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Dokumentenidentifikation DE19722257C1 13.08.1998
Titel Gewindeschneidapparat
Anmelder Emuge-Werk Richard Glimpel Fabrik für Präzisionswerkzeuge vormals Moschkau & Glimpel, 91207 Lauf, DE
Erfinder Watzke, Rüdiger, 91233 Neunkirchen, DE
Vertreter Matschkur Götz Lindner, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 28.05.1997
DE-Aktenzeichen 19722257
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.08.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.08.1998
IPC-Hauptklasse B23G 1/46
IPC-Nebenklasse B23G 1/16   
Zusammenfassung Gewindeschneidapparat, insbesondere Reversierfutter, mit einer ausziehbaren Spindel und Druckausgleichsleitungen, wobei die Druckausgleichsleitungen in eine durch eine bewegliche Wand gegenüber der Außenluft abgedichtete Ausgleichskammer einmünden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Gewindeschneidapparat mit Drehrichtungsumkehr mit einer ausziehbaren Spindel und Druckausgleichsleitungen.

Beim Auseinanderziehen der Spindel derartiger Gewindeschneidapparate entsteht ein Unterdruck, durch den bei der üblichen Ausbildung der Druckausgleichsleitungen als durchgehende Entlüftungsöffnungen - man vergleiche hierzu beispielsweise die EP 0 509 143 A1 - Emulsion und Bearbeitungsrückstände nach innen gesaugt werden können. Darüber hinaus kann durch einen derartigen Unterdruck auch Getriebeöl an unerwünschte Stellen des Gewindeschneidapparas gelangen.

Will man dies vermeiden und dichtet die Druckausgleichsleitungen nach außen ab, so kann bei Erwärmung Überdruck entstehen, der über die Kolbenflächen die Null-Position der ausziehbaren Spindel unkontrolliert, bis ggf. sogar in die Leerlauf- oder gar Reversierstellung, verschiebt. Darüber hinaus werden auch die Schaltkräfte durch Über- oder Unterdruck verfälscht.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Gewindeschneidapparat der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß ein einfacher Druckausgleich beim Ausziehen der Spindel möglich ist, ohne daß von außen Emulsion oder Schmutz eindringen kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß bezüglich des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 vorgesehen, daß die Druckausgleichsleitungen in eine durch eine bewegliche Wand gegenüber der Außenluft abgedichtete Ausgleichskammer einmünden.

Eine solche bewegliche Wand kann beispielsweise von einem in einer zylindrischen Ausgleichskammer zwischen Anschlägen frei verschiebbaren Kolben gebildet sein.

Alternativ dazu und letztendlich noch einfacher in der Realisierung gestaltet sich die erfindungsgemäße Lösung, wenn die bewegliche Wand durch eine Rollmembran gebildet wird, die die Ausgleichskammer überdeckt.

Unabhängig davon, ob der Kolben oder die Rollmembran direkt an der Gehäuseaußenseite liegen oder über Entlüftungsöffnungen eines anschließenden Bauteils mit der Außenatmosphäre in Verbindung stehen, ergibt sich durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung in einfachster Weise der gewünschte Druckausgleich ohne die geringste Gefahr einer Verschmutzung oder einer Verfälschung der Schaltfunktionen.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Dabei zeigen:

Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Gewindeschneidapparats, und

Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II in Fig. 1.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel bezeichnet 1 einen Gewindeschneidapparat, insbesondere ein Reversierfutter mit einer ausziehbaren Spindel, die mit dem Schaft 2 zur Aufnahme in die Werkzeugmaschine in getrieblicher Verbindung steht. An der ausziehbaren Spindel ist vorne der Spannkopf 3 für den nicht gezeigten Gewindebohrer befestigt.

Die verschiedenen Kammern und Bohrungen im Inneren des abgedichteten Gewindeschneidapparats 1 münden über eine Druckausgleichsleitung 9 in eine Ausgleichskammer 4 ein, die im dargestellten Ausführungsbeispiel durch eine Rollmembran 5 verschlossen ist, die ihrerseits wiederum durch Entlüftungsöffnungen 6 in dem sie überdeckenden Stopparm 7 mit der Außenluft verbunden ist. Mit 8 ist der Fixierbolzen in der Werkzeugmaschine bezeichnet.

Ob nun im Inneren des abgedichteten Gewindeschneidapparats 1 ein Unterdruck durch das Ausziehen der Spindel oder ein Überdruck durch thermische Erhitzung auftritt, stets ist über die bewegliche Rollmembran 5 und die Entlüftungsbohrungen 6 zur Außenatmosphäre ein vollständiger Druckausgleich möglich, ohne daß Verunreinigungen von außen in den Gewindeschneidapparat gelangen können, die mit der Zeit sogar dessen Funktion lahmlegen könnten.

Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Wie bereits weiter oben beschrieben, könnte anstelle der Rollmembran auch ein begrenzt zwischen Anschlägen in der Ausgleichskammer 4, die zu diesem Zweck dann zweckmäßigerweise rotationszylindrisch ausgebildet sein sollte, verschiebbarer Kolben vorgesehen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Gewindeschneidapparat mit Drehrichtungsumkehr mit einer ausziehbaren Spindel und Druckausgleichsleitungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckausgleichsleitungen (9) in eine durch eine bewegliche Wand gegenüber der Außenluft abgedichtete Ausgleichskammer (4) einmünden.
  2. 2. Gewindeschneidapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche Wand von einem in einer zylindrischen Ausgleichskammer (4) zwischen Anschlägen frei verschiebbaren Kolben gebildet ist.
  3. 3. Gewindeschneidapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche Wand eine Rollmembran (5) ist.






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