sowie ein Ableiten und direktes Zuführen des Strahlgutes oder Flüssigkeiten zu den nächstliegenden Saugrohrstutzen (4). Die im Nahbereich des Saugkanals (8) gelenkig befestigten und mit Federkraft in Position gehaltene Prall- und Leitplatten (10) oder Profile verhindern, daß evtl. zu große Strahlgutmengen bei einer zu starken Neigung der Strahldruckdüse (1) ungehindert erst im Saugkanal (8) des anderen Absaugsystems abgesaugt werden.

Besondere Ausführungsarten der Absaugvorrichtung weisen eine aus einzelnen Segmenten oder Mantelflächenteilen bestehende Doppelwandschutzhaube (7) auf, die gegeneinander höhenverstellbar verbunden sind und sich mit Hilfe von Stützrollen (13) entsprechend den unebenen Konturen einer Oberfläche durch anheben oder absenken anpassen.

Bezugszeichenliste

Fig. 1 Absaugvorrichtung im Schnitt dargestellt

1 Strahldruckdüse

2 gelenkige Durchführung und Befestigung des Mantelsaugrohres (3) in der Doppelwand

3 Mantelsaugrohr mit innenliegender Strahldruckdüse (1)

4 Saugrohrstutzen durch die Doppelwand in den Innenraum der Doppelwandschutzhaube (7) geführt

5 Saugrohrstutzen in den Hohlraum (7a) der Doppelwand geführt

6 Sammelsaugleitung mit Saugrohrstutzen (4) verbunden

7 Doppelwandschutzhaube

7a Hohlraum der Doppelwandschutzhaube (7)

8 Saugkanal

9 Abdichtleisten aus elastischem Material

10 Prall- und Leitplatten oder Profile

11 Absaugleitung

12 Saugrohrstutzen am Mantelsaugrohr (3)

13 Stützrollen bzw. -kugeln


Anspruch[de]
  1. 1. Absaugvorrichtung für Sandstrahl- und Flüssigkeitsdruckdüsen, dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugvorrichtung aus einer Doppelwandschutzhaube (7) besteht, durch deren Hohlraum (7a) und eines umlaufenden Saugkanals (8) der Doppelwand, eine Absaugung der Kontaktfläche zwischen Doppelwandschutzhaube (7) und Oberfläche des Arbeitsbereiches stattfindet und über ein zweites unabhängiges Absaugsystem mittels durch die Doppelwand bis in den Innenraum hineinragende über dem gesamten Umfang bzw. Oberfläche der Doppelwandschutzhaube (7) mehrere verteilt angeordnete Saugrohrstutzen (4) und eines Mantelsaugrohres (3) mit einer innenliegenden von der Außenseite verstellbaren und beweglich konstruierten Strahldruckdüse der Innenraum der Doppelwandschutzhaube (7) abgesaugt wird, sowie eine Ableitung des Strahlgutes oder Flüssigkeiten direkt zu den Saugrohrstutzen (4) durch in verschiedene Positionen an der Innenseite montierte Prall- und Leitplatten oder Profile (10) erreicht wird, aber trotz der starken Ansaugung der Doppelwandschutzhaube (7) ein allseitiges Verschieben während des Betriebes durch mehrere im äußeren unteren Bereich angebrachte gelenkige Stützrollen oder -kugeln (13) möglich ist.
  2. 2. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Unterdruck des Hohlraumes (7a) der Doppelwand durch mehrere oder einen an der äußeren Oberfläche der Doppelwandschutzhaube (7) montierte Saugrohrstutzen (5) erzeugt wird.
  3. 3. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansaugöffnungen der Saugrohrstutzen (4 u. 5) trichterförmig, halbrund, dreieckig, oval, rechteckig quadratisch oder rund gestaltet sind.
  4. 4. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Saugrohrstutzen (4 u. 5) den getrennten Absaugsystemen entsprechend, untereinander mit Sammelsaugleitungen (6) starr oder in alle Richtungen beweglich oder gelenkig miteinander verbunden sind.
  5. 5. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auffangsammelbehälter einen Endschalter aufweisen, der ein abschalten des Strahldruckes der Kompressoren bei voller Beladung der Behälter erwirkt, aber die Absaugung der Sammelsaugleitungen (6) nicht unterbricht.
  6. 6. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich im Bereich des Saugkanals (8) beidseitig oder einseitig befestigte Abdichtleisten (9) aus festem oder elastischem Material befinden.
  7. 7. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelwandschutzhaube (7) aus einzelnen Segmenten oder Mantelflächenteilen besteht, die gegeneinander oder miteinander höhenverstellbar, verschiebbar und feststellbar verbunden sind und sich automatisch unebenen Oberflächenkonturen anpassen. .
  8. 8. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelwandschutzhaube (7) sich in verschiedene Winkelgrade einknicken oder verbiegen läßt, so daß auch Kehlbereiche sicher abgedeckt werden.
  9. 9. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mantelsaugrohr (3) mit innenseitig befestigter Strahldruckdüse (1) höhenverstellbar, gelenkig, verschiebbar und in jeder Position feststellbar in den Innenraum der Doppelschutzwandhaube (7) eingeführt und im Bereich der Doppelwanddurchführung montiert ist.
  10. 10. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, 3 u. 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahldruckdüse (1) am äußeren Umfang mit einer oder mehreren Einzelabsaugrohren oder Schläuchen versehen ist.
  11. 11. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansaugleistung und -stärke im Bereich des Saugkanals (8) und des Innenraumes automatisch in Abhängigkeit des Strahldruckes erfolgt.
  12. 12. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützrollen oder -kugeln (13) höhenverstellbar, einklappbar und arretierbar bzw. feststellbar ausgebildet sind.
  13. 13. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützrollen (13) maschinell, mit Druckluft oder -flüssigkeit angetrieben werden können.
  14. 14. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die im Bereich des Saugkanals (8) schräg angeordneten Prall- bzw. Leitplatten (10) oder Profile mit Federkraft in Position gehalten werden und gelenkig an der inneren Doppelwandseite befestigt sind.
  15. 15. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Prall- und Leitplatten (10) oder Profile im Innenraum der Doppelwandschutzhaube (7) spiral- bzw. wendelförmig oder gerade in unterschiedlichen Positionen und Richtungen angeordnet sind.
  16. 16. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1-15, dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugvorrichtung aus einer Schutzhaube mit einfacher Wand besteht und die Absaugung nur mit einem Absaugsystem stattfindet.
  17. 17. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1-16, dadurch gekennzeichnet, daß das Ansaugen der einfachen Schutzhaubenwandung mit am Umfang der Unteraußen- oder -innenseite verteilten einzelnen Ansaugdüsen in unterschiedlich gestalteten Formen und das Absaugen des Innenraumes mit nur einem Absaugsystem durchgeführt wird.
  18. 18. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1, 7, 12 u. 13, dadurch gekennzeichnet, daß einige Stützrollen (13) oder -kugeln auch als Tastrollen ausgebildet sind und beim "Überfahren" von unebenen Konturen nur die betreffenden Mantelteilflächen der Doppelwandschutzhaube (7) oder der einfachen Schutzhaube entweder absenken oder anheben.
  19. 19. Absaugvorrichtung nach Anspruch 1 u. 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich am Ende der einzelnen Saug- oder Sammelsaugleitungen (6) separat stehende, geschlossene oder offene Behälter befinden, die mit Füllstandsanzeigen und Endschalter ausgerüstet sind.






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